Debatte

Stellt der Bündner Bauskandal das Schweizer Milizsystem infrage?

Diskutieren Sie mit den Autorinnen Anja Conzett, Sylke Gruhnwald und mit Autor Gion-Mattias Durband.

26.04.2018

Unabhängiger Journalismus kostet. Die Republik ist werbefrei und wird finanziert von ihren Leserinnen. Trotzdem können Sie diesen Beitrag lesen.

Wenn Sie weiterhin unabhängigen Journalismus wie diesen lesen wollen, handeln Sie jetzt: Kommen Sie an Bord!

In Graubünden hat ein Baukartell über Jahrzehnte die Steuerzahler Millionen gekostet. Ein Whistleblower, Adam Quadroni, hat die Preisabsprachen aufgedeckt, sie bei Politikern und Behörden gemeldet. Bezahlen musste bislang nur Quadroni selbst, seine einflussreichen Feinde haben sein Leben ruiniert, er wurde in die Psychiatrie eingewiesen, obwohl es dafür keinen offensichtlichen Grund gab. Politiker, die in den Skandal involviert waren, stehen demnächst zur Wahl. Das Rechercheteam mit Anja Conzett, Gion-Mattias Durband und Ariel Hauptmeier hat den Fall aufgerollt.

Funktioniert angesichts derartiger Skandale das Schweizer Milizsystem noch? Werden in der Schweiz Whistleblower genügend geschützt? Wie weit kann Zivilcourage gehen? Sind Kartelle die liberale Planwirtschaft, und ist der freie Markt letztlich eine Utopie?

Lesen Sie die vierteilige Serie zum Bauskandal in Graubünden: Das Kartell, Der Whistleblower, Die Politik, Lügt Quadroni? sowie Schweizer Freiwild: Der Whistleblower. Und diskutieren Sie mit den Autorinnen Anja Conzett, Sylke Gruhnwald und mit Autor Gion-Mattias Durband.

Wir freuen uns auf Ihre Beiträge!

neu laden

Bravo! Ein Held ist geboren!

Hat zwar über 600 Betreibungen am Hals, dutzende Gerichtsverfahren am Laufen; Arbeiter, Sozialversicherungen, den Staat, hunderte Handwerker und sogar seine Geschwister um über 7 Millionen Franken geprellt aber ein Held bleibt nun mal aus Gutmenschensicht ein Held (sind Mao, Stalin, Castro, Maduro etc. ja auch)!

Wieso muss ich immer erst die Weltwoche lesen um die ganze Breite einer Story zu erfahren? Die Titelstory der aktuellen Weltwoche nenne ich investigativen Journalismus! Was hier geliefert wurde ist sentimentales, unnötig aufgeblähtes Blubbern mit Seifenwasser – zum Glück ist die Blase jetzt geplatzt.

Fake-News-"Republik"?

3
/
25

Lieber L. H.,
vielen Dank für Ihre Zuschrift! Wir stellen fest: Sie glauben offenbar vorbehaltlos der “Weltwoche” - und misstrauen unserer Recherche grundsätzlich. Sie gehen sogar weiter und unterstellen uns “Fake News”. Das ist ein schwerer Vorwurf. Wir pflegen auf unserer Plattform zu diskutieren, «zuzuhören» und auf verschiedene Argumente einzugehen.
Im Newsletter des kommenden Samstags wollen wir die aktuelle Debatte ausführlicher abbilden.
So viel vorab: Wir haben in unseren drei Beiträgen ein Kartell beschrieben. Und das Versagen von Institutionen, von Politik bis Polizei bis Justiz. Nichts an dieser Recherche ist widerlegt worden, im Gegenteil. Ein Politiker trat zurück, die Untersuchung der Weko bestätigte das Fehlverhalten von Baufirmen und Baumeisterverband.
Noch immer sind viele Fragen offen rund um das Kartell, rund um den Polizeieinsatz und Adam Quadronis Einlieferung in die Psychiatrie. Diese Fragen werden hoffentlich in den kommenden Monaten aufgeklärt, durch die beiden Sonderermittler, die nun in Graubünden eingesetzt werden, durch Gerichte und die parlamentarische Untersuchungskommission in Chur. Auch wir recherchieren in diesen Fragen weiter.
Einige grosse Schweizer Medien haben sich jetzt für eine andere Berichterstattung entschieden - und legen den Fokus auf den Whistleblower, auf seine Vergangenheit und mögliche Fehltritte.
Dazu drei Dinge:
Erstens: Whistleblower sind keine besseren Menschen. Sie handeln unter Umständen aus Eigennutz, und ihre Weste ist im besten Fall grau.
Zweitens: Die Republik ist nicht der Anwalt von Adam Quadroni. Wir werden weiter unvoreingenommen und ergebnisoffen recherchieren - und berichten, sobald wir solide Erkenntnisse haben, egal, wie sie aussehen.
Drittens: Ganz gleich wie die öffentliche moralische Bewertung des Whistleblowers ausfallen mag, es ändert nichts an den behördlichen Missständen, die sein Fall zutage brachte.
Mit anderen Worten: Bleiben Sie dran!
Herzlicher Gruss von Ariel Hauptmeier

18
/
0

Besten Dank, Ihre Replik rückt die Republik aus dem Schatten wieder ins Licht!

Ein fahler Nachgeschmack bleibt zu dieser sektenhaften Heldenverehrung bestehen:
Was wäre wenn die Weltwoche das Thema nicht aufgegriffen hätte?

3
/
11
(unsichtbar)
0
/
0

Habe gerade - nach der mehrteiligen journalisitschen Aufarbeitung der Kartell-Affäre in GR - auch den Text "Lügt Quadroni?" gelesen und bin sehr beeindruckt von der Sorgfalt und dem Scharfsinn, die hier zur Suche der Wahrheit eingesetzt werden. Es ist schon eine Freude, in der "Republik" einen qualitativ so hoch stehenden Journalismus geniessen zu können.

19
/
2
UC Franke
ucf
·
· editiert

Aus der Medienmitteilung des Graubündnerischen Baumeisterverbands (GBV):

Der Kanton Graubünden prüft zur Zeit, ob er als bedeutender Besteller von Bauleistungen durch Preisabsprachen zu Schaden gekommen ist. In einem schrumpfenden Markt wie dem Unterengadin im Nachgang der EKW-Kraftwerksbauten und des Baus des Vereinatunnel, dürften pauschale Schadenquantifizierungen wie die von der WEKO zitierte OECD-Studie oder pauschale Vergleiche mit anderen Kantonen und Sparten nicht taugen.

Schon unglaublich: Das ist ein deutlicher Versuch des GBV, die Kartellstrukturen zu legitimieren. Zwischen den Zeilen steht somit dort in etwa:

In GR/Engadin ist alles anders, die WEKO hat keine Ahnung, daher gelten für uns andere Gesetze, welche wir vorsorglich mit den Preisabsprachen schon einmal angewendet haben...

Auch aus der tendenziösen Überschrift der Medienmitteilung

WEKO stellt Verfahren gegen GBV ein!

insbesondere mit dem Ausrufezeichen, spricht eher Hohn, als ein besonnener Umgang mit der äusserst heiklen Thematik. Unfassbar unprofessionell und unüberlegt.

Dass Andreas Felix immer noch Geschäftsführer des GBV ist, ist völlig schleierhaft. Man kann nur hoffen, dass in der Politik eine Flurbereinigung stattfindet, damit die Schadensbezifferung nicht auch noch von den gleichen Leuten durchgeführt wird.

15
/
3

Die Crowdfunding-Kampagne für Adam Quadroni ist online:

https://wemakeit.com/projects/hilfe…stleblower

Das ist Ihr Beitrag für die Gerechtigkeit.

Ich bedanke mich bei allen, die unterstützt haben:
Herr Alt-Bundesgerichtspräsident Giusep Nay,
Der Anwalt von Quadroni (will anonym bleiben)
Viktor Krummenacher aus Basel, mit dem ich Stunden telefoniert habe
und Adam Quadroni, der uns das Vertrauen geschenkt hat.

Natanael Wildermuth

20
/
7

Dank der Weltwoche wissen wir nun wieso sein Anwalt "anonym" bleiben will.

Um all die Betrugsopfer von Quadroni entschädigen zu können, brauchts aber noch ein paar Milliönchen mehr in der Sammlung.

3
/
0

Ich bin extrem beeindruckt! Als mir mein Vater heute Mittag eine Mail mit dem Crowdfunding-Link zukommen liess war die Summe bei 18'tausendirgendwas. Mittlerweile ist über ein Drittel zusammen. Ich drücke die Daumen, dass es in diesem Tempo weiter geht.
Einen grossen Dank an die Journalisten und Natanael Wildermuth, der die Arbeit der Republik (Recherche, Veröffentlichung & politische/juristische Verantwortung) weiter geführt hat und zum nächsten Level führt (Mobilisierung & Unterstützung).
Es ist spannend ein solches Ereignis "live" mit zu verfolgen und in kleinstem Masse mit dabei zu sein.
Ich bin sowohl euphorisiert als auch ein bisschen erschrocken wie ein eben gegründetes Online-Magazin einen solchen Wirbel und Aktivismus seitens Verleger/Spender/Öffentliche Meinung auslösen kann.

