Republik live

Zwischen Tanz­fläche und Totenbett

Patti Basler war zu Gast beim «Salon der Republik» über aktuelle deutsch­sprachige Dichtung. Auf dem Programm: neue Bücher von Juliane Liebert und Yevgeniy Breyger – und Lyrik von Patti Basler selbst. Der Podcast zum Nachhören.

Von Daniel Graf, 07.05.2021

Teilen6 Beiträge6

Die Republik ist ein digitales Magazin für Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur – finanziert von seinen Leserinnen. Es ist komplett werbefrei und unabhängig. Überzeugen Sie sich selber: Lesen Sie 21 Tage lang kostenlos und unverbindlich Probe:

Manchmal kommt ein Fazit über einen Text ganz ohne Wertungs­adjektive aus. «Ich werde mich noch sehr lange aufhalten in diesem Buch», meinte Patti Basler zu Yevgeniy Breygers Gedicht­band «Gestohlene Luft». Und wenn wir Patti Basler richtig verstanden haben, werden auch Juliane Lieberts «lieder an das grosse nichts» sie weiter begleiten. «Faszination» war womöglich das Wort, das an diesem Abend am häufigsten fiel.

Es sind zwei junge, aber bereits unverkennbare Stimmen der deutsch­sprachigen Gegen­warts­dichtung, die diese Woche beim digitalen «Salon der Republik» im Zentrum standen.

In den Gedichten von Juliane Liebert, auch bekannt als Musik- und Literatur­kritikerin, meint man noch mit einem Bein auf der Tanzfläche zu stehen – da geht es mit dem nächsten «step» schon ins Existenzielle. Wo eben noch Clubbeats wummern, hört eine Zeile weiter ein Herz zu schlagen auf. Texte zwischen Lebens­feier und Trauer­arbeit, zwischen Disco­kugel und Finsternis.

Ganz anders der Sound (und Sog) der Gedicht­zyklen von Yevgeniy Breyger: scheinbar altvertraute, gar archaische Vokabeln. Und doch wider­setzen sich diese Texte dem schnellen Verstehen. Die Faszination – da ist wieder dieses Wort – setzt unmittelbar ein. Aber dann beginnt erst die Erkundung dieser «König­reiche», wie der längste Zyklus des Bandes heisst: ein Weg, der durch Traum und Trauma führt, durch den Dialog mit toten und lebenden Dichterinnen, tief in die Geschichte des 20. Jahr­hunderts und mitten hinein in die Lyrik der Gegenwart.

Und Patti Basler? Ein «Anflug von komödiantischem Grössen­wahn» sei es gewesen, dass sie sich einmal selbst als Lyrikerin bezeichnet habe, meinte Patti Basler zu Beginn des Abends.

Die Wette auf den Gegen­beweis gilt. Hören Sie selbst:

  • Begrüssung und Vorstellung des Podiums

  • Einführendes Gespräch mit Patti Basler (1:54)

  • Diskussion zu Juliane Liebert: «lieder an das grosse nichts» (9:08)

  • Lesungen aus Lieberts Gedichten (11:00 bzw. 21:10)

  • Diskussion zu Yevgeniy Breyger: «Gestohlene Luft» (24:45)

  • Lesung aus Breygers Gedicht­zyklus «König­reiche» (25:35)

  • Ausblick und Dank (52:12)

  • Lesung Patti Basler: «Ideen­geschichte» (53:50)

66

Sie sind sich immer noch nicht sicher, ob die Republik etwas für Sie ist? Dann testen Sie uns! Für 21 Tage, kostenlos und unverbindlich:

seit 2018

Republik AG
Sihlhallenstrasse 1
8004 Zürich
Schweiz

kontakt@republik.ch
Medieninformationen

Der Republik Code ist Open Source