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Ich muss meinen vorherigen Beitrag ergänzen. Weil der Name "Michel Friedmann zu Beginn des heutigen Artikels steht, habe ich angenommen, dass er der Verfasser sei. Aber beim nochmaligen Nachschauen stellte ich fest, dass tatsächlich der gleiche Journalist für den heutigen Artikel verantwortlich zeichnet, der gestern diese ehrverletzende, von der CIA seit 10 Jahren alle intelligenten, mutigen Menschen wie Daniele Ganser , welche die Lügen-Fake-News des GWBs aufdecken, als "Verschwörungstheoretiker" bezeichnet. Sie Herr Ryser haben offensichtlich realisiert, dass Sie gestern über Herrn Ganser einen Unsinn geschrieben haben, denn heute benennen Sie wirklich die Verschwörungstheoretiker richtig. Aber mir scheint, Sie sollten sich doch ganz klar von Ihren gestrigen Behauptungen distanzieren und sich bei Herrn Ganser entschuldigen.
Mit erwartungsvollen Grüssen. Joseph Goldinger, Grandson

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Sehr geehrter Joseph Goldinger,

was ich mich bei Leuten wie Daniele Ganser immer frage: Woher eigentlich das Bedürfnis, dass alles von langer Hand geplant wurde? Macht das einen selbst irgendwie wichtiger, weil man den Eindruck erweckt, über eine Art Geheimwissen zu verfügen, das einfache Leute nicht haben?

Warum spricht man Leuten wie George W. Bush – wahrlich ein mächtiger Mann, und einer, dem Amnesty International vorwirft, ein Kriegsverbrecher zu sein,
(Quelle, unter anderem: https://www.amnesty.org/en/document…7/2011/en/)
– eine solche Allmacht zu? Aber vor allem: Ändert denn das etwas an dem, was unbestreitbar ist: Dass die USA mit einem erfundenen Beweis
(Quelle, unter anderem: https://www.faz.net/aktuell/politik…55325.html)
die Zustimmung für einen Angriffskrieg erhalten haben und damit einen Konflikt auslösten, dem bis heute, Stand 29. Januar 2021, 208547 irakische Zivilist*innen zum Opfer gefallen sind (Quelle: https://www.iraqbodycount.org/)

Diesen Schrecken bestreite ich nicht und lege Ihnen im übrigen folgenden Artikel nahe, der kürzlich in der «Republik» erschienen ist. Damit Sie einen Eindruck gewinnen können, was im Irak im Moment los ist, und dass wir davor nicht die Augen verschliessen: https://www.republik.ch/2020/11/02/…e-amerikas

Daniele Gansers Doktorarbeit «GLADIO. NATO's top secret stay-behind army, CIA terrorism in Western Europe, and the democratic failure to control secret services.» (promoviert bei Georg Kreis), fand ich hochspannend. Raul Zelik schrieb damals, 2008, in der TAZ: «Es kommt nicht gerade häufig vor, dass sich die US-Regierung genötigt sieht, auf eine wissenschaftliche Studie aus Europa mit einem Dementi zu reagieren. Doch bei Daniele Gansers mittlerweile in acht Sprachen vorliegendem Buch über „Nato-Geheimarmeen“ ist genau das geschehen.»
(Quelle: https://taz.de/!847617/)

Ich sehe nicht, wie mich die Kritik an der heutigen «Methode Ganser», wie Michael Butter diese in meinen Augen treffend beschrieben hat, zu einem Menschen macht, der «einfach CIA-Verleumdungen» nachplappert.
(https://www.republik.ch/2019/04/13/…ode-ganser)

Gerne möchte ich Sie zudem auf einen Artikel verweisen, der die massiven Folgen von 9/11 für den Rechtsstaat in unseren Breitengraden nachzeichnet. Dazu brauche ich keine Mutmassungen, wie es denn noch gewesen sein könnte. Es liegt alles offen da:
https://www.republik.ch/2020/09/17/…-interview

Betreffend Ihrer Bitte: Ich kann mich nicht bei Herrn Ganser dafür entschuldigen, dass er sich von der Wissenschaftlichkeit verabschiedet hat und jetzt dem Magischen Denken anhängt, «Wem zum Vorteil?» als Leitmotiv seiner Arbeit, alles was ihn in seinen Thesen bestätigt, hochstilisierend, alles, was der eigenen These widerspricht, ausblendend.

Aber ich kann Ihnen eine Antwort geben, warum ich Leute wie den offenbar sehr freundlichen Daniele Ganser für gefährlich halte: Es gibt hier Leute im Dialog, die sagen, man müsse versuchen, auf Verschwörungstheoretiker:innen zuzugehen, versuchen, die Leute wieder zurückzuholen. Ich frage mich aber je länger je mehr, ob das die richtige Strategie ist. Ob das überhaupt möglich ist. Zumindest ab einem gewissen Punkt ist es das nicht mehr, nämlich dann, wenn es hetzerisch wird. Wenn Leute behaupten, George Floyds Ermordung sei inszeniert gewesen. Und wie Sie ja vorzüglich bewiesen haben, und wie mir das schon so viele Ganser-Anhängerinnen um den Kopf gehauen haben, ist man ja, wenn man anderer Meinung ist, nicht einfach anderer Meinung, man ist gekauft von der NATO und der CIA und einer Elite, man ist im Bund mit dunklen Mächten, man ist blind oder korrupt oder beides.

Mit solchen hetzerischen Behauptungen aber, Stichwort «Lügenpresse», nähren Menschen letztlich den Boden für Ereignisse wie jenes vom 6. Januar 2021 in den USA, wo Journalist:innen massiv angegriffen wurden. Die Journalist:innen waren in den Augen der Kapitol-Stürmer:innen Freiwild, weil sie ja im Dienste einer Elite stünden, die ihnen zuerst die Kinder und dann den Präsidenten genommen haben. Verschwörungstheoretiker:innen zielen letztlich in dieser Logik auf eine Gleichschaltung der Presse ab, weil es in ihren Augen nur eine Wahrheit gibt, denn die Gegenseite ist so übel, da sind im Kampf letztlich alle Mittel recht.

Eine Entwicklung, die man bekämpfen muss.

Beste Grüsse
DR

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Ganser darf nicht unterschätzt werden. Bei vielen Coronaskeptikern ist er sehr präsent. Sein Antiamerikanismus verfängt auf den ersten Blick, aber dieser ist in Kombination mit Verschwörungstheorien Humbug (siehe 9 / 11).
Danke für die Klarstellung, Daniel Ryser.

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Herr Ryser, diese Replik ist so treffend und gut geschrieben, sie könnten sie zB. vor der nächsten Folge dieser hervorragenden Serie veröffentlichen.

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Es gibt hier Leute im Dialog, die sagen, man müsse versuchen, auf Verschwörungstheoretiker:innen zuzugehen, versuchen, die Leute wieder zurückzuholen. Ich frage mich aber je länger je mehr, ob das die richtige Strategie ist. Ob das überhaupt möglich ist. Zumindest ab einem gewissen Punkt ist es das nicht mehr, nämlich dann, wenn es hetzerisch wird.

Das ist persönlich aber auch journalistisch womöglich die entscheidende Frage: Wie umgehen mit «Verschwörungstheoretiker:innen»? Zumal sie laut Studien konstant 20-30% der Gesellschaft ausmachen.

«[A]b einem gewissen Punkt ist es das nicht mehr, nämlich dann, wenn es hetzerisch wird» – Völlig d'accord. Klare Kante. Intoleranz gegenüber Intoleranten.

Doch was machen wir bis zu diesem Punkt?

Ich muss gestehen, dass ich nicht immer einer dieser «Leute im Dialog» war, die auf sie zugehen wollte. Ganz Rationalist tat ich dies bis vor Kurzem persönlich als verblendeten Irrationalismus ab, der mit einem Fuss im braunen Sumpf steht, aber philosophisch und wissenschaftlich ein faszinierendes Feld zu Erforschung des Menschlich-Allzumenschlichen abgibt.

Doch persönliche Erfahrungen in meinem Umfeld, die eingehende Beschäftigung mit den sozial-psychologischen Ursachen (gerade auch in der Auseinandersetzung mit Euren Artikeln und den Dialogen) und nicht zuletzt die Sichtbarkeit in der Corona-Krise liessen mich an dieser starren Position zweifeln – und eher in die andere Richtung einlenken, auch wenn es eher etwas hilflos wirkende Geh-Versuche sind.

Meine ehrlich gemeinte Frage an Euch, Daniel Ryser und Olivier Würgler, wäre daher, ob, und wenn ja, wie Ihr die Einsichten aus der Episode «We Are the World» umsetzen wollt (wie ich es hier bereits zu skizzieren versuchte).

Riesen Dank für Eure Arbeit!

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Theologe
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Danke für diesen ausgezeichneten und essentiellen Beitrag. Zur Eingangsfrage, warum viele Menschen nach planenden Mächten im Hintergrund suchen, kann ich ‚Tagebuch der Menschheit‘ von van Schaik/Michel empfehlen, in epischer Länge.
Als Vertreter der Dialogbefürwortenden hier im Forum möchte ich fragen, wie Sie Hetze mit Erklärungen und Verboten nachhaltig bekämpfen wollen.

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Zu Ihrem Beitrag fällt mir, wie gestern bereits, folgendes Stück ein, das Sie vielleicht interessieren könnte: «Die Methode Ganser». Und hier einen nennenswerten Fakten-Check zum Begriff der «Verschwörungstheorie».

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Senior Researcher
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Was ist GWB? George W. Bush? oder Great White Brotherhood (spiritual organization; aka Great Brotherhood of Light)?

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Senior Researcher
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Ich bin etwas erstaunt, dass Frau Späti den Judenstern erwähnt, aber nicht, dass dessen Tragepflicht auf eine Intervention des Schweizer Zoll zurückgeht, der vom Deutschen Reich verlangte, dass die Pässe der Juden gekennzeichnet werden. Grund dafür war, dass sonst der Schweizer Zoll keine Möglichkeit sah, die deutschen Juden gemäss der geltenden (Un-)Rechtslage am Export ihrer Vermögen zu hindern.
Die Nazis nahmen das gerne auf und nutzten anschliessend den Judenstern auch zur Diskriminierung zu Hause.
Sich Judensterne auf die Maske zu kleben, hat also einen feinen historischen Hintergrund, der alles andere als antisemitisch ist. Auch wenn die Ausgrenzung, der wir, die Masken aus medizinischen oder psychologischen Gründen nicht vertragen, ausgesetzt sind, sich vorläufig nicht mit derjenigen der Juden vergleichen lässt. Wenn aber die Hetze gegen «Corona-Leugner» so weiter geht, ist es bald soweit.

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Hier sind wohl ein paar Dinge durcheinander gekommen.

Sie erwähnen den Judenstern, meinen aber wohl den Judenstempel? In Reisepässen ab 1938, damit die Schweizlis an der Grenze Einreisende ohne Visum zurückweisen konnten? Die Zwangskennzeichen mit dem gelben Stern folgte Jahre später und war schon eine sehr deutsche Erfindung. So rum, oder?

Der Resten Ihrer Einschätzung ist respektlos.

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Senior Researcher
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Respektlos? Also, ich sehe, Sie geben mir recht... Aber mit dem Judenstempel haben Sie recht, das war zunächst kein äusserlich zu tragendes Kennzeichen.

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Herr F., über Ihre Verwechslung des "J" in Pässen deutscher Juden mit dem Judenstern haben sich schon andere geäussert. Ich widerspreche Ihrer Behauptung, die Verwendung des Judensterns auf Atemmasken sei nicht antisemistisch.

