Die Republik ist nur so stark wie ihre Community. Werden Sie ein Teil davon und lassen Sie uns miteinander reden. Kommen Sie jetzt an Bord!

DatenschutzFAQErste-Hilfe-Team: kontakt@republik.ch.



Vielen Dank für die Abklärungen und die detaillierte Publikation der Ergebnisse.
Mich hat bei dieser Geschichte vor allem die Frage bewegt, warum sich die von Übergriffen betroffenen Personen nicht direkt an die Redaktionsleitung oder Geschäftsleitung gewandt respektive auch direkt den Beschuldigten konfrontiert haben. Dies erklärt sich mir nun deutlicher aufgrund der (beschämenden) Art und Weise, wie „die Republik“ mit der Hinweisgeberin am Anfang umgegangen ist. Dies und die mir ebenso nicht nachvollziehbare Auslegung der ominösen „See only“-Klausel waren meines Erachtens die Kardinalfehler.

48
/
2

Ja, der damalige Umgang mit der Hinweisgeberin war ein fataler Fehler. Ich kann aber, wohl anders als Sie, schon verstehen, wie dieser Fehler zustande kam. Es war für die GL in jener Situation nämlich nicht einfach, ihrer Verantwortung gerecht zu werden. Sie ist aufgrund ihrer Fürsorgepflicht dafür verantwortlich, alle ihre Mitarbeitenden gegen verschiedene Arten von Schädigungen zu schützen. Neben dem Schutz vor sexuellen und anderen Übergriffen durch einzelne Kollegen und Kolleginnen beinhaltet das auch den Schutz vor Mobbing durch Gruppen von Kollegen und Kolleginnen. Und in der Hinsicht war das Verhalten der Hinweisgeberin höchst problematisch. Es war die Pflicht der GL, sie sehr klar darauf hinzuweisen, dass es nicht akzeptabel ist, solche schwerwiegenden, (nach damaligem Stand lediglich) auf Hörensagen basierenden Anschuldigungen gegen einen (nicht anwesenden) Kollegen bei einem Mittagessen mit Kollegen und Kolleginnen vorzubringen. Gleichzeitig musste die GL die von der Hinweisgeberin kolportierten Anschuldigungen als potentiell kritischen und wichtigen Hinweis E. nehmen, und hätte sich demzufolge auch hüten müssen, der Hinweisgeberin den Eindruck zu vermitteln, dass sie wegen ihrem Hinweis kritisiert oder "bestraft" wird. Unter Anderem kann eine "Bestrafung" die Hinweisgeberin und andere Mitarbeiter und Mitarbeiterin in Zukunft davon abhalten und entmutigen, solche Bedenken überhaupt noch zu äussern. Die Hinweisgeberin für ihr diffamierendes "Tratschen" beim Zmittag zu rügen und gleichzeitig ihre potentiell wichtigen Hinweise E. zu nehmen und sie für die Weitergabe dieser Informationen wertzuschätzen, ist nun wirklich keine sehr leichte Aufgabe, und die GL hat dabei versagt.

22
/
11

Na ja, wir waren wohl beide nicht dabei und kennen des Wortlaut des „Hinweises“ nicht, können ergo auch nicht schliessen, dass es sich um „diffamierendes Tratschen“ gehandelt hat. Ich stimme zu, besser wäre gewesen, die Vorwürfe, die laut Bericht aus dem Arbeits- und privatem Umfeld des Beschuldigten kamen, direkt der Redaktionsleitung zuzutragen. Das scheint mir aber ein vergleichsweise kleines Vergehen gewesen zu sein. Viel bedenklicher war die Reaktion der RL, die von irgendwem über das Thema im Mittagsgespräch informiert wurde, ihrerseits nicht das direkte Gespräch mit der Hinweisgeberin suchte und anschliessend offenbar auf eine Art und Weise Abklärungen vornahm, die nicht dokumentiert wurde und heute nicht mehr widerspruchsfrei nachvollzogen werden kann. Das lässt mich vermuten, dass die RL der Anstellung des Beschuldigten erste Priorität einräumte. Beim zweiten Punkt bin ich also ganz bei Ihnen.

25
/
0

Der „Kollege“ war am Mittagessen vor allem darum nicht anwesend, weil er eben gar kein Mitarbeiter war. Er wurde erst später angestellt. Sprich: Die Republik hatte ihm gegenüber keine Fürsorgepflicht. Der Hinweisgeberin und allen später bei der Republik betroffenen Frauen gegenüber jedoch schon.

36
/
3
Arbeitnehmer
·

Wer der Hinweisgeberin jetzt noch einen Vorwurf macht ist ein Lump oder Lumpin und wiederholt den unverzeihlichen Fehler der damaligen Leitung.

23
/
5
· editiert

Nachdem ich heute erfuhr, was ich schon länger befürchtete, nämlich dass der entlassene Mitarbeiter letztlich als Feigenblatt für die rechte Weltwoche enden wird, bin ich nun über euer Update vom 17.05.2024 mit dem Zwischentitel «Schutz der Betroffenen steht an oberster Stelle» gestolpert. Wie so oft in dieser traurigen Chronologie, verstehe ich wieder nur Bahnhof.

Deshalb zwei Verständnisfragen:

  1. Was heisst "Der Verwaltungsrat hat einer Klage (...) stattgegeben"? Was für eine Klage wo in welcher Form? Hat der Verwaltungsrat der Republik richterliche Kompetenzen oder wie?

  2. Das Update endet mit dem Satz "Wir haben uns deshalb gegen eine gerichtliche Auseinander­setzung entschieden."

    Was soll das bedeuten? Scheut ihr euch, den ganzen Klamauk unabhängig und auf rechtsstaatlichem Boden aufarbeiten zu lassen?

5
/
1
Michel Huissoud
VRP Republik AG
·

Lieber S.
Ich probiere es einfach zu erklären. Die Rechtsanwältin unseres ehemaligen Mitarbeiters hat vor dem Gericht eine Klage gegen Republik AG eingereicht. Wir haben entschieden, dem Richter zu schreiben, dass wir die Klage akzeptieren. Damit gibt es nur ein schriftliches kurzes Verfahren und wir vermeiden die ganzen Verhandlungen vor dem Gericht. Wir haben es so gemacht, um die Diskussion über „wer hat welche Vorwürfe angemeldet“, zu vermeiden.
Besser?

4
/
2
Michel Huissoud
VRP Republik AG
·

Hier findest du noch einige zusätzliche Informationen: https://www.persoenlich.com/medien/…00-franken

4
/
0
· editiert

Lieber Michel, danke für die prompte Antwort. Das ist tatsächlich etwas besser. Darüber hinaus hättet ihr ruhig selbst transparent machen können, dass ihr dem entlassenen Mitarbeiter eine Entschädigung von ~ CHF 30'000 zahlt.

Während die Republik sich – zumindest nach öffentlichem Bekanntwerden der Vorwürfe – wohl vorbildlich für die Interessen der geschädigten Frauen einsetzte, scheint mir für den Umgang mit dem ehemaligen Mitarbeiter letztlich nur folgende Bezeichnung angemessen: Epic fail. 😑

2
/
2
Michel Huissoud
VRP Republik AG
·

Der Verwaltungsrat hat am 16. Januar 2024 beschlossen, Lukas Fischer und Helke Drenckhan aufzufordern, alle Daten und Informationen, die sie im Zusammenhang mit ihren beiden Mandaten erhalten haben, zu vernichten.

Damit wollen wir einen absoluten Quellenschutz gewährleisten.

Wir haben heute die Bestätigung bekommen, dass sämtliche Daten und die interne Meldestelle nun gelöscht sind.

3
/
0

Zusammenraufen muss man sich überall, fraglich ist bloss, mit wie viel Contenance, Würde und gegenseitigem Respekt das geschieht.
Ich denke, dass an solchen charakterlichen Qualitäten innerhalb der Republik-Crew sich doch einiges finden lässt.

4
/
4

Erneut melden sich leser (s.u.), die fragen zur berechtigung anonymer beiträge, im speziellen auch die crew betreffend, aufwerfen. Lucia H. hat nochmals dazu stellung genommen und ältere klarstellungen verlinkt. Die crew muss, auch ein wenig verärgert, diesen fragen jedesmal aufs neue nachgehen. Könnte man nicht zu beginn jedes dialogs die paar grundsätze zur regelung der teilnahme wiederholen, damit es nicht mehr nötig sein wird, darauf antworten zu müssen?

14
/
2
ehem. Fachrichter im Nebenamt
·

Dass die berechtigte Fragen betreffend anonymen Leserbeiträgen immer wieder aufgeworfen werden (müssen), zeigt doch, dass da ein grosses Problem besteht.

Die Republik wäre gut beraten, sich dazu nochmals ernsthaft (und vorurteilslos) grundsätzliche Gedanken zu machen, anstatt dieses Problem einfach unwirsch vom Tisch zu wischen: "das haben wir einfach mal so beschlossen und damit basta".

Die zunehmend verrohende gehässige Gesprächskultur im Forum "Dialog" basiert meines Erachtens auf der anonymen Teilnahmemöglichkeit sowie auf oftmals schlechter, einseitiger und vorurteilsbehafteter Moderation.

