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Wir sind realitätsblind geworden und klopfen uns auch im Elend auf die eigenen Schultern. Das ist von allen schlechten Zeichen eines der achlimmsten: Wir wollen nicht mehr sehen, dass sich bei uns vor allem die Sackgassen munter entwickeln und und wie wir immer mehr in den Zustand der Handlungsunfähigkeit geraten. Keines der grossen Probleme iste gelöst worden und der Kampfjet zeigt, wie es geht, wenn ein Problem doch noch gelöst scheint: Mit 50.1% Zustimmung lässt sich nicht mehr regieren. Das drohende Referndum könnte auch hier in Ohnmacht enden.
Ein Ausweg aus dieser um sich greifenden Ohnmacht zeigt die NZZ: Sie benützt das deutsche Überflutungselend um zu zeigen, dass die clevere Schweiz dem viskösen Deutschland haushoch überlegen ist.Dass der Vergleich mit beiden Beinen hinkt, stört nicht. Ablenkung vor den eigenen Problemen war schon immer ein gängiges Rezept. Das besorgt auch das Berliner NZZ-Büro, das mit Schadenfreude auf das polnisch-ungarische Katz- und Mausspiel mit der EU hinweist: Die Schweiz hat dieser EU gezeigt, was irreale Souveränität bedeutet, und der Bundesrat ist nicht zurückgetreten, trotz seiner Unfähigkeit, eine für das Land fundamentale Aufgabe zu lösen. Obwohl wir mit Corona nicht gerade souverän umgegangen sind und umgehen: Wir lassen uns nicht von aussen beurteilen!

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„Es braucht ein Mindest­mass an politischer Vernunft. Nicht die demokratischen Prozesse per se, sondern eine konsens­fähige Basis von Fakten und Werten schafft letztlich politische Identität.“
Mit diesen Sätzen bringt Daniel Binswanger das Problem auf den Punkt. Solange politische Machtspiele und Rangeleien, solange populistische Ablenkungsmanöver, solange unsere kollektive Selbstüberheblichkeit und geschichtsfremden Selbstlügen den politischen Diskurs bestimmen, werden eine Aufarbeitung der Pandemiekrise und dringend notwendige Veränderungen im Hinblick auf zukünftige Krisen kaum möglich sein.

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Die Kräfte, welche das persönliche Wohl über das Allgemeinwohl stellen, sind heute sehr stark. Ihre Vertreter kennen auch keine Grenzen. Es ist Ihnen lieber die Pandemie für ihre Zwecke zu nutzen, als diese gemeinsam mit den anderen politischen Akteuren effizient zu bekämpfen. Dafür nehmen sie auch gerne viele unnötige Tote als Kollateralschaden in Kauf. Wo früher Staatsmänner regiert haben, findet man heute Egoisten. Man kann nur dafür arbeiten, dass es unserem Land gelingt, sich wieder aus dem Würgegriff dieser wenigen Oligarchen zu befreien. Meist braucht es leider eine einschneidende Erfahrung, dass das Allgemeinwohl als wichtigstes Ziel eines Gemeinwesens gilt.

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Advocatus diaboli
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Wenn in einem Unternehmen etwas schief gelaufen ist, wird Ursachenforschung betrieben. Basierend auf den Ergebnissen werden dann Massnahmen ergriffen, dass sich das möglichst nicht mehr wiederholt.
Wer im einem Einstellungsgespräch auf Führungspositionen nicht zeigen kann, dass er sein Verhalten reflektieren und gegebenenfalls auch anpassen/korrigieren kann, hat ganz schlechte Karten.
Nur auf staatlicher, insbesondere politischer Ebene, die letztlich uns alle betrifft, scheint es üblich zu sein (wie auch jetzt im Falle von COVID-19), hinter eingefahrenen Prozessen und Folklore zu verstecken. Also so ziemlich genau das Gegenteil von Verantwortung übernehmen. Diese unglaubliche Angst davor, Dinge zu benennen ist unheimlich. Und in der Tat: wohl die Autobahn in das nächste Desaster. Welches Schmierentheater dürfte uns wohl erwarten, wenn es in einem Schweizer Kernkraftwerk zu einer Kernschmelze käme?

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Verantwortung der Regierung hin oder her, ein Riesenproblem ist doch, dass in der Schweiz viele Menschen sich nicht impfen wollen.

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Das ist auch eine Frage der Information. Die Medien thematisieren die negativen Auswirkungen nicht. Dabei ist nicht eine kleine Randnotiz gemeint, sondern Gesichter, in Grossformat : ich habe Long-Covid, Covid ueberlebt, Dauerschaeden an Lunge, ...
Solange die Auswirkungen heruntergespielt werden, wird das mit dem Impfen nichts.

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"Physiker"
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Jetzt ist es etwas zurückgegangen, aber ich errinnere mich gut an tägliche Berichte in Zeitungen und Fernsehen, welche sehr wohl die negativen Auswirkungen massiv thematisierten.

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Das wird dann einfach "Panikmache" genannt. Der Zug ist bei vielen schon vor Corona abgefahren und die kleinen (und manchmal auch grossen) Kommunikationsfehlern die Behörden oder Wissenschaftler sich leisten, werden längst schon viel genauer aufs Korn genommen als die YouTuber und Telegram-Gruppen, deren Behauptungen und Voraussagen praktisch nie eintreffen.

Ich möchte beispielsweise nur daran erinnern, dass wir ärztliche Leistungen, die teilweise wenig bis gar keine Wirkungsevidenz vorweisen (Akupunktur, anthroposophischen Medizin, Arzneimitteltherapie der Traditionellen Chinesischen Medizin, klassischen Homöopathie und Phytotherapie) mit der Grundkrankenversicherungen vergüten.

Verschwörungstheorien in ihrer vollen Irrationalität, aber auch in ihrer abgeschwächten, allgemeinen Skepsis gegenüber allem was "Mainstream" ist, ist schon lange ein grosses Thema in der Schweiz. Das gipfelt jetzt einfach mit dem Corona-Thema, weil es so akut aber auch global und im öffentlichen Interesse ist.

