Dr. lic. phil. jur. Mama

Was hält studierte Mütter von der Erwerbsarbeit ab? Eine Architektin, eine Hebamme und eine Anwältin berichten von einem Kampf, den Zehntausende schweigend führen.

Von Anja Conzett (Text) und Nan Lee (Illustration), 22.09.2020

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Aus der Handtasche ragt das Plüschtier der Tochter. «Wir haben genau anderthalb Stunden, bis ich sie aus der Spiel­gruppe holen und Zmittag kochen muss», sagt die Architektin ETH, während sie sich im Café um die Ecke ihrer Altstadt­wohnung einen Cappuccino bestellt.

Die Hebamme FH öffnet die Tür im siebten Monat schwanger, die Hände noch feucht vom Spül­wasser: «Die Kleine macht noch ungefähr eine Stunde Mittags­schlaf, danach sind wir zu dritt im Gespräch.»

Die Anwältin mit zwei Hochschul­abschlüssen empfängt um 8 Uhr früh im Büro ihrer Praxis, die sie sich mit zwei anderen Anwälten teilt; Bilder der Töchter an der Wand, auf dem Schreib­tisch und dem Mousepad: «Wir sollten genügend Zeit haben, aber vielleicht muss ich den einen oder andern Anruf eines Mandanten entgegennehmen.»

Die drei Frauen sind sich nie begegnet, leben in verschiedenen Teilen der Schweiz. Was sie gemeinsam haben: Alle drei sind sehr gut ausgebildet, alle sind Mütter – und alle mussten sie ihre Karriere in der einen oder anderen Form pausieren.

Damit sind sie in guter Gesellschaft. Obwohl sich Ökonomen einig sind, dass ihre Partizipation am Arbeits­markt nachweislich zum Wohl­ergehen und Wachstum der Wirtschaft beiträgt, sind Frauen – besonders Mütter – weltweit eine überproportional brach­liegende Ressource. Das McKinsey Global Institute hat 2015 errechnet, dass die Reduzierung des Gender Gap – der Ungleichheit zwischen den Geschlechtern – nicht nur gerecht wäre, sondern auch das weltweite Brutto­inland­produkt bis 2025 um 12 Billionen Dollar steigern würde.

Auch in der Schweiz wird das Potenzial der Frauen nicht ausgeschöpft. Zwar ist die Erwerbs­tätigkeit mit 83,2 Prozent vergleichs­weise hoch, doch fast ein Viertel der Frauen arbeitet gemäss Erhebungen des Bundesamts für Statistik 50 Prozent oder weniger.

2019 blieben 115’000 Frauen mit Kindern unter 15 Jahren ganz zu Hause. Das sind zwar 24’000 weniger als noch fünf Jahre zuvor, doch ausgerechnet auf der Stufe der am besten ausgebildeten Mütter ist die Zahl im 5-Jahres-Vergleich nicht gesunken, sondern gestiegen – von 43’000 auf 44’000.

Dies, obwohl in der Schweiz chronisch und zunehmend Fachkräfte­mangel herrscht.

Weder die Architektin noch die Hebamme noch die Anwältin hatten geplant, ihre berufliche Lauf­bahn wegen der Mutterschaft zu unterbrechen. Und doch geht ihre Expertise dem Schweizer Arbeits­markt teilweise über mehrere Jahre verloren.

Was ist passiert?

Hausfrau wider Willen

«In einem bin ich mir sicher: Wie familien­feindlich unsere Gesellschaft wirklich ist, merkt man, wenn man Mutter wird.» Die Hebamme, die das sagt, ist 35 Jahre alt und eine der 44’000 Frauen in der Schweiz mit akademischer Ausbildung, die im letzten Jahr zu Hause geblieben sind. Der Mann, System­techniker FH, kommt für die 110’000 Franken Jahres­einkommen der Familie allein auf.

Während der Schwangerschaft war ihre Vorstellung eine andere. Gut drei Jahre ist das her. Damals ist die Hebamme in einer Klinik angestellt – mit einem 80-Prozent-Pensum. Nach der Geburt will sie 50 Prozent weiter­arbeiten, die Chefin würde sie zwar gerne behalten, aber eine Reduktion des Pensums liegt nicht drin. Der Hebamme bleibt nichts anderes übrig, als zu kündigen. Sie begibt sich auf Stellen­suche; der Mann reduziert sein Pensum präventiv auf 80 Prozent; das Kind kommt einen Tag in die Kita, einfach damit ein Platz da ist für den Fall, dass die Mutter eine Stelle findet.

