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Ein wirklich wichtiger Beitrag. Ich bin selber Arzt und kann das Bedürfnis der Pflege nach höherem Lohn verstehen. Die Pandemie hat gezeigt, dass Pfleger innen sehr gefordert werden. Aber eben auch nicht alle. Auch in der Pflege gab es in den ersten Phasen des Lockdowns Kurzarbeit, da die Intensivstationen gefordert waren, aber eben nicht alle gemeinsam, da Routine Operationen/Untersuchungen usw. stark heruntergefahren waren.
Die Pandemie wurde auch von ganz vielen anderenMenschen im Gesundheitswesen getragen, namentlich Praxisassistentinnen, technischer Dienst, Rettungsdienst und viele mehr. Die werden hier und auch in der allgemeinen Diskussion nie erwähnt oder ihnen gesellschaftlich gedankt.

Nebenher haben auch Erzieher, Lehrerinnen und viele mehr in den letzten Jahren einen unschätzbaren Dienst an der Gesellschaft geleistet. Muss man die jetzt auch namentlich erwähnen und darüber abstimmen?
Das Gesundheitssystem hat sich zu einer stark ökonomisch ausgerichteten Branche entwickelt, wo es um Wirtschaftlichkeit und Qualität geht. Wenn man nicht mehr merkt, dass es um kranke Menschen geht, verliert man als Fachkraft schnell den Sinn an seiner Arbeit. Das ist aus meiner Sicht neben der schwierigen Vereinbarkeit zwischen Familie und Beruf oder der erschwerten Freizeitplanung der Hauptgrund der hohen Fluktuation in der Pflege. Es wäre eher sinnvoll zu diskutieren, wie das Gesundheitswesen in den nächsten Jahrzehnten reformiert wird, damit es überhaupt noch bezahlbar ist und dennoch dem Menschen eine gute Qualität liefert.
Danke für den erhellenden Artikel.

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Anonym 2
Pflegefachfrau
·

Ich gebe Ihnen völlig recht. Wichtig zu ergänzen in Bezug auf den ersten Teil Ihres Kommentars finde ich aber, dass die Pflegeinitiative bereits 2017 eingereicht wurde. Die Pandemie hat die allgemeine Bevölkerung und die Medien zwar auf das Thema aufmerksam gemacht, die genannten Probleme bestehen aber seit Jahren!

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Ja, und das Problem besteht schon lange, wurde lange vor Corona schon benannt (und von der Politik kaum zur Kenntnis genommen)

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D. M.
im Erst-und Jetzt-Beruf: Pflege AKP1970
·

Gebe allen hier recht: Meine Frage war seit 2017 also seit der Einreichung der Pflegeinitiatve: ist das ein Problem, das in die Bundesverfassung gehört? Ich war von Anfang der Meinung, dass es auf Gesetzesebene geregelt werden muss; denn (und das war bei der Parlamentsdebatte ja eigentlich deutlich) es gehört nicht ein Einzelberuf in die Verfassung. Ich schätze unser System (bin sogar eine Art Freundin der Verfassung;) darf /will/kann ich ja so nicht mehr sagen), dass eigentlich vorsieht, dass die Verfassung nicht noch mehr zu einem Zeichensystem, einer Art Katalog wird, das Einzelinteressen mit Symbolkraft aufnimmt. Nun: ich hoffe, dass alle, die jetzt auch im Parlament auf einmal auf die Seite der Initiative geschwenkt sind, sich dafür einsetzen, dass sinnvolle Ausführungsbestimmungen, die die konkreten Situation wirklich direkt betreffen, schnell formuliert und in Kraft gesetzt werden. (Nicht dass noch eine "Durchsetzungs-Initiative" notwendig wird;))

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Die Katze beisst sich in den Schwanz. Praktisch alle angeführten Gründe hängen mit dem Personalmangel zusammen. Deshalb ist es entscheidend, dass sehr schnell eine Ausbildungsoffensive gestartet wird. Genau das ermöglicht der Gegenvorschlag, der unmittelbar nach der Ablehnung der Initiative in Kraft treten würde. Wird die Initiative dagegen angenommen, wird sich das Malaise während Jahren weiter verschärfen. Denn bis die gesetzlichen Grundlagen geschaffen sind, werden Jahre vergehen. Ganz speziell weil der neue Artikel in der Bundesverfassung nicht mit der Kompetenzzuteilung des Gesundheitswesens an die Kantone kompatibel ist. Allein bis dieses Problem gelöst ist, werden epische Diskussionen unter Rechtsgelehrten ausbrechen. Ich vermute jetzt einmal, dass dieses Problem kaum vor 2030 gelöst sein wird. Ich kann nicht verstehen, dass die Initiative nicht zugunsten des Gegenvorschlages zurückgezogen wurde. Für mich ist das ein Schuss ins eigene Knie. Mir tut das Pflegepersonal genauso leid wie die Patientinnen und Patienten, die diesen Fehlentscheid letztlich ausbaden müssen.

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Ich habe 45 Jahre und das sehr gerne in der Pflege gearbeitet und mich in verschiedenen Rollen quasi unermüdlich für bessere Bedingungen eingesetzt. Eine zentrale Erfahrung dabei war, dass immer gesagt wurde, wir bewundern die Pflegenden und könnten das selber nie tun. Und wir verstehen auch ihre Sorgen und Nöte. Aber wir sollten jetzt nicht das Kind mit dem Bad ausschütten und zu extreme Forderungen stellen. Der berühmte Spatz in der Hand sei doch auch ein Vogel. Und genau so wird jetzt meinem Empfinden nach für den "Gegenvorschlag" geworben, einfach, weil man nicht gewillt ist, verbindlich und auf Dauer bessere Bedingungen zu finanzieren. Für mich ist der Gegenvorschlag wie ein "Ablasshandel". Und ich hoffe sehr, dass die Initiative angenommen wird. Das wäre auch ein Zeichen für die Pflegenden in anderen Ländern, wo keine direkte Demokratie herrscht.

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Wenn ein Eimer leckt, kann man versuchen, den Wasserhahn mehr aufzudrehen, um den Eimer voll zu halten (Gegenvorschlag), oder man kann als ressourcenschonende Lösung das Leck möglichst gut stopfen (Pflegeinitiative).

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Anonym 9
Mutter einer Tochter mit FAGE Abschluss
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Danke für Ihren jahrelangen Einsatz und das Engagement. Ich finde es völlig richtig, was Sie schreiben.

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Die Pflegefachleute geben auf, weil sie sich verheizt fühlen.

Da ist es schon ein bisschen zynisch zu sagen, dass es einfach mehr Nachschub brauche, der dann auch verheizt wird.

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Das ist mir schon klar. Andererseits: Ist es denn so schwer zu verstehen, dass es völlig unmöglich ist, die Arbeitsbedingen zu verbessern solange der akute Personalmangel herrscht. Das kann man erst tun, wenn es genügend Personal gibt. Und darauf müssen wir mit der Initiative einfach viele Jahre länger warten als mit dem Gegenvorschlag.

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Der indirekte Gegenvorschlag kann ja einfach trotzdem umgesetzt werden. Die Ausbildungsoffensive geht ja nicht gegen die Initiative, sie geht nur nicht weit genug - das kann man einfach beides machen.

Das wird zwar da und dort behauptet, aber rechtlich sehe ich (zugegeben als Laie) keinen Hinderungsgrund.

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Das ist ein sehr wichtiger Punkt! Das Argument, der Genvorschlag falle dahin und man müsse von vorne beginnen, ist meiner (laien)Meinung nach ein schein argument. Es hindert sie niemand daran die Massnahmen aus dem Gegenvorschlag bei einer Annahme der Initiative umzusetzen. Man ist dann halt noch nicht fertig.

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Genau, der Personalmangel ist das Problem. Aber wie diese Analyse gut aufzeigt, entseht dieser Mangel nicht weil zu wenig Personal ausgebildet wird, sondern weil zu viel ausgebildetes Personal bereits nach kurzer Zeit den Job (oft für immer) wieder verlässt. Wenn nun hunderte Millionen CHF in die Ausbildung investiert werden, ohne die Spitäler zu verpflichten auch die Arbeitsbedingungen zu verbessern, dann beisst die Katze sich in den Schwanz und die neu ausgebildeten geben schneller den Job auf als wieder neue ausgebildet werden können.

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Da gebe ich Ihnen im Prinzip Recht. Dass zu viele Pflegefachleute aus ihrem Beruf fliehen, hat sehr wesentlich mit der Unterdotierung zu tun. Die Arbeitsbedingungen werden sich automatisch verbessern, wenn sich die Personalsituation entspannt. Die Spitäler haben ja selbst das grösste Interesse daran, dass ihnen das Personal nicht davon läuft. Und notabene: Die Initiative greift viel zu spät! Bis dann würden die Sofortmassnahmen des Bundes bereits ihre Wirkung zeigen.