Ich will damit sagen: Impfgegner gabs schon lange vor Corona und im letzten Jahr haben die eine viel effektiviere (Fehl-)Informationskampagne gefahren als der Bund oder irgendwelche anderen Behörden.

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"Physiker"
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Ich las in den letzten Tagen einen Artikel (leider vergessen wo), der den langen Prozess beschrieb, den es brauchte, um die Pocken mittels Impfungen auszurotten. Es dauerte mehrere Hundert Jahre! Heute geht alles schneller, aber vielleicht dauert es 20 Jahre, oder gelingt nie, denn die Pockenviren sind die einzigen, die ausgerottet werden konnten, bis auf die Stämme, welche die USA und Russland aufbewahren.

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"Physiker"
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· editiert

Ich kann dieses Mal viel in Ihrem Artikel unterstützen. Ich betrachte die Pandemie u.a. als Regelsystem, das immer wieder ausschlägt, weil die Reaktionen schneller erfolgen als die Auswirkungen, und die relativen Bedeutungen der vielen Stellgrössen zudem oft schlecht bekannt sind. Dabei kann schon ein System mit einer einzigen Stellgrösse instabil sein. Ich bringe immer wieder das Beispiel einer Dusche mit einer langen Leitung zu einem Durchlauferhitzer, dessen Temperatur vom momentanen Durchfluss abhängt, die man als Duscher als einzige Grösse (in Richtung wärmer) beeinflussen kann. Ich habe so eine, und es war früher fast unmöglich, die gewünschte Temperatur einzustellen, sondern es war entweder zu heiss oder zu kalt. Die Lösung brachte dann ein anderer Duschkopf, aber das war mehr Zufall als Wissen. Auf die Pandemie übertragen heisst das, dass es solange "Wellen" gibt, bis ein Analogon zum Duschkopf erscheint. Vielleicht die Impfungen, vielleicht aber auch nicht. Ich stelle irritiert fest, dass viele Geimpfte ihr Verhalten oft zu schnell umstellen: wieder Händeschütteln, Abstand und Lüften adé, usw. Da ist es bei den "neuen Freiheiten" klar, dass es erneut zu einer Welle kommt, sogar früher als saisonbedingt erwartet. Und auch die Grippe diesen Winter wieder zuschlagen könnte.

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Cloud Infrastructure Engineer
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Mea culpa. Ich gebe zu, dass ich in aller Euphorie des 2. Schusses, des Sommers, und überhaupt auch vorübergehend die Fähigkeit zum Nachdenken verloren habe. Ich bin voll dem Trugschluss verfallen: Impfen ist ein Hauptpfeiler der Pandemiebewältigung = ich bin geimpft = die Pandemie ist bewältigt. Ich hoffe, dass das nicht zu viele machen und wir die Kurve noch kriegen. (Wortspiel nicht beabsichtigt.)

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· editiert

,,Knapp 8000 Mitbürgerinnen sind in der zweiten Welle gestorben [...]‘‘
Weltweit stirbt alle zehn Sekunden ein Kind unter fünf Jahren an den Folgen von Hunger. Sprich: alle 22 Tage 8000 Kinder. So als kleiner Reminder.

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Hungertote sind eine Schande, da haben Sie recht. Aber was ist jetzt Ihre Botschaft? Dass wir unsere Coronatoten gar nicht beachten sollen? Dass wir die Coronapandemie laufen lassen sollen? Davon wird aber kein einziges hungerndes Kind satt.

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Die Tatsache, dass 8000 Menschen in der Schweiz im Zusammenhang mit Covid ihr Leben verloren haben, ist schrecklich. Andererseits hat die Schweiz bald 40 Milliarden Franken für Massnahmen ausgegeben. Wie viele Kinder hätten von diesem Geld etwas zu essen bekommen? Und wie viele andere Länder haben ebenfalls Milliarden investiert? Traurig finde ich, dass das Geld offensichtlich vorhanden ist, es aber lieber anderstweitig investiert wird.
Und ja, ich finde den Tod eines 5 Jährigen Kindes schlimmer als den eines 85 Jährigen Erwachsenen.

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Abonnentin
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Genau diese Überlegungen habe ich mir auch gemacht...aber es ist offensichtlich, wenn die erste Welt bedroht ist, scheinen die finanziellen Mittel unbeschränkt, die leidenden Menschen in der 3. Welt, dieses Elend ist wenn überhaupt, sekundär!

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Lucia Herrmann
Community @ Republik
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Persönlich finde ich den von Ihnen verlinkten Comic ja ziemlich treffend. Aber: im Sinne der Etikette bitte das nächste Mal kurz einen Satz dazu schreiben und nicht einfach so den nackten Link posten. Merci!

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Siehe www.dnb.com . Offensichtlich wurde die Schweiz in den letzten Jahren verdeckt und illegal zu «Firmen» umfunktioniert. Die öffentlich-rechtliche Schweiz mit Bund, Kantonen und Gemeinden existiert nicht mehr.

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Liebe Frau M., was soll dieser seltsame Link?

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Liebe Frau S., der Verein SIPS verweist auf seiner Homepage www.hot-sips.com auf obgenannten seltsamen Link. Sie können den Flyer herunterladen. Er wurde bei uns verteilt.

