Sie fragen ja nur

Unser Schwerpunkt zu Verschwörungstheorien. Wer sie verbreitet. Wie sie sich weiterverbreiten. Und warum sie verfangen. Diskutieren Sie mit!

13.04.2019

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Wenn die Welt zu interessant wird, um sie dem Zufall zu überlassen, dann blühen Verschwörungs­theorien. Was, wenn das alles zusammenhängt? Was, wenn doch jemand die Fäden zieht? Und was, wenn es unglaublich klingt – und trotzdem stimmt? Wir fragen ja nur.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zu Verschwörungstheorien

Mark Eisenegger und Lisa Schwaiger von der Universität Zürich liefern Hintergründe zur Verbreitung von Verschwörungstheorien in der Schweiz.


Die Methode Ganser

Für unseren Schwerpunkt hat sich Michael Butter mit den Argumenten, den Strategien und dem Netzwerk des Schweizer Historikers Daniele Ganser befasst.


Musik als Manipulation

Und Tomas Bächli analysiert, wie Hintergrund­musik unsere Gefühle beeinflussen kann (eine Methode, deren sich auch die Republik schon bedient hat). Anschauungs­beispiel: ein Youtube-Zusammenschnitt.


Liebe Verlegerinnen und Verleger: Ihre Meinung zu diesem Schwerpunkt interessiert uns sehr. Wo widersprechen Sie? Fehlt ein zentraler Aspekt? Wir freuen uns auf Ihre Perspektive.

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(Teil 1) Der Begriff „Verschwörungstheoretiker“ wird in vielen Zusammenhängen als Kampfbegriff verwendet, siehe Anmerkung von Herrn Eisenegger. In der Mainstream Presse wird der Begriff oft zur Stigmatisierung verwendet. Durch dieses Labelling erspart man sich dann, die Auseinandersetzung mit den Anliegen dieser Person. Erstaunlicherweise hat die Republik es im Vorspann bzw. Ankündigung unterlassen, im Zusammenhang mit der Person Ganser diesen Begriff zu thematisieren, er wird also ohne weitere Diskussion in der Republik als “Verschwörungstheoretiker” geführt. In Teil drei wird uns dann der “Verschwörungstheoretiker” Ganser im Video fortgeführt. Dort setzt man sich dann aber nicht etwa mit seinen Argumenten im Video auseinander. Nein, das unterlässt man großzügig. Statt sich mit der Hauptsache zu befassen, also die Aussagen im Video einem Faktencheck zu unterziehen, darf der arme Musicus Tomas Bächli, dessen Beiträge ich sonst sehr schätze, nicht viel Relevantes zur Musik sagen (siehe sein Fazit).

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Herr Professor Butter stellt sich offenbar nicht die Frage, ob er sich seinem Beitrag selber suggestive Formulierungen leistet. Denn ganz so einfach, wie er die Faktenlage hinstellt, ist sie nicht. Daniele Ganser ist längst nicht der erste, der sich gründlicheren Recherchen widmet, als was in den offiziellen Verlautbarungen zu finden ist. Was für ein Interesse hat denn Herr Professor Butter daran, dass die offiziellen Verlautbarungen zu gelten haben? Was stecken für Glaubensannahmen dahinter? Sind diese zu 100% vertrauenswürdig? Wem dienen sie in welcher Hinsicht? – Es wird sich langfristig zeigen, wer recht hat.

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Gratuliere, Herr Schaerer, ihr Post zeigt geradezu exemplarisch auf, wie die zuvor vom Professor vorgestellte Argumentationen von Verschwörungstheorien funktionieren: Offene Fragen stellen, die die Leserschaft vermuten lässt, dass da etwas nicht stimmen kann. Einfach Gegenbehauptungen aufstellen, die nicht verifiziert werden (Ganser soll „gründlichere Recherchen“ betreiben, obwohl der Professor gerade im Artikel mit dem Beispiel der Videoausschnitte zu 9/11 exemplarische aufgezeigt hat, dass dem nicht so ist). Dem Professor selber dunkle Interessen unterschieben („wem dienen sie in welcher Hinsicht?“) sowie in im gleichen gleichen Satz mit drohendem Beigeschmack zu verkünden, dass sich die Wahrheit eines Tages zeigen werde („es wird sich langfristig zeigen, wer recht hat“).

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M. S.
· editiert

Sie wissen also nicht, dass Prof. Butter auch massenweise Indizien, Argumente und Beweise ignoriert?

Wissen Sie, dass u. a. über 3000 Architekten und Ingenieure eine neue Untersuchung zu 9/11 fordern, weil sie die offizielle Verschwörungstheorie (Osama und seine Kollegen verschwören sich, um Amerika anzugreifen) für unmöglich halten, da WTC7 nicht durch "Bürobrände" (NIST-Report) in dieser Form eingestürzt sein kann?

Wissen Sie, dass NIST (das staatliche Institut), das versucht hat, den Einsturz von WTC7 durch Feuer mittels Simulationen zu erklären, den Code seiner Simulationen aus gründen der nationalen Sicherheit (!) nicht veröffentlichen will?

Dass NIST von vornherein nicht nach Hinweisen für eine Sprengung gesucht hat und eine Sprengung kategorisch ausgeschlossen hat, obwohl diverse wissenschaftliche Untersuchungen an NIST herangetragen wurden?

Dass noch Monate (!) nach 9/11 unter den ehem. WTC-Türmen/unter deren Trümmern Temperaturen von mehreren Hundert Grad gemessen wurden (das bestätigen auch Wärmebildmessungen der NASA)?

Dass direkt vor den angeblichen Einschlägen der Flugzeuge seismografische Aufzeichnungen von aussergewöhnlichen Erschütterungen gemacht wurden?

Dass gegen 150 Augenzeugenberichte (von Profis wie Feuerwehrleuten, Polizisten etc.), die von Explosionen vor und während den angeblichen Flugzeugeinschlägen zeugen, nicht in die offizielle Untersuchungen einbezogen wurden, dass aber dafür die Hauptaussagen, die die offizielle These stützen, unter Folter erwirkt wurden?

etc.

Quellen und weitere Argumente:
The New Pearl Harbor
mit dt. Untertiteln
9/11 – gewöhnliche Physik des Außergewöhnlichen
Vortrag: 9/11 Truth and Justice von Richard Gage

Wer das alles gesehen hat, kann mitdiskutieren.

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Besten Dank für diesen spannenden und wichtigen Schwerpunkt. Die Intensität mit der hier diskutiert und argumentiert wird zeigt exemplarisch, wie weit verbreitet solche Verschwörungstheorien auch unter Republik-Lesern sind. Ich staune.

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Offensichtlich ist die Identifikation mit Ganser und dessen Positionen bei seinen Anhängern so gross, dass jede Kritik an ihm als persönlicher Angriff empfunden wird.

Dies sieht man einmal mehr an den emotionalen Reaktionen hier im Republik-Forum: Auf die sachliche Kritik an Dr. Gansers unwissenschaftlicher Arbeitsweise und seiner Nähe zu fragwürdigen Gestalten wird nicht eingegangen, stattdessen wird jegliche Kritik pauschal zur «Diffarmierung» umgedeutet.

Meist sind es die selben, die jede kleinste Kritik (ob berechtigt oder nicht) an Russland reflexartig als «russophobe NATO-Kriegshetze» niederschreien und an der besagten Kritik einen Beleg für die «NATO-freundliche Agenda» des Journalisten/Mediums sehen.

Ironischerweise halten sich diese Leute dann noch für besonders «kritisch».

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Warum posten sie eigentlich anonym? Warum stehen sie nicht mit ihrem Namen zu ihrer Meinung wie die anderen Teilnehmer hier im Dialog?

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Da ich (wie die meisten anonym kommentierenden hier) vor Kunden und Arbeitgebern bei einer Google-Suche meines Klarnamens nicht zuoberst mit meinen politischen Beiträgen im öffentlich einsehbaren Republik-Forum erscheinen möchte. Ich danke für ihr Verständnis.

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Selbst seit längerer Zeit im Verwaltungsumfeld einer Schweizer Kleinstadt tätig (18'000 Einwohner) beobachte ich diese Mechanismen gar auf Gemeindeebene. Selbst Amtsträger im Nebenamt werden bereits einer elitären Weltverschwörung zugerechnet. Wie kommt das? Eine Beobachtung: Inzwischen verfügt fast jede Gemeinde über eine Facebook-Seite à la "Du bisch vo XY, wenn...". Diese Seiten sind meist privat moderiert und weisen lokal eine hohe Follower-Zahl auf, denn man will ja wissen, was in der eigenen Gemeinde so läuft. Bis vor ein, zwei Jahren waren das durchwegs gemeinschaftliche Geschichten: Ein Coiffeur-Salon eröffnet hier, da wird eine Katze vermisst und zahlreiche Bilder von fotografierten Sonnenuntergängen. Seit einiger Zeit aber scheint es mir, dass diese lokal an Reichweite starken Seiten gezielt und aggressiv für Verschwörungspropaganda genutzt (Fragen stellen, aber an den Antworten nicht interessiert sein, insinuieren, unterstellen, Falschbehauptungen teilen, alternative Medienlinks posten etc.) Die privaten Seitenmoderatoren (meist einfache Bürger) sind hernach komplett überfordert mit der Moderation des Kanals. Werden gemeindefremde Themen gelöscht, branden Zensur- und Fernsteuerungsvorwürfe der Trolls auf etc., Stürme im Wasserglas werden täglich angezettelt. Selbstverständlich nicht zielführend und in hohem Masse destruktiv. Bedenklich dann oft auch, dass politische Exponenten darauf anspringen und diese Mechanismen damit legitimieren.

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Ich sehe das auch als Problem (habe aber diesbezüglich nur im Netz Erfahrung). M. M. n. sind am aktuellen VT-Boom aber vor allem die etablierten Medien schuld, die jahre-/jahrzehnte lang jegliche korrekte Kritik zur Berichterstattung ignoriert und ihre eigenen Fehler und Biases vertuscht, statt aufgearbeitet haben (Abhängigkeit von und unreflektierte Weiterverbreitung von Nachrichtenagenturen (mit NATO-Bias), fehlende Recherche, bescheidene Meinungsvielfalt, Herunterspielen und Aufbauschen von Problemen...)

Die meisten Menschen sind doch recht vernünftig und belehrbar (wenn nicht gar obrigkeitsgläubig) und sind deshalb bereit, ihre Meinung anzupassen, wenn man ihnen die Dinge anständig und anschaulich erklärt.

Wie sehen Sie das?

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Ich denke auch, dass es sich noch immer um eine sehr kleine aktive aber laute Minderheit handelt, die jeweils rasch ein paar Unterstützende (meist in keiner Art und Weise mit der Thematik befasste Menschen) aufzuwiegeln vermag. Diese temporären Unterstützer verschwinden meist rasch wieder (vielleicht weil sie von jemandem Bekannten darauf hingewiesen werden, welchen Thesen sie hier aufsitzen oder weil es sie gar nicht wirklich interessiert). Nur der harte Kern bleibt.

Es bleibt also nur offen und transparent zu informieren, auf Widersprüche hinzuweisen, sich der Diskussion zu stellen etc. Das haben sicher viele Institutionen in der Vergangenheit zu wenig beherzigt.

Nun ist auch dies nicht so einfach, wie es tönt. Wenn jeder, der sich diesen Trolls stellt, danach öffentlich und gezielt diffamiert wird, überlegt man sich verständlicherweise zweimal, ob man sich dieses Kopfweh ins Haus holen will.

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Daniele Ganser aber auch viele Verschwörungstheorien im Bereich der Impfgegner, Flatearth etc. sind extrem gefährlich für unsere Gesellschaft. Denn sie untergraben letztendlich das Vertrauen in die seriöse, peer-reviewte Wissenschaft und öffnen Tür und Tor für ‘alternative Fakten’. Diese sind - ironischerweise - eben nicht kritikfähig wie echte Wissenschaft. Das heisst letztendlich wird der Fortschrittsmotor unserer modernen Gesellschaft abgewürgt...