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Ich bin in einer HR Funktion tätig, wennauch nicht im Gesundheitsbereich. Der Mechanismus ist derselbe: Wenn die Arbeitsbedingungen schlecht sind, dann lässt sich einfach kaum wer "freiwillig" rekrutieren. Freiwillig meint hier: man hat keine andere Möglichkeit als diese Stelle anzunehmen (bspw zu lange arbeitslos, oder bereits ausgesteuert). Das gilt aber eigentlich nur für diejenigen Talentmärkte, wo die Nachfrage viel kleiner ist als das Angebot, also viel mehr Leute auf dem Markt sind als Unternehmen suchen.
Da wo wir einen talentgetriebenen Markt haben - aktuell und vermutlich lange noch bspw in der IT Branche - da können es sich die Leute aussuchen. Niemand geht in ein Unternehmen, welches schlechte Konditionen und ein schlechtes Gesamtpaket bietet. In der Pflege ist es nicht anders. Man sucht händeringend Leute, aber die Konditionen sind in der gesamten Branche so schlecht, dass es nicht mehr ein pro/contra Unternehmen ist, sondern ein contra gegen die gesamte Branche.

Im Wissen dass wir alle potentiell davon betroffen sind, verstehe ich persönlich nicht, wie man sich gegen die Initiative entscheiden kann. Es geht uns alle was an.

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Mit etwas gutem Willen könnte das Parlament den Gegenvorschlag sofort umsetzen und sich dann um den Rest kümmern. Die Zeit ist eine böse Drohung. Und das mit den Kantonalen Hoheiten im GW ist eh ein alter Zopf. Für die kleinen machen eigene Spitäler kaum mehr Sinn und die Sparbemühungen greifen zu kurz.

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Sie scheinen zu vergessen, dass wir in einem Rechtsstaat leben. Da kann man "Alte Zöpfe" nicht einfach so per Handstreich ausser Kraft setzen. Das bräuchte ein reguläres Verfahren und ich gehe jede Wette ein, dass sich die Kanton aufs Heftigste dagegen wehren würden. Unsere Politik funktioniert nicht so einfach, wie es von aussen aussieht. Zum Glück! Denn sonst wären wir ein Willkür- und kein Rechtsstaat.

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"Denn bis die gesetzlichen Grundlagen geschaffen sind, werden Jahre vergehen." das nervt extrem im unserem land - warum muss alles immer so lange dauern? wenn etwas wichtig ist, muss es auch schnell gehen können, gopfriedli!

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Weil wir eine Demokratieform haben in der alle zu allen Schritten wieder befragt werden müssen. Das ist zwangsläufig sehr langsam, bewahrt aber auch vor Schnellschüssen.

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Als Alte, die ziemlich lange im Pflegesektor, wenn auch die meiste Zeit in der Ausbildung und in übergeordneten Projekten tätig war, vertrete ich zwansgläufig eine geschichtiche und eine systemische Sicht. Ja, die Pflegeberufe sind im Vergleich zu anderen Berufen sehr spät säkularisiert und professionalisiert worden. Vorher waren sie getragen von Nonnen und Diakonissen unter der Hoheit der Ärzte und der Institutionen. Was ist neu: Der Beruf ist durch das BBT geregelt, wie alle anderen nicht akademischen Berufe, stark durch die Institutionen bestimmt und deren Bedarf. Pflegenotstände gab es bei jeder medizinischen und institutionellen Entwicklung. Wie wurde dem begegnet: Neue Berufe schaffen mit weniger Qualifikation. Zweijährige praktich orientierte Berufe, die übliche Ausbildung war dreijährig und bereits Richtung HF, um dem steigenden Bedarf durch das älter Werden der Bevölkerung zu begegenen. Weiterbildungen für spezielle Anforderungen wie Intensivstation etc. Mit dem Wechsel zum BBT wurde die zweijährige Ausbildung zu einer dreiährigen Lehre, die gleich nach Schulabschluss begonnen werden kann mit breiter Ausbildung im Gesundheitswesen, davon die Pflege ein Teil ist. Die Höhere Fachschule blieb. Heute sind übrigens die meisten ausgebildeten Pflegefachrauen und -männer auf Stufe Höherer Fachschule und mit Berufslehre (Fachangestellte Gesundheit) ausgebildet, nicht auf Fachhochschulstufe. Daran haben auch die Pflegenden ihren Anteil. "Es braucht keine Studierten" für die Pflegearbeit, war der Haupttenor. Die Löhne sind entsprechend angepasst, nach Ausbildungsjahren. Ein Frauchenberuf ist es geblieben. Warum? Es gilt immer dahin zu gucken, wo die Männer aus Berufen verschwinden (siehe Grundstufenausbildung, Kindergarten etc. ) PFlegenotstände wurde und wird immer auch mit Rekrutierungen von gut ausgebildeten Personen im Ausland gedeckt. Habe nichts dagegen, ausser, dass es hautpsächlich Geld spart! Das Personl kann dann meistens zurecht kommen in den transkulturellen Teams, was an sich bereichernd sein könnte, aber nicht, wenn einfach funktioniert werden muss. Dazu kommt, das Plegende mehrheitlich ausgesprochen personenbezogen denken und wenig institutionell, geschweige denn systemisch und also auch politisch. Ich könnte weiterfahren.
Konklusion: Ja zur Pflegeinitiative. Die Probleme werden sich weiterdrehen. Das Gesundheitswesen ist krank. Zu einer hochdifferenzierten Hochleistungsindustrie geworden. Es gibt wenig mächtige Gegenbewegungen, die es unbedingt zu unterstützen gilt: nicht privatiesierte Pflege zu Hause, palliativ Pflege, Hospiz-Bewegungen, Gemeinschaftspraxen, verändertes Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung etc etc.

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"Vorher waren sie getragen von Nonnen und Diakonissen unter der Hoheit der Ärzte und der Institutionen......" und
erhielten Gottes Lohn! Gratisarbeit für die erhöhte Chance mal ins Paradies zu kommen!

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Genau! Das ist noch gar nicht soio la ge her

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Ob Pflege, Kleinkindererziehung, Lehrtätigkeit in der Schule oder Soziale Arbeit: Für alle diese Berufe und Professionen gilt, dass die gesellschaftlichen Entwicklungen im Bereich "Familie" und "Erwerbsarbeit" in der übrigen Gesellschaft unter dem Druck neoliberaler "Effizienzphantasien" nicht ausreichend nachvollzogen worden sind. Das führt dazu, dass diese "Frauenberufe" im Vergleich zu ihrem gesellschaftlichen Mehrwert und ihrer Notwendigkeit (auch infolge veränderter Familienstrukturen) massiv unterbewertet sind. Die Pflegeinitiative geht in dieser Hinsicht in die richtige Richtung.

Zusätzlich zu den besseren Arbeitsbedingungen in der Pflege, aber auch in den anderen Berufen, braucht es mit höchster Dringlichkeit eine bessere Unterstützung von Familien mit kleinen Kindern. Die Schweiz ist in dieser Hinsicht bekanntlich ein Entwicklungsland. Zudem muss es in weit höherem Ausmass gelingen, mehr Männer für diese Berufe zu gewinnen. Die Frauen sind ja mittlerweile im Durchschnitt besser ausgebildet als die Männer, also muss die Präsenz der Frauen in den gut bezahlten "privilegierten" Anstellungen erhöht werden, was zu einem weiter erhöhten Bedarf an Männern in Pflege/Betreuung, vorschulischer und schulischer Bildung und Sozialer Arbeit mit sich bringt. Dieser Bedarf wiederum kann nur gedeckt werden, wenn die Arbeitsbedingungen (Lohn eingeschlossen) dieser Berufe verbessert werden, denn Männer sind weniger bereit als Frauen, unter prekären Bedingungen zu arbeiten.

Wie das finanziert werden soll? - Über Steuern natürlich. Abschaffung des absurden (ja "toxischen") Steuerwettbewerbs, Einführung einer namhaften Kapitalgewinnsteuer sowie eine Erbschaftssteuer für hohe Summen sind nur drei Schritte, die schon längestens umgesetzt werden müssten (auch um die ständig wachsende Differenz von Ärmsten und Reichsten zu minimieren). - Einige Abstimmungen zu diesen Themen hatten wir ja schon. Es wäre interessant zu wissen, wie viele in "sozialen" Berufen tätige Mitbürger:innen sich dabei wirklich für solche fiskalischen Massnahmen ausgesprochen haben. Ein politisches Umdenken von vielen, die jetzt unter ihren schwierigen Arbeitsbedingungen leiden, wäre dringend notwendig.

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J. W.
· editiert

Was bei der Diskussion Initiative vs. Gegenvorschlag gerne vergessen geht: Oft wird gesagt, mit dem Gegenvorschlag werde kurzfristig 1 Mia. freigemacht für die Förderung der Pflege-Ausbildung. Das stimmt so nicht:
Der Bund macht 470 Mio. frei, um die Kantone beim Ausbau der Pflegeausbildung zu unterstützen, aktiv werden müssen aber die Kantone und selber Geld in die Hand nehmen, das dann vom Bund aufgestockt wird. Im Klartext: In 26 Kantonen geht dann die Diskussion los, ob und wie viel Geld zusätzlich die Pflegeausbildung investiert werden soll. Es braucht wenig Fantasie, welche politischen Kräfte (die in fast allen Kantonen die Mehrheit haben), dann auf die Bremse treten und dafür sorgen, dass möglichst wenig aufgewendet wird - entsprechend sinken dann auch die Bundesbeiträge.
Auch wenn der Gegenvorschlag in Kraft treten sollte, würde es Jahre dauern, bis die Wirkung überhaupt eintreten kann.

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Zudem ist die Milliarde auf acht Jahre verteilt...