5
/
15
Jonas Studach
Community-Support
·

Dass dieses Thema immer wieder aufgeworfen wird, liegt an ein paar wenigen, lauten Stimmen. Trotzdem nehmen wir es natürlich E. und machen uns auch regelmässig Gedanken dazu. Wir haben nicht "einfach mal so beschlossen und damit basta", sondern uns immer wieder vertieft damit befasst. Es kann aber nicht sein, dass in jeder zweiten Debatte darüber diskutiert werden muss. Für Allgemeines Feedback gibt es bei uns im Dialog einen eigens eingerichteten Ort (hier) oder unser E-Mail-Postfach: kontakt@republik.ch
Und zu anonymen Dialogbeiträgen gibt es auch einen Meta-Artikel mit angehängtem Dialog, der sich allein diesem Thema widmet. Dieser Meta-Artikel ist übrigens auch in der Etikette verlinkt, die wir sowohl zu Beginn des Dialogs als auch unten links vom Eingabefeld jeweils aufführen.

Lassen Sie uns hier darum bitte dieses Nebengleis verlassen und einen Punkt machen. Merci.

20
/
4
(durch User zurückgezogen)

Eine sorgfältige Analyse aller Meldungen zeigt, dass die Republik AG von Anfang an mit personellen Konflikten, Führungs­kämpfen und verletzendem persönlichem Verhalten auf verschiedenen Ebene konfrontiert war.

Die Republik ist mit viel Begeisterung und Idealismus gestartet. Dabei ist menschlich viel auf der Strecke geblieben. Ich kann mich hier gar nicht daran erinnern wie häufig ich das hier gelesen habe. Hoffen wir, das die Republik so langsam in ruhigere Fahrbahnen kommt.

P.S. Ich hoffe die abgemahnte Frau arbeitet weiter bei der Republik und kann sich jetzt entfalten.

13
/
2

Ich hoffe, dieses Thema werde nicht weiter öffentlich ausgetragen, es bringt niemandem was, und schadet nir der Republik

3
/
18

Die Republik geht vorbildlich mit der Situation um. Auch unsere Redaktion erleidet die gesellschaftlichen patriarchalen Strukturen. Toxische Männlichkeit ist ja nicht durch linke Überzeugungen gebannt.

15
/
9

Überall gibt es solche Sachen, selber die "Hosen runterlassen" öffentlich ist kein Zeichen von Stärke, eher Ablenkung vom Fakt, dass bei der jungen Republik das Management total versagte und fie Crew auch.

3
/
23
ehem. Fachrichter im Nebenamt
·

Die von Frau M. L. aufgeworfenen Fragen, u.a. nach der Teilnahme der Republikmitarbeiterinnen am Leserforum "Dialog" mit deren Befangenheit ist wichtig. Jeder Journalist weiss, dass eine gemachte Aussage nur die Hälfte des Message ist, die andere Hälfte ist der Absender, dessen Hintergrund, Absichten und Ziele. Mit "Anonym" missachtet die Republik diese journalistische Grundsätze.
Ein absolutes NoGo ist die anonyme Teilnahme von Republik-Mitarbeiter
innen. Auch wenn irgendein republikinternes "Reglement" dies vorsieht, heisst das noch lange nicht, dass dies auch richtig und gut ist.
Das Leserforum "Dialog" gehört ausschliesslich den Lesern!

Aber auch die anderen, von Frau M. L. aufgeworfenen Fragen sind sehr wichtig und dürfen von der Republik nicht übergangen und totgeschwiegen werden.

13
/
16
"Verleger"
·

Es scheinen sich ja doch einige Teilnehmer an Beiträgen von anonymen Nutzern zu stören. Andere Teilnehmer wissen solche Kommentare zu schätzen.
Bei mir persönlich hängt das stark vom Thema ab. In diesem Thread hier fand ich die anonymen Kommentare z.B. sehr interessant.
Vielleicht würde sich hier eine technische Lösung anbieten. Neben den bereits bestehenden Filtern für Kommentare (meiste Antworten, neueste etc.) könnte man doch auch einen Filter für anonyme Kommentare anbieten.

8
/
1

Von wegen "no go"! Ich streite seit Jahren mit der Republik Führung wegen "anonym". Das geht einfach nicht. Period. Nachlesen bei Antonio Gramsci, seit 100 Jahren. Anonym - Feigheit - Pöbel - Populismus - Faschismus - Katastrophe. Dass wir sowas unterstützen beelendet mich.

6
/
23

Falls Sie sich fragen, wie/warum da zwei Gendersternchen den Text kursiv machen (das habe ich mich, da ich den Fall noch nicht hatte:)), hier ist die Antwort:
"Damit das Gendersternchen im Kommentar als solches dargestellt wird, muss ein Backslash vorangestellt werden: Leser*in"

Die aufgeworfenen Fragen werde ich an das Team weiterleiten.

5
/
3

Wenn ein Argument nur trägt, weil es von einer Person oder Autorität kommt, ist es ein schwaches Argument. In der Wissenschaft sind anonymisierte Beiträge gerade ein Versuch, der Wahrheit mehr Gewicht zu geben als der Autorität.

23
/
8
ehem. Fachrichter im Nebenamt
·

Schade, dass sie sich hinter "Anonym" verstecken.
Wissenschaft und zwischenmenschliche Kommunikation sind zwei ganz verschiedene Dinge. Jeder seriöse Journalist und Kommunikator weiss, dass die inhaltlichen (reinen) Worte nur die eine Hälfte einer Message sind. Mindestens ebenso relevant ist die Körpersprache, der menschliche Hintergrund, der Absender; aber eben auch die Absicht und die gewollte Wirkung einer Aussage!
In einer seriösen Publikation und Zeitschrift ist Anonymität fehl am Platz.

5
/
17
· editiert

Das Leserforum "Dialog" gehört ausschliesslich den Lesern!

Sie missverstehen damit auf eklatante Weise den Ausdruck "Dia-log", womit nämlich der Dialog der Redaktion mit den Leser:innen gemeint ist. Und nochmals: Die Frage der anonymen Teilnahme am Dialog wurde schon lange und grundsätzlich beantwortet. Das notorische Aufwerfen der Frage erscheint nur noch als Trotz.

29
/
5
ehem. Fachrichter im Nebenamt
·

Schade, dass sie sich hinter "Anonym" verstecken.
Sie schreiben, dass sie den Dialog mit der Redaktion schätzen; ich auch.

ABER: es sind eben NICHT die Autoren und Redakteure der Republik, die die jeweiligen Artikel selber geschrieben haben, die am "Dialog" teilbehmen. Es sind unbeteiligte Republik-Hintergrundleute die glauben, ihre (teilweise herabsetzenden und verletzenden) Bemerkung zu Leserbeiträgen abgeben zu müssen. Es sind irgendwelche andere Republik-Hintergrundleute oder gar sich "Moderator/*innen" nennende, die sich einmischen. Oftmals, weil ihnen der Leserbeitrag persönlich nicht genehm ist, und/oder sie den Leserbeitragschreibenden blosstellen wollen.

Ein absolutes NoGo ist, wenn sich Republik-Leute anonym (!), getarnt als Forums-Leserbeitrag, mit ihren persönlichen Ansichten einmischen. Ebenso haben sich interne Republik-Leute strikt einer Kommentierung mit Zustimmungs- oder Ablehnungs-Häck'chen zu enthalten.
Ein miserabler (!), unerträglicher Journalismus, der in einer eigentlich seriöser Zeitschrift kein Platz haben darf!

5
/
14
(von der Moderation verborgen)

Und auch wenn Sie gewisse Sachen als No Go bezeichnen und postulieren, wem das Forum vorbehalten ist, heisst das noch lange nicht, dass dies unumstössliche Tatsachen sind. Die Art und Weise, mit der manche Leser:innen ihre Meinung als “So ist es, und basta!” darstellen, ist dem Dialog sicherlich auch nicht förderlich. Persönlich schätze ich die Teilnahme des Republik-Teams im Dialog sehr.

21
/
3
ehem. Fachrichter im Nebenamt
·

Anonyme (!) Teilnahme des Republik-Team's ?

8
/
14

Die Republik hat a) den kranken Mitarbeiter jahrelang machen lassen b) die betroffenen Frauen auch c) Kolleginnen und Kollegen haben weggeschaut d) das Management nichts unternommen e) als es nicht mehr ging, hat das Management den Fall eskaliert f) einen Riesenwirbel losgetreten g) den Betroffenen geopfert h) einen monatelangen Shit Storm in der Presse verursacht i) einen (der wenigen verbliebenen) genialen Schreiber verjagt, unter dem Strich sich selber "ins Knie geschossen".
Kolossales Management Versagen.
Als langjähriger unermüdlicher Werber für neue Abonnenten fühl ich mich total verar....

13
/
54

Was meinen Sie mit "einen Riesenwirbel losgetreten"? Den Beitrag des SRF?

6
/
0

Wir kamen in gefühlt allen Zeitungen. Ich lese die ja nicht, aber wurde laufend darauf angesprochen.

2
/
5

"den Betroffenen geopfert" wer soll das sein?

8
/
0

Der fristlos Entlassene.