Das Paar hat kein Anrecht auf einen subventionierten Krippen­platz, weil es gemeinsam nicht mehr als 100 Prozent arbeitet. Nach einem halben Jahr Jobsuche haben die Krippen­kosten und das reduzierte Pensum des Mannes ein Loch in die Kasse gefressen. Die Hebamme resigniert. «Es gibt wenig Teilzeit­stellen für Hebammen, und wenn, dann gehen sie verständlicher­weise an erfahrenere Kolleginnen und nicht an die junge, weniger erfahrene Mutter mit einem Säugling zu Hause.»

Gemäss einer Erhebung von Swiss Life würden 92 Prozent der Eltern gerne Teilzeit arbeiten. Und obschon die Schweiz im europäischen Vergleich hinter den Niederlanden Spitzen­reiter ist, wenn es um Teilzeit­stellen geht, deckt das Angebot die Nachfrage nicht.

Teilzeit ist nicht nur bei Müttern beliebt – gemäss einer repräsentativen Studie von Pro Familia würden 9 von 10 Männern gerne ihre Arbeitszeit reduzieren. Faktisch arbeiten jedoch nur knapp 18 Prozent der Männer unter 90 Prozent – bei den Vätern sind es 24 Prozent, wie die Umfrage von Swiss Life ergeben hat.

Solange die Väter nicht mitziehen – sich Teilzeit­arbeit nicht normalisiert –, kann die Arbeit mit reduziertem Pensum für Mütter tückisch sein, selbst wenn sie eine Teilzeit­stelle finden.

Das hat auch die Architektin erfahren. «Mein Metier ist eine Macho­branche», sagt sie. Sexistische Kommentare, nachweislich 10 bis 30 Prozent weniger Lohn als gleich qualifizierte Kollegen (nachweislich, da der Chef einmal versehentlich die Lohn­liste auf dem Schreib­tisch der Kollegin hat liegen lassen): «Dass da eine unsichtbare Wand ist, habe ich schon im Studium gespürt. Richtig reingeknallt bin ich aber erst, als ich Mutter wurde.»

Die Architektin ist 40 Jahre alt, ihre Tochter ist 4. Als sie schwanger wird, ist die Ideal­vorstellung, dass sie und ihr Mann je 70 Prozent arbeiten. Doch der Mann steht am Anfang seiner Karriere als selbst­ständiger Anwalt, Teilzeit ist illusorisch. Sie hat dagegen mehrere Jahre Berufs­erfahrung und ist bei einem national bekannten Architektur­büro angestellt, bei dem sie weiterhin als Selbst­ständige in Auftrags­basis arbeiten kann.

Nach dem 14-wöchigen Schwangerschafts­urlaub arbeitet die Architektin 40 Prozent, die Tochter ist erst bei einer Tages­mutter, dann in der Kita. Doch nach kurzer Zeit zurück am Arbeits­platz ist klar: Projekte stehen der jungen Mutter offenbar nicht länger zu. Stattdessen werden ihr Arbeiten zugeteilt, die sonst Berufs­einsteiger und Master­studenten erledigen. Nach zwei Jahren hat sie genug und reduziert das Pensum drastisch. Jetzt arbeitet sie noch etwas über 10 Prozent und trägt damit im Schnitt 20’000 Franken im Jahr zusätzlich zu den 180’000 Franken bei, die ihr Mann erwirtschaftet.

So hat sie sich das nicht vorgestellt: «Für das, was man mich noch machen liess, habe ich mich nicht durch 70-Stunden-Wochen an der ETH gemüht.» Sie schüttelt den Kopf. «Wenn ich so weiter­gearbeitet hätte – all die Konflikte und Kämpfe eingegangen wäre –, es hätte mich am Ende vollends zermürbt. Das wäre nicht fair gewesen; nicht meiner Tochter, nicht meinem Mann gegenüber. Und auch nicht mir gegenüber.»

Die Schwangerschaft ändert alles

In einