Die Republik ist nur so stark wie ihre Community. Werden Sie ein Teil davon und lassen Sie uns miteinander reden. Kommen Sie jetzt an Bord!

DatenschutzFAQErste-Hilfe-Team: kontakt@republik.ch.



...und die Medien bezahlen für diese Brosamen mit dem Wertvollsten, das sie haben: Ihren Kundendaten.
Ich habe mit der Firefox-Extension Lightbeam einen kurzen Rundgang bei allen 16 am Ende des Artikels gelisteten Titeln gemacht. Das Ergebnis ist auf www.dateninkontinenz.ch unter dem Abschnitt "Google-Nothilfe" für Medien zu sehen.

37
/
0

Spannende Analyse! Ich würde noch präzisieren, dass nicht Kundendaten der wichtigste Besitz eines Medienunternehmens sind, sondern das Vertrauen der Leser. Und mit dem Verkauf Verschenken der Leserdaten untergraben die Medien dieses Vertrauen sehenden Auges.

33
/
0

Absolut einverstanden!

7
/
1

Das ist die eigentliche Wahrheit, die dahinter steckt.
Ich weine keinem einzigen (!) der klassischen Medienunternehmen auch nur eine einzige Träne nach. Wenn sie verschwinden, wird die Welt eine bessere sein. Weshalb?

  • Die Springermedien (Doepfner, wissen schon) sind und waren schon immer "ein Organ der Niedertracht" (Zitat M. Goldt). Deren einzige Aufgabe sehe ich darin, die am Rand des Illitrismus stehende Masse so zu beschäftigen, dass sie die herrschende Klasse nicht gefährdet. Wer Doepfner als ernst zu nehmende Speerspitze gegen die Erosion der freien Medien sieht, hat die Kontrolle über sein Leben verloren. Ich halte diesen Typen für einen Verbrecher und Teil des organisierten Verbrechens. Dem (und seinen Auftraggebern) geht es weder um die Wahrheit noch um Pressefreiheit, sondern um Macht und Kontrolle des Kapitals.

  • Die grossen Schweizer Medien wie TA, BaZ und NZZ sind keinen Deut besser, ausser in der (teilweise) korrekten Verwendung der deutschen Sprache. Deren Aufgabe ist einzig und allein Propaganda im Sinn ihrer Herren und Meister. Dass die nun heulen, ihnen brächen wegen Google die Werbeeinnahmen weg, betrachte ich eher mit Häme als mit Bedauern. Erst haben sie ihre Kunden mit einem Login (das teilweise mehr schlecht als Recht zu funktionieren scheint) eingefangen und dann haben sie tatsächlich noch die Chutzpe, eine Unmenge von Daten weiterhin (oder noch besser aufbereitet?) an Google weiterzuleiten. Meine Fresse.

Google ist ein globaler Moloch, wie ihn der globale Kapitalismus zwangsläufig hervorbringt. Aber Google ist nicht daran schuld, dass die klassische Presse vor die Hunde gegangen ist. Das liegt aussschliesslich daran, dass sich die grossen Medienhäuser willfährig für ihre Geldgeber prostituieren aber ihren Kunden weiterhin das Lied von der Pressefreiheit singen.

Ach und übrigens zum Schluss: keines der grossen Presseerzeugnisse hat bisher auch nur einen Finger für Julian Assange gerührt. Assange hat das gemacht, was die verdammte Aufgabe der Presse wäre: den Finger in die stinkende Wunde zu stecken. Und da das ansonsten nicht geschehen ist: siehe Abschnitt oben. Von mir aus können also all diese Druckerzeugnisse sterben. Je schneller desto besser.
Umso mehr bin ich froh, dass es Projekte wie die Republik gibt: kein intransparenter "ich Scheff du mach", keine Abhängigkeit vom Wohlwollen der Mächtigen. Sondern Journalismus wie er sein sollte. Trotz oder auch mit Google.

31
/
3
Geschäftsführerin
·

Ja, sehr spannend. Hätte dazu 2 Fragen: wenn man nichts verkauft, und der Dienst nur in der CH angeboten wird (wir sind eine NPO):

  • darf man auf Cookies auf der Webseite verzichten? Ich dachte, man sei verpflichtet dazu, zumindest wenn man Business auch in der EU anbietet.

  • hilft es, wenn man darauf verzichtet, die fb, insta und twitter logos auf der Webseite zu platzieren?

Ich lese gerne solche Analysen, auch das Buch zum Überwachungskapitalimus von Zusak, aber mir hat noch niemand konkret sagen können, wie man da rauskommt…oder zumindest den Datenabfluss minimiert.

4
/
0

Zur zweiten Frage: Eigentlich ist es ganz einfach, den Datenabfluss zu unterbinden (nicht nur minimieren):
Wenn Links zu Social Media notwendig sind, diese als HTML-Links definieren (und nicht als Code-Schnipsel einfügen, die von den SM-Plattformen zur Verfügung gestellt werden).
Verzichtet zudem auf "Gratis"-Dienstleistungen von Drittservern. Die lassen sich mit wenig Aufwand vom eigenen Server ausliefern, wie zum Beispiel Schriften oder Scripts. Auch auf Google Analytics kann man verzichten - es gibt mit Matomo ein mächtiges Analysewerkzeug, das auf dem eigenen Server läuft. Euer IT-Dienstleister sollte das können. Das ist State of the Art, oder sollte es zumindest sein.

Die eigene Website kann z.B. mit Firefox und den Extensions PrivacyBadger und Lightbeam auf Dateninkontinenz getestet werden. Wenn diese Drittserver anzeigen bzw. reklamieren, ist es höchste Zeit, beim IT-Dienstleister zu reklamieren.

Bei der ersten Frage ist wohl die Cookie-Warnung gemeint? - Falls keine Drittserver kontaktiert und nur strikt technisch bedingte Cookies gesetzt werden (z.B. PHP-Session), ist dies wohl nicht notwendig. Aber ich bin kein EU-Jurist.

Edit: Tippfehler

6
/
0

Ohne jetzt das Vorgaengige gelesen zu haben... Cookies muss man sich nur abnicken lassen, nicht verwenden. Eigentlich benoetigt man sie technisch gar nicht mehr. Cookies dienen dem Webseitenbeteiber Daten zum Benutzer und zur Seite beim Benutzer abzuspeichern. Sodann die Seite den Benutzer beim naechsten Mal kennt. Ohne Login.
Und die Links auf die sozialen Medien kann man als HTML Links einbinden, auch mit dem Bildchen. Nur ja nicht den von diesen vorgeschlagenen Code einfügen. Es gibt die NoScript Addons fuer die Browser, welche für den Betrachter den Allenfalls zugelieferten content wieder rausnimmt. Allerdings hat der Socialmedia Konzern schon den Kontext abgegriffen. Weiss also, dass Benutzer X, bei der Webseite Y um ... Uhr drauf war.

1
/
0

Google, die weltgrösste Werbeagentur, verkauft sich als Retter der werbefinanzierten Presse. Passt fast in diese Liste der Absurditäten der Digital Economy:

  • Uber, die weltgrösste Taxigesellschaft, besitzt keine Fahrzeuge.

  • Facebook, die weltweit beliebteste Newsplattform, schreibt keine Newsartikel.

  • Alibaba, der wertvollste Detailhändler, hat keine Lagerbestände.

  • Airbnb, der grösste Anbieter für Unterkunftsmöglichkeiten, besitzt keine Immobilien.

«Something interesting is happening.»

28
/
2

"Platform Capitalism" ist ein Name dafür, beschrieben in einem Buch mit selbem Titel von Nick Srnicek (2016).

3
/
0

Genau so ist es, Bitte einsteigen. Da hat Jemand geschlafen. Jeder hätte es machen können, und der Finanzeinsatz war am Anfang überschaubar.

1
/
4

Ich verstehe nicht so recht, was Sie meinen. Ich finde auch, dass einige der abgehängten Traditionsfirmen es sich selbst zuzuschreiben haben, dass sie jetzt hinten anstehen. Aber jetzt mit denselben schädlichen Praktiken «einsteigen» würde ich eher weniger sehen wollen. Vielleicht mögen Sie konkreter werden?

1
/
0
Molekularbiologe PhD, Unternehmer
·

Das ist überhaupt nicht absurd, sondern gute alte Marktentwicklung. Google braucht ja die vorgeschalteten Plattformen, zu denen auch die Presse gehört, für Werbe-Einnahmen und Informationsbeschaffung.
Das hat auch wenig mit Uber etc. zu tun, ausser dass es sich um Internet-basiertes Business handelt.

3
/
1

Wenn dem so wäre, würden wohl mehr als die 15'000 Dollar drin liegen. Ich gehe da eher mit Frau Fichter einig: «Die Google-Förder­töpfe dienen als Mittel zum Zweck, um aufgebrachte Medien­verlage weltweit milde zu stimmen und die politisch debattierte Regulierung zu verhindern.»

Ich gebe Ihnen recht, dass der Vergleich mit Uber etc hinkt (darum auch «Passt fast»). Ich sehe die Ähnlichkeit primär in der Absurdität der Situation - zumindest auf den ersten Blick.

3
/
1

Google startete als Suchmaschine. Dazu braucht es erst mal keine Presse, sondern nur Webseiten. Von mir aus kann Google die verlinkten Zeitungsseiten weglassen. Die sind dann oft nicht mehr vorhanden, und teilweise unbrauchbar.
Der Webcontent ist erst mal da um gratis betrachtet zu werden. Wer seinen Content nicht verschenken will, soll dafuer ein Login und Bezahlung anfordern.

1
/
0
interessierter Leser
·

Sehr wichtiger Beitrag - wer hat hierzulande schon eine genaue Vorstellung vom Geschäftsmodell von Google & Co. sowie von dessen Folgen für Medien und Demokratie? Dank also für die Recherche - gerne mehr davon!

23
/
0

Was mich an diesem Artikel schon erstaunt ist, dass die Finanzierung der Presse durch Werbung gar nicht erst reflektiert wird. Und das ausgerechnet in der Republik.

Zu den im Artikel erwähnten drei Punkten möchte ich deshalb einen vierten hinzufügen: Wege aus der Abhängigkeit von der Werbefinanzierung suchen.

Es ist ja nicht so als wäre Werbefinanzierung der Qualität der Presse förderlich. Die wirklichen Kunden solcher Medien sind die Werbekunden, das Produkt die Aufmerksamkeit der Leser. Sie funktionieren in diesem Sinne wie Facebook.

Die Republik ist da ein Lichtblick und ein Beispiel, wie man es besser machen kann.

18
/
0
Chefredaktion
·
· editiert

Jedem Artikel sein Thema. Sie finden via Suchfunktion Dutzende Beiträge zur Problematik werbefinanzierter Medien und versuchter oder tatsächlicher Einflussnahme der Werbeindustrie auf Journalismus. Und es ist ja auch kein Geheimnis, dass die Republik nicht zuletzt deshalb entstanden ist, um der für den Journalismus verheerenden Werbemarkt-/Reichweitenlogik etwas entgegen zu setzen. Viele Grüsse!

