Dialog

Beiträge zu «True Lies»



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Meines Erachtens haben die Medien den Bezug zu dem, was gesellschaftlich relevant ist, schon lange verloren, und konstruieren so eine Relevanz, die nicht wirklich vorhanden ist und den Menschen wegbringt von dem, was ihn direkt betrifft. Sie können erst nach Publikation anhand von Verkaufszahlen und Reaktionen messen, ob sie den Puls der Gesellschaft getroffen haben, und durch manipulative Werbestrategien sind diese Statistiken immer verfälscht. Anstatt zu berichten, was Mensch interessiert, wird Werbung genutzt, um Mensch denken zu lassen, dass das, was er liest, auch das ist, was ihn interessiert. Hier wünschte ich mir lange mehr Eigeninitiative; die Republik praktiziert diese, was mir sehr gefällt. Generell sehe ich in Zeiten des Spätkapitalismus das Problem, das oft die einzige Motivation Bereicherung ist, und dieser Bereicherung wird jeglicher andere Wert geopfert (siehe Tamedia Papers). Seien dies ganze Lektorate, die korrekte Grammatik und Erzählkunst beherrschten, oder Redaktionen, die den Mut hatten, Themen, die am Mainstream vorbeizielen und damit genau ins Herz der Gesellschaft treffen, zu publizieren. Themen, die aufrühren, anregen, Wandel generieren. Die riesige Diskrepanz zwischen den Errungenschaften der Wissenschaft und der gesellschaftlichen Weltsicht zeigt das sehr, sehr gut. Vorallem in der Schweiz, wo wir alle an einer Wohlstandsneurose leiden, will die breite Masse sich gar nicht mit Fehlständen auseinandersetzen; dass wir uns beispielsweise immer noch etwas auf unsere Neutralität und unseren Reichtum einbilden, der auf dem Judengold der Nazis basiert, zeigt diesen Umstand mehr als deutlich. Und die meisten Medien zielen darauf ab, dass es ja super so funktioniert. Nirgends liest man von den Psychiatrien, die randvoll sind mit depressiven, suizidalen 20-Jährigen. Von den immensen Drogenproblemen unter Jugendlichen, und den krassen Selbstmordraten in unserem Land. Alles, was die kritische Selbstreflektion unserer Gesellschaft fördern würde, wird alsgleich unter den Teppich gekehrt, bis es dort modert und mit seinem Gestank den ganzen Raum verpestet, wie damals der Platzspitz. Wie bereits im Artikel gesagt; typisch Schweiz - immer zu spät.

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Ich bin immer wieder sehr erstaunt mit welcher Ruhe oder sogar Gelassenheit Ryser und Würgler unangenehme Sachverhalte zum Thema Verschwörungstheorien zur Sprache bringen. Eigentlich wollte ich nichts darüber lesen, mir das nicht antun und bin nun speziell nach der heutigen Folge sehr dankbar für die Recherche.

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Herzlichen Dank.

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Medienforscher am IKMZ/fög, Uni Zürich
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Ein interessanter Beitrag! Den einleitenden Seitenhieb an die Adresse des fög kann ich aber nicht stehen lassen. Der Co-Autor des Beitrags, Daniel Ryser, hat mich damals explizit zum Thema "Lügenpresse in der Schweiz", und dies während der Corona-Krise, angefragt und sich erkundigt, ob sich das fög damit auseinandergesetzt haben. Die Zeit von der Anfrage bis zu meiner Antwort haben wir genutzt, um für die Twitter-Sphäre basierend auf einer automatisierten Inhaltsanalyse zu prüfen, ob es dort aktuell einen etablierten Diskurs zum spezifischen Begriff der «Lügenpresse» mit Bezug zur Schweiz gibt. Das Resultat dieser knappen Analyse: Das war nicht bzw. nur marginal der Fall. Daraus den Schluss zu ziehen, dass das Problem in der Schweiz nicht existiere, schien mir aber mit Blick z.B. auf Messengerdienste wie Telegram etc. verkürzt. Deshalb meine Antwort, dass wir uns das noch genauer anschauen werden. In Ihrem Beitrag fällt das Stichwort "Arbeitsethos": Dieses drückte sich beim fög so aus, dass wir als Folge Ihrer Anfrage sehr konkret in empirische Abklärungen investiert haben – genau das Gegenteil von dem, was nun im Beitrag angedeutet wird. Dass ich abschlägig auf die Anfrage reagiert habe, begründet sich einzig durch unser Prinzip, dass wir uns nur dann zu einem Thema öffentlich äussern, wenn wir verlässliche empirische Einsichten dazu haben. Schliesslich wurde nun ein Beitrag verfasst, der sich keineswegs nur auf die Resonanz des spezifischen «Lügenpresse»-Vorwurfs in der Schweiz bezieht und auch keineswegs nur auf die aktuelle Corona-Situation, sondern auch auf andere bzw. breitere Themen wie Vertrauen in Medien, die Rolle von Alternativmedien oder Verschwörungstheorien. Dazu hätte ich/hätten wir sehr wohl Auskunft geben können, zumal meine KollegInnen und ich schon im Jahrbuch 2017 die Resonanzchancen von «Alternativmedien», im Jahrbuch 2020 zur Rolle der Desinformation oder ebenfalls 2020 ich in der Republik zum Thema Verschwörungstheorien mit Kollegin Lisa Schwaiger publiziert haben. Ich bin selbst Teil der Verlegerschaft der Republik und begrüsse es, dass das Onlinemagazin zur Vielfalt in der CH-Medienlandschaft beiträgt, die ansonsten durch starke Konzentrationstendenzen geprägt ist. Mit solchen unnötigen und unbegründeten Seitenhieben erweisen Sie dem Ziel des Magazins allerdings einen Bärendienst.

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Chefredaktion
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Vielen herzlichen Dank für Ihre Replik, Herr E.

Hier noch der Link zum erwähnten Beitrag von 2019: Die wichtigsten Fragen und Antworten zu Verschwörungstheorien. Vollständig einverstanden bin ich allerdings nicht mit Ihnen, Herr E., auch wenn ich am Arbeitsethos am fög keineswegs kritteln will: Es erscheint mir schon zutreffend, dass in der Schweiz die Medienwissenschaft häufig tendenziell auf Aufholjagd und nicht in allen relevanten Themen ganz vorne dabei ist. Begründet wird das wohl zu recht auf Nachfrage immer mit Ressourcenknappheit. Können wir uns das in einer Mediengesellschaft im kompletten Umbruch leisten? Es führt zum Beispiel dazu, dass in Qualitätsratings seit Jahren bloss die etablierten Player untersucht werden und damit das bestehende Mediensystem zementiert wird, ohne grundlegende Entwicklungen wissenschaftlich fundiert aufzunehmen und abzubilden. Das wäre dann ein weiterer Bärendienst. Herzliche Grüsse!

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Medienforscher am IKMZ/fög, Uni Zürich
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· editiert

Lieber Herr M., danke auch für diese Antwort. Das fög hat seit Jahren immer wieder proaktiv und frühzeitig aktuelle Themen zur Medienlandschaft aufgenommen. Vom Thema Medienqualität, zu Medienkonzentration, Alternativmedien, Plattformisierung, Desinformation, Medienleistungen zu Corona etc. etc. Selbstverständlich wäre es immer wünschenswert, noch mehr Themen abzudecken (das gilt wohl auch für die Republik). Aber "Aufholjagd" kann man dem fög sicher nicht vorwerfen, das Gegenteil ist der Fall. Schauen Sie unsere Jahrbücher und die zahlreichen Studien an. Wo Sie recht haben, wir sollten die Republik und Newcomers aufnehmen. Herzlicher Gruss!

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Action Anthropologist
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· editiert

Das Thema brennt mir derzeit so unter meinen Fingernägeln (lüge ich jetzt, wenn ich das so sage? Unter meinen Fingernägeln wird es ja wohl nicht wirklich brennen, oder?), dass ich nicht mal die Geduld habe, den ganzen Leitartikel zu dieser Diskussion durchzulesen, bevor ich in die Kommentarspalten hinein dränge!
Aber nach diesem ersten Worte-Vulkanausbruch werde ich genügend beruhigt sein und ihn zu Ende lesen, versprochen!
Also: In der Ethnologie gab es einmal das Ideal der "Teilnehmenden Beobachtung".
Da war einmal ein weisser Gentleman in kurzen, weissen Hosen, mit weissem Hemd und mit Tropenhelm auf dem von der Tropenhitze rot angelaufenen Kopf, der sich -stark schwitzend- mitsamt seinen einheimischen Trägern in einem afrikanischen Bauerndorf einquartierte, um dort für einige Monate seine Feldforschungen zu betreiben und seine Beobachtungen vom alltäglichen Geschehen minutiös in seinem Tagebuch festzuhalten.
Später war der Ethnologe dann ein langhaariger 68er-Student, der in der Absicht hergekommen war, sich mit den "Entrechteten dieser Erde" zu solodarisieren und diesen unterdrückten und an den Rand abgedrängten Analphabeten endlich eine Stimme zu verleihen.
In beiden Fällen geschieht unweigerlich das Selbe:
Währenddem der Ethnologe Eingeborene mit EINEM Augenpaar beobachtet, wird der Ethnologe von den Eingeborenen und damit von SEHR VIELEN Augenpaaren beobachtet!
Je nach Grösse der besuchten und untersuchten Gesellschaft sind das dann dutzende, hunderte, oder gar tausende von Augenpaaren!
In dem (gegenseitigen!) Kennenlern- und Begegnungsprozess "der dritten Art" ist es für den professionellen Beobachter NICHT möglich, eine Situation zu beschreiben, wie sie OHNE IHN stattgefunden hätte, also "objektiv" zu beobachten. Eine versteckte Kamera könnte das eher. Aber man müsste sie erst mal in einer Stroh-Hütte, auf einem Marktplatz, oder in einer Slum-Baracke montieren, ohne dass es jemandem auffiele!
Ausserdem wäre eine solche Spionage unethisch und auch gefährlich für die Ethnologen selber! ("Kamera von Weissem Mann essen Seele auf" und so...)
Ausserdem werden die beobachteten Eingeborenen sofort daran gehen, den Ethnologen für ihre eigenen Ziele und Interessen nutzbar zu machen, ihn manipulativ "auf ihre Seite" zu ziehen und sich mit einer Beziehung zum exotischen Fremden den Anschein von Exklusivität und Glanz zu verschaffen.
Das theoretische Ideal des "nicht anwesenden" Teilnehmenden Beobachters kann man also in der Praxis vergessen. Man kann ihn höchstens "etwas unauffälliger" werden lassen, indem man beispielsweise eine forschende Person mit akademischer Bildung hin schickt, die aus dem gleichen Kulturkreis kommt, die gleiche Mutter-Sprache spricht oder sogar in der Jugend in traditionellen Verhältnissen aufgewachsen war.
Was bedeuten diese Überlegungen zum "Ausdauer-Journalismus" der Ethnologie nun im Hinblick auf die "Sprint-Disziplin" des Journalismus?
Etwas ganz ähnliches.
Wenn ein Journalist beispielsweise in die Palästinenser-Gebiete reist, dann präsentieren sie ihm mit schmerzverzerrten Gesichtern und lautem Weheklagen, wie arm sie dran sind und was für grässliche Monster die Israelis seien.
In dem theatralisch vorgetragenen Schmerz und dem inbrünstigen Zorn steckt natürlich ein wahrer Kern. Aber in der emotional aufgewühlten Übertreibung versuchen die Befragten ind Interviewten des Journalismus, diesen zu manipulieren, was natürlich verständlich ist.
Denn sobald die JournalistInnen die Gegenseite dieses biblischen Konflikts befragen und interviewen, werden sie die gleiche Theatralik nochmals festhalten und dokumentieren, nur jetzt eben umgekehrt, mit den Israelis als (erneut) heiligen Opfern und mit den Palästinensern, die als Terroristen und Zombies Raketen auf Siedlungen abschiessen und mit dem Messer auf unschuldige Zivilisten und ehrenhafte Soldaten und Grenzwächter losgehen.
Mit diesen widersprüchlichen Eindrücken im Kopf und in den eingesammelten Daten, Tonbändern und Filmen gehen die JournalistInnen dann zurück in ihre "Basislager" und verarbeiten in den Redaktionen das zusammengetragene Rohmaterial zu journalistischen Beiträgen.
Bei der Art dieser Verarbeitung kommen nun die Persönlichkeiten der JournalistInnen ins Spiel:
WAS fällt ihnen auf? Was ist ihnen wichtig? Was wird als unwichtig, nebensächlich, oder belanglos rausgeschnitten? WEM gelten besondere Sympathien?
Die "Reichen und Mächtigen" sind es sich gewohnt, dass sie auf sehr viele Menschen abstossend wirken. Darum ist für sie ein Anthropologe gleichbedeutend mit einem Kommunisten. Sie werden den (schlecht gekleideten) Anthropologen ignorieren und aussen vor lassen. Nur propagandistische Hof-Berichterstattung ist geatattet.
Das Verhältnis zwischen professionellen JournalistInnen und den (abgeschotteten) Eliten ist deshalb naturgemäss schwierig, wenn nicht gar vergiftet.
Der Generalverdacht der "linken" Medien kommt von da her, dass sich die Mächtigen von niemandem sagen lassen wollen, wer sie in Wirklichkeit seien.
Die Eliten haben dem professionellen Journalismus seit jeher "rechte" Propaganda-Information und -Werbung entgegengestellt, über die sie jederzeit die Kontrolle hatten und auch behielten. Die Kontrolle geschieht -ganz banal im Kapitalismus- über Geld und über Aufträge, die sich dann zu Geld machen lassen.
Da aber die offensichtlich gesponserte Infotainment-Werbung der "Schönen, Reichen und Mächtigen" sehr leicht als Solche erkennbar ist, hat sich der "linke" Profi-Aufklärungs-Journalismus doch halten können, sowohl in Öffentlich-Rechtlichen Sendern, als auch in einigen (ehrwürdig einem Berufs-Ethos verpflichteten) Privat-Medien.
Und so haben sich die "rechte"- und die "pseudo-linke" Ecke etwas teuflisch raffiniertes überlegt:
"Wie wäre es, wenn man die Vorzüge des Werbe-Infotainment mit den Vorzügen eines aufdeckenden Profi-Jounalismus verbinden würde?"
E voila: Die "Verschwörungstheorien" waren geboren!
In der (hochmodernen high-tech) professionellen "Desinformation" wird GEGEN EINEN TEIL der Eliten geschimpft, währenddem der andere Teil -entweder direkt bejubelt oder indirekt nicht mitgemeint- zu Lichtgestalten hochstilisiert und glorifiziert werden.
Beispiele: Bei Russland TV, FOX News und Weltwoche ist der Fall klar.
Aber in beunruhigenden Ansätzen sehen wir, wie dieses hoch profitable Modell zunehmend auch in weniger verdächtigen Medien im Vormarsch ist, wie insbesondere die Auseinandersetzungen und Diskussionen um das gegenwärtige Haupt-Thema "Corona" zeigen...