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Urs Fankhauser
Citoyen
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· editiert

"Nicht die demokratischen Prozesse per se, sondern eine konsens­fähige Basis von Fakten und Werten schafft letztlich politische Identität." Dieser Satz scheint auch für andere Kommentierende das Gravitationszentrum des Textes zu sein. In polarisierten Gesellschaften ein konsensfähiges Set von Fakten und Werten zu finden, ist überall schwierig. Ist es in der Schweiz vielleicht besonders schwierig, weil:
a) wir uns länger und intensiver als andere durch die Abgrenzung gegenüber Feindbildern definierten? (Das grossdeutsche Reich! Der Kommunismus! Die EU! etc.)
b) uns stabilisierende Verfasstheiten und Narrative stärker abhanden gekommen sind, als anderen Staaten? Ich denke hier z. Bsp. daran, dass die Allmacht des Patriarchats bei uns erst viel später gebrochen wurde, als im übrigen Europa. Oder daran, dass die glorreiche Viersprachigkeit der Schweiz in einer migrantischen und globalisierten Welt schlicht nicht mehr so interessant wirkt. Oder an den Fall des sogenannten Bankgeheimnisses. Oder die Entzauberung der Mythen "humanitäre Tradition" und "immerwährende Neutralität".
c) das auf Konkordanz und Konsensualität ausgelegte Regierungsmodell Polarisierungstendenzen besonders hilflos gegenübersteht?
In dieser Situation gelingt es zwar der stärksten Partei auch nicht, tatsächlich zu gestalten oder eine "konsens­fähige Basis von Fakten und Werten" zu etablieren. Aber die SVP ist durchaus dazu in der Lage, notwendige Prozesse zu verzögern, unterminieren oder aufzuhalten (Verhältnis zur EU, Pandemiepolitik...). Nachdem nun die SVP die anderen Parteien dreissig Jahre vor sich hergetrieben hat, wäre es allmählich an der Zeit, dass diese daran gehen, ein Set von zwei, drei politischen Zielen zu definieren, die sie gemeinsam gegen die SVP durchsetzen können. Im Zentrum stehen dabei aus meiner Sicht der Klimawandel und die EU-Frage. Eine besondere Verantwortung tragen dabei die GPS und die GLP, da beide für die Zukunft stehen und einerseits als Nichtregierungsparteien (auf nationaler Ebene) flexibler agieren können als die 4 BR-Parteien und andererseits mit einem gemeinsamen Wähler/innenanteil von gut 20% genügend Gewicht haben, einen solchen Prozess anzustossen. Ein politischer Erfolg eines solchen Prozesses hätte dann durchaus auch das Potenzial, neuen Werten zum Durchbruch zu verhelfen.

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Lieber Herr Fankhauser, vielen Dank für diese Analyse, die ich sehr überzeugend finde. In der Tat: Es kommt für politische Identität nebst den Prozessen eben auch auf die Narrative an. Und ja, die Schweiz hat es in mancher Hinsicht besonders schwer zu einem Narrativ zu finden, dass unter heutigen Gegebenheiten auch wirklich trägt. Ich teile auch Ihre Vermutung, dass der Ökologie eine zentrale Rolle zukommen wird, bei der Neubegründung eines nationalen Narrativs. Sowohl die Grünen als auch die GLP werden dabei eine wichtige Rolle spielen. Allerdings würde ich an dieser Stelle ihren Ausführungen gegenüber zwei Vorbehalte machen: Zum einen bin ich mir nicht sicher, wie lange die GPS und die GLP keine Bundesratsparteien bleiben werden. Es ist gar nicht so umplausibel (je nach Veränderung der Parteienstärken), dass die Zusammensetzung der Schweizer Regierung bereits 2023 eine andere werden wird. Skeptisch bin ich allerdings auch bezüglich der Fähigkeit von GPS und GLP auf breiter Front zusammenzuarbeiten. Sicherlich, wir sehen es ja schon, ist das in einzelnen Dossiers immer wieder möglich. Die ideologischen Gräben, welche die beiden Parteien trennen, bleibeen aber relativ tief. Herzlich, DB

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Als Mitglied der GPS mache ich mir natürlich keine Illusionen über die ideologischen Gräben. Aber ich suche ja auch nicht nach Konvergenz, sondern nach ein paar zugkräftigen Projekten, bei denen eine Zusammenarbeit möglich ist. Wir können ja nicht einfach zuwarten und hoffen, dass es die Franzosen noch einmal für uns richten werden ;-)

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Märchentante*onkel
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Chapeau für die amüsante Club-Rezension. Mit Mister Corona als UEFA-Berater ist der Realität ein komödiantischer Geniestreich gelungen.

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"Blind, aber mit Vollgas
Die Corona-Politik der Schweiz setzt wieder auf Turbo-Öffnungen. Dafür zahlten wir schon einmal einen entsetzlichen Preis. Und diesmal?"
Trimesterweise grüsst das Murmeltier.

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Glückwunsch, Herr K.! Da ist Ihnen ja ein echter Coup gelungen. Ihr Kommentar wird wohl von den meisten Lesern nicht in Ihrem Sinne verstanden. Ist aber nur eine Vermutung…

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ehemalige BAG-Mitarbeiterin
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Mit allem einverstanden. Nur nicht mit der Aussage, dass die nicht höhere Durchimpfung der über 70-Jährigen ein Behördenversagen sei. Alle dieser Altersgruppe hatten dieses Impf-Angebot, und bis jetzt reichlich Zeit, einen Termin dafür zu vereinbaren. Der freie Wille ist zu respektieren, unabhängig vom Alter.

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Märchentante*onkel
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· editiert

Es ist durchaus ein Behördenversagen, dass die Durchimpfungsraten in der Schweiz viel tiefer als etwa in Grossbritanien sind. Die Haltung, dass es genügt, einfach ein Impfangebot zu machen und dann die Hände in den Schoss zu legen und auf den freien Willen der Bevölkerung zu zählen, zeugt von grosser Naivität. Die Gesundheitsbehörde muss auch bereit und in der Lage sein, die Vorteile der Impfung (Selbstschutz und Schutz der Mitmenschen) klar und widerspruchslos kommunizieren und die Vorbehalte in der Bevölkerung (Sicherheit der Impfung, Gefahr einer Erkrankung, etc.) wissenschaftlich sauber entkräften. Das ist eine Aufgabe, bei der unsere Behörde, wenn wir die Impfraten vergleichen, in der Tat versagt hat.
Aber diese Haltung passt ja auch perfekt zum Auftritt der Herren Koch und Engelberger im Club vom Dienstag.