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Da haben Sie sicher Recht. Das lässt sich in der gegenwärtigen Rechtsordnung aber leider nicht ändern. Dann müsste man nämlich zuerst den Kantonen die Hoheit über das Gesundheitswesen entziehen. Das dürfte eine extrem langwierige und schwierige Angelegenheit werden. Auch wenn ich durchaus der Meinung bin, dass die der richtige Ansatz wäre.

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Warum müsste dazu die Hoheit der Kantone darüber entzogen werden? Der Bund kann national verbindliche Vorgaben aufstellen (wie in vielen Bereichen üblich, zB Datenschutz, Geoinformation, höhere Schulbildung...), welche die Kantone dann umsetzen müssten. Einheitliche Vorgaben ist was anderes als „Hoheit-entziehen“

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Vielen Dank für diesen Beitrag. Silke Jäger von den deutschen „Krautreportern“ kommt hier: https://krautreporter.de/3829-der-w…5969d39c7c zu einer spannenden Einschätzung. Viele Pflegefachleute geben demnach ihren Berufs aus Scham auf. Durch die teilweise unhaltbaren Zustände in der Pflege (in Deutschland) erfahren die Pflegenden permanent Verletzungen ihres Wertesystems.

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Anonym 7
ausgestiegene Pflegefachfrau
·

Auch ich bedanke mich für diesen Link, der beeindruckend veranschaulicht, was Pflegende (und andere Gesundheitsfachleute, wie auch Mediziner*innen, bei denen die Ausstiegsquote wie auch die Burn-out-Rate ebenfalls sehr hoch sind) in ihrem Alltag erleben. Der vergleichsweise niedrige Lohn muss nach meiner Wahrnehmung herhalten, um das Unaussprechliche, Undefinierbare zu überdecken oder etwas Nachvollziehbares zur Verfügung zu stellen, wenn Frau aussteigt. Übrigens: Männer, die im Pflegeberuf tätig sind, landen - wie von Zauberhand - meist spätestens nach zwei Jahren in einer Stationsleitungsposition oder einer anderen umfassenden Weiterbildung. Bitte verzeiht mir, liebe Kollegen, aber ihr werdet es wohl auch beobachtet haben, dass dies häufig vorkommt. Es gibt auch gute Gründe dafür, die oft etwas abgeklärteren Männer für diese Sandwichpositionen zu bevorzugen, habe ich im Laufe meiner 20jährigen Spitaltätigkeit wahrgenommen. Ich weiss, dass ich selbst damit heillos überfordert gewesen wäre. Auch die Verzwicktheit dieser Position wird im Artikel aufgegriffen.

Folgende zwei Abschnitte aus dem Artikel möchte ich hier zur Illustration gern einfügen:

  1. „Alle im Gesundheitswesen sind irgendwann an einem Punkt, an dem sie verstehen, dass es so nicht mehr weitergehen kann, auch die Mediziner:innen“, sagt Thorben Müller. „Man spürt, dass man sich entscheiden muss: für sich selbst oder für den Beruf. Beides zusammen geht nicht.“ Peter Tonn bestätigt das. „Es ist im Gesundheitswesen nicht möglich, moralische Verletzungen zu vermeiden. Fast alle erleben Situationen, die die eigenen Werte in Frage stellen.“

  2. Das Bild von den selbstlosen Held:innen, die so mutig sind, dahin zu gehen, wo die meisten nicht sein wollen („Ich könnte das nicht!“), hilft in dieser Situation nicht – im Gegenteil. Der Heldenmythos kommt aus einer Tradition, die versucht, Menschen zu motivieren, über eigene Grenzen zu gehen – und das Leben anderer über ihr eigenes zu stellen.
    „Der Heldenmythos zieht eine Wand hoch“, sagt Adelheid von Spee. Sie ist Krankenschwester und im deutschen Berufsverband für Pflegeberufe zuständig für das Thema Ethik. „Die Gesellschaft tut das, um sich von unangenehmen Wahrheiten zu distanzieren.“ Forschungsergebnisse bestätigen ihre Analyse.

Allen, denen die Situation noch etwas undurchsichtig erscheint, kann ich den Artikel sehr empfehlen. Auch wenn sich die deutschen Verhältnisse nicht zu 100% auf die Schweiz übertragen lassen - die meisten der genannten Aspekte stimmen überein. Und damit wird vielleicht auch verständlich, warum die Konzentration auf "Nachschub" wirklich ein Fass ohne Boden ist: die Situation vor Ort muss als parallel!!! verbessert werden, damit die, die da sind, auch bleiben wollen. Es geht nicht um ein "entweder-oder", sondern um ein "sowohl-als auch": das eine tun und das andere nicht lassen :-))

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W. D.
Beobachter
·

Danke, Herr Tomaske für diesen Link! Der Bericht von Silke Jäger illustriert die Zusammenhänge eindrücklich, die (mit anderen Faktoren zusammen) zu den vorherrschenden Personalproblemen in den Pflegeberufen auch in der Schweiz geführt haben.

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Ich arbeite seit Jahren im Gesundheitswesen, 3 Jahre davon in einer Klinik. Dort war ich immer nahe am Burnout und zwar nicht wegen meinen Kernaufgaben, sondern wegen der völlig absurden Administration. 5 Minuten Arbeit am Patienten, dann fast dieselbe Zeit am Computer, um diese 5 Minuten zu dokumentieren und abzurechnen. Insgesamt habe ich deutlich mehr als die Hälfte meiner Arbeitszeit nicht mit direktem Patientenkontakt verbracht, sondern den Grossteil meiner Zeit am Computer; täglich über 40 Mails, dokumentieren, abrechnen, Berichte schreiben. Ich habe die Administration als totalen Wahnsinn erlebt, als eine Kontrollmaschinerie, welche mich mit der Zeit dermassen demotivierte und meine KollegInnen (auch diejenigen in der Pflege) ebenso. Relativ schweren Herzens hatte ich mich damals entschieden, die sehr interessante, vernetzte stationäre Behandlung zu verlassen und mich im ambulanten Bereich niederzulassen. Als Psychologe bin ich nun damit konfrontiert, dass mit dem neuen, sogenannten Anordnungsmodell ab Mitte 2022, die Administration auch im ambulanten deutlich zunehmen wird. Dies wird entweder meine Gratisarbeit vergrössern oder sich dann direkt auf die Kosten auswirken. Traurig aber wahr.

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Und woher kommt dieser Administrationswahn? Vom Gefühl, dass man damit die Kontrolle habe wofür die Arbeitszeit gebraucht wird. Nur zieht niemand die Konsequenzen daraus. Man hat offenbar das Gefühl, dass man mit einer genauen Dokumentation über alle Arbeitsschritte letztlich die Kosten senken könne. Ein trauriger Fehlschluss, der zu (begreiflichen) Reaktionen wie bei Ihnen führt. Aber es gäbe im Gesundheitswesen derart viel Verbesserungspotential, dass sich offenbar niemand getraut, diese Riesenarbeit auf sich zu nehmen.

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Das mit der Computerarbeit ist in allen Berufen gleich: Als Kursleiter hätte ich stundenlang an den Computer gemusst, um irgendwelche persönliche Dinge zu Papier zu bringen, über die man nachher keinerlei Kontrolle mehr hatte.
Zur gleichen Zeit schuf man die Bezahlung der Vorbereitung der Lektionen ab.
All dies rächt sich. Auf Dauer. Allerdings ist man erstmal selber betroffen.

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R. P.
· editiert

"Und für all dies ist der Lohn, so sehen es viele, dann tatsächlich zu tief – vor allem, weil kaum jemand ein Vollzeit­pensum über Jahre aushält."
Ds ist auch im Lehrberuf so, sicher bei Primarstufe. Das hat sich so als "normal" eingeschlichen, dass man gar nicht mehr darüber nachdenkt. Die Bezahlung ist zt vergleichbar. Da es "Frauenberufe" sind oder geworden sind, denkt man/frau automatisch an Verbindung mit "Familienpflichten". Das ist aber bei sehr vielen gar nicht der Hauptgrund. Ich kann mir seit Jahrzehnten kein Vollpensum mehr vorstellen, wüsste nicht, wie das als engagierte Person zu machen wäre. Oder ich hätte die freie Zeit nur als Dringlichst-Erholung. Die Sinnhaftigkeit ist bei beiden Berufen gegeben, aber nicht zur Genüge erfüllbar. Sei es grundsätzlich, dass es gar nicht reichen würde in der Zeit, oder durch Erschwerungen in Betriebs-Klima und Bürokratie und steigenden, oft inkompatiblen Erwartungen. Die 40,42-Stunden-Woche und mehr ist da als Vollzeitpensums-Richtlinie nicht mehr zeitgemäss.