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Vorerst herzlichen Dank für die äusserst informative Folge.
Nur eine kleine Anmerkung kann ich hier anfügen.

Der Maler Max Beckmann sagte einmal in einem seiner Vorträge: «Nur absolute Subjektivität ist objektiv».
Noch heute rätsle ich, über den endgültigen Sinn dieser Aussage. Meinte er damit, dass der subjektive Beitrag jedes einzelnen nötig ist, um ein Bild der Objektivität zu erhalten? Auch den Beitrag seiner Malerkollegen, die gänzlich anders malten?
Und erinnert dies nicht stark an die Aussage des Herrn Uwe Krüger:

«Aber wenn es dort Repräsentations¬lücken gebe, wenn in der Bevölkerung etwas herumschwirre, was von den politischen Eliten nicht in den Diskurs geführt und in dem Sinne repräsentiert werde, dann fehle das tendenziell im Medien¬diskurs, «und dann kann es passieren, dass die Leute Journalismus als verlängerten Arm ebendieser politischen Eliten betrachten oder Regierungs¬bericht¬erstattung wittern».

Einen interessanten und griffigen Hinweis zur journalistischen Tätigkeit habe ich auf Twitter gefunden.

Someone says it’s raining
And another person says it’s dry,
it’s not your job to quote them both.
Your job is to look out the window
And find out which is true.

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Retraité
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Ich möchte darauf hinweisen, dass die Erkenntnis, dass Wahrheit und Realität nicht abgebildet, sondern gemacht werden, ist eine Bankroterklärung der "objektiven" Wahrheitsfindung.
Jeder macht seine eigene Wahrheit, was vermutlich auch stimmt, denn jeder lebt in seinem eigenen Traum. Somit haben Trump und Konsorten recht und alternative Wahrheiten sind berechtigt. Das wiederum passt nicht zu der umfassenden Diffamierung der "Aluhüte", die alternative Wahrheiten vertreten.

Es geht wohl bloss darum, wer seine Wahrheit durchsetzen und erzwingen kann, der "Mainstream" der Herdenpresse ist stark genug um andere Wahrheiten niederzuwalzen. Darum machen da alle mit.

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Lucia Herrmann
Community-Redaktorin
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Lieber Herr G., wenn ich hier kurz einwenden darf: Mein Eindruck ist, dass es hier einen Fehlschluss gibt. Aus der Erkenntnis, dass Wahrheit und Realität nicht abgebildet, sondern gemacht werden, folgt nicht, dass sich jeder seine eigene Wahrheit zusammenschustern kann. Wahrheitsfindung ist nicht beliebig. Was ich damit meine: Journalisten und Wissenschaftler können nicht einfach irgendetwas behaupten und dann sagen, das ist wahr. Journalisten müssen ihre Recherchen auf auf Quellen stützen, die sie offenlegen, so dass es für Aussenstehende nachvollziehbar ist, wie sie zu ihren Erkenntnissen gekommen sind. Wenn sie das nicht tun, machen sie sich angreifbar. Gleiches gilt für Wissenschaftler. Die Art und Weise, wie eigene Thesen abgestützt und belegt werden müssen, damit sie als wahr anerkannt werden, hängt dann vom jeweiligen Fachgebiet ab. Der abgewählte US-Präsident hat diese Prozesse der Wahrheitsfindung während der letzten Jahre systematisch versucht zu delegitimieren.
Können Sie meinen Einwand nachvollziehen?

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Retraité
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Ja, ich kann ihren Einwand nachvollziehen. Ich glaube auch nicht, dass die Wahrheitsfindung beliebig ist, sie bedarf eines Konsenses. Ist der Konsens genügend stark und wird er von Autoritätspersonen getragen, so setzt er sich durch. Die Konsensfindung finded beispielsweise in der Wissenschaft in einem autoritativ-hierarchischen Rahmen statt und folgt ausserdem wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Wissenschaftliche Resultate sind meist nicht eindeutig und müssen interpretiert und gewichtet werden. Im Journalismus dürfte das ähnlich sein.

Gerade die Ausrichtung des Wahrheitsfindungsprozesses an wirtschaftlichen Kriterien hat aber eine verheerende Nebenwirkung, wie wir es jetzt in Amerika sehen. Alle wollen Geld verdienen, die Algorhythmen werden danach ausgerichtet und die Artikel sowie die Ueberschriften in der Presse werden zugespitz und personalisiert, um Aufmerksamkeit zu generieren.

Als Resulat haben wir eine Polarisierung und einen Verlust an Pluralität. Man ist entweder rechtgeleitet oder ein Aluhut, jenseits von belegbaren Fakten.

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(durch User zurückgezogen)
Chefredaktion
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Nur damit es hier festgehalten ist: Reitschuster gehört zum Schlimmsten, was sich an propagandistischer Journalismus-Imitation in Deutschland etabliert hat. Gute Reise!

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Auf arte sah ich per Zufall kürzlich den Spielfilm Verleugnung (2016) von Mick Jackson, in dem die Professorin Deborah E. Lipstadt (Rachel Weisz) 1996 vom Holocaust-Leugner David Irving (Timothy Spall) der Verleumdung angeklagt wird.

Darin geht es um Fragen wie: Ist die Existenz des Holocausts eine Tatsache oder eine Meinung? Kann man bei Tatsachen verschiedener Meinung sein? Und diese Meinung trotz aller Belege als Wahrheit vertreten? Sind dann alle Meinungen ununterscheidbar gleich wahr? Oder darf man jemanden, der eine Tatsache wie den Holocaust leugnet, tatsächlich auch als «Lügner» bezeichnen?

Ein sehr brisantes und aktuelles Beispiel für den Zusammenhang von Tatsachen, Meinungen, Wahrheiten, Lügen und Verschwörungsmythen.

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Bitte vergessen Sie nicht, dass der Begriff der "Alternativen Fakten" aus der offensichtlichen Lüge kam, dass Trumps Amtsantritt eine grössere Zuschauerzahl angelockt hat, als damals die von Obama.

Solange alternative Wahrheiten (oder nennen wir sie doch einfach Behauptungen) so leicht falsifizierbar sind, ist der Begriff nur ein Euphemismus von "Lüge".

Trump hat insofern recht, dass mit einem genug grossen Sprachrohr und der Bildung von Informationsblasen, alternative Wahrheiten sehr, sehr lange überleben können. Das war das eigentliche Neue an Trump: Alternative Presse und Wahrheiten hatten durch ihn plötzlich das Rampenlicht und man musste nicht mehr "selber recherchieren" gehen. Es wurde auf dem Silbertablett serviert, wie das sonst nur durch den Mainstream passiert. Der Realität trotzen können diese alternativen Wahrheiten aber schlussendlich auch nicht, was wir in den letzten drei Monaten erlebt haben.

Warum so viele beim Mainstream mitmachen? Weil es billig und einfach ist, wie alles was sich im Kapitalismus bei faulen Menschen durchsetzt. Es ist ein Systemfehler und eine Naturgewalt, kein verwegener Plan.

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Retraité
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Es ist das Problem, dass berechtigte und kritische Einwände als alternative Wahrheit disqualifiziert und nicht ernst genommen werden. Das wird mit der Zeit zu einem Aufstand der "Aluhüte" führen unter denen viele gar keine Aluhüte sind, sondern beispielsweise arbeitslose Gewerbler und Selbständige. Aber sie werden von den anderen zu solchen gemacht. Die Wahrheit der Mehrheit ist (vorerst) stärker und das Konfliktpotential steigt.

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Rezept für Stechapfelsud, bitte nachliefern :)

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Med. Masseur EFA
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Ein starker Beitrag. Es schiene mir von grösster Bedeutung zu sein, dass unsere Schulen nicht vor allem Wissen vermitteln, sondern die Kinder und Jugendlichen zum selbständigen Denken und Arbeiten anregen würden, wie das beispielsweise die Mosaikschulen in der Schweiz längst tun. Die angehenden Erwachsenen wären dann in der Lage, Informationen kritisch zu hinterfragen und sich eigene Meinungen zu bilden.