Der Judenstern war von Anfang an als offensichtliche Diskriminierung und gesellschaftliche Ausgrenzung gedacht - und zwar nicht für irgendwen, sondern für jüdische MitbürgerInnen, die der allgemeinen Verfolgung unterstanden und ermordet wurden. Er ist damit ein Zeichen der Judenverfolgung im Nationalsozialismus.

Man kann den Judenstern gar nicht ausserhalb dieses Kontextes verwenden, weil es ihn ohne diesen Kontext nie gab. Den Judenstern auf eine Atemmaske zu kleben, heisst: "Ich werde ausgegrenzt und bis zur Ermordung verfolgt - wie damals die Juden". Und das ist nicht nur absoluter Unsinn, sondern auch antisemitisch.

Unsinn ist es, weil Maskengegner nicht von anderen ausgegrenzt und bis zur Ermordung verfolgt werden. Sie grenzen sich selbst aus - niemand zwingt sie dazu. Und schon gar nicht plant jemand ihre Ermordung. Wenn da jemand gefährdet wird, dann nicht die Maskengegner, sondern jene, die mit diesen zusammentreffen und einer erhöhten Ansteckungsgefahr ausgesetzt werden.

Antisemitisch ist es, weil das Leid und die Ermordung der durch den Stern gekennzeichneten Juden, gleichgesetzt wird mit der Unanehmlichkeit, die manche Leute haben, wenn sie für ein paar Stunden Mund-Nase-Masken tragen müssen, um andere zu schützen. Abgesehen davon, dass Menschen, die Masken aus gesundheitlichen Gründen nicht tragen können, sich davon befreien lassen können. Kein Jude hatte zwischen 1933 und 45 diese Möglichkeit.

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Antisemitismus benötigt Judenfeindlichkeit, ihr Beispiel der eindeutig unsinnigen und unangebrachten Gleichsetzung durch den Judenstern an der Maske stellt auch nach meiner Leseart keine antisemitische Aussage dar (was übrigens auch meine einzige Einigkeit mit Herr F. ist). Siehe auch die Deutung von Prof. Späti als „krasse Relativierung des National­sozialismus“ (unentschuldbar und unsinnig), die jedoch ohne Erwähnung von Antisemitismus auskommt.

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"... ist es bald soweit." Sie meinen, demnächst verbietet die Regierung Ihnen, Maskenträger zu ehelichen, Haustiere zu halten? Und überdemnächst werden Sie dann in Vernichtungs- und Arbeitslager eingeliefert, zu Tode gepeitscht oder vergast?

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Dieser ausgezeichnete Beitrag hat mir einige Zusammenhänge und Einsichten deutlicher gemacht. Wir leben offensichtlich in Zeiten der Verwirrung und der Verirrung. Das zeigt sich ja auch in gewissen Kommentaren.
Solche Artikel helfen mit, etwas Klarheit zu schaffen. Und das ist heutzutage nötiger denn je.

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Der heutige Beitrag von Herrn Friedmann enthält wirklich sehr interessante, wenn auch sehr traurige Informationen. Ich möchte Sie, Herr Friedmann bitten, Ihren Kollegen Daniel Ryser zu erklären, was Verschwörungstheoretiker sind. Dieser Mann hat nämlich keine Ahnung und plappert einfach die Verleumdungen der CIA nach, welche diejenigen, welche den Lügen der GWB-Administration auf die Schliche gekommen sind eben eheverletzend und fälschlicherweise ebenfalls als Verschwörungstheoretiker bezeichnet und damit fertig.
Solche Artikel, die wirklich aufgrund von Fakten und nicht von - wenn auch hundertmal wiederholten - Falschmeldungen wie im Beitrag von Daniel Wyser unter dem gleichen, Übertitel, Nr 7: "Entspannt in die Barbarei" gehören wirklich in eine informative Zeitung wie die "Republik". Danke für Ihre gute, klare, fundierte und richtig recherchierte Information, Herr Friedmann.

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Sehr geehrter Herr Goldinger, ich werde es Herrn Ryser ausrichten, Freundliche Grüsse, Michel Friedman

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Vielleicht würde der Antisemetismus verschwinden, wenn man ihn nicht hinter jeder Ecke sehen wollte. Keine Ahnung von der Geschichte zu haben, ist nicht antisemitisch, sondern schlicht ungebildet. Eine Corona-Gegnerin, welche sich mit Sophie-Scholl vergleicht, ist daher nicht antisemitisch, sondern schlicht dumm. Das Juden komisch angesehen wurden, weil sie keinen Nationalstaat hatten, ist schlicht Unfug. Auch andere Religionen hatten keinen Nationalstaat. Umgekehrt wird ein Schuh daraus. Es ist heute ein Problem für das Judentum, dass es einen Nationalstaat hat, der direkt mit ihm identifiziert wird. Juden werden von vielen leider für dessen unzweifelhaft problematisches Verhalten in Sippenhaft gekommen und ihre individuelle Haltung wird nicht mehr wahrgenommen, wie immer, wenn angebliche Eigenschaften Gruppen zugeschrieben. Das ist nichts anderes wie zum Beispiel das stereotype Bild, welches viele Schweizer über Serben oder Deutsche haben, um nur zwei Gruppen zu nehmen oder das stereotype Bild, welche viele über Schweizer haben. Die historische Ursache des Antisemitismus war die Begrenzung der Juden bei der Berufswahl. Dies bewirkte, dass sie nicht wie alle anderen Bevölkerungsschichten wahrgenommen wurden. Das es heute noch Menschen gibt, die antisemetisch sind, ist traurig, genauso traurig, wie das es Menschen gibt, die antiislamistisch sind. Beides ist nicht gut und man sollte versuchen es zu überwinden. Jeder Mensch ist ein Individuum und seine persönlichen Eigenschaften machen ihn aus und nicht die vermeintlichen Eigenschaften einer Gruppe, der er oft ungefragt zugeordnet wird.

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Lieber Anonymous. Ihre Aussage, dass Antisemitismus vielleicht verschwinden würde, wenn man ihn nicht hinter jeder Ecke sehen wollte, ist hochgradig gefährlich. Damit schlagen Sie in die selbe Kerbe wie jemand, der behauptet, Frauen seien in Tat und Wahrheit für grassierenden Sexismus verantwortlich, wenn sie es wagten, darauf hinzuweisen, oder jede Person, die einem Rassist widerspricht, sei damit an der Verbreitung von Rassismus beteiligt. Das Gegenteil ist wahr: Wir machen uns mitschuldig, wenn wir nicht auf Antisemitismus, Rassismus, Sexismus oder jede andere Art von Diskriminierung hinweisen. Wenn wir sie stillschweigend tolerieren, tragen wir dazu bei, dass sie genährt wird und sich weiterverbreiten kann. Diskriminierung verschwindet nicht einfach so, indem man sie totschweigt, sondern indem man sie erkennt, benennt und aktiv dagegen vorgeht.

Ich wünsche Ihnen einen guten Tag. Mit freundlichen Grüssen, Bettina Hamilton-Irvine

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Da haben Sie etwas missverstanden, da ich es nicht gut formuliert habe. Von einer stillschweigenden Tolerierung war keine Rede und einem Totschweigen schon gar nicht. Antisemitismus sollte man dort, wo er auftritt klar bennen und damit transparent machen. Da bin ich ganz bei Ihnen. Es ging mir darum, das nicht hinter all den Beispielen im Artikel Antisemitismus steckt. Die Antisemitismus-Keule wird z. B. oft geschwungen, wenn jemand Israel kritisiert. Was ist daran antisemitisch? Nichts, solange es nicht gegen den Glauben geht.

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Wie wäre es, wenn wir, statt uns auf die teilweise ungebildeten „Halb-Antisemiten“ einzuschiessen, in unserem eigenen Leben und in unserem eigenen Bekanntenkreis pro-aktiv positiv um Differenzierung, Humanismus, Koexistenz etc. bemühten?

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Danke für diesen Exkurs in die antisemitische Symbolik, die im Umfeld diverser Verschwörungsmythen wieder aufgekocht wird. Aber es sollte dabei nicht vergessen werden, dass die SVP seit Jahrzehnten mit dieser Symbolik kokettiert und sie zuweilen auch ganz direkt einsetzt.

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Wer könnte das (das, das und das) vergessen?

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super Zusammenstellung. Danke.

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Auch ihr selbst gegenüber würden sich schnell unangenehme Spannungen entladen, wenn sie Leuten im Gespräch sage, dass sie es falsch finde, sich mit Sophie Scholl gleichzusetzen, oder dass sie solche Vergleiche als Jüdin verletzten und es einfach nicht richtig sei.

Das verstehe ich nicht. Kann mir da jemand helfen?
Wieso findet sie es falsch, wenn sich jemand mit Sophie Scholl gleichsetzt? Wieso wird sie als Jüdin mit solchen Vergleichen verletzt?

Sophie Scholl hat gegen den Nationalsozialismus Widerstand geleistet. Sie ist Protestantin. Wo ist da der Zusammenhang zum Antisemitismus?

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Olivia Kühni
Journalistin Republik
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Lieber Herr C., es gab einen Auftritt einer Kritikerin der Corona-Massnahmen, bei dem diese sich als Widerständlerin gegen eine angebliche Diktatur dargestellt und mit Sophie Scholl verglichen hat.

Verletzend ist das wohl für eine Jüdin darum, weil dadurch die Pandemie-Massnahmen in ihrer Qualität auf eine Ebene gestellt werden mit der systematischen Ermordung von Millionen Juden. Sonst wäre diese Dame ja nicht so mutig wie Sophie Scholl.

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Danke. Jetzt versteh ich auch, was sie falsch findet.

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Chefredaktion
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Vielleicht weil ihre Grosseltern, ihre Verwandten, die halbe Familie deportiert, vernichtet, ausgelöscht wurde und sich heute irgendjemand hinstellt und wegen ein bisschen Maske oder geschlossenen Läden so tut, als müsste man vergleichbaren Widerstand leisten wie Sophie Scholl gegen die Nazis. Braucht jetzt nicht so wahnsinnig viel Empathie, oder?

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Sie unterstellen mir, zu wenig Empathie zu haben, weil ich das nicht verstanden habe?

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Vielen Dank, Herr Ryser, für diesen Artikel. Er hat mir einige Aspekte von Antisemitismus klarer gemacht und Sie bzw. Christina Späti haben meiner Meinung nach wichtige Kernelemente prägnant herausgearbeitet. Allerdings finde ich nach wie vor, dass es ein anspruchsvolles Thema mit Stolperfallen ist. Folgendes Zitat von Frau Späti fand ich einerseits interessant und auch plausibel und es hat mich andererseits auch ins Grübeln gebracht:

«Nach dem Holocaust kommt es zu einer Tabuisierung des Antisemitismus. Gewisse Dinge konnte man nicht mehr sagen. Also benutzte man jetzt Codes. Man sprach dann von der Ostküste, von New York, dem dortigen Finanz­kapitalismus. Von Israel. Von den Rothschilds oder den Zionisten. Man hat den Begriff Jude durch diese Codewörter ersetzt. Wenn man diese Codes benutzt, ist es antisemitisch. Was nicht zwingend heisst, dass derjenige, der sie benutzt, ein Antisemit ist. Es ist nicht dasselbe.»