12
/
0
Praktikant auf der Kommandobrücke
·

Was mir im Artikel fehlt ist der Bezug auf die "Dritanbieter-Cookies", welche aus dem Markt verschwinden sollen - prominent getrieben von Google und Apple.

Diese Forderung spielt 1:1 in diese Thematik. Wer dies versteht, begreift auch, weshalb Apple und Google das Drittanbieter-Cookie zu Grabe tragen möchten. Mit Ihren Ökosystemen (iOS+Safari / Android+Chrome) können sie auch ohne Cookie problemlos individuell tracken (über User-ID wie z.B. Google Login) und erhalten einen immensen Marktvorteil gegenüber allen anderen Werbeanbietern. Die Bedeutung kleinerer Werbenetzwerke wird massiv verlieren und die Zentralisierung wird vorangetrieben.

Einzige Freude für mich, dass Facebook dadurch etwas ins Straucheln kommt. Ansonsten eine beunruhigende Entwicklung.

Die Drittanbieter-Cookies sind mühsam und seit DSGVO auch für die User eine Zumutung. Einerseits verstehe ich, dass mehr Transparenz gewährleistet werden muss, andererseits ist dies nicht der richtige Weg.

Ich bedaure, dass die meisten User keine Lust haben, sich mit dem Wert ihrer eigenen Daten zu beschäftigen, bzw. diese freudig abgeben. Wir müssen endlich begreifen, dass die eigene Aufmerksamkeit einen knallharte Währung ist und somit ein zweiseitiges Interesse an einem Transfer besteht.

Heute gilt "Convenience über alles - scheiss auf den Preis des Fortschritts". Freudig auch am Wochenmarkt digital bezahlen, damit auch hier plötzlich Grosskonzerne an der Transaktion verdienen ... die Liste ähnlicher Entwicklungen ist praktisch endlos.

18
/
1
Redakteurin @ Republik
·
· editiert

Guten Tag Herr Iten...ja das Thema Drittanbieter-Cookies wird in meinem Text nur kurz gestreift über die ganzen Online-Auktionsgeschichten und eben die jüngste Anklageschrift aus den USA. Dass es hier Änderungen gibt- die Abschaffung von 3rd party cookies- von Seiten Google, die dessen Monopolstellung vermutlich noch ausbauen werden (und die nur auf den ersten Blick "datenschutzfreundlich" daher kommen), ist zwar interessant und auch sehr wichtig.

Aber jetzt in diesem Kontext der Medienhäuser und des Leistungsschutzrechts eher irrevelant. Ich denke dazu müsste man ein eigenes Stück zum Thema Monopolstellung von Browsern, vermeintlich "privacy-freundliche" Änderungen und weitere Aspekten der Online-Werbeindustrie schreiben.

12
/
0
Weltenbürger (du/er)
·

Anders, als es die [ehemalige] Leit­maxime von Google («Don’t be evil», «Sei nicht böse») suggeriert, verhielt sich der Konzern in dieser Beziehung durchaus evil, wie die jüngste US-Anklage­schrift zeigt.

Googles Motto ist nicht mehr «Don’t be evil», sondern «Do the right thing». «Tu das richtige» – aber für wen? Das lässt eindeutig flexiblere Interpretationen zu als «Don’t be evil»...

Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/Don't_be_evil

14
/
0

Danke Adrienne Fichter für diesen aufschlussreichen Artikel.
Zuerst dachte ich es handelt sich um einen Verschreiber bei den 39 Mio, dachte es müssten 39 Mrd sein.
In der Schweiz alleine waren die Werbeausfälle der Medien mehr als eine Mrd im 2020. Wenn ich dann lese, das es der Beitrag für die gesamte Welt sei und auf 5600 Unternehmen verteilt wurde, muss ich einfach lachen.
In den Zeiten des Lockdowns florierte der Internet-Handel, die vielen Clicks spülten wohl täglich mehr als 39 Mio mehr in die Kassen der Internetgiganten.
Es ist eine traurige Notwendigkeit, dass die 'Medien-Links' reguliert werden. Ist da nicht Australien bereits einen Schritt weiter und hat dies geregelt?
Andererseits ist die steuerliche Behandlung des Umsatzes (der Internetgiganten) und der Erträge im Land ihrer Entstehung ein Thema das prioritär angegangen werden muss.
Wie sieht es da aus?

15
/
1
Redakteurin @ Republik
·
· editiert

Lieber Herr Besimo, vielen Dank für Ihr Feedback!

Zum Thema Leistungsschutzrecht/Regulierung Medien-Links gibt es dann im Teil II noch mehr. Persönlich finde ich diese Art von Regulierung problematisch, weil sie ein fundamentales Prinzip des Internets - user generated content- unterwandert, also die Art und Weise wie das Web 2.0 aufgebaut ist.

Die Medienverlage erhalten ja durchaus Klicks über die Google News-Sparte. Dennoch stimmt es dass die Plattformen von den "Anrissen" der Artikel (also den verlinkten Medieninhalten) sehr profitiert haben. Aber es gibt eben noch viele andere Aspekte die Big Tech betreffen und reguliert werden müssten (Datenmärkte). Ich würde daher für eine umfassende Digitalsteuer plädieren für die Konzerne (wie es die OECD plant), denn das ist von der Logik her viel nachvollziehbarer.

Wenn Medienverlage Entschädigung für die Link-Vorschau ihrer Artikel erhalten möchten und argumentieren, es gebe keinen Linkanreiz, dann könnten/sollten das noch viele andere Content-Anbieter auch tun. Siehe zum Beispiel auch Gesundheitsfachwissen-Webseiten oder auch: Wikipedia. Google hat viele Snippets und ganze Inhalte-Bausteine gänzlich in die Suchmaschinenresultate integriert (hier "klaut" also der Suchmaschinendienstleister in der Tat Inhalt zusammen). So dass die Frage der suchenden Person bereits schon mit der Anzeige der Suchergebnissen beantwortet wird (da braucht man auch nichts mehr zu klicken). Es ist nicht ganz nachvollziehbar weshalb die Medien hierbei "Artenschutz" erhalten sollten.