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Tatsächlich wird Medienkompetenz bzw. das kritische hinterfragen von (Medien)-Quellen an den PH's der Schweiz auch gelehrt - nur leider scheint dies bis jetzt zu wenig in die Klassenzimmer bzw. die Köpfe der Kinder und Jugendlichen Einzug zu halten.
Warum?
Ist es zu viel Aufwand sich selbst über Hintergründe zu informieren? (Hans mit dem Merkel-Foto als passendes Beispiel) Ist man schlichtweg zu faul oder in seiner Ideologischen Blase gefangen um aktiv Sachverhalte nachzuforschen?
Hat man in dieser gestressten Gesellschaft überhaupt noch die Zeit dazu?
Gespannt warte ich auf die nächste Ausgabe dieser Serie! Weiter so!

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Die armen Lehrerinnen. Was sollen sie noch alles reinpressen, um alle Defizite zu beheben.

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meiner ansicht nach ist es eine hauptaufgabe von eltern, ob als paar, ob alleinerziehend, ob patchwork, kinder von beginn an zu kritischen erdenbürgerinnen zu 'erziehen'. beim gemeinsamen einkaufen, beim erzählen, beim vorlesen, bei diskussionen am mittagstisch oder wo auch immer. das setzt natürlich voraus, dass die erwachsene selber kritisch zu denken gewohnt ist. wie daniela B. weiter oben sehr richtig ausführt, geht es in unserer gesellschaft schlussendlich und leider nur um bereicherung und um die macht, dies zu bewerkstelligen (ganz kurz gesagt).
ein kritischer mensch vermag medienberichte einzuordnen, aus welcher richtung sie auch kommen, weil er sein hirn einschaltet. ist das jetzt zu arrogant?

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Auf Ihren ersten Abschnitt, beziehungsweise auf die erste Frage bezogen: Selbstverständlich hat die (Volks-) Schule die Aufgabe, ihren Beitrag zu leisten.
Die Sprach-, Medien- und überfachlichen Kompetenzen, die hierfür benötigt werden, sind zum einen ziemlich umfangreich und ambitiös * und zum anderen hängt es eventuell auch davon ab, wie und was den Kindern und Jugendlichen in ihren jeweiligen sozialen Umfeldern vorgelebt wird ?

*Wer sich die Zeit gerne nehmen möchte, um sich einen Überblick zu verschaffen: Lehrplan 21

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Ja, es ist ein sehr grosser Aufwand, sich selbst über die Hintergründe zu informieren. Es reicht ja nicht, nur einfach alternative „Fakten“ zu haben, sondern die Quellen müssen auch verifiziert werden.
Darum mag ich auch den Infosperber, den da werden die Quellen gleich verlinkt und ich kann sie direkt überprüfen.

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· editiert

Sie haben teilweise recht.
Ich habe selber ca. 35 Jahre lang Schule gehalten. In den ersten ca. 20 Jahren konnte ich für die Medienkunde sehr gute Unterlagen benützen, z.B. einen Ordner des Tagesanzeiger oder ein Video darüber, wie der Blick zu seinen Artikeln kommt. Beides veraltete oder wurde fortgeworfen (das Video mangels Abspielgeräten entsorgt). Das Nachfolgewerk „Lesen macht stark“ (oder ähnlich) war nicht mehr halb so gut, ich habe es als Wischiwaschi in Erinnerung. Dazu kommt seit einigen Jahren, dass die Lehrmittel immer dünner werden (mengen- und anspruchsmässig).
Ein Besuch auf einer Redaktion erzeugt aber nach wie vor grosses Interesse.
Zweimal war ich mit einer Klasse dabei, als „Brenzliges“ geschah - zum Beispiel in der News-Redaktion von Radio SRF, als in Österreichs Parlament über ein Misstrauensvotum gegenüber der Regierung abgestimmt wurde. Wir umringten die Nachrichtensprecherin, die auf dem Bildschirm vorformulierte Texte sowohl für eine Annahme wie eine Ablehnung des Votums bereitgemacht hatte und mit Blick in die Live-Übertragung der Parlamentsdebatte auf den Bildschirm den passenden Text auswählte.
Oder im Redaktionsraum der BZ während der vormittäglichen redaktionellen Telefonkonferenz, in der die Reporter aus dem ganzen Kanton ihre Themen und Artikel vorschlugen und der Chefredaktor dann auswählte. Der faulste Schüler der Klasse sagte am nöchsten Morgen, er habe beim Frühstück den Eltern die BZ weggenommen, um nachzuprüfen, welche Artikel nun publiziert worden seien.
Oder learning by doing: Mit einer 8. Klasse habe ich zum Abschluss des Themas „Medienkompetenz“ drei Nächte hintereinander selber eine Zeitung hergestellt. Morgens 6.30 kamen die „Emissäre“ aus den häuslichen „Redaktionsstuben“ mit ihren Artikeln auf dem USB-Stick, in vorgefertigte Layouts eingepasst, und die Kopiermaschine wurde gefüttert.

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Da sind doch einige interessante Punkte drin, speziell auch von Herrn Krüger:

  • Dass im Journalismus alle Positionen und Argumente vertreten sein sollten. Eigentlich selbstverständlich, aber man kann's nicht oft genug sagen.

  • Derselbe Aspekt: «Oftmals stört viele Leute vor allem, dass ihre Perspektive nicht vorkommt und ihre Interessen nicht vertreten und ihre Fragen nicht gestellt werden»

  • Dass eine Lüge eine absichtsvoll falsche Sachverhaltsaussage ist. Relevant, weil der Vorwurf der Lüge aktuell von allen Seiten oft zu hören ist. Dabei geht vergessen, dass viele Leute selbst kompletten Unsinn aufrichtig glauben, d.h. eben gerade nicht lügen.

Einiges davon machen momentan sowohl Journalisten, wie auch die öffentliche Hand kommunikativ nicht richtig. Deshalb: Sehr hilfreich, danke dafür.

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Zu Punkt 3: Eigenlügen sind eigentlich die schlimmsten Lügen, denn man ist zu tiefst von den eigenen Lügen überzeugt (ich bin sicher, Trump glaubt, was er sagt - auch wenn es kaum zu glauben ist). Betrifft uns aber alle. Gehört zum Thema "kognitive Dissonanz" - die menschliche Psyche ist äusserst interessant - neutral betrachtet. Subjektiv betrachtet - hm, nicht ganz einfach, wir Menschen.

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Ich würde mir einen Journalismus wünschen, der die unterschiedlichen Perspektiven auf die Welt zur Sprache bringt. Die meisten guten Zeitungen bilden leider nur das herrschende Weltbild und seine Gesinnung ab: aufgeklärt, wissenschaftlich, tendenziell links. Daher entsteht der Eindruck von einer Mainstream- oder gar Lügenpresse. Die Serie über Verschwörungstheorien, bei der sich zwar die Autoren um Differenziertheit bemühen, leidet meines Erachtens daran, dass wie immer nur besonders verirrte und extreme Vertreter einer anderen Sichtweise auf die gesellschaftlichen Verhältnisse zu Wort kommen. Damit gerät dann auch jede andere Stimme, die sich in dieser Hinsicht kritisch äußert, unbesehen in die Ecke der Verschwörungstheoretiker, was die Polarisierung der Meinungen noch weiter vorantreibt.

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Chefredaktion
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Vielen Dank für Ihre Rückmeldung, Frau Kaspar. Unterschiedliche Perspektiven zur Sprache bringen, da gehe ich und praktisch alle Journalistinnen, die ich kenne, mit Ihnen einig. Das ist eine Kernaufgabe von Journalismus. Die entscheidende Frage ist doch: Wo ist die Grenze? Sollen Medien Stimmen bringen, die Covid für eine Grippe halten, obwohl das tausendfach wissenschaftlich widerlegt ist und als Fehlinformation im äussersten Fall Menschenleben gefährdet? Sollen Medien stimmen bringen, die fordern, die Flüchtenden im Mittelmeer sich selber zu überlassen und ertrinken zu lassen, obwohl das allen UN-Chartas zum Thema widerspricht? Sollen TV-Sender Politikern Reichweite verschaffen, die von einer gestohlenen US-Wahl sprechen, obwohl alle demokratisch legitimierten Kontrollorgane zum gegenteiligen Schluss kommen?

Journalismus unterscheidet sich ja von anderen Inhalten im Netz gerade dadurch, dass er Verantwortung übernehmen muss und juristisch und ethisch rechenschaftspflichtig ist. Das ganze Handwerk basiert auf Quellen prüfen, Abwägen, Einordnen.

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· editiert

Sollen Medien Stimmen bringen, die Covid für eine Grippe halten, obwohl das tausendfach wissenschaftlich widerlegt ist und als Fehlinformation im äussersten Fall Menschenleben gefährdet?

...sie sollten hauptsächlich nicht irgendwelche Behauptungen, wie Ihr obiges Zitat, in die Welt setzen, welche schlicht und ergreifend falsch sind und daher durchaus als Desinformation gewertet werden können. Covid mag sein, was immer es ist (das Virus ist bis heute nach wie vor nicht isoliert worden, was es genau ist, kann daher gar niemand wissen). Dass die Sterblichkeit von Covid-19 mit derjenigen einer mittelschweren Grippe vergleichbar ist, ist inzwischen aber wissenschaftlich klar nachgewiesen.

Setzen Sie sich doch mal wirklich umfassend mit vorhandenen Quellen auseinander und nicht nur mit denjenigen, welche in ihr engstirniges Narrativ passen. Würden Sie tatsächlich faktenbasiert argumentieren, könnte man Sie als Journalist vielleicht eher ernst nehmen und über Ihre überhebliche, herablassende und sendungsbewusste Art hinwegsehen.

https://swprs.org/studies-on-covid-19-lethality/

https://www.body-effects.com/gesund…cht-belegt

https://swprs.org/fakten-zu-covid-19/

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Mühe habe ich allerdings auch mit der Abqualifizierung des Begriffes "Lügenpresse", weil Hitler ihn als verbale Keule gebrauchte. Und was machen wir z.B. mit "Deutschland" oder "Heimat", weitere Begriffe, die Hitler wie Maschinengewehre und Granaten verwendete? Es ist Mode, ich weiss, böse Worte hitlerisch anzumalen, damit auch die Einfacheren unter uns begreifen, dass sie nicht gut sind. Aber es ist unsachlich, schlampig.

"Lügenpresse" ist nur schon deshalb kein so guter Begriff, weil die Lüge Vorsatz verlangt, d.h. Wissen um die tatsächlichen Verhältnisse und Wollen mit Bezug auf die Irreführung. Dabei wird doch bei manchen Journalisten schnell klar, dass es sowohl am Wissen als auch am Wollen fehlt. Das ist nicht ganz so arrogant gemeint, wie es tönt: aber ein Journalist des Springerverlags kann doch fast nicht objektiv berichten.

Und all die Journalisten, welche auf ihren "anwaltschaftlichen Journalismus" stolz sind, übersehen leichtfertig, dass es einem Anwalt bei Strafe des Berufsverbots verboten ist, über den Klienten und dessen Taten wahrheitsgemäss zu berichten, wenn die Wahrheit ihm schaden könnte. "Anwaltschaftlicher Journalismus" ein Oxymoron und schlecht.

Wenn ich in der NZZ einen Kommentar lese, so erwarte ich, dass dieser zwar ein bisschen altväterlich FDP-mässig angefärbt ist, aber doch intelligent, was beinhaltet, dass er sich mit den relevanten Fakten auseinandersetzt. Aber das schaffen viele Zeitungen (und auch die NZZ) noch nicht einmal, wenn sie z.B. über die Tiefzinsen berichten. Und gestern brachte die NZZ einen Verriss zu den Corona-Massnahmen des Bundesrates, wobei sie wegliess, dass sechzig (liebe Frau Jerg) Ökonomen öffentlich vorgerechnet hatten, dass ein harter Lockdown billiger ist als das bisherige Herumgezütter, der wegliess, dass die jetzigen Massnahmen breitest abgestützt und akzeptiert sind und der wegliess, dass in den Nachbarländern mehr oder weniger gleich entschieden wurde. Sind solche Kommentare "Lügenpresse"? Nein, sie sind schlampig und verbohrt und ein Kündigungsgrund (mehr).