Ich bin mir noch nicht sicher ob ich das "geil" finden oder skeptisch werden soll.

Ich frage mich ob meine Medienkompetenz den Anforderungen an die einhergehende Verantwortung genügt? Werde ich gerade Teil von etwas Grossem, oder erliege ich gerade einem Hype? Was könnte man noch bewegen?

Ich wünsche Herrn Quadroni einen glücklichen Ausgang. Denn um das geht es hier!

Und ich werde natürlich weiterhin reflektierend die Republik, Herrn Quadroni, die Ermittlungen der Weko und die Eigendynamik (inkl. meiner eigenen) die sich gerade entwickelt, verfolgen.

3
/
1

... zu Ihren (starken!) Fragen, die auch meine sind: Ich sehe das als wichtigen kollektiven und individuellen Lernrozess. Wo ist z.B. Verlangsamung angesagt? Oder was sind meine Vorstellungen von Sorgfalt? ...

2
/
0

SFr. 50'000 innert weniger als 48 Stunden: https://wemakeit.com/projects/hilfe…stleblower

Innert weniger als 48 Stunden erklimmt unsere Crowdfunding-Kampagne für Adam Quadroni die 50'000er Grenze. Die Schweizerische Bevölkerung zeigt damit eine hohe Solidarität und eine Entschlossenheit für die Gerechtigkeit. Herr Quadroni möchte sich bei allen Unterstützern bedanken.

5
/
1

Chapeau zur akribischen Recherche! Das „Kartell“, das auch uns als private Bauherren 2009 in Ramosch geschädigt hat, schliesst meiner Meinung nach ebenso die Architekten ein, die die Offerten durchgewunken haben...! Das Unterengadiner Mantra, „man hilft sich....“, hat seit den Veröffentlichungen einen neuen Sinn erfahren.? Und besonders bitte ist, dass man als Bauherr für die Loyalität zu den einheimischen Firmen betrogen wurde. Ich fass‘ es nicht...!

14
/
4

Sehr gute Arbeit, danke. Und ich wüsste in zwei drei Jahren gerne, ob und was sich verändert hat. Auch das Empfinden, die Haltung der GraubündnerInnen nach dieser Spiegelung von aussen.

2
/
1

Ich glaube die Schweiz wäre gut beraten den Schutz der Whistleblower*innen zu verstärken. Wenn Transparenz fehlt, benötigt ein stabiles System ein anderes Korrektiv. Wenn Whisteblower mit Verlust von Arbeitsstelle, strafrechtliche Konsequenzen oder soziale Ausgrenzung rechnen müssen, dann ist unser System nicht richtig austariert und benötigt dringend Anpassungen, damit das Milizsystem Bestand hat.

10
/
3

Quae medicamenta non sanant, ferrum sanat; quae ferrum non sanat, ignis sanat; quae vero ignis non sanat, insanabilia reputari oportet.Hippocrates

Was Medikamente nicht heilen, heilt das Messer; was das Messer nicht heilt, heilt das Feuer; was aber das Feuer nicht heilt, das muss als unheilbar betrachtet werden.

Schiller stellt dieses Zitat von Hippocrates an den Anfang seines Schauspieles "Die Räuber".

Weiter heisst es darin im zweiten Akt, dritte Szene, "Spiegelberg. Hexereien? Braucht keine Hexereien – Kopf mußt du haben! Ein gewisses praktisches Judicium, das man freilich nicht in der Gerste frißt – denn siehst du, ich pfleg' immer zu sagen: einen honetten Mann kann man aus jedem Weidenstotzen formen, aber zu einem Spitzbuben will's Grütz – auch gehört dazu ein eigenes Nationalgenie, ein gewisses, daß ich so sage, Spitzbubenklima, und da rath ich dir, reis' du ins Graubünder Land, das ist das Athen der heutigen Gauner".

Besten Dank für die sehr gute Recherche. Es ist zu hoffen, dass die Bevölkerung des "Graubünder Land" nun durch das Feuer gehen und zeitnah eine neue Ära einläuten und Schiller und seine Zeit endlich hinter sich lassen.

Der Republik wünsche ich noch viele gute Artikel und dass sie sich nicht von einem beeindruckend, schillernden Patriarch, der weiss, was sich geziemt und sich entschuldigt, dass er den Termin verschieben musste, beeindrucken lassen. Machtmenschen machen die Rechnung immer bevor sie ihnen der Wirt bringt.

6
/
3

Ja, ich halte das Milizsystem für gut. Weil Bodenständigkeit, Bürgernähe und gesunder Menschenverstand so gewährleistet ist. Korruption findet sich überall, wo Macht geballt wird und viel Geld im Spiel ist. Wir Menschen sind halt dafür anfällig. Pflicht zur Transparenz (Rechenschaft), Pflicht zur Teilung von Macht und härtere Strafen (Geldstrafen) können dem entgegenwirken.

4
/
1

Zu lesen im Aargauer FDP-Hausblatt:
BDP-Präsident Martin Landolt stelle sich hinter Andreas Felix. Sein Rücktritt zeuge von "Mut, Rückgrat und Verantwortungsbewusstsein."

4
/
1

Nicht das Miliz-System ist in Frage zu stellen, sondern das Macht-System.

7
/
2

Etwas näher ausgeführt, bedeutet das:
Auch ein 'professionelles' System würde ein solches Problem unter den gegebenen Umständen nicht verhindern. Das liegt an der kapitalistischen Ideologie, die verkürzt gesagt, die Machtkonzentration und den Machtmissbrauch als "ökonomisch richtig" heiligt. Letzteres verstärkt in der heute weltweit regierenden Variante des Neoliberalismus. Es ist also egal ob ein Mensch einen Staatslohn hat oder nicht. Er wird die Machtkonzentration und den Machtmissbrauch mindestens decken - wenn nicht fördern - müssen, wenn er "Erfolg" haben will.

Beispiele dafür gibt es genug, auch in Zürich. Wenn man sich in den Medien Deutschlands informiert, erfährt man jedoch typischerweise mehr darüber als in den Medien der Schweiz. Schliesslich ist Zürich das Machtzentrum der Schweiz mit einer ach so professionellen Staatsanwaltschaft.

Makrönchen in Frankreich und Trumpete in den USA sind nur die Galionsfiguren der Mächte dahinter. Verzierungen an der Spitze des Eisbergs. 

5
/
1

Ich bin zutiefst erschüttert. Das sind schon beinahe mafiöse Zustände. Ämter, Politiker, Verbände und Polizei sind verwickelt/verfilzt. Und so viele Uuschauer! BDP, SVP, CVP scheinheiliger geht es gar nicht.

4
/
2

Die Sache mit der Baubranche im Bündnerland und dem dortigen Whistle Blower passt genau in mein Gebiet : - https://demokratische-oekonomik.blog/ -

Der Artikel hat in mir die Schreiblust getriggert. Herausgekommen ist dabei eine kurze Zusammenfassung der Gesamtproblematik auf 5 Seiten:
Mit'emene Zürcher "Oder ?!" als Grundfrage und Titel : https://drive.google.com/file/d/1mz…sp=sharing

Mich hat es sehr gefreut, dass dieser Artikel wesentlich geradliniger und verständlicher herüber kommt als die Urversion von "Helden oder Spione" (20.03.2018). Jetzt heisst der Artikel offenbar "Anklage gegen drei Deutsche wegen Wirtschaftsspionage" und wurde vermutlich textlich geändert. Unbedingt lesen, wer ihn noch nicht kennt!

Bleibt zu ergänzen, das ich am letzten Di 24.4. 20:00 mehr Verleger'innen erwartet hätte als in die Rothaus Bar gekommen sind, und das ich der Redaktion einen eigenen Auszug von "Helden oder Spione" unter dem Titel " Swiss Quality Staatsanwaltschaft ? " vorgelegt habe, der die brisanten Fragen stellt. Wer ihn bei mir beziehen möchte, kann sich via crmatg@gmail.com melden. Ihr habt mein Verständnis das ihr die brisanten Fragen nicht in eurem Medium stellt, da ihr sehr exponiert seit, und der Willkür der Zürcher Staatsanwaltschaft, so wie die Aktien heute stehen, ausgeliefert seit. Oder?

1
/
2

Das kennenlernen der Technik dieses Forums würde mir jetzt Zeit kosten, aber ich habe den Verdacht, das sie ändern wird. Deshalb probiere ich jetzt mal ein paar Sachen life. Nicht ganz Etikettenkonform, aber hoffentlich auch nicht störend. LG Colin

0
/
0

Gran bel lavoro, cari colleghi. A leggere la vostra inchiesta si imparano molte cose, specialmente sul potere liberatorio di una storia ben documentata, raccontata da cima a fondo, con tutta la lunghezza che richiede per essere capita. Colpiscono i crudeli paradossi della vicenda.