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Liebe Frau C., ich kann mich Ihrem Votum nur anschliessen. Das britische Impf-Mirakel ist nicht deshalb zustande gekommen, weil die britischen Senioren wissenschaftsgläubiger oder die Bürger insgesamt weniger Impf-skeptisch wären, sondern weil der NHS eine extrem aktive Kampagne gemacht hat, weil die Leute aus den entsprechenden Alterskategorien angerufen wurden, sich in Hausbesuchen beraten lassen konnten usw. Man hat sehr aktiv dafür gesorgt, dass die Botschaft bei der Bevölkerung ankommt - und dann klappt es auch. Herzlich, DB

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"Direktdemokratische Partizipation sollte nicht nur ein Unmuts­ventil sein, das immer dann seine Wirkung tut, wenn zu viel gesellschaftlicher Druck im Kessel ist, sondern die Bürgerinnen auch binden an institutionalisierte Akteure wie Parteien und Verbände."
Echt jetzt? Genau das will ich nicht - mich "binden". Denn ich kann mich mit keiner Partei voll identifizieren, so praktisch und bequem das vielleicht wäre. Manche sind mir zu links, andere zu rechts - je nach Thema eben.
Mich persönlich erstaunt es daher wenig, dass referendums­fähige Akteure wie die Freunde der Verfassung wachsenden Zulauf haben und Unterstützung finden. Denn sie sprechen jenen Bürger:innen aus dem Herzen, welche kein ausschliessliches parteipolitisches "Zuhause" haben.
Vielleicht wird die altehrwürdige rechts-links Skala den sich akzentuierenden gesellschaftlichen, sozialen und strukturellen Problemen schlicht nicht mehr gerecht. Es entsteht eine neue, von Parteien losgelöste Dimension, die in der Demokratie mitspielt. Und die wird nicht verschwinden.

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Urs Fankhauser
Citoyen
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· editiert

Dass Sie (oder Herr F.) sich nicht binden wollen ist eine gewiss verständliche und bestimmt mehrheitsfähige Haltung. Eine solche Bindung setzt eine gewisse Leidensfähigkeit und Toleranz voraus (ich weiss, wovon ich rede), da es vermutlich kein gutes Zeichen wäre, wenn man mit "seiner Partei" immer gleicher Meinung wäre.
Eine von "Parteien losgelöste Dimension" ist ja an sich nichts Neues. Es gab schon immer auch Referenden und Initiativen von Verbänden, Vereinen, NGOs etc. Aber unsere Demokratie hat ja auch noch eine repräsentative Seite. Und was machen Sie bei Wahlen ohne Parteien?
Dass die "altehrwürdige rechts-links Skala" am Verschwinden wäre, nehme ich gerade nicht so wahr. Ich vermute eher, dass Sie diese einfach gerne von Fall zu Fall ausblenden. Denn die "Freunde der Verfassung" sind keineswegs "eine neue Heimat" für beliebige Bürger:innen. Sondern eher ein Kristallisationspunkt für rechts tickende Zeitgenossen und - innen (auch wenn sich diese subjektiv als "unpolitisch" oder "ideologiefrei" bezeichnen).

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Ich stimme Ihnen bei, dass Bindung einer gewissen Toleranz bedarf, ansonsten ist ein Miteinander, Dialog nicht möglich. Leidensfähigkeit hingegen sollte nach meinem Geschmack nur begrenzt notwendig sein, ansonsten wird die Sache rasch ungesund.
Mir schweben keine Wahlen ohne Parteien vor, auch habe ich nicht gesagt, dass die Skala am verschwinden sei, sondern gewissen Problemstellungen nicht mehr gerecht wird, und so anderen Bewegungen Auftrieb verleiht ("Dimension").
Ich nehme eine verstärkte Rechts-Links Ausprägung in Debatten wahr, eine gewisse Verhärtung der Fronten, konfrontative statt konstruktive Wortgefechte.
Die FdV erwähnte ich übrigens stellvertretend für all jene Bewegungen, die nicht klar einer Partei oder Seite zugeordnet werden können, und sich Gehör verschaffen wollen.

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Mir geht es ähnlich wie Ihnen. Das Problem bei Leuten wie den sogenannten "Freunden der Verfassung" ist jedoch, dass diese nicht konstruktiv mitarbeiten.

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Danke für die Antwort. Die FdV sind eher konfrontativ und provokativ unterwegs, das hat was.

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Liebe Frau B., ich kann Ihren Einspruch gut verstehen. Es ist ja so, dass zivilgesellschaftlich, nicht-institutionalisierte Kräfte sich Themen-bezogen immer besser mobilisieren können und dass das auch ein Gewinn ist für die Demokratie. Ich verlinke in dem Artikel auf ein Papier von Claude Longchamp, das diesen Punkt macht. Ich verstehe, es auch sehr gut, wenn man der Parteien überdrüssig ist, und diese flexiblere Form des Engagements als begrüssenswert betrachtet. Dennoch hat diese Entwicklung jedoch auch ihre Risiken, angefangen beim dramatischen Niedergang der Volksparteien, die auch in einer halbdirekten Demokratie eine eminent wichtige Rolle zu spielen haben. Und auch das Auftauchen der Verfassungsfreunde - einer radikalen Truppe mit grossem Mobilisierungspotenzial und relativ undurchsichtiger (wenn auch sicherlich als sehr rechts zu klassifizierender Agenda) ruft uns in Erinnerung, dass auch die Destrukturierung des zivilgesellschaftlichen Engagements ihre sehr problematischen Seiten hat. Wer das hervorragend analysiert, ist im Übrigen der Politologe Jan-Werner Müller in seinem neuen Buch "Gleichheit, Freiheit, Unsicherheit", auf das ich ebenfalls verlinke, bzw. auf einen Kommentar, in dem ich es bespreche:
https://www.republik.ch/2021/05/08/…ter-streit
Herzlich, DB