Und jetzt sage mir jemand, was der Unterschied ist zwischen einer Lüge durch Falschbehauptungen und einer Aussage, bei der die Wahrheit durch Weglassung wesentlicher Fakten entstellt wird. Und dann sage mir noch jemand, bei Kommentaren sei es schon in Ordnung.

Und wie finden Sie den Ausweg gegen das Ende des Artikels, dass halt die Medienkonsumenten zu dumm seien, weil ihnen in der Schule keine Medienkompetenz beigebracht worden sei? 'Tschuldigung, in welcher Welt berücksichtigt der Sprechende nicht, zu wem er spricht? Zum Schluss der Hammer, die Medien würden die Realität nicht wiedergeben, sondern konstruieren. "Je pense, donc je suis", sagte der Stuhl zum Tisch.

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Lieber Herr O., der Ausdruck «Lügenpresse» wird ja nicht «abqualifiziert», wie Sie sagen, nur «weil Hitler ihn als verbale Keule gebrauchte», sondern weil er – im Gegensatz zu «Mainstream» – von Beginn an als propagandistischer Kampfbegriff benutzt worden ist. Gegen diesen Ausdruck, halten Sie dagegen, spreche vielmehr, dass dazu ein Vorsatz notwendig wäre. Etwas, was im Artikel ebenfalls hervorgehoben wird:

«Wenn mit Lüge eine absichtsvoll falsche Sachverhalts­aussage gemeint ist, dann halte ich den Begriff Lügenpresse schon nur inhaltlich für falsch», sagt der medien­kritische Kommunikations­wissenschaftler Uwe Krüger.

Auch am Ende ihres Kommentars behaupten Sie polemisch überspitzt, das Stück schreibe, «dass halt die Medienkonsumenten zu dumm seien». Medienkompetenz hat nichts mit Intelligenz oder Dummheit zu tun, sondern schlicht und einfach mit Fähigkeiten, etwa zur Einordnung und Beurteilung, die wir alle ja nicht von Geburt an besitzen. Bis jetzt folgte auf jeden Medienwandel eine entsprechende Medienkompetenz-Bildung.

Spätestens jetzt, mit den sog. Social Media, in der alle potenziell Sender sind und nicht mehr nur Empfänger, bedarf es tatsächlich redaktioneller Fähigkeiten oder zumindest das Wissen darum. Der Kommunikationswissenschaftler Bernhard Pörksen spricht etwa in Alle müssen Journalisten sein (Die Zeit, 14.2.2018) von der «redaktionellen Gesellschaft».

Ich denke, damit wäre angesichts von «alternative facts», «fake news»-Vorwürfen und Verschwörungsmythen allen geholfen, finden Sie nicht?

Dass die Medien «die Realität nicht wiedergeben, sondern konstruieren», ist ja mittlerweile ein Gemeinplatz – oder sollte es zumindest im Sinne der Medienkompetenz einer sein. Es geht weder um die absolute objektive Wahrheit noch um die Kreation der Realität (beides sind letztlich unhaltbare metaphysische Extrempositionen), sondern schlicht um die Tatsache, dass jede Beobachtung und Kommunikation selektiv ist.

Denn: «Kommunikation ist ein Prozess, der auf Selektionen selektiv reagiert, also Selektivität verstärkt» (Luhmann).

Womit ich gänzlich mit Ihnen einig gehe, ist, dass bezüglich Pro und Contra Pandemie-Massnahmen gerade von wirtschaftsfreundlicher Seite her – von der verschwörungsgläubigen ganz zu schweigen – entstellend selektiv vorgegangen wird, nur um die (eigenen) wirtschaftlichen oder anderweitige persönliche Interessen zum Durchbruch zu verhelfen.

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Stimme voll zu. Habe immer grosse Mühe wenn Worte nicht ihrer Bedeutung entsprechend verwendet werden.

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Zumindest ein paar Korrekturen:
Man lernte in den 70ern durchaus in der Schule wie Medien funktionieren. Wer es nicht glaubt, ich hätte hier noch einen Film, wie damals der Blick entstand (also wie damals Schlagzeilen gemacht wurden). Heute lernt man dies offenbar nicht mehr, wie ich selbst anhand unserer Kinder erleben durfte. Medienkompetenz sieht anders aus.
Ich erwarte von Journalisten, dass diese einem Sachverhalt grundsätzlich kritisch gegenüberstehen, sich fragen, kann da etwas an der Geschichte faul sein? Könnte der Sachverhalt auch anders sein? Diese grundsätzliche Kritik vermisse ich in der Medienlandschaft mehrheitlich. Bei Infosperber finde ich diese noch, teilweise auch bei der Republik. Aber nur schon beim Beobachter (den ich nach über 50 Jahren gekündigt habe), ging diese innere Haltung verloren. Mainstreamjournalismus wird primär nach Wörtern und Zeilen bezahlt. Wie einfach ist es doch, Pressemitteilungen zu nehmen, leicht anzupassen/kürzen/verlängern und so mit wenig Arbeit sein Geld zu verdienen? Das ist nicht verwerflich, das ist menschlich und geschieht so überall. Auch in der Medizin! Auch dort wird vom Arzt die Patientenakte nur sehr selten wirklich gelesen, Taxpunkte gibt es trotzdem. Einen Vorwurf kann man da niemandem machen, uns fehlt schlicht die Zeit und letztlich dann das Geld um Arbeiten noch wirklich seriös zu machen. Und ab jetzt würde es philosophisch.

Und ich vermisse den Journalismus von Günter Wallraff.

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Habermas' Irrlehren? In einem Artikel mit dieser Thematik hat diese Art von Abqualifizierung wohl nichts verloren.

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In der Tat eine flapsige Abqualifizierung, die der Fairness halber hätte erläutert werden müssen. Aber mit dem einleitenden Zitat von Hunter S. Thompson wird uns ja wieder on your face aufs Auge gedrückt, dass sie – zumindest zu Beginn und am Ende – Gonzo-Journalismus betreiben.

Aber man kann diese leere Pro-vokation auch als Gelegenheit wahrnehmen, sie mit Sinn zu füllen, also um nachzudenken, in welcher Hinsicht Habermas Lehre in diesem Kontext irrt.

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Als ich zu den habermaschen Irrlehren kam, habe ich das erste Mal abgehängt und bei Google und YouTube danach gesucht - und nichts gefunden. Dann suchte ich nach "Forschungs­institut Öffentlichkeit und Gesellschaft" und landete bei der Universität Zürich, zu welcher das Forschungsinstitut gehört.

Da kann ich beim besten Willen mit Irrlehren von Habermas nichts anfangen. Und wenn das Gonzo-Journalismus sein möchte (radikal subjektiver Journalismus voller Übertreibungen etc.), dann - sorry - wird auch dieses Ziel nicht erreicht. So viel Gemotze zu einem flapsigen Satz.

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Märchentante*onkel
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Fragen Sie Foucault.

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Ueli Anken
Netzwerker in Bildung und Sport
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Ja, Medienkompetenz wäre so ein Anliegen, für das sich Institutionen wie die Republik bei Institutionen der Bildung stark machen könnte. Lobbying in eigener Sache. Wie sähe das Krüger?

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Republik macht Schule? 😄

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chrygel
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Ich kann mich an eine Zeit erinnern, in der die Lektüre des Spiegel zu einem komplett gegensätzlichen Bild geführt hat, als die Lektüre der Frankfurter Allgemeinen (ja Tages- und Wochenzeitung, aber egal).
Heute ist das so nicht mehr feststellbar. Es hat sich eben zu einem "Mainstream" entwickelt, in dem Alternativlosigkeit kultiviert wird. Ich finde das wird in dem Artikel nicht ausreichen thematisiert, stattdessen spotten die Autoren lieber über die Aluhutfraktion.

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Mit Weltwoche und Tages-Anzeiger/NZZ hat sich ein ähnliches Debakel abgespielt.
Und da hatten ja jetzt einige ein bisschen auf die REPUBLIK gehofft !

  • wer weiss ...

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Debattierfreudiger
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In der Weltwoche lesen sie sicher nicht dasselbe wie im Tagi. Weltwoche und Republik ergänzen sich sogar äusserst gut.

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völlig von der Rolle
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Dieser Beitrag rennt bei mir offene Türe ein, denn er zeigt, dass "die anderen" nicht die einzigen sind, die kritischer mit der Wirklichkeit (der Medien) umgehen müssen.
Ich bin ein grosser Fan des Gonzo-Journalismus, weil dort von Anfang an klar ist, dass der Betrachter Teil des Experiments ist. Die Verknüpfung der Person mit ihrem Thema ist in jeglicher Äusserung -- sei sie nun schriftlich mündlich oder visuell, --, so grundsätzlich und individuell, dass es mich erstaunt, dass es Leute gibt, die an "objektiven Journalismus" glauben. Journalisten sind schliesslich auch nur Menschen mit Meinungen. Ihre Meinungen interessieren uns, weil es informierte Meinungen sind. So weit die Fakten. Der Rest bleibt Interpretationssache.
Deshalb finde ich es wichtig, dass man seine Prägung von Anfang an auf den Tisch legt.
Journalismus kommt gerne intellektuell daher, appelliert aber unweigerlich an die Gefühle.
Wir aber wissen, wofür unser Herz schlägt, deshalb sind wir schliesslich hier!

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Wenn der Gonzo-Journalismus über die ganze Serie hinweg durchgehalten wird, dann wird das noch anstrengend werden :-)

Im Ernst:
„Lügenpresse“ und „Mainstream media“ sind nur Kampfbegriffe. Bewusstes framing. Mit ihnen kann sich eine narzistische Bewegung perfekt abgrenzen:

„Du bist nicht für uns? Dann bist du einer von den bösen Anderen. Wir sind hier die Guten.“

Und schon kann sich der Quer-„denker“ wieder als Che Guevara beim Sturm auf die Bastille fühlen.

Es gibt keine rationalen Argumente der Verschwörungsfans. Nur emotionale Gründe. Man fühlt sich in einer Pandemie einfach viel besser, wenn der Gegner grösser als 160 Nanometer ist und ein Gesicht hat, das man anschreien kann.

Also keine Sorge: Die Republik ist immer noch alternativ. Es sei denn, die Reporter fahren im Dienst-Ferrari zum nächsten „Eyes wide shut“ - Interview ;-)

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Im Ernst jetzt, die zwei Vögel fahren mit einem von der Verlegerschaft bezahlten Ferrari zu den Interviews? Das kommt mir sofort aufs Facebook.

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Sehr geehrte/r Dame/Herr Anonym 4, es wird Sie freuen zu hören, dass wir in der letzten Folge dieser Serie (Nummer 9) noch einmal auf das Thema Sportwagen eingehen werden. Bleiben Sie dran.

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„Lügenpresse“ und „Mainstream media“ sind nur Kampfbegriffe. Bewusstes framing. Mit ihnen kann sich eine narzistische Bewegung perfekt abgrenzen:

Lustig ist ja, dass man mit dem Begriff «Framing» durchaus einen sozialwissenschaftlich technischen Begriff von «Mainstream» erhalten kann. Etwa, wenn wir «Mainstream» als «Overton-Fenster» betrachten und entsprechende Medien als solche, die sich innerhalb dessen bewegen.

«Mainstream» ist also per se nichts Schlechtes – ausser für diejenigen, die sich ausserhalb dessen bewegen und das Fenster verschieben wollen. Ironischerweise, um selbst «Mainstream» zu werden.