Caro signor Quadroni, spero che l’incubo per lei sia finito e che, nonostante le molte avversità, possa essere comunque fiero di avere tenuto duro. Tantissimi auguri e buona fortuna.

3
/
3
Anonymous
Gerechtigkeit
·
(unsichtbar)
18
/
70

Warum stehen Sie nicht zu ihrem richtigen Namen?

1
/
2
Anonymous
Gerechtigkeit
·
(unsichtbar)
1
/
1

Pardon. Sie haben sich entschieden, Ihren Namen zu veröffentlichen. Damit haben Sie auch Ihren Wohnort preisgegeben, denn Sie stehen im Telefonbuch. Ganz zu schweigen davon, dass ich nicht Ihren, sondern meinen ehemaligen Wohnort publik gemacht habe. Ihr Sohn ist ein erwachsener Mann, mit dem ich, wie gesagt, befreundet bin. Dass Sie in diesem Tonfall antworten, ohne auch nur ansatzweise auf das Geschriebene einzugehen, erachte ich als Eingeständnis dessen, dass Ihre Vorwürfe offenbar haltlos sind. Insofern gibt es auch keinen Grund, mich bei Ihnen zu melden.

Anmerkung: Auf Wunsch Ihres Sohnes habe ich seinen Namen entfernt.

4
/
1

Lieber Anonymous. Da verwechseln sie - vermutlich als eingefleischter (anonymer) Bündner - Ursache und Wirkung. In der Fachsprache wird das, was sie da beschreiben, als alternative Fakten bezeichnet! Die vorgespielte Unwissenheit der Akteure und das gezielte Vertuschen hat zu Recht auch schon politische Opfer gebracht. Und die wahren "Täter" ergreifen nun die Flucht "nach hinten" als arme gescholtene Unschuldslämmer und Republik-Opfer. Ich jedenfalls habe - im Gegensatz zu Ihnen - mehr Vertrauen in die Wettbewerbskommission als in den Bündner Baufilz.

3
/
1

Guten Tag Herr Quadroni

Sie erinnern sich wahrscheinlich nicht an mich, aber wir kennen uns – ich habe lange in Malans gelebt und bin mit Ihrem Sohn gut bekannt.

Ich habe aus der Nähe miterleben müssen, wie zermürbend und grässlich Erbschaftsstreitigkeiten sein können. Ich verstehe Ihren Frust und Ihre Enttäuschung. Jedoch fürchte ich, sie trüben Ihren Blick auf die Geschehnisse.

Dennoch nehmen wir Ihre Aussagen sehr ernst. Bitte sagen Sie uns doch, wo «Fakten vermischt und verdreht» wurden, bis Sie den «Tatsachen nicht mehr entsprechen».

Wir haben übrigens mit Geschwistern von Adam Quadroni gesprochen. Mit Ihrer Schwester, Jacqueline Mischol, die wie Sie wissen, voll und ganz hinter ihm steht. Aus dem Gespräch mit Ihr ergeben sich folgende Fragen von uns an Sie:
Wenn Adam Quadroni so schlecht mit Geschäften war, wie Sie es darstellen, warum hat Ihr Vater Linard Quadroni ihm die Firma dann übergeben?
Warum hat Ihre Mutter, Barbla Quadroni, bis zuletzt zu ihm gehalten?
Warum steht Ihre Schwester so geschlossen hinter Ihm?

Wir haben die Geschäfberichte der Linard Quadroni SA zudem einem renommierten Treuhandunternehmen in St. Gallen vorgelegt. Diese kam zum Schluss, dass Adam Quadroni sehr wohl schwarze Zahlen geschrieben hätte, hätten seine Klienten (darunter das Tiefbauamt Graubünden) ihre Ausstände beglichen. Wie erklären Sie sich das?

Zur Kenntnis: Wir haben in der Reportage keinerlei direkte Kausalität zwischen der Verhaftung und den Preisabsprachen gemacht.

Beste Grüsse
Anja Conzett

24
/
4
Anonymous
Gerechtigkeit
·
(unsichtbar)
1
/
20

Guten Tag Frau Quadroni
Ihr Beitrag erstaunt. Können Sie sagen, wie Sie dazu kommen.
Eine Vermutung wäre, dass Sie Adam Quadroni aus der Nähe kennen.
Um Ihre Aussage besser einordnen zu können, wäre es hilfreich Ihren Bezug zu AQ ausführlich zu beschreiben. Auch müssten Sie Ihre Aussagen präzise untermauern, um glaubhaft zu wirken.
Sehen Sie keinen Zusammenhang zwischen dem Widerstand von AQ gegenüber diesem übermächtigen und kriminellen Kartell und seinen persönlichen Schwierigkeiten?
Oder meinen Sie, es gäbe noch andere Faktoren, die seine persönlichen Schwierigkeiten erklären.
Wie sieht denn Ihre Version aus?

7
/
2

Guten Tag Herr Cla Quadroni
ich platziere meinen Beitrag unverändert um. Er war hier nicht am richtigen Ort. Siehe nach dem Beitrag von Anonymus

0
/
0
Anonymous
Gerechtigkeit
·
(unsichtbar)
12
/
5

So funktioniert die Marktwirtschaft schon immer und auf der ganzen Welt. Mitnichten. Zumindest bis 2002 hat sich die gesamte europäische Texttilbranche heimlich in Zürich Kloten zu Preisabsprachen getroffen. Geschuldet dem dargeboten rechtsfreien Raum. So das damalige persönliche Bekenntnis eines Branchenvertreters. Die einen Wirtschaftstandorte sind eben bewusst Kartell freundlich.

1
/
1

Journalismus vom Feinsten diese Recherche über Macht und Ohnmacht in einer Gesellschaft, wo jedeR jedeN kennt und das Fressen vor der Moral kommt.
Ich bin gespannt auf die "Nachlese" und hoffe natürlich, dass das Gute siegen wird!

4
/
1

Lieber Herr W., danke für die Blumen: Und darauf sind auch wir gespannt. Beste Grüsse gmd

0
/
0

Wenn die aufgezeigten Fakten zutreffen, steht es um unsere sogenannte "Elite" und "Stützen der Gesellschaft" schlecht. Wie es scheint hat die BDP ein riesen Problem. Die Gier schaufelt sich das eigene Grab.

2
/
0

Lieber Herr H., ich teile Ihre Ansichten zu guten Teilen, sehe aber kein spezifisches BDP-Problem vorliegen. Dass die angesprochen Personen just der BDP angehören, ist eher zufällig und dem Umstand geschuldet, dass die Wettbewerbskommission die Schaufel als erstes im Unterengadin angesetzt hat – und dort ist eben die BDP die dominante Partei. In anderen Tälern wären es andere Grossbuchstaben. Beste Grüsse gmd

3
/
0

Leider ist es so auf der ganzen Welt, viel Geld, viel Macht, viel Korruprtion. Wieso sollte es bei uns in der Schweiz anders sein. Ein grosses BRAVO an die Journalisten.

2
/
3

Dankeschön! Aber die Dinge können sich ja ändern – auch das ist auf der ganze Welt so :) Beste Grüsse gmd

0
/
0

Ich gratuliere zu Eurer wuchtigen Reportage!
Und andererseits... wir Linken sind ja in anderen Zusammenhängen nicht für gnadenlose Konkurrenz, z.B. das down to the bottom race bei den Steuersätzen hat verheerende Folgen. Beim Bau besteht wohl auch eine gewisse Gefahr, dass bei Dumpingofferten billige Subunternehmer aus dem Ausland einbezogen werden (müssen), die es bei der Einhaltung von schweizerischen sozialen Minimalstandards nicht so genau nehmen. Dass dementsprechend ein Interesse bei den Bauunternehmern besteht, nicht in selbstzerstörerische Kämpfe verwickelt zu werden, ist nachvollziehbar. Die mafiöse Organisation solcher Absprachen und die schamlose Abschröpferei ist wiederum schlicht widerlich.
Was mich aber dazu bringt, diesen Beitrag zu schreiben, ist persönliche Betroffenheit: den Martin Büsing habe ich zwar seit über 20 Jahren nicht mehr gesehen, aber ich kenne ihn und er tut mir leid. In so einer Geschichte mit FÜ (fürsorgerischem Freiheitsentzug) tätig werden zu müssen, das ist wie aufs Glatteis zu geraten. Es hinterlässt nie ein gutes Gefühl, das harmloseste ist dabei noch das Erleben der eigenen Hilflosigkeit. Schwieriger ist der empfundene soziale Druck und so richtig toxisch wird es, wenn dann noch jemand von der Gefahr eines erweiterten Suizids zu munkeln beginnt (niemand will in so einem Fall mitschuldig werden). Es tschuderet mich, wenn ich an Martins Situation denke.
Der polizeiliche overkill ist wieder eine ganz andere Sache, und der Verantwortlich hat ja nun gute Chancen auf einen Regierungssitz!