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Sehr geehrte Frau P. - hier geht es um die Pflegenden - um ein Berufsfeld in dem meist in einem 7/24/365 Tage-Betrieb mit 42 Stundenwoche gearbeitet wird! Mir sind keine Lehrerstellen mit Nachtschicht bekannt…

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R. P.
· editiert

Ja, keine Nachtschicht im Unterrichten, aber im Vorbereiten und Nachbereiten und in der Eltern, Bürokratiearbeit. Und vor allem im Kopf. Abschalten, wenn man keine klaren zeitlichen Berufsgrenzen hat. Denke, das ist vergleichbar. Das eigentliche Problem ist aber die "Arbeitsdichte", d.h., wenn man innerhalb der direkten Arbeit mit Patientinnen oder eben SchülerInnen, Kollegen, Eltern, etc. immer in einem "Overload-Modus" ist. Es während der direkten Arbeit mit PatientInnen unmöglich ist, allem gerecht zu werden und dabei noch im physischen/psychischen Normalbereich bleiben zu können. Ich bin als etwas ältere Arbeitnehmende während der Lektionen, eigentlich während des ganzen Arbeitstages, auf über 100% - im Reservebereich. Man kann keine rufenden Patienten als "Arbeit für später" zurückstellen, genausowenig Kinder, die im Moment da sind. Man weiss dann oft nicht, wo einem der Kopf steht, muss unter grossem Druck ständig Entschdieungen fällen, gleichzeitig an vielen Orten sein. Kann oft nur unbefriedigend oberflächlich handeln. Was zusätzliche Nacharbeit nach sich ziehen kann. Muss die nagenden Fragen in der "Freizeit" dann aushalten.
Das brennt aus, sogar wenn man längere Ferienphasen hat. Ich denke, bei den Pflegenden ist der Mechanismus ähnlich. Um dem vorzubeugen, reduziert man das Pensum und nimmt finanzielle Abstriche in Kauf und auch bei der Vorsorge. Da sagt dann der Bruttolohn auf 100% wenig aus. Auch die Gleichstellungsstellen, welche empfehlen, möglichst Vollzeit zu arbeiten, gehen da an der Realität vorbei.

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Beim Lesen der Kommentare verwunderte mich ja schon sehr, dass das Thema "fehlende Sinnhaftigkeit" nicht häufiger erwähnt wurde. Immerhin ist es in der Rangliste der Gründe für das Verlassen des Pflegeberufs auf Rang zwei.
Womit hat die "fehlende Sinnahftigkeit" denn zu tun und was wäre das Umgekehrte, einen Sinn in der Arbeit finden?
Als pensionierter Kinderarzt kann ich nur spekulieren, nein ich bin fast sicher, dass ein Zusammenhang mit der zunehmenden administrativen Tätigkeit und der Ökonomisierung besteht.
Wenn ich 10 Minuten einem Patienten zuhöre, den Gesprächsinhalt dann dokumentieren und in eine Abrechnungsposition umwandeln muss, empfiende ich das Letztere als wenig sinnvoll. Irgendwann verleidet mir das Administrieren und Dokumentieren und ich werfe den "Bettel" hin. In der Hoffnung, ich finde eine Beschäftigung, die mir mehr Zufriedenheit verschafft.

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R. R.
· editiert

Das Argument leuchtet mir ein, jedoch frage ich mich, wie die Initiative (oder der Gegenvorschlag) da Besserung bringen sollten?
Beide fühlen sich mehr nach Symptombekämpfung an, statt das System an sich zu hinterfragen…(wobei die Frage auch ist, ob ohne Symptombekämpfung überhaupt ein Schritt in die richtige Richtung gemacht werden kann).

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Ich weiss, das wird jetzt nicht gerne gehört, aber auch in anderen Berufen kommen viele Studis oder FH Abgänger "zur Welt", wenn sie erkennen, dass der Job in der Praxis oft nur einen kleinen Prozentteil des eigentlichen Jobs ausmacht. Wie jemand an anderer Stelle hingewiesen hat - es gibt sicher Prozesse, die sich optimieren lassen.
Was man ja typischerweise versucht in Unternehmen zu machen ist eine Aufgabenteilung. Personal aufzuteilen in unterschiedlichen Aufgaben, und meistens auch einen Senioritäts-/respektive Anforderungssplit zu machen. Aber das fordert natürlich noch mehr Personal.

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"...weil kaum jemand ein Vollzeit­pensum über Jahre aushält." In der "freien Wirtschaft" wimmelt es doch von Betriebsberatern und Organisationsexperten. Die Politik müsste die in die Krankenhäuser schicken mit dem Auftrag Organisations- und Arbeitsabläufe zu etablieren, die ein 100% Pensum leistbar machen. Und den Fokus aufs Pflegen legen anstatt auf Formulare. Und auch für einen Lohn sorgen, der dem gesellschaftlichen Nutzen entspricht. Macht die Politik aber nicht, weil das kosten würde. Und auch andere Angestellte aufwecken könnte. Lieber verscherbelt sie das Gesundheitswesen an Investoren und Aktionäre, die auf Kosten der Kranken ihre Profite einstreichen. Und das Personal noch mehr ausbeuten. Übrigens: Auch Lehrerinnen arbeiten kaum mehr 100%. Sehr schlecht für den Unterricht; umso besser für die Schulentwickler!

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Mein subjektiver Eindruck ist: In den letzten Jahren wurden die von Ihnen genannten Expert*innen vor allem dazu eingesetzt, das Gesundheitswesen auf Kosteneffizienz zu trimmen. Auf Kosten der Mitarbeitenden. Und der Patient*innen.

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Anonym 9
Mutter einer Tochter mit FAGE Abschluss
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· editiert

Ernsthaft? Gerade die Gesund-Optimierer Consulter und Orga-Experten sanieren doch die Betriebe kaputt! Arbeitest du in einer Bude, wo der Consulter kommt, weisst du: es geht noch 1 Jahr, dann wird 50% der Belegschaft wegrationalisiert, Büros zusammengelegt und Prozesse bis zur Sinnlosigkeit strukturiert.

Nö, ich finde eher: Die ExpertInnen, die jeden Tag vor Ort die Probleme sehen sollten von den Betriebsleitungen in den Change eingebunden werden.

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Dies alles lässt einen ernüchtert zurück.
Ziemlich naiv der, der meint, dies alles sei das Problem des Pflegeberufes.
Wir alle werden es am eigenen Leib spüren, bzw. spüren es schon.

Der Weg ist eigentlich klar: Mehr Leute, höherer Lohn.
Punkt. Kein Herumlavieren.
Höherer Lohn allein nützt nichts. Mehr Leute, viel mehr Leute, schon eher.
Die wird man nur kriegen, wenn der Beruf wieder human wird. Das ist die Grundvoraussetzung.

In einer älter werdenden Gesellschaft ist die Investition in diesen Berufen viel entscheidender als manches andere.

P.S. In Deutschland sind seit letztem Jahr 4000 Spitalbetten weggefallen, aus den gleichen Gründen.

Der "Markt" scheint es also nicht zu regeln... auch dies regelt "er" nicht.

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Anonym 3
· editiert

1984 erhielt ich nach dreijähriger Ausbildung mein Pflegediplom.
In den folgenden Jahren bildete ich mich weiter - fachlich als auch in Management und Personalführung - entsprechende Karriereschritte waren die Folge.

Bereits damals setzten sich Pflegende für mehr Lohn (Diskriminierungsfreie Entlöhnung) ein. 1991 kam im Kanton Zürich ein neues Lohnsystem - die Pflegenden wurden willkürlich um einige Lohnklassen abgestuft... mussten klagen

Verwaltungsgericht:
Dann untersucht es die Einstufungen im Einzelfall: Die Gutachterin kommt für dipl. Krankenschwestern und -pfleger auf einen Arbeitswert, der über demjenigen der PolizeisoldatInnen liegt. Beide Berufe liegen jedoch im Bereich der Lohnklasse 14. Die PolizeisoldatInnen sind auch tatsächlich so eingereiht, die Krankenschwestern und -pfleger jedoch in Lohnklasse 12. Dies, so das Verwaltungsgericht, bedeute keineswegs das Vorliegen einer Ungleichbehandlung...(...) stellt das Gericht keine Diskriminierung fest.
Im Resultat kommt das Verwaltungsgericht wie die Gutachterin zu einer Einreihung von dipl. Krankenschwestern und -pflegern in Lohnklasse 14 bis 15, von Krankenschwestern und -pflegern mit Zusatzausbildung in Lohnklasse 15 bis 16 und von Stationsschwestern und -pflegern in Lohnklasse 15 bis 17. Es hebt die Grundfunktionen damit um zwei Lohnklassen an, die höheren Funktionen um eine Lohnklasse.
Dass PolizeibeamtInnen im Gegensatz zu Krankenpflegenden in den Genuss zusätzlicher Privilegien wie Krankenkassenbeiträgen, Quartiergeld, Funktions- und Dienstzulagen kommen, sei keine Benachteiligung dieser Frauenberufe (...). Dasselbe gelte für die automatischen Beförderungsmechanismen. Es könnte hier eventuell auch in Anlehnung an ein Bundesgerichtsurteil (Bundesgerichtsentscheid 126 II 217) mit einer teilweisen Ausrichtung auf den Markt argumentiert werden, die Lohnanreize notwendig mache, um Abwanderungen von Polizisten in die Privatwirtschaft zu verhindern.
Krankenschwestern und -pfleger dagegen sieht das Verwaltungsgericht als Berufsgruppe, die nicht in Konkurrenz mit der Privatwirtschaft steht.

In dieser Zeit wechselte ich die Stelle, den Beruf und die Branche. Ich arbeitete, zu Beginn, ohne entsprechende Ausbildung und verdiente mehr, später viel mehr als in der Pflege... Ohne Einsätze auf Abruf oder Schichtarbeit.