«Mainstream» kann somit – im Gegensatz zu «Lügenpresse» – durchaus sachlich und konstruktiv verwendet werden. Man muss nur nicht die Konnotationen derjenigen verwenden, die auch «Lügenpresse» schreien. Womit sie ja bereits einen Teilsieg errungen hätten.

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Ich fand die Überlegungen zur (semantischen und inhaltlichen) Bedeutung von „Mainstream“ auch interessant. Letztlich gibt es einen solchen (im zugrundeliegenden Wortsinn) ja in jedem Diskurs. Die Existenz eines Mainstreams schliesst im Übrigen auch keineswegs aus, dass diskursive Minderheiten dennoch gehört werden. Im Gegenteil impliziert der Wortsinn gerade, dass es anderslautende Meinungen gibt.

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Super kritischer und reflektierender Beitrag. Herzlichen Dank für die gute Arbeit und viel Spass beim Stechapfelpunch . . . . .

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Ein interessanter Artikel, eigentlich. Schade nur, dass die Autoren ihn gleich zu Beginn disqualifizieren indem sie pauschal über Habermas herziehen und über ein "Bollwerk" seiner "Irrlehre". Wenn die Autoren darin eine Irrlehre sehen, warum fragen Sie dort um eine Einordnung an? Wollen Sie uns Lesern eine Irrlehre weiter geben? Das irritiert mich und passt für mich nicht zum Anspruch der Republik. Oder soll uns diese Passage in vivo zeigen, wie sich fehlende Unvoreingenommenheit ausdrückt? Mich stört es, wenn Meinungen nicht klar als Meinungen dagestellt werden, sondern by the Way objektiviert/"untergejubelt" werden. Gegen klar deklarierte Meinungen oder Ich/Wir-Botschaften à la "Wir sind beleidigt" ist hingegen nichts einzuwenden.

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Märchentante*onkel
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Entweder sind Sie ein Genie im Fach der Ironie oder Sie haben noch nie von Ironie gehört.

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Das ist so eine Sache mit der Ironie...

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Ehemaliger Fachjournalist über Medien
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Ein sehr interessanter Beitrag. Das Übel heisst – in der wie in der Politik – Polarisierung. Schon in den Neunzigerjahren gab es eine Diskussion über die Zuspitzung von Artikeln in der Sonntagszeitung. Und woher kommt das? Jeder Beitrag in einem Medium will gehört, gesehen und vor allem auch gelesen werden. Und das schafft man mit Extremaussagen wesentlich besser als mit "Einerseits – Andererseits". Das hat bereits Anfang der Neunzigerjahre eine damals erst aufstrebende Partei unter Christoph Blocher kapiert. Sie hat mit ihren Extremparolen und -positionen dafür gesorgt, dass der Diskurs sich von der urschweizerischen Eigenschaft des Kompromisses immer mehr zu einer Polarisierung entwickelt hat. Die extremsten Folgen dieser Entwicklung sind jetzt in den USA zu beobachten wo es schon lange nur Rechts oder Links gibt. Wie weit die Medien dieser Entwicklung nur gefolgt sind und weit sie diese selbst geprägt haben ist schwer zu sagen. Aber als einer mit werberischer Vergangenheit würde ich dazu tendieren, dass die Medien (genauso wie die Werbung) auf dem Zeitgeist surfen.

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Retraité
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· editiert

Diese Meinung von einem ehemaligen Werber, die ich als Dämagogen und Verführer erlebe, finde ich erstaunlich: Werbung surft auf Trends! Wie wenn die Werber nichts Aktives zu der überbordenden Konsum- und Produktionsgesellschaft beigetragen hätten, obwohl die Märkte gesättigt sind!

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Wunderbar dazu Ezra Kleins Buch Why We're Polarized (2020), auf Deutsch Der tiefe Graben. Auch sein Podcast The Ezra Klein Show ist sehr empfehlenswert. Auch weil er sich gerade bemüht, ohne Wertneutralität kontroverse Gespräche zu führen, ohne zu polarisieren.

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Retraité
·
· editiert

Es freut mich, dass in der Republik ein kritischer Text zum Journalismus abgedruckt wird und nicht zur Ablenkung nur auf den sozialen Medien rumgehackt wird.
Das Wort Lügenpresse ist meiner Meinung nach zu stark, doch weist es auf ein Problem hin, das ich die Boulvardisierung der Presse nenne. Aus kommerziellen Gründen wird Aufregung erzeugt mit einseitigen Recherchen (in der Repbulik vornehm als anwaltschaftlicher Journalismus bezeichnet), markigen Meinungen und der Diffamierung anderer Meinungen. Es geht nur bedingt um Information sondern insbesondere um die Bewirtschaftung der Aufmerksamkeit. Auch das Schwarmverhalten vieler Medien ist mir aufgefallen, hat das mit kritischer Intelligenz zu tun?
Leider muss ich dem eingangs erwähnten Statement recht geben: Zu meiner grossen Enttäuschung unterscheidet sich die Republik wenig vom Tages Anzeiger. Ich habe beide abonniert. Die Republik abonnierte ich früh, weil ich mich auf ein alternatives Projekt freute und dieses wegen dem Schwarmverhalten der Medien auch für notwendig halte. Doch leider Fehlanzeige.
Glücklicherweise habe ich den InfoSperber von Urs P. Gasche gefunden, den ich nun mit einem monatlichen Betrag unterstütze, der ein mehrfaches des Republik Abonnements ausmacht. Das ist die alternative Informationsvermittlung, insbesondere auch zum Thema Corona.

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Urs Anton Löpfe
Entschwender
·

Wenn ich hier in der Repiblik von Mainstream spreche, meine ich damit, dass oft eine Mehrheitsmeinung veröffentlicht wird. Standpunkte von Minderheiten werden wenig in betracht gezogen oder sofort kommentiert warum sie falsch sind. Betreffend Corona gibt es bei der Republik eine "Task-Force" Corona.
Im November 2020 veröffentlichte das Bundesamt für Bevölkerungschutz ihre neuste Riskio-Analyse. Nicht etwa eine Pandemie oder die Klimaproblematik ist das grösstes Risiko der Schweiz bzw. Europas sondern eine lang andauernde Stromangelage. Warum gibt es keine "Task-Force" Blackout.
Ein weiters Beispiel sind Artikel zur Klimaproblematik. Kaum geschrieben wird über die globale Ressourcen-Problematik. 20% der Menschen auf der Erde verfügen über 80% der globalen Ressourcen. Es ist undenkbar, allen Menschen so viel Ressourcen z.B. Energie zu Verfügung zu stellen, wie wir glauben zu benötigen. Wir verschwenden weit mehr Energie als uns zusteht. Das Klimaproblem ist nicht die Ursache des Problems, es ist eine Folge unseres verschwenderischen Umgangs mit Energie.
Kehren wir zurück zum Mainstream Thema Corona. In der Republik wird vorwiegend über die Corona-Krise geschrieben. Kaum über die Korona-Chance. Das es anders geht zeigt z.B. Papst Franziskus in seinem Buch "Wage zu Träumen". Er zeigt darin vor allem auch die Chancen auf die uns die derzeitigen Krisen bieten, sei es die globale Ressoucen-Krise, die Corona-Krise, die scheinbare Unfähigkeit uns als Geschwister auf dieser einen Erde zu erkennen, der Mangel an Direkter Demokratie usw. Für mich und spannend auch der Papst sind letzlich der Ansicht, dass die Krisen eine gemeinsam Ursache haben. Wenn Sie aber eine gemeinsame Ursache haben, gibt es auch gemeinsame Lösungen. Dazu gehören mehr Direkte Demokratie, genauer das hinhören auf Menschen am Rande, den Minderheiten und ein Grundeinkommen. Hier wünschte ich mir von der Republik mehr hinhören bei den Gruppen an den Rändern.

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Ich habe die Coronakrise von Anfang an als Chance gesehen und würde mir in der Tat einen Artikel dazu wünschen. Die Republik hat glaube ich auch schon mal positive Aspekte der Pandemie erwähnt, aber das eher am Rand mit einem "Gute Nachrichten Newsletter".

So eine Perspektive lässt sich dann auch schlecht als "Angstmacherei" abtun und lädt zum Träumen ein, was wir uns mit all dieser dazugewonnen Zeit auch mal wieder leisten könnten.

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Wutbürgerin
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Ich glaube nicht, dass viele Menschen dank der Pandemie Zeit gewinnen... was machen Sie denn so im Leben, Herr K.? Vielleicht können wir uns bei Ihnen was abgucken.
Das ist so eine Sache mit dem halbvollen Glas. Es ist grad in, immer nach den positiven Seiten zu fragen, weil angeblich alles solche hat. Philosophisch betrachtet hätte ich da Zweifel. Corona bringt einzelnen auch Gutes, im Lockdown mussten viel von uns ihre Beziehungen neu gestalten, was sie sicher ebensooft belebt wie beendet hat. Aber deswegen nach dem Guten schauen zu wollen ist, wie wenn man zu einem, der den Tod seiner Tante betrauert, sagt: ach, hat doch sicher auch sein Gutes!

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Urs Anton Löpfe
Entschwender
·

Da bleibt nur zu hoffen, dass uns jemand in der Rdaktion hört.

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Ehemaliger Fachjournalist über Medien
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Ui, da habe ich wohl einen zutiefst roten Menschen getroffen, der wieder zur Planwirtschaft zurückkehren will. Die hat ja in Osteuropa jahrelang so wunderbar funktioniert, nicht wahr?

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Lieber Herr C., das müssen Sie erklären. Auf welchen Menschen beziehen Sie sich genau? Und wo sehen Sie einen Zusammenhang mit Planwirtschaft?

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Ehemaliger Fachjournalist über Medien
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An Bettina Hamilton-Irvine: Leider stellt das Tool der Republik eine Antwort an einen Post nicht unter diesen sondern einfach zuoberst hin. Mein Beitrag bezieht sich auf die Kritik von Christoph J. B. an meinem weiter unten stehenden, längeren Beitrag.

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· editiert

Ja, das hätte ein interessanter Artikel werden können - ein sehr interessantes Gespräch mit einem kompetenten, weil differenzierten Kommunikationswissenschaftler - über eine Problematik, die unsere gesamte gesellschaftliche Kommunikation im letzten Jahr vergiftet hat - und an dem leider unsere REPUBLIK eifrig mitmischt ...
Leider wurde das Ganze wieder zu einer kleinlichen Selbst-Rechtfertigungsschreibe - mit einigen offenbar unerlässlichen Einstreuseln von Klamauk auf Kosten anderer - zusammengeschnipselt; - und am Schluss sind die Leser noch selbst schuld, weil sie in die falsche Schule gegangen sind.
... schon ein bisschen schade - oder ?
Uwe Krüger:
«Mainstream ist für mich das Phänomen, dass in einem bestimmten Zeitraum die Mehrzahl der etablierten Medien sich auf dieselben Themen konzentrieren und oftmals auch in der Stossrichtung der Meinungs­äusserung übereinstimmen»
«Ich halte Mainstream für einen konstruktiv zu gebrauchenden Begriff in dieser Vertrauens­debatte, wo die einen ‹Lügenpresse› schreien und die anderen ‹Verschwörungs­theoretiker›, um ebendiesen Vorwurf abzuwehren. Ich finde, man kann Medien­mainstream auch wertfrei verwenden.»
"Was Eliten sagten und täten, habe eine stärkere Relevanz und eine unmittelbare Bedeutung für das gesellschaftliche Leben. Diese Gewichtung sei so lange unproblematisch, sagt Krüger, wie in diesem «Eliten-Diskurs» alle Positionen und Argumente vertreten seien. Aber wenn es dort Repräsentations­lücken gebe, wenn in der Bevölkerung etwas herumschwirre, was von den politischen Eliten nicht in den Diskurs geführt und in dem Sinne repräsentiert werde, dann fehle das tendenziell im Medien­diskurs," «und dann kann es passieren, dass die Leute Journalismus als verlängerten Arm ebendieser politischen Eliten betrachten oder Regierungs­bericht­erstattung wittern»

... und dann die REPUBLIK:
"Und irgendwie macht uns das den promovierten Medien­wissenschaftler ziemlich sympathisch, weil da einer sitzt, der sehr viel über diese Dinge nachdenkt und dann offenbar zum Schluss kommt, dass es nicht schwarz ist und auch nicht weiss, wie einen das Gebrüll in den sozialen Netzwerken heute manchmal glauben lassen könnte, sondern dass die Wahrheit vermutlich irgendwo dazwischenliegt." (Jööh ;)
"Gleichzeitig seien für dieses Unbehagen den Medien gegenüber aber keineswegs nur die Medien selber verantwortlich, sondern vor allem auch die Leser, sagt er, und er spricht von «fehlender Medienkompetenz»."