7
/
8

Lieber Herr Brassel, da gehe ich mit Ihnen einig. Wo der Wettbewerb vor allem über den Preis spielt, sind griffige Regeln, Kontrollen und gegebenenfalls Sanktionen nötig, um zu verhindert, dass letztlich die Angestellten die Zeche bezahlen – und da gibt es gerade in dem von Ihnen genannten Bereich der Subunternehmer grosse Lücken.
Ja, Herr Büsing war in einer sehr schwierigen Lage – dies offenbar nicht zuletzt durch die traumatisierende und entwürdigende Art der Festnahme und Vorführung von Herrn Quadroni durch eine Spezialeinheit der Kantonspolizei. Hier besteht noch grosser Klärungsbedarf. Und dies auch unabhängig von den Wahlen. Ich danke für Ihren Beitrag und Ihre Unterstützung. Wir bleiben dran. Beste Grüsse gmd

1
/
0

Die Republik beweist mit diesem Bericht, wie wichtig unabhängiger Journalismus ist. Die lokale Presse ist immer eingebunden in solche Geschichten. Traut sich eine Journalistin oder ein Journalist, eine Geschichte zu schreiben, wird diese oder dieser mit Drohungen eingedeckt oder sogar entlassen. Die Demokratie braucht genau solchen unabhängigen Journalismus. Darum werde ich weiterhin die Republik abonnieren. Weiter so - im Kanton Schwyz gibt es auch Geschichten.

57
/
7

In der Tat. Und es interessiert nicht nur niemanden, fast alle ziehen am Strang der Machtmissbrauchenden. Und wenn man aufmüpft und seinen Unmut kund tut wird einem schnell deutlich gemacht, dass man auch gehen könne, wenn es einem nicht passe.

1
/
1

Lieber Herr T., besten Dank für die Blumen! (…) Und es braucht Verleger, die dies erst ermöglichen – und mutige Menschen, die auf neue Fährten hinweisen. Und im Kanton Schwyz war ich noch viel zu selten. Gibt es Tipps für eine Sightseeing-Tour? Beste Grüsse gmd

6
/
1

Im Kanton Schwyz sind es die Wirtschaftsanwälte und die Treuhänder, die die Politik "kaufen". Journalistinnen und Journalisten der Lokalzeitungen getrauen sich nicht, kritische Artikel über die "Steuerhinterziehung" und die Geschäfte zu schreiben. Die Panama-Papers waren im Kanton Schwyz nie ein Thema, obwohl hinter vorgehaltener Hand erzählt wurde, dass die Polizei bei einem der grössten Treuhandbüro, die Computer konfisziert hatte. Übrigens - der Chef dieses Treuhandbüros tritt immer wieder bei Abstimmungen für die FDP in den Vordergrund.

1
/
1

Ich wusste ja: Euch muss man unterstützen. Danke für diese aufwändige, fundierte und wichtige Arbeit.

6
/
1

Dass Journalisten bei uns ungefährdet leben können, finde ich heute selbstverständlich. Dass die Whistleblower über Jahre derart terrorisiert werden können auch von Gerichten! (siehe Rudolf Elmer: http://www.srf.ch/news/schweiz/wie-…che-geriet ) und keine gesamtschweizerische Anlaufstelle besteht, die sie schützt, ist für unsere hochstehende Demokratie ein Riesenmanko, das schleunigst angegangen werden muss.
Welche Parteien schreiben das auf ihre Fahne?

14
/
1

Herr Krummencher, ich bezweifle dass es je eine staatliche Stelle geben wird, welche solche Menschen schützen wird, Stellen wie es die Republik eine ist, nehmen sich solcher Konstrukte weit effektiver an. Behörden sind oft gefährdet ihre Unabhängigkeit zu opfern. Und gerade die Fahnen der Parteien; deren Fahnen tun oft das was der Wind will.

3
/
0

Sind wir der Staat und existiert bei uns eine direkte Demokratie, so haben doch schlussendlich wir das sagen. Dass dies nicht allen in den Kram passt ist mir klar. Doch als Zielvorstellung kriminelle, staatsschädigende Machenschaften aufdecken zu können, taugt diese Überlegung doch! Der allergrösste Teil der Bevölkerung ist redlich und autoritätsgläubig. Dies ändern wir nun mit der REPUBLIK! :-) und den Folgeprojekten. Also nur das zweite, die Autoritätsgläubigkeit natürlich :-)

2
/
0
Anonymous
Architekt
·
· editiert

Grandiose Recherche, fulminanter Journalismus! Als Akteur der Baubranche bin ich einigermassen vertraut mit den „Gesetzmässigkeiten“ von Arbeitsvergaben an Bauunternehmer. Wer glaubt, dass solches Geschäftsgebaren ein „Privileg“ eines engen Bergtals ist, dürfte gewaltig irren.
Die Hoffnung, dass ein paar skrupellosen Unternehmern und einer hand voll korrupter Politiker und Beamter das Handwerk gelegt werden könnte, ist Balsam für meine Gerechtigkeitsseele. Meine Hochachtung für den ohne-Rücksicht-auf-Verlust Mut von Herrn Quadroni und Gratulation für die hervorragende journalistische Arbeit!

38
/
2

Liebe(r) Anonymous, bestimmt, Mauscheln ist weder eine Bündner Erfindung – die Markenrechte würden uns wohl zum grössten Nettozahler des Finanzausgleichs machen – noch eine Bündner Spezialität. Dass die Geschichte in Graubünden spielt, ist eher zufällig (Weko-Untersuchung, Bündner Whistleblower). Ich leite Ihre Hochachtung gern nach Ramosch weiter und bedanke mich für die motivierenden Worte! Einen erholsamen Sonntag wünsche ich. Beste Grüsse gmd

2
/
0

Ich habe nun einige Beiträge der Diskussion gelesen. Ist ja klar, dass alle Republik-Leser der REPUBLIK gratulieren. Auch von mir noch eine ganz dicke Gratulation, auch wenn ich nach der Lektüre IV völlig vor den Kopf gestossen bin.
Vielleicht sollten auch Nicht-Leser zu Wort kommen. Leider wird dies kaum der Fall sein. Spannend wäre es.
Ist dieses Kriminalstück überraschend? Vermutlich nicht! Ich erwarte von der REPUBLIK, dass sie auf diesem Weg weiter geht.

2
/
2

Der Zeitpunkt berichtet über eine Geschichte aus dem gleichen Tal mit ähnlicher behördlicher Willkür auf kommunaler und kantonaler Ebene: zeitpunkt.ch/news/artikel-einzelansicht/artikel/der-blauzungen-krimi.html

Wer es lieber in Prosa mag, lese den "Akkord" (Rhätoromanisch "Il Retuorn") von Oscar Peer. Ein grosser Wurf, der unter die Haut geht.

1
/
1

F. 27. April 2018, kurz nach 18 Uhr : Happy Hour ! BDP-Regierungsratskandidat Andreas Felix ist weg vom Fenster !
Wer hätte das gedacht ! Die REPUBLIK ! Nimmt im zarten Alter von kaum vier Monaten an der Bündner Hochwildjagd teil und bringt einen kapitalen Zwölfender mit Blattschuss zur Strecke ! Eine reife Leistung, fürwahr !

42
/
3

@René Ewald Knupfer: Genau Ihrer Meinung bin ich auch.

2
/
1

Hervorragende Arbeit. Geil! Danke.

6
/
2

Viva! Danke! Endlich alle Teile geschafft. Aber das musste! Endlich wieder wie erhofft investigativer Journalismus (Malta etc.)! Nicht mehr wegzudenken! Chapeau!

1
/
1

Beim lesen dieser vier Teile kam es mir vor, wie ein gut gestrickter Kriminalroman, eine Mafiageschichte aus Sizilien oder ein Agententhriller wie im kalten Krieg. Mit jedem Teil musste ich mir immer verwunderter die Augen reiben, ungläubig, dass so etwas in unserem ach so sauberen Land möglich ist. Wahrscheinlich sind solche oder ähnliche Gegebenheiten auch an anderen Orten, in anderen Regionen und Kantonen an der Tagesordnung. Nun bräuchte es klare Urteile in diesem Fall für die Haupttäter. Eine kaputte politische Karriere reicht da nicht aus. Gesiebte Luft für ein paar Jahre wären da angemessen. Und eine teilweise Wiederherstellung der Reputation von Adam Quadroni, hinsichtlich der Verleumdungen und Unterstellungen nach seinem Kartellausstieg. Ich befürchte aber, dass das ein nahezu unmöglicher Weg für ihn wird und er in seiner Heimat immer der sein wird, der den Frieden gestört hat. Ich hoffe es nicht, aber man weiss ja wie solch verschworene Bande wirken und die Zeit mahlt die Mühlen der Wahrheit nur langsam.
Danke an die Republik und die Autoren. Für solche Artikel habe ich dieses Blatt mitunterstüzt. Das ist die Art Journalismus, den ich mir wünsche und begrüsse. Gänsehaut und grob geschätzte hundert mal den Kopf ungläubig geschüttelt. Tolle Arbeit. Ich freue mich auf den nächsten Enthüllungsartikel und verfolge die weiteren Geschehnisse in diesem Fall mit Spannung. Dank des Republikartikels komm ich mir fast wie ein Insider vor.