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Ich finde es eher gefährlich, wenn das Infragestellen von offiziellen Erklärungen als gefährlich bezeichnet und behindert wird. Diese Haltung verneint die Urteilsfähigkeit der Menschen und damit die Grundlage der Demokratie.

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Eigentlich wundere ich mich, dass die Republik einen Text von Herrn Butter über Herrn Ganser bringt, ist doch seine Meinung zu Herrn Ganser sattsam bekannt und in vielen Medien publiziert, wie man durch eine Google Recherche leicht nachvollziehen kann. In der Recherche fand ich auch den im Text erwähnte Bericht im Infosperber, der übrigens von Urs P. Gasche geschrieben wurde und der kritische Fragen an Herrn Butter enthält, die dieser aber nicht beantworten will. Die Republik hat es leider verpasst, den Professor damit zu konfrontieren. Hier ist der Link: https://www.infosperber.ch/Gesellsc…ien-kneift

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Warum sollte kein Text von Herrn Butter zu Daniele Ganser veröffentlicht werden? Dass Ganser-Anhänger Butters Haltung zu Ganser und dessen Aussagen bereits kennen, ist doch kein Argument dagegen. Sie lesen doch auch Gansers Einlassungen immer wieder, obwohl Sie doch auch dessen Haltung bereits kennen.

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Frau S., Herr Butter wird oft zitiert und interviewt, auch in Schweizer Zeitungen, z.B. In der NZZ. Man muss also nicht zu den Ganser-Anhängern gehören um seine Ansichten zu kennen, wie sie vermuten. Interessanter wäre aber sicher mal eine weitere Meinung. Aber vielleicht gibt es ja nur einen Experten.

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Sehr geehrter Herr Butter
Dass Herr Ganser sich zu vermarkten weiss und mit seinen Büchern sowie Vorträgen viel Geld verdient, ist sicher richtig. Das muss mich aber gar nicht interessieren und er ist auch nicht mein Guru.
Mich interessieren die Untersuchungsergebnisse zu den Anschlägen des 11.September 2001. Wer sich damit näher befasst hat, weiss dass es unzählige Ungereimtheiten gibt.
Wenn es bei diesem Kriminalfall eine polizeilich korrekte Untersuchung gegeben hätte, dann wären die offiziellen Erkenntnisse von jedem Gericht abgegewiesen worden.
Es gibt bei diesem Kriminalfall sehr viele Merkwürdigkeiten.

Ich erwähne zwei Fakten:
Fakt 1:
Die Deutsche Bank beauftragte nach den Anschlägen die Firma "RJ Lee Group", welche spezialisiert ist auf Materialanalysen, für die Gebäude-Versicherung nachzuweisen dass die erheblichen Schäden am damaligen "Deutsche Bank Gebäude" wegen den Einstürzen der WTC Türme entstand. Im ersten Untersuchungbericht aus dem Jahr 2003 steht, dass der WTC-Staub die fast 150-fache Menge an Metallstaub enthält wie dies bei ähnlichen Einstürzen üblich ist. (Normal sind 0,04 Prozent, beim WTC Staub waren es 5,87 Prozent).

Und dies erklärt auch Fakt 2:
Im Staub der eingestürzten WTC-Türme wurden mikroskopisch kleine Stahlkügelchen gefunden (spherical iron). Diese winzigen Partikel können nur entstehen wenn Stahl geschmolzen wird. (physikalisches Gesetz) Das steht im offiziellen Bericht des USGS (United States Geological Survey), einer wissenschaftlichen Behörde des Innenministeriums der USA.

Diese Angaben habe ich dem Buch "9/11 unmasked" entnommen. Quellenangaben sind darin vorhanden.
Und nun bitte ich Sie, Herr Butter, widerlegen Sie in wissenschaftlich korrekter Art und Weise diese Fakten. Konzentrieren Sie sich auf die Sache, nicht auf die Personen. Aktzeptieren Sie als Leitlinie nur die physikalischen Gesetze. Ueberzeugen Sie mich, dass die obigen Fakten keine Fakten sind sondern Verschwörungstheorien. Gerne erwarte ich Ihre Antwort.

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Anonym
Ich kommentiere nicht auf Google
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· editiert

Das Problem sind wahrscheinlich weniger die Fakten als ihre Deutung. Fakten, sofern es denn wirklich solche sind (was ich nicht beurteilen kann), lassen sich nicht widerlegen (eine Rose ist eine Rose, und Mikropartikel sind Mikropartikel....), aber die Bedeutungen, die wir den Fakten geben, sind selber nichts faktisches, sondern subjektiv gefärbte Zuschreibungen/Vermutungen, die unter anderem von unseren Interessen abhängen.
Der Nachteil an Verschwörungstheorien ist m.E., dass sie die Komplexität der Welt auf unzulässige Weise reduzieren, indem sie vorgeben, eine eindeutig identifizierbare Quelle alles 'Bösen' gefunden zu haben. Das macht ihre Attraktivität aus. Gleichzeitig vermitteln sie ihren jeweiligen Anhängern ein Gefühl der Zusammengehörigkeit, des 'Wir gegen die andern', die die Wahrheit einfach nicht kapieren wollen. Das stiftet Identität und Selbstwert. Dagegen wäre wenig einzuwenden, wenn sich im Lauf der Gesichte nicht immer wieder gezeigt hätte, wie gefährlich einzelne Verschwörungstheorien einer Gruppe von Menschen oder einem ganzen Volk werden können.

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Jetzt kommt wieder das Argument, VT würden generell ein simplistisches Weltbild vermitteln. Meiner Wahrnehmung nach sind diejenigen VT die immer als solche bezeichnet werden, um einer sachlichen Diskussion zu entgehen, eher die komplizierteren.

Die offizielle VT dagegen sind meist recht einfach:

9/11
Von Grund auf böse Moslems, die unsere Freiheit hassen, kapern Flugzeuge und zerstören WTC1, 2, 7 sowie das Pentagon.
Gut: Westen, der die Freiheit verteidigt und im Gegenzug locker mal ein Hundertfaches (und noch mehr) an Zivilisten umbringt
Böse: religiöse Fundamentalisten

Krim
Die machthungrigen Russen wollen sich Europa einverleiben und erobern zuerst die Krim und die Ukraine, dann den Rest.
Gut: NATO, EU
Böse: Russland = Putin

Skripal
Die (bösen) Russen vergiften einfach einen Ex-Agenten. Das muss so sein, schliesslich hat ja die Sowjetunion (!) das entspr. Gift erfunden.
Gut: Im Zweifelsfall der Westen, denn wir verhängen und verschäfen ja immer schön Sanktionen und sind immer die ersten, die eindeutige Beweise für die Russische Urheberschaft haben und nicht vorlegen, weil wir uns so sicher sind.^^
Böse: Russland = Putin

Beeinflussung US-Wahlen: Da es ja nicht sein kann, dass die Leute die Establishment-Favoritin Killary nicht gewählt wird (weil sie Sanders fertiggemacht hat), muss ja wohl auf massivste Manipulation im Netz zurückzuführen sein. Und wir haben irgendwo russische IPs gefunden (die nat. nicht vorgetäuscht werden können^^).
Gut: US-Demokratie
Böse: Da es ja bestimmt Russen waren und es keine russischen Hacker gibt, die das aus Spass machen, muss es ja der Putin veranlasst haben.

MH17
Giftgas Syrien
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Beim Absturz der Swissair Maschine in Halifax fand man auch ganz viele kleine Stahlkügelchen bei den Wrackteilen und ging von einem vermeintlichen Terroranschlag, u.a. mit Schrotflinten, aus. Es stellte sich dann aber heraus, dass eine grosse Lieferung an Kugelschreiber Kugeln im Frachtraum war. Die Moral der Geschichte: Fakten sind nur im richtigen Kontext richtig zu interpretieren. Hier setzen VT an, indem sie bewusst den Leuten einen lückenhaften oder gar falschen Kontext mit den richtigen Fakten liefern. Ein Mensch, der sich nicht vom Fach auskennt ist also geneigt diesen durchaus plausiblen Theorien zu glauben, da er den Kontext oft nicht kennt oder nicht versteht. Es braucht also seriöse Wissenschaft und vor allem das breite Vertrauen der Gesellschaft in diese um VT die Existenzgrundlage zu nehmen.

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Liefer Sie konkrete, seriöse Quellenangaben und keine VT Bücher und es wird gerne gelesen und wissenschaftlich überprüft. So sind es reine VT.

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Ich habe erwähnt, in diesem Buch sind die Quellenangaben drin. Ein wenig bemühen könnten sie sich ja selber auch. Dann können Sie gleich selber überprüfen ob ich ein VT bin.

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Was Butter in seinem Artikel Ganser vorwirft, tut er als Amerikanist (Wikipedia) genauso auch, einfach aus der anderen Sicht. Er pickt Aussagen des Gegners heraus, falsifiziert sie und steckt ihn in die Ecke der Verschwörungstheoretiker. Alles was einem nicht passt ist Verschwörungstheorie? Nein das ist mir zu einfach, zu billig und ich fühle mich da auch etwas für Dumm verkauft.

Zur Aufklärung der offensichtlich offenen Fragen zu 9/11 und anderen Themen trägt er nichts bei. Es gibt aber zahlreiche andere unbestrittene Fakten die Ganser immer wieder erwähnt und insbesondere die Nato kritisiert: Beispiel völkerrechtliche Verbot andere Länder anzugreifen. Warum nehmen das andere Medien nicht auf? Stattdessen wird einfach wochen- und monatelang Kriegsreportage als allabendliche Unterhaltung betrieben, bis keiner mehr weiss was, wo, wie, warum und überhaupt….

Auch die alternativen Medien gefallen mir nicht und machen mich stutzig. Sie sind zwar Nährboden für Verschwörungstheorien was aber nicht unbedingt Zweck sein muss. Vielmehr befindet sich die Medienlandschaft im Wandel. Traditionelle Medien werden von mächtigen politischen Gruppierungen aufgekauft oder anderweitig ideologisch oder kommerziell beherrscht. Wenn auch dadurch nicht jeder Artikel per se schlecht und als Propaganda abgetan werden soll, besteht doch mindestens ein kleines Misstrauen hängen.

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Elia Blülle
Journalist @Republik
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Weiterer Lektüretipp im Zusammenhang mit D. Ganser. Philippe Wampfler hat sich in Foren und im Internet mit vielen Ganser-Anhänger*innen auseinandergesetzt. In diesem Beitrag für GdG hat er einige wichtige Punkte herausgestrichen, die für diese Debatte hier bereichernd sein könnten.

Ganser verkleidet eigene Thesen und Vermu­tungen als Fragen, für die er Aufklä­rung fordert. Damit entle­digt er sich der Pflicht, Belege selbst zu erbringen. Er präsen­tiert sich als seriöser, aber unbe­quemer Wissen­schaftler mit Doktor­titel, hält sich jedoch weder in seinen Büchern noch in seinen Vorträgen an etablierte Stan­dards der Geschichts­wis­sen­schaft. In der Regel bear­beitet er weder Quellen noch histo­ri­sche Fach­li­te­ratur, sondern verbindet, wie seine Fans, lässig im Browser abruf­bare Doku­mente.

D. Ganser bezeichnet sich selber als Forscher, arbeitet aber nicht mit historischen Methoden. Hier auch ein guter Beitrag aus der WOZ zu diesem Thema

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Ich verstehe nicht ganz warum Sie sich an D.Ganser abarbeiten. Seine Publikationen mögen Mängel aufweisen. Aber wichtig sind doch die Themen die er anspricht. Vieles von dem stimmt und wird, aus welchen Gründen auch immer, von den bekannten Medien (NZZ, Tagi, SRF etc.) niemals in dieser Tiefe behandelt. Beispiel: Der Terrorismus vor ca. 40 Jahren in Italien, Gladio, "Strategie der Spannung" wurde von mutigen italienischen Richtern und Staatsanwälten durchleuchtet und viele ungeheuerliche Machenschaften von (parallel)staatlichen Organen kamen ans Licht. Das sind keine VTs sondern es gab dazu Anhörungen im italienischen Senat. Damals, in den 70er Jahren wusste die grosse Mehrheit der Bevölkerung nichts von diesen saumässigen Vorgängen. Und warum? Weil die Medien nicht kritisch genug hinterfragten! Jahrzehnte später kommt vieles ans Licht. Ich empfehle in diesem Zusammenhang das Buch von Regine Igel "Terrorjahre". Sehr informativ. Wir sollten nicht so naiv sein und den staatlichen Organen alles glauben. Zu den Kernkompetenzen der Geheimdienste gehören die Desinformation, List und Hinterlist. Sie sind Meister der Intrige. Ein Chef des französischen Geheimdienstes soll einmal gesagt haben: "eine Geheimoperation kann nur dann als gelungen betrachtet werden wenn niemand je von ihr gehört hat." So denken diese Leute.