  1. Beispiel - Urteil des Verwaltungsgerichts: Gleichstellungsklage der Krankenpflegenden Geschäftsnummer: VK.1996.00011

  2. Fachstelle für Gleichstellung

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D. M.
im Erst-und Jetzt-Beruf: Pflege AKP1970
·

Vielen Dank für diesen guten umfassenden Beitrag. Obwohl ich bald nach dem Diplom andere Berufslaufbahnen anging, jetzt aber wieder im Geriatriebereich arbeite, habe ich "die Pflege" im Auge behalten. Gerade auch Ihre Geschichte bewegt mich nach wie vor. Das war damals eine dieser absolut demotivierenden Situationen, die heute ev. in die Rubrik "fehlende Sinnhaftigkeit" gehören würde?. Was mich dort und immer wieder einmal irritiert hat, war/ist das fehlende Verständnis vom SBK gewerkschaftlichem Handeln gegenüber. Noch an der Frauendemo 2019 rannten z.B. unterschiedliche Gruppen "care darf nicht gratis sein" aneinander vorbei, wenn nicht gar noch gegeneinander auftretend

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Bitte Frau M., was ist das oder der SBK?

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Da die hohe Fluktuation das Problem ist, müssen dort Lösungen ansetzen. Allein auf Rekrutierung und Ausbildung zu setzen ist zynisch: Es werden Menschen angeworben im Wissen, dass sie dann im Beruf verheizt werden.
Irritierend an der Initiative ist, dass die Arbeitsbedingungen für (nur) eine Berufsgruppe in der Verfassung geregelt werden muss. Noch irritierender ist, dass die Politik sich angesichts der gut bekannten Problemlage unfähig zeigt, eine zielführende Lösung zu entwickeln. Verständlich, wurde die Initiative nicht zurückgezogen.

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U. C.
· editiert

Eine Frage: Wie wollen Sie die Fluktuation herunter bringen, solange es nicht mehr Personal gibt? Das ist ja gerade das Problem! Wie wollen Sie das denn lösen? Ich bin sehr gespannt!

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Sie haben mit Ihrer These von mehr Personal sicher nicht unrecht. Die Frage aber die aufkommt unter Berücksichtigung beschränkter finanzieller Mittel, ist die Prioritätenfrage. In der Priorität will man das Problem an der Wurzel packen und nicht Goldpuder auf den maroden Baum streuen, damit er zwar hübscher aussieht von aussen, aber innen weiterhin fault. Das Problem ist nicht zuwenig Personal weil zu wenig intrinsisch motivierte Leute diesen Berufsweg und somit die Ausbildung wählen. Das Problem ist, dass sie extrinsisch komplett abgetörnt werden, und entweder in den ersten Berufsjahren abspringen, oder erst gar nicht diesen Berufsweg wählen.
Vermutlich hätten wir auch keine Lehrer mehr, wenn diese solchen Konditionen begegnen würden obschon wir ja heute wissen, dass es ausreichend Personen gibt, die sich für diesen Beruf interessieren.

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Vermutlich wissen Sie, dass der Begriff nicht nur (intensiven) Stellenwechsel des Personals zwischen ähnlichen Organisationen und Betrieben bezeichnet, sondern auch Abwanderung aus dem Berufsfeld inkl. daraus entstehende Vakanzen einbezieht. Wenn ausgebildetes Fachpersonal vielleicht zunächst noch Stellen und Betriebe wechselt, schliesslich aber in grosser Zahl den Beruf verlässt, besteht in diesem Fall (den Pflegeberufen) ein systemrelevantes Problem, das wahrscheinlich durch die üblichen Mechanismen des Arbeitsmarkts allein nicht mehr lösbar ist. Und mein Argument ist ja, dass die zahlreichen Aspekte der Arbeitsbedingungen in einer Lösung berücksichtigt sein sollten. Solange die Arbeitsbedingungen nicht attraktiver werden, sind alle Bemühungen des Gegenvorschlags nicht nachhaltig.

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Michel Romanens
Präsident www.vems.ch
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Danke für diesen sehr interessanten Beitrag. Gemäss der Pflegewissenschaftlerin Prof. Maria Schubert führt die Unterfinanzierung der Pflege zu implizierter Rationierung, mit Folgen für die Versorgungssicherheit der hospitalisierten Patientinnen, siehe https://docfind.ch/SchubertImplicitRationing.pdf. Wieweit Fallpauschalen über den Spardruck hier zusätzlich toxische Effekte entwickelt haben, müsste jetzt in einem nationalen Forschungsprojekt mit geeigneter Methodik analysiert werden.
Problem ist dabei sicherlich die Kostendeckung. Gemäss gesetzlichen Vorgaben im KVG müssen die Fallpauschalen kostendeckend sein. Obwohl eine Kostenneutralität sinngemäss wie im TARMED nicht vorgesehen ist, schreibt Art. 59 c KVV vor, dass der Wechsel zum System der Fallpauschalen nicht zu Mehrkosten führen darf. Die Kostendeckung gemäss Regressionsanalysen der SwissDRG betrugen rund 48 % ohne Inlyers und ohne Outlyers, mit diesen 78%. Das heisst, es droht Unterdeckung der Kosten. Die Kostendeckung anhand von Regressionsanalysen kann je nach Fachgebiet erheblich variieren und ist besonders in der Pädiatrie notorisch tief. Weitere Infos: https://docfind.ch/DRGBegleitforsch…102011.pdf.

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Man kann Professoren oder innen bemuehen zu erklaeren, was da schieflaeuft in der Pflege. Um es auf den Punkt zu bringen: Solange das Gesundheitswesen dem Markt, in diesem Falle dem Neo Liberalen ausgesetzt wird, so lange wird sich an der Situation nichts aendern. Die Praekarisierung der Lohnarbeit fuehrt automatisch zu der aktuellen Situation. Es ist im Moment nur in der Pflege sichtbar und akut, weil man die Leute dringend braucht. Mir kommt immer das Spiel im Kindergarten in den Sinn. Die Kindergaertnerin schlug auf das Tambourin. Solange hatten wir zu tanzen. Wenn sie aufgehoert hat zu trommeln, musste sich jedes Kind einen Stuhl ergattern. Natuerlich hatte es einen Stuhl weniger als Kinder. Gewonnen haben immer die, die gar nicht getanzt haben, sondern sich immer nahe bei den Stuehlen aufhielten. Clever nennt man dies.

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Janik Vonrotz
Mensch
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· editiert

Der Gegenvorschlag des BR/Parlament macht also keinen Sinn, wenn die Arbeitsbedingungen/-gestaltung entscheidend für die Fluktuation sind. Wie wird hier argumentiert?

Aus der IT-Linse beobachte ich, dass Spitäler den Patienten ins Zentrum der Betriebsprozesse gestellt haben. Von der Aufnahme bis zur Entlassung werden alle Systeme dem Patienten ausgerichtet. Diese spätkapitalistische Nachfrage-orientierte Ausrichtung hat bei Spitälern eigentlich nichts verloren [^1]. Wie kam es soweit?

Die Pflegeinitiative ist ein erster Schritt zur Besserung. Es braucht aber mehr um die gravierenden Fluktuationsprobleme in den Griff zu bekommen.

[^1]: Ich glaube, dass es ein Spannungsfeld zwischen Arbeitsorganisation und der Optimierung von Betriebsprozessen gibt. Gute Arbeitsbedingungen für Pflegefachleute und eine rundum Betreung für Patienten (hier Hotelgäste) lassen sich in öffentlich-finanzierten Spitäler nur schwer vereinbaren.

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Janik Vonrotz
Mensch
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· editiert

Ein anderer Kommentar [^1] triffts besser als ich:

Das Gesundheitssystem hat sich zu einer stark ökonomisch ausgerichteten Branche entwickelt, wo es um Wirtschaftlichkeit und Qualität geht. Wenn man nicht mehr merkt, dass es um kranke Menschen geht, verliert man als Fachkraft schnell den Sinn an seiner Arbeit.

[^1] https://www.republik.ch/dialog?t=article&id=dd0aa3be-2fee-4cd4-b120-e2504ef81933&focus=4981ef1d-d3e3-4756-a3a6-ec566ae2e8e8

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Der Vorschlag waere also eher den Patienten als Ware zu betrachten? Wie kriegt das Spital einen maximalen Durchsatz. Bei minimalem Aufwand. Einen gewissen Ausschuss, aeh Verluste zugelassen, sollten so die Stueckkosten sinken. Abgesehen davon, niemand zu Verlusten zaehlen moechte waeren die fallenden Kosten erwünscht.

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Das ist doch heute schon so, aus ökonomischer Systemsicht. Tiefe Kosten sind erwünscht. Natürlich, viele Pflegende arbeiten dagegen an und reiben sich dabei auf.

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Anonym 4
Rollenlos
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Als u30 Unfallpatient durfte ich diesen Teil der Gesellschaft kürzlich während einer Woche in Triemli Spital kennen lernen. Dabei sind mir doch ein paar Sachen als „Kunde“ aufgefallen. Keine Ahnung ob ich da richtig liege.

  • Es gibt kaum Männer im Beruf. Da ein Mangel herrscht frage ich mich was man ändern muss um die anderen 50% der Arbeitnehmer zu adressieren. Da 50% der Kunden Männer sind würden sich sicher auch Vorteile davon zeigen.