6
/
0

Danke für die klärenden Worte. Sollten nicht alle Informationen und Wissen frei sein und das nicht nur im Internet?
Vom Prinzip her schon oder zumindest wünschenswert.
Wie ist das in Bezug auf Urheberrechte einzuordnen? Sehen sie das Kopieren und Verbreiten Ihrer Artikel als wünschenswert oder zumindest unproblematisch an? Wenn SM Firmen offensichtlich von ihren Werken profitieren und das nicht entschädigen?
Viele Markenprodukte dürften mit dem selben Betrachtungswinkel wohl auch einfach kopiert werden. Und Patente? Wie ist es dem damit? Patente sind auch nur dokumentiertes Wissen. Warum erhält ein Musiker oder ein Schriftsteller Geld für die Reproduktion oder Verwendung seiner Werke und Journalisten nicht?
So bleibt eine umfassende Digitalsteuer wohl die beste Lösung. Ich bin ja gespannt, wie es damit weitergeht.

1
/
0

Es ist eine traurige Notwendigkeit, dass die 'Medien-Links' reguliert werden.

Ich glaube (und hoffe) schwer, Teil 2 dieser Artikelserie wird erklären, weshalb das eine Schnapsidee – und eben keine "Notwendigkeit" – ist.

Werbefinanzierter Journalismus gehört auf den Müllhaufen der Geschichte. Meine Meinung.

6
/
0

Danke für Ihre Rückmeldung. Da habe ich mich vielleicht falsch ausgedrückt.
Ich bin da 100% Ihrer Meinung. Journalismus muss unabhängig finanziert sein und entsprechend frei agieren und berichten können. Auch unabhängig der Verlegerschaft (sofern das realisierbar ist).
Mir ging es um die Abgeltung redaktioneller Arbeit. Artikel aus Bezahlmedien werden in den Social Medias gratis gepostet und unendlich viel geteilt. Sie machen die Social Medias für viele Nutzer erst wertvoll als Infoquelle. Wohl die meisten Nutzer wären jedoch nicht bereit dafür zu Zahlen.
Und dieser Content ist für die Konzerne gratis. Dafür sollen die SM Konzerne Inhalte den Medien abgelten. ok?

0
/
0

Zum Thema Australien: Facebook versuchte das australische Parlament regelrecht zu erpressen, siehe
https://www.tagesschau.de/ausland/a…k-101.html
Unterdessen wurde ein Gesetz auf den Weg gebracht
https://www.tagesschau.de/ausland/o…n-103.html
Im Artikel steht: Nach tagelangen Besprechungen mit Facebook habe die australische Regierung Anpassungen im Gesetzestext angeboten, so Australiens Schatzkanzler Josh Frydenberg. (!)

2
/
1

Weder Google noch Facebook haben das Internet abgeschaltet. Die Australischen Seiten wurden nicht gefunden, weil die Australier Pfeifen sind. Die Regierung ist offensichtlich nicht fähig die eigenen Seiten bekannt zu machen, und die Einwohner finden die Seiten der Regierung nicht. Sehr schwach.

1
/
1
Praktikant auf der Kommandobrücke
·

Als Digital Marketer bin ich mir dem Ausmass von Google's Marktdominanz überaus bewusst. Der Werbemarkt steht Kopf und Google schöpft mächtig ab - unbeeindruckt von Copyrights oder Steuerregulatorien.

Danke für diesen wichtigen Beitrag. Dieser zeigt den Einfluss auf die Medienbranche. Dass jedoch auch viele KMU und Kleinfirmen tagtäglich dazu verleitet werden, mehr Geld bei Google zu investieren und möglichst auf die Kontrolle zu verzichten, bzw. diese zu lockern (weg von linearem Tracking).

Oft unbewusst bieten Firmen auf eigene Markenbegriffe und Konkurrenten. Dafür bezahlen sie teils saftige Klickpreise, obwohl sie auf ihre eigens erarbeiteten Brand-Values bieten.

Google geniesst volle Markttransparenz und kann diese 1:1 mit den Gebotsstrategien der Werbekonten abgleichen - ein Algorithmus, der dies profitmaximierend optimiert, ist eine einfache Folgerung des Geschäftsmodells.

Der Druck auf Google und dergleichen muss erhöht werden - bzw. wir müssen uns als Gesellschaft fragen, ab welchem Mass ein Monopol überhaupt noch derartigen Profit abwerfen darf. Sei es bei digitalen Plattformen oder beim Patentschutz eines Impfstoffs ...

Schlussendlich trägt die Gesellschaft die Folgen und ermöglicht die Entwicklung.

11
/
0
· editiert

Was schlagen sie denn vor ? Das Monopol wird diesen Firmen ja zugestanden, sie haben es geschenkt bekommen. Und es bedarf keinerlei Aktionen es zu behalten. Google ist unwahrscheinlich innovativ. Der Werber kann den Clickpreis übrigens selbst bestimmen. Google bringt die Seite auch von selbst wenn es vernünftige Information drauf hat.
Dann bringen sie eine alternative Werbeplattform, welche so gut und günstig arbeitet.
Medien Konzerne, welche sich hier als benachteiligt darstellen, sollen halt nur Content gegen Bezahlung herausrücken. Also zB Tagesanzeiger : Login. Ohne Leser-login gibt es keine Zeile, kein Bild. Dann wird auch nicht drauf verlinkt, dann erscheint auch nichts bei Google.