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Das Problem, Herr S., ist nicht, dass jemand behauptet, es gebe keine geheimen Absprachen und alles laufe korrekt ab. Das Problem liegt bei den Menschen, die von vornherein überzeugt sind, alles laufe hinten herum ab. Ich habe an Gerichten gearbeitet und habe auch später Gemeinden in Auseinandersetzungen mit Bürgern vertreten. Und da trifft man halt immer wieder auf Rechtssuchende, die überzeugt sind (und dies auch überzeugt verkünden und dafür auch Support heute namentlich bei rechtsnationalen Kreisen finden), dass ihre Sache unkorrekt behandelt wird, dass man hintenherum mit den Aufssichts- und Rechtsmittelbehörden Absprachen trifft, dass man unliebsame Akten verschwinden lässt und Beamte, die dem Rechtssuchenden helfen wollen, abserviert . Sie können mir glauben, dass dort, wo ich als Berater für die Durchführung von Verfahren verantwortlich war, peinlich genau darauf geachtet wurde, dass die Rechtsunterworfenen (schöner Begriff) das rechtliche Gehör erhielten und dass man sich auch mit ihren Argumenten auseinandersetzt, und Sie können weiter glauben, dass die Aufsichts- und Rechtsmittelbehörden es kaum sehr geschätzt hätten, wenn man versucht hätte, bei ihnen Stimmung gegen die Verfahrensbeteiligten zu machen. Ich weiss zu wenig von Ganser und 9/11, weil mich das nicht interessiert. Ich weiss aber, dass die ständigen Behauptungen, man mauschle und wolle den Bürger übers Ohr hauen, durch die ständigen Skandalberichte der etablierten und der alternativen Medien genährt werden. Früher nannte man hartnäckige Bürger Querulanten, und das war falsch. Heute versucht man, sie bürgernah und korrekt zu behandeln, das nützt aber nicht viel. Wenn man ihnen nicht in der Sache Recht gibt,ist man ein elitärer Verschwörer.

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Das Problem für mich ist, dass wir alle unsere Informationen ja nur aus Medien beziehen können. Ich habe Zweifel, ob Lee H. Oswald ein Einzeltäter war (um die berühmteste Verschwörungstheorie zu zitieren), ich kann aber nichts Sinnvolles darüber sagen, weil ich nichts weiss. Und so verhält es sich mit 9/11. Was ich weiss, weiss ich aus den Medien, ein eigenes Bild kann ich mir nicht machen, weil ich nichts von Baustatik verstehe.

Wenn hier immer wieder gefordert wird, man müsse solche Fragen "sachlich" diskutieren (was die Gegner der Verschwörungstheorien auf die Palme bringt, weil sie zu Recht sagen, diejenigen, die solche Theorien verbreiteten, hätten ja gar keine sachlichen Grundlagen, weil sie selber keine Baunîngenieure sind und nicht in der Lage sind, den Regierungsbericht zu verstehen, durch eine "sachliche" Diskussion legitimiere man also nur unsachliche Thesen), dann ist das Augenwischerei.

Wir alle (mit Ausnahme der vor Ort untersuchenden Experten) können nur mit unempirischen apriori Annahmen an solche Fragen herangehen. Entweder sagen wir, es sei unwahrscheinlich, dass in einer offenen Gesellschaft eine solche Verschwörung geheim gehalten werden könne, oder aber wir sagen, die CIA und die amerikanische Regierungen hätten so viele nachgewiesene Schweinereien begangen (Mossadegh, Allende etc.), dass ihnen auch hier eine Schweinerei zuzutrauen sei.

Schluss folgt

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Zitat: "Wenn die Welt zu interessant wird, um sie dem Zufall zu überlassen, dann blühen Verschwörungs­theorien. Was, wenn das alles zusammenhängt?"

Was ist das denn für eine Einstellung? Natürlich ergibt die Summe aller geschehenen Dinge unsere Gegenwart. Wie kann man sowas leugnen?
Ansonsten kann jeder ab heute tun, wie er lustig ist. Frau betrogen? Kann ja nicht anders, der Zufall eben. Krieg angezettelt, der Zufall halt. Der Zufall wollte wohl auch ein Freihandelsabkommen mit Unrechtsstaaten wie China, oh und natürlich, die ganze Waffenschieberei nach Saudi Arabien, alles Zufall. Zufälligerweise ist auch der Fall Khashoggi längst abgehandelt... Alles Zufall und unbeinflussbar.

Muss man denn heute, als wahrheitstreuer Journalist an Vorherbestimmung und Schicksal glauben, an das grosse Wesen, welches für uns denkt und lenkt?
Wenn Verschwörungstheoretiker bedeutet, dass man selber denkt und nach bestem Wissen und Gewissen handelt, damit die Welt ein besserer Ort werden kann, dann bin ich sogar gerne ein Verschwörungstheoretiker. An Vorsehung will und mag ich nicht glauben.

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M. R.
· editiert

Sie scheinen da manche Dinge durcheinander zu bringen. Sie schreiben:

Natürlich ergibt die Summe aller geschehenen Dinge unsere Gegenwart. Wie kann man sowas leugnen?

Niemand leugnet das. Aber die «Summe aller geschehenen Dinge» ist nicht dasselbe wie der «Zusammenhang von Allem, bei dem bestimmte Kreise die Fäden zieht».

Wenn die Welt zu interessant wird, um sie dem Zufall zu überlassen, dann blühen Verschwörungs­theorien. Was, wenn das alles zusammenhängt? Was, wenn doch jemand die Fäden zieht? Und was, wenn es unglaublich klingt – und trotzdem stimmt?

Ihr Argument entpuppt sich somit als Strohmann-Argument. Auf diesem Pseudo-Argument begründen Sie ihre Reductio ad absurdum, die damit ebenfalls hinfällig wird.

Sie schreiben weiterhin:

Muss man denn heute, als wahrheitstreuer Journalist an Vorherbestimmung und Schicksal glauben, an das grosse Wesen, welches für uns denkt und lenkt?

Das ist gerade das Gegenteil dessen, was Lead und Artikel über Journalismus aussagen. Glauben v.a. Religiöse und fatalistisch Veranlagte an das Schicksal und Vorsehung des Grossen Wesens, sind es v.a. VT, die an einen grossen (Geheim-)Plan eines mächtigen (Geheim-)Zirkels glauben.

Und zuletzt schreiben Sie:

Wenn Verschwörungstheoretiker bedeutet, dass man selber denkt und nach bestem Wissen und Gewissen handelt, damit die Welt ein besserer Ort werden kann, dann bin ich sogar gerne ein Verschwörungstheoretiker.

Woher nehmen Sie diese Begriffs-Definition? Niemand würde diese beiden Seiten gleichsetzen, da sich etliche Gegenbeispiele finden liessen. Wenn, dann wäre dies eine Bestimmung von «Aufklärer*innen».

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Wegen eines Leserbeitrags las ich den Beitrag im infosperber https://www.infosperber.ch/Gesellsc…ien-kneift
und muss sagen, dass es die Position vonProf. Butter extrem schwächt, dass er hier den Infosperber angreift und sowohl Interview als auch schriftliche Antwort auf schriftliche Fragen verweigert, obwohl im Infosperber nichts gebracht worden wäre das er zuvor nicht abgesegnet hätte.
Wenn ein Dialog mit einem halbwegs vernünftigen Medium nicht mehr möglich ist, spricht alles für Befangenheit und Verfangenheit in Vorurteilen. Sehr schade.

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Naja, haben Sie die Kritikpunkte dort mal durchgelesen? Die sind ganz offensichtlich an die Fangemeinde von Herr Ganser gerichtet. Echtes Interesse an einem kritischen Dialog mit Herrn Butter kann ich da nicht erkennen.

Da hat sich der InfoSperber wohl instrumentalisieren lassen, kein Wunder fällt die Antwort knapp aus. Wären die Kritikpunkte eigenständig und keine Rechtfertigungsliste für Herr Ganser, dann würde ich Ihnen Recht geben.

Aber so? "Dieselgate" als Beispiel einer erfolgreich geheim gehaltenen Verschwörung? Gesucht, gefunden!

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Ich finde die Republik hat hier ein schönes 3er Pack zum Thema Verschwörungstheorie bereitgestellt. Immerhin gibt es bereits (Stand 17.04.19) 288 Kommentare. Dies alleine bestätigt doch die Relevanz. Die Dimension der Kommentare überwältigt mich regelrecht, faszinierend schaue ich in diese Parallelwelt von Gewissheiten, Gross-Medien Vertuschung u.a. Wow, da manifestiert sich ja eine wunderbare, kreative Welt. Finde es wirklich spannend mit welchen unerbittlichen Überzeugungen hier gekämpft wird. Ohne Zynik und doppelten Boden, finde ich solche thematische Schwerpunkte wichtig und geben mir die Gewissheit, dass ich nicht der Einzige bin, welcher die Aufklärung über die trendige Soros Verschwörungen stellt.

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Und das bringt mich zum Schluss, dass es eigentlich für mich als kleiner Schweizer egal ist, wer Kennedy ermordet hat und wer für 9/11 verantwortlich ist. Ich lebe hier, bin offensichtlich nicht das Opfer staatlicher Verschwörungen und war dies auch nicht, als ich in den USA wohnte. Es passieren tagtäglich Hunderttausende von kriminellen Akten, auch solche von Regierungsvertretern, würde ich diese aber als Teil einer Weltverschörung von CIA, Bilderbergern, Saudis, dem Weltjudentum und was weiss ich sonst noch betrachten, würde ich mich damit selber bis zur Paranoia limitieren. Wenn ich etwas für eine bessere Welt tun will, dann kann ich das, indem ich als Anwalt zum Beispiel Menschen vertrete, die wirklich Opfer einer Fehlentscheidung geworden sind (dazu brauche ich aber keine verschwörungstheoretische Sicht auf das korrupte "System"). 9/11 und Kennedy lassen mich aber kalt.

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M. R.
· editiert

Ich möchte mich ebenfalls dafür bedanken, dass ihr dieses vielschichtige Thema als Schwerpunkt setzt. Gerade den musikalischen Aspekt fand ich - wie Frau L. - schön umgesetzt.

Ich habe mich ebenfalls schon viel mit diesem Thema auseinandergesetzt. Aber eine Frage, die sich mir - aufgrund der psychologischen Nicht-Nachvollziehbarkeit und trotz möglicher Erklärungen - immer wieder stellte, war:

  • Wenn für viele aufgrund von VT der «Böse» die USA ist

  • deshalb rundweg abgelehnt wird und alles, was von dort her kommt oder darüber nicht negativ berichtet, mindestens mit äusserster Skepsis beurteilt wird

  • warum gilt als «Guter» plötzlich RUS

  • deshalb rundweg affirmiert wird und alles, was von dort her kommt oder darüber positiv berichtet, scheinbar ohne jede Skepsis beurteilt?

Was ist die Logik dahinter? Dass man skeptisch gegenüber den Einen sein soll, ist ja gut & recht. Aber warum wirft man bei den Anderen alle Skepsis über Bord? Mir erscheint dies eher als Wahl zwischen Pest und Cholera. Oder gilt hier schlicht: Der Feind meines Feindes, ist mein Freund?