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Guten Abend Herr Binswanger
besten Dank für Ihren ergänzenden Link und die Gedanken. Für eine Demokratie ist Parteienvielfalt essentiell. Sie ermöglicht eine Politik, welche mehrheitsfähig ist. Ich bin der Parteien nicht überdrüssig, sondern eher gespannt darauf, welche Lösungen sie auf die sich uns in vielerlei Hinsicht stellenden Herausforderungen zu finden suchen.
Engagement hält eine Demokratie am Leben, ebenso wie die Bereitschaft, zu debattieren, zu diskutieren, und Meinungen zuzulassen. Nicht alles ist schwarz oder weiss, bzw. blau-rot.
Freundlichst, SB

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Cloud Infrastructure Engineer
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Ich hoffe, dass die Aufarbeitung der bisherigen Pandemiepolitik den folgenden Spagat schafft: Einerseits knallhart Fehler aufdecken und Wege aufzeigen, wie es ein nächstes Mal besser gemacht werden kann. Aber andererseits vermeiden, in einen Hindsight-Bias sowie in Schuldzuweisungen zu verfallen und so noch mehr zur Spaltung der Politik und Gesellschaft beizutragen.
Ich gehe mit D.B. einig, dass es hier eine "konsensfähige Basis von Fakten und Werten" benötigt. Ergänze aber, dass es dazu Konfliktfähigkeit der gesammten Politik und Gesellschaft benötigt. (Polarisierung ist für mich unter anderem das Resultat der Unfähigkeit oder des Unwillens, Konflikte auszutragen. Und nein, einander auf den Grind geben ist für mich kein Austragen eines Konflikts.) Diese Fähigkeit - finde ich - schwindet im Moment eher.
Wo ich mit D.B. nicht einig bin: Wir müssen gerade jetzt Antworten suchen. Sonst sind wir noch lange dabei, die Hühner einzufangen, statt den Zaun zu flicken.

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Es wurde eben alles Marketing in den letzten Jahren. Der Handel und die Industrie, Dienstleistungen wurden durchdrungen von der Diktatur des Ökonomischen in den 80ern und in der Folge auch die Politik. Die Parteipräsidenten verkamen zu Werbesäulen, an denen kein Konsens mehr klebte, sondern das Markgeschrei, das wusste, wenn ich lauthals schreie vom Immergleichen, glauben mir die Leute und der Profit ist mein.

Aber Politik kommt von Polis dem antiken Staatsverband im alten Griechenland und war später die Bezeichnung für das Gemeinwesen eines Bürgerverbandes. Eine Gemeinschaft also, gemeinsam steckt da drin, aber das geht je länger je mehr vergessen im Kampf um die Deutungshoheit, weil eben siehe oben.

Im besagten Club waren, wenn ich mich richtig erinnere, die Verstorbenen kein Thema. Und die Moderatorinnen moderierten in einer Art wie Conférencieusen an einem Klassentreffen für Ehemalige. Adrett an der Oberfläche.

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Was bleibt einem da noch anderes übrig als selber in die Politik einzusteigen um die vernünftigen Gespräche und Diskussionen zu (ver-)suchen ... ?

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Lieber U. M., das ist ein einleuchtender Schluss - und wie ich finde ein guter. Herzlich, DB

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Senior Researcher
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Die 8000 Mitbürgerinnen sind an Corona gestorben, weil die Behörden sinnlose und wirkungslose Massnahmen wie Lockdowns und Maskenpflicht verfügt hatten, statt sich um die Verbreitung des SARS-CoV-2 Virus via Aerosole zu sorgen.
Es wird unumgänglich sein, wenn wir unsere Schweiz behalten wollen, diese Behörden wegen unterlassener Hilfeleistung vor Gericht zu ziehen, aber dagegen spricht, dass die COVID-Katastrophenpolitik von einer Mehrheit der Bevölkerung immer noch getragen wird, und das COVID-Gesetz sogar demokratisch legitimiert wurde.
Ich sehe keinen anderen Ausweg aus dieser Situation, als dass die Covidioten - also die Mehrheit - endlich begreift, in welche Falle sie gelaufen sind, auf weitere Massnahmen verzichtet - ausser natürlich gegen Aerosole - und proaktiv auf die Gegner der COVID-Katastrophenpolitik zugeht. Auch nach katastrophalen Fehlern kann man lernen, wenn man die Grösse dazu hat.

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"Physiker"
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Ich denke zwar, dass Abstände (min. 30 cm zu Schweigenden/Maskierten, 1 m zu Sprechenden, 2 m zu laut Sprechenden, 5-10 m zu offen Hustenden/Niessenden) und Handhygiene (nicht Türgriffe usw. benutzen und dann im Gesicht herumfummeln), sowie FFP2-Masken in bestimmten Situationen, auch eine Wichtigkeit haben, aber ich bin auch erstaunt, wie dieses vermutlich wichtigste Thema ziemlich verschwiegen wird.
Immer noch verfügbar der graphisch hübsche Online-Rechner https://www.zeit.de/aerosole mit Link zu aktualisierter Fassung mit Belegen.

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LESER
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Nicht die demokratischen Prozesse per se, sondern eine konsens­fähige Basis von Fakten und Werten schaffe letztlich politische Identität, schreibt Binswanger.
Dem kann ich zustimmen. Diese wird aber gerade in der direkten Demokratie erst gefordert und herausgefordert. Nur so kommt jene Dialektik ins Spiel, die eine lebendige Auseinandersetzung mit Fakten und Werten erst ermöglicht, welche sonst allzu schnell abgekoppelt als "leichtes Spiel" für eine Elite überhaupt vorhanden ist. „Es gibt kein richtiges Leben im falschen.“, so formulierte es Adorno.