0
/
2
Praktikant auf der Kommandobrücke
·

Google verfügt über praktisch unendliche Ressourcen und investiert in neue Technologien. Daraus folgt Innovation. Ich sehe nicht, wie dies die Thematik rechtfertigt.

Lösung? Nein, habe ich nicht. Aber Ansätze zum Habdeln ...

  • die Verwendung von geistigem Eigentum muss reguliert werden

  • Gebotsstrategien, welche sich der Prominenz einer Marke bedienen gehören ebenfalls reguliert

  • Gebote müssen transparenter werden - stattdessen geschieht das Gegenteil

  • massive Besteuerung von Monopolmärkten

  • Kunden/Nutzer sollten über diese Monopolkosten aufgeklärt werden

  • Balance und Unterscheidung zwischen organic/paid Listings auf SERPs müssen hinterfragt werden

  • Haben SEO Prinzipien wirklich etwas in Ads verloren

  • etc.

2
/
0
Molekularbiologe PhD, Unternehmer
·
· editiert

Sehr geehrte Frau Fichter,
Sie bringen es auf den Punkt: Die Medien sind zu "Erfüllungs­gehilfen der Plattformen" geworden. Das Mäzenatentum von Google beweist denn auch nichts anderes, als dass Google Kapitalismus verstanden hat. Die Gehilfen müssen am Leben erhalten werden, und sollen sogar mit bescheidenem Gehalt florieren, damit das System nicht kollabiert, sondern wachsen kann.
Leider ändern an dieser Logik auch öffentliche Medienfinanzierungspakete nichts. Im Gegenteil, Google wird diese hinter vorgehaltener Hand wahrscheinlich sogar begrüssen. Denn sie bedeuten staatlich mitfinanziertes Wasser auf die Mühlen der Informations-Grossgrundbesitzer.
Als Notlösung sind solche Hilfspakete absolut notwendig. Letzten Endes brauchen wir aber Systemreformen, welche die Medien wieder aus ihrer Abhängigkeit von monopolistischen Plattformen befreien.

11
/
0

TOO BIG TO STAY

Der heutige Artikel in der «Republik» zeigt es am Beispiel der Schweizer Medien deutlich: Google ist zur Bedrohung für die freie Presse geworden, aber auch für die freie Wirtschaft – wer nicht mit dem globalen Monopolisten Google kooperiert, ist rasch weg vom Fenster.

In der Finanzkrise der Nullerjahre nannte man Banken, die nicht bankrott gehen durften, weil sie die Wirtschaft ganzer Nationen mit in den Abgrund gezogen hätten,«too big to fail». Diese schönfärberische, in ihrem Kern antiliberale und antidemokratische Metapher hat sich in vielen Köpfen festgesetzt. Vermutlich halten viele Internetler auch Google, Facebook & Co für derart «systemrelevant», dass jeder erdenklich Schaden von ihnen ferngehalten werden muss.

Das Bild, das wir uns zu eigen machen sollten, entsteht dadurch, dass wir es von der Wand nehmen, um 180 Grad drehen und so zurechtgerückt wieder hinhängen: Monopolisten sind TOO BIG TO STAY – zu mächtig, um ertragen zu werden.

In den 1970er Jahren wurde in den USA, gestützt auf die ordoliberale Anti-Trust-Gesetzgebung, der monopolistische Telefonriese AT&T zerschlagen (1). Das ist lange her; seit Obama usw. werden vorab in den USA Wahlen dank big data und social media gewonnen, die Lust der Politiker, das Silicon Valley an die Leine zu nehmen, fehlt dementsprechend.

Zwar haben US-Behörden im Jahr 2020 Kartellklagen gegen Google und Facebook eingereicht, und die EU scheint gewillt, den Einfluss der Internet-Giganten einzudämmen (2). Doch deren Verflechtungen mit Wirtschaft, Politik und Gesellschaft sind ungleich vielfältiger und tiefer als damals im Falle der AT&T.

TOO BIG TO STAY ist nicht nur eine Forderung an die Politik, sondern eine Aufforderung an uns selber: Google & Co die Gefolgschaft zu verweigern, wo es geht. Ein kleines Beispiel: Die beide Links in diesem Post hab ich nicht gegugelt, sondern über die unabhängige Suchmaschine ECOSIA (3) gefunden.

(1) https://de.wikipedia.org/wiki/AT%26T
(2) https://www.capitalgroup.com/europe…ouble.html
(3) www.ecosia.org

12
/
1
Rollenlos
·
· editiert

Ich spüre es schon, die werbebasierten Medien werden durch Lobbyismus das Internet für alle versauen. Ein Blick auf Frankreich wäre da Interessant. Persönlich sehe ich die Medien zwar als Essentiell aber auch als Unterdrücker des Internets an. Sie haben sich auf den Risikoreichen Werbemarkt eingelassen und sind nun im Hochmut von der Innovation überholt worden. Gerade die Werbeeinnahmen haben sie zum hirnlosen Sensationsjournalismus getrieben wo sie nun feststecken.

10
/
0

Inwiefern als Unterdrücker des Internets ? Die erste Reaktion von Google war die Zeitungen nicht mehr zu indexieren, nicht mehr bei den Suchen erscheinen zu lassen. Das war auch gut. Jetzt scheint man sich arrangiert zu haben. Zeitungen bringen die ersten 30 Zeilen gratis und bei mehr soll man sich bitte erst als Nicht-abonnent, und bei noch mehr als Abonnent einloggen. Der Erste wird dann beworben.