Zunächst einmal finde ich die Differenzierung zwischen „antisemitisch“ und „Antisemit“ gut. Auch uns Nicht-Rassisten rutscht ja mal versehentlich und oft auch völlig unbewusst eine rassistische Äusserung raus. Ich habe mich trotzdem gefragt, ob z. B. Yanis Varoufakis in dem von Ihnen publizierten Interview vom 14.11.20 antisemitische Äusserungen macht, weil er den Begriff Finanzkapitalismus benutzt. Ich würde ganz klar sagen, dass er das nicht tut. Genauso ist ja auch ein Wikipedia-Eintrag über Israel nicht antisemitisch, nur weil der Code Israel darin vorkommt. Es geht mir überhaupt nicht darum, die Aussage von Christina Späti ad absurdum zu führen. Ich möchte einfach verstehen, wie es genau gemeint ist. Es kommt offensichtlich auch darauf an, wie bzw. in welchem Kontext man diese Begriffe benutzt. Leider werden manchmal Aussagen aus dem Kontext gerissen, so dass sie antisemitisch erscheinen und dann der Urheber dieser Aussagen automatisch als Antisemit bezeichnet wird (ob er es nun ist oder nicht).

Das betrifft wohl vor allem auch den Punkt der Kritik an Israel. Dieser Aspekt hat mir im Artikel gefehlt, obwohl er ja kurz angesprochen wurde. Ich persönlich habe grosse Mühe, dort eine klare Grenze zu ziehen, zwischen berechtigter und passend geäusserter Kritik und Antisemitismus.

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Sehr geehrter Herr H., Christina Späti spricht von Codes. Ich habe Sie nicht so verstanden, dass der Begriff Finanzkapital für Sie automatisch antisemitisch ist, aber dass er das sein kann. Dass man also sehr genau hinhören muss, wenn solche Begriffe in den Raum geworfen werden, und natürlich oder vor allem dann, wenn es im Kontext von Verschwörungsglauben passiert. Der Begründer dieses Begriffs, der marxistische Theoretiker Rudolf Hilferding, wurde im übrigen 1941 von den Nazis in Paris ermordet. Seine Frau Margarete im Vernichtungslager Treblinka. «Finanzkapital» ist nach Hilferding «eine Entwicklungsstufe des Kapitalismus, in der die Konzentration innerhalb des Bankwesens ein bedeutender Motor für das Erreichen des höchsten Stadiums der kapitalistischen Konzentration in Form von Trusts und Kartellen ist» («Das Finanzkapital». 1910). Später, und das ist auch ein Fakt, machten die Nazis die Unterscheidung zwischen «schaffendem» und «raffendem» Kapital, und das «raffende» Kapital war für sie dabei die «jüdisch-internationale Hochfinanz». Ein Bewusstsein für diese antisemitische Hetze zu schaffen, wie es Christina Späti tut, bedeutet letztlich nicht zu sagen, «Man darf heute ja gar nichts mehr sagen», sondern, dass es unsere Verantwortung ist darauf zu achten, wann dieser Begriff verwendet wird, in welchem Kontext er verwendet wird, wie er verwendet wird, von wem er verwendet wird und mit welchen Argumenten. Geht es um eine marxistische Kapitalismuskritik oder um eine antisemitische Verschwörungstheorie? DR

PS. Betreffend Israelkritik und Antisemitismus: Mit diesen Gedanken zu diesem Thema sind Sie nicht allein. Ich finde dieses kurze Video der Anne-Frank-Stiftung zu dieser Frage interessant:
https://www.annefrank.org/de/themen…semitisch/

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Die Präzisierungen von DR sind wichtig. Jeder Code ist in einen Kontext gebettet. Würde etwa Varoufakis neben «Finanzkapital» noch «Rothschild» erwähnen, wäre der Fall klar. Auch die Illustration mit einem Kraken, dessen Tentakeln die Welt umgreifen, ist ein antisemitischer Code – der leider auch unwissentlich von Nicht-Antisemiten benutzt wird, wie etwa beim Kinder-Theaterstück(!) «Raffzahn-Jack»(!). Womit wir zur Unterscheidung zwischen «schaffendem» und «raffendem» Kapital kommen, das ebenfalls in der Zinskritik eine Rolle spielt («Brechung der Zinsknechtschaft»), weshalb man auch bei der «Vollgeld-Initiative» genau zuhören musste. Wie bei der Kapitalismuskritik und erst recht bei der Israelkritik auch – gerade wenn sie von links kommt.

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Sehr geehrter Herr Ryser, vielen Dank für Ihre ausführliche und gut nachvollziehbare Antwort. Dass meine platte und wörtliche Auslegung der Aussage von Frau Späti nicht richtig sein kann, war mir klar. Beim Nachdenken über meine Frage bin ich dann auch wie Sie zur Überzeugung gekommen, dass diese Codes, also bestimmte Begriffe und Motive als red flags dienen. Wenn man diese sieht, sollte man gut hinschauen und ggf. nachfragen, wie es gemeint ist oder auch auf die Problematik bestimmter Begriffe hinweisen. Das heisst dann noch nicht automatisch, dass die Aussage selbst antisemitisch ist, sie so gemeint bzw. intendiert ist, geschweige denn der Äussernde Antisemit ist.
Danke auch für den Link. Den schaue ich mir gern später mal an. Schönes Wochenende!

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Lieber Nils
Du hast recht wenn du meinst, dass Begriffe im Zusammenhang gesehen werden. Dieser ist ja immer vorhanden. Allerdings haben sich klassische Codes herauskristallisiert, die immer einen antisemitischen Farbton haben. Z.B. „Weltverschwörung“.
Was die Israelkritik betrifft, kommt man zumeist nicht aus der Verwischung zwischen Antisemitismus und Israelkritik raus.
Da müssten bei der Kritik sicher differenzierte Wertungen angefügt sein.

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Rentner
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Dank den hochgradig reflektierten und differenzierten Darlegungen von Frau Christina Späti ein sehr erhellender Beitrag - besten Dank. Es ist tatsächlich verrückt im eigentlichen Sinn des Wortes, wenn sich Menschen aus selbstverschuldeter Ignoranz mit den vom Holocaust Betroffenen gleichsetzen und - Gipfel ihrer schauerlichen Verdummung - gleichzeitig zynische Nazi-Parolen verballhornen. Selbstverschuldete Ignoranz als Treiberin von Verschwörungstheorien - diese Erkenntnis zieht sich für mich wie ein roter Faden durch "eyes wide shut".

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Lieber Anonymous,

Sie schreiben:

„Das Juden komisch angesehen wurden, weil sie keinen Nationalstaat hatten, ist schlicht Unfug.“

Diese Aussage ist gemäss meinem Wissens nicht Unfug, sondern eine Tatsache.

In Ihrer Zusammenfassung ist das Unfug – ja. Aber es steht auch nicht so im Text. Die Juden gehörten nicht zum Nationalstaat – eben auch weil sie „Israeliten“ waren und somit zur ein anderes (oder weiteres) Vaterland hatten (Vaterland bewusst gesetzt und nicht Heimatland). Und somit eine behauptete doppelte (oder zumindest nicht ungeteilte) Loyalität.

Wenn wir die Geschichte der jüdischen Emanzipation in der Schweiz anschauen (ein Prozess der seit dem Untergang der 13-örtigen Eidgenossenschaft bis mindestens 1874 gedauert hat) war das genau einer der Punkte, welche von der christlich-männlichen Bevölkerung gegen eine vollständige Gleichstellung und Gleichbehandlung der Juden in der Schweiz angefügt wurden. Das seien keine „richtigen“ Schweizer, als Juden (d.H. zum jüdischen Volk gehörend) könnten sie nicht vollständige und vollwertige Schweizer sein.

Dieser Diskurs fand lange vor dem Diskussion eines physischen Staates „Israel“ satt.

Wenn Sie sich mit diesen Stereotypen und der Verwendung in einem populistischen Diskurs auseinandersetzen wollen empfehle ich Ihnen „KontaktZonen“ von Alexandra Binnenkade.

Auch wenn dieser Diskurs schon im 19. Jahrhundert statete – die Stereotypen sind immer noch Wirkungsmächtig. Bis Heute.

Freundliche Grüsse

Benedikt Schenker

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Ich verstehe den Artikel so, dass auf die berechtigte Gefahr hingewiesen soll, dass über antisemitische Codes, welche vielen (nicht allen!) Verschwörungstheorien zugrunde liegen, Anhänger dieser Theorien, ohne es zu merken, zu Antisemiten werden oder sich zumindest öffnen für Antisemitismus. Das würd ich grundsätzlich auch so sehen, dass diese Gefahr besteht, und dass diese Entwicklung beobachtet werden sollte. Einen Automatismus sehe ich aber nicht.
Mich beschlich beim Lesen des Artikels ein wenig ein ungutes Gefühl; der Artikel wirkte etwas konstruiert. Da wird zu sehr verallgemeinert, da wird zu viel impliziert.
Das beginnt damit, dass der Antisemitismus zum Kern von Verschwörungstheorien erklärt wird. Da liessen sich auch bezüglich Corona zahlreiche andere Beispiele anführen, z.B. all die Verschwörungstheorien rund um Bill Gates, der meines Wissens kein Jude ist, rund um die WHO, auf das US Militär, die Chinesen, der Pharma etc.
Auch kann ich der Logik der Argumentation nicht folgen. Wenn sich eine Gruppe einen Judenstern an den Ärmel näht, dann ist das eine Verharmlosung des Schicksals, das den Juden widerfahren ist, da bin ich einer Meinung. Aber sie zeugt doch eher von Geschmacklosigkeit und grober Unsensibilität als von Antisemitismus, denn sie vergleichen und bezeichnen sich selber damit ja grad als Juden; sie identifizieren sich gewissermassen mit ihnen, oder nicht? Und wenn sie auf die Plakate schreiben "Impfen macht frei", dann kritisieren sie nicht Juden damit, sondern ihre eigenen Regierungen, die in ihren Augen wie die Nazis damals handelten und Bevölkerungsgruppen mit ihren Massnahmen in die Unfreiheit führen. Dieser Vergleich funktioniert ja nur, wenn "Nazis" negativ konnotiert sind. Ich kann den Antisemitismus darin nicht entdecken. Antisemitismus setzt doch immer eine rassistische Grundhaltung voraus, und die scheint mir hier nicht gegeben. Ich empfinde es dagegen vielmehr als Verharmlosung des Begriffs Antisemitismus, und damit dem Übel, das er beschreibt, wenn die Definition des Begriffs in dieser Weise ausgedehnt wird.
Also müssen die Codes her, deren Verwendung entweder antisemitische Gesinnung spiegeln oder durch deren Gebrauch zu einer solchen führen. Aber der Artikel führt mit dem Beispiel der Juso doch gleich selber den Gegenbeweis an. Wenn selbst die Juso nicht merkt, dass sie einen antisemitischen Topos bedient, eine Gruppe der man wohl kaum die Vertretung einer rassistischen Ideologie vorwerfen kann, dann sollte man vielleicht den Umstand, dass antisemitische Codes verwendet werden auch nicht überbewerten. Und ich bin mir bewusst, dass diese Aussage nicht politisch korrekt ist. Aber besorgt wäre ich dann, wenn diese Verschwörungstheorien einen explizit rassistischen Unterbau hätten.
So schleicht sich bei mir nach dem Lesen das Gefühl ein, dass man Querdenker, welche Verschwörungstheorien anhangen, generell in die Antisemitismus-Ecke drängen will, denn Antisemitismus ist ja der Kern von Verschwörungstheorien. Nur dank dieser Generalisierung gelingt dieser Trick. Diese Tendenz, etwas zu generalisierend zu sein, war schon im Esoterik-Artikel vorhanden. Hier kommt er aber noch deutlicher zum Ausdruck.
Ich teile die Sorge um die antisemtischen Züge einiger Verschwörungstheorien, aber ich teile nicht die Gleichsetzung von Verschwörungstheoretiker mit Antisemiten, noch die Gleichsetzung von Querdenkern mit Verschwörungstheoretikern.
Dieser Artikel, trotz seines aufklärerischen Gestus, schaffte doch nur ein neues Feinbild. Und mit Antisemiten muss man ja dann auch nicht mehr diskutieren, oder?