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Lieber Herr M., Ihrer Dialektik von Auseinandersetzung und Wirklichkeitsauffassung kann ich nur zustimmen. Natürlich sind Prozesse wichtig. Aber ein vernünftiger Konsens nicht mehr hergestellt werden kann, kann man nicht ausschliesslich die Prozesse verantwortlich machen - bzw. in ihrer Bewahrung das Heil suchen. Herzlich, DB

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LESER
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· editiert

Ich habe mir die Sendung nachträglich angetan und dabei festgestellt, dass Sie ja einen "Beef" mit Lukas Engelberger haben, zumal Sie sich anscheinend schon einmal mit ihm einen Disput geliefert hatten. Nun, in der Bewahrung der Prozesse per se sehe ich selbstverständlich auch kein Heil. Aber ist diese Darstellung nicht gar zu plakativ?
Soll ich es damit bewenden lassen? Lieber Herr Binswanger, es reizt mich, Ihnen eine arglose Frage zu stellen: Warum gehen Sie a priori davon aus, dass "ein vernünftiger Konsens nicht mehr hergestellt werden kann"? Wir haben doch keine andere Wahl. Was schlagen Sie als Alternative vor? Was, wenn nicht die demokratischen Prozesse? Was, wenn nicht der wissenschaftliche Diskurs. Was, wenn nicht die kritische Aufarbeitung der Prozesse durch die Medien?

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"Urschweiz reicht nicht": Einmal mehr: Dank an D.B. für diesen fundierten, herausfordernden und sorgenvollen Leitartikel.
Eine kleine Bemerkung: D.B. schreibt (verkürzt) "Am anderen Ende der Skala (..) das «Wissen­schaftliche Update» der Taskforce (..), das in aller Nüchternheit ein bedrohliches Bild der Pandemie­lage zeichnet. (..) Die Konklusion des Taskforce-Berichts (...) eine möglichst hohe Durch­impfung".
Mir scheint, 1. die Spaltungen innerhalb der Schweiz sind riesig und sie wachsen eher als dass sie abnehmen, die Republik führt uns das genug vor Augen. Spaltungen entfremden uns von der Urschweiz.
2. Grotesk erscheint mir die schweizerische Nabelschau z.B. darin, dass die wissenschaftlich ausgerichtete Taskforce von PANDEMIE spricht. Natürlich können wir national durchimpfen, müssen aber aufpassen, dass wir auch hier nicht Nabelschau betreiben. Denn die Delta-Mutation des Virus erfolgte in einem Land, das extreme "Spaltungen" und Hunderte von Millionen Ungeimpfte aufweist, aber aus politischem Interesse Impfstoffe exportierte. Die OMS meint, weltweite Impfung wäre erst 2022 möglich (Skepsis ist erlaubt).
Seit sie die Diagnose Pandemie stellte, sagt die OMS : "Personne n'est en sécurité tant que tout le monde ne l'est pas". Das gilt seit die hippokratische Medizin den Begriff Epidemie (damals auf ein Volk bezogen) schuf. Die heutige Individual- und Konsumgesellschaft versteht sich als Gegenteil von Volk; das gleiche gilt für die Welt (vgl. die komplexen Rivalitäten der Grossmächte, die Spaltung in den USA nach Trump, aber auch die Politik der Schweiz nach der Abstimmung zur Verantwortlichkeit der Multinationalen). Die Pandemie-Herausforderung fordert eine gemeinsame Antwort unserer Spezies gegen das Virus; nach bald zwei Jahren Seuche sind wir im In- und Ausland weiter davon entfernt denn je. Gerne wünsche ich mir, diese Aussage sei falsch; bis dann sagt's die Republik treffend: "Urschweiz reicht nicht".

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Action Anthropologist
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· editiert

Ich habe in meinem Leben sehr oft erfahren und gelernt, dass das Schicksal nicht meinen Plänen folgte, und dass das nicht zu meinem Nachteil sein musste.
Politisch habe ich mein Heu nicht auf der gleichen Bühne, wie der konservative Tory-Präsident von Gross Britannien.
Aber ich glaube zu verstehen, was Boris Johnson mit der Aufhebung aller einschränkenden Massnahmen am "Freedom Day" bezweckt.
Er möchte wohl den Sommer dazu nutzen, alle Jungen und Gesunden, die sich noch nicht impfen liessen, weil das für sie nicht angezeigt war, oder weil sie aus anderen Gründen nicht wollten, möglichst rasch auf natürlichem Weg zu immunisieren!
Der Sommer ist dafür die richtige Zeit, weil im Sommer kaum Grippe- und Erkälungsviren zirkulieren, welche eine Corona-Infektion verschlimmern können und weil die Menschen allgemein gut drauf sind und insbesondere mit dem "Sonnenvitamin D3" ausreichend versorgt sind.
Und alle Geimpften sollten ja geschützt sein.
Da sie keine "sterile Immunität" besitzen, tragen auch Geimpfte zur allgemeinen- und globalen Verbreitung der neuesten Covid-Varianten bei. Mit Zertifikat ausgestattet gehen sie überall ein- und aus und reisen überall hin- und wieder zurück.
Ich vermute sogar, dass GEIMPFTE Coronaviren effektiver und intensiver verbreiten, als zum Beispiel ein an seine Scholle gebundener Bergbauer im Impfmuffel-Kanton Appenzell, der höchstens mal einer Wandergruppe begegnet, die er dann aus der Ferne grüsst.
Ja, wir wissen noch nicht, ob diese Taktik des "Laufen lassens im Sommer" zur gewünschten "Herdenimmunität" führen wird. Aber ich denke, dass dieser Weg funktionieren könnte und dass er -in Anbetracht der nach wie vor grossen Skepsis betreffend die neuen Gentech-Impfstoffe und deren möglichen Nebenwirkungen und Langzeitschäden- auch für die Schweiz den gangbarsten Weg darstellt.
Es ist klar, dass andere Länder mit anderen Sitten andere Möglichkeiten und Wege finden werden. Aber Eines sollte klar sein: Einen idealen "Musterschüler-Weg" gibt es ebenso wenig, wie die totale Sicherheit.
Wenn auch Impfstoffe genügend getestet und freigegeben werden, die auf althergebrachten, bewährten Methoden und Verfahren beruhen, wie beispielsweise der Protein-Impfstoff von Novavax, werden sich auch Menschen impfen lassen, die jetzt noch zögern und abwarten.
Und dann werden sich auch die polarisierten Diskussionen in den (a-)sozialen Medien wieder beruhigen, und wir können uns wieder mit anderen Dingen befassen, wie beispielsweise multiresistente Bakterien...