Mir erscheint dies geradezu als Kurz-Schluss:
K: USA schlecht, RUS gut
Dies gilt aber nur, wenn zusätzliche Denk-Normen gelten:

  1. Es gibt nur die Menge mit den Elementen [usa, rus]

  2. Es gibt nur die Menge mit den absoluten Werten [gut, schlecht]

  3. Entweder USA gut v USA schlecht

  4. Entweder RUS gut v RUS schlecht

  5. Entweder USA gut v RUS gut, aber nicht beide

  6. Entweder USA schlecht v RUS schlecht, aber nicht beide

  7. Wenn USA gut, dann RUS schlecht, und vice versa

  8. Wenn USA schlecht, dann RUS gut, und vice versa

Es ist also ein bipolares Weltbild mit den Blöcken des Kalten Krieges («1. und 2. Welt»). Die entscheidenden Prämissen sind P5/6 und P7/8. Denn warum können nicht beide «schlecht» sein? Und warum soll das Eine automatisch aus dem Anderen folgen? Zugrunde liegt also tatsächlich ein - IMHO arg unterkomplexes - dualistisches, manichäisch-gnostisches Weltbild. That's it?

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Da gab es doch mal einen Verschwörungstheoretiker der hat behauptet die Erde sei rund und nicht das Zentrum des Universums - wie schräg war das?

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Anonym
Ich kommentiere nicht auf Google
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Nur hat der, soweit ich weiss, seine Zeit nicht damit verschwendet, Verschwörungstheorien zu verbreiten, sondern mit unermüdlicher Neugier geforscht und Antworten auf seine offenen Fragen gesucht. Dass das, was er entdeckte und/oder beweisen konnte, nicht ins Weltbild der damals Mächtigen passte, macht ihn noch nicht zum Verschwörungstheoretiker.

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Auch mir erscheint der Vergleich oder vielmehr das auf dieselbe Stufe heben von VTs wie „Flatearthers“ und (Astro-)Physiker wie Galileo oder Einstein als Gipfel der Ironie.

Denn während jene konstruktiv aus mathematisch gültigen Theoremen deduzierten und ergebnisoffen mit empirischen Methoden induzierten und zu Konklusionen kamen, die unabhängig wissenschaftlich verifiziert und falsifiziert werden können. Basiert bei denen ihre Skepsis auf dem Misstrauen und Leugnung eben jener wissenschaftlichen Ergebnisse.

Empirische Belege werden als Verschwörung von Regierung, Bildung und Medien ausgeblendet. Übrig bleibt das Prinzip „Ich glaub‘s erst, wenn ich‘s selbst sehe!“. Was an sich nicht schlecht wäre. Doch glauben sie via jumping to conclusions dogmatisch - also ohne die Überzeugung der Falsifikation auszusetzen - an die „Flache Erde“ (warum gilt dafür nicht dieselbe Skepsis?). Ein Glaube, der sich durch gegenseitige Bestätigung und Exklusion anderer (Belege) bestärkt wird.

Ich möchte dies nicht moralisch bewerten. Doch offenbart dies viel über die erodierte Bildungs- und Medienlandschaft. Im Umkehrschluss müsste - auch hierzulande - mehr in Bildung, Medien- und politische Kompetenz investiert werden.

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Es ist ja nicht nur Daniele Ganser, der zu 9/11 Fragen stellt:

Berechtigte Fragen.

Und um eine Verschwörungstheorie handelt es sich bei 9/11 sowieso, entweder die offizielle mit dem Verschwörer Bin Laden oder eine alternative Theorie, die (Teile der) Regierung explizit oder implizit beschuldigt.
Es geht doch primär darum, die Argumente dieser Skeptiker zu prüfen: Bei 9/11 ist die Frage herausstechend, wie diese drei Gebäude symmetrisch durch den Weg des grössten Widerstands zusammenstürzen konnten. Da sollen sich doch Physiker und Bauingenieure dazu äussern. Die Repulik ist ja häufiger an der ETH.
Das Label "Verschwörungstheorie" sagt ja nichts über die Gültigkeit der Theorie aus.

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Elia Blülle
Journalist @Republik
·

Nein, darum geht es nicht, weil wir, wie die meisten etablierten und seriösen Historiker*innen nicht bezweifeln, dass 9/11 ein Terroranschlag war. Es mag Lücken gebe, Unsicherheiten, mögliche Fehleinschätzungen, wie bei jedem Ereignis, dass man in der Retrospektive betrachtet. Am Ende behandeln die Geschichtswissenschaften aber immer das Gesamtbild – und daraus ergibt sich auch bei 9/11 eine eindeutige Schlussfolgerung.

Aber prove me wrong. Die Skeptiker sollen selber seriöse, wissenschaftlich und richtig aufgearbeitet Beweise erbringen, dass die Version, welche vom allergrössten Teil der Historiker*innen geteilt wird, falsch ist.

Das ist Ihnen, soweit ich weiss, bisher nicht gelungen. Und deshalb gibt es auch keinen Grund zum Anlass, zu bezweifeln, dass 9/11 etwas anderes als ein Terroranschlag war.

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Da Sie selber Journalist sind, ist Ihnen sicher der amerikanische Journalist I.F.Stone ein Begriff. Ein berühmtes Zitat von ihm lautet: "Jede Regierung wird von Lügnern betrieben und nichts von dem was sie sagen sollte geglaubt werden."
Er nahm seinen Beruf ernst und betrieb ihn mit Leidenschaft.
I.F.Stone hat kurze Zeit nach dem "Zwischenfall im Golf von Tonkin", was den Vietnamkrieg auslöste, die Behauptung der Regierung, sie sei von Nordvietnam angegriffen worden, als Lüge entlarvt. Vermutlich wurde er damals von den meisten Leuten als Verschwörungstheoretiker beschimpft.
All die mutigen Leute, die in den frühen Jahren gegen diesen Krieg protestierten mit Argumenten, wurden verunglimpft und mit Unterstellungen eingedeckt. Denn alle grossen Med.(New York Times etc.) machten bei der Vertuschung dieser Lüge mit! Das ist jetzt keine Verschwörungstehorie sondern belegt mit Fakten.
Jahre später war klar: dieser Leute hatten recht. Die Regierung hat gelogen, und wie! Ein Journalist wie Sie sollte misstrauisch sein, kritische Fragen stellen, nachhaken und sich nicht zufrieden geben mit offiziellen Erklärungen. Man könnte Bände füllen mit offiziellen Erklärungen von Regierungen, egal welcher Couleur, die allesamt erlogen sind. Ich habe die "Republik" abonniert, um Beiträge von so kritischen, unbequemen Journalisten zu lesen, wie es I.F.Stone war. (z.B. die Story über den Bündner Bau-Kartellskandal war exzellent! Allein dafür hat sich das Abo gelohnt). Auf Platitüden (die offizielle Erklärung sagt dies, sagt das, etc., kann ich verzichten,dafür brauche ich sicher keinen Journalisten. Das kann ich selber googeln. Zu 9/11: Wissen Sie z.B. dass drei Professoren des Worcester Polytechnic Institut schockiert waren, als sie feststellten dass Blei verdampft war, Molybden geschmolzen und dass sie Stahlteile fanden, die über 2000 Grad Celsius heiss wurden? Nur schon mit diesen physikalischen Feststellungen fällt die offizielle Geschichte auseinander. Also: recherchieren Sie!!

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U. K.
· editiert

Viele werden heute als Verschwörungstheoretiker gebrandmarkt, weil sie gegen politisch gewollte Dogmas verstossen. Früher gab man ihnen das Label "Ketzer". Im geschichtlichen Rückblick jedoch hatten diverse Ketzer recht, wie z.B. Galileo Galilei im Jahr 1633. Der Titel "Ketzer" hört sich daher schon bald wieder als ein Kompliment an. Folglich musste ein neuer, negativ belegter Begriff geschaffen werden, der des "naiven Verschwörungstheoretikers".
Zurück zur Gegenwart: Der weltweit bekannteste Verschwörungstheoretiker und Verschwörungspraktiker ist? G. W. Bush. Weshalb kommt denn diese "einmalige Ikone" in der Republik Recherche nicht vor?
Was Georg und sein Team geleistet haben ist immens, dies erübrigt jegliche Diskussionen über Ganser. Wie hat G. W. Bush bzw. Colin Powell der Welt oder der UNO Vollversammlung den Irakkrieg erklärt liebe Republik? Es ist und bleibt bis heute eine reine, "erstklassige" Verschwörungstheorie. Sprach er nicht von irgendwelchen todbringenden Chemiewaffen, welche nie gefunden wurden? Bitte liebe Republik bleibt kritisch !!!!

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Ich habe das Buch NATO-Geheimarmeen intensiv durchgelesen.
Passagen aus dem Vorwort von Prof. Dr. Kreis, Universität Basel:
"Das vorliegende Buch befasst sich mit den NATO-Geheimarmeen, welche in den 1950er-Jahren aufgebaut wurden und die im Falle einer Besetzung Westeuropas durch die Sowjetunion den Widerstand gegen die Besatzer hätten anführen, aber auch innenpolitische Stabilität sichern sollen. Die «Gladio»-Organisation wurde im Juli 1990 bekannt, als im Rahmen einer Ermittlung gegen rechtsextreme Terroraktivitäten im Archiv des italienischen Geheimdienstes entsprechende Hinweise gefunden wurden.  Die Forschung zum Buch basiert auf einer Doktorarbeit. Es ist selten, dass eine schweizerische Doktorarbeit auf dem hart umkämpften internationalen Markt für Sachbücher viele Tausend Mal verkauft wird. Diesem beachtlichen Buch über den Terror und die NATO-Geheimarmeen ist dies gelungen. (...) Das Buch erschien bislang auf Englisch, Deutsch, Italienisch, Spanisch, Französisch, Türkisch, Russisch, Griechisch, Slowenisch, Estnisch und noch inweiteren Sprachen. "Denn wie kann ein Historiker das Geheime und Verborgene, ja auch das Kriminelle der internationalen Politik untersuchen und sauber aufarbeiten, wo doch per definitionem die geheimen Dokumente für die Forschung nicht zugänglich sind, und zwar gerade in den sensibelsten Bereichen, also der verdeckten Kriegsführung und globalen Militärstrategie?" Dieses Buch zumindest, das die Verbrechen der verdeckten Stay-behind-Armeen der NATO teils aufdeckt, ist immer noch ein internationaer Bestseller der historischen Fachliteratur und wird lediglich von rechtslastigen Pseudowissenschaftern in Zweifel gezogen - wenn man beim letzteren Personenkreis überhaupt von "wissenschaftlich" sprechen kann. In dieser Klientel sehe ich die wahren Verschwörungstheoretiker.

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Das stimmt nicht. Unter Historiker*innen wurde das Werk stark kritisiert: https://medium.com/@phwampfler/gans…365d16f285

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Unglaublich. Ich habe diese Rezension gelesen. Wer sind diese Historiker_innen? Nun ja, in der Rezension finde ich nur die Wendung "eine Fachperson". Namen? Wer ist diese Fachperson? Titus Meier vielleicht. Um Himmels Willen.
Ganser habe in diesem Buch nur 20 Quellen angegeben. Es sind Hunderte! Wer so etwas schreibt, hat nur nachgeplappert. Vielleicht aus den Verteidigungsreden des Gladio-Mitbegründers, Faschisten und Massenmörders Luigi abgekupfert, der in den 1990ern zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Gelli war massgebend am Attentat auf den Bahnhof von Bologna beteiligt. Darüber gibt es mehrere hundert Berichte und zigtausend Gerichtsakten. Nein, nein, die Kritiker dieses Buches sind kaum echte Historiker. Ganser Buch gilt als Standartwerk in tausenden von Universitätsbibliotheken, es gibt mehrere hundert wohlmeinende Rezensionen darüber. Würden ihre Aussagen, Philipp Wampfler, zutreffen, wäre Gansers Buch nicht in zwanzig Sprachen übersetzt worden.
Der Doktorvater von Daniele Ganser ist Prof. Kreis von der Universität Basel. Ein national und international renommierter Historiker. Eine Dissertation mit lediglich 20 Quellenangaben, hätte ein Georg Kreis nicht angenommen. Und Philippe WaMpfler? Wer ist denn das? Habilitation? Dissertation?