  • Der Beruf scheint noch weit entfernt von der Digitalisierung zu sein. Als Entwickler habe ich das Personal mehr als Opfer der Technik gesehen, dabei sollte diese ein Enabler sein. Dies ist aber generell ein Problem der Medizin. Moderne Technik kann einem den Job massiv erleichtern!

  • Ich sah keine intelligenten Patienten monitoring Systeme, welche die Arbeit des Personals erleichtern könnten. Auch gab es keine Priorisierungsmöglichkeiten von deren Bedürfnissen, so dass das Personal besser den Fokus setzen kann.

  • Es gibt kaum Technik welche den Pflegerinnen die Arbeit abnimmt. Ich hatte nach der OP unbrauchbare Arme und musste gefüttert werden. Dies hätte sicher ein kluges Stück Technik übernehmen können. Die Pflegerin hatte klar wichtigeres zu tun.

  • Es gibt nicht genügend passendes Material. Ich musste mich für Plastik-Röhrli einsetzen, so dass ich selbständiger sein konnte. Zum Duschen wurde mir ein Plastiksack mit Klebeband angebracht. In der Apotheke konnte ich danach aber eine bessere Lösung kaufen. Eventuell gibt es dies auch, aber die Produkte finden nicht einfach genug den Weg in mein Zimmer, so das es nur noch vom Personal angewendet werden muss anstatt gebucht, geholt usw.

  • Es gibt keine Anleitungen, Beschreibungen und Videos um den neuen Patienten die Situation im Spital zu erklären. Auch was man machen sollte und was nicht. Ja dies ist individuell. Diese Fragen werden wiederum vom Pflegepersonal in recht unterschiedlicher Qualität behandelt und kosten auch noch Zeit. Auch Kleinvieh macht mist.

  • Ich hoffe da auf menschenwürdige humanoide Roboter in der mittleren Zukunft. Mir wäre es lieber wenn mir ein Roboter das Füdli butzt und mir bei den meisten 0815 Themen hilft. Dies auch Zuhause wenn ich mal alt bin.

  • Generell müsste man wohl mal über die Bücher und schauen bei welchen Tätigkeiten man 1% optimieren kann. Das würde sich summieren und Zeit schaffen.

Persönlich möchte ich aber noch sagen das ich menschlich extrem gut Betreut wurde. Die machen da einen guten Job.

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Ich befürchte, Sie überschätzen hier die Möglichkeiten der Technik, auch wenn Sie einige Punkt korrekt identifizieren.

Medizinsoftware ist äusserst schwer zu automatisieren, weil das immer stark einschränkend ist. Einfach Freitext ist wohl optimal für die Geschwindigkeit und Flexibilität, aber dann wird nicht immer alles erfasst, und automatisch geht dann auch fast nix.

Aber zwingend bei jedem Patientenbesuch gleich alle Werte eintragen macht dann auch keinen Sinn - man misst ja nicht jedesmal die Körpertemperatur und so. Also muss man verschiedene Sorten von Besuchen erfassen, und Codes für die Checks und den Zustand - aber was, wenn zwei davon passend wären? Oder wenn zwei Krankheiten gleichzeitig vorhanden sind?

Und dann wird es wieder umständlich...

Ähnlich auch bei Robotern, die jemandem Essen helfen könnten: das sieht leider allzu oft noch viel mehr so aus wie die Projekte von Simone Giertz, der "Queen of Bad Robots", als dass sie hilfreich wären.

Andere Werkzeuge könnten eventuell durchaus hilfreich sein, aber die müssen evaluiert und ausgesucht werden - und wer in der Pflege hat dafür schon Zeit? (Und das kann nicht von aussen abgenommen werden, weil sonst geht es garantiert an den Bedürfnissen der Pflege vorbei.)

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Sie bringen hier ein paar interessante Beobachtungen zu Tage und ich kann mir gut vorstellen, dass man potentiell noch Luft nach oben hat um einige Prozesse zu verbessern. Allerdings kann ich mir auch vorstellen, dass nicht alle Menschen dieselben Präferenzen haben. Ich arbeite auch in einem Beruf, wo ich täglich mit Menschen aller Generationen und unterschiedlicher Charaktere zu tun habe, und kann Ihnen versichern - dass was für den einen ideal wäre, kann für den anderen die schlechteste Lösung überhaupt sein. Fazit: es ist nicht einfach, es allen recht machen zu wollen. Und was die Robotics angeht, da denke ich, würden sich sehr viele Patienten nicht abgeholt fühlen.

Der erste Punkt bez des Geschlechtes ist spannend. Als Entwickler werden Sie das umgekehrte Verhältnis in Ihrem Beruf sicher auch kennen. Es ist manchmal schlicht eine Frage der Neigungen und Fähigkeiten. Da kann man sich noch so sehr für das jeweils andere Geschlecht einsetzen, wenn das Interesse ausbleibt finden sich schlicht keine Leute für den Beruf.

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Anonym 9
Mutter einer Tochter mit FAGE Abschluss
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Ich finde Ihren Wunsch ein Albtraum. Es gibt übrigens mehrere Studien die aufzeigen, dass zwischenmenschliches Agieren der Pflege mit Patienten sehr zu einer schnelleren Genesung beiträgt. Ein nettes Wort, ein kleines Gespräch über die persönlichen Interessen der Patienten, ein Streicheln über die Hand. Genau dieses Fehlen der Zeit bemängelt die Pflege!

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Anonym 4
Rollenlos
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Und genau dafür möchte ich Zeit schaffen. Es braucht nicht nur mehr Personal, sondern Personal welches sich auf das wesentliche fokussieren kann.

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Die beiden Vorschläge mögen ja das gleiche Ziel haben. Die Herangehensweise ist aber diametral anders: Die Initiative will Personal in den Beruf ziehen, der Gegenvorschlag will für genügend Nachschub sorgen, damit dieser die verlorenen Mitarbeiter ausgleichen kann. Letzteres scheint mir schlecht investiertes Geld zu sein.

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Ich sehe den Unterschied nicht. Auch die Initiative hat letztlich das Ziel, dass der akute Personalmangel beseitigt wird. Wer glaubt, dass man ohne zusätzliches Personal die Arbeitsbedingungen verbessern kann, macht sich Illusionen. Die Arbeitsmenge bleibt ja gleich.

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Anonym 2
Pflegefachfrau
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· editiert

Aber das zusätzliche Personal ist in der Initiative doch ebenfalls enthalten, das ist ja ein ganz zentrales Anliegen des Initiativkomitees. Im Initiativtext steht: „Bund und Kantone stellen sicher, dass eine genügende Anzahl diplomierter Pflegefachpersonen für den zunehmenden Bedarf zur Verfügung steht und dass die in der Pflege tätigen Personen entsprechend ihrer Ausbildung und Kompetenzen eingesetzt werden.“ Sie wären also verpflichtet, wirksame Massnahmen zu ergreifen.

Es stimmt dass das bestehende Personal durch zusätzliche Personen entlastet wird. Darum ist dieser Punkt ja auch ein Teil der Initiative. Aber eben nur ein Teil, die anderen Anliegen sind ebenso wichtig um das Problem wirklich an der Wurzel zu packen und langfristig, nachhaltig zu lösen. Der Bedarf an Personal wird trotzdem weiter steigen (siehe demografische Entwicklung), und es wird trotzdem weiterhin viele Berufsausstiege geben. Momentan sind über 11‘700 Stellen in der CH unbesetzt, so viele wie in keinem anderen Beruf! Wir befinden uns also bereits in einem massiven Defizit. Wenn die Ausbildungsoffensive gelingt, wird dieses Defizit vielleicht etwas geringer, ich bezweifle aber dass es gänzlich ausgeglichen werden kann. Und bis dahin werden weiterhin mehr Pflegende aussteigen, gleichzeitig aber der Bedarf noch immer zunehmen und die Patientenzahlen steigen.. man würde ständig hinterherhinken um das wieder auszugleichen und wäre in ein paar Jahren wieder am selben Punkt wie heute. Ich sehe beim besten Willen nicht ein wie man den Gegenvorschlag unter Berücksichtigung der Gesamtsituation als die nachhaltigere Lösung sehen kann.

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D. M.
im Erst-und Jetzt-Beruf: Pflege AKP1970
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U. W.: meiner Meinung nach stimmt das so nicht ganz. Der Gegenvorschlag hätte sofort in Kraft gesetzt werden können. Den Verantwortlichen, also denjenigen in den Spitälern, Heimen, Zentren... - alles kantonal organisiert!! - hätte man sofort auf die Finger schauen können und Verbesserungen (auch im Gehalt) vor Ort einfordern können. Da braucht es keine Vorgabe vom Bund; das könnte eventuell gar hinderlich werden. Das alles zusätzlich nur Neuordnung der Ausbildung. Und zwar in/von allen Pflegebereichen, auch von den FAGE mit passerellen-Angeboten ins Pflegefach: wie einst vom FASRK zur AKP. Im Augenblick ist die Schere zwischen Basis-Geriatrie-Pflege und Akut-Pflege sehr weit offen.

