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Beiträge zu «Russkaja!»



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Albert America
Grafik und Webdesign
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Sehr interssanter, spannender Artikel. Der ESC ist nicht "meine Musik". Bisher habe ich ihn auch als "leichtes Unterhaltungsgeplätscher" wahrgenommen. Hier lohnt es sich, einen Blick über die Grenzen seiner "Wolke" zu richten.

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Es freut mich sehr, wenn der Artikel Sie dazu animiert hat, über die eigenen Grenzen zu schauen!

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Märchentante*onkel
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Douze points pour L. B. für ihren differenzierten Artikel.

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Und da bin ich mir nicht sicher, ob diese Aussage stimmt - Russland hat wie jedes andere Land (die Schweiz hat über 30% SVP Stammwähler) ein Problem mit gesellschaftlichen Veränderungen und Nationalismus.

Was aber grundsätzlich vergessen wird - Russland ist seit Jahrhunderten ein Vielvölkerstaat, der damit durchaus gut zu leben gelernt hat.

Wegen seiner gesellschafts­kritischen Sprengkraft hat das Lied im Land hohe Wellen geschlagen. Parlamentarie­rinnen haben Unter­suchungen zum Wahl­verfahren angeordnet, Organisationen haben Anzeige erstattet, Regierungs­vertreter den Rückzug vom Song-Contest verlangt. Hass im Netz.

Dieses Verhalten ist leider Standard in so ziemlich allen westlichen Nationen ebenso. ich erinnere nur an die permanenten Diskussion um die Schweizer Nati...

...daher stellen sich mir real 3 andere Fragen:

  1. wie konnte der Song es überhaupt so weit schaffen (schliesslich wird in Russland die Teilnahme am Eurovision Songcontest von ganz oben abgenickt - und zwar vom "Pervyj Kanal", Putins Staats- und Propagandasender Nummer 1)

  2. wie sieht die reale Reaktion der breiten Bevölkerung aus - und nicht nur der kleinen Gruppe unter den Nationalisten und Ultraorthodoxen?

  3. da es von ganz oben abgenickt worden ist - was bezweckt die russische Führung mit dem Song? Schliesslich wird er zur primetime im Staatsfernsehen übertragen...

Eine Anmerkung:
"Rossiskaja" in Bezug auf "russisch" habe ich persönlich weder privat noch in öffentlichen Diskussionen jemals gehört - ganz im Gegensatz zur Schweiz, wo teils sehr offen zwischen Eidgenossen und Papierlischweizern unterschieden wird.

Allerdings muss ich gestehen, dass mir Ultranationalisten a la Zhirinovski oder die ultraorthodoxen ziemlich egal sind und deren Unsinn mich nicht interessiert.
...und: in Russland gelten gerade die Ultranationalisten als Klassenclowns, die niemand ernst nimmt...

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alexander, kann ich nur zustimmen.

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Love it. Douze points für diesen Kommentar.

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Lucia Herrmann
Community @ Republik
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Apropos «douze points»: Wie viele Punkte geben Sie dem ESC? Hier geht's zur Debatte

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Mille merci!

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Eigentlich ist der Artikel auch eine Würdigung des ESC und somit von etwas, was als mindere Kultur geschmäht wird. Erwähnenswerte, länderübergreifende Massenveranstaltungen (bspw. Sport), haben wahrscheinlich oft ein vorwiegend männliches Publikum. Das dürfte beim ESC anders sein. Danke!

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Genau darum ging es mir liebe Frau D. Als Kitschevent wird er tatsächlich auch abgewertet als eine Veranstaltung für Frauen und Queere.