Uwe Krüger:
«Die Leute müssen verstehen, dass Medien nicht die Realität wiedergeben, sondern erst überhaupt Realität konstruieren»
«Es ist ja gar nicht möglich, die Wirklichkeit ungefiltert abzubilden. Journalismus bedeutet immer, Dinge wegzulassen, die einem nicht wichtig erscheinen. Journalismus hat immer ein konstruierendes Element. Journalisten sollten deshalb verständlich kommunizieren, dass sie nicht die alleinigen Wahrheits­hüter sind, die objektiven Spiegel, sondern dass sie letztlich nur ein Angebot machen, einen Wirklichkeits­entwurf vorlegen, der geprüft werden kann und muss. Medien sind keine Spiegel der Welt, sie sind Konstrukteure von Realität.»

Die REPUBLIK:
"Wir bringen nur was stimmt - den Rest lassen wir weg."
(Entschuldigt bitte, wenn ich dieses Zitat nicht mehr präzise zurücksuche; es ist vielleicht ein bisschen verkürzt - aber nicht verfälscht.)

Bringt doch bitte nochmals Eure diesbezüglichen Leitlinien in Extenso ! - Danke !

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Interkultureller Coach
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Die Frage ist, wo die Grenze zwischen Desinformation und Lüge liegt: Seit August letzten Jahres habe ich die Berichterstattung von David Nauer beim SRF moniert. Ein Kommentator in SRF News fragte im letzten Herbst:
«Herr Nauer, ihre Berichterstattung über Russland vermittelt den Eindruck, dass ihre Bemühungen politische, ideologische Färbung haben. Wann berichten sie einmal differenziert und neutral?"
Ich habe beim Fernsehen seit September 2020 hingewiesen, dass er zum Impfstoff Sputnik V eine Fehlinformation gegeben hat, nämlich: «Der Corona-Impfstoff «Sputnik V» hatte die Zulassung für die breite Anwendung an der Bevölkerung erhalten. Eine Weltpremiere.» Bis jetzt hat er dies dreimal wiederholt, gestern:https://www.srf.ch/news/internation…k-v-impfen. Die Information ist falsch. Schon im August 2020 hat die stv. Russische Ministerpräsidentin darauf hingewiesen, dass der Impfstoff ab Januar 2021 für die Bevölkerung freigegeben würde, was auch so geschehen ist.
Jede seiner Reportagen sind m.E. ideologisch gefärbt: Die Nachforschungen einer russischen Kommission unter noch lebenden Zeitzeugen zur Schlacht um Stalingrad unter, wird durch ihn zur «russischen Propaganda».
Ich habe dies bei der SRF Ombudsstelle beanstandet, die keinen Grund für eine Beschwerde entdecken konnte. Darauf habe ich Nathalie Wappler, Direktorin SRF, zwei Briefe geschrieben und darauf hingewiesen, dass ihr Russlandkorrespondent nicht objektiv berichtet. Die Antwort erhielt ich durch Mitarbeiter des Stabes. Darin meinte David Nauer: «Ich muss Ihre Kritik jedoch in aller Form zurückweisen».
Also was haben wir hier? Desinformation, Lüge oder überhaupt kein Problem?.
PS: Ich empfahl, dass man ihm Wolfgang Bittner, «Der Neue Ost-West-Konflikt» zukommen lasse.

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Nachdem ich die entsprechende Veröffentlichung gelesen habe - Sie haben leider in Ihrer Kritik nicht ausgeführt, warum genau Sie den Beitrag beanstandet haben - glaube ich zu verstehen, was Sie zu Ihrer Meinung gebracht hat. Aber ich bin auch der Meinung der SRF-Stellen: Es gibt keinen Grund den Beitrag als "Desinformation, Lüge" zu bezeichnen.
Nauer wird gebeten, die neuen russischen Nachforschungen zur Schlacht von Stalingrad einzuordnen - und das tut er. Und zwar ziemlich zurückhaltend: Er verweist darauf, dass die Untersuchung in Russland nicht unumstritten ist und warum das so ist. In dieser Einordnung heisst es auch "ich habe gewisse Zweifel", "man kann sich fragen", "ich habe den Eindruck" - alles deutliche Kennzeichen dafür, dass Nauer kommentiert. Kommentare sind immer Meinungsäusserungen. Diese dann als "nicht objektiv" zu reklamieren, deutet auf eine falsche Erwartungshaltung gegenüber Kommentaren hin. Das gehört zu der im "True Lies"-Artikel vom befragten Forscher festgestellten (fehlenden) Medienkompetenz: Nur weil mir eine Meinung nicht gefällt, muss nicht die gesamte Berichterstattung falsch bzw. Lüge sein.

Nauer sieht die Nachforschungen auch keineswegs nur negativ - er kritisiert aber, dass ausschliesslich Kriegsverbrechen der Nazis untersucht werden, nicht aber jene der Russen an den eigenen Leuten. Als Beispiel nennt er einen der Zeitzeugen, der von den Nazis als Zwangsarbeiter deportiert worden war. Er vermisst, dass nicht darauf hingewiesen wurde, dass diese Zwangsarbeiter bei ihrer Heimkehr in Ruslland erneut in Lager gesteckt wurden (was den historischen Tatsachen entspricht).

Nun kann man natürlich der Meinung sein, SRF habe sich einfach nur mit einer trockenen Meldung "in Russland sind neue Nachforschungen zu Nazi-Kriegsverbrechen in der Schlacht um Stalingrad aufgenommen worden" zu begnügen. Die Entscheidung über die journalistische Form, ist aber nun eindeutig Sache der Redaktion. Und man kann auch der Meinung sein, es sei völlig in Ordnung, jetzt nur zu diesem Thema zu forschen und nicht auch zu anderen völkerrechtlichen Verbrechen. Aber es ist eben auch in Ordnung, wenn eine Einordnung gewünscht wird, diese auch vorzunehmen. Dadurch wird aus dem Beitrag weder Desinformation, noch Lüge.

Ihre Wertung scheint mir der Unzufriedenheit mit der von Nauer geäusserten Meinung zu entspringen und nicht einer tatsächlichen Desinformation, denn die gelieferten Informationen sind korrekt: Es gibt eine neue Untersuchung, die in Russland nicht unumstritten ist und diese beschränkt sich auf einen ganz bestimmten Aspekt. (www.srf.ch/news/international/zweiter-weltkrieg-korrespondent-russland-ist-fuer-die-eigenen-verbrechen-blind)

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Interkultureller Coach
·

Liebe Frau S., ich möchte gerne als mündiger Bürger nur die reine Information und nicht die Meinung des Berichterstatters als Massstab erhalten, der mir sagt, wie ich über ein Ereignis zu denken habe und wie ich es beurteilen solle.:
Jede einzelne Titelzeile und damit auch die Artikel des Russland Korrespondent sind negativ und ideologisch eingefärbt: Die im Beitrag erwähnte «Zweiter Weltkrieg: «Russland ist für die eigenen Verbrechen blind» total daneben, zeigt totales Unverständnis wie Russen über den zweiten Weltkrieg fühlen, ihre 60 Mio. Tote. So eine Titelzeile kann nur ein Journalist schreiben, der nie im Land angekommen ist, keine Sympathie und Empathie dafür findet auch wenn er Russisch spricht. In SRF News finden sie alle seine Titelzeilen, alle negativ und z.T. gehässig.
Ich habe 20 Jahre im Ausland gelebt und weitere 20 Jahre im Ausland Seminare gebeten u.a. auch für Russen und in Russland. Ich weiss, wie schwierig es ist, sich in ein anderes Land einzuleben und nicht den Vorurteilen anheimzufallen.
Wenn er in der Industrie arbeiten würde, wäre er schon lange zurückgeholt worden, bevor er noch grösseren Flurschaden anrichtete und auch Schaden an sich selbst. Ich habe SRF geschrieben, dass er nie die russische Seele entdecken wird. Er schrieb zurück: «Die russische Seele habe ich – zugegebenermassen – noch nicht abschliessend gefunden. Aber schliesslich gehört eine gewisse Flüchtigkeit zu ihrem Wesen.» Meine Sicht: Die Russen sind in der Regel Stoiker und man muss sehr nahe an sie herangehen, um die Hürde des Besserwessis zu überwinden.
SRF ist das Spiegelbild unserer Politik. Deshalb kann er seit 10 Jahren seiner Aufgabe ein negatives Bild von Russland entwerfen und vertiefen und entspricht dadurch der Mainstream westlichen Medienpolitik - Russland als das Böse auszugrenzen, ganz im Sinne einer westlichen, amerikanischen Interventions- und Machtpolitik, und zwar nicht als informierender Journalist, sondern als Meinungsmacher.
Es tut mir leid, ich wurde ein bisschen heftig. Vielleicht führen sie sich mal den Wolfgang Bittner «Der neue Ost-West- Konflikt» zu Gemüte, dann verstehen sie vielleicht meine Erregung und Gefühle.
PS in seinen 3 Beiträgen zu Sputnik V hat er in 5 Monaten dreimal geschrieben, dass Russland im August 2020 den Impfstoff für die Anwendung in der Bevölkerung freigegeben wurde. Das war eine Desinformation und Lüge!

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Chefredaktion
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Vielen Dank, Frau S., ohne mich mit dem konkreten Beispiel inhaltlich auseinandergesetzt zu haben, sind Ihre Ausführungen nachvollziehbar. Insbesondere, und deshalb reagiere ich, verweisen Sie auf einen entscheidenden Punkt: Die Bildung von Medienkompetenz sollte bei der Unterscheidung von Bericht und Kommentar beginnen und den weiteren Grundformen des Journalismus, die alle unterschiedliche Funktionen erfüllen für die Meinungsbildung. Dies und eine adäquate Quellenprüfung – und wir stünden in vielen öffentlichen Debatten vielleicht an einem anderen Ort.

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Ich kann diese Behauptung einer angeblich „NATO-freundlichen“ Berichterstattung nicht mehr hören. Dieses Kalte-Krieg-Narrativ („Westen“ vs Russland), das von der russischen Staatspropaganda seit einigen Jahren aggressiv verbreitet wird, ist in zweierlei Hinsicht perfide. Jegliche kritische Berichterstattung, die die russische Führung bzw. ihre Verbündeten (Assad, Janukowytsch) in ein schlechtes Licht rückt, kann so abgewehrt und pauschal zu „NATO-Propaganda“ umgedeutet werden. Gleichzeitig kann das publizierende Medium so ebenfalls gleich als „Propagandablatt“ diffamiert werden, quasi als „Beweis“ für seine mangelnde Glaubwürdigkeit. Berichten verschiedene Medien unabhängig über die selben Ereignisse, sind sie ganz einfach „gleichgeschaltet“ oder „Mainstream“. Demgegenüber wird dann ein ganzes Ökosystem illustrer Blogs („Alternativmedien“) gestellt, die mit in der Regel stark verzerrten Fakten und polemischen Behauptungen eine „Ausgewogenheit“ suggerieren sollen.
Ich finde es durchaus wichtig, dass man Medien und auch ihre Verbindungen zur Politik kritisch beleuchten soll. Aber solch plumpe Propaganda ebenfalls.