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Sie machen hier drei Punkte. Der erste ist dass nicht alle Verschwörungstheorien antisemitisch seien. Die meisten Verschwörungstheorien haben ihre Struktur jedoch von ursprünglich antisemitischen Verschwörungstheorien, und von fast jeder Verschwörungstheorie gibt es die antisemitische Variante. An der Oberfläche mögen gewisse Theorien nicht antisemitisch klingen. Die Impfverschwörungstheorie enthält aber beispielsweise die antisemitische Trope/Code einer Weltverschwörung. Es ist ja nicht so als würde Bill Gates das alles alleine machen. Kaum eine Verschwörungstheorie kommt ohne antisemitische Codes aus, ausser diese werden direkt ersetzt durch Aliens oder Echsen.
Man muss nicht selbst einer rassistischen Theorie anhängen um zu einem rassistischen bzw. in diesem Fall antisemitischen Klima beizutragen. Die naive Weiterverbreitung antisemitischer Codes (sowie das Denken mit ihnen) schafft einerseits ein Klima das Antisemitismus normalisiert, andererseits wirkt es direkt bedrohlich für jüdische Menschen, die solche Codes wohl erkennen. Antisemitische Tropen sind nicht nur für ihre Verwender gefährlich, sondern für die ganze Gesellschaft.
Die Nazivergleiche sind komplexer: Einerseits wird das unermessliche Leid der Shoah mit Maskeneinschränkungen gleichgesetzt. Das ist nicht nur geschmackslos, es nimmt den Holocaust nicht ernst. Es negiert, dass Menschen im Dritten Reich gelitten hätten. Und wenn, wie im Artikel erwähnt man zuerst auf seine jüdische Herkunft pochen muss, um überhaupt ein Problembewusstsein dafür zu schaffen, dann sind wir schon viel zu weit in der Dehumanisierung.
"Gleichsetzung von Verschwörungstheoretiker mit Antisemiten, noch die Gleichsetzung von Querdenkern mit Verschwörungstheoretikern" – Hier unterstellen Sie dem Artikel schliesslich etwas das er nicht tut – es wird genau nicht behauptet, dass diese Menschen Antisemiten seien. "Wenn man diese Codes benutzt, ist es antisemitisch. Was nicht zwingend heisst, dass derjenige, der sie benutzt, ein Antisemit ist. Es ist nicht dasselbe."

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Ich hatte ähnliche Gedanken nach dem Lesen des Artikels, ich würde noch anfügen:

Ist ein Vergleich der Maskenpflicht mit Nazideutschland hirnrissig? Absolut. (Ich vermute 99.99% der Leute würden dem zustimmen.)

Ich kann nachvollziehen, dass solche Vergleiche für Menschen jüdischer Herkunft verletzend sind. (Und ich denke es ist so offensichtlich, dass man es den Leuten mit den Davidsternen auf der Maske sogar vorwerfen könnte. Obwohl: Sie benutzen das Symbol um uns nichtwissenden, blinden Schafen die Augen zu öffnen, wie schlimm die Situation tatsächlich ist. In ihren Köpfen verharmlosen sie nicht das Nazideutschland, sondern der Rest der Gesellschaft verharmlost die Gegenwart.)

Ich kann auch nachvollziehen, dass die unwissentliche Verwendung von antisemitischen Codes verletzend ist. Doch ich denke intent matters. Das Wort "Code" impliziert, dass jemand verschlüsselt eine antisemitische Nachricht senden möchte. Wenn diese "Codes" nicht als Code verwendet werden, wenn Sender und Empfänger nicht um seine verschlüsselte Nachricht weiss, macht es in diesen Fälle eventuell Sinn sie als "Verschwörungstheoretische Memes" zu verstehen, welche geschichtlich unterschiedliche Übeltäter/Sündenböcke ins Visier nehmen?

Es gibt so viele 100% berechtigte Vorwürfe mit denen man Verschwörungstheoretiker konfrontieren kann - ihnen pauschal Antisemitismus vorzuwerfen scheint mir unfair / nicht konstruktiv.

Trotzdem fand ich den Artikel einen spannenden und besorgniserregenden Einblick in das Leben unserer jüdischen Mitmenschen. Danke Republik!

(Nachtrag nach dem Lesen anderer Kommentare:

Wissentliche Verwendung antisemitischer Codes / Bilder / Erzählungen oder Unwissentliche Verwendung offensichtlich unmissverständlicher antisemitischer Codes / Bilder / Erzählungen müssen bekämpft/konfrontiert werden - ich dachte that goes without saying, doch es soll wohl besser gesagt sein.)

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Lieber R. R., Christina Späti differenziert ja selbst:

Wenn man diese Codes benutzt, ist es antisemitisch. Was nicht zwingend heisst, dass derjenige, der sie benutzt, ein Antisemit ist. Es ist nicht dasselbe.

Es ist also möglich, dass der Sender unwissentlich und unabsichtlich antisemitische Codes benutzt, etwa weil er kein Antisemit ist. Was aber nichts daran ändert, dass er einen antisemitischen Code benutzt.

Wenn der Empfänger ihn nun darauf aufmerksam macht, indem er den Code als antisemitischen enkodiert und transparent, ev. sogar mit einem Meta-Code versehen (bspw. mit diesem Artikel) zurücksendet, dann hat der ursprüngliche Sender eine Wahl: wissentlich und absichtsvoll den antisemitischen Code weiterhin verwenden, was ihn aber als Antisemiten kennzeichnen würde, oder den antisemitischen Code nicht mehr verwenden, weil er kein Antisemit ist.

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Sehr geehrter Herr B., Sie sagen, Sie könnten der zentralen Argumentation im Text nicht folgen: Sie schreiben, Sie könnten den Antisemitismus nicht erkennen, wenn jemand heute sage, unsere heutigen Regierungen würden wie damals die Nazis handeln, und wenn sich heute jemand mit jüdischen Menschen vergleiche, die damals in Konzentrationslagern millionenfach systematisch vernichtet worden waren, dann sei das ja eine Art Identifizierung mit ebendiesen Menschen, weil man sich so fühle, weil man heute eine Maske tragen müsse.

Mir graut es ehrlich gesagt ein wenig vor Ihren Worten. Im Artikel ist in diesem Kontext die Rede von «Verharmlosung Verharmlosung der NS-Verbrechen», und natürlich ist das fast nicht zu trennen von Antisemitismus, auch wenn es für sich ja schon allein schlimm genug ist. Sie schreiben, wer Leute dafür kritisiere, weil sie behaupten, dass es ihnen gehe wie jüdischen Menschen im Nationalsozialismus (oder von mir aus auch allen anderen, die verfolgt und ermordet wurden), der verharmlose letztlich Antisemitismus. Wer verharmlost hier was? Gute Frage. Ihr Vorwurf ist natürlich ein harter Vorwurf. Gegen mich. Aber natürlich auch gegen alle jüdischen und anderen Organisationen, die sich in den letzten Monaten dahingehend geäussert haben.

Ich möchte Ihnen mit Dr. Josef Schuster antworten, dem Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland. Als diese «Impfen macht frei»-Schilder und Judensterne an Corona-Demos aufzutauchen begannen, sagte er: «Mit Antisemiten und Rechtsradikalen darf man sich nicht gemein machen. Gegen die derzeitigen Maßnahmen mit Symbolen zu demonstrieren, die an den Holocaust erinnern, ist geschmacklos und verhöhnt die Opfer der Schoa. Dessen sollten sich alle bewusst sein, die aus hehren Motiven mitmarschieren.» (https://www.zentralratderjuden.de/a…ona-demos/)

Das, was sie als «Identifizieren» verstehen, beschreibt Schuster in der «Berliner Zeitung» wie folgt: «Seit Monaten müsse man mitansehen, wie bei den „Demonstrationen der Corona-Leugner die Schoa relativiert und deren Opfer sowie Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus hemmungslos instrumentalisiert werden“, sagte Präsident Josef Schuster am Montag der Zeitung „Main-Post“. „So wie die Demonstranten keine Rücksicht auf die Gesundheit anderer Bürger nehmen, so haben sie auch keinen Respekt vor NS-Opfern. Das ist ein widerliches Schauspiel“, kritisierte Schuster.»
(https://www.berliner-zeitung.de/new…-li.121075)

Antisemitismus meint im Kontext des Holocaust nicht nur das Bestreiten der Tatsache, es meint auch das Bestreiten des Ausmasses: was, wenn nicht genau das ist es, wenn man den Holocaust auf diese Art verharmlost? Wenn man sagt, das, was heute in der Schweiz passiere, sei dasselbe wie im Dritten Reich? Maskentragen versus millionenfacher Mord?
(https://www.holocaustremembrance.com/de/node/196)

Der Zentralrat der Juden spricht inzwischen in Bezug auf die Corona-Proteste von «einem enthemmten Antisemitismus mit Worten». (https://www.rnd.de/politik/zentralr…BLHXY.html)

Die Symbolik, auf die sich der Zentralrat bezieht, ist hierzulande dieselbe wie in Deutschland. Da gibt es keinen Unterschied. Ich möchte für die Schweizer Perspektive dennoch noch einmal die Historikerin Christina Späti zitieren aus dem Text, um den es hier geht. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Holocaust und Antisemitismus.

Sie werfen mir am Anfang Ihres Kommentars vor, ich hätte da womöglich etwas konstruiert. Ich kann Ihnen versichern, das sind 1:1 die Worte von Christina Späti. Sie hat diese Zitate sogar gegengelesen. Und ich würde auch davon ausgehen, dass der Präsident des Zentralrats der Juden meint, was er in den verlinkten Interviews sagt.

Christina Späti also sagt: «Aber dann sind ja noch diese ständigen Vergleiche mit dem National­sozialismus. Der Slogan ‹Impfen macht frei› beispiels­weise: eine Anlehnung an den Nazispruch ‹Arbeit macht frei›, der über den Toren verschiedener Konzentrations­lager hing. Oder wenn sich die Leute den Judenstern auf ihre Atem­schutz­masken kleben: Die Juden mussten zwecks Diskriminierung im Dritten Reich einen Davidstern tragen. Sie sollten als Menschen zweiter Klasse kenntlich gemacht werden. Eine Ausgrenzung, bis hin zum Punkt, dass man wusste, wen man umbringen muss. Bei der heutigen Masken­pflicht geht es nicht um Diskriminierung. Der Staat verpflichtet einen zu etwas, was einem vielleicht nicht in den Kram passt. Aber es steht in keiner Weise in einem Verhältnis zu den Vorgängen in der Nazidiktatur. Das ist eine krasse Relativierung des National­sozialismus.»

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Ja, Herr Ryser, wenn ich mich einklinken darf, die Vergleiche von Corona-Politik mit Nazi-Herrschaft und noch viel stärker mit dem Leiden deren Opfer sind ahistorisch, geschmacklos und dumm, und man soll ihnen entgegentreten, wo sie einem begegnen, aber das bestreitet Herr B. doch überhaupt nicht. Ich stimme seiner Aussage zu:

Ich teile die Sorge um die antisemtischen Züge einiger Verschwörungstheorien, aber ich teile nicht die Gleichsetzung von Verschwörungstheoretiker mit Antisemiten, noch die Gleichsetzung von Querdenkern mit Verschwörungstheoretikern.

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Lieber S. B., in manchem gebe ich Ihnen recht, in anderem jedoch nicht. Ich geh mit Ihnen einig, dass der Satz im Lead «Antisemitismus bildete schon immer den Kern von Verschwörungstheorien» falsch ist. Seine Entsprechung im Text findet er in Christina Spätis Aussage «Eine kleine Gruppe gegen das Grosse. Und da sind wir beim Kern von Verschwörungstheorien». Wahrscheinlicher wäre wohl gewesen: «Antisemitismus bildete schon immer den Kern von modernen Weltverschwörungstheorien».