2
/
2

Unglaublich gut recherchiert und geschrieben. Sehr spannend. Leider eine Wirklichkeit, die mich betroffen macht und mir immer wieder die Freude am Gelesenen verdirbt. Es ist nicht ein erfundener Krimi, den ich einfach geniessen darf. Und immer wieder stelle ich mir die Frage, wie ich mich an der Stelle der verschiedenen Akteure verhalten würde. Ich hätte wohl kaum den Mut und die Ausdauer, die Herr Quadroni zeigt und gleichzeitig hoffe ich, dass ich so sein könnte. Merci Republik. Merci Herr Quadroni.

13
/
2

Liebe Frau B., das richten wir dem Herrn Quadroni sehr gerne weiter – und bedanken uns auch herzlich! Beste Grüsse gmd

1
/
0

Liebe Autoren
herzlichen Dank für die ausgezeichnete Recherche und den hervorragend geschriebenen Bericht. Die Autoren geben sich auch wohltuend selbstkritisch.

Mit grosser Erleichterung nehme ich mittlerweile zur Kenntnis, dass Ihr Bericht doch weitergehende politische und rechtliche Folgen zeitigt, als man noch vor zwei Tagen vermuten hätte vermuten können.
Die Reaktionen der übrigen Presse sind etwas verhalten; peinlich ist, wie die NZZ den Namen „Republik“ wie der Teufel das Weihwasser zu scheuen scheint.

Interessant scheint mir, dass vergleichweise harmlose Ereignisse in der bürgerlichen Presse weit grössere Empörung hervorrufen. Dass der Bericht Schwächen des Milizsystems aufzeigt, beunruhigt mich nicht. Wie immer geht es um Ehrlichkeit, Mut und Zivilcourage, an denen es vielen Politikern und Beamten (! - alles Männer) hochgradig mangelt. Die Heuchelei aller dieser Schreibtischtäter war nur peinlich und beschämend.

N.B. Ich bin ein eifriger Leser der Repubklik geworden und zwinge mich, selbst Ihre epischen Berichte fertig zu lesen! Ich hätte darüber hinaus schon manche Leserbriefe schreiben wollen, doch hiefür mangelt es mir an Durchhaltevrmögen.

Last but not Least zur USA Serie im Januar (die mich innerlich immer noch beschäftigt): kaum jemand der Beteiligten oder der Leser (soweit ich es mitbekommen habe) haben sich gefragt, was denn wohl hinter dem aggressiven Streit der beiden Autorinnen gestanden haben mag - Freud/Lacan lassen grüssen. Das hätte mich weitaus mehr interessiert, als sich vordergründig über Argumente wie Klassenkampf versus Gender zu verausgaben. Der Selbstentäusserung der beiden Autorinnen zolle ich dennoch hohen Respekt - und würde von ihnen nur zu gerne wissen, ob sie in der Zwischenzeit solcherart Fragen nachgegangen sind.

Der ganzen Republik mein Dankeschön!
Klaus Halter

12
/
3

Lieber Herr Halter,
Die Bemerkung "alles Männer" ist unnötig, weil dem Problem nicht entsprechend. Ich habe lange in grossen privaten und öffentlichen Verwaltungen gearbeitet. Oportunismus ist absolut nicht ein Problem des Geschlechtes. Karrieregeilheit kommt ebenso oft bei Frauen vor. Und solange Karriereplanung vor Courage geht einem Chef auch einmal zu widersprechen oder sich für Kollegen einzusetzen, solange bleiben die Verwaltungen was die sind. Brutstätten der Gemeinheit und der Falschheit.
Das wird in Bundesverwaltung z. B. noch dadurch verschlimmert, dass man bei Einstellung und Beförderung Offiziere bevorzugt behandelt. Wo lernt man besser Kadavergehorsam auszuüben und zu verlangen als beim Militär. Das gleiche gilt für das Verschleudern von Steuergeldern.
Also, ein "Gender"-Problem zu sehen ist zwar modisch, aber - wie alle Moden - dumm.

Josef S,,

1
/
1

Lieber Herr Josef S.

Ich kann Ihnen nur recht geben: mein Stoßseufzer ("alles Männer") bezog sich nur auf die in den Fall involvierten Herren, die jede Verantwortung abstreiten - selbst wenn sie den Rückzug blasen.
Selbstverständlich kann und will ich nicht behaupten, die Frage der Zivilcourage betreffe nur Männer. Ich habe mit meiner Nebenbemerkung gar nicht ein "Gender-Problem" ansprechen wollen.
Mit dem Etikett "dumm" und "modisch" kann ich nicht gut schlafen gehen....
mit herzlichem Gruss
Klaus Halter

0
/
0

so dumm nun aber auch nicht, wie Sie ja selber sagen!
Dieser "Kadavergehorsam" lernen sie ja im Militär. Und Frauen-Offiziere gibts ja kaum bei uns, oder?
Dass Frauen jedoch genau so rücksichtslos die Karriereleiter hochstampfen können, da geh ich mit ihnen einig. Wie Klaus Halter ja schreibt, gehts um Ehrlichkeit, Mut und Zivilcourage, das Gegenteil von Kadavergehorsam. Empathie wäre hier auch noch auf zu führen und die ist im Vergleich bei Frauen eher häufiger angemessen ausgebildet. Das heisst nicht, dass sie bei Männern stets unterentwickelt ist. Bei Offizieren wohl vermehrt.

3
/
0

Nach dem Lesen der ganzen Geschichte kommt bei mir erstmals stolz auf als Mit-Verleger. Gratuliere zur journalistischen Aufarbeitung. Die persönliche Tragik und der behördliche Umgang mit dem Whistleblower macht umso tiefer betroffen.

12
/
2

Lieber Herr E., ein grosses Dankeschön für Ihre Worte und Ihre Unterstützung! Wir bleiben dran. Beste Grüsse gmd

0
/
0

mich wundern die beschriebenen vorgänge in bauwirtschaft, politik, justiz garnicht. und ich bin überzeugt, sie lassen sich auch in allen anderen kantonen vorfinden. und in deutschland, in frankreich etc.pp. - ein abbild unserer gesellschaft, meinte ich. fritz gysin beschreibt das ganz treffend.
die offenlegung solcher mauscheleien - das ist es, was ich von der republik erwarte. darum ein grosses DANKE! supersupersuper gemacht!
und ein grosses DANKE auch an herrn quadroni für seinen mut, sich trotz seiner eigenen verfehlungen (wie nichtbezahlte ahv-beiträge) querzustellen. seine rehabilitation muss unbedingt gewährleistet werden.
noch grundsätzlich zu langen artikeln - die brauchts einfach manchmal, punkt.

7
/
3

Liebe Frau B., nein, hier handelt es sich wohl nicht um Bündner Spezialitäten. Nur hatten wir in Graubünden das Glück, dass ein hervorragend dokumentierter Insider ausgepackt hat – in diesem Sinne (pars pro toto) würde ich es eher als Fallbeispiel sehen.
Ihren Dank leiten wir gerne an Herrn Quadroni weiter – und bedanken uns herzlich (auch für die Leseausdauer)! Ich wünsche einen schönen Tag und weiterhin spannende Lektüre. Beste Grüsse gmd

1
/
0

Ja, so ist es nun mal - das Leben! Aber es gibt auch Lichtblicke wie diese interessante, qualitativ hochstehende Recherche der Republik. Dass jetzt, nach den lächerlichen Bussen der Weko, eine unabhängige Untersuchung die gefüllten Taschen des Kartells genau unter die Lupe nimmt und die illegalen Aufschläge (nicht Gewinne!) wieder abschöpft, könnte vielleicht in Zukunft die Gier der Mächtigen etwas zügeln. Und vielleicht reicht es auch dafür, dass Adam Quadroni sein Kieswert wieder in Betrieb nimmt. Ja, so kann es nun mal sein - das Leben...

4
/
2

Im Angesicht der Überforderungen in fast allen Bereichen der Arbeitswelt bleibt für Freiwilligenarbeit kaum noch Raum und Energie. Wird dann eine zivilgesellschaftliche Organisation von Politprofis angegriffen, geht die Belastung der Benevols über deren Grenzen hinaus. Davon kann jede*r berichten der/die sich für die Sache engagiert. Gegenwärtig, in Zeiten des Abbaus der Rechtsextremen, wird alles zerschlagen was angreifbar ist und nicht in deren ‘Gedankengut’ passt.

0
/
1

Fundiert recherchiert, spannend geschrieben, Publikationszeitpunk perfekt gewählt: Ich gratuliere der Republik zu diesem Coup!

11
/
3

DAS KARTELL
Was für eine Geschichte. Gut gemacht Republik. Danke!

3
/
2

Mein Herz zieht sich zusammen. Ich liebe das Engadin und das Münstertal. Ich habe dort Grosses erlebt und gute Freunde gefunden. Und nun das!

Sehen wir es positiv. Diese "rechtschaffene", sich keiner Schuld bewusste Gesellschaft im engen Tal ist das perfekte Abbild unserer grösseren Gemeinschaft in der Schweiz.