1
/
12
Karin Landolt
Vorstands- und VR-Mitglied
·

Lieber Herr Moret
Dass Sie enttäuscht wurden, bedauern wir sehr. Wir sind auch unglücklich darüber, dass der Republik ein Fall wie dieser mit all seinen Auswirkungen auf die Mitarbeitenden und auf die Reputation widerfuhr. Trotz aller Enttäuschung sind wir der Meinung, die bestmöglichen Konsequenzen gezogen zu haben. Wir haben auf Verwaltungsratsebene sofort gehandelt, wir haben untersucht, was falsch lief, wir haben transparent kommuniziert und wir sind jetzt daran, die aus unserer Sicht wirksamsten Massnahmen in die Wege zu leiten – ein Teil davon wurde bereits im Frühjahr gestartet. Wir sind überzeugt, dass die Republik dank der unverzüglichen und sorgfältigen Aufarbeitung ab sofort wieder für ihren guten Journalismus in die Schlagzeilen gerät. Für einen Journalismus, der übrigens trotz der Turbulenzen hochkarätig blieb, und auf den wir alle stolz sein dürfen, und für den wir gerne die Werbetrommel rühren. Wir hoffen, weiter auf Sie zählen zu dürfen.

25
/
0

Liebe Frau Landolt,
Finden Sie nicht, dass jemand, der den Sachverhalt zu 100% falsch einordnet, besser nicht für die Republik "wirbt"? Wird ja mach eigenem Bekunden unten nicht mehr...

4
/
6

Als Abonnent schon.
Aber für die Republik werben mag ich nicht mehr. Ich finde, zu viel ging in der Zeit schief. Der nicht existierende *Verkauf". Die internen Probleme nach aussen tragen, diese Belästigungs Geschichte, die Steuer Geschichte, anonyme Auftritte im Forum, der Express Abgang fähigster Kräfte (De Weck, Cimino), laufend Führungswechsel.
Auch wenn ich unzählige "dislike" bekomme, die Mängel sind sichtbar. Die "dislike" schlecken Tatsachen nicht weg. Eher baut sich in der Leserschaft eine Art einäugige, unkritische Masse auf, ein linker Pöbel. Wenn Sie von der Führung aus das befeuern, um Abos zu verkaufen, dann wünsche ich "gute Nacht".

9
/
10
Verlegerin
·

Da die "Republik" ja nicht der einzige Ort ist, wo solche Übergriffe geschehen und ich mal vermute, dass die Vorkommnisse andernorts, von denen wir Kenntnis bekommen, nur die Spitze des Eisberges ist, finde ich die Art und Weise, wie die "Republik" damit umgeht, bemerkenswert und richtungsweisend!

51
/
5
Michel Huissoud
VRP Republik AG
·

Aargauer Zeitung von heute:
"Anders als zuvor Tamedia (Fall Canonica) und Ringier (Fall Dorer), die ihre MeToo-Fälle monatelang untersuchen liessen, bevor sie spärlich über die Resultate informierten, legt die Republik ein Rekordtempo bei der Aufarbeitung der Vorwürfe hin. Die Zusammenfassungen der Expertenberichte samt Würdigung des Verwaltungsrates hat sie nun öffentlich gemacht. Mit dem Projekt «Zusammenarbeit» soll der Kulturwandel weiter vorangetrieben werden".

52
/
4
(von der Moderation verborgen)

(Beitrag verborgen weil es ein Link ohne Kontext ist und weil es ein Doppelpost ist)

6
/
0
Vielleserin
·

Guten Abend Herr Huissoud, mich interessiert, ob das Folgende auch zum Kulturwandel gehört:
Kürzlich wurde auf Anfrage einer Verlegerin mitgeteilt, dass auch Mitarbeitende der Republik im Dialog voten, ja sogar anonyme Beiträge verfassen. Ich würde Mitarbeitende der Republik als befangen betrachten, da sie jede Kritik an einem Beitrag eines Kollegen voraussichtlich downvoten, und erst recht Kritik an der Betriebskultur usw. Es gilt ganz allgemein, dass Befangene in den Ausstand treten. Anders zu beurteilen ist es m.E., wenn Redaktion, GL oder Moderatorinnen namentlich Stellung beziehen. Wie sehen Sie das als VRP der Republik?

8
/
18
Michel Huissoud
VRP Republik AG
·

Liebe Frau L.
Die Anonymität gehört zur Freiheit und unsere guten Moderator:innen sorgen dafür, dass sie nicht missbraucht wird. Das gilt auch für das Personal, das in dem Dialog natürlich mitmachen darf. Mit 50 Voten gegen mehr als 20‘000 darf eine eventuelle Verzehrung in Kauf genommen werden, finde ich persönlich.

21
/
4

Please, die Anonymitäts-Frage wurde wieder und wieder zur Genüge beantwortet. Warum immer wieder trotzig daran rummäkeln?

Und in diesem Falle: Einerseits möchte man Redaktionsmitglieder – oder sogar Mitglieder des Vorstandes –, die am Dialog teilnehmen, andererseits aber dürfen sie nicht richtig am Dialog teilnehmen, also nicht voten usw. Das macht keinen Sinn. Befangen sind wir alle in gewisser Weise.

Ich würde anonymen Downvotes einfach nicht die Relevanz geben, die manche ihnen offenbar geben. Deshalb fiel noch niemandem einen Zacken aus der Krone bzw. Krone richte, weitergehen.

20
/
4

“… da sie jede Kritik an einem Beitrag eines Kollegen voraussichtlich downvoten, und erst recht Kritik an der Betriebskultur usw.“ Woraus schließen Sie dies?

17
/
3
Toni Peterer
Interessierter an unabhängigen Medien
·

Der Verwaltungsrat musst nun sicherstellen, dass in der Betriebskultur kein Machobetrieb mehr herrscht, wo über Übergriffe hinweggesehen bzw. Anschuldigungen nicht gebührend zur Kenntnis genommen und sanktioniert werden. Und dies gilt auch für noch so „wichtige“ Redaktoren.

21
/
0
Michel Huissoud
VRP Republik AG
·

Yes, Sir !

13
/
1

Die heute herausgegebenen neuen Infos zur Sache hinterlassen einen seltsamen Nachgeschmack. Es werden darin die schwierige wirtschaftliche Lage der Republik und die Tatsache, dass ein (ehemals) wichtiger Redaktor sexuell übergriffig G. ist und vermutlich einige Kollegen weggeguckt und das geduldet haben in einen Topf geworfen. Bzw. ich höre die Botschaft heraus: "Das war zwar schon nicht gut, was da gelaufen ist, aber das war eben auch, weil es für die Republik grad so schwierig ist..." Das sind doch zwei völlig verschiedene Dinge! Sexuelle Übergriffe sollten auch in Betrieben, die es wirtschaftlich schwer haben, nicht stattfinden. So klingt das sehr nach "Wir können nichts dafür, die schwierigen Umstände sind schuld daran!" Und nicht nach Verantwortung übernehmen.

34
/
30

Nein, das sagt es nicht. Niemand hat "wir können nichts dafür" daraus gemacht. Es hieß, obwohl die Lage schwierig war, weil alle auf die Etablierung der Republik fokussiert waren, hätte man besser reagieren müssen.

8
/
0

Absurd, wie klare Meinungen hier in den Kommentaren geäussert werden. Es gibt keine Grundlage dafür. Was konkret die fehlbaren Vergehen waren, und weshalb die sofortige Trennung "alternativlos" erschien, bleibt diffus und erklärt sich dem Aussenstehenden nicht. Ebenso fehlen die Informationen, um sich ein Urteil zu bilden, ob der Verzicht auf Konfrontation des Beschuldigten mit dem ausgewerteten Material ein angemessener Entscheid ist. Geht man tatsächlich davon aus, dass der Beschuldigte eine Gefahr für die Meldenden wäre, wenn er sie anhand der Aussagen identifizieren könnte? Der Beschuldigte wurde fallen gelassen wie eine heisse Kartoffel. Diese hektischen Reaktionen wirken auf mich so, als wäre eine Angst vorhanden, den Beschuldigten ebenfalls anzuhören, die Vorwürfe differenziert abzuklären und erst dann die sinnvollen Schritte zu tätigen. Eine Angst, dass man sich verdächtig oder sogar mitschuldig macht, wenn man nicht sofort irgendwie reagiert. Als wäre der Beschuldigte von einer ansteckenden Krankheit befallen, sodass man sich so schnell wie möglich komplett von ihm isolieren muss. Und dann die Räume ausräuchern mit ein paar Massnahmen. Diese Angst ist nach allem, was bekannt ist, nicht angemessen. Es ist, soweit wir wissen, keine Gefahr in Verzug. In Schutz nehmen will ich den Beschuldigten sicher nicht, wie sollte ich auch, womöglich hat er sich sehr unrecht verhalten und hat viel Leid verursacht, das wissen wir mit den vorhanden Informationen schlicht nicht. Aber ich finde, als Aussenstehende sollten wir uns zurückhalten, uns ein Urteil zu bilden, solange wir nicht die dazu nötigen Informationen haben.

34
/
36

Der richtige Schluss "Aber ich finde, als Aussenstehende sollten wir uns zurückhalten, uns ein Urteil zu bilden, solange wir nicht die dazu nötigen Informationen haben." überrascht nach dem Vorangestellten.

5
/
0
als Teilnehmende
·

Wenn ich mich in die Lage des Beschuldigten versetze, haben Sie sich sehr nachvollziehbar geäußert.

15
/
11
Leser*in
·
· editiert

Vielen Dank für Eure transparente Berichterstattung und die nun getroffenen Massnahmen.

Nach der Lektüre Eurer Berichte sorge ich mich um die Vertrauenswürdigkeit und Glaubwürdigkeit eines Mitglieds der Chefredaktion, das im Zusammenhang mit der Berichterstattung zum MeeToo-Fall bei Tamedia im Februar 2023 in diesen den hauseigenen Kommentarspalten behauptete:

Diese NZZ-Polemik ist vollkommen haltlos. Ich habe die Tamedia 2017 verlassen, um mich an der Gründung der Republik zu beteiligen - und ich kann Ihnen versichern, dass die Tamedia- und Republik-Betriebskultur nichts miteinander zu tun haben.

18
/
12
Daniel Binswanger
Co-Chefredaktor
·

Liebe(r) Anonym 7,

Vielen Dank für dieses Nachfrage. Ich kann Ihr Irritation verstehen, denke allerdings, dass sie vor allem ein Hinweis darauf ist, dass man mit absoluten Formulierungen wie "nichts zu tun" haben immer vorsichtig sein muss. Das kann schnell zu Missverständnissen führen. Denn in der Tat: Es hat bei Tamedia MediaToo-Fälle gegeben, und es kam auch bei der Republik zu Vorfällen dieser Art. Auf dieser Ebene ist "nichts zu tun" also unrichtig.
Dennoch möchte ich im Grundsatz festhalten an meiner Aussage. Dass die Betriebskulturen der Republik und der Tamedia extrem entgegengesetzt sind, ist ja eigentlich eine Banalität: Die TX Gruppe ist ein börsenkotierter, gewinnorientierter Konzern, der sich durch seine enorme Grösse und seine sehr konsequente Gewinnorientierung auszeichnet. Die Republik ist im Vergleich dazu ein Mikro-KMU, das zwar am Markt zu überleben, aber ganz bestimmt keine Aktiengewinne zu erwirtschaften versucht. Wir funktionieren vollkommen anders, sowohl was die zwar nicht mehr ganz abwesenden, aber sehr flachen Hierarchien betrifft, als auch bezüglich des Umgangs mit den Forderungen der Wirtschaftlichkeit. Und ja, als Journalist, der in beiden Betrieben lange gearbeitet hat, kann ich Ihnen nur erneut versichern: Die Redaktionskultur ist wirklich eine völlig andere.
Allerdings, wo Ihre Nachfrage völlig berechtigt ist: Auch wir haben Fehler gemacht, Fehler, die wir nun versucht haben aufzuklären. Und wir müssen uns darauf konzentrieren, nun vieles besser zu machen. Herzlich, DB

12
/
3
Leser*in
·

Guten Morgen Herr Binswanger, herzlichen Dank für Ihren ausführlichen Kommentar! Ich verstehe nun besser, was mit „Betriebskultur“ gemeint war. Und ich denke ich fand genau diesen Aspekt der absoluten Gewissheit im Sinne von „das könnte bei uns niemals passieren“ problematisch und sozusagen „vom hohen Ross“ herab gesagt. Ich wünsche Ihnen und der Republik weiterhin viel Erfolg bei der Bewältigung dieser „Sache“.

5
/
1

Sorgen Sie sich um die Glaubwürdigkeit und Vertrauenswürdigkeit oder wollen Sie diese nicht vielmehr in Frage stellen? Ich glaube nicht, dass es hilfreich ist, noch weiter in die Vergangenheit zu gehen und Einschätzungen zur Debatte zu stellen.

10
/
6
Leser*in
·

Danke für die Frage. Wenn ich darüber nachdenke: ja, ich frage mich tatsächlich, wie vertrauenswürdig und glaubwürdig dieses Mitglied der Chefredaktion für mich persönlich noch ist. Ironischerweise war der Artikel, worunter der oben zitierte Kommentar verfasst wurde, mit «Damit sie nicht sagen können: Herrgott, wenn wir das gewusst hätten!» betitelt…

26
/
3

OK, merci für Ihre Aktualisierung: Trotzdem frage ich mich: Wieso hat niemand der beteiligten Personen (etwa diejenige, welche die Hinweisgeberin abkanzelte) namentlich den Mut hinzustehen (oder in die Tasten zu hauen) und zu sagen (oder zu schreiben): "Sorry, da war eine 'Bromance' im Spiel, welche einfach fatal war. Ich wollte nicht wahrhaben, dass die jetzt gefeuerte Person sich unakzeptabel verhalten hat. Ich möchte die betroffenen Personen um Verzeihung bitten". Es geht mir nicht um Denunziantentum oder um Schadenfreude, sondern um Vertrauen gegenüber der Republik und ihren Protagonisten. Die Ausführung mögen zwar juristisch korrekt sein (ich habe keine diesbezügliche Ahnung). Aber besonders empathisch kommen sie zumindest bei mir nicht an.

Alle machen Fehler. Da fällt Euch hoffentlich doch kein Stein aus der Krone, wenn Ihr namentlich hinsteht und sagt: "Sorry, das habe ich so nicht gewollt." Oder irre ich mich da?

61
/
11

Word, danke. Auf diese Stellungnahme warte ich auch, um einen vorläufigen Schlussstrich ziehen zu können.

10
/
1

Guten tag anonym 6. Das kann ich nun gar nicht nachvollziehen. Eine öffentlich gemachte entschuldigung ist/wäre hier fehl am platz. Diese müsste privat beim direkt betroffenen erfolgen. Rollenverständnis und verantwortung gehören in diesem fall nicht in die öffentlichkeit, auch nicht in die der leserschaft der R. Interessanterweise treten sie mit dieser forderung anonym auf. Umso mehr sollten sie verständnis dafür haben, was zur öffentlichen sphäre und was zur privaten gehört. Freundliche grüsse kh

32
/
10
Arbeitnehmer
·

Ich bin einverstanden, dass die Reaktionen nicht alle öffentlich sein müssen. Ich hätte aber gerne gelesen, dass die damalige Redaktionsleitung gegenüber der Hinweisgeberin Reue zeigt, um Entschuldigung gebeten und eine Wiedergutmachung geleistet hat.

18
/
1
(durch User zurückgezogen)

Vielen Dank für die professionelle Aufarbeitung und transparente Berichterstattung darüber.

33
/
8
als Teilnehmende
·
· editiert

Gute Maßnahmen und vor allem obligatorische Schulung wurden aufgegleist. Das Vertrauensklima weiterhin ausbauen und trotzdem weiterhin professionelle und gute Tagesartikel gemacht. Die gegenseitige "Mitarbeiterkontrolle " ist übrigens aus eigenen Erfahrungen viel Wert. Sie haben gute und überzeugende Arbeit geleistet. Bravo.

28
/
9
Michel Huissoud
VRP Republik AG
·

Merci !

3
/
0

Ich frage mich, wie es passieren konnte, dass die „see only“ Klausel derart falsch ausgelegt wurde?

26
/
4

Ich mich auch!

17
/
3
(von der Moderation verborgen)
Lucia Herrmann
Community @ Republik
·

Verborgen wegen möglicherweise justiziablem Inhalt. Bei Fragen melden Sie sich bitte bei kontakt@republik.ch. Danke für Ihr Verständnis.

6
/
2

Liebe Lucia, dann lass ihn doch verborgen. Ganz am Anfang habt Ihr nicht mitgeteilt, ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelt. Jetzt scheinen alle zu wissen, um wen es sich handelt, aber der Name darf nicht genannt werden. Es wäre schön, wenn jemand im Zusammenhang mit der Aufarbeitung mir noch erklären könnte was das mit justiziabel zu tun hat.
Es ist ein komischer Eiertanz für mich. Der vermutlich Beschuldigte und jetzt Entfernte hat der Republik viel Bekanntheit verschafft, lange v.a. durch seine Artikel und Reportagen. Ja, er hat der Republik geschadet. Ja, er hat Frauen geschadet. Ja, es ist immer noch nicht einfach, sich als Frau gegen sexualisierte Uebergriffe zu wehren. Das wird sich nicht so bald ändern, da müssen alle dranbleiben. Unerwünschtes Verhalten kann nicht nur durch Schulung und code of conduct verändert werden. Zu unerwünschtem Verhalten braucht es auch öffentliches Ausrufen und Anprangern und vielleicht manchmal eine spontane, handfeste Reaktion.
Da gibt es nach wie vor Fragen zum System Republik. Fehlerhaftes, unerwünschtes Verhalten gehört wohl zu jeder Gruppe, zu jedem Menschen. Die Frage ist eher: wer hat die Macht zu entscheiden, was unpassend ist. Die Machtstrukturen im Rothaus, das ist es was mir Sorgen macht. Es hat kompetente Aussenstehende gebraucht um sie zu benennen. Bei Euren Veränderungsentscheiden sehe ich aber nirgends aufgelistet, dass Ihr Euch regelmässig der Befragung von ebenso kompetenten Aussenstehenden unterziehen wollt, was die Realität und die beschlossenen Ziele angeht. Ich würde vorschlagen: 1x/Jahr eine solche Befragung im Plenum mit der gesamten Belegschaft, und genaue Beobachtung der Reaktionen, auch der nonverbalen.
Schulungen sind ja schon gut, aber das, was da vermittelt werden soll, sollte doch schon längst in den Köpfen von fortschrittlichen Medienschaffenden sein. Auch fortschrittliche Medienschaffende sind Teil unserer Gesellschaft, sind länger oder weniger lang von ihr geprägt worden. Auch wenn das Patriarchat und patriarchale Verhaltensweisen bekämpft und abgeschafft werden sollen, sind sie noch lange da. Ein simpler Entscheid und ein code of conduct reichen nicht.
Was dürfen Männer und was müssen Frauen? Ist die Lösung, sich als binär oder weder noch zu bezeichnen? Und was hat das alles mit Macht, Machtstreben, Machtausübung zu tun?
Wer gibt gerne und aus voller Ueberzeugung Macht ab? Was geht verloren, wenn es keine Hirsche und keine Diven mehr gibt?

Den justiziablen Namen habe ich übrigens ganz am Schluss meiner längeren Auseinandersetzung mit dem Bericht zweimal erwähnt. Es wäre auch möglich gewesen, diese Abschnitte einfach zu verbergen.

34
/
21

Auf mehreren Ebenen und in verschiedenen Bereichen sind Fehler passiert.
Der offene und m.E. ehrliche Bericht und die eingeleiteten Massnahmen lassen hoffen, dass sich so ein Fall nicht wiederholt. Ich finde, die Aufarbeitung und Berichterstattung ist sehr professionell erfolgt und kann als Massstab für andere Unternehmen dienen.

69
/
6
Michel Huissoud
VRP Republik AG
·

Merci!

3
/
0

„Der Verwaltungsrat erneuert sein volles Vertrauen in die Geschäftsführung.“

Ich denke der Verwaltungsrat macht es sich etwas zu einfach.

Der Bericht zeigt recht deutlich, dass die Geschäftsleitung sich ihrer Verantwortung nicht bewusst war. Sie hat sowohl den möglichen wirtschaftlichen Schaden falsch eingeschätzt, den Schutz der eigen Mitarbeiter falsch eingeschätzt und viel zu spät den Verwaltungsrat einbezogen.

Aus meiner Sicht liegt hier eine Selbstüberschätzung der Geschäftsführung vor.

Es genügt bei weiten nicht neue Regeln einzuführen.

Seit längerem habe ich auch den Eindruck, dass man sich in der Redaktion viel zu stark auf Personen und deren Meinungen einschiesst und nicht auf Fakten.

Ich wünschte mir etwas mehr Selbstreflektion sowohl des Verwaltungsrat als auch der Geschäftsleitung.

Betrachten sie dies als anonymen Hinweis,
den ich im persönlichen Gespräch gerne detailliert und fundiert begründe.

25
/
30
Michel Huissoud
VRP Republik AG
·

Lieber Herr Löpfe, meine Kollegin Karin Landolt hat zum Thema Selbstreflexion Ihnen hier, siehe link, schon eine Antwort gegeben.

3
/
0

Grüezi Herr Huissoud
Vielen Dank, dass Sie sich in die Diskussion einmischen.
Hätte ich den Eindruck gehabt Frau Landolt hätte verstanden was ich meine, hätte ich nicht noch einmal geantwortet.
Zudem bezogen sich meine Kritik primär auf den Verwaltungsrat, der an der Geschäftsleitung festhält und diese offensichtlich für ein gute Besetzung hält.
Logischerweise müsste der Verwaltungsrat antworten und sich vor die Geschäftsleitung stellen.
Als ehemaliger Verwaltungsratspräsident, als ehemaliger Geschäftsführer und Projektleiter zahlreicher Projekte habe ich möglicherweise etwas veraltete und verschrobene Ansichten, was die Kommunikation und die Verantwortung betrifft.
Wir werden es sehen.

2
/
15

Danke fürs neuliche Update und die gewissenhafte Aufarbeitung.

Ich hoffe fest, sowas wird nie wieder nötig sein bei der Republik. Denn Arbeit wie

teilweise waren die Meldungen anonym. Sie erhielten aber auch Meldungen von Zeuginnen, die etwas selbst gesehen haben, oder denen etwas zugetragen wurde. Dadurch lassen sich auch anonyme Meldungen plausibilisieren

sollte meinem Empfinden nach eigentlich in einem rechtsstaatlichen Setting (Gericht) und nicht in "privatisierter Form" stattfinden müssen.

17
/
1

In der Flut der Beiträge möchte ich doch auch mal etwas positives platzieren: Keine Firma ist komplett immun gegen solche "Grüsel". Entscheidend ist für mich daher vor allem ob im vorfeld versucht wurde eine positive und sichere Betriebskultur zu schaffen und, für mich noch wichtiger, wie damit umgegangen wird wenn ein Fall von sexueller Belästigung/übergriffigem Verhalten an den Tag kommt. Und da hat sich die Republik im Vergleich zu so ziemlich allen anderen (zahlreichen) Betrieben vorbildlich verhalten. Nicht perfekt, aber ich denke, perfektion kann man in so einer Ausnahmesituation nicht erwarten.

60
/
11
· editiert

“Und da hat sich die Republik im Vergleich zu so ziemlich allen anderen (zahlreichen) Betrieben vorbildlich verhalten.“
Ich glaube, da irren Sie sich. “So ziemlich alle anderen Unternehmen“ sind in Personal-, Kultur- und Governance-Angelegenheiten viel professioneller und gewissenhafter, als Sie zu glauben scheinen. Gerade grosse, von vielen als unsympathisch empfundene Unternehmen sind in dieser Hinsicht oft viel besser aufgestellt als kleine, sympathische, jedoch oft noch ums Überleben kämpfende Startups wie z.B. die Republik. Einfach deshalb, weil sie über viel mehr Ressourcen verfügen, um sich mit solchen Dingen ernsthaft, sorgfältig und rechtzeitig (nicht erst in einem Krisenfall) auseinanderzusetzen.

31
/
6
Mathematiker in IT, Bildung und Beratung
·

Grüezi Herr B., werte Upvoter:innen
Da haben Sie natürlich völlig recht,mindestens in der Theorie: Economy of scale macht alles besser - auch ein HR … .
Was bedeutet Ihr Vergleich aber für die Praxis? Ausser einem Anschluss der Republik an eines der grossen CH-Medienunternehmen kommt mir wenig in den Sinn.
Beste Grüsse, K.A.

ps : Ich weiss, Ironie funktioniert hier nicht … ;)

7
/
1

Ich wünsche mir eine ungeschönte Gegendarstellung oder Erklärung vom Journalisten. Veröffentlicht in der Republik.
Offensichtlich bereiten ihm seine Triebe und sein Verhalten ja ziemlichen Ärger.
Was nicht schön, aber nun mal menschlich ist.

So wäre zumindest die Chance gegeben, jenseits eines übermoralisierten "Das tut man nicht, wir sind alle sehr betroffen" darüber zu reden. Ink einer Lernkurve für uns alle.
Ich freue mich wieder vom Journalisten  von dem ihr euch getrennt habt zu lesen.

24
/
97

Seine Triebe haben vor allem den betroffenen Frauen viel Ärger beschert.

20
/
0
Was sind das bloss für Typen?!
·

Tut mir leid, Herr K., aber Ihr Kommentar verursacht bei mir ein Kopfschütteln.
Eine 'ungeschönte' Darstellung wollen Sie vom zu Recht gefeuerten Journalisten?

Sie möchten dem Herrn also eine Plattform geben, wo er sehr, sehr sicher eine für ihn selber geschönte Darstellung geben kann? Entschuldigen Sie, aber das ist gegenüber seinen Opfern ein Schlag ins Gesicht, von Ihnen naiv und absolut nicht zielführend.
My 2cts + tax.

38
/
6

Guten Tag Herr Schneiter

Ich glaube einfach das die Republik eine Chance verschenkt, jenseits moralischer Entrüstung den Dialog vorwärts zu bringen.

Mir stösst es zb sauer auf, dass in den Kommentarzeilen der Journalist als "Grüsel" betitelt und verurteilt wird.
Das sind für mich Momente in denen ich glaube, das etwas schief läuft.

Was alles vorgefallen ist weiss ich nicht und kann es nicht beurteilen.
Das die Republik Hilfe von aussen geholt hat und ihre Strukturen anpasst ist sicher gut.

Aber das reicht für mich nicht, ich erwarte mehr bei so einem Thema. Gerade von der schreibenden Zunft.

Deshalb wünsche ich mir zu gegebener Zeit einen Platz für eine Stellungsname des Angeschuldigten oder den Betroffenen in der Republik. Sei es für seine/ ihre Sicht der Dinge oder auch eine Entschuldigung.
So können sich danach alle ihre eigen Gedanken machen.

So übel es für alle Beteiligten ist, es ist halt auch eine Story. Die sich für einmal, im eigenen Hause abgespielt hat.

Ich frage deshalb: wenn nicht hier, wo dann soll es Platz haben für eine Replik?