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Schaut euch mal in Netflix den Film an über Leute die an eine flache Erde glauben. Dann merkt ihr, dass diese Leute ernsthaft und sogar wissenschaftlich daran glauben. Ohne böse Absichten.

Was lernen wir daraus? Man kann auch über sehr offensichtliche Wahrheiten unterschiedliche Meinungen haben. Wir sollten diese unterschiedlichen Meinungen argumentativ durch Diskussionen vereinigen, nicht durch Denunziation. Und genau darum handelt es sich beim Begriff "Verschwörungstheorie".

Menschen sind viel mehr durch "Kult" getrieben und viel weniger durch Rationalität als wir dies wahrhaben wollen. Das gilt sogar für 99% der Wissenschaftler. Darum ist der Weg über die Rationalität ein steiniger, aber trotzdem der richtige. Wir sollten ihn gehen ohne der anderen Seite böse Absichten zu unterstellen.

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Guten Tag Frau Kehrli
Wie sieht denn dieser Weg der Rationalität konkret aus im Umgang mit Menschen die heute behaupten die Erde sei flach?
Muss ich solch einen Menschen vom Vorhaben an den Rand zu reisen um runter zu springen abhalten?

Wenn nichts mehr Gültigkeit hat gibt es kein Miteinander mehr!
Gruss

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Herr Sigg, drehen wir den Spiess doch einmal um. Welche Beweise haben Sie, und damit meine ich Sie persönlich, dass die Welt eine Kugel ist? Vermutlich keinen einzigen.
Ihr vermeintliches Wissen ist das Wissen anderer an das Sie glauben wie andere an eine flache Erde. Schlussendlich basiert unser vermeintliches Wissen zu 99% auf Glauben. Genau wie bei den Flat Earthern auch.
Darum sollten wir andersgläubige nicht als Verschwörungstheoretiker verlachen. Das ist schlussendlich arrogant und irrational.

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Wie kommt es, dass diese "Artikelreihe" in der REPUBLIK erscheint? Ist grosses Interesse in der Leserschaft vorhanden oder ist es die Liebe an der Manipulation? Ich finde, dass der "Stoff" ziemlich oberflächlich behandelt wird...

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B. W.
· editiert

Vielleicht weil es zwingend notwendig ist sich mit Verschwörungstheorien wissenschaftlich auseinanderzusetzen, angesichts dessen, dass Verschwörungen und verwandter Eso-Hokuspokus 'dank' den sozialen Medien prächtig gedeihen.

Danke, Republik.

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Oliver Fuchs
Community @Republik.
·

Liebe an der Manipulation? Das müssen Sie mir erklären.

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(durch User zurückgezogen)
Elia Blülle
Journalist @Republik
·

(Teil 1) Ich erachte den Beitrag von Herrn Butter als Wasser auf die Mühlen von VerschwörungsproduzentInnen / MachterhalterInnen, ergo als Propaganda für die offiziell beglaubigten (und über die Medien verbreiteten) Geschichten, die man uns wieder und wieder in verschiedenen Farben und Formen zu verkaufen versucht.

Wer ist man? Wer sind VerschwörungsproduzentInnen? Wer beglaubigt offiziell? Sehen Sie das Problem?

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(durch User zurückgezogen)
A. P.
· editiert

Edit: Achtung! Emotionaler Destruktivismus meinerseits:

Zeit Bilanz zu ziehen:

  • Natokritik ist ein No-Go Thema, auf welches entweder gar nicht, oder wenn, aus für mich nicht nachvollziehbaren Gründen, immer im Verweis zu 9/11 endet.

  • "Verschwörungstheoretiker" sind "Dämonen", welche es auf die Aufklärung, Demokratie und Meinungsfreiheit abgesehen haben.

  • Wer darüber spricht, wie die Welt idealerweise sein sollte, ist in Beweispflicht.

  • Wer zu 9/11 eine offene Frage stellt, darf in allen anderen Aussagen nicht mehr ernst genommen werden.

  • Klassische Medien verfolgen ein edles Ziel, niemals besondere Interessen.

  • Verschwörungstheoretiker wie Ganser, begehen absichtlich Fehler. In den klassischen Medien geschieht dies, wenn überhaupt, unbeabsichtigt.

  • Wer nicht der allgemeinen Auffassung folgt, greift zu unlauteren Mitteln.

  • Die Fehler der klassischen Medien sind geringfügig, jene der "Anderen" enorm.

  • Anerkannte Wissenschaftler und Kulturträger stützen die Meinung der klassischen Medien.

  • Wer die Berichterstattung in Zweifel zieht, leugnet automatisch Wissenschaft, Aufklärung und muss die Auffassung vertreten, 9/11 wäre inszeniert.

  • Wer offene Fragen stellt, macht sich zum Verschwörungstheoretiker.

  • Bei unbequemen Meinungen ist der Angriff auf die Person (Ganser) legitim, bei Linientreue, nicht.

  • Auf positive Botschaften von "Verschwörungstheoretikern" wird mit keinem Wort eingegangen oder übergangen: Stärkung des UNO Gewaltverbots, Kritik an der Maxime "Responsibility to Protect", welche jedwede Schweinerei rechtfertigt, noch ist eine Debatte über Ethik erwünscht, da nicht empirisch verifizierbar.

  • Wir wollen keine Debatte.

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A. P.
· editiert

Um meiner eigenen emotional/destruktiven Bilanz am Ende, doch noch etwas sinnvolles entgegenzusetzen und um die herzlichen Ratschläge, für welche ich dankbar bin, entsprechend zu würdigen, versuche ich nun positiv Bilanz über die wichtigsten Punkte zu ziehen, die ich in und mit der Debatte gelernt habe. Jeder, der gerne möchte, ist eingeladen in positiver Weise, Korrekturen oder Anregungen anzubringen oder auch gänzlich neu zu verfassen.

  • Polarisierende Themen sind schwierige Themen. Die "Maximalforderung" zu stellen, um am Ende auf den Kompromiss zu hoffen, ist keine gute Strategie. Worte, Formulierungen müssen sorgfältig erarbeitet sein.

  • Das Thema VT greift tief ins eigene Weltbild ein. Eine Debatte darüber, steht unter keinem guten Stern, wenn das "Klima" nicht entsprechend offen oder bereits vorgegeben ist.

  • Ich kann mir vorstellen, dass die entsprechende Frustration, welche eine solche Debatte auslösen kann, Menschen dazu bringen kann, sich ganz aus den "klassischen Medien" zurückzuziehen. Die Republik-Artikelreihe also auch die gegenteilige Wirkung entfalten kann, als eigentlich angedacht.

  • In einer längeren Debatte, sollte man Versuchen, wieder zu sich selbst zu finden, wenn man sich in einer Negativ-Spirale von sich selbst wegbewegt. Schwierig, ich weiss. Eine mögliche Lösung könnte darin bestehen, eine grössere Toleranzschwelle, bei entsprechenden Inkonsistenzen bei sich selbst und dem Gegenüber.

  • Emotionalen Abstand gewinnen.

  • Dekonstruktivismus und Polemik vermeiden.

  • Ausklinken, wenn es zu sehr an die emotionale Substanz geht.

Wünschen täte ich mir, etwas mehr Menschenfreundlichkeit und Liebe, Idealismus und Statement zum friedlichen Zusammenleben in den Medien, statt nackte Tatsachen zu Mord, Totschlag und Krieg in täglichen Häppchen serviert.
Auch wenn man natürlich nicht den Boten erschiessen soll, sollte man trotzdem ein gewisses militärisches Interesse an Medien nicht kategorisch ausschliessen.

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Mir wird richtig schlecht, wenn ich das alles lese.

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Herzlichen Dank für diesen Schwerpunkt!
Die Artikel finde ich sehr gut und lesenswert, ganz besonders auch die tolle Analyse von Tomas Bächli.

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Ich find es interessant, dass Butter mit der gleichen Art von suggerierender „Objektivität“ argumentiert, die er Ganser, vielleicht zu Recht, unterstellt. Der „gut belegte Beweis“, dass Jebsen ein Antisemit sein soll, bleibt er zudem auch schuldig.
Auch wenn dies vielleicht nicht dem Titel entsprochen hätte, würde Butter besser darlegen, wieso die offizielle Theorie stimmt in seinen Augen, anstatt die Argumente seiner „Gegner“ zu entkräften. Was übrigens auch nicht dem Titel entspricht:)
Insgesamt finde ich es schade, dass die Republik auf „Experten“ zurückgreift, die, wie es den Anschein macht, einen persönlichen oder ideologischen Feldzug führen. In meinen Augen war dies noch nie zielführend, Schawinski lässt grüssen.

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Nichts ist, wie es scheint.
Dieser Satz wird zu Recht kritisiert. Diese Kritik ist aber ein Ablenkungsmanöver.
Ist denn alles so, wie es scheint?
Nein, sehr vieles ist nicht so, wie es scheint. Das lehrt die tägliche Erfahrung den kritisch denkenden und beobachtenden Menschen.
Wie es aber wirklich ist, ist damit noch nicht entschlüsselt. Der einzige Weg, der Wirklichkeit näher zu kommen, ist die gemeinsame Erfahrung: wenn verschiedene Menschen an verschiedenen Orten zu verschiedenen Zeiten immer wieder die selbe Erfahrung machen, ist das ein Indiz (kein Beweis) für objektive Wirklichkeit. Dieser Weg ist langwierig und mühsam. Die Naturwissenschaft versucht ihn mit Akribie und beachtlichem Erfolg zu gehen. Fragen stellen ist dabei grundlegend. Fragesteller mit abwertenden Bezeichnungen (Verschwörungstheoretiker) aus der Diskussion zu werfen, dient diesem Prozess nicht, es verhindert ihn. Auch die Unbelehrbaren haben das Recht, sich zu äussern und sollten angehört werden. Man muss ihnen ja nichts glauben.
Ich plädiere für mehr Vertrauen in den Erkenntnisprozess der Menschheit.

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H. S.
· editiert

Und noch etwas: Das Paradebeispiel einer aktuellen VT mit breiter Anhängerschaft und weitreichnden weltpolitischen Folgen ist ja die behauptete Einmischng des Kreml in die USA-Wahlen zugunsten von Trump. Da wurde über Trolle, Köche, Oligarchen und Verbindungen bis hinauf zu Putin himself zusammenphantasiert und -konstuiert was das Zeug hielt. Trotz fehlenden Fakten und fehlender Plausibilität ist diese Theorie im westlichen Mainstream zur felsenfesten Überzeugung geworden - auch für die Republik. Viele lassen sich auch heute noch, nach dem Negativ-Ergebnis der Mueller-Untersuchung, nicht von Ihrem Glauben abbringen.
Aber kein Wort davon in der fraglichen Artikelserie - nur die alte Leier über Ganser und Flatearther. Dabei wäre dieses Thema für die Republik eine gute Gelegenheit gewesen, einmal die eigene Rolle in der Verbreitung von VT und Fake-News kritisch zu hinterfragen.

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Elia Blülle
Journalist @Republik
·

Erzählen Sie keinen Stuss. Die Republik, wie auch die meisten anderen seriösen, europäischen Medien haben die «Trump-Collusion» nie als Fakt dargestellt, über die laufende Untersuchungen und auch deren Ergebnisse berichtet.