Schaut nach Bundesbern. Wie beim Rauchen ertappte Schulkinder haben die Politiker in Bern das Bankgeheimnis gegenüber dem Ausland aufgehoben als der Boden heiss wurde. Als es hingegen darum ging, das Bankgeheimnis auch im Inland ad acta zu legen änderte sich die Stimmung: Wir in der Schweiz können uns vertrauen und wenn wir Kapitale verstecken, Steuern optimieren, so machen wir das im Interesse der Allgemeinheit, der Arbeitsplätze, eigentlich zum Vorteil des Staates, den wir dabei betrügen.

Machen wir uns nichts vor. Wir sind ein Volk von bauernschlauen, oft auch ein wenig grinsenden Durchschnittsbürgern. Wir schlängeln uns durch Weltkriege, durch Wirtschafts- und Bankkrisen. Gegenüber den Mächtigen akzeptieren wir den "Freien Markt". Dem Freund hingegen schlagen wir kollegial auf die Achsel und verrechnen ihm den ehrlichen "Schweizertarif".

Gut, dass bei der Republik Leute so gründlich und gut arbeiten, dass bei vielen der Zwanziger runterfallen sollte. Wir haben in der Schweiz die politischen Instrumente um uns friedlich und kontrolliert zu ändern. Wir können uns von Politikern mit Format und Charakter regieren lassen, wenn wir nur endlich auf Gratisbier und Brosamen vom Tische der Reichen verzichten.

Dank der grossartigen Arbeit der Republik sind wir da ein bisschen näher.

72
/
3

Sehr, sehr treffend formuliert. Das spricht mir aus der Seele und ich würde das gerne bei Gelegenheit zitieren....

0
/
0

Lieber Herr Gysin, tatsächlich wollte ich letztes Jahr auch keine Steuern zahlen und habe mit Arbeitsplätzen argumentiert – da ich aber nur meinen eigenen aufführen konnte, ist man leider nicht darauf eingegangen. Und etwas ernster: Tatsächlich scheuen sich Einige in diesem Land, die Sonne auch dahin scheinen zu lassen, wo Schattengewächse gerne Wurzeln schlagen. Und ja, wir haben in der Schweiz tatsächlich eigentlich alle Mittel, als Gesellschaft (und als Demokratie) die Zügel selbstbewusster in die Hand zu nehmen – und vielleicht müssen wir dabei ja nicht mal aufs Gratisbier verzichten. Es besteht also Hoffnung – nicht zuletzt dank Verleger(inne)n wie Ihnen, dafür ein grosses Dankeschön! Ich wünsche einen guten Tag. Beste Grüsse gmd

3
/
1

Dieser 4-teilige Bericht der Republik zeigt für mich auch, dass "Russland", oder "Sizilien" bereits vor unseren Haustüren anfangen und dass jedeR von uns seinen beherzten Teil dazu beitragen muss, damit die Mafia und der Mafia-Staat zurückgedrängt und unter Kontrolle gebracht werden kann.
Je weniger sich getrauen, wie Quadroni aufzubegehren und sich zu wehren, desto dreister wird sich das "Organisierte Verbrechen" benehmen und unser einst recht friedliches und zufriedenes Leben in eine Vorhölle aus Lügen, Intrigen und Meuchelmorden verwandeln...

5
/
0

Lieber Herr M., das beste, was man solchen Machenschaften entgegenstellen kann, ist eine wache, kritische und engagierte Zivilgesellschaft, die hinschaut und die Einhaltung aller Versprechen einfordert, die sich die Demokratie auf die Fahnen schreibt – so wie wir es gerade hier erleben. Besten Dank (!) und freundliche Grüsse gmd

4
/
0

Endlich wieder ein Medium, welches die Bezeichnung "die 4.Gewalt" verdient - ich bin sehr stolz, einer Eurer Verleger zu sein! Bitte einfach so weitermachen. Zum Zeitaufwand beim Lesen Eurer Monster: diese sind jede Sekunde wert, Chapeau!

30
/
1

Ganz bitter diese Geschichte! Nicht nur wegen Herr Quadroni, sondern dass so etwas überhaupt möglich ist. Der biedere Baumeisterverband verwickelt in solche Mauscheleien. Das Ganze ist ein Debakel für die BDP, von dem wohl die SVP profitieren wird - leider. Und wenn der Herr Felix nicht gewusst hat, was in seinem Laden läuft, dann war er ein schlechter Chef. Uns so einer will Regierungsrat werden... Ist eine solche Torheit den Bündnern und Bündnerinnen zuzutrauen?

0
/
1
U. M.
· editiert

Mit der Recherche zum Baukartell hat die Republik nicht bloss die Statik im Bündner Bauwesen ins Wanken gebracht. Damit hat das Magazin etwas erreicht, wovon ich vor einem Jahr bloss geträumt hatte: Als absolut unabhängige Stimme dürfte die Republik in Zukunft die erste Adresse für Whistleblower werden. Und wenn sie diese privilegierte Position weiterhin mit fundierter Recherche verbindet, kommt die Zeit, in der man sich die Schweizer Medienlandschaft ohne Republik gar nicht mehr vorstellen kann. Good job!

61
/
3

Lieber Herr M., danke für Ihre Worte – wenn es uns auch ein ordentliches Rucksäckli verpasst. Aber eins, das mit Hilfe von Euch Verleger(inne)n zu stemmen sein müsste. Wir bleiben dran! Ich wünsche einen erholsamen Sonntag. Beste Grüsse gmd

2
/
0
  1. Ich denke nicht, dass solche Skandale miliz-spezifisch sind. Die Bauwirtschaft mauschelt auch in Ländern, wo Berufspolitiker am Werkeln sind.

  2. Ich bin nicht so sicher, ob ich über die Ehescheidung von Herrn Quadroni und seine vorübergehende fürsorgerische Unterbringung so viel wissen will. So wies aussieht, hat dies wenig mit dem Kartell zu tun. Den Teil über das Kartell fand ich aber gut.

  3. Wie immer bei solchen Skandalen, wissen viele nichts und haben alle Ausreden. So etwas Conrad, das Kartellgesetz gebe es erst seit Kurzem (impliziert, dass Kartelle früher erlaubt waren). Das Kartellgesetz (erste Version) stammt aus dem Jahre 1985 und Kartelle waren schon vorher auf Grund von Art. 28 ZGB nicht einfach bedingungslos zulässig. Interessant wird sein zu sehen, ob Felix wirklich gewählt wird. Wenn er wirklich nicht gemerkt hätte, welches Spiel hier mit Hilfe des Baumeisterverbandes getrieben wird, dann fehlten im Führungsqualitäten., Sehen wir, was das Volk macht.

6
/
3

lieber hans hegetschweiler
das sehe ich nicht so: die scheidung, der kindesentzug und die vorausgehenden schwierigkeiten in der ehe sind doch zentral. und das nicht aus voyeuristischer sicht, sondern auch vor dem hintergrund: wie weit sind die männer gegangen, die sich von adam quaroni bedroht fühlten? ob es da nicht eine verbindung gibt zum vorgehen seiner exfrau?
sollte der kolportierte stellenwert des geldes für sie tatsächlich relevant sein, frage ich mich doch, ob polizeieinsatz, einweisung und scheidung für die frau für sich wünschenswert gewesen sind. oder ob da nicht finanzielle anreize nötig oder hilfreich gewesen sind.

1
/
0

Ich habe einfach meine Zweifel, dass das Aufdecken des Kartells und die Vorgänge um die Ehescheidung in dem Sinne zusammenhängen, dass die Kartellmitglieder Einfluss auf das Kontaktrecht bei den Kindern und die Fürsorgerische Unterbringung (FU) genommen haben und nehmen konnten.Wenn dem so wäre, dann stünden wir vor einem der grössten Justizskandale dieser Zeit. Dann aber müsste dies von der Republik rechercheirt und die Indizien/Beweise vorgelegt werden. Solange dieser Zusammenhang nicht einmal in Ansätzen erstellt ist, würde ich mich auf den Kartellskandal beschränken und einen allfälligen FU-Skandal erst thematisieren, wenn dazu mehr bekannt ist. Das mit dem "kolportierten Stellenwert des Geldes" betrifft wohl nicht mich.

0
/
0

Lieber Bruno
Ich sehe schon Du denkst mit. Versuchst sogar hinter die Kulissen zu denken. Zugegeben - was Du ansprichst können wichtige Fragen sein. Nur vergisst Du dabei den Schutz der immernoch Unterlegenen und das Problem, das wir leider NICHT in einem Rechtsstaat leben. Der Spruch “Gerechtigkeit ist für alle, wie das Carlton Elite” gilt mehr denn je. Ich kenne eine erfahrene, für die Anliegen der Schwächeren Jahrzehnte erfolgreiche Rechtsanwältin, die vom Obergericht Zürich (vermutlich mit Hilfe von Polizei und Staatsanwaltschaft) gezielt fertig gemacht worden ist und jetzt vor der Pleite steht. Sie hat keine Chance.
Wenn Du sorgfältig verfolgst was sich die Staatsanwaltschaft in Zürich in den letzten Jahren zugunsten der Banken herausgenommen hat, kommst Du zum Schluss: Es ist das simple Ausschalten des Rechtsstaats. Deshalb beruhigt es mich überhaupt nicht, dass jetzt der ehemalige Chef dieser Rechtsstaat-ausschalter in der Bündner Kartellangelegenheit "untersuchen" will. Wahrscheinlich eilt er nur Felix zu Hilfe.
Wie auch schon in diesem Forum erwähnt ist es auch sehr zweifelhaft das unser Crowdfunding letztlich wirklich der richtigen Seite hilft. Denn Gläubiger greifen das Geld der Schuldner ab. Meines Erachtens muss man für die Rechtsvertretung der Benachteiligten sammeln.