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Der Beitrag ist geschwätzig. Die Bemerkung über Habermas unkultiviert und grob. Habermas hat eben ein 2 bändiges Werk zum Thema 'auch eine Geschichte der Philosophie', veröffentlicht, das die gegenseitige Beeinflussung und Durchdringung von Glaube und Wissen zum Thema hat, derart, dass Begrifflicheit und Thematik in ihrer gemeinsamen Geschichte erkenntlich wird.

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Leserin
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Liebe Frau F. Herzlichen Dank für Ihren wertvollen Hinweis auf das neue Buch von Habermas. Das Thema, das Sie damit ansprechen oder andeuten, scheint mir genau der Bereich zu sein, der in all den (durchaus anregenden, aber oft so verächtlich gehaltenen) Diskussionen und Gedanken fehlt. Ich werde mir das Buch kaufen!

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Kurt I. rotiert gewiss im Grab nach dieser Einleitung und der ironiefreien Replik seines beleidigten Nachfolgers hier in der Kommentarspalte. Ich vermisse ihn sehr! Danke an die beiden Thompsons für das 1x1 des Journalismus. Man muss es sich gerade in Zeiten wie diesen immer wieder vor Augen führen.

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conseillère générale
·

Sehr interessanter Beitrag - arbeiten wir also an unserer Medienkompetenz!

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Hab ich als Ironie gelesen, so wie die Autoren dieser Artikelfolge bisher ein bisschen locker daherformuliert haben...

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Ex-Komplizin
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· editiert

Hier möchte ich einhaken. Dieses bisschen "Locker" wurde hier bis zur Flapsigkeit und zur Unanständigkeit geführt. Es war für mich in Folge zwei bis vier derart dominant, dass es mich in meiner früheren Erwartung von "harten Fakten" desillusioniert und zu der neueren Erwartung geführt hat, dass wir Leserinnen wahrscheinlich auf halber Strecke von den Autoren am Schlafittchen gepackt werden, wobei die die ironische Frage stellen: Na, habt ihr mit uns über diese Pfeifen gelacht? Haben wir zusammen alle lächerlich gemacht, die noch nicht so denken wie wir? Ist es uns gelungen, die Spaltung zu vertiefen?

Wo ist hier der Notausgang Richtung Pfad der Vernunft? Ich lupfe einfach mal den Vorhang und schlüpfe raus. In meine Nichtmehr-Erwartung. Das Thema ist doch viel zu ernst. Wo Menschen einander nicht verstehen, darf ich nicht ironisch sein. Diesmal hilft mir die REPUBLIK kein bisschen.

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Ups, war als Replik zu Max Malzacher gedacht.

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Der Titel des Artikels zeigt schon das Dilemma: Die Antwort ist ein intuitives "Nein - zumindest nicht absichtlich" aber ebenso ist er manipulativ. Das "Nein" der LeserInnen wird schon mal als Einstieg abgeholt. Viele Berichte sind darum nicht nur subjektiv, sondern sie verfolgen ein besserwisserisches Ziel. Journalismus wird heute sehr subtil als Aufklärung, als Lehrmeinung und letztlich eben doch als Belehrung der "unmündigen" Leserschaft verstanden. Aufgepeppt mit Anektoten wird Objektivität vorgegaukelt. Dabei geht es eben nicht um die Suche nach Wahrheit, sondern um "Stimmung", "Dramatik", Panik mache, damit die eigene Sache mehr Gewicht erhält
Wirklich guter Journalismus hätte diese "Süffigkeit" nicht nötig...

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Viel ist hier die Rede von "wahr" und "falsch", "objektiv" und "subjektiv", "wir" und "die Anderen", auch im Journalismus … aber wenig von den Bedingungen unter denen eine Vollständigkeit des Begreifens von etwas überhaupt möglich ist, was solche Urteile zu gültigen erheben würde. Ebenso selten empfinde ich das Vorhandensein eines Wunsches, überhaupt kompromisslos in dieser Richtung vorgehen zu wollen. Mit blosser Pluralität von blossen Meinungen ist es nämlich nicht getan. Das Problem ist allerdings nicht Republik-spezifisch, sondern fast so etwas wie Zeitgeist. Die Unterrichtsformen legen es auch nicht nahe, ein unbeirrt gründlich-kritisches Denken in der Ausrichtung auf Ganzheitlichkeit im strengen Sinne ist fast nirgends gefragt. Es sieht so aus, als habe die Manipulierbarkeit vieler Dinge viele Leute zu einem gewissen Hochmut verführt, ein Glauben an etwas sei ausreichend, ein Behaupten, ein Sich-Behaupten, ein Sich-Durchsetzen weil es ja im Moment noch funktioniert. Gar oft wird schon die Möglichkeit eines voraussetzungslosen Denkens als unmöglich deklariert, als ob sich das so einfach wissen liesse und nicht auch nur eine Behauptung wäre. Die Macht des Mammons – und auch die Brutalität in der Politik – ist erklärbar auf der Basis dieses kurzsichtigen Leichtsinns. Es ist überhaupt kein Wunder, dass da platte Querelen entstehen und konkrete Krisen blühen; im Gegenteil gehört genau das dazu. Es wird interessant sein zu sehen, was in ein paar Jahrhunderten, ja vielleicht schon ein paar Jahrzehnten davon gedacht wird.

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Politologin | Gender-Expertin
·

Eigentlich ein guter Artikel, mit einem lustigen Einstieg. Problematisch finde ich aber, dass der Ukrainekommentar so unhinterfragt stehengelassen wird. Es wird insinuiert, dass anti-demokratische (ja gar nationalistische wenn man Russlands Medien folgt) da enorm wichtig waren und dies "auf der Hand lag", aber von den Medien unter den Teppich gewischt wurde. Dabei wurde mehrmals auf dieses whatabout Argument von russischer Seite eingegangen, auch im Mainstream. Dass sich die Medien ansonsten auf die Mehrheit der Bewegung konzentrierten, die aufgrund einer abgebrochenen Vertragsunterzeichnung, die nähere Beziehung zur EU und damit eine klare Absage an die russlanddominierte Eurasische Union bedeutet hätte, konzentrierte war völlig schlüssig.

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Naturwissenschaftler und Unternehmer
·

Wo liegt Grund für das Grassieren der Verschwörungstheorien? Elias Canetti fragte sich am Ende des Buches „Mase und Macht“, wohin die Dominanz der Konsumgesellschaft führt - heute können wir das beantworten:

Der weltweite ziemlich uniforme Umgang mit der Pandemie ist ein Massenphänomen. Diese kollektive Angst ergibt sich aus der Abwehr von Schuldgefühlen. Welches ist unsere kollektive Schuld: Die Zerstörung unseres Planeten durch den nahenden Klimakollaps, die uns die Klimajugend - endlich! - mit aller Deutlichkeit vor Augen geführt hat.

Die kollektive Angst führt zum Fehlen eines offenen und kritischen Diskurses um die Notstandsmassnahmen - und zum Abdriften in Verschwörungstheorien.

Hier nur kurz zum fehlenden grundsätzlichen Diskurs über die Notstandsmassnahmen:
Wenn das Gesundheitssystem wegen der Pandemie überlastet ist, könnten wir statt den Notstandsmassnahmen auch das spezialisierte Gesundheitssystem dauerhaft herunterfahren, dessen Grenznutzen trotz riesiger Investitionen nämlich sowieso ständig abnimmt. Investitionen ins Gesundheitssystem tragen nur noch wenig zur Lebensqualität bei. Hingegen bräuchten wir halt jetzt grad mehr Intensivpflegeplätze, und müssten aber auch akzeptieren, dass der Medizin Grenzen gesetzt sind.

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Sehr gutes Schlusswort, danke für diese Ansicht. Es bezahlt sich einfach jeden Tag aufs Neue aus! ❤️

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Bonjour Mesdames, Messieurs,

Hier sehe ich eine mögliche Korrektur angebracht. Falls nicht ist es halt nur Makulatur ...

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Plattform Pornhub «Verblendung», «Schuld», «Hetze» vorwerfen und dabei mit einem Hammer einen Fernseher zerschlagen, auf dem Regenbogen­farben zu sehen sind.

Ein Begriff, der lange verbrannt war: Im 19. Jahrhundert entstanden und unter meist antisemitischen Vorzeichen verwendet, wurde «Lügenpresse» von Adolf Hitler verwendet
unquote

Ein Begriff, der lange v e r b r a n n t war .....

Sollte das eventuell v e r b a n n t. heissen?

Ich wünsche ihnen einen guten Tag!

Meilleures salutations
E. D., Le Lignon

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Katrin Moser
Textproduktion
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Guten Morgen, Herr D. Ich bin ganz Ihrer Meinung – herzlichen Dank für den Hinweis und einen schönen Tag!

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Eine interessante Untersuchung zum Thema: https://www.philomag.de/artikel/que…e-bewegung

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Danke für den Hinweis. Die Studie liegt uns vor. Wir haben sie berücksichtigt. Beste Grüsse, DR

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"Aber weshalb soll man diese Serie noch ernst nehmen"

Ja, weshalb? Soll man? Muss man?
Ist DAS Journalismus (mit oder ohne Caps-Lock)?

Wie hoch sind denn Ihre Erwartungen an Journalisten, welche ca. doppelt so viele Referenzen auf (illegale?) hochgiftige psychoaktive Substanzen machen wie auf Intellektuelle mitte des letzten Jahrhunderts?

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Zum Thema Verschwörungsglauben wäre anzumerken, dass das Wort 'Verschwörung' und 'Verschwörungstheorie' oft zu ablenkenden und diffamierenden Zwecken verwendet wird (es wurde allerdings 1967 von der CIA genau dafür geprägt), anstatt sich um die Wirklichkeit der ideellen Verbindungen zu kümmern. Leute müssen sich nicht besonders verschwören, um gemeinsam zu handeln, denn es reicht aus dass sie dieselbe Glaubensgrundlage haben oder einen gemeinsamen Plan. Solcherlei ist ja sehr ausgiebig belegt – nicht nur so wie etwa die meisten Ökonomen an die Neoklassik glauben oder Wissenschaftler an ein Paradigma. Im selben Sinne gibt es halt auch einige Leute, die an die Möglichkeit einer Weltherrschaft glauben. Manche formulieren das ja explizit und öffentlich, wie z.B. als Great Reset (von wegen 'Eyes Wide Shut'). Es ist egal wer wo einäugig ist, sodass andere das Fehlende ergänzen müssen (wo es dann halt manchmal auch Halbseidiges gibt). Also bitte allgemein etwas mehr Ernsthaftigkeit in den Intentionen …

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Chefredaktion
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Die CIA-These wird im Netz gerne herumgereicht, ist aber falsch. Wir kommen in einer weiteren Folge auf die lange Geschichte der Verschwörungstheorien zurück.

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Gewiss gab es schon immer VT. Aber in Bezug auf die Rolle der CIA wäre das Dokument #1035-960 in Betracht zu ziehen (z.B. auf https://archive.org/details/CIADOC1035960) - eines der Dokumente von der CIA selbst. Nach diesem Memo tauchte der Begriff der VT pro Zeiteinheit etwa 200mal öfters in den Zeitungen auf (https://sites.google.com/a/oegnet.d…t-1035-960). Daher kommt das von wegen 1967 - es ist nicht eine These, sondern ein empirisch messbares Faktum.