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J. H.
· editiert

Was hat der Herr Professor Butter studiert?... frage ich als ehemaliger DDR-Student, dem der Staat, die UdSSR, der Sozialismus in den Himmel gehoben wurde und man gleichsam über die Angriffe aus dem Westen (angewandte Mittel u. Methoden) mit informiert wurde, wie es auch gut im "Schwarzen Kanal" nachvollziehbar war. Also wie man sie zu betrachten, abzuarbeiten und deutlich einzustufen und somit sich eindeutig davon abzugrenzen hat (wenn man selbst nicht in einen Verdacht -Nachtrag: des Zweifels- geraten möchte...) Und ich so in Butters Ausführungen auch eine ganz bestimmte, in Teilen sehr ähnliche, Systematik des Abarbeitens an kritischen Personen bzw. von Themen erkenne und gleichfalls auch im heutigen TV finden kann, wenn es um Kritiker, Fragesteller oder um ganz bestimmte Themen wie 9/11 geht.
Ich möchte aber Herrn Butter nicht mal eine Absicht, bewusstes Abarbeiten nach einem Grundmuster an Ganser unterstellen, wohl aber enthält sein Text ca. 80 Prozent der Empfehlungen "wie man jemanden erfolgreich bloßstellt, ..in ein bestimmtes Licht rückt".

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Elia Blülle
Journalist @Republik
·

Herr H., In Ihrem Kommentar behaupten Sie, Herr Butter würde Herrn Ganser «blosstellen», liefern dafür aber keine Beispiele. Können Sie bitte argumentieren, wenn Sie solche Unterstellungen aufführen?

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J. H.
· editiert

Herr Blülle, ..Hallo Herr Blülle,
in keinem Wort unterstelle ich das Herrn Butter, sondern bestimmte, gängige, oft gehörte Erklärungen (Mittel, Methoden, Argumentationen, Phrasen, in Verbindung bringen mit, etc.), inkl. einer völligen Ausblendung von z.b. Unmöglichkeiten und Unwahrscheinlichkeiten (wie zb. Gläubige auch an eine Widerauferstehung ohne weitere Fragen dazu zu stellen glauben oder der Erlöser noch erscheinen wird, etc. = altes Wissen, wie leicht ein Mensch in "Schizophrenien", nur bestimmte Sichten, Sehen gebracht werden kann) tun bzw. können dies. Zudem erwähnte ich extra (weil das heutzutage fast jedes.al zu erwarten ist), dass ich hier Herrn Butter nicht mal eine Bewusstheit, Absicht unterstelle. Aber klar ist auch, dass wenn man sich viel mit Bestimmten beschäftigt und damit oft auf solche Mittel trifft, sie liest, sie hört, diese ganz schnell in seinem eigenen Wortschatz und Erklärungen, Sichten wiederfindet. Ich selbst war erstaunt, was ich, obwohl ich ein Kritiker von damaligen Methoden, etc. war, dennoch (und eigentlich gerade deshalb, inkl. immer mehr schwarz/weiss-Sehen, nichts offen lassen können) selbst auch von diesen Sichtweisen übernommen hatte, quasi im Denken und Sehen gar nicht ganz so frei und unvoreingenommen war, wie ich von mir dachte.

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Nach über 500 Wortmeldungen - die ich nicht alle gelesen, aber doch mehr oder weniger mitverfolgt habe, komme ich für mich zum Fazit, dass ich diese Debatte ebenso quälend wie aufschlussreich fand.
Das Thema an sich - wie Verschwörungstheorien entstehen und funktionieren - interessiert mich vor allem als psychologisches Phänomen, als eine Spielart des menschlichen Geistes um mit dem Chaos, der Unberechenbarkeit, den unüberschaubaren und unkontrollierbaren Komplexitäten zurecht zu kommen.

Die einzelnen VT und ihre Anhänger interessieren mich dabei eigentlich gar nicht. Und deshalb fand ich es auch schade, dass die Debatte fast nur darüber geführt wurde, was stimmt oder nicht und wer recht hat.

Hingegen fand ich es enorm spannend, die VT- Mechanismen hier quasi in Echtzeit zu beobachten und durch einige Kommentatoren vorgeführt zu bekommen. Ich habe viel gelernt dabei.

Deshalb möchte ich mich noch einmal ganz herzlich bedanken bei der Republik für diesen Schwerpunkt und bei den Kommentierenden für die Beiträge.

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H. S.
· editiert

Wenn Sie repräsentativ für die Republik-Leserschaft sind, hat die ganze Debatte rein gar nichts gebracht, denn genau hier waren wir schon ganz am Anfang. Wer VT als "psychologisches Phänomen" versteht und sich für die "einzelnen VT und ihre Anhänger" gar nicht interessiert, ist ein beklagenswertes Opfer der Desinformation.

Ich versuch's halt doch noch mal mit einem Argument, einem der unwiderlegbaren Art - auch wenn es scheint, dass Sie selbst gegen solche immun sind: Anfänglich war die amerikanisch-israelische Einmischung in die Destabilisierung Syriens eine Theorie - allerdings eine sehr plausible. Seit der Publikation der gehackten E-Mails von Hilary Clinton durch Wikileaks ist diese Verschwörung gegen Assad keine Theorie mehr, sondern eine bewiesene Tatsache.

Für eine Untersuchung braucht es zuerst immer Theorien - wer das Aufstellen von Theorien ablehnt, will keine Untersuchungen und damit keine Aufklärung. So einfach ist das.

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Ja, Herr S., ich bin eben geistig nicht auf Ihrer Höhe, aber Sie müssen sich darum nicht weiter kümmern und es auch nicht persönlich nehmen.

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(durch User zurückgezogen)
A. P.
· editiert

Ganser, Jebsen und den übrigen verdächtigen Onlinemedien und Personen, ist, m. E., vor allem gemein, dass Sie Kritik an den alteingesessenen Medien üben. Manchmal sogar bis ins Absurde. Ich sehe das Problem vor allem dort, dass Sie damit in ein Wespennest stechen und diejenigen Menschen vereinen, welche den "offiziellen" Begründungen für gewisse Ereignisse (nicht nur 9/11), bereits schon vor Ganser, KenFM etc. skeptisch gegenüberstanden. Neu ist nur, dass sich diese Menschen nun formieren und organisieren. Wie jede andere Bewegung/Ideologie auch, hat diese Ihre Vordenker. Dies nun auf "Ganser und seine Anhänger" zu reduzieren, finde ich wenig zielführend.

Die Frage, welche sich für mich dabei stellt, ist, was sollen Leser und Konsumenten der "seriösen" Medien tun, wenn ein Thema, welches wichtig erscheint

  • zu wenig/gar nicht angegangen wird.

  • der allgm. Tenor zu wenig Informationsgehalt bietet, bzw. nicht plausibel erscheint.

  • der Mainstream, subjektiv der falschen Denkschule folgt. (z. B. dem Neoliberalismus)

  • keine Alternativen bietet.

  • Themen bis zur Unkenntlichkeit "zerstückelt" werden.

  • Geopolitische Themen gerne mit "humanitären Eingriff" und Demokratisierung maskiert werden.

  • gegen die wirtschaftlichen Interessen, der grossen Verlage arbeitet.

Wer sich auch nur eine dieser Frage stellt, wird von Ganser, Jebsen etc. bedient. Gegenwärtig ist die Lage so, dass man schon fast automatisch auf diese Meinungsträger stossen wird.

Die grosse Frage, wie Konsumenten den nun zu Ihren Informationen kommen und wie sie diese Überprüfen könnten, bleibt unbehandelt. Uneingeschränktes Vertrauen in grosse Medienhäuser und Nachrichtenagenturen, erscheint mir auch kein valides Argument zu sein.

Wie ich es in Erinnerung habe, war doch ein Argument zur Gründung der Republik, wirtschaftliche Unabhängigkeit und dem "Einheitsbrei" etwas entgegenzusetzen. Zumindest ist dies der Grund, warum ich Leser der Republik bin und dafür auch gerne bezahle.

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U. K.
· editiert

Wenn man Verschwörungstheorien an Butter&Ganser fest machen will, dann wäre ein ehrliches Streitgespräch zwischen ihnen (ohne Schawinski!) möglicherweise sehr interessant gewesen. Dies hätte neue Erkenntnisse ermöglichen können. Diese Chance wurde leider nicht genutzt.

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Anonym
Heinrich
·

Ich bin durchwegs nicht ein Gläubiger von Verschwörungstheorieren. Aber es gibt auch hier in unserem schönen Land durchaus Vorgänge, welche durchaus in diese Richtung zeigen, so diese denn jemand so benennen will.
Ich möchte einmal die Frage stellen, weshalb sich viele dagegen auflehnen, zu glauben, es gäbe "Verschwörungen"? Die Frage ist doch grundsätzlich: Ab wann ist ein Vorgang eine "Verschwörung" oder kann dafür auch ein Synonym für "Lobbyismus, Insider, SauhäfeliSaudeckeli" etc. stehen? Oder darf dies in unserem gesellschaftlichen Verständnis einfach nicht sein, weil sonst eine ganze Ordnung in sich zusammenbrechen würde?

Ich möchte ein mir bekanntes Beispiel geben. Es ist ein Zitat eines hochdotierten, hochgeschätzten Schweizer Rechtsprofessors.
Die Frage war, ob ein Leasing- oder ein Kaufvertrag vorlag, unsere Seite hatte dem Gericht klar ein Kaufvertrag vorgelegt. Die Gegenseite war eine Leasinggesellschaft. Das Bundesgericht hatte diesbezüglich bereits früher in einem anderen Fall klar entschieden (in unserem Sinne), weshalb der Prozess angestrebt wurde:
"Im Ergebnis ist es die Auffassung der in dieser Sache befassten Gerichte, den Parteiwillen (wonach die Leasinggeberin Eigentum erwerben soll) zu schützen, auch wenn er gegen sachenrechtliche Prinzipien verstösst. Dafür werden diese Prinzipien solange umgebogen, bis sie passen!"
Es wurde also der Wille der Leasinggeberin geschützt, obwohl ein Kaufvertrag vorlag (nicht der Leasinggeberin!)
Wäre der Prozess durch unsere Partei gewonnen worden, wären die Leasingverträge der Leasinggeberin ungültig geworden. Dies durfte nicht sein und wurde in einem Gespräch bestätigt.
Ist dies nun Verschwörung, Unrecht oder was? Was ist damit, wenn Gerichte und Behörden offensichtlich gegen geltende Rechtsprechung und Recht verstossen?

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Danke für diese Artikelreihe! Mit Ganser hatte ich mich auch schon bei der Lektüre von Schawinskis Buch zu Verschwörungen beschäftigt.

Was Herr Buchli aber noch hätte erwähnen können:
Viele dieser Melodien, die er aus diesem Youtube-Video gepickt hat, stammen aus einer Standard-Trailer-Trickkiste. So sind das unter anderem Werke von Hans Zimmer (Interstellar (Beispiel 1&2) und "Time" aus Inception (Beispiel 6)) oder von Two Steps from Hell (Beispiel 7&8)(produziert ausschliesslich Trailermusik, so wie hier Hearts of Courage). Beispiel 9 kenne ich auch schon von irgendwo, mir fällt da aber der Name gerade nicht ein.
Den Punkt von Herrn Buchli aber, dass Musik manipulativ eingesetzt wird und man sich dessen bewusst werden sollte, unterstütze ich natürlich vollkommen.

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Danke für die sachliche Aufarbeitung dieses Themas! Ein sehr guter und wichtiger Schwerpunkt.

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Auch eine Verschwörungstheorie? Ganser erzählt populärwissenschaftlich zu 90% Dinge, die kritische linke Journalisten seit Jahrzehnten veröffentlichen. Doch die Linke hat das Potential Gansers nicht erkannt. Das hat sie jetzt zu vertuschen versucht, indem sie Ganser gemeinsam mit der universitären Konkurrenz als Verschwörungstheoretiker verunglimpft und dadurch seine Chance auf eine Universitäre Karriere verunmöglicht hat. Dass sich Ganser in den Dienst der libertären rechten "Friedensbewegung" stellt, ist seine durchtriebene Rache, die ihm auch ordentlich Kohle bringt. Und die Linke kann ihre Hände in Unschuld waschen. Schade.

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Elia Blülle
Journalist @Republik
·

Ja: Ein glänzendes Beispiel für eine Verschwörungstheorie.

