Danke für Ihre Neugier! Dieser Artikel wurde grosszügigerweise für Sie von einer unserer 23 305 Verlegerinnen und Verleger freigeschaltet. Kommen Sie ebenfalls an Bord!

«An der Bar» mit Carla Del Ponte

Gegen die Mafiosi. Gegen mutlose Bundesräte. Gegen Banken und Bankgeheimnis. Gegen Kriegsverbrecher auf dem Balkan und in Ruanda. Gegen das Morden in Syrien. Eine Anklägerin rechnet ab und erzählt von ihrem abenteuerlichen Leben: Carla Del Ponte, zornige Tessinerin, im Gespräch mit Roger de Weck.

Mit Roger de Weck (Moderation), 30.05.2018

Als Carla Del Ponte zum ersten Mal den sizilianischen Mafiajäger Falcone traf, waren die beiden nicht allein: «Da waren 56 Kilogramm Sprengstoff, die auf uns warteten», erinnert sie sich. Auch was die Tessinerin von den Verhören als Staatsanwältin, Bundesanwältin und internationale Ermittlerin erzählt, ist abenteuerlich: In den «ersten drei bis fünf Minuten müssen Sie Zugang zum Kopf des Verbrechers finden», sagt sie. Kritisch betrachtet Profi Del Ponte die Bundesanwaltschaft in Bern: «Es sind nicht gute Staatsanwälte an der Arbeit.»

Was die Kämpferin aus dem Maggiatal erlebt hat, ist spannender als jeder Film – und teilweise sehr bedrückend. So liess sie im Auftrag der Uno 5000 Zeugen zu den Verbrechen in Syrien befragen und war Chefanklägerin des Internationalen Strafgerichtshofs für die Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien sowie auch für den Völkermord in Ruanda. Carla Del Ponte hat sich immer exponiert und bleibt exponiert. Hat sie nicht nur daheim Panzerglas, sondern auch ein gepanzertes Gefühlsleben? Tatsächlich sagt sie: «In unserer Arbeit keine Emotionen!» Das führe einen bloss auf falsche Fährten, findet sie – und öffnet sich im Gespräch mit Roger de Weck dann doch.

Was Sie im Beitrag erwartet:

– Ein Leben des Kampfs (0:58);
– Giftschlangen im Maggiatal (5:56);
– Ein Anruf, und dann sechs Jahre Syrien (08:41);
– Staaten & Diplomaten zerstören ein Land (15:29);
– Giftgas: die Indizien, das Schweizer Versagen (20:17);
– Glauben Sie an Gott? An den Menschen? (26:36);
– Internationale Gerichte – schwach und zukunftsweisend (27:50);
– Die Schweizer Bundesanwaltschaft (32:55)
– Die entscheidenden Minuten: Wie ein Verhör verläuft (36:16);
– Aber jeder Mensch ist verletztlich (40:18);
– Flüchtlinge: Der Appell an die Schweiz (41:43);
– Die grosse Niederlage, der grosse Wunsch (45:14).

Das Gespräch steht Ihnen auch als Audioversion zur Verfügung:

Download

Debatte: Dialog mit der Redaktion

Haben Sie Fragen? Anregungen? Kritik? Lob? Die Autorinnen und Autoren nehmen Ihre Rückmeldungen gerne entgegen. Hier geht es zum Dialog mit der Redaktion.





Schön, Sie hier unten wieder zu sehen! Es wäre uns eine Freude, wenn Sie bei der Republik Verlegerin oder Verleger würden. Wir versprechen Ihnen dafür Journalismus ohne Kompromisse: ohne Schnörkel, ohne Werbung, ohne Ausreden bei Fehlern. Erfahren Sie mehr.

Dieser Artikel ist Teil einer Serie. Werden Sie Verleger, um alle Episoden zu lesen.