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Anderer 60
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Ich könnte dagegenhalten, der Scholle gebundener Bergbauer im Impfmuffel-Kanton Appenzell (Innerrhoden oder Ausserrhoden?) hat meistens eine Familie. Die Frau muss wohl auswärts arbeiten. Die Kinder gehen in die nächste grössere Stadt in die Schule. Es gibt auch in Appenzell SVP Sitzungen (selbst gesehen), die SVP Landeier spreaden, da sie weniger Impfen, es macht aber kein Sinn.

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Impfnebenwirkungen (will sagen: Langzeitwirkung) treten (fast immer) in den ersten SECHS Monaten nach der Impfung auf. Ich habe von Impfopfern noch wenig gelesen/mitbekommen, woraus ich schliesse, dass es nur wenige Fälle von Opfern gibt. Das ist eine statistische Betrachtung, für das betroffene Individuum gilt das natürlich nicht. Umgekehrt ist die Datenlage eindeutiger. (Covid-Todesfälle). Für Personen ab 40 ist die Risikoabwägung zugunsten der Impfung positiv. Eine hohe globale Durchimpfungsrate ist der beste Schutz gegen neue, immer aggressivere COVID-Varianten.

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Action Anthropologist
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· editiert

Was jetzt so aussieht, kann bald ganz anders aussehen.
Wir wissen noch nicht, wie das Immunsystem langfristig auf solche "Shots" reagiert.
Pfizer propagiert bereits einen dritten "Booster-Shot" im Herbst.
Aber die Zulassungsbehörde in den USA zögert mit der Bewilligung...
Hier habe ich noch eine sehr angenehme -weil nüchtern und "unpolitisch" das Datenmaterial durchstöbernde- Quelle:
https://www.youtube.com/watch?v=8VudnjD3Jks

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Grossbritannien, die Brutstätte für neue Virusvarianten

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Action Anthropologist
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Wenn Sie Gross Britannien auf so etwas Kleines reduzieren wollen, dann werden Sie dafür ihre Gründe haben.
Aber ich denke, da ist schon noch etwas mehr vorhanden, als das, worauf sich unser Tunnelblick zur Zeit verengt...

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(von der Redaktion verborgen)
Chefredaktion
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Verborgen, weil unbelegte, justiziable Vorhaltungen (Laufbursche der Pharmaindustrie) gegen eine Drittperson.

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Die kleine Rache eines Kleingeistes, der sich fälschlicherweise liberal nennt.

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Christoph Knecht
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(Hey, Binsi ...) Hama ez genug Wattebäuschchen geworfen, ja ...? Über den intellektülen Tisch von Demokratie- und Identitäts-Konstrukte und so? Und nostalgisch noch etwas Ewigvorlesung à la von Matt mit Hühneraroma. Also bitte jetzt!

Wann wollen wir denn das Kind beim Namen nennen, wann denn ... ?

Was ist mit den Eltern, die auf die Barrikaden steigen und hüben wie drüben im grossen Kanton verzweifelt nach Luftfiltern schreien für ihre Kinder und die Klassenzimmer?

Was ist mit der Schulpräsidentin in Winterthur, die absolut aber gar keine Freude an der passiven und konzeptlosen Durchseuchung hat? Schulverwaltungen wo? Bildungsdirektionen wo? Gesundheitsdirektionen wo? Staatsverantwortung wo?

Was ist mit der Familie, die ein paar Tausend Franken Busse zahlen darf, weil das Schulkind seine schwangere Mutter schützen will und der Schule fern bleibt, als gäbs noch keinen Remote-Unterricht im Jahr 2021?

Was ist mit der nationalen BAG Webseite, die noch immer das wohl relevanteste Thema aller relevanten Fachthemen in dieser Pandemiebekämpfung, nämlich die Aerosole airborne leugnet?

Was ist mit Frau BAG Direktorin Anne Lévy, die "total überrascht" ist vom aktuellen Anstieg der Parameter Ende Juli 2021?

Und. so. weiter. und. so. fort.

Echt ez? Demokratieprozesse. Identi-desin-fekt-fik-ationsprozesse. Urschweizprozesse. Aha.

Das kolossale Staatsversagen, von hochbezahlten Schlüsselpersonen im Pandemiemanagement, das politische Führungsversagen mit null Antizipationsvermögen und dem unsäglichen Dauerflug auf Sicht, dem unverträglichen, traumatisierenden, super-primitiven Mono-Methodenrepertoire AUF/ZU (Womit wir auch unweigerlich bei der Frage landen zum Anteil an der selbst verschuldeten Gesellschaftsspaltung) ..., das ist alles kein Thema? Da will man wohl niemandem zu nahe treten, gell. Schon gar nicht der Obrigkeit. #hingestellteAngestellte #steuerlöhner

Ach so, das kommt erst in die nächste Wochenkolumne. Okay. Oder zum Schulstart, dann Mitte August.

Ich verstehe.

Ihr treu ergebenster Binsi Fan

PS. Wenn der heissgeliebte und innigst ersehnte Scharfsinn von Daniel Binswanger überschattet wird von schöngeistig-intellektuell-abstrakten Höhenflügen und beisshemmendem Gefälligkeitsjournalismus, dann tuts eben schon a bissl weh im Herzen und auf dem Postizettelchen (Einkaufszettel, to-do-list) der vierten Gewalt im Staat. Unsere Demokratie ist nur so stark, wie sich Journalisten wagen, das Kind beim Namen zu nennen, möglichst verständlich und nachvollziehbar für ein Gros der durchschnittlich interessierten Bevölkerung. #sdg16

🤩🤩🤩 Agenda2030. Ziel 16. - Access to JUSTICE FOR ALL and effective, accountable STRONG INSTITUTIONS.