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Spannender als das Ganser Bashing fand ich in „Europa im Erdölrausch“ von Ganser zu lesen, was er zur „Verschwörungsfrage“ meint. Verschwörung ist eine geheime Absprache. Irgendwer wird die 9/11 wohl geheim geplant haben, seien es Islamisten oder andere Kreise. Nun gibt es verschiedene Theorien, wer sich verschwört hat. Fragwürdig, das eine als Verschwörungstheorie anzuprangern - um das andere als nicht-aufgeklärte Wahrheit durchzuwinken...?

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Elia Blülle
Journalist @Republik
·

1.) Das ist kein «Ganser Bashing», sonder die kritische Auseinandersetzung mit einer Person, die höchst fragwürdige Theorien verbreitet, die eine wissenschaftliche Methodenüberprüfung in vielen Punkten nicht standhalten.

2.) Nein, es gibt keine verschiedenen Theorien. Es gibt gewisse Differenzen in der historischen Auswertung der Quellen, die im Moment zur Verfügung stehen. Aber es gibt keine einzige seriöse historische Arbeit, die bestreitet, dass 9/11 ein islamistisch motivierter Terroranschlag war. Alle anderen Theorien basieren auf nicht existenten oder nicht validierten Quellen und sind deshalb nicht wissenschaftlich.

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(durch User zurückgezogen)

Lieber Herr S., Sie meinen wohl Karfreitag und Ostern. Pfingsten («50. Tag» der Osterzeit) ist heuer erst am 9. Juni. Dies nur so am Rande. Da Sie sich ja als «Experte» in Sachen Religion ausgeben.

Passend daher, wie Ganser für alle stellvertretend als «Opferlamm» inszeniert wird. Als «Ketzer», der von «Inquisitoren» verurteilt wird. Als «Häretiker», der die «Orthodoxie» verletzte und «Tabus» anrührte. Als «Aufklärer», der bloss die «Glaubensgemeinschaft» erleuchten wollte.

Sie stellen eine «Endlosschlaufe» fest, also eine «Echokammer» und «Filterblase». Und werfen den Redaktionen «Denkverbote» vor, also Zensur, und den Journalist*innen, ob dem Reputations-Risiko, Selbstzensur.

Doch als Lösung propagieren Sie selbst Zensur. Wenn Sie den Begriff «VT» auf den «Index Prohibitorum» stellen wollen. Und dazu noch - wenn auch scherzhaft - alttestamentarische Strafen fordern.

Aber neben dem normativen Kampfbegriff «VT», der voreilig oder aus Machtinteresse ein Urteil fällt, gibt es auch einen deskriptiven Begriff, der anhand definierter Kriterien, eine Theorie als «VT» ausweist. Kriterien wie Methodik, Validität, Plausibilität und Objektivität.

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3/3 Wenn nun Leute, die VT vertreten, andere auffordern auf sie vorurteilslos zuzugehen, dann müssten diese dieselbe Vorurteilslosigkeit aufweisen. Also keine Vorverdächtigungen und Vorverurteilungen von angeblichen «Feinden» oder «bösen Mächten» (USA, CIA, usw.).

Sondern eine skeptische, selbst-kritische, ergebnisoffene Forschung, bei der das Ergebnis auf signifikanten empirischen Evidenzen und validen (wissenschafts-)logischer Argumenten beruht.

Doch häufig beobachtet man die Gleichzeitigkeit von Skepsis gegenüber offiziellen und medialen Berichten und Gewissheit und Vertrauen gegenüber Verdächtigungen und alternativen Medien. Gegenüber der einen Seite hält man also die Skepsis hoch und gegenüber der anderen wirft man sie über Bord.

Das Problem ist, dass solche VT letzten Endes der wissenschaftlichen Aufklärung von realen Verschwörungen einen Bärendienst erweisen.

Wenn sie also von anderen kritisches Bewusstsein gegenüber offiziellen und medialen Berichten verlangen, dann sollten sie - um nicht selbst in Widerspruch zu geraten und dadurch unglaubwürdig zu werden - dasselbe kritische Bewusstsein gegenüber VT und alternativen Medien haben.

Alles andere läuft auf einen endlosen Grabenkrieg hinaus. Denn auch wenn sie aufeinander zugehen und miteinander sprechen würden, wäre es, als würden beide Seiten zwei «inkommensurable» also unübersetzbare und unvereinbare Sprachen sprechen.

Nur ein Pfingstwunder, wie die Gabe der unverständlichen Zungenrede (Glossolalie) oder plötzlich in fremden Sprachen sprechen zu können (Xenoglossie), könnte die ausweglose Situation (Aporie) noch retten.

In diesem Sinne schöne Ostern und - wenn es soweit ist - Pfingsten!

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Immer wieder lese ich kritische Artikel zu Ganser. Noch nie habe ich jedoch einen gelesen, wo Ganser mit Vorwürfen direkt konfrontiert wird und er darauf Antworten oder sich erklären kann. Könnte die Republik das mal machen? Das fände ich lesenswert.

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Liebe Republik

Wieso werden jetzt wieder die Diskussionen zu mehreren Artikeln gleichzeitig geführt?!

Ich dachte, das wäre für eine konstruktive Debatte schlecht, wie sich in der Vergangenheit herausgestellt hat. Wolltet ihr diesen Effekt erzielen oder was sind eure Gründe dafür?!

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Ja?! Sie Fragen ja nur?!

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Genau! Aber hier wird ja viel Wert auf die Meinung der Leser gelegt, oder? Dann darf man doch Fragen stellen und seine Sichtweise darstellen. Vielleicht lernen ja dabei alle voneinander... #Filterblase

Tut mir leid, dass ich vergessen habe, dies als Verschwörungstheorie zu labeln.^^

Und was ist jetzt Ihre Begründung für diese Änderung der Diskussions-Praxis? (Oder habe ich etwas verpasst?)

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M. S.
· editiert

Wikipedia-Differenzierung: Verschwörungstheorie

Als Verschwörungstheorie wird im weitesten Sinne der Versuch bezeichnet, einen Zustand, ein Ereignis oder eine Entwicklung durch eine Verschwörung zu erklären, also durch das zielgerichtete, konspirative Wirken einer meist kleinen Gruppe von Akteuren zu einem meist illegalen oder illegitimen Zweck.

In der Forschungsliteratur werden häufig Verschwörungshypothesen, die rationale, überprüfbare und falsifizierbare Aussagen über angenommene Verschwörungen machen, von Verschwörungsideologien unterschieden, die ihre stereotypen und monokausalen Vorstellungen über Verschwörungen gegen kritische Revision immunisieren. Der Begriff Verschwörungstheorie wird zumeist mit Verschwörungsideologie gleichgesetzt und daher kritisch oder abwertend verwendet.

Quelle: Wikipedia, 13.04.19

Wie kann nur man eine Serie über das Phänomen VT machen, ohne eine solch grundlegende Unterscheidung vorzunehmen oder den problematischen Begriff zu erläutern?!

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Natürlich ist Herr Ganser kein Kopernikus oder Galilei - es ging ja darum, wie man mit gewissen Thesen umgehen soll. Heute ist allen klar, wie der Haase mit der Sonne läuft - aber damals, war der neue Ansatz für die Mehrheit ketzerisch.
Ich finde Querdenker spannend und muss deswegen auch keinen Personenkult betreiben. Ich möchte anderen Meinungen offen und grosszügig begegnen - sonst blockiere ich meinen eigenen Horizont.
Um über Glaubensfragen zu streiten macht keinen Sinn, auch da bin ich ganz ihrer Meinung.

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Hier eine Kritik zum Beitrag von Prof. Butter.

  1. Prof. Butter kritisiert Ganser dafür, dass dieser es unterlasse zu erwähnen dass ein Pass eines Terroristen vor dem Zusammensturz der Türme gefunden wurde.
    Ganser's Argument sheint zu sein, dass es sehr unwarscheinlich sei, dass ein Pass der in einem Flugzeug transportiert wird das in einem Feuerball hoch in einem Gebäude endet, auf der Strasse gefunden würde. Ich würde meinen, dass in beiden Szenarien das Auffinden des Passes sehr unwarscheinlich ist. Butter scheint es eher darum zu gehen zu zeigen dass Ganser nicht auf seine oder neue Argumente eingehe, als darum die Argumente Ganser's zu entkräften. Das ist keine saubere Argumentation wie ich sie von einem Professor erwarten würde.

  2. Ich kenne Ganser und seine Theorien nicht sehr gut. Wie Butter denke ich aber, dass er getrieben ist durch eine grosse Skepsis gegenüber mächtigen staatlichen Institutionen, insbesondere der USA. Die durch Snowden veröffentlichten Dokumente haben Ihm in dieser Hinsicht eigentlich recht gegeben: mächtige Institutionen der USA haben tatsächlich sehr viel Einfluss genommen, viel mehr als vorhin gedacht. In einem gewissen Sinn muss man sagen, Ganser hatte recht. Merkwürdig, dass Butter dies mit keinem Wort erwähnt.

  3. Zahlenmässig die weitaus stärkste VT Gruppe wären heute die Klimaskeptiker oder Klimaleugner. Warum werden diese von Butter nirgends angegriffen oder mindestens erwähnt? Weil sie zu stark, finanziell zu gut abgestützt sind und Butter seine Karriere kosten könnten? Warum fokussiert Butter sich dermassen auf Ganser, der ja sogar, wie Butter schreibt, ein untypischer VT ist?

Warum können wir nicht einfach akzeptieren, dass der Weg zur Wahrheit ein schwierigerer ist als viele denken statt Andersgläubige mit Begriffen wir "-Leugner" und "Verschwörungstheoretiker" abzustempeln?

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Sie schreiben:

Ganser's Argument sheint zu sein, dass es sehr unwarscheinlich sei, dass ein Pass der in einem Flugzeug transportiert wird das in einem Feuerball hoch in einem Gebäude endet, auf der Strasse gefunden würde. Ich würde meinen, dass in beiden Szenarien das Auffinden des Passes sehr unwarscheinlich ist.

Doch Michael Butter schreibt:

Was Ganser verschweigt, ist, dass der Pass gefunden wurde, bevor die Türme einstürzten, als am Boden also noch praktisch keine Verwüstung herrschte. Ganser verschweigt auch, dass neben dem Pass des Attentäters weitere Pässe von Passagieren sowie andere Gegen­stände gefunden wurden, die im Museum der 9/11-Gedenkstätte ausgestellt sind.

Das Problem scheint mir zu sein, dass durch Konstruktion von Unwahrscheinlichkeiten/Unverständlichkeiten auf eine noch grössere Unwahrscheinlichkeit geschlossen wird.

Denn selbst wenn es stimmt, dass die USA vorher wie nachher Ursache von viel „Schlechtem“ gewesen sind, heisst das nicht, nur weil vieles nicht nachvollziehbar ist, diese auch Ursache/Täterin dieses Ereignisses war.

Diese Konklusion erscheint dann, wie sie schrieben, vielmehr „getrieben“ durch eben jene Skepsis, um nicht zu sagen jenen Generalverdacht gegenüber der USA. Was aber darauf hinausläuft, dass nur noch bestätigt wird, was das Vor-Urteil vorschreibt. Diese Methode ist dann aber nicht ergebnisoffen und damit nicht mehr wissenschaftlich.

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Liebe Redaktion
Anonyme Einwürfe mehren sich.
Ist es sinnvoll, dass Beiträge von Menschen, die nicht zu ihrer Meinung stehen möchten, publiziert werden? Meines Erachtens kann solches zum Gift werden.

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Danke für die Beiträge über „Verschwörungstheoretiker“. Auf den Standpunkt, die Sichtweise, Erfahrung und und.... kommt es an was ich glauben will. Mir geht es nicht um Namen und Personen, ich will aus den Fakten mir eine Meinung bilden so gut ich das kann. Wenn dann neue Fakten (was immer wieder geschieht) ans Licht kommen muss oder kann ich meine Meinung revidieren oder auch nicht.
Danke an die REPUBLIK weiter so kontrovers und kritisch.