0
/
0

Als „Verleger“ freut mich die grosse Aufmerksamkeit, die die „Republik“ erhält. Aber bin ich der einzige, der sich über die zeitliche Nähe von Artikel-Serie und Publikation des Weko-Entscheids wundert?

9
/
9

Ich habe dazu gedacht: perfektes Timing der Republik.. woran denken Sie, Michael Ackermann?

6
/
0

Wie kann es im Zusammenspiel mit einer „unabhängigen Bundesbehörde“, wie die Weko eine ist, ein perfektes Timing geben? Am 26. April erschien der 4. Teil der Serie (der eigentlich auf einen Tag später geplant war), ebenfalls am 26. April publizierte die Weko ihren Entscheid. Deshalb meine Frage an die Redaktion: Wann und wie haben Sie erfahren, dass die Weko am 26. April an die Öffentlichkeit tritt?

3
/
1

Ein grosses Dankeschön an die AutorInnen und die Republik für diese erhellende, erschreckende, hochspannende und toll geschriebene Serie – für mich die beste Republik-Recherche seit dem Start und die einzige, deretwegen ich um 06:15 morgens den PC eingeschaltet habe.
Sofern Andreas Felix nicht von selbst zur Einsicht gelangen wird, dass Tomaten-auf-den-Augen-haben nicht zwingend zu einem Regierungsamt reicht und seine Kandidatur zurückzieht: Seine Wahlchancen sind ohnehin gering. Und damit landen wir wieder beim selben Resultat wie bei den letzten Nationalratswahlen in Graubünden: Dass die SVP von der Schwäche der übrigen bürgerlichen Parteien profitiert (Frau Martullo-Blocher aus Meilen [!] wurde Bündner Nationalrätin, weil es die FDP während vier Jahre verschlafen hatte, einen geeigneten Kandidaten oder eine Kandidatin aufzubauen, nachdem ihr Nationalrat 2011 abgewählt worden war). Denn die SVP führt grad einen cleveren Wahlkampf mit einem überaus fotogenen Kandidaten (bestens qualifiziert durch sein Amt als Bündner Polizeikommandant; wir Steuerzahler finanzieren sozusagen den Wahlkampf), der mit ziemlicher Sicherheit den zweiten BDP-Sitz erben wird. Somit ist es eigentlich müssig, sich weiterhin auf Andreas Felix einzuschiessen.
Was ich an der Artikelserie vermisse, ist die klare Benennung der politischen Verantwortlichkeit in den Zeiten des High Noons des Kartells: Nicht nur Parolini und Felix sollten im Fokus stehen, sondern Ständerat Stefan E. (CVP), der von 1999 bis 2010 als Baudirektor im Bündner Regierungsrat sass und ebenfalls Tomaten auf den Augen hatte, als sich seine Mitarbeiter im Tiefbauamt durch manipulierte Offerten austricksen liessen (die Früchtekörbe lassen wir jetzt mal beiseite).
Die langjährige Leitung des Baudepartements verschuf Herrn E. auch sonstige Annehmlichkeiten: So ist er heute u.a. Verwaltungsratspräsident der Baufirma Lazzarini AG, die von der WEKO bereits im Bericht vom 21. Dezember 2017 als Mitglied des Kartells geoutet worden ist. Die Weko schrieb damals: "Die Bauunternehmen manipulierten die einzelnen Beschaffungen in verschiedenen Konstellationen." Man kann auch sagen: Verwaltungsratspräsident in einer von der WEKO gerügten Firma - ein wahres Ehrenamt für einen ehemaligen Regierungsrat. Ein weiteres schönes Pöstlein ist Stefan E. Verwaltungsratspräsidium bei der Rhätischen Bahn – oder anders: Das wahre Kartell in Graubünden besteht darin, dass sich die vergleichsweise kleine Elite gegenseitig Ämter zuschanzt und in der Politik die Spielregeln bestimmt (Proporzwahlrecht brauchen wir nicht, Majorz ist viel praktischer). Beunruhigend ist, dass jemand, der in diesem Milieu gross geworden ist, zuweilen auch als Bundesratskandidat gehandelt wird. Vielleicht tauchen vor jener Wahl ja auch noch ein paar Akten aus dem Baugewerbe auf…
Zur Eingangsfrage der Debatte: Schätzen wir uns glücklich über eine ziemlich griffige Institution wie die WEKO. Und dass wir (noch) in einer Gesellschaft leben, in der solche Recherchen möglich sind, ohne dass die JournalistInnen in Kerkern der Geheimpolizei verschwinden oder sonst um ihr Leben fürchten müssen. Dies ist zumindest meine Hoffnung. Und dass weitere Mauscheleien, die letzten Endes von uns Steuerzahlern berappt werden, von mutigen und hartnäckigen Journalistinnen und Whistleblowern aufgedeckt werden. Im Wallis, in Wallisellen, in Graubünden und anderswo.
PS. Herrn Quadroni gebührt der "Prix Courage".

83
/
4

Sehr gute Idee!

1
/
0

Wer startet ein Crowdfunding, das einen Beitrag an die Rehabilitation von Adam Quadroni leisten könnte? Seine Leistung muss honoriert, seine Demütigung entschädigt werden. Wenn es nicht der Staat schafft, dann machen wirs!

124
/
12

Ein 25-jähriger Student der Baubranche hat ein Crowdfunding lanciert: https://wemakeit.com/projects/hilfe…stleblower
Bis jetzt sind 65'000 der 100'000.- zusammen. Jetzt sind Taten gefragt!
Solidarität geht hier auch über den Geldbeutel !

0
/
0

Die Crowfunding-Kampagne für Adam Quadroni ist jetzt online.
Hier können Sie Adam Quadroni finanziell unterstützen:

https://wemakeit.com/projects/hilfe…stleblower

0
/
0

Eine Crowdfunding-Kampagne für Herrn Quadroni ist aufgegleist und wird noch diese Woche online gehen.

2
/
0

Finde das hervorragend!
Es wäre gut, wenn möglich, hier einige der wichtigsten Infos zu platzieren.

0
/
0

Eine Crowdfunding-Kampagne für Herrn Quadroni ist aufgleist und und wird noch diese Woche online gehen.
Mit Herrn Quadroni wurde heute Sonntag alles besprochen.
Wer sich beteiligen oder einfach mehr Informationen möchte, kann mir gerne eine Nachricht senden: natanael.wildermuth@gmail.com

Ich freue mich auf jede Nachricht!
Natanael Wildermuth

3
/
0

Eine kleine Vorwarnung von einem Menschen der auch schon Schulden gehabt hat: Das Geld wird in der Regel direkt von den 'Gläubigern' die einem betrogen haben, bzw. in den Ruin getrieben haben, abgegriffen!! Wahrscheinlich müsst ihr für einen Verein sammeln - quasi für das Anwaltshonorar oder die Familie von ihm. Direkt für ihn als Person wird's nicht funktionieren.
Bzw. die Kasse der Gegenseite füllen.

0
/
0

Selbstinitiative ist hier gefragt, Adam Quadroni dürfte noch lange für eine staatliche Entschädigungen warten.

0
/
0

Naja - Quadroni jetzt als Lokalhelden darzustellen - ich weiss nicht. Der Mann war lange Zeit erfolgreich, fuhr mit dem Benz seine Frau in die Oper und gewann dank der Unterbietung des Kartells auch viele Projekte. Er hat es auch erst zur Anzeige gebracht als er schon komplett vom Kartell zerstört war und nicht mehr weiter wusste. Natürlich ist das Aufdecken der Geschichte ein wichtiger Teilaspekt - aber er ist genau so Mittäter und war genau so Nutzniesser. Der Mann hat selbstständig ein Betonwerk gegründet - also an Geld mangelte es ihm nicht. Ich bedauere seine jetzige Situation und finde die Geschichte hochspannend - aber als moralischen Kompass darf man Quadroni jetzt auch nicht verwenden. Ich glaube ihm die ganze Geschichte - aber das heisst nicht dass er unschuldig ist.

  • weiterer Input: Was sagt seine Ex-Frau dazu?

  • spannend: wann knickt die Politik ein?

@Redaktion: Top Geschichte und jeden Franken wert für s Abo! Weiter so!

22
/
15

Haben SIe alle 4 Teile gelesen?
Quadronis Baugeschäft ging pleite!

2
/
1

Der beste Artikel bis dato. Der hier reicht um das Abo zu verlängern und ist die 240 Franken wert.