0
/
0

Wird es der Staatengemeinschaft je gelingen, globale Probleme wie die CO2-Reduktion oder gerechte Besteuerung zu lösen? Die weltweite Impfstoffverteilung oder Lösungsstrategien zur Migration lassen nichts Gutes erahnen.

9
/
0
Weltenbürger (du/er)
·

Den Kontext zum Beitrag sehe ich jetzt nicht, aber am Schluss werden wir vielleicht sogar von GAFAM gerettet, weil sie z.B. Klimasünder von ihren Plattformen verbannen.

0
/
0

Besteuerung der globalen Konzerne gemäss ihres Gewinnes in jedem Land: Die "Werbesteuer" von Google z.B. käme dann den "Artikel-Produzenten" mit stetig wegbrechenden Werbeeinnahmen zugute. Möglich, dass das bald gelingen wird.
Noch fehlt es aber an weltweiten Standards, wie man globale Unternehmen gerecht besteuern will/kann.

1
/
0
Weltenbürger (du/er)
·

Auch diese Initiative wird als protektionistische Alternative gegenüber der Big-Tech-Welt vermarktet. Der Daten­kuchen der Benutzer soll ausschliesslich den Medien­häusern zur Verfügung stehen.

Leider verstehen in meinen Augen die Verlage die Lage falsch: Auch wenn sie sich «protektionistisch» verhalten, werden sie nie eine Chance gegen Google (und Facebook) haben. Vom Datenkuchen werden sie höchstens ein paar Krümmel abstauben. Ich denke eine radikalere Gegenposition könnte vielversprechender sein. Ähnlich, wie es die Republik macht: Konsequent auf Tracking verzichten, Datenschutz als Verkaufsargument nutzen. Es müssen nicht alle Medientitel werbefrei sein (es wäre zu begrüssen), stichwort- /themenbasierte Werbung ist nicht viel schlechter als die personalisierte, von Google ausgequetschte Variante. Vielleicht bin ich da aber schon viel zu «biased» für einen neutralen Blick.

9
/
0

Da bin ich ganz Ihrer Meinung. Eine Auslegeordnung der verschiedenen Blickwinkel auf Targeted Advertising finden Sie in diesem langen Beitrag von Wired. Scheint nicht komplett unnütz, trotzdem unter dem Strich das Fazit: Könnte man auch gleich ganz verbieten.

3
/
0

Sind sie sicher, dass sie die Lage falsch verstehen ? Subventionen und Marktabschottung sind doch immer gut wenn man dabei profitieren kann.
Wenn man in der Schweiz nicht jammert werden die Leute nur neidisch.

1
/
1
Weltenbürger (du/er)
·

Nein, sicher bin ich mir nicht. Ich meine auch weniger die Subventionierung und Abschottung. Eher die Idee, sich so sehr von Google abschotten zu können, um vom Datenkuchen profitieren zu können. Die paar Datenkrümmel, die Verlage einsammeln können, werden wahrscheinlich nicht viel Profit abwerfen.

0
/
0

Solche Muster sehen wir nicht nur bei Google, sondern auch bei den üblichen anderen verdächtigen (Amazon, Facebook, Apple, Microsoft, Uber, Airbnb).

Kürzlich habe ich von einem Insider gehört wie Amazon Kommunikationsinfrastruktur unter Kontrolle nimmt: Die Swisscom verlagert ihre Infrastruktur (Backend des Mobilfunknetzes) zu AWS (Amazon) und darf sich Amazon Partner nennen (https://fintechnews.ch/cloud/swissc…ork/46496/). Als "Gegenleistung" versichert Amazon, in der Schweiz keine direkte Konkurrenz als Netzwerkbetreiber aufzubauen. (Amazon könnte das tatsächlich in gewissen Bereichen: https://aws.amazon.com/private5g/).