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H. S.
· editiert

Es ist ein Armutszeugnis für die Republik, dass sie offenbar nicht in der Lage war, zu diesem brisanten Thema selbst etwas auf die Reihe zu bringen. Indem sie es durch externe «Experten» (über deren Qualität noch zu diskutieren wäre) abhandeln lässt, suggeriert sie von Anfang an, dass die der Verbreitung von VT Beschuldigten und ihre „Anhänger“ irgendwie krank und eine Sache für Spezialisten seien. Damit macht sie sich von Anfang an zur Komplizin der Kreise, die in der Lage sind, Personen mit unbequemen Botschaften oder Sichtweisen nachhaltig zu Verschwörungstheoretikern zu stempeln. (Ich will jetzt nicht darüber spekulieren, wird diese Kreise sein könnten, sonst wird mir gleich noch Antisemitismus vorgeworfen.)
Es ist jedenfalls perfide und „wissenschaftlich“ unzulässig, einen überaus exakt und rational denkenden Historiker und Friedensforscher wie Dr. Ganser, oder einen scharfsinnigen, unerschrockenen und engagierten Journalisten wie Ken Jebsen, in den gleichen Topf zu werfen wie Skeptiker der Rundheit der Erde und Ähnliches (soviel zur Qualität der von der Republik angeführten «Experten».). Wer Kriegslügen aufdecken will, braucht nun mal etwas mehr an Denkschärfe und Hypothesen als der Mainstream-Journi, der diese nur unkritisc nachbetet. Keine Forschung kommt ohne Theorie aus. Die Republik sollte sich besser einmal mit den Standpunkten von Ganser und Jebsen befassen, als sie nur mainstreammässig unbesehen in die Pfanne zu hauen (bzw. hauen zu lassen).

Ich kann nur sagen: Ich habe von den beiden oben Genannten schon weit mehr gelernt als von allen Republik-Autoren zusammen. Und habe die entsprechende Zeit auf Youtube – im Unterschied zu jener zur Lektüre so mancher Republik-Artikel - noch nie als Zeitverschwendung oder Ärgernis empfunden. Aber wahrscheinlich bin ich halt auch nur ein dümmlicher Verschwörungstheoretiker.

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Lieber Herr S., auch Sie scheinen hier manche Dinge durcheinander zu bringen. Wenn Sie schreiben:

Indem sie es durch externe «Experten» (über deren Qualität noch zu diskutieren wäre) abhandeln lässt, suggeriert sie von Anfang an, dass die der Verbreitung von VT Beschuldigten und ihre „Anhänger“ irgendwie krank und eine Sache für Spezialisten seien.

Sie kritisieren die «Republik», dass sie externe Experten zu Wort kommen lasse - was sie und alle Medien, ja selbst die sog. Alternativen Medien, ständig tun. Weil halt manche mehr wissen über einen Gegenstand X als andere. Pathologisieren sie nun alles? «Experte» ist schlichtweg nicht dasselbe wie «Therapeut*in» oder «Patholog*in». Dass es für Sie dies suggeriert, sagt somit mehr aus über Sie selbst, als über die «Republik», auf die Sie diese Wahrnehmung projizieren.

Weiter schreiben Sie:

Es ist jedenfalls perfide und „wissenschaftlich“ unzulässig [ganser und jebsen] in den gleichen Topf zu werfen wie Skeptiker der Rundheit der Erde und Ähnliches (soviel zur Qualität der von der Republik angeführten «Experten».)

Ich habe keine Stelle gefunden, wo dies ein*e «Expert*in» getan hätte. Im Gegenteil: Es war eine der Verteidiger*innen, welche sich für «Flatearthers» stark machte (über ihre Qualität will ich aber nicht urteilen).

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Tomas Bächli: Zum Inhalt des Videos. Im Video Beitrag werden verschiedene Regime Changes aufgeführt. Die allermeisten sind bestens dokumentiert und lassen wir mal 9/11 weg, wo ist dann die Verschwörungstheorie, liebe Republik Redakteure? Geht die erwähnten Regime Changes mal detailliert durch? Wo ist bei euch die zeithistorische Kompetenz?

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H. S.
· editiert

Ostern (Teil 1/2) – Zeit, um auf den eigentlichen Zeck des VT-Dings zu sprechen zu kommen. Ja, es geht um nichts weniger als um Krieg und Frieden.
Es ist ja augenfällig, dass es sich bei den sogenannten "V-Theoretikern" bevorzugt um Exponenten der Friedensbewegung handelt - und bei denen, die diesen Begriff ständig im Mund tragen, um Leute mit hoher Affinität zu den Haupt-Aggressoren der jüngeren Vergangenheit: USA, Israel und NATO.

Die Mechanismen, nach denen die heutigen Kriege ablaufen, sind immer die gleichen und sollten mittlerweile allgemein bekannt sein. Bei Teilen der Republik-Redaktion und ihrer Fangemeinde scheint das aber erstaunlicherweise nicht der Fall zu sein. Deshalb das bekannte und bewährte Drehbuch der Inszenierung eines Krieges nochmals in Kürze (Der Platz fehlt mir leider für Beispiele, aber noch jeder der vielen Kriege der neuern Zeit - d.h. im Zeitalter der heutigen Massenmedien - folgte diesem Muster):

  1. Vorbereitung durch systematisches Schlechtreden des anzugreifenden Landes. Bewährtes Narrativ: Verteufelung des dortigen „Regimes“, von dem man das gebeutelte Volk befreien sollte. Neuerdings auch Sanktionen aller Art.

  2. Leserbriefe und Zeitungskommentare, dass man nicht mehr länger zusehen und endlich mal etwas Mutiges tun sollte.

  3. Setzen von Ultimaten und/oder roter Linien

  4. Provozieren oder Inszenieren eines Ereignisses, das diese verletzt

  5. Bombardieren, bevor Fragen zu 4. auftauchen

  6. Pflege der Kriegsbegeisterung durch eingebettete Journalisten

Das alles muss in einem beschränkten Zeitraum ablaufen, sonst verpufft die Wirkung. Das geht nicht ohne effizientes Zusammenwirken aller wichtigen Akteure (Regierungen, Geheimdienste, Wirtschaftsführer, Meinungsmacher, Medien) – also genau das, was unter dem Begriff „Verschwörung“ zu subsummieren ist. (Definition: Eine „V." liegt vor, wenn mehr als zwei Menschen die gleiche versteckte Agenda verfolgen, egal ob explizit abgesprochen oder nicht.)

Fortsetzung siehe Ostern Teil 2/2

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Dieser dumme, primitive Artikel über Verschwörungstheorien betrachte ich als Tiefpunkt. Bei Ganser werden Haare in der Suppe gesucht anstatt dass man sich sachlich und kritisch fundiert mit seinen Thesen auseinander setzt. Dass er sich für Frieden einsetzt, keine andern Länder angegriffen werden dürfen ohne UNO Mandat, darauf aufmerksam macht, was sich seit 9/11 zum Negativen verändert hat, all das scheint auch für die "Republik" absolut langweilig und überhaupt kein Thema zu sein. Leute, die zu 9/11 kritische Fragen stellen, gelten auch in dieser Zeitung als Spinner. Dafür werden einem spitzfindig und haarklein Fehler in der Argumentationskette hochnäsig vorgehalten. Und man zieht es vor, hochtrabende intellektuelle Exkurse zu führen. (Es werden Kant und Hegel zitiert! Man möchte schreien!!!) Dazu habe ich diese Zeitung nun wirklich nicht abonniert. Eigentlich hiess es ja mal, die Republik wolle "andern" Journalismus betreiben. Auch dort hinschauen wo sonst niemand hinschaut, aus welchen Gründen auch immer. (Ideologisch, Interessenskonflikte etc.). Das scheint nicht der Fall zu sein. Man zieht es vor, selbstverliebt um die eigene Klugheit zu kreisen. Aber macht nix, es gibt Schlimmeres.

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M. S.
· editiert

Begriffsbestimmung "Verschwörungstheorie"

Verschwörung: gemeinschaftliches Wirken zu einem geheimen, illegalen oder illegitimen Zweck

Theorie: Modell der Realität, welches auf Beobachtungen, Indizien bzw. Prognosen basiert

Verschwörungsleugnung: Behauptung, dass ein Ereignis nicht das Resultat einer Verschwörung ist

Nichtverschwörungstheorie: Theorie von einer heilen Welt ohne geheime Absprachen

Verschwörungstheoretiker: Ketzer, der den Glauben an die heile Welt in Frage stellt?

Ich bekenne mich hier ganz offen zu dem Begriff „Verschwörungstheoretiker“, denn alles andere empfinde ich entweder als naiv (im Falle der Nichtverschwörungstheoretiker) oder als überheblich (im Falle der Verschwörungsleugner). Wenn ich unvoreingenommen forschen will (und das ist meine Intention), muss ich sehr vorsichtig mit dem Begriff „Wahrheit“ umgehen, denn ich weiß, dass ich niemals alle relevanten Indizien oder Beweise kennen kann, die mich zu meinem derzeitigen Weltbild führten.

Die Vermutung und Untersuchung von möglicherweise geheimen Absprachen und Täuschungen – früher nannte man diese Arbeit investigativen Journalismus – sollte wieder zu der Reputation gelangen, die sie verdient hat. Andernfalls berauben wir uns wesentlicher Gedankenprozesse und verhindern eine bestmögliche Annäherung an die Wahrheit.

Zitate aus: https://www.wissensmanufaktur.net/v…gstheorie/ [13.04.19]

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«Wenn die Welt zu interessant wird, um sie dem Zufall zu überlassen, dann blühen Verschwörungstheorien. Was, wenn das alles zusammenhängt? Was, wenn doch jemand die Fäden zieht? Und was, wenn es unglaublich klingt – und trotzdem stimmt? Wir fragen ja nur.»

Jetzt widmet sich also auch noch die «Republik» dem Thema Verschwörungstheorien. Weshalb, erfährt man nicht. Und: Wer nach oben zitiertem Einstieg Schlimmes befürchtet, wird nicht enttäuscht. Was folgt, ist über weite Strecken derselbe Nonsense zu Hintergründen, Ursachen und Folgen von Verschwörungstheorien, den man in den letzten Jahren schon x-fach anderswo gelesen hat. Auch die «Republik» unterteilt die Medienlandschaft in herkömmliche, seriöse und alternative bzw. VT-Produkte. Man liest dasselbe Ganser-Bashing von Michael Butter, das man schon zig Mal bei anderen gelesen hat. Man liest eine Musik-Analyse, die rein gar nichts Neues oder Spannendes bringt.

Was soll das, liebes Republik-Team? Weshalb käut ihr wieder, was wir schon x-fach gelesen haben? Weshalb lasst ihr die üblichen Verdächtigen schreiben, statt euch selbst Gedanken zu machen? Weshalb bringt ihr nicht unterschiedliche Sichtweisen? Was mich vor allem interessiert: Bis wo sind kritische Fragen einfach kritische Fragen (wie sie hoffentlich jeder Journalist und Wissenschaftler stellt), ab wann sind es Verschwörungstheorien?

Keine Bange, diesen Einwurf muss man nicht ernst nehmen. Denn: Ich frage ja nur.

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Wenn es klar wäre, wieso WTC7 eingestürzt ist oder wie Kennedy aus verschiedenen Richtungen von einer Person erschossen worden ist, gäbe es keine VT. Diese Theorien gibt es nur weil die offiziellen Erklärungen zu schwach sind und keine kritische Beurteilung verkraften.
Beendet VT, indem ihr auf plausiblen Erklärungen besteht.

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Elia Blülle
Journalist @Republik
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Ja, viele historische Ereignisse sind nicht abschliessend zu erklären. Das wird Ihnen jeder, jede Historikerin bestätigen. Das Rechtfertigt aber nicht die Verbreitung von Theorien, die man mit einem Fragezeichen versehen als skeptische Nachfrage tarnt.

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Wenn die Ereignisse vom 11. September nicht als Rechtfertigung für Krieg gebraucht worden wären, könnte ich Ihnen zustimmen.
Das Nachlesen des NIST Reports und der anderen Quellen zeigt eindeutig, dass wir alle systematisch in die Irre geführt wurden. Ich begrüsse jeden Versuch eine bessere Erklärung zu finden.

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