SDG 16 umfasst Ziele gegen Gewalt, Menschenhandel, Rechtsstaatlichkeit, illegalen Finanzströmen, Korruption, Transparenz, Zugang zu öffentlichen Informationen sowie Krieg und Terror mit dem Ziel Frieden, Gerechtigkeit und starke Instututionen zu förden.

https://www.globalgoals.org/16-peac…stitutions

www.17ziele.de | www.2030-watch.de | 🇨🇭 www.eda.admin.ch/agenda2030/de/home.html

wikipedia: Ziele für nachhaltige Entwicklung, https://de.wikipedia.org/wiki/Ziele…ntwicklung

#Goal16 #unsdg16 #sdg16 #agenda2030 #globalgoals #SDG16
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Lieber Herr K., ich kann Ihren Sarkasmus sehr gut nachvollziehen. Ich glaube, ich habe immer mal wieder den Versuch gemacht, das Kind beim Namen zu nennen, und ja, es ist tatsächlich so, dass wir bei der Republik zu den Themen, die Sie ansprechen ein paar Dinge planen, aber es ist sicherlich so, dass angesichts der Dringlichkeit sehr konkreter Fragen, Überlegungen zu Direktdemokratie und Föderalismus etwas müssig erschienen können. Dennoch werden wir diese Pandemie irgendwann auch politisch verarbeiten müssen, auch dann noch wenn wir sie hoffentlich eines Tages im Griff haben werden. Und alle diese Fragen werden dann auf dem Tisch liegen. Herzlich, DB

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Christoph Knecht
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Oh, ganz herzlichen Dank für den Response. Da staun ich ez und bin angetan überrascht. Danke für den Dialog.

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Christoph Knecht
Reflecting Partner - reflecktor.ch
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#aerosole #luftfilter #openairstattausgangssperre

⚠️😷🦠 #pandemiemanagement #migration #klima etc.

🤔🤩🤔 Das Führungsversagen von Regierung, Politik und Verwaltung: Noch tragbar?

THE BEST OF US MUST GOVERN THE REST OF US: Ist das Selektionsverfahren für die besten Köpfe des politischen Systems noch zeitgemäss und ausreichend? Den Anforderungen gewachsen, funktional? Oder braucht es für eine moderne Staatsführung, wo bald Krisenkompetenz zum daily business gehört, nicht zusätzliche Ressourcen und Werkzeuge, Methoden, Strategiekonzepte, Führungsmodelle, etc. für ein wirklich glaubwürdiges und effektiv-funktionales Gelingen?

#leadership #organisationaleslernen
#elite #mausfeld #staatsversagen #agileverwaltung

https://www.republik.ch/dialog?t=ar…c31641cf77
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Krass bei uns sind vor allem Fehlvesetzungen. Administratoren (Leute mit einem MBA), ueblicherweise CEOs, handeln sehr eindimensional. Wenn zuviel Geld da ist, zB Gewinne, wird etwas gekauft. Wenn zuwenig Geld da ist, wird etwas verkauft. Das koennen sie natuerlich nicht selbst. Nach dem Erkennen des Problems muessen die Spezialisten ran und eine Loesung suchen. Was such immer die Massnahmen der Spezialisten bringen wird als persoenliches Verdienst dargestellt und mit einem hohen Bonus verguetet. Bei Standardvorkommnissen wie Zeitverzug und Budgetueberschreitung wird gross gestaunt. Ebenso der Direktor des BAG. Der wiederkehrende Virus loest das grosse Staunen aus.
Weshalb sind solche beliebig austauschbaren, und auch getauschten Leute an den Spitzen unserer Bundesaemter und -betriebe ?

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Weshalb sind solche beliebig austauschbaren, und auch getauschten Leute an den Spitzen unserer Bundesaemter und -betriebe ?

Wegen dem Peter-Prinzip. Es ist kein Zufall.

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Ich tue mir diese Sendungen auf SRF nicht mehr - leider fast schon auf TeleZüürrii Niveau aufgeschlagen.

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Das heutige Interview mit Flurin Condrau im Tagi scheint mir wichtige Antworten zu geben zu unserem schweizerischen Umgang mit Corona: Offenbar neigen reiche Gesundheitswesen dazu, auf Therapien zu setzen, arme auf Prävention. Wir können uns Therapien leisten und haben Prävention nicht nötig.

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Christoph Knecht
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Ja, zur Prävention bräuchte es noch etwas Intelligenz und Methodenkompetenz. #hingestellteAngestellte #steuerlöhner

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Danke, ich freue mich jeden Samstag auf diese Artikel.

Für eine Zusammenfassung zur weit verbreiteten herzlosen Ignoranz (Wahrnehmungsverweigerung) bei Corona möchte ich auf den schon in anderem Zusammenhang zitierten Aufsatz von Prof. Vogt verweisen.
https://www.mittellaendische.ch/202…#gsc.tab=0

Wir sind perfekt darin, das Virus zu trainieren. Mit mehr oder weniger tauglichen Massnahmen bremsen wir es aus, was seine Evolution ankurbelt. Und so kommt es, wie es kommen muss: survival of the fittest findet statt. Aber nicht bei den Menschen, sondern bei den Viren. So geschehen vor einem Jahr. Das Virus passte sich an und wurde besser. Jetzt haben wir die Impfung und leisten und denselben Fehler noch einmal und trödeln noch dazu.

Und dazu wird vom Föderalismus geschwärmt, als ob die Chinesen mit ihrem Polizeistaat, aber auch die Koreaner etc. uns nicht vorgemacht hätten, wie Pandemie-Bekämpfung funktioniert. Wie war es in dem Witz, wie in der Schweiz die Kinder gemacht werden? In jedem Kanton anders.

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Prof. Vogt ist die Quelle; die Zeitung ist nur das Medium. Probieren Sie es und lesen Sie den Aufsatz.

Wenn für Sie allerdings das Medium wichtiger ist als der Inhalt, so probieren Sie es doch einmal bei https://herzchirurgie-paulvogt.ch/c…r-schweiz/
Prof. Vogt ist zwar nicht Republik-geadelt, aber vielleicht doch OK?

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