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«An der Bar» mit Sibel Arslan

«Die kann ja Deutsch!», staunte 2015 ein Kollege über die neue Nationalrätin. Doch die gebürtige Kurdin kann noch viel mehr. Wenn das Bundeshaus zum Tollhaus wird, pocht Sibel Arslan auf Schweizer Tugenden: Der Gegner ist kein Feind. Mit ihm zu reden, schadet nie. Im Parlament strebt sie pragmatische Lösungen an – auch, damit die Schweiz das Potenzial ihrer Ausländerinnen voll ausschöpft.

Mit Roger de Weck (Moderation), 27.06.2018

Politikern, die auf Polarisierung und Stimmungsmache setzen, sagt Sibel Arslan jeweils: «Mach das nicht, du schadest unserer ganzen Schweiz.» Im Alter von 11 Jahren kam sie ins Land und begriff, «dass ich Kurdin bin». Mit 24 wurde sie eingebürgert und gleich ins Parlament der Stadt Basel gewählt. Heute sagt die grüne Nationalrätin: «Immer wieder, wenn ich etwas mache, und es ist nicht sehr schweizerisch, nicht sehr türkisch oder kurdisch, sage ich: ‹Es ist sehr ich.›»

Dabei weiss die 39-Jährige nur zu gut um den Stress mancher Secondos: Behörden, Arbeitgeber, Vermieter, Familie – alle stellen an sie besonders hohe Ansprüche: «Nicht umsonst gibt es unter ihnen so viele Selbstmorde.» Kopftuch-Debatte und Burka-Verbot? Die Schweiz fahre besser, wenn sie eine Vision entwickle, wie sie das Potenzial ihrer Migrantinnen besser ausschöpfen könne, sagt Arslan. Daneben setzt sie sich auch für jene «Minderheit» ein, die in der Mehrheit ist: die Frauen.

Arslan hat nun, gemeinsam mit einem CVP-Politiker, ein Unternehmen gegründet. «Eine erzschweizerische Karriere», findet Moderator Roger de Weck im Gespräch «An der Bar».

Was Sie im Beitrag erwartet:

– Als ich in den Nationalrat kam (01:05);
– Bei jedem Menschen finde ich Gemeinsamkeiten (06:18);
– Wider die Angstmacher und Stimmungsmacher (16:00);
– Das Blutbad in meiner Heimat (17:19);
– Als sich meine Grosseltern bei Gott entschuldigten (21:10);
– Wie die Schweiz meine Identität veränderte (21:36);
– Warum ich das Wort «Integration» nicht mag (28:24);
– Die Türkei in der Schweiz, und wie ich sie sehe (35:53);
– Ich studierte Recht – um mitzugestalten (38:48);
– Da wurde ich Unternehmerin (46:33).

Das Gespräch steht Ihnen auch als Audioversion zur Verfügung:

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