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Als Soziologe, der verschiedentlich mit der Welt der Spitäler und der dortigen Berufe zu tun hatte, ohne darüber selbst geforscht zu haben, vermute ich stark, dass die Frage nach der Sinnhaftigkeit der Berufsausübung für die Berufsrealität der Pflegefachleute besonders wichtig und gleichzeitig besonders problematisch ist. Seit Jahrzehnten ist in diesem Beruf und vor allem in den Spitälern die Rotationsrate besonders hoch (um die 50%, wie auch die Grafik zeigt - bei selbständig tätigen Schwestern dürfte das sehr viel anders aussehen), was ein massiver Hinweis auf grundlegende systemische Probleme ist. Das konkretisiert sich sicher in einer ganzen Reihe von Gründen, aber eines der kaum je diskutierten Probleme ist, dass die Pflegefachleute gerade auch eine medizinisch-biologische Ausbildung erhalten, die sich seit mindestens 50 Jahren stetig verbessert hat. Einen sinnvollen Beruf ausüben zu können, ist bei der Wahl dieses Berufs eines der starken Motive, und die Ausbildung verstärkt diese Motivation noch.
Nach wie vor finden sich dann jene, die in Spitälern oder ähnlichen Einrichtungen tätig werden, in einer Organisation mit Kastenstruktur wieder: man kann im Bereich der Pflege aufsteigen, die Aerzte können in ihrem Bereich aufsteigen, aber zwischen Pflegenden und AerztInnen besteht eine für organisationsinternen Aufstieg undurchdringliche Grenze. Wie immer das begründet ist, es ist eine folgenreiche Tatsache, die mit dem Lohnansatz nur am Rand zu tun hat. Die Verbesserung der Ausbildung war im Uebrigen immer wieder mit Widerständen seitens der Aerzte konfrontiert. Der Verdacht liegt auf der Hand, dass zwischen der Fachkompetenz der Pflegenden und ihrer untergeordneten Stellung in der Spitalstruktur ein Graben besteht, der sie nur frustrieren kann - und es steht zu vermuten, dass sich die wenigsten Spitalleitungen und AerztInnen dieser Problematik genügend bewusst sind.
Dies ist natürlich - ohne die Ausgangsmotivation für meine Ueberlegung zu sein - ein starkes Argument gegen den Gegenvorschlag und für die Initiative...

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Die Redaktion will zu Abstimmungen keine Parole veröffentlichen. Dieser Beitrag zeigt exemplarisch, dass genau hinschauen (und darüber reden/schreiben) auch schon ein politischer Positionsbezug ist. Wenn nicht schon fast eine Parole. Vielen Dank dafür.

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Wenn die Realität für eine bestimmte politische Entscheidung spricht, dann ist das sicher nicht der 'Fehler' derjenigen, die die Realität aufzeigen.

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Passend hierzu: «Facts Have a Well-Known Liberal Bias» (oder halt left-wing bias, je nach Quelle)

https://www.nytimes.com/2017/12/08/…-bias.html

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Mich irritiert in der Diskussion hier dieses Ausspielen der Initiative und des Gegenvorschlags gegeneinander extrem. Um die Zeit zu überbrücken, bis die Pflegeinitiative mit den Verbesserungen der Arbeitsbedingungen und der verbesserten Bezahlung umgesetzt werden kann, würde ich die Vorschläge des Gegenvorschlags bzgl. Ausbildung sofort umsetzen. Es gäbe schlicht keinen Grund zur Behauptung, dass nur entweder die Massnahmen der Initiative ODER die Massnahmen des Gegenvorschlags in der Ausbildung umgesetzt werden können. Falls dies so wäre, müsste man annehmen, der Gegenvorschlag wurde nicht aus Überzeugung sondern aus taktischen Gründen um die Initiative zu bekämpfen aufgestellt. Tatsächlich ist auch ich die Idee gut, Geld in die Ausbildung von mehr Personal zu stecken, wenn dies schneller und unbürokratischer möglich ist, als die konkrete Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Ganz klar ist dieses Geld aber mittelfristig zum Fenster hinaus geworfen, wenn sich die Arbeitsbedingungen nicht bald entscheidend ändern, und darum braucht es die Initiative auf jeden Fall.

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Ich sehe das so, dass der Ursprung des Uebels zuerst angegangen werden muss und man die Leute halten sollte, die aktuell (noch) in der Pflege arbeiten. Wir können es uns nicht leisten, noch mehr Leute zu verlieren. Ich vergleiche das mit einem maroden Haus. Es bringt mir nichts, meine Liegenschaft für viel Geld im Markt zu inserieren, wenn mir die Bewohner dann eh wieder abspringen und der Kreis von vorne anfängt. Das ist nicht nachhaltig.

Wenn die Konditionen sich verbessert haben - und vermutlich bereits auch durch die alleinige Signalwirkung dass man daran arbeitet - werden womöglich intrinsisch auch mehr Leute sich ausbilden lassen. Ich vermute, es liegt nicht daran, dass niemand Interesse (i.S. Leidenschaft) hat diesen Beruf auszuüben, sondern dass diejenigen, die es sich überlegen eher durch die aktuell schlechten Konditionen abgeschreckt werden.

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D. M.
im Erst-und Jetzt-Beruf: Pflege AKP1970
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Rein sachlich: die Initiative kam zustande; dann landete sie im Parlament. Dort wurde ein Gegenvorschlag ausgearbeitet und recht intensiv durchdiskutiert. Dies, in der Hoffnung, dass die Initiative zurückgezogen würde; Diese Gesetzesvorlage hätte dann ohne Verzug in Kraft gesetzt werden können. Nun aber: "dank" Corona geschah das nicht. Deshalb jetzt die Abstimmung; da muss doch beides wieder ge- und erklärt werden?. Bei einer Annahme geht das Ganze wieder ins Parlament, um alles auf Gesetzesebene festzuhalten. Ich erwarte von allen, dass sie so oder so vor Ort, in ihren Kantonen, Gemeinden, in den Institutionen (z.B. AGs, Stiftungen, Private..) in ihrer Umgebung darauf achten, wie die Anstellungs- und Arbeitssituationen dort sind und beim lokalen Kampf weiter helfen. Wie wir jetzt alle? wissen: das CH-Gesundheitswesen ist kantonal organisiert. Dort muss der Hebel so oder so weiter angesetzt werden. Das kann nicht vom Bund her organisiert werden. Ich befürchte, die Hoffnungen in die Annahme der Initiative sind zu vage, zu hoch und z.T. zu unrealistisch.

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Danke für diesen sehr guten Beitrag, der die Problematik auf den Punkt bringt und mir beim Stimmen hilft.

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Es ist eine zähe Angelegenheit die Diskussion über die Pflegeinitiative.Natürlich haben nicht nur Pflegende während der Pandemie enormes geleistet.Aber bei dieser Abstimmung geht es nun mal um die Pflegenden.
Als pens. Pflegefachfrau muss ich nach einem langen Berufsleben im akut und auch im geriatrischen Bereich sagen, die Annahme der Initiative ist ein muss! Viele wissen nicht das HF ( also Pflegende mit einer Ausbildung an einer höheren Fachschule) das sind im Kanton Zürich das Careum und Winterthur, nicht zu verwechseln sind, mit denen die eine FH Ausbildung (Fachhochschulausbildung)absolviert haben . Die FH Leute sind weniger in der direkten Pflege beteiligt,
sondern haben meist eine Kaderfunktion inne die unterstützend wirkt.
Es ist absolut notwendig, dass die Rahmenbedingungen für das ganze Pflegepersonal , wie Arbeitszeiten, Freizeit und die Entlohnung
einheitlich geregelt werden müssen und nicht allein den Kantonen überlassen werden sollten.Der Stress, an den Freitagen einspringen zu müssen und die Unvereinbarkeit mit dem Familienleben, sind ein häufiger Grund um auszusteigen. Es gibt bis heute keine Krippen die an die Spitäler angegliedert sind
Zu meiner Zeit waren die Mütter, die in der Pflege tätig waren,oft sogar etwas lästig , weil sie wegen Krankheit der eigenen Kinder öfters ausfielen und Sonderwünsche hatten.Vor ungefähr 10 Jahren hat man , besonders in den Heimen FH Pflegende , an denen es immer noch mangelt, durch FaGe ( Fachangestellte Gesundheit) ersetzt, die eine Lehre absolviert haben. Das war und ist ein grosser Fehler.Sie wurden und werden mit Aufgaben betreut , die für sie oft überfordernd sind.Aber FaGe sind für die Heime eben günstiger.
Es ist so, dass über zu wenig Pflegepersonal seit Jahren debattiert wird, aber keine echte Abhilfe geschaffen wurde.
Ich sage es nochmals:
Es liegt nicht daran, dass zu wenig Pflegefachleute ausgebildet werden oder die Ausbildung nicht auf einem aktuellen Stand ist, sondern daran, dass man nicht bereit ist für eine Änderung mehr Geld in die Hand zu nehmen. Es ist klar , dass die FDP, SVP und die EDU dagegen sind und das Parlament leider auch.

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Der genannte Bruttolohn scheint mir eher für eine Pflegefachperson HF.

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Anonym 2
Pflegefachfrau
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Ich kann aus eigener Erfahrung bestätigen, dass die genannten Zahlen in der verlinkten Quelle im Schnitt ungefähr stimmen:

„Pflegefachperson: 5'594 Franken. In öffentlichen Spitälern im Kanton Zürich – laut Lohnklasse/ Personalverordnung. Mit FH, HF mit besonderen Aufgaben, HF mit Zusatzausbildung oder Stationsleitung: 6'291 Franken. FH mit besonderen Aufgaben, HF mit Zusatzausbildung und mehrjähriger Erfahrung: 6'692 Franken.“

In der Zentralschweiz ist es allerdings weniger.