Was jedoch mit aller Deutlichkeit gesagt werden muss: Wer an Corona-Protesten «Impfen macht frei» schreibt, den Judenstern trägt und sich mit Opfern des NS-Regimes wie Anne Frank oder Sophie Scholl vergleicht, verharmlost mit dieser Gleichsetzung und Selbststilisierung den Holocaust und verhöhnt dessen Opfer – Erst recht, wenn man mit Rechtsextremen mitläuft, die noch explizitere Codes verwenden. Und diese Verharmlosung ist nunmal eine Facette des Antisemitismus. Sie ist antisemitisch, selbst wenn sie keine Antisemiten sein mögen.

Falsch ist zudem Ihre eigene Generalisierung «Antisemitismus setzt doch immer eine rassistische Grundhaltung voraus». Zeigt doch auch dieser Artikel, dass es in der Geschichte verschiedene «Gründe» und daher Form des Antisemitismus gab und gibt, so u. a.: Religion, Nationalismus, Rassismus und Kulturalismus.

Antisemitismus ohne Rassismus ist also keine verharmlosende Ausdehnung des Begriffs, im Gegenteil, die Verengung auf den rassistischen Antisemitismus macht gerade blind für andere Formen.

Die antisemitischen Codes sind damit kein Trick um einen «verharmlosenden» Antisemitismus ohne Rassismus fälschlicherweise zu postulieren. Dabei differenziert Christina Späti selbst:

Wenn man diese Codes benutzt, ist es antisemitisch. Was nicht zwingend heisst, dass derjenige, der sie benutzt, ein Antisemit ist. Es ist nicht dasselbe.

Die Aussagen sind antisemitisch, die Aussagenden nicht automatisch. Das heisst aber nicht, dass frei-flottierende antisemitische Codes harmlos sind, die man daher «nicht überbewerten» müsse. Im Gegenteil, genau das macht sie so gefährlich, da sie zu weiteren antisemitischen Codes und Aussagen, aber auch für Antisemiten anschlussfähig werden.

Mich erstaunt daher auch, dass Sie sagen, «besorgt wäre ich dann, wenn diese Verschwörungstheorien einen explizit rassistischen Unterbau hätten», wo Sie doch selbst auf deren Gefahr für extremistische, d. h. anti-demokratische Tendenzen aufmerksam gemacht haben. Sorgen müssen uns alle Formen «gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit» (Heitmeyer) machen, sei es wegen der Religion, Politik, Nationalität, Ethnie, Geschlecht, Sexualität und so weiter. Und natürlich auch die Hetze gegen Einzelne.

Nicht jeder Querdenker ist ein Verschwörungstheoretiker. Nicht jeder Verschwörungstheoretiker ist ein Antisemit. Aber wenn manche antisemitische Verschwörungstheorien anhängen, antisemitische Verharmlosungen begehen, antisemitische Codes benutzen oder gar mit Antisemiten mitlaufen... Was dann?

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Vielen Dank, Herr B., für die konzise Kritik. Ich bin ganz Ihrer Meinung.

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Erneut missbraucht Daniel Ryser zwei respektable Personen, um zu sagen, was er schon vorher wusste und schon in beliebigen Versionen vorzelebriert hat: "SAME SHIT".

Die zwei Personen sind selbstverständlich "respektabel" - wie alle Menschen, die sich persönlich verantwortungsbewusst in guten Treuen und aus eigener Erfahrung und Überlegung äussern. (Wie sie dann in einem Artikel präsentiert und benutzt werden, ist erfahrungsgemäss eine ganz andere Sache)

Die Kernsätze, die ich den präsentierten Äusserungen der "jungen jüdischen Journalistin" entnehme, kann ich nur anerkennend aufnehmen; denn ich kenne diese Art von Erfahrungen und Ängsten aus meiner engen Umgebung und sie sind als solche unbedingt ernst zu nehmen.
Doch, warum und wofür stehen sie hier in diesem Artikel (wie auch immer sie im Original gelautet haben mögen) ?

  1. finden wir hier einige aktuell (gerade auch in der REPUBLIK) grassierende Etiketten (ich muss lernen, dass das aktuell CODES heisst) - "Identitäre / ‹muslimischer Antisemitismus› / antisemitische Verschwörungs­theorien / Corona-Leugner / Rechtsradikale" - versammelt, so dass 'allen klar ist, worum es geht, aber niemand wirklich etwas genaues darunter verstehen muss : nur die polemische Aussage (nicht der "jungen jüdischen Journalistin", sondern der REPUBLIK) ist klar, nämlich alles so zu vermischen, dass damit alles, was ihr passt, gesagt werden kann.

  2. "mit Rechtsradikalen zu marschieren" - woher kommt dieses Bild ? - genau aus dem Zusammenhang, der hier auf’s Deutlichste abgelehnt und verurteilt wird, der Zeit des Nationalsozialismus. - Womit klar gemacht wird, dass jede 'system-'kritische Demonstration nicht ein Ausdruck freier Meinungsäusserung und politischen Engagements ist, sondern ein "mit-marschieren" - amliebsten wenn noch irgendwo irgendwelche "Rechtsradikale" ins selbstgemachte Bild treten.

Die Ausführungen der "Professorin für Zeitgeschichte, Forscherin, Historikerin" sind jedenfalls seriös, kompetent und historisch sehr interessant;- und wer auch nur ein bisschen historisch interessiert und informiert ist, kann das alles nur bestätigen.
Aber auch hier muss natürlich festgehalten werden, dass in dem Artikel nur die Teile erscheinen, die hineinpassen; und dass selbst da nur das aufgenommen wird, was zur eigenen Sichtweise passt.
So wird Sie beispielsweise mit folgender Aussage zitiert:
«Nach dem Holocaust kommt es zu einer Tabuisierung des Antisemitismus. Gewisse Dinge konnte man nicht mehr sagen. Also benutzte man jetzt Codes. [] Wenn man diese Codes benutzt, ist es antisemitisch. Was nicht zwingend heisst, dass derjenige, der sie benutzt, ein Antisemit ist. Es ist nicht dasselbe.»
Die letzten zwei Sätzchen werden zwar zitiert, in der folgenden 'Auswertung' aber völlig unterschlagen: Es geht nur noch darum, zu bestätigen, was 'wir' vorher schon wussten (weil 'wir' ja Codes lesen können): "Antisemitismus bildete schon immer den Kern von Verschwörungstheorien - bis heute und auch bei Corona" - und am Schluss alle wie auch immer 'KritikerInnen' unterschiedslos darunter zu subsumieren.

«Die Bilder werden weiter transportiert. Und sie werden gar nicht mehr immer mit Antisemitismus verbunden. Aber sie sind es.» (die Historikerin)
Das ist sicher so - aus dieser engen historischen Sicht - und es ist ganz wichtig, dass wir alle uns dessen bewusst sind; aber

  • einerseits festzuhalten, dass für Viele diese Verbindung nicht mehr gegeben ist und

  • anderseits diesen Vielen zu unterstellen, dass sie für diese Verbindung in ihren Äusserungen trotzdem verantwortlich sind

ist eine besserwisserische oder gar bösartige Unterstellung gegenüber diesen Vielen.
Denn die Codes haben sich im gesellschaftlichen 'Gelaber' längst von ihren ursprünglichen Zusammenhängen gelöst, quasi verselbständigt / emanzipiert, und werden von ihren BenützerInnen längst beliebig konnotiert, vereinnahmt und transportiert.

  • Ich sage nicht, dass es falsch ist, die ursprünglichen Konnotationen und Zusammenhänge aufzuzeigen - ganz im Gegenteil, das ist historisch wie aktuell sehr wichtig.

  • Aber im Umkehrverfahren den Menschen, welche solche Codes, oft sehr unbewusst und unkritisch - als Quasi-Slang (miss-)brauchen, schulmeisterlich Disqualifikationen anzuhängen und sie damit zu diskreditieren, ist zumindest unseriös.

  • Wenn wir gleichzeitig beobachten, wie die Journaille intensiv an der Kreation neuer Etiketten/Codes zur Identifikation der Bösen ("Querdenker" und Konsorten) arbeitet - in vielen Fällen ohne das geringste Bewusstsein dafür, was sie tun -, müssten wir erwarten können, dass zumindest in einer Publikation wie der REPUBLIK ein Bewusstsein dafür entwickelt wird, dass mit diesen Etiketten/Codes (so bequem sie auch zum Gebrauch zu sein scheinen) die böswillige Disqualifizierung vieler ernsthafter Andersdenkender bewirkt und gefördert wird - und damit eine mehr und mehr unverständliche und unbegreifliche Kakophonie in der gesellschaftlichen Kommunikation.

Was sicher bei Verschwörungstheorien gleich geblieben ist, spricht aus folgender Aussage der Historikerin "Irgendjemand musste schuld sein, so …."
Irgendjemand musste schuld sein - und dafür eignen sich "die Juden" mit ihrer Anti-Semitismus-Geschichte natürlich bestens, wenn man mutwillig einen Schuldigen sucht - oder auch einen Schuldigen als Sündenbock präsentieren will.
Aber nicht nur: Im Dorf war es schon der Dorftrottel oder der Immigrant oder das uneheliche Kind oder die Alleinerziehende Mutter oder die Hexe … - im aktuellen Zusammenhang sind es alle "Querdenker" und Konsorten !
Im "Kern von Verschwörungstheorien" stecken (fast) immer irgendwelche Sündenböcke; aber auch hier gilt nicht der Umkehrschluss, dass alle Angeschuldigten immer nur als Sündenböcke missbraucht werden - es kann auch sein, dass sie wirklich 'schuldig' sind.
Das müsste dann genauer hinterfragt und untersucht werden !
Werden solche Beschuldigungen einfach pauschal abgeschmettert (am besten aufgrund dummer 'Glaubensbekenntnisse’ wie "Du willst doch nicht behaupten, dass Du einen solchen Unsinn glaubst !"), führt das automatisch zu Fixierungen, Verkrampfungen und gesellschaftlichen Spaltungen.

Wer mit dieser komplexen Problematik nicht differenziert und (selbst-)kritisch umgeht, sollte den Mund nicht so voll nehmen; sonst führt es eben nur zu

Same Shit - Different Subject !

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Olivia Kühni
Journalistin Republik
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· editiert

Herr Pierrot, finden Sie denn die spezifisch genannten Codes - Rothschild, Zionisten, etc. - unproblematisch?

So verstehe ich Ihren Beitrag. Dass Sie finden, deren Gebrauch werde zu Unrecht kritisiert, bzw. zu Unrecht ein Antisemitismus darin erkannt.

Während die tatsächlichen Opfer, die sogenannten "Querdenker", dämonisiert würden.

Falls ich Sie richtig verstehe, folgt Ihr Beitrag nahezu exakt dem im Text beschriebenen Muster, wie antisemitische Erzählungen derzeit gestärkt und wiederholt werden.

Ich möchte Sie ausserdem höflich bitten, den abwertenden Begriff "Journaille" nicht zu verwenden. Er ist übrigens ebenfalls - vielleicht wenig überraschend - eine in der NS-Zeit beliebte Beschimpfung.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Jou…esse-Pack“.

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Liebe Frau Kühni
Ihrem verlinkten Wikipedia-Artikel ist zu entnehmen, dass der Begriff Journaille durch Karl Kraus bekannt gemacht wurde (Die Journaille. In: Die Fackel 3 (1902), Nr. 99, S. 1–9). Die Nationalsozialisten setzten - so ebenfalls laut Wikipedia - Kraus’ Lebenswerk umgehend auf die „Liste des schädlichen und unerwünschten Schrifttums“.

https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_…ite_ref-34

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Ostschweizer
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Dadurch, dass die Verfasser dieser Serie selten die Aussagen der Gesprächspartner*innen werten und ihnen kaum widersprechen, schaffen Sie es, den Inhalt (m.M.n.) neutral dar zu stellen. Genau das ist das beunruhigende an dieser Serie.