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Adrienne Fichter
Redakteurin @ Republik
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Ein tolles Lesestück. Und t.A.T.u. spielen übrigens ihre Rolle weiter ("Einiges Russland" hin oder her). Auf Youtube kommentierten sie in einem Video von Manizha, als sie deren Song "Ne ver', ne boysia" peformte, mit der Zeile: "Dont be afraid, girl". (https://www.youtube.com/watch?v=h3Eg2PyByBQ

it's all for the show:-)

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Sven Gallinelli
Art Director
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Interessant ist übrigens auch, wie die Wahrnehmung des ESC je nach Land völlig anders ist. In Osteuropa und dort gerade in kleineren Ländern, etwa dem Baltikum, hat der ESC einen sehr grossen Stellenwert. Einerseits deshalb, weil in diesen Ländern das Singen alltägliches Kulturgut und tief in den Menschen verankert ist. Darüber hinaus aber auch, weil es Länder sind, die in der westlichen Wahrnehmung oft nur marginal zur Kenntnis genommen werden und durch den ESC die Chance erhalten, ihr Kulturschaffen über die Landesgrenzen hinaus bekannt zu machen. Wer einmal einen ESC-Final etwa in Lettland miterlebt hat, sieht den Anlass mit ganz anderen Augen. Das ist eine riesengrosse Party, die landesweit zelebriert wird.

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Danke für diese wichtige Ergänzung! Im Baltikum ist das sicherlich auch so wegen der Gesangsrevolution gegen die Sowjetunion.

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Danke für diesen ausgezeichneten Artikel.

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Herzlichen Dank Herr K. für dieses Kompliment.

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Interkultureller Coach
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Der Beitrag schildert ein Einzelschicksal konfrontiert mit einem Patriotismus, wie er überall in der Welt existiert, um dann in die Welt der Vorurteile abzugleiten, z.B. «Russlands Fremdenfeindlichkeit und Russlands Antifeminismus, sowie die «unterwürfige russische Frau» - auch ein Vorurteil des SRF Russland Korrespondenten, dem er regelmässig frönt. Ich habe von Mitte der 90-iger Jahre bis 2010 Russinnen unterrichtet und nie eine unterwürfige Russin angetroffen. Dass sie vielleicht etwas stiller sind und auch das Alter respektieren, hat nichts mit Unterwürfigkeit zu tun. Das gleiche gilt übrigens auch junge Männer und auch für die russischen Gattinnen meiner Freunde. Sie sind klar das bestimmende Element in der Familie und brauchen dazu nicht laut zu werden. Der Respekt vor Frauen ist noch ein tradiertes Element der russischen Kultur.
In einem interkulturellen Seminar mit russischen und deutschen Jugendtrainer
innen für die Organisation Kinder von Tschernobyl schilderte eine deutsche Studentin einen Vorfall bei der Vorstellung beim Dean einer Universität in Russland mit einem Kollegen. Der Dean stand auf, begrüsste den Kollegen mit Handschlag und marschierte dann an ihrer ausgestreckten Hand vorbei. Sie sagte: « Ich war so blockiert, dass ich kein Wort mehr herausbrachte. Die Lösung wurde gemeinsam mit den Russen*innen erarbeitet: Letztere meinten: «Wieso ist das ein Problem? Die Frau ist etwas Besseres, man fasst nicht jede Frau an» (gilt auch für den Islam und private Begegnungen an Partys in den USA).
Eine zweite Geschichte betrifft ein deutsches Beraterteam, das für Gazprom eine Bewertung für Führungskräfte entwickeln sollte, scheiterte und dann die Weisheit hatte auf die russischen HR zu hören. Was entstand war das Gegenstück zur westlichen, faktenorientierten Bewertung war eine Bewertung mit sozialen Schwerpunkten, wo z.B. auch der achtsame Umgang mit Frauen ein zentrales Kriterium war.
Wie Osteuropa unseren «Geschlechterkampf» empfindet, den wir oft auf andere Länder projizieren, zeigte die Gruppenarbeit zu den kulturellen Unterschieden zwischen Deutschen und Usbeken. Eine der Rückmeldungen lautete «Frauen in Usbekistan respektieren Männer».
Manizha und Pussy Riot sind nicht Russland und deren Erfahrungen auf 140 Mio. Menschen aus über 100 unterschiedlichen Kulturen hochzuprojizieren, um Vorurteile zu bestätigen, ist einer Republik nicht würdig.
PS: In Russland haben Frauen seit 1917 das Wahlrecht.

