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Ja, der munterbunte Lichtmast von Pipilotti Rist, er ist es. Er zündet nachts dem alten Moser und dem neuen Chipperfield mit bunten Bildern heim. Und er markiert das Zentrum des städtebaulichen Versagens, verpasste Chance Nummer 1: statt einem urbanen Platz der umliegenden Kulturzentren, eine verstümmelte Kreuzung mit fünf Zu- und Abgängen, vier Tram- und einer Trolleylinie, nicht einmal eine einzige anständige Velospur.
Der verspielt gewundene bunte Lichtmast steht fast genau über dem unwirtlichen, nicht einladenden, schmalen unterirdischen Verbindungstunnel: Abgang gerade neben den wunderbaren Schnebli-Amann-Marmortoiletten. Verpasste Chance Nummer zwei.
Ich habe die abgerissenen Turnhallen mit dem Schild "Mens sana in corpore sano" nie wirklich geliebt, zuviele schlechte Erinnerungen an den militärischen Drill der Turnlehrer auf dem Parkettboden. Den massigen Rippenkasten, die Jelmoli Lagerhalle, liebe ich auch nicht wirklich.
Mit Geld von Waffen bezahlte Kunst wird nie rein, auch wenn die mächtigen inneren Betonhallen grosse Erwartungen wecken und die eitlen Trompetengoldtüren und -fenster versuchen, einen Hoffungsschimmer zu verbreiten: Kunst?

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Oh wie wahr.

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"Der cremefarbige Sandstein der Fassade nimmt die Materialität der Tempel­front des ersten Kunsthaus-Baus am Platz von Karl Moser auf; und die vertikale Fassaden­struktur antwortet auf die seriellen Rippen des brutalistischen Riegels, mit dem das Kunsthaus 1958 ein erstes Mal erweitert wurde (...)"

Ich sehe da eher ein Zitat von Otto Salvisbergs Fassade des «Bleicherhofs» von 1940. Wäre immerhin eine Reverenz an die lokale Architekturgeschichte. Und macht mir den Star-Architekten wenigstens ein Spüürli sympathischer.

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Noch ein kleiner Hinweis: Der "cremefarbige Sandstein der Fassade" ist in Wirklichkeit ein Jura-Kalkstein aus dem Laufental.

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S. H.
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Warum gibt es anstelle der Prozession im Untergrund keine Prozession in luftiger Höhe über Pfauen/Heimplatz? Etwa wie die Prozession am Rhein beim Tinguely (-Museum).

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Kunsthaus-Erweiterung , das Resultat einer Umkehr städtebaulicher Wertehierarchien
https://matthias.ch/kunsthaus-erwei…n-zuerich/

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ich bin neu dabei, jetzt weiss ich nicht wie den ersten Beitrag gelöscht werden kann.

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Lucia Herrmann
Community @ Republik
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Kein Problem! Fürs nächste Mal: Sie haben zwei Möglichkeiten:

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Lucia Herrmann
Community @ Republik
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Guten Morgen, darf ich Sie bitten, den Link noch mit ein- zwei Sätzen einzuordnen? Merci!

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Interessanter Text mit dieser Verortung des heute im gestern und vorgestern. Eindrückliche Bilder auch. Um wieviel imposanter wäre der abendliche Blick an Pipilotti Rists trümligem Lichtturm vorbei aufs neue Gebäude ohne die allgegenwärtigen Autos! Aber irgendwo muss halt auch nach Bührle das Geld für soviel Kultur herkommen. Es zu verdienen sind Autos wahrscheinlich nicht ganz, aber sicher fast so nützlich wie Waffen.

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Stimmt die Information wirklich, dass man für ein paar Tage frei durch den neuen Teil wandern kann, "unbehelligt" von Kunstwerken? Auf der homepage des Kunsthauses jedenfalls habe ich nur abgesagte Führungen gefunden und keinen Hinweis auf freilaufende Besucher, die nur in den Aus- und Durchblicken schwelgen wollen!

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Lucia Herrmann
Community @ Republik
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Guten Morgen Herr B., die Stelle im Text ist vielleicht etwas missverständlich. Der Neubau kann ab jetzt besichtigt werden, ja, aber das kostet etwas. Aber: Über das Pfingstwochenende soll der Eintritt gratis sein Beste Grüsse

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L. D.
· editiert

Danke für diesen lesenswerten Beitrag und den Hinweis, dass man ein paar Tage lang die Schuhschachtel zum Nulltarif durchwandern kann. Der Zufall will‘s, dass mich just am nächsten Wochenende eine Städtereise nach Zürich führt, so will diese Gelegenheit wahrnehmen. Ich gebe zu, dass mir der Begriff «Schuhschachtel» schon beim Betrachten der ersten veröffentlichten Visualisierungen des Chipperfield-Projektes durch den Kopf ging. Damals noch in Zürich wohnhaft, wunderte ich mich über die Idee, der Bührlesammlung diesen Platz zu geben. Oerlikon wäre für mich zweifelsfrei der passendere Standort gewesen, eben da, wo der damals offenbar reichste Mann der Schweiz seine Waffen herstellen liess, die er skrupellos an Staaten und Kunden jedwelcher Couleur verkaufte.
Dass die Stiftung Bührle hingegen das Produkt einer stillschweigenden Abmachung zwischen dem Staat und dem Waffenproduzenten war, das drang nie wirklich an die Öffentlichkeit. Bührles Steuerhinterziehungen, notabene im Ausmass eines für damalige Verhältnisse wohl ebenso traurigen Rekordes, flogen durch einen an die Zürcher Regierung gerichteten, anonymen Brief auf, der heute im Staatsarchiv ruht. Eines Whistelblowers, wie man heute vielleicht sagen würde. Emil Bührle rettete damals seinen Kopf, indem er grosse Teile seiner Sammlung in eine Stiftung überführte.
Der Historiker Thomas Buomberger hat diese Spur verdienstvoll recherchiert, aber aus der ganzen Schweizer Medienlandschaft interessierte sich grad mal der Beobachter dafür, seine Arbeit als Artikel zu publizieren. Immerhin wurden die dunklen Seiten dieser Stiftung auch vom 2015 erschienen «Schwarzbuch» (Hrsg. Buomberger und Magnaguagno) nochmals ins Licht der Öffentlichkeit gestellt, so dass der Staat sich genötigt sah, die Grenzen von Legalität und Illegalität durch eine neu geschaffene Kommission erneut – und vielleicht auch etwas kritischer als bis dahin – beleuchten zu lassen.
Ich bin gespannt, wo innerhalb dieses opulenten Neubaus man auf kritischere Informationen stossen wird...

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ich war schon mal dort und habe keine Kritik gesehen. Mich haben die goldenen WC-Türen fasziniert ...

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