Ich kann bis jetzt noch nicht verstehen, weshalb dennoch so viele Dialog-Schreiber*innen Partei für manche Protagonisten ergreifen, die (nach meiner Weltauffassung) offenkundig diskriminierende, teils rassistische und Gesellschaft-spaltende Haltungen vertreten.

Der Inhalt der der Serie ist schon heiss, aber der Dialog bringt es erst zum kochen.

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Ich frage mich, ob man das Problem der Irrglauben nicht einfach noch eine oder mehrere Ebenen differenzierter analysieren sollte: Mensch ist konfrontiert mit Unbehagen, Angst, Nichtwissen. Quasi der Busch rüttelt und wir wissen nicht, was dahinter steckt - ist es ein Ungeheuer oder nur der Wind? Wir wissen nicht, haben Unbehagen und müssen reagieren. Natürlich ist die rationalste Reaktionsweise, nachschauen zu gehen. Doch falls es ein Monster ist, sollte man sich akkurat wappnen - was aber ist akkurat wappnen gegenüber einem Feind, den man nicht noch kennt? Es ist dies der Moment, wo wir als Homo Sapiens alle potenziell fehlerhaft reagieren und welche Reaktion schlussendlich richtig gewesem wäre, wissen wir immer erst im Nachhinein. Es ist auch ein Fakt und rational, dass wir immer da, wo wir noch nicht wissen, erstmal einfach irgend etwas glauben müssen um handlungsfähig zu bleiben. Dies also der Dunstkreis einer Situation, die für uns alle schwierig bewältigbar ist und wo wir alle per definitonem fehlbar sind. Jetzt ist es interessant zu beobachten, wie wir als Homo Sapiens mit unserer begrenzten Hirnkapazität mit solchen unbehaglichen Situationen umgehen und offensichtlich gibt es da Muster. Wir wollen die Dinge, die unklar und diffus sind, möglichst rasch irgend dingfest machen und was dabei immer gut und einfach hilft sind Schuldige. Auch interessant, was man dann diesen so gefundenen Schuldigen gerne an Absonderlichkeiten unterstellt. Wie ich in diesem Artikel gelernt habe: zb. das Blut Unschuldiger trinken. Was ich mich jetzt aber eben frage: sind die wahnhaften Phantasien, denen wir in unbehaglichen Situationen offensichtlich immer wieder ausgeliefert sind, dann tatsächlich in erster Linie antisemitisch oder ist es nicht vielleicht umgekehrt: weil die Juden zu den Schuldigen gestempelt wurden, wurden ihnen diese wahnhaften Phantasien untergejubelt. Ich fände es in diesem zweiten Fall besser, nicht alle in diesen wahnhaften Phantasien erdichteten Codes unbedingt als antisemitisch zu lesen, sondern einfach als Codes, die man gerne Schuldigen andichtet, an sich egal, wen es gerade erwischt, es können in anderen Kontexten auch Frauen/Hexen, Homosexuelle, Muslime sein.... oder dann eben auch Kapitalisten, Banker, weisse alte Männer. Wir alle haben das Potenzial, bei Unbehagen und Angst grausam und ungerecht zu werden und vielleicht sind wir langsam auch so weit egalitär, dass es dabei jeden treffen kann... umso wichtiger wird es, dass wir lernen, die Muster, in denen wir gerne reagieren, zu erkennen um sie auch zu überwinden und zu lernen, Unbehagen und Nichtwissen zu ertragen ohne zu vereinfachten, grausamen Übersprungshandlungen greifen zu müssen. Impulsbeherrschung bei Angst und Unbehagen quasi, eine Aufgabe für jedeN.

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Tatsächlich erzählten bereits antike Mythen von Wesen namens «Strigae», «blutsaugerische, vogelartige Dämonen, die es vor allem auf Kinder abgesehen haben». Das lateinische Wort «strix» steht auch für «Hexe». Im rumänischen und albanischen Volksglauben wiederum sind die «strigoi» eine Variation des Vampirglaubens.

Strigae hätten zudem «Ähnlichkeit mit den Lamien in der griechischen Mythologie, der lesbischen Gello und den Lillim, den Kindern der Lilith, in der jüdischen Mythologie».

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Theologe
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Voll und ganz einverstanden mit Darstellung und Frage. Bloss wie lernen wir, diese Muster zu überspielen? Sind wir da alle auf uns selber zurückgeworfen oder gibt es vielleicht auch gemeinschaftliche Wege?

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Unternehmensberater und Coach
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Ich fasse es nicht: auch in Kommentaren hier wird zum Teil abgewiegelt und von "konstruiertem Artikel" gesprochen. Antisemitismus ist aus meiner Sicht etwas vom Schlimmsten und Unsäglichsten, was Menschen veranstalten. Es ist böse, absurd und zutiefst unwahr, was da verbreitet wird. Dass Nazi-Parolen, Hakenkreuz-Schmierereien und im Kern antisemitische Verschwörungstheorien (wieder) möglich werden, erschüttert mich zutiefst. Vor allem aber erschüttert mich, dass nicht viel mehr dagegen aufgestanden und protestiert wird.

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Ich nehme an, Sie nehmen Bezug u.a. auf meinen Kommentar. Ich möchte Sie bitten, nochmals den ersten Abschnitt meines Kommentars zu lesen. Ich argumentierte sachlich, Sie fahren hier einen etwas persönlichen Angriff.
Dass Antisemitismus in jeder Form böse ist, ist unbestritten. Dass ein Wiederaufkeimen von Antisemitismus verhindert werden soll auch. Ich bin fast versucht, das alles in Grossbuchstaben zu schreiben, damit es auch nicht übersehen wird.
Mir scheint aber, dass bei Ihnen der Artikel genau das bewirkt hat, was ich befürchtete und wogegen sich meine Kritik richtete, dass Verschwörungstheoretiker nun ganz allgemein in die Antisemitismus-Ecke gedrängt werden.
Und ich merke, dass jetzt genau das passiert, was jemand anders in einem Kommentar zum Umgang mit Verschwörungstheoretikern erwähnte: dass er sich selber in die Rolle gedrängt fühlte, als müsse er ein System verteidigen, das man selber kritisiert, nur weil man dahinter keine Verschwörung sieht. In dieser Diskussion fühle ich mich jetzt so, als würde ich die Gefahr des Antisemitismus verharmlosen, nur weil ich die Gefahr in diesem konkreten Fall nicht als das zentrale Problem ansehe, zumindest nicht in der Schweiz, und es als im Umgang mit der Mehrheit der Verschwörungstheoretiker nicht als hilfreich erachte, wenn man ihnen gleich einen expliziten oder latenten Antisemitismus vorwirft.
Mir scheint (und wenn ich sage, mir scheint, meine ich damit nicht "ich weiss"), die zentrale Gefahr von Verschwörungstheorien darin zu liegen, dass sie grundsätzlich zu einer Radikalisierung und einer antidemokratischen Haltung führen können. Dass dabei Sündenböcke gesucht werden, ist klar, dass antisemitische Codes verwendet werden auch. Aber selbst in den USA, wo Verschwörungstheorien noch mehr grassieren als bei uns, und wo der antisemtische Bezug auch häufig sehr deutlich ist, richteten sich die Aktionen der Ultrarechten nicht gegen Juden, sondern grundsätzlich gegen politisch Andersdenkende, primär die Linke, den Deep State (welcher eher auf die Linken oder Demokraten abzielt als auf Juden) und gegen die demokratischen Institutionen (Sturm auf den Kongress) an sich.
Dass sich in Hitler-Deutschland der Hass auf die Juden richten konnte, setzte voraus, dass eine Rassenideologie breite gesellschaftliche Akzeptanz hatte. Das war damals nicht nur in Deutschland der Fall sondern in ganz Europa, in den USA, in Asien. Bei uns scheint mir das heute in der Form nicht mehr der Fall zu sein.
Was ich versuche zu sagen ist, dass die Mehrheit der Corona-Massnahmenkritiker mit Hang zu Verschwörungstheorien nicht so sehr in Gefahr stehen, Antisemiten zu werden, sondern Anti-Demokraten, und dass weniger eine Gefahr für die jüdische Gemeinde von Ihnen ausgeht als für uns als Gesellschaft als Ganzes.
Da kann man anderer Meinung sein und die Situation anders beurteilen, aber dann soll man es argumentieren.

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Sehr geehrter Herr B., der Zentralrat der Juden in Deutschland - es finden sich inzwischen zahlreiche Stellungnahmen - beurteilt die Situation anders. Ziemlich deckungsgleich mit Julia Stallinger und Christina Späti. Auch hier wird, wie in meinem Artikel, von einer Generalisierung abgesehen, die Grundproblematik bleibt dieselbe: Allgegenwärtiger Antisemitismus und allgegenwärtige Verharmlosung der Verbrechen des NS-Regimes. Der Zentralrat spricht in Bezug auf die Corona-Proteste von einem „enthemmten Antisemitismus in Worten“.
https://www.rnd.de/politik/zentralr…BLHXY.html

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Theologe
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· editiert

Ja, aber dieses braune Süppchen wird in unserem Land seit dreissig Jahren von der finanzstärksten Partei geköchelt und milde gewürzt, dass es massenverträglich wird. Wir sollten schon lange dauererschüttert sein.
Das hält ja niemand durch.

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Herzlichen Dank für diesen sehr erhellenden Artikel. Ausgezeichnet geschrieben. Klar und ohne Schnörkel. Er zeigt wie dumm es ist und war, dass Coronaskeptiker so unbedarft zusammen mit offensichtlich Rechtsextreme demonstriert haben.
Es braucht noch viel bis die Geschichte aufgearbeitet ist. Ein Beitrag über Viktor Emil Frankl könnte der weiteren Beleuchtung dienen. Er war jüdischer Arzt und Überlebender des Holocaust und plädierte für eine Kultur/Religion des Verzeihens.

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Frankl war eine der herausragendsten Persönlichkeiten des letzten Jahrhunderts. Er war gegen die Kollektivschuld. Nicht zuletzt auch, weil er - nebst unermesslichen Leid - auch Deutsche erlebt hat, die ihr Leben für Gefangene im Konzentrationslager in dem er auch war, aufs Spiel setzten. Z.B. um Medikamente einzuschleusen. Seine zweite Ehefrau war eine deutsche Nichtjüdin. Ich hatte vor ca. 20 Jahren die Ehre die Witwe Frankl kennen zu lernen. Ich habe sie gefragt, warum man wohl V.E. Frankl in der Schweiz kaum kennt. Sie: den Schweizern geht es einfach zu gut.

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Republicans are calling for unity and demanding healing, which entails “moving on” and forgetting about impeachment.

Das würde ich jetzt in keinster Weise verwechseln mit Frankls lebenslanger Suche nach einem Sinn in seinen KZ-Erfahrungen, im Holocaust und darüberhinaus im Leben. Ich hoffe, Sie haben das nicht so gemeint wie es jetzt ankommt. Die Ignoranz würde mich gerade bei Ihnen umhauen.

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Dieser Beitrag, und die Serie insgesamt, zeigen sehr schön die Problematischen Einstellungen auf: Realitätsferne, inkl. Wissenschaftsfeindlichkeit. Die Opferrolle. Schuld bin nicht ich, sondern die anderen - manchmal auch nachvollziehbar, weil es gewissen Leuten tatsächlich auch wegen äusserer Umstände wirtschaftlich schlecht geht.