7
/
0
· editiert

Vielen Dank für den frontalen Blick zu Googles Werbung. Mein Blick ist der von Hinten. Wie laeuft das mit der Google Werbung als Werbender.
Da ist mal Google Awords. Die webbasierte Werbeplattform. Sie ist mit den Suchanfragen verknüpft. Google speichert die Suchanfragen nicht nur als Textstring, sondern auch deren Aufbau. Das erkennt man daran, dass eine Vervollständigung dauernd mitläuft und Vorschläge zur Vervollständigung unterbreitet. Dabei werden die häufigsten Anfragen zuoberst angezeigt. Je schneller der Benutzer die Frage los wird, desto besser das Kundenerlebnis. Google kennt zu allen Suchanfragen den Kontext. Dies, weil nach der ersten Anfrage eine Nächste kommt. Nach einigen Anfragen zu Rückenschmerzen, und der Auswahl der Texte ist klar, dass der Benutzer allenfalls Rückenschmerzen hat. Dafür gibt es Produkte & Dienstleistungen. Jemand anderer sucht etwas zu Temperaturmessung. Für Produkte & Dienstleistungen allenfalls etwas breit. Nach Auswahl der Texte und nachfolgenden Fragen ist vielleicht der Kontext bekannt. Dann kann fuer Produkte & Dienstleistungen geworben werden. Wie geht das nun weiter, resp vorher ? Als Google Benutzer kann man ein Konto bei Adwords eröffnen. Das ist sogar gratis. Man definiert eine Kampagne zu einem Produkt. Auf welche Suchwoerter, oder Suchinhalte soll das Produkt, resp Dienstleistung gezeigt werden ? Da kann man soviele Einträge und Verfeinerungen aufführen wie das Herz beliebt. Google errechnet einen Preis pro Click. Je genereller der Ausdruck, desto teurer. Desto häufiger kommt er vor und wird danach gesucht. Dieser Preis ist aber nicht eine feste Zahl sondern eine lose Vorgabe. Bei häufig gesuchten Wörtern, resp Suchanfragen gibt es einen Mindestbetrag pro Click. je spezifischer die vom Werbenden vorgegebene Suchanfrage, desto weniger häufig erscheint sie, desto guenstiger, Und der Mindest Clickbetrag fällt weg. Nun kann man den vorgeschlagenen Clickbeitrag, erniedrigen, oder erhöhen. Wenn man zu tief , reingeht ist man hinten in der Liste der angezeigten Produkte und Dienstleistungen. Wenn man sicher zuoberst sein will geht man höher. Diese Reihenfolge resp die Häufigkeit wird auch gleich angezeigt, oder falls noch nicht bekannt bald nachgeliefert. Der Werbende kann sich also schon vor Aufgabe der Werbung positionieren. Damit das Ganze nicht aus dem Ruder läuft, kann man sich ein Tageslimit setzen. zB pro Click 20Rp, und Tageslimit 3 Fr. Wenn das aufgebraucht ist, ist man draussen. Morgen dann wieder. Man kann auch definieren wo die Inserate gezeigt werden. Für eine lokale Pizzeria macht nur in der Nähe Sinn. Je nachdem macht vielleicht global Sinn, allerdings ohne zB Nordkorea. Wohin man zu liefern gedenkt. Von den 20 oder so vorgeschlagenen Produkt-Suchbegriffen bekommt man schnell, dh innert Tagen eine Reihenfolge welche nun gut oder besser liefen. Resp zu jeder Suchdefinition gibt es eine Zeige-Anzahl, und eine Click-Anzahl. Nun kann man eine Automatisierung starten, dass höher geclickte Anfragen häufiger gezeigt werden. Nach einer gewisse Zeit stellt Google allenfalls passende, moegliche Anfragen, welche besonders häufig gestellt würden vor. Die kann man mit einem Click aufnehmen. Und sich so insgesamt über die Wochen und Monate optimale Suchanfragen zusammenzustellen. Dann schlägt Google die Verwendung kleiner Bilder vor. Die kann man mit Text kombinieren. Also macht man vom Produkt im Konxtest eine Anzahl kleiner Bilder, mit Text. Auch hier das Spielchen. Welches Ad läuft besser wie das andere. Bevor's vergessen geht, man kann an so einer Kampagne jeden Tag beliebig lange rumbasteln, neue Texte, neue Bildchen, andere Click- und Tagesbeträge. Soviel zu Google Adwords. Ich bin dort als Werbender vor vielleicht 10 Jahren ausgestiegen, weil ich keine Werbung mehr benötigte. Allenfalls gab's Änderungen.
Zum Auswerten gibt es auch ein Tool. Da sieht man wie oft, wie häufig welches Ad, von woher angeschaut wurde. Ob mit Firefox, Andoid, Safari als Browser. Zu welcher Tageszeit. Und man bekommt Vorschlage wir die Kampagne zu verbessern wäre.

Dann gibt es für Webseitenbetreibende den Dienst Google Adsense. Dort gibt man als Teilnehmer Google die Möglichkeit Werbung einzublenden. Ein kleines Stück Javascript Code auf der Seite identifiziert die Seite für Google und wird jedes Mal ausgeführt wenn die Seite beim Betrachter auf dem Browser geladen wird. Das ist dann eine Anfrage an Google, Werbung einzublenden. zB ist dort definiert, die Werbung dürfe Horizontal 4x20cm gross sein. Google kennt die Seite, kennt den Content, und den Kontext. Sollte der Content und der Kontext nicht bekannt sein, was zB bei dynamisch aufgebauten Seiten der Fall ist, liest Google die Seite und merkt sich diese. Zu diesen Informationen wird dann die Werbung gesucht. Aus der Auswahl der Bildchen und Text Ads von grad vorhin beschrieben. Für jedes Anzeigen bekommt der Seitenbetreiber Geld, resp wird dessen Konto gutgeschrieben. Man kann sich's auch auszahlen lassen. Es geht nur um Rappen, kann sich aber trotzdem aufsummieren. Google lässt sich also so vom Werbenden die optimalen Inserate liefern. Und der Benutzer sieht eine zum Content der Seite passende Inserate.
Der Zug für unsere Werbemedien ist nicht nur abgefahren weil sie nicht die Datenbasis haben, sondern weil sie sich nicht vorstellen können etwas gratis zu liefern. Als Gewerbetreibender kennt man das.. die Werbeleute. Wollen feste Aufträge mit möglichst langer Laufzeit, und möglichst kleiner Flexibilität des Kunden.
Ich denke der Werbezug ist nicht abgefahren, resp es kommt immer wieder ein Neuer. Aber das erwartete Kundenerlebnis hat sich gewandelt. Leider sehe ich keine Wende. Die Leute der Werbung hier sind im letzten Jahrtausend stehengeblieben.

Als Benutzer habe ich lieber auf mich zugeschnittene Inserate, als den Briefkasten voll mit Papier zu irgendwelchen Produkten, die mich gar nicht interessieren.

6
/
0
Weltenbürger (du/er)
·
· editiert

Danke für die Perspektive. Frage: Lohnt sich der Aufwand, täglich die Anzeigen zu optimieren, unter dem Strich finanziell? Und lohnt es sich, sich dafür in eine totale Abhängigkeit von Google zu begeben?

Als Benutzer habe ich lieber auf mich zugeschnittene Inserate, als den Briefkasten voll mit Papier zu irgendwelchen Produkten, die mich gar nicht interessieren.