8
/
10

Genau diese Haltung ermöglicht, dass sich Belästiger ungestört fühlen und einfach immer weiter machen.
“Er ist halt auch nur ein Bub, dem seine Triebe in die Quere kommen, da kann der Arme ja gar nichts dafür. Und seine Texte sind ja soooo toll. Da sollen die Belästigten doch nicht so ein Zeug draus machen.”
So funktioniert Rape Culture.

81
/
6

Guten tag Frau Morchesi

Nein, es geht mir nicht um die tollen Texte und auch nicht darum das Menschen etwas erdulden müssten, was sie nicht wollen oder gar einer Vergewaltigungskultur vorschub zu leisten.

Es geht mir u.a. darum das etwas mehr über sexuelle Kultur und Fehlerkultur gesprochen wird.  Auch wenn Leute einen Fail hinlegen, egal wie gross oder klein, eine Chance bekommen ihr Gesicht zu wahren.

Hand aufs Herz. Wer hat nicht schon einmal eine Peinlichkeit oder etwas das man später bereute im oder rund ums Bett, Liebe oder Sexualität geliefert.
Ich gehe mal davon aus, die Allermeisten.
Und wollten wir das in der Art kommentiert, beurteilt oder an den Pranger gestellt wissen?
Eher weniger.

Was die Republik im Moment unternimmt ist gut und recht. Und vielleicht auch das Einzige das sie tun können. Mir persönlich ist es zu technisch und der Ton zu anwaltsdeutsch.

Aber wir können davon ausgehen, egal was die Redaktion der Republik tut, sie wird es nie allen recht machen können.

Und es ist doch so: man kann den Journalisten chassen.
Coachings und Schulungen veranstalten, sich empören.
Ja nu.
In dieser Sache wird es  am Ende wohl ein gerichtliches Nachspiel haben und für alle beteiligten mehr oder weniger gut ausgehen und im Ganzen wird sich von dem worüber sich viele aufregen nahezu gegen Null ändern.

Ändern wird sich erst etwas wenn der gesellschaftliche Dialog in die Gänge kommt. Am liebsten kontrovers diskutiert.

Wieso sollte die Republik nicht genau das anstossen?
Eine Serie zu den Themen die in dieser Geschichte tangiert wurden?

Es geht ja hier auch um Moralvorstellungen, einer in der Schweiz fehlenden sexuellen Fehlerkultur, um Zivilcourage,  um das Öffentliche und das Private, auch um wie viel Öffentlichkeit zumutbar ist.
Es geht um Arbeitsklima, persönliche Grenzen.
Letztendlich: wie wir miteinander umgehen.

Ich bin mir sicher das auch der Journalist dazu etwas zu sagen hätte was sich lohnt zu hören.
Was vielleicht jetzt noch nicht geht solange das Rechtliche am laufen ist. Aber ich bin gespannt wenn die Zeit reif ist.

1
/
1

Diese ganze „investigative Recherche“ riecht nach Eifersucht von seinesgleichen auf den Erfolg eines hervorragenden Schreibers, der seine primären Triebe wiederholt und unentschuldbar nicht im Griff hatte. Warum nur haben die betroffenen jungen Frauen ihm jeweils nicht einfach eine rechte Ohrfeige verabreicht nach seinen peinlichen Ausrutschern? Meiner Meinung nach wäre eine solche Zurechtweisung sehr hilfreich gewesen und hätte allen Beteiligten viel Aufregung erspart. Zu einer Anzeige hat es ja dann auch nicht gereicht. Aber dass man ein solches Talent dadurch fertigmachen kann, wird in Kauf genommen. Eine unrühmliche Geschichte, gerade auch für die Republik, die vorauseilend nur die aufgeregte Leserschaft beruhigen wollte.

24
/
144
Toni Peterer
Interessierter an unabhängigen Medien
·

Dieser tolle Journalist soll sich eine andere Stelle suchen und dort im Homeoffice arbeiten. Dort bekommt er dann keine Ohrfeigen.

1
/
0

Das Leben ist kein Film aus den 50er Jahren, wo ein übergriffiger Mann nur einmal kurz geohrfeigt werden muss und dann „oh, sorry dear“ sagt. Jemanden zu ohrfeigen wäre eine unglaubliche Entgleisung und könnte zu Gegengewalt oder einer Entlassung führen. Es ist absolut undenkbar, so zu handeln.

40
/
3

Ich. bin. fassungslos!
Die belästigten Frauen werden in Ihrem Kommentar mitschuldig gemacht, weil sie sich nicht gewehrt haben. Ein Paradebeispiel für Victim Blaming.
Schuld ist alleine die Person, die belästigt hat. Niemals die Opfer. Egal was sie für Kleidung anhatten, was sie sagten oder wie sonst reagierten. Was hätte eine Ohrfeige da bitteschön ändern können?
Ich gehöre zu denen, die nicht wissen, wer der Täter ist. Es spielt jedoch auch keine Rolle. Denn seine tolle Arbeit sollte nicht gegen seine Taten aufgewogen werden. Weil seine tolle Arbeit macht sein Verhalten nicht weniger falsch. Ich verzichte gerne auf künftige Werke.
Ich wünsche allen Betroffenen nur das Beste und hoffe, dass sie die Sache mit der Zeit hinter sich lassen können. Danke, dass ihr euch gewehrt habt. Es ist nicht leicht wie ich aus eigener Erfahrung weiss. Ich habe mich nämlich nicht getraut vor einigen Jahren.

127
/
5

Weil der Mann talentiert ist, sollen die Frauen sich also nicht wehren?

60
/
4

In wiefern wird hier gesagt dass sich die Frauen nicht wehren sollen?

0
/
16
Temporär-Abonnent
·
· editiert

Die Schlussfolgerungen von "Anonym 41" lehne ich auch ab. Gleichwohl frage ich mich auch, ob eine innerbetriebliche "öffentliche Ohrfeige" für unangemessenes Verhalten nicht gerechtfertigt gewesen wäre. Ich würde mir starke Frauen wünschen, welche die Kraft haben, sich gegen grenzüberschreitendes Verhalten unmittelbar, kräftig und demonstrativ zur Wehr zu setzen. Fordern kann man das nicht! Es ist ein Zeichen der Ohnmacht der Frauen, dass sie dazu nicht in der Lage sind. DAS macht mich als Mann traurig.

Interessanterweise ist eine Ohrfeige strafrechtlich bloss eine Tätlichkeit, welche - im Gegensatz zur üblen Nachrede und Beschimpfung (Artikel 173 und 177 StGB) - zu keinem Eintrag im Strafregister führt. Wenn belästigte Frauen den Belästiger melden, riskieren sie eine Anzeige wegen übler Nachrede. Das ist die wahre rechtliche Gefahr. Die rechtlichen Folgen einer Ohrfeige sind dazu geradezu harmlos.

14
/
6
(von der Moderation verborgen)
Jonas Studach
Community-Support
·

Beitrag verborgen wegen potenziell justiziablem Inhalt. Ich möchte Sie bitten, hier im Dialog auf Mutmassungen und Namensnennungen zu verzichten. Besten Dank für Ihr Verständnis.

5
/
0

Jeder weiss wie diese Person heisst. (Zum Glück!)

Die Republik wird sicher in zukünftigen Recherchen keine Namen nennen - bis zweifelsfrei feststeht dass die Sachverhalte vor einem Gericht verhandelt wurden und bestätigt sind. Natürlich nicht. Ein Gschmäggle.

5
/
15

Hat man mit dem Beschuldigten gesprochen ob ein Geständnis oder Entschuldigung möglich wäre? Im Sinne von „restoriatv Justice“ würde das vielen helfen, u.a. denjenigen, welche die Folgen der Handlungen erlebten und auch der gesamten Diskussion hier.
Ich kann nur wärmstens dieses Buch empfehlen, welches für mich im Bezug auf die Problematik ein Augen Öffner war:
To Raise A Boy - Emma Brown
https://edition.cnn.com/2021/03/25/…index.html

14
/
1
Michel Huissoud
VRP Republik AG
·

Ja, habe ich

22
/
4

Das Buch gelesen oder mit dem Beschuldigten gesprochen?