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G. H.
Bio Bäuerin
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Das Gesundheitswesen krankt an folgenden Punkten: die Pflegenden haben zu wenig Entscheidungskompetenzen. Digitalisierung löst wenige Probleme in der Pflege, aber schaft Neue. Berufbildung ist undurchlässig. Innerhalb der Branche und zwischen der Gesundheitsbranche und anderen Berufsfeldern. Marktwirtschaft mit immensen Investitionen in die Infrastruktur/ Bau statt in die Menschen ist der falsche Weg.

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meiner ansicht nach ist der rentabilitätsdruck der spitäler der zentrale punkt: wenn ein grossteil der arbeitszeit für bürokratische aufgaben verwendet werden muss ("Wenn ich 10 Minuten einem Patienten zuhöre, den Gesprächsinhalt dann dokumentieren und in eine Abrechnungsposition umwandeln muss, empfiende ich das Letztere als wenig sinnvoll. Irgendwann verleidet mir das Administrieren und Dokumentieren und ich werfe den "Bettel" hin. In der Hoffnung, ich finde eine Beschäftigung, die mir mehr Zufriedenheit verschafft." zitat J. küttel), verliert die arbeit ihren sinn, mit den begleitenden symptomen. zur finanzierung und aufwertung schliesse ich
mich dem vorredner M. H. an. es wäre also ein grossreinemachen angesagt...

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Herzlichen Dank für diesen Beitrag. @OliviaKühni die allermeisten Pflegenden der Tertiärstufe haben in der Schweiz ein HF Abschluss und nicht einen FH Abschluss. Das wird in der Deutschschweiz auch bis auf weiteres so bleiben. Der Text löst somit Unsicherheiten aus, ob spezifisch nur die Situation der FH betrachtet wurde, oder ob es viel mehr, und das denke ich, eine unvollständige Bezeichnung der Tertiär-Berufe ist. Ansonsten herzlichen Dank für die kompakte und gute Übersicht für dieses wichtige Thema.

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Im Jahr 2019 haben rund 1000 Pflegefachpersonen an der FH abgeschlossen während es bei der HF rund 2000 waren.

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Lieber Herr Weber, haben Sie vielen Dank. Es geht tatsächlich um die Tertiärstufe, also um HF und FH. Ich habe es bewusst zusammengefasst, um nicht Verwirrung zu schaffen - möglicherweise hätte ich da deutlicher sein sollen. Nächstes Mal. Danke und einen schönen Tag.

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Mit den 6‘300 brutto habt ihr wohl eher das obere Ende der Fahnenstange erfasst. Fragt mal im Kinderspital in Basel nach..

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Lieber Herr Z., was noch wichtig ist: die Zahl betrifft die Pflegenden mit Ausbildung auf Tertiärstufe. Es gibt tatsächlich viele - und immer mehr - ohne diese Ausbildung. Sie sind tatsächlich deutlich schlechter bezahlt.

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Ueli Redmann
Psychotherapeut
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Auf der sogenannten Tertiärstufe gibt es 2 Wege, um Diplomierte Pflegefachfrau zu werden. Diese werden leider meist nicht auseinandergehalten, wie im vorstehenden Artikel. Die meisten Dipl. Pflegenden haben einen Abschluss HF (= Höhere Fachschule) und nicht ein Studium an einer FH (Fachhochschule).
Die Höheren Fachschulen HF schliessen an die Lehre zur Fachangestellten Gesundheit (FaGe) an und stehen auch Leuten mit anderer Grundausbildung offen. Insgesamt dauert die Ausbildung zur Diplomierten Pflegefachperson also mindestens 5 oder 6 Jahre: 3 Jahre Lehre plus 2 bis 3 Jahre HF.
Die Fachhochschulen FH setzen eine Matura (gymnasial oder Berufs-) voraus und bieten ein Studium der Pflegewissenschaften.
Diplomierte Pflegefachpersonen HF leisten die intensive praktische Pflegearbeit auf den Stationen, während die Pflegefachpersonen FH mehr zuständig sind für die übergeordnete Pflegeplanung und Kaderaufgaben.

Im Übrigen bringt der Artikel die Situation genau auf den Punkt! Danke!

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Herr Redmann Sie erklären die verschiedenen Bildungsstufen genau.Es wird jedoch immer von der Tertiärstufe gesprochen.Doch darf man nicht die vielen Pflegeassistentinnen und Rotkreuzhelferinnen vergessen, die besonders auch in den Pflegezentren für einen Minilohn den Betrieb mit am Laufen halten.Ohne diese wäre jeder Betrieb nicht funktionsfähig.

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J. W.
Muttersprache NL
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· editiert

Es ist Himmel traurig , dass eine anspruchsvolle, anstrengende, emotional erschöpfende Arbeit, die mehr ist als nur Beruf, auch noch schlecht bezahlt wird. Dazu kommt- und das ist eventuell noch schwerwiegender- dass die Arbeitsbedingungen ausserordentlich belastend sind.
Die Initiative muss mit absoluter Sicherheit angenommen werden.
Und warum sollte der Bund nicht zusätzlich dafür sorgen, dass die Bildung der zukünftige Pflegenden ebenfalls adäquat geregelt wird?

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Ich werde ganz sicher für die Pflegeinitiative stimmen. Als langjähriger Sozialarbeiter mit im privaten Bereich medizinischem Unfeld bin ich gut informiert über die Situation der Pflegefachleute. Kürzlich wollte mir jedoch eine Pflegefachperson aus meinem privaten Umfeld dringend anraten mich aus Solidarität mit Bevölkerung und Spitälern gegen Covid impfen zu lassen. Genau diese Verknüpfung von zwei gänzlich unterschiedlichen Themen finde ich nicht passend . Wie die gut recherchierten Artikel hier belegen, ist die nicht tolerierbare Belastung der Pflegefachleute ein strukturelles und politisches Problem .

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Anonym 4
Rollenlos
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Die sich verschiebende Demografie wird die Situation noch um einiges verschlimmern. Da kommt noch einiges auf uns zu. Wie gehen Länder wie Japan damit um?

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.......so wird die Privatisierung im Pflegebereicht weiter vorangetrieben.
Diesen Zustand hat uns Frau Ruth Dreifuss in den Ende 90-er Jahren beschert.......

bei mir in der Region Ostschweiz - Bodensee schliessen derzeit im Umkreis von 50 km - 7 Spitäler (kanton AR-SG -TG)- Sparmassnahmen -
und dass während einer "Pandemie", wo ja Betten im Notfall fehlen. :-)

und by the way - Spital Rorschach, Altstätten, Flawil wurden geschlossen über 110 Jahre Anlaufstelle in der Region - aber in Goldach (gerade mal 3 km entfernt) wird eine Privatklinik bewilligt-angedacht-geplant-gebaut.

Und - nachdem die klugen Köpfe gemerkt haben, dass von Altstätten bis St. Gallen aufgrund des erhöhten Verkehrsaufkommen die Blaulicht-Raser nicht die vorgeschriebene Zeit einhalten können, wurde Rorschach (ohne OP - der wurde für das neue St. Gallen-Gebäude abgebaut) als Zwischenlager , Kolateralschäden können im Notfall ja passieren, wieder geöffnet.
Schliessung wurde trotz sehr klarem Nein in der Urne (vor 3-4- Jahren) in Rorschach durchgezogen.
Und bei solchen Zuständen wird auch noch beim Lohn gespart.
Was diskutieren wir über leistbar - Organisation - Arbeitsabläufe ?????
Wenn es dir schlecht geht, erwartest du einen tollen Service ..... ohne Nachdenken und Gedanken machen ....... wir zahlen ja unsere Beiträge .... und der Service kann nach meinem tiefen Wissen von den Pflegefachleuten einfach nicht mehr geliefert werden.
Habe vier leitende Fachfrauen-Männer in meinem Umfeld - was die mir erzählen - da hoffe ich bloss, gesund zu bleiben.
Ich plediere für eine Lohnskala wie für die Lehrerschaft in der Schweiz, wonach sich die Einrichtungen schlichtweg richten müssten. Gesundheit - koste es, was es solle.........
Oben bei den studierten Ärzten etwas schneiden - unten etwas geben.

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Die Privatisierung im Gesundheitswesen ist eine Katastrophe, da stimme ich Ihnen zu.
Das hat uns allerdings wirklich nicht Ruth Dreifuss beschert, da tun Sie ihr Unrecht!
Zuständig für diese Kalamität ist der Kanton und wie die Politik im Kanton St. Gallen tickt kennen wir ja! Die Folgen beschreiben Sie bestens.

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D. F.
Ingenieur
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Wir müssen Pfleger:innen mehr bezahlen. Wenn (z.B.) man CHF 10'000/Monat verdient, wird die Branche attraktiver und mit steigenden Anzahl von Mitarbeitern kann man die Schichten auch weniger brutal gestalten.

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Eigentlich schreit die Branche nach einem Produktivitaetsmultiplikator. Viel weniger Leute erledigen mehr Arbeit. Unterstuetzt durch zb Robotik, Digitalisierung. Naja. Wie die anderen Berufsfelder eben auch. Die Japaner sind uns hier etwas voraus.

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