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Wenn der Respekt vor Frauen in Russland so gross ist: Wie verträgt sich das mit der Tatsache, dass häusliche Gewalt vollständig entkriminalisiert wurde? "Weil ich dich so hoch achte, hau ich dich blau und grün und alle finden, das sei meine Sache"? Die Russinnen, die ich kennengelernt habe, waren/sind auch nicht unterwürfig - aber sie schultern trotzdem eine doppelte bis dreifache Last gegenüber ihren (russischen) Ehemännern und sind/waren sich dessen bewusst. Die eine oder andere vertrat die (genau so formulierte) Ansicht, westliche Männer hätten den Vorteil für russische Frauen, dass sie weniger tränken und weniger schlügen als die heimischen Ehemänner. Dafür seien sie selbst im Gegenzug auch bereit, sich dem Bild der "idealen Frau" anzupassen - worunter sie verstanden: schminken, sexy Kleidung und ihn im Glauben lassen, er sei der Herr im Haus.

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Interkultureller Coach
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Laut Bundesamt für Statistik gab es in der Schweiz 2019 = 19'669 Fälle und 2020 = 20'123 Fälle (https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/hom…ewalt.html). Laut Wikipedia gab es in Russland 2015 = 50'000 Fälle (https://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%…n_Russland). Ich gehöre zu denjenigen, die nur Statistiken glauben, die ich selbst gefälscht habe und deshalb brauchen wir die Zahlen auch nicht hoch- oder runterrechnen, denn niemand kennt die wahren Zahlen, die Dunkelziffern. Was ich damit sagen will: häusliche Gewalt hat nichts mit Land und Kultur zu tun. Häusliche Gewalt ist die Folge von sozialen Verwerfungen, fehlgeleiteter Erziehung, falschen Vorbildern (Killer Games), wirtschaftlicher Not, häuslicher Enge etc. Mit dem Finger auf andere zeigen, um vom eigenen Verschulden abzulenken, ist unser nicht würdig.

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Interkultureller Coach
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Bitte belegen Sie Ihre Aussagen mit Fakten, sonst bleiben es Behauptungen

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Max Bodenmann
Liebhaber guter Artikel
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Danke für diesen sehr interessanten Beitrag. Ich habe selber mehr als zehn Jahre in der SU und Russland gelebt und kann die Beschreibung von Herrn H. nur bestätigen. Die Frauen in Russland und etwas weniger die Männer sind sich ihres Wertes als Mensch sehr bewusst

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Danke, ein interessanter Beitrag zu einem Anlass denn ich tatsächlich auch immer nur als Kitsch abgetan habe. Was mich etwas verwirrt hat war die Aussage, dass der Körper von Manizha nicht der eines Fotomodells sein soll. Ich bin daraufhin auf Bildersuche gegangen und kann beim besten Willen nicht verstehen was mit dieser Aussage gemeint war.

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Wir sollten das Wort "Eidgenosse" nicht den Hetzern überlassen, die es ethnisch aufzuladen versuchen. Daher bitte nicht unkommentiert so verwenden.

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Interkultureller Coach
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Körperdistanzen zwischen Mann und Frau sagen auch etwas über die Begegnungskultur zwischen den Geschlechtern aus. In Masterklassen mit Studentinnen aus der ganzen Welt liess ich jeweils je ein Paar aus Ostasien, Deutschland und Russland sich auf 3 m Distanz einander gegenüberstellen. Dann bat ich die Frau auf den Mann zuzugehen bis zu einer Distanz, wo sie sich noch wohl fühlte. Die Frau aus Ostasien blieb stehen, die deutsche Kollegin näherte sich auf Armdistanz und die Russin näherte sich dem Mann, bis sie praktisch Brust an Brust standen. Entsetzter Ausruf einer deutschen Studentin: «ist das wirklich so?». Die Russin: « Ja, es ist so». Ich habe während 10 Jahren Russinnen zwischen 35 und 45 in einem Zweitstudium unterrichtet. Sie standen entweder direkt vor mir oder Schulter an Schulter. Dies war für mich sehr gewöhnungsbedürftig und es dauerte einige Zeit, bis ich mit dieser Ungezwungenheit umgehen konnte.

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