0
/
3

Obwohl Verlegerin, habe ich ja nur aus der Ferne mitbekommen, was seit Ende Juni mit der Republik und dem Vorwurf "sexuelle Belästigung durch ..." passierte. Am 1.September informierte die Republik über die anonymen Vorwürfe. So viel kann ich jetzt rekonstruieren: Am 5.Juli wurde die Geschäftsleitung von der Gleichberechtigungsstelle informiert, wurde aber durch eine see only-Klausel im Auftrag der Geschädigten zum Schweigen verpflichtet. Dann kamen die Sommerferien, weniger Betrieb in der Stadt, im Dialog. Texte des jetzt Freigestellten wurden noch im Juli und August veröffentlicht. Und dann am 24. August, zum Ende der Sommerferien, kam die Bombe im SRF Echo der Zeit plus eine Spezialsendung Medientalk. Ja, die Republik stand nicht gut da. Sie stand am Pranger, niemand hatte Verständnis und für einmal hatte SRF in so einem Mediensturm nicht eine vermittelnde Funktion, sondern die auslösende. Es schien, als sei die Republik völlig ahnungslos, an einem zentralen Punkt getroffen, auf dem falschen Fuss erwischt, vor Schock erstarrt. Es hagelte Fragen und Vorwürfe.
Ich würde mir sehr wünschen, dass nicht nur was die sexuellen Belästigungen angeht aufgearbeitet wird, was passiert ist, sondern auch, wie die Möglichkeiten der Republik seit dem 5.Juli waren, intern und nach aussen zu reagieren. Dabei scheint mir die see only-Klausel eine sehr wichtige, und letztlich der Republik sehr schadende Rolle zu spielen. Ich habe schon einmal die Frage nach der Wirksamkeit, der Berechtigung dieser see only-Klausel gefragt. Ist die juristisch wirklich unanfechtbar? Es entsteht der Eindruck, die Republik sollte ahnungslos sein - bis der grosse, der gewaltige Mediendonner losgetreten von SRF, ausbricht. Es ging um den Schutz der Geschädigten. Konnten sie sich nur so Gehör verschaffen? Fühlten sie sich nur unter dem Gewicht der vom Radio geäusserten Anklagen sicher?
Ich habe noch eine Frage zur Trennung von privaten und geschäftlichen Kontakten in diesem Fall, im Journalismus. Gibt es Flirts und sexuelle Beziehungen unter Arbeitskollegen? Was ist mit der Freizeit? Wird das private Verhalten, zuhause oder im Ausgang, für ein Arbeitsverhältnis relevant? Oder nur, wenn öffentlich wird, dass das private Verhalten nicht mit der offiziellen Haltung der Republik übereinstimmt?
Ein junger Mann, der es sehr bedauert, was passiert ist und die Folgen davon, sagte mir: wenn der Ruf des Journalisten bekannt gewesen wäre, hätte man ihn doch einfach von Anfang an ins homeoffice verbannen und von dort seine sehr guten Texte schreiben lassen können. Und er verstehe einfach nicht, dass in dieser Branche, die von Informationen lebe, so etwas Wichtiges wie das nicht mehr zeitgemässe übergriffige Verhalten eines guten Schreibers übersehen werden konnte.
Ich hadere mit der Zuschreibung, eine Verlegerin der Republik zu sein. Aber in dieser von der Republik gewollten Rolle möchte ich gerne Antworten.

33
/
5
Karin Landolt
Vorstands- und VR-Mitglied
·

Liebe Christina. Wir nehmen die Angelegenheit sehr E. Auch uns stellen sich viele Fragen. Und deine Fragestellungen bringen es auf den Punkt, dass nichts schwarz-.weiss ist, und es einen seriösen und unabhängigen Blick braucht. Deshalb haben wir die Untersuchungen in Auftrag gegeben. Sie geben uns zumindest teilweise schlüssige Antworten. Unser Ziel im Interesse der Republik und ihrer Mitarbeitenden ist es, daraus die Lehren zu ziehen - niemand ist unfehlbar, entscheidend ist, was wir aus unseren Fehlern lernen. Wir werden nach Abschluss der Untersuchungen und unseren Erkenntnissen weiter daran arbeiten, dass übergriffiges und anderes inakzeptables Verhalten in der Republik keinen Platz hat. Ich präzisiere: Wir haben bereits Anfang dieses Jahres damit begonnen, müssen aber nachlegen.

21
/
0

Grüezi Frau Landolt
Als Verleger geben wir die Verantwortung, dass es nicht zu solchen Vorfällen kommt an den Verwaltungsrat ab. Dieser wiederum beauftragt die Geschäftsleitung mit der Umsetzung.
Mir fehlt die eigene Selbstreflektion sowohl des Verwaltungsrates als auch der Geschäftsleitung.
Aus meiner Sicht ist dies nur die Spitze eines Eisberges. Mir fehlt ebenso, die eigene Selbstreflektion des redaktionellen Inhalts.
Meiner Ansicht ist die Republik nach wie vor viel zu wenig erfolgreich und es fehlt ein Teamgeist der den gemeinsamen Erfolg entschlossen will.

4
/
4
"Verleger"
·
· editiert

Eine konkrete Frage:
Ist den Mitarbeitern der Meldestelle bzw. den Personen, die die zwischen dem 14. und 28. September eingegangenen Meldungen ausgewertet haben, die Identität der meldenden Personen bekannt und können diese dadurch einordnen ob die Anschuldigungen glaubwürdig sind oder nicht?
Wenn nicht, welche Mechanismen wurden verwendet um sicherzustellen, dass es sich bei den meldenden Personen tatsächlich um potentiell betroffene Personen handelt (also Mitarbeitende der Republik, Personen die mit dem Beschuldigten persönlich Kontakt hatten etc.)

Stelle diese Frage hier weil, in der öffentlichen und privaten Diskussion dann schnell die Argumentation auftaucht, dass es sich bei den Anschuldigungen um frei erfundene Anschuldigungen von persönlichen Gegner des Beschuldigten handeln könnte, die diese Gelegenheit nutzen um sich unter dem Deckmantel der Anonymität zu "rächen".

18
/
4
Michel Huissoud
VRP Republik AG
·

Danke für die Frage, die ich an unsere Auftragnehmerin weitergeleitet habe. Ihre Antwort:

„Teilweise ist uns die Identität bekannt, teilweise sind die Meldungen anonym. Wir haben auch Meldungen von Zeugen, die etwas selbst gesehen haben oder denen etwas erzählt wurde. Dadurch lassen sich auch anonyme Meldungen verifizieren“.

31
/
0

Wie hält es die Republik eigentlich mit der Gewaltenteilung und dem staatlichen Strafmonopol?

Eigentlich eine rhetorische Frage, denn 1. ist ein Strafverfahren ja bereits geführt, der Beschuldigte schuldig gesprochen und die Strafe bereits vollstreckt. Nach der öffentlichen Hetzjagd ohne Beteiligung des Staates ist der Mann journalistisch tot, die Todesstrafe also bereits vollzogen. Und sagen sie jetzt nicht, dass das was ganz anderes ist, denn auch in diesem Fall kann die Strafe nicht mehr rückgängig gemacht werden, selbst wenn sich später die Unschuld herausstellen sollte.

  1. hat die Republik nicht nur Selbstjustiz geübt, sondern dabei auch noch die Gewaltenteilung missachtet. Im Strafverfahren gibt es 4 resp. 3 Gewalten: Die untersuchende Behörde, die anklagende Behörde, die richterliche Behörde und die Verteidigung. Die Republik untersucht und verurteilt, ohne dass der Beschuldigte dazu Stellung nehmen konnte, so steht‘s jedenfalls in der Medienmitteilung.

Aber Rechtsstaatlickeit fristet in der Schweiz ein stiefmütterliches Dasein, so auch bei der Republik. Es zählt nur, was die Mehrheit denkt. Die Mehrheit des Volkes und im Falle der Republik die Mehrheit der Verlegerschaft. Der Witz an der Sache ist, dass dies alles andere als demokratisch ist, da Demokratie Rechtsstaatlichkeit voraussetzt als Schutz des Individuums, der Minderheit vor der Beliebigkeit der Mehrheit. Was in der Schweiz wie in fast allen europäischen Staaten kultiviert wird, ist keine Demokratie, sondern eine Populokratie. Da passt das Vorgehen der Republik ins Bild: Eingeholt von den Sachzwängen einer wirtschaftlichen Medienberichterstattung. Auch die Republik kann ihre Ambitionen nicht umsetzen, ohne ihr Credo zu verraten. Wohl ein Ausdruck des aktuell düsteren Zeitgeists. Wenn das nur nicht übel endet…

Fazit: Die Republik mag ja – zumindest streckenweise – hervorragenden Journalismus bieten, sie sind Profis in ihrem Metier. Aber von Strafverfahren haben Sie wirklich keine Ahnung. Dass Sie trotzdem Ihre Finger nicht davon lassen konnten, laste ich Ihnen als groben Kunstfehler an.

4
/
12

Als junge, woke Frau schockiert mich das Vorgehen der Republik zutiefst. Auf Grund anonymer Anschuldigungen entlässt ihr einen Mitarbeiter fristlos. Ohne Anhörung. Die saubere Überprüfung der Anschuldigungen durch Konfrontation des Beschuldigten war ja gar nicht Teil der Untersuchung der Republik.

Ich dachte, ihr steht für Rechtstaatlichkeit und Fairness. Falsch gedacht. Und ihr habt eure Sorgfaltspflicht gegenüber dem Angeklagten krass missbraucht.

15
/
88
Multifunktional
·

Als junge, woke Frau

... Anonymität ist geduldig, nicht wahr?

78
/
20

Genau wie anonymes Denunziantentum.

6
/
4

Liebe Republik

Seit der Berichterstattung zu den Vorfällen lässt mich die Geschichte nicht mehr los. Es tut weh, von einem Projekt, an das mensch so sehr glaubte, derart enttäuscht zu werden. Ohne Klarheit in meinem Kopf versuche ich ein paar Gedanken und Fragen zu sortieren:

  1. Erstmals Danke, dass Ihr eine transparente Aufarbeitung versucht und in Euren Beiträgen klar Stellung bezieht.

  2. Eine Frage zu den Aufträgen: Aufträge 2 und 3 überprüfen den Anstellungsprozess res-pektive die Reaktion seit der Meldung. Auftrag 1 ist ein Meldetool, mit welchem Vorfälle von Belästigung und anderem unakzeptablem Verhalten seit der Gründung der Republik gesammelt werden. Zudem soll im Rahmen des Auftrags 1 abgeklärt werden, ob diese Vorfälle innerhalb der Republik kommuniziert worden sind oder nicht (und wieso).