Bitte mehr so handfestes wie diese Serie!

149
/
4

Alles korrekt, aber die Story in Graubünden unterstützt leider Geigis Theorie ;-)

1
/
0

Sind Kartelle die liberale Planwirtschaft, und ist der freie Markt letztlich eine Utopie? Selbstverständlich. Kartelle sind eine Begleiterscheinung der Marktwirtschaft, konsequenterweise gehören dazu auch Kartellbehörden. Zwar gibt es heute noch kaum jemanden, der an das Marktmodell, wie es in der Volkswirtschaftsvorleseung propagiert wurde, glaubt — an dieses Ideenprodukt, das das grösste Wohl aller herbeiführen soll. Trotzdem kann die Markt-unkritische (wie das Beispiel zeigt: verdienstvolle) Skandalisierung von Kartellen immer wieder mit grossem Publikumsinteresse rechnen. Sind alle, die solche Skandale entsetzt zur Kenntnis nehmen, plötzlich glühende Protagonisten des reinen Marktes? Das Entsetzen gilt ( zu Recht) dem Filz. Das Mitleid (zu Recht) dem Whistleblower. Doch kaum jemand macht sich die Mühe, nach Alternativen zwischen der möglichst vollkommenen Konkurrenz und dem klandestinen Kartell zu suchen. Niemand fragt, weshalb es gerade im Baugewerbe in der Schweiz und weltweit trotz Wettbewerbshütern zu gewaltigen Unternehmenskonzentrationen gekommen ist. Kartell ist illegal. Fusionen sind es nicht. Sie sind die schlechtere Lösung, weil sie zunehmen Macht aufbauen. Kooperation liegt in der Natur der Wirtschaft generell. Nur schon, weil jede Unternehmung danach streben muss, Unsicherheit zu reduzieren. Wie wäre es denn mit einer wie auch immer gearteten regulierten (horizontalen) Kooperation? Wie wäre es, wenn man Kartelle erlauben würde, zum Beispiel mit der Verpflichtung, Kalkulationen offen zu legen? Wie wäre es, wenn nicht nur die Unternehmer, sondern auch die Kunden an den ominösen Sitzungen teilnähmen. Jeder Auftraggeber müsste die Berechtigung der Preise nachrechnen können. (Der tiefste Preis ist nicht zwingen der Berechtigste!) Was anspruchsvoll ist, ist hier etwas einfach formuliert. Man kann aber nicht bei der Skandalisierung und bei der Bestrafung von Wettbewerbsrecht-Verletzungen stehen bleiben, wenn man irgendwann einen Schritt weiterkommen will. Ja, der freie Markt ist und bleibt Utopie.

48
/
0

Weil ich auch in Zusammenhang mit dieser Geschichte auf Facebook wieder einen Kommentar betr. "viel zu lang", "wann soll ich das lesen?" gelesen habe, muss ich heute morgen festhalten: Ja, man bezahlt vermutlich das Abo für das, was man lesen will oder liest. Aber das Republik-Abo sollte man auch dafür bezahlen, dass solche Geschichten überhaupt geschrieben und veröffentlicht werden können. Danke der Autorin und den Autoren, danke dem Adam Quadroni. Und - excuse my French: einfach geil, Republik. Einfach weitermachen. Sind erst drei Monate, und die Republik schon nicht mehr wegzudenken.

(Ach, und wenn ich schon dabei bin: Könnte man noch im Wallis mal ein bisschen schauen, bevor ein Entscheid zu Olympischen Spielen in Sion fällt, zu dem der Rest des Landes nichts zu sagen hat? Mässi.)

145
/
4

Wem das zu lang ist hat halt Pech gehabt. Ich konnte mich kaum davon lösen. Insgesamte Lesezeit geschätzt kaum eine halbe Stunde. Was zur Hölle ist schon eine halbe Stunde?

2
/
0

Korruption, Kartelle und mafiöse Strukturen haben in meinen Augen nicht viel mit dem Milizsystem zu tun. In Ländern, die auch auf Kommunalebene Berufspolitiker haben, sieht es nicht viel besser aus.

Das Problem ist eher, dass einige Täler und Kantone schlichtweg zu klein sind, um echte checks and balances zu ermöglichen. Jeder kennt jeden, und es besteht ein enges Geflecht von Abhängigkeiten. Je kleiner die politische Einheit, desto besser und dichter hält der Filz.

Herrn Quadroni wünsche ich alles Gute, und dass diese Artikelserie den Beginn seiner Rehabilitation darstellt.

59
/
1

Ja, das ist eine wichtige Aufgabe - den Blick wieder mal auf "Checks" und "Balances" richten, bzw. wo und wie sie (noch) funktionieren (können) und wo nicht, und weshalb.

Die neoliberale Ideologie - alle Regelungsfunktionen durch eine einzige, den "gerechten" Markt, zu ersetzen - hat halt die Erkenntnis, dass ein komplexes System eben nicht durch einen einzigen, einfachen Mechanismus stabil gehalten werden kann, verdrängt. Andererseits werden "checks" auch zu oft rein bürokratisch/technisch umgesetzt. Dabei wäre die Einforderung von Transparenz ("öffentlich dazu stehen müssen, was man tut") oft wirksamer, als den "richtigen" Weg via endlose Detailvorschriften abstecken zu wollen. Im Geheimen klüngelt und gaunert es sich einfach leichter. Nicht so sehr die Tatsache, dass die Bauwirtschaft in einem kleinen Gebiet sich abspricht, sondern dass sie es über Jahre im Geheimen tun konnte, ist das Problem und hat weitere Auswüchse begünstigt.

In diesem Sinne - wir brauchen unbedingt besseren Schutz von Whistleblowern, sie sind ein wichtiger Teil der "Checks". In einer komplexen Welt alle denkbaren Verfehlungen vorab per Gesetz wegzuregulieren ist weder möglich noch wünschbar. Aber wenn etwas schiefgeht, und es Leute gibt, die das klar erkennen, dann müssen sie es bekannt machen können, ohne die eigene Existenz komplett aufs Spiel setzen zu müssen.

3
/
0

Danke für die mutige Berichterstattung! Wenn das Kartell zweckmäßig gewesen wäre, so sollen die Herren dazu stehen. Nicht als Rechtfertigung, aber „den freien Markt“ hinterfragend finde ich die Frage von Interesse: Wie hätte sich die lokale Bauwirtschaft ohne Kartell entwickelt?

Wozu führten die „unrechtmäßig verrechneten Millionen“?
A) Wurde Ineffizienz aufrecht erhalten - ohne Wettbewerb kein Druck zur Optimierung der Abläufe?
B) Wurden die Baumeister unglaublich reich durch die aufgeblähten Auftragssummen?
C) Wurde damit eine Bauwirtschaft mit diversen Kleinunternehmer und anständigen Löhnen ermöglicht?

Unter harter Konkurrenz wären in einer frühen Phase die Preise für Kleinunternehmen womöglich ruinös tief gefallen. Die mittlerweile stattgefundene „Konsolidierung“ zu Großunternehmen hätte früher statt gefunden - unter weniger Konkurrenz mögen diese wieder höhere Margen erzielen... (immerhin sind ihre Prozesse - vielleicht - effizienter?)

Aus meiner Sicht kann man durchaus argumentieren, dass das Kartell nicht etwas grundsätzlich Böses ist. Aber so zur Sache stehen tun die Beteiligten dann doch nicht - sie streiten ab und nehmen die Misshandlung des Whistleblowers in Kauf. Das ist feige und womöglich fast der größere Skandal als das Kartell selbst.

53
/
4

Das find ich einen sehr spannenden Aspekt. Ein Protagonist sagt irgendwo in den Artikeln ja etwas wie "früher war das normal mit den Absprachen und vor dem neuen Kartellgesetz auch legal". War das so? Ich hab im Kleinen auch schon die Erfahrung gemacht, dass die zwingend hohe Gewichtung des Preises bei der Vergabe Betriebe in den Ruin treiben kann, weil irgend einer immer verzweifelt genug ist "unten rein" zu gehen um den Auftrag zu bekommen. Funktioniert den das System wie es legal vorgesehen ist?
Ich will natürlich auf keinen Fall die Mauscheleien und Bereicherungen rechtfertigen, aber ich seh beim offiziellen System auch grosse Probleme...

8
/
1
C. B.
· editiert

Bei Submissionsverfahren sollte - wenn schon - nicht der "billigste", sondern der "zweitbilligste" Anbieter den Zuschlag erhalten. Es ist keine Kunst, "unten rein zu gehen" - das kann tatsächlich ruinös sein. Es ist eine Kunst, kostendeckend zu kalkulieren und günstig zu offerieren - als zweitgünstigster, nicht als günstigster Anbieter. Somit entfällt der einzige plausible Grund für die Absprachen: dass ein ruinöser Preiskampf verhindert werden kann.

5
/
1

Wenn Sie weiterhin unabhängigen Journalismus wie diesen lesen wollen, handeln Sie jetzt: Kommen Sie an Bord!


seit 2018