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Aha super – Aufklärung ist immer gut – aber das ändert leider nichts an der Tatsache, dass die Bezeichnung oft zu ablenkenden und diffamierenden Zwecken verwendet wird und damit abgelenkt wird von den ideellen Verhältnissen. Und um diese geht es ja letztlich. Die Bezeichnung ist nur die Bezeichnung, nicht die Sache selbst. Davon sollte nicht abgelenkt werden.

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Danke, sehr geehrter Herr W., für diese Klärung. Summa summarum können wir also dem BFS vertrauen und damit auch den Journalisten, die sich auf ihre Statistiken stützen. Für ein Laie in Statistik sind Ihre Ausführungen sehr hilfreich!

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Med. Masseur EFA
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Ich glaube, dass zum Teil ein Missverständnis besteht zu dem, was ich meine. Es geht nicht vor allem oder gar nur darum, Medienkompetenz in einem dafür vorgesehenen Fach bzw. nach Lehrplan zu unterrichten. Die Lernenden werden viel mehr permanent bzw. bei jeder sich bietenden Gelegenheit zum Denken und Hinterfragen angeregt. Dies können Lehrkräfte in vielen Fächern oder noch besser in fächerübergreifenden Projekten tun, an welchen die Kinder und Jugendlichen selbständig, von der Lehrkraft unterstützt, arbeiten. Die Haltung der Lehrkräfte gegenüber ihren Schülerinnen ist dabei ressourcenorientiert, unterstützend und fördernd.
C. K. hat mit in seinem Text angezeigt, was nachhaltiges Anregen beinhalten kann.

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Märchentante*onkel
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Ryser/Würgler mit brilliantwitziger Einleitung, ein Journalistenduo wie einst Fischli/Weiss in der Kunst?

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Medienforscher am IKMZ/fög, Uni Zürich
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So brilliantwitzig ist der Einstieg nicht, vgl. meine Replik

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«Man lernt an der Schule nicht, wie Medien funktionieren», sagt Krüger.

Dazu möchte ich auf den Lehrplan 21 verweisen, insbesondere auf den Teil „Medien und Informatik“ (zu finden unter https://www.lehrplan21.ch > Aktuell > Zur Vorlage des Lehrplans 21 > Medien und Informatik, hoffentlich funktioniert der Direktlink).

Unter dem Titel „Die Schülerinnen und Schüler können Medien und Medienbeiträge entschlüsseln, reflektieren und nutzen.“ (Direktlink) hat es mehrere Kompetenzen, die Krüger‘s Anspruch eigentlich genügen müssten. Für die Schweiz, und natürlich funktioniert’s nur, wenn die Lehrpersonen das Thema auch ernst nehmen. A. S. hat ziemlich am Anfang dieses Forums in einer Antwort auf den Beitrag von Herrn Räz geschrieben:

Tatsächlich wird Medienkompetenz bzw. das kritische hinterfragen von (Medien)-Quellen an den PH's der Schweiz auch gelehrt

Es besteht also Hoffnung für die Zukunft.

EDIT: Achja, und es kommt natürlich auch darauf an, ob die Kantone die Kompetenzen tatsächlich in ihre konkreten kantonalen Lehrpläne übernehmen. Was ich verlinkt habe ist ja „nur“ eine Vorlage.

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Diese Serie hat mir ziemlich gefallen. Redaktion und Leser möchte ich auf den Artikel "Hey Joe" hinweisen und die Leserbeiträge dazu, die m.E. in einer ganz anderen Liga spielen: Auch andere Leser finden den Hey-Joe-Artikel nicht so gut. Mich irritierte das Schwarz-Weiss-Denken (der weisse Ritter Biden besiegte den schwarzen Trump) und die unkritische, auf PR-Bücher von und über Biden gestützte Bewunderung.

Deshalb und weil sich ganz andere Fragen stellen als etwa, wie Joe Biden sein Stottern loswurde (durch eiserne Disziplin - what else) habe ich etwas Sand ins Getriebe gestreut und auf einen You-Tube Video-Clip verwiesen, in dem Joe Biden damit prahlt, mit der Drohung, eine Milliarde zurückzuhalten, erzwungen zu haben, dass der ukrainische Generalstaatsanwalt entlassen wurde - und zwar subito.

Weil ich nicht ganz sicher war, ob der Clip echt sei, stellte ich zuerst eine entsprechende Frage, worauf mein Kommentar unterdrückt wurde, ich müsse den Link prüfen. (Gemeint war, dass es ein Kanal sei-??).

Ich grub ziemlich tief. Der Clip ist unbestreitbar echt. Für uns in der Schweiz ist daran wichtig, was ein solches Auftreten der USA in der Ukraine über den Respekt der USA vor fremder Souveränität und so auch vor unserer aussagt. Unter Trump war unsere Souveränität mehrfach massiv angegriffen worden (und die Streiter von der SVP haben keinen Muks gemacht). Also brachte ich den Clip nochmals mit ergänzenden Ausführungen.

Das wurde gar nicht geschätzt - fast nur dislikes, was ich erwartet hatte. Und heftige, von der Moderation gebilligte Angriffe. Ich sei wie Giuliani. Zu meinem Aufruf, wir sollten wach bleiben, bekam ich die Antwort, ich solle doch die Serie Eyes Wide Shut lesen. Jede Menge Pseudobeweise, dass alles in Ordnung sei. Ich wurde geduzt. Und so weiter. Dass Bidens Verhalten gar nicht bestritten ist, ging völlig unter.

Meine These wurde bestätigt: wer die vom Aritkelverfasser angerichtete Wohlfühl-Atmosphäre stört, löst Abwehrreflexe aus, auch in der Republik. Auf Argumente wird - auch in der Republik - nicht eingegangen. Gestellte Fragen werden nicht wahrgenommen und sowieso nicht beantwortet. Ich gebe zu, dass ich kompromisslos schrieb, viel Text und in guten Treuen sichere Fakten lieferte und so begründeten Widerspruch massiv erschwerte, so dass für die Guten nur Stellungnahme zur Frage oder eben Frustabfuhr übrigblieb. Es lief wie in einem Modellversuch.

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Sorry, aber auf Ihre Argumente wurde eingegangen. Sie haben das aber einfach ignoriert.

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Medien wählen aus, was wie besprochen wird, was ignoriert wird, was als Fakt und was als Meinung wiedergegeben wird, wer zu Wort kommt und wer nicht, wessen Meinung als gewichtig dargestellt wird, wer als Expertin oder Experte oder zugehörig zu anderen Gruppen bezeichnet wird, wie Aussagen eingerahmt werden, und so weiter. Das gibt eine Menge Spielraum für Propaganda, ohne direkt Unwahrheiten sagen zu müssen (was aber auch vorkommt).

Zwei (nicht besonders ausgewählte) Artikel von Google von SRF zu ausgewählten Themen:

https://www.srf.ch/news/internation…tie-selbst

https://www.srf.ch/news/schweiz/neu…ror-gesetz

Vermutlich ist das einfach schlechter Journalismus, doch wenn ich diese Artikel lese, fühle ich mich irgendwie dennoch genügend hintergangen, dass ich geneigt bin, Inhalte von https://www.srf.ch/news/ in Zukunft einfach zu ignorieren.

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Ich war kurz erstaunt über Ihre Aussage, da ich diese Medien (ich konsumiere hauptsächlich die Podcasts "Echo der Zeit", "Tagesgespräch" und "International") als sehr bemüht in neutraler Berichterstattung wahrnehme.
Welche Kritik haben Sie an den von Ihnen verlinkten Berichte? Ich habe beide gelesen und von den Formulierungen her, wird sich aus meiner Sicht darum bemüht eine Position wiederzugeben, ohne diese zu werten. Ich darf mir dann selber meine Meinung dazu machen.
Was übersehe ich hier aus Ihrer Sicht? Weil sie beurteilen diese Artikel ja genau gegenteilig.

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Eigentlich habe ich nicht genügend Zeit, um das sauber aufzurollen, aber ich versuche mal, einige Aspekte darzulegen:

Erster Artikel:

"Es ist unser Ziel, mehr Menschen darüber aufzuklären, dass es nicht allein um die Verteidigung von Assange selbst geht, sondern um die Verteidigung von Meinungs- und Pressefreiheit und damit der Demokratie selbst."

Subtile Diskreditierung von Assange. (Vermutlich vor allem, um vorgängiger Berichterstattung nicht zu stark zu widersprechen.)

Eine Verbindung zwischen Wikileaks und Russland dürfte es tatsächlich geben. Im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahlen 2016 veröffentliche Wikileaks interne E-Mails der demokratischen Partei. US-Behörden gehen davon aus, dass russische Hacker diese E-Mails Wikileaks zugespielt hatten.

Wieso ist das so plausibel? Wikileaks ist eine Anlaufstelle für Whistleblower. Die Russische-Hacker-Verschwörungstheorie erfüllt gleichzeitig mehrere Funktionen:

  • Deflektierung; der Inhalt der Mails muss nicht diskutiert werden, da es ja gar keinen guten Grund gab, diese zu veröffentlichen.

  • Trump = Russland (diskreditiert Trump sowie Russland).

  • Wikileaks = Russland (diskreditiert Wikileaks).

  • Wikileaks = Trump (diskreditiert Wikileaks).

  • Russland mischt sich in die amerikanische Demokratie ein, die amerikanische Demokratie würde super funktionieren, wenn es keine solchen Einmischungen gäbe. Trump wäre dann nicht gewählt worden, etc.

  • Diskreditierung der Hacker-Bewegung. Durch unermüdliche Propaganda von US-Medien denken inzwischen die meisten Leute "Hacker" sei einfach ein Begriff für opportutionistische Cyberkriminelle. (https://www.gutenberg.org/files/101…/101-h.htm)

Der Grund, wieso Assange momentan in Einzelhaft sitzt, ist, dass er sich aus journalistischer Überzeugung weigert, seine Quelle für das DNC-Leak offenzulegen. Die Trump-Administration ist aber daran interessiert, da diese Quelle höchstwahrscheinlich DNC-intern ist. In anderen Worten, Assange könnte den "Trump = Russland"-Aspekt widerlegen, indem er zugibt kein Journalist zu sein. Doch wenn man bei Trump nicht spurt dann wird einem eben Gewalt zuteil, daher der Extraditionsprozess. (Es ist aber nicht so, dass die vorherige Administration Assange nicht auch bereits gefoltert hätte.)

https://www.judiciary.uk/wp-content…040121.pdf

The defence suggests that President Trump initiated an offer of a pardon, through
Republican Congressman Dana Rohrabacher, in exchange for the name of his source
for the 2016 election publications in August 2017. If this offer came from the President, it undermines the defence assertion that he was aggressively pursuing a prosecution against Mr. Assange, and shows him readily abandoning it for some other
perceived gain.

Melzer [...] Das klingt nach Verschwörung.

Und die Verbindung russische Hacker/Trump/Assange ist das nicht?

Ganz zu schweigen davon, dass das Wort "Kriegsverbrechen" im Artikel nicht vorkommt, obwohl damit das ganze Debakel ja begonnen hat. Der Artikel ist also im Grunde amerikanische Kriegspropaganda, möglicherweise ohne Absicht.

https://www.republik.ch/2020/01/31/…an-assange

Zum zweiten Artikel: Alle Aussagen sind von Exponentinnen und Exponenten von kleineren Parteien und keine davon wird einfach stehen gelassen, es wird nur in dritter Person zitiert. Ausserdem kommt niemand zu Wort, wer als Expertin oder Experte bezeichnet wird und die Hintergründe des Gesetzes werden nicht erwähnt.

https://www.republik.ch/2020/06/15/…rschlaefer
https://www.republik.ch/2020/09/17/…-interview
https://www.amnesty.ch/de/laender/e…htsstaates

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