Gleichzeitig schreibt ihr "Untersucht werden soll auch der Umgang mit Vorwürfen über das ganze Anstellungsverhältnis hinweg, vom Zeitpunkt der Einstellung des Betroffenen bis hin zur aktuellen Freistellung, sowie allfällige Vorkommnisse, die mit der jetzt im Fokus stehenden Person nicht in Verbindung stehen. Ganz allgemein soll die Betriebs­kultur der Republik untersucht und der Frage nachgegangen werden, wer zu welchem Zeitpunkt über allfälliges Fehlverhalten informiert war."

Wie findet diese Untersuchung statt? Für mich ist nicht klar, welcher der drei Aufträge diese Fragen abdeckt.

  1. "Aufgrund einer ersten Auswertung der eingegangenen Meldungen haben wir entschieden, uns per sofort von dem beschuldigten Mitarbeiter zu trennen. Da eine sofortige Trennung aufgrund des ausgewerteten Materials für uns als Arbeitgeberin alternativlos war, hat keine Konfrontation des Beschuldigten mehr stattgefunden."

Bedeutet "keine Konfrontation des Beschuldigten", dass seit der Freistellung keine Gespräche stattfanden (und er sich somit nie zu den Vorwürfen äussern konnte) oder dass die Kündigung ohne Gesprächsmöglichkeit gesprochen wurde? Das klarzustellen würde allenfalls die Diskussion hier etwas entschärfen.

Wenn die Kündigung "alternativlos" ist, müssen die eingegangenen Meldungen ein sehr klares Bild zeichnen. Und das macht mich unglaublich wütend. Wie konnte das passieren, wieso kam das nicht viel früher ans Licht, wenn das Bild im Nachhinein so klar ist? Die heutige Meldung lässt mich mit dieser Wut im Stich, was ich schade finde.

  1. Wieso mich dieser Fall nicht loslässt, ist eben auch, dass er für mich persönlich schwierige Fragen aufwirft. Miriam Suter hat in ihrer Stellungnahme auf Insta folgendes geschrieben (Kürzungen weil sonst ellenlang): "Als ich in den Journalismus einstieg, waren alle meine Vorbilder männer. [] Damit einher ging auf ein patriarchal geprägtes Männerbild, das ich als normal emfpand. [] Ich lernte auch, dass ein gewisses Verhalten normalisiert wird. [] Und weil ich als frau sozialisiert wurde, kickte ab und zu auch der pick-me-effekt: wenn ich dem als frau und als journalistin gefalle, dann ist das ein gutes zeichen. [] heute fällt es mir schwer, mein damaliges ich nachzuvollziehen, aber wie ein freund treffend sagte: 'aber wusstest du, dass er ein grüsel ist – oder dachtest du, dass er ein manischer bad boy ist, der das süsse leben lebt?' ich denke, letzteres ist der fall."
    Mit dieser Stellungnahme fühle ich mich selbst ertappt. Genauso bei der Lektüre des Artikels von Mia Nägeli mit dem Titel "Weil er so fickt, wie sie alle gerne ficken würden" im Magazin Saiten (Leseempfehlung!). Der Fall zeigt mir auf, dass ich noch viel Arbeit vor mir habe, zu verarbeiten, welche Auswirkungen es für mich hat, dass ich Hank Moody aus Californication - der "manische bad boy, der das süsse leben lebt" schlecht hin - angehimmelt habe (oder nach wie vor anhimmle?). Gab es überhaupt je "manische bad boys, die das süsse Leben leben", die keine Grüsel sind? Und wenn nicht, was bedeutet dies für mich, für uns als Gesellschaft, für Arbeitgeber*innen (im Journalismus) und wie kommen wir weiter?

Bemerkung: Könnt ihr den Text von Mia Nägeli bei den Links auch aufnehmen?

  1. Mich beklemmt das Schweigen zu diesem Fall. Weil ich erstens mit diesen Fragen alleine gelassen werde. Die zwei oben zitierten Stellungnahmen sind von Frauen, viel mehr brauchbares habe ich bisher nicht gelesen. Männer, was sagt ihr? Zweitens wünschte ich mir Beiträge von Männern (und Frauen), die den Beschuldigten kannten, zusammenarbeiteten etc. und die klare Stellung beziehen und reflektieren, was geschah, wieso dies geschah und was sie verbessern wollen.

Ich vermute, dass ein Teil des Schweigens davon kommt, weil der Name nicht öffentlich ist. So muss niemand, der mit dieser Person zusammengearbeitet hat, Stellung beziehen, respektive würde Stellung beziehen das Risiko mit sich bringen, dass die Anonymität nicht mehr gewahrt wird. Deshalb eine weitere Frage: Wieso veröffentlicht ihr den Namen nicht?

Zum Schluss: Ich wünsche mir sehr, meine Hoffnung, dass die Republik Veränderungen – welche über diesen Einzelfall hinausgehen – anstosst und anpackt, wird nicht enttäuscht.

44
/
2

der text von mia nägeli ist fantstisch gut!!
dass jemand, der so unglaublich gut schreibt
im journalismus keine karriere machen kann, weil sie nicht wie ein männliches arschloch funktioniert, ist nur jämmerlich und traurig.
und im übrigen ist mir der sex appeal von drugs and rock n' roll und abuse schon ein leben lang und seit meiner adoleszenz ein rätsel. durchschaubar und peinlich.

2
/
0
Frau und Mutter
·

Trotz der Gefahr, als unempathisch und arrogant daherzukommen, wage ich es, hier eine kontroverse Sichtweise einzunehmen. Ich verstehe, dass es schwierig ist, sich als junge, unerfahrene Frau, und v.a. Journalistin gegen Machtmissbrauch einer vorgesetzten, allgemein respektierten Person zu wehren. Im Dialog wird hier gefühlt mehrheitlich die Republik verantwortlich gemacht dafür, dass sie keine Strukturen geschaffen hat, die es Betroffenen erlaubt, Übergriffe zu melden. Ich finde diese Verurteilung zu vorschnell und unfair. In meinen Augen, (als eine Frau, die keine Beisshemmung hat gegenüber Autoritätspersonen), wäre es wichtig, dass eine betroffene Frau dem belästigenden Mann klar die Grenzen zeigt. Ein blosses "Chills mal" oder ein Ignorieren einer übergriffigen Nachricht, sehe ich nicht als adäquate Reaktion an. Wenn eine direkte, klare Ansprache keine Wirkung zeigt, sollte in einem weiteren Schritt die Chefetage darüber informiert werden. Offenbar wurde das nicht gemacht, aus Scham und aus Unsicherheit. Wie gesagt, ich kann es nachvollziehen, sehe aber Handlungsbedarf, beginnend in der Erziehung. Mädchen sollten laut und rebellisch sein dürfen. Man sollte mit ihnen darüber sprechen, welches Verhalten von Männern unangemessen ist und sie sich dagegen wehren müssen, egal wie hoch angesehen der Mann ist. Natürlich gilt es umgekehrt auch in der Erziehung von Buben, dafür zu sorgen, dass sie die Bedürfnisse ihrer weiblichen Mitmenschen sensibler wahrzunehmen lernen, im Wissen, dass Mädchen nicht immer klar nein sagen, wenn es ihnen zu weit geht. Ob die Chefetage der Republik Fehler gemacht hat, wird sie selber am besten wissen, ich vertraue darauf, dass sie diese Situation mit der nötigen Sorgfalt behandelt.

63
/
34
einfacher Bürger mit "Infomationburnout"
·

Die ganze Diskussion hier zeigt mir wieder einmal mehr auf, wie schwierig es ist in grossen und komplexen Betrieben eine konstruktive Fehlerkultur zu leben. Ich denke da ua. auch an unser Gesundheitswesen (Spitäler, Arztpraxen, Behörden). Vielleicht könnte man dies auch einmal in einem neuen Dialog hier thematisieren.
Wenn man einem Täter keine Empathie zugestehen kann, dann wird es immer nur meinungsgestützte "entweder oder" geben. Es kommt dann leicht zu den "Täter-Opfer-Umkehrdiskussionen, die selten lösungsorientiert sind. Dies heisst natürlich sicher nicht, dass Täter nicht zur Rechenschaft gezogen werden sollen. Sie sollten aber auch die Möglichkeit einer Wiedergutmachung bekommen. Und wenn letzteres gelingt, dann ist dies auch eine Positivmeldung wert. Dazu sollten wir stehen.
Dazu müssen wir aber auch ein entsprechendes gesellschaftliches Klima schaffen. Letzteres ist sicher auch ein Erziehungsproblem, im Elternhaus, der Schule und eben auch am Arbeitsplatz und in den Medien. Ich denke die Republik macht hier einen guten Job.
Wir alle machen immer wieder Fehler, manchmal auch schlimme, doch sind wir alle deshalb auch nicht einfach nur schlecht.

4
/
0