Ich habe lieber Anzeigen, die zum Kontext passen. Wenn ich mir einen Vergleich von verschiedenen NAS anschaue, stört mich Werbung für ein NAS nicht. Dafür sind auch keine persönlichen Daten nötig. Ich will aber nicht durch das ganze Internet als die Person verfolgt werden, von der Google denkt, dass ich sie bin. Und ganz sicher nicht will ich, dass Psychologen versuchen meine Persönlichkeit zu exploiten, um mich zu möglichst vielen Kaufentscheidungen zu bringen. Zudem ist irrelevante Werbung praktisch: sehr wenig kognitiver Aufwand, sehr klein die Versuchung. Ah, kein persönlich adressierter Brief? Ohne Umwege ins Altpapier, ade merci.

4
/
0
· editiert

Die Anzeigen optimieren zu können ist viel wert. Weshalb sollen sie ein Inserat für Monate fahren, auch wenn sie wissen, dass es nicht gut ist. zB im falschen Kontext widersprüchlich, oder einen unpassenden Kontext eröffnet, oder erfasst. Nein, müssen tun sie gar nichts. Abhängigkeit von Google ? Sehe ich nicht. Ich kann die/eine Kampagne jederzeit abbrechen. Nicht per Vertrag nach 30 Tagen, mit Strafe oder so, sondern per Click, grad jetzt. Ohne zusätzliche Kosten. Es ist mein Inserat, ich habe es am Markt optimiert, ich kann es auch anderswo, theoretisch, laufen lassen. Als Werbender ... bringt etwas ähnlich kundenfreundliches. Es ist ein riesiger Markt. Schätzungen gehen davon aus, dass man einen Drittel des Gewinns in Werbung investieren sollte. Je nach Produkt halt. Ich sehe Werbung, als nicht aus dieser Ecke kommend, fuer..

  • neue Produkte vorstellen

  • Ladenhüter müssen raus

  • überteuerte Produkte
    In diesem Zusammenhang, Markenprodukte. sind nicht speziell gut. sondern :

  • ergeben dem Verkäufer den höchsten Gewinn

  • erhalten daher im Laden den besten Platz.

  • sind zu diesem Preis machbar wegen der extrem hohen Stückzahlen
    Aber speziell gut sind sie nicht. Eher extrem gewinn optimiert.

0
/
0

Frage: Lohnt sich der Aufwand, täglich die Anzeigen zu optimieren, unter dem Strich finanziell?

Jein, mit starker Betonung auf Nein. Die Bieterei bzw. Gamifizierung bindet möglichst viel Zeit der Person, die das Werbekonto betreut. Gleichzeitig schaukelt Google die Preise für einen Click zu einem Stichwort kontinuierlich hoch, z.B. indem der Konkurrenz dauernd mitgeteilt wird, auf welche neuen Stichworte wie viel geboten wurde.
Google wird aber die Anzeigen so lange anzeigen, bis das Tagesbudget durch darauf ausgeführte Klicks aufgebraucht ist.
Wer also bei einem Tagesbudget von CHF 10.- auf Stichworte setzt, deren Klick je CHF 5.- kosten, wird genau zwei Klicks (= Kundenkontakte) erhalten. Bei günstigeren Stichworten, die nicht künstlich hochgetrieben sind und sagen wir je CHF 0.10 Kosten, wären das 100 Klicks bzw. Kundenkontakte - die genau so qualifizeirt sind, denn ohne Interesse wären sie gar nicht angeklickt worden.

Edit: Tippfehler bei Markdown

0
/
0

Die Frage dabei ist allerdings, ob man sich von der Konkurrenz so beeinflussen lassen soll. Muss man denn zuoberst in der Liste sein ? Dann rutscht man eben ab. Allenfalls auf die zweite Seite.
Wenn man vernünftigen Content auf der Seite hat wird man sowieso gefunden. Nehmen wir an, sie verkaufen Durchflusssensoren. Wenn sie ein Tutorial oder eine Entscheidungshilfe auf der Seite haben, kommen sie auch gratis, nicht unter Werbung, sondern und Suchtreffern.

0
/
0

Irgendwie ist mir bei einem solchen Propagandaartikel zum Mediengesetz nicht mehr ganz wohl ... Analyse? Na ja.

0
/
6
Chefredaktion
·
· editiert

Frau Fichter schrieb schon über Google und Schweizer Medien, da gab es das Mediengesetz noch gar nicht. Sie sollten vorsichtig sein mit ehrenrührigen Unterstellungen. Frohe Fest.

6
/
1

Das ist keine Unterstellung, Herr M., sondern die Äusserung eines Unbehagens. Betrachten Sie meinen Kommentar als Frage. Es geht auch nicht um die Kompetenz von Frau Fiechter, die ich sehr achte. Betrachten Sie die zwei Zeilen als Frage zum Kontext. Vielleicht würde Ihre Antwort dann etwas weniger aggressiv ausfallen. Auch Ihnen wünsche ich stressfreie Tage und ein gelingendes neues Jahr.

0
/
2
Ratsmitglied Project R Genossenschaft
·

Passend dazu und auch hierzu, der satirische Kommentar von Ruedi Widmer.

3
/
0

Hoffe sehr, dass sich die Bevölkerung von der, vor allem rechtspopulistische Seite, nicht einlullen lässt und die Medienförderung gut heisst. Denn starke Medien sind wichtig in einer Demokratie. Ansonsten werden wir bald Zustände wie in den USA haben. Wer würde bei uns der Tucker und die Laura? Hoffe die Antwort auf diese Frage nie zu erfahren.

0
/
1
seit 2018

Republik AG
Sihlhallenstrasse 1
8004 Zürich
Schweiz

kontakt@republik.ch
Medieninformationen

Der Republik Code ist Open Source