Klingt irgendwie nach einer kollektiven erlernten Hilflosigkeit, wo sich der Antisemitismus als Blitzableiter leider anbietet. Wesentlich hilfreicher für alle wären aber wohl bessere Zukunftsperspektiven und vielleicht mal ein Gespräch mit einem Psychologen.

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In dieser Serienfolge gibts ja zu Recht nur wenig zu lachen, aber diesen dermassen offensichtlichen Widerspruch fand ich dann doch recht amüsant:

der Jude als Kapitalist. Der zugleich auch die subversiven Kommunisten steuere

Auf Schweizerdeutsch würde ich dazu sagen: Eifach öpis! 🤦

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Oh, das geht noch viel besser. Der längst verstorbene Emil Rahm aus Hallau, der nicht nur Rimuss kelterte, sondern auch die "Memopress" druckte (ein gläubiges Mitglied der Crischona) und darin auch wüste Verschwörungstheorien unter die Leute brachte, hatte einen beeindruckenden Dreh für die allumfassende Weltverschwörung gefunden: Die Kapitalisten (mit den "üblichen" Verdächtignv wie Rothschild etc) steuerten die Kommunisten, die dann wieder via Pornografie und Hedonismus die westliche Welt destabilisierten und damit all jenen in die Hände spielten, die an instabilen Weltverhältnissen verdienten. Und gesteuert wurde das alles von der Queen of England. Das arme Themse-Lizzie als Kopf der Weltverschwörung. Es ist nchts zu absurd, um damit keine ordentliche Verschwörungstheorie stricken zu können. (Rahms Theorie ist -meiner unmassgeblichen Meinung nach - die kreativste von allen)

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Antikommunismus und Antikapitalismus (‚jüdisches’ Kapital) sind in dieser Kombination kein Widerspruch. Beide ‚wehren‘ sich gegen vermeintlich vaterlandslose Gesellen. Beide, ‚die‘ Juden und ‚die‘ Kommunisten sind Globarisierer.

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Das macht Mut, Herr Summermatter. War mir nicht sicher, ob Ryser lesen Zeitverschwendung wird.

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Ich frage mich, wie stark der zunehmende Antisemitismus mit der Politik des Staates Israel zu tun hat, und mit dem Umstand, dass Kritik an dieser Politik vielfach mit „Antisemitismus“ abqualifiziert wird. Echter Antisemitismus ist unzweifelhaft zu bekämpfen, wie jeder Rassismus. Dazu gehört m.E. jedoch auch, inflationäre Reaktionen zu vermeiden. Beispiel: Im Artikel wird die Aussage „Impfen macht frei“ als antisemitisch bezeichnet. Ist die Motivation für diese Aussage bekannt? Kann die Motivation nicht „bloss“ die Assoziation mit dem schrecklichen nationalsozialistischen Leitspruch über dem Eingang ins KZ sein, in dem auch Roma, Sozialisten und andere Volksfeinde umkamen? Eine Fokussierung auf echte antisemitische Haltungen könnte helfen, diese zu bekämpfen!

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Olivia Kühni
Journalistin Republik
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Ja, Herr Resele, genau diese "Assoziation mit dem schrecklichen nationalsozialistischen Leitspruch" ist das Problem. Weil damit insinuiert wird, der heutige Umgang mit dem Impfen sei vergleichbar mit der NS-Diktatur.

Ausserdem: Warum betonen Sie an dieser Stelle, dass ebenjene auch Roma, Sozialisten und andere "Volksfeinde" umbringen liess?

Diese Tatsache ändert ja nichts daran, dass der Spruch ein NS-Spruch ist, und dass die NS-Diktatur offensichtlich zutiefst antisemitisch war. Wir haben es hier just mit eben solchen "echt antisemitischen Haltungen" zu tun, die Sie angeblich lieber besprochen sähen.

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Mich irritiert auch, dass „Arbeit macht frei“ antisemitistisch sein soll. Es ist Nationalsozialistisch und gehört dadurch bekämpft.
Ist es anitsemitisch, dann werden dabei die Opfer unter den Roma, Homosexuellen, Behinderten, Sozialisten usw. marginalisiert.

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Frau Kühni, Sie machten einen logischen Fehler: Die NS-Diktatur war unzweifelhaft antisemitisch. Das bedeutet aber nicht, dass jede ihrer Handlungen und Äusserungen antisemitisch war. Das wollte ich mit meinem Verweis auf die Roma etc. ausdrücken. Herr C. hat meine Aussage in meinem Sinn verstanden.

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Unverbesserliche Optimistin
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· editiert

Mich erschüttert und deprimiert an dem Beitrag, wie Tatsachen, die mir überall in der DDR und später in der Schweiz präsentiert wurden, ob ich wollte oder nicht, hier so behandelt werden müssen, weil anscheinend all dieses Wissen nicht bekannt ist.

Obwohl viele heute meinem Land von damals vorwerfen, judenfeindlich gewesen zu sein, habe ich nichts davon bemerkt, man möge entschuldigen. Wir gingen alle zur Schule, lernten über den Holocaust, hörten den Überlebenden von Buchenwald zu, sahen Filme, und obwohl nach dem zweiten Weltkrieg laut Statistik kaum Juden in der DDR lebten, aus bekannten Gründen, war ich umringt von ihnen, Eine Freundin, ein Lieblings-Kollege am Theater, meine besten Liebhaber, deren Familien, Künstlerinnen... Ich kannte jüdisch-stämmige SED-Funktionäre und Minister, wenigstens mit Namen (meine Mutter roch das Judentum, schon wenn sie einen Namen hörte und erklärte mir die Welt). Da ich so durch meine Familiengeschichte sehr viele Denkanstösse bekam, da ich eine fröhliche Affinität zu allem habe, was jüdisch aussieht oder ist (wen kümmerte das damals schon wirklich tief, ich bemerkte das Kuriosum erst viel später), bis hin zur Sprache, den Witzen, den Anschuldigungen Überassimilierter gegen ihre Herkunftskultur, war ich von der Geschichte in Beschlag genommen, las ich alles was ich konnte (I.B.Singer und Berichte von Überlebenden, die Zeitungen...), kannte alle Museen und Gedenkstätten sowie die spät restaurierten Synagogen, besuchte Israel, lebte eine Zeitlang in Budapest, war magisch angezogen von allem Jüdischen. Als Giora Feidman in Ost-Berlin spielte, weinte ich mehrmals aus mehreren Anlässen. Später in der Schweiz war da nochmals ein Verehrer, der leider viel zu jung starb, aber trotz seiner Kindheit im KZ und seiner schweren Jugend in Australien ein erstaunlich langes und erfülltes Leben hatte.

Als ich später eine interkulturelle Ausbildung in Schaffhausen machte, wurde ich jedoch endlich zum erstenmal wirklich mit den Theorien und der Geschichte der Judenfeindlichkeit konfrontiert und war überrascht, wie tief das alles in meinem Europa verwurzelt ist, hätte nie daran gedacht, dass es so etwas nochmal nach oben spülen könnte, so wie ich nach meiner Biografie bis dato nie gedacht hätte, dass mich je ein Mann diskriminieren könnte, nur weil ich eine Frau bin.
Fortan jedoch sah ich es. Überall. Beides. Alles. Traf Menschen mit allen möglichen Vorurteilen, die darob keine Scham zeigten, sondern Bestätigung für ihren Hass suchten. Bemerkte, dass die Schweiz, von der ich zu sagen pflege, sie sei das Land, das der DDR am ähnlichsten ist, Victor Klemperer nicht lesen musste. Nachbarn sprechen in Worten aus dem Register der LTI. Einer, den ich für einen Freund hielt und der einer sein wollte, wurde unerwartet zum Unhold, da er mir auf die Schulter klopfte und mich überzeugen wollte, dass ich doch keine Jüdin sein könne, ich solle mich nicht so haben.
Himmel, lass mich meine Hoffnung behalten. Den Autoren wünsche ich überflüssigerweise, dass auch sie weiter mit der Republik wachsen.

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daniel ryser >wieso verwenden wir anstelle von antisemitismus nicht anti­judaismus? semiten sind nicht nur juden.

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Unverbesserliche Optimistin
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Judenfeindlichkeit ist gemeint. Man könnte es beim Namen nennen

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Dank an die Wikipedia-Autor*innen:

Der Ausdruck „Antisemitismus“ ist eine Neuschöpfung deutscher Antisemiten im Umfeld des Journalisten Wilhelm Marr (1819–1904). Er zielte darauf, „die Judenfeindschaft mit der Zugehörigkeit der Juden zur semitischen Rasse und Völkerfamilie zu begründen und ihr das Gepräge einer auf letzte Ursachen zurückgehenden wissenschaftlichen Lehre zu geben“ (Edmond Jacob: Artikel Antisemitismus, in: Encyclopaedia Judaica, 1928, Sp. 957). Historisch richtete sich der neue Begriff jedoch nie gegen die Semiten, also die ganze, viele Ethnien umfassende semitische Sprachfamilie, sondern immer nur gegen Juden, die damit als ethnisches Kollektiv dargestellt wurden. Der Begriff ist demnach eine etymologische Fehlprägung und vom Ursprung her rassistisch und pseudowissenschaftlich.

Als „Semiten“ wurde seit 1771 eine Sprach- und Völkerfamilie bezeichnet, um sie von der Sprachfamilie der „Arier“ zu unterscheiden. Der Indologe Christian Lassen und der Orientalist und Religionswissenschaftler Ernest Renan verwendeten beide Bezeichnungen als ideologische Sammelbegriffe für entgegengesetzte Nationalcharaktere und Kulturtypen. Indem man Juden als „Semiten“ bezeichnete, wurden sie als ethnische Abstammungsgemeinschaft mit minderwertigen Eigenschaften dargestellt. 1860 wies der Bibliograph Moritz Steinschneider Renans Thesen, das Judentum behindere den politischen Fortschritt der Menschheit durch seine Zerstreuung und sein religiöses Erwählungsbewusstsein, als „antisemitische Vorurteile“ zurück. Bis 1865 war „Semitismus“ oder „Semitentum“ als Schlagwort lexikalisch etabliert. Es lag daher nahe, das Antonym „Antisemitismus“ für die Ideologie und Ziele judenfeindlicher Organisationen zu verwenden.

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Vielen Dank an die Verfasser, dass Sie den Titel „Impfen macht frei“ entfernt haben.
Auch Analoga zu „Arbeit macht frei“ sollte man - wie auch immer gemeint - nicht mehr lesen müssen.

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Eben sie wurden angefeindet und ausgegrenzt, weil sie einen anderen Glauben hatten, aber nicht, weil sie keinen Nationalstaat hatten. Im Text steht aber: «Eines der grossen Probleme des aufkeimenden Nationalismus des 19. Jahr­hunderts war, dass die Juden irgendwie nirgendwo dazugehörten. Sie bildeten keine Nation. Sie hatten keine Nation. Hatten keinen National­staat. Und sie hatten lange auch keinen angestrebt. Das empfand man als unheimlich. > Das ist nach meiner Meinung falsch.

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Es gab und gibt nun mal leider verschiedene Begründungen für Antisemitismus. Was ist an dieser Feststellung falsch?

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Das ist mir auch aufgestossen, denn es ist falsch. Die Menschen, die da wegen ihrer kulturellen und familiären Zugehörigkeit zum jüdischen Glauben und/oder zur jüdischen Kultur ausgegrenzt, zu Fremden gemacht und verfolgt wurden, waren Staatsangehörige von Deutschland, Italien, Frankreich, Österreich usw. und verstanden sich auch als solche. Das ist ja genau die faschistsche Idee: Teile der Bewohner*innen eines Landes ausgrenzen und zu Sündenböcken machen, um selber an die Macht zu kommen.

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Sie übersehen den Kontext. Der Satz beschreibt die Situation der jüdischen Bevölkerung im 19. Jahrhundert.
Dazu fasst Wiki zusammen:

Preußen gewährte den Juden mit dem Judenedikt von 1812, der letzten der von Karl August von Hardenberg eingeführten Reformen, das Staatsbürgerrecht. In Baden begann der Prozess der rechtlichen Gleichstellung mit dem Judenedikt von 1809, kam aber erst 1862 zum Abschluss, in Bayern mit dem Judenedikt von 1813, in Württemberg 1828 mit dem Gesetz in Betreff der öffentlichen Verhältnisse der israelitischen Glaubensgenossen. In den beiden letzgenannten Territorien gelnagte die Entwicklung nach zwischenzeitlichen Rückschlägen jedoch erst 1871 mit der Verfassung des deutschen Reiches zur Vollendung. In Österreich erfolgte 1867 mit dem Staatsgrundgesetz über die allgemeinen Rechte der Staatsbürger die rechtliche Gleichstellung der Juden.[5]

Die Schweiz bildete einmal mehr das Schlusslicht.

In revidierten Versionen der schweizerischen Bundesverfassung wurde den Juden 1866 die Niederlassungsfreiheit in der Schweiz gewährt und schließlich 1874 auch das Recht der freien Religionsausübung.[6] Damit waren ab 1874 alle Juden West- und Mitteleuropas gleichberechtigte Bürger ihrer Staaten.

Vorher nicht. Traurig genug.

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Soweit mir als Nicht-Historiker bekannt ist, konnten Juden im Russland an der Jahrhundertwende 19./20. keine Staatsbürgerschaft haben.

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Lieber Nils
Du hast recht wenn du meinst, dass Begriffe im Zusammenhang gesehen werden. Dieser ist ja immer vorhanden. Allerdings haben sich klassische Codes herauskristallisiert, die immer einen antisemitischen Farbton haben. Z.B. „Weltverschwörung“.
Was die Israelkritik betrifft, kommt man zumeist nicht aus der Verwischung zwischen Antisemitismus und Israelkritik raus.
Da müssten bei der Kritik sicher differenzierte Wertungen angefügt sein.

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Theologe
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In diesem Teil der Folge wird endlich die Gefühlsebene angesprochen. Was diese Verschwörungsgläubigen da tun und denken, macht Angst. Das wäre aber eigentlich eine Brücke, denn diese Menschen selber sind auch von Ängsten getrieben. Dem könnte man sich gemeinsam stellen und egoistische, narzisstische, m.E. schlichtweg sozial gestörte Personen aus sämtlichen Führungspositionen entfernen, die diese so gerne vereinnahmen zur Hervorhebung der eigenen „Grösse“ und der „Grossartigkeit“ ihrer Nation, Familie oder Partei.
Aber was tun unsere aktuellen Führungkräfte dafür, dass sich Menschen hier sicher und stressfrei fühlen können? Angst verbreiten, dass unser Geld knapp wird. Hilfeleistungen an Bedingungen knüpfen. Meldungen verbreiten über lügende Flüchtlinge, tricksende Sozialhilfeempfänger und feiernde Politiker. Löhne drücken. Ansprüche an Bildung und Eigenleistung hochschrauben. Eigenverantwortung und Selbstschuld predigen.
Das hat vielleicht nicht System, aber da läuft doch irgend ein krankes Programm im Hintergrund.
Und da wundert man sich, wenn Menschen Fragen stellen und auf eigene Faust Ursachen suchen?
Verängstigte aller Farben und Schattierungen, vereinigt euch!

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Diese antisemistischen Bilder und Slogans auszumerzen scheint mir eine Sysiphus-Arbeit auch wenn sie natürlich berechtigt ist. Viele Leute, die mit Verschwörungstheorien in Kontakt kommen, kommen auch unwissentlich mit diesen Bildern und Symbolen in Kontakt, weil bei den Verschwörungstheorien oft kontroverse Situationen aus der Vergangenheit neu interpretiert werden. Eine Vergangenheit mit grassierendem Antisemitismus. Das geht zurück bis zur Aufklärung und findet Anhangspunkte bis zum Tod von Jesus. Der Antisemitismus ist also ein Teil unserer Kultur und auch wenn ich überzeugt bin, dass die meisten Verschwörungstheoretiker keine Antisemitisten sind (jedenfalls nicht von anfang an), greifen diese jedoch immer und immer wieder in alte Muster, welche oft extrem judenfeindlich sind.

Jede Idee von einer globalen Verschwörung, muss einen zwingen in die Vergangenheit zu blicken und Anhaltspunkte suchen und diese sind ja perfekt überall verstreut. Die "Antwort" auf den Verschwörungsgedanken ist überall zu finden und sie ist wie der Artikel zeigt praktisch immer per Definition judenfeindlich.

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Ganser darf nicht unterschätzt werden. Bei vielen Coronaskeptikern ist er sehr präsent. Sein Antiamerikanismus verfängt auf den ersten Blick, aber dieser ist in Kombination mit Verschwörungstheorien Humbug (siehe 9 / 11).
Danke für die Klarstellung, Daniel Ryser.

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Ich finde diese Serie sehr gut gemacht! Wie wäre es zum Abschluss mit einem Artikel zum Thema "Was kann man tun wenn sich jemand im Bekanntenkreis immer mehr solchen Theorien zuwendet? Wie verhindert man das die Person den Anschluss an die Gesellschaft völlig verliert und in eine parallele Realität abgleitet?"

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Vater
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Danke fuer diesen Artikel, einmal mehr. Interessant sind ja nicht nur die antisemitischen Bilder und Begriffe die übernommen werden, auch im alltäglichen höre ich viele Leute “asozial” statt “unsozial” sagen-ein junger Begriff aus der NS-Zeit welcher ganz klar diskriminierend ist. Hingegen lässt sich darüber streiten, ob das Wort “Ermächtigungsgesetz” in diesen Zusammenhang. gezogen werden kann. Weil: das besprochene Gesetz, zumindest in Deutschland, “ermächtigt” die Regierung eigenmächtig zu handen, ohne das Parlament in die Entscheidung mit einzubeziehen. Max von Uthoff und Claus von Wagner haben das mal schön aufgezeigt in ihrer “Anstalt”. Wer sich hingegen mit Sophie Scholl vergleicht, wird man mindestens der Nazi-Relativierung bezichtigen koennen, im Schlimmsten Fall sieht dieser sich als Unterdrückter und relativiert die Shoah.

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Mich würde interessieren, woher die Judenfeindlichkeit ursprünglich herkommt. Gibt es hierzu einen Artikel? Vielen Dank.

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Theologe
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Alles, was ich hier lese, wühlt mich tüchtig auf. Ich lese vieles, was eine Wahrheit zu fassen sucht und etwas, woran man sich halten könnte. Aber kaum etwas hat wirklich Hand und Fuss, meine eigenen Sätze inklusive. Irgendwo stehen wir an.
Vielleicht gibt es ja gar keine Wahrheit, die mit Worten zu fassen wäre. Vielleicht sind meine Angst vor Menschen, die so blind und so wütend wirken, und meine trotzige Hoffnung, dass wir es irgendwie doch noch gemeinsam schaffen, realer als all die faszinierenden aber immer wieder zu kurz greifenden Worte und Gedankengebilde.
Und darunter schlummert irgendwo die Gewissheit, dass wir alle Menschen sind. Keine Echsen, keine Aliens, keine Teufel oder Dämonen.

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Delphine Horvilleur zeigt in ihrem aufschlussreichen Buch ‚Überlegungen zu Fragen des Antisemitismus‘ den Zusammenhang zwischen Antisemitismus, Faschismus und Misogynie wie auch die Ursprünge antisemitischen Denkens auf -sehr empfehlenswert.

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(durch User zurückgezogen)
Theologe
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Natürlich ist alles, was da läuft, brandgefährlich, aber Erklärungs- und Einordnungsversuche innerhalb von Blasen - und ich fürchte, wir hier sind eine solche - wird nur ein weiterer Zug sein im Spiel von deuten, aufteilen und herrschen.
Lektüretipp: Rainer Mausfeld. Warum schweigen die Lämmer?

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„Im Eilverfahren zugelassene Impfstoffe beunruhigen auch uns.„ ...war das alles? Beunruhigt sein, zuschauen und trotzdem weitermachen?

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Lieber Herr Schenker,

Eben sie wurden angefeindet und ausgegrenzt, weil sie einen anderen Glauben hatten, aber nicht, weil sie keinen Nationalstaat hatten. Im Text steht aber: «Eines der grossen Probleme des aufkeimenden Nationalismus des 19. Jahr­hunderts war, dass die Juden irgendwie nirgendwo dazugehörten. Sie bildeten keine Nation. Sie hatten keine Nation. Hatten keinen National­staat. Und sie hatten lange auch keinen angestrebt. Das empfand man als unheimlich. > Das ist nach meiner Meinung falsch.

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Sicher, nichts ist ärgerlicher als eine (jüdische) "Nation", die 2000 Jahre in der Diaspora beheimatet war, den Nationalstaaten weithin als "staatenlos" galt (EVIAN 1935) und den "Staat Israel" - mit stets gepackten Koffern - eher als Zuflucht und Notbehelf gegen wieder aufkeimenden Antisemitismus unterstützt. Christen haben jedes Verständnis dafür, wie auch für die Palästinenser in und ausser Landes, die vergeblich eine eigene Staatlichkeit erhoffen. Sind für GOTT (Elohim bzw. Allah) nicht aber beide Teile "Gastsassen" und "Fremdlinge" im Lande, das allein IHM gehört (Lev 25,23b) ? Repäsentieren nicht beide das versprengte "Israel" der Völkerwelt, die hungert und nicht in den Genuss der Coronamassnahmen kommt ? Ein Instrumentalisierung des Konfliktes im Kontext der Coronakrise scheint mir unangebracht. Oder würde mich mit Schamröte (der Christenheit !) erfüllen.

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Kinder zu essen ist als Steigerung der Kinderpornographie das Höchstzudenkende Übel. Mo Yan ist in dem aberwitzigen Roman ‚Die Schnapsstadt‘ diesem Thema meiner Meinung nach das erstmal literaturwürdig nachgegangen. Dort sind die Täter keine Hexen oder Juden, sondern unerträglich zügellose Parteikader. Der Roman ist Fiktion, nach mindestens 3000 Jahren Kulturgeschichte eine grandiose Satire, bitterbös, über das, wozu Menschen, Sprache, Vorstellungskraft fähig sind.
Sehr zu empfehlen zum Thema!

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In der griechischen Mythologie gibt es das natürlich auch schon.

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Oder bei Swift als Satire 1729, A Modest Proposal oder beim Chindlifrässerbrunne in Bern, einer vermutlich judenfeindlichen Skulptur (same shit, different age) aus dem 16. Jahrhundert, welche auch bei Jacques Chessex, l'Ogre (1973) eine grosse Rolle spielt.

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Interessierter Leser🤓
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Eine andere Frage: Ich meinte, in dieser Serie mal einen Beitrag mit einem Titel gesehen zu haben (der aber noch nicht veröffentlicht war), der in etwa hiess: Wie wir an einem Tag 1000 Abonnenten verloren.

Gibt es diesen Beitrag noch? Wäre interessant.

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Arjuna Brütsch
Community Support @ Republik
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Ahoi Benjamin! – Das war der working title von Folge 7.

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Guten Tag Herr Ryser
Im Vergleich zu Ihrem letzten Artikel der zu stigmatisierend war, kann ich lhnen hier sehr gut folgen. Eine gute, differenzierte Darstellung die einem die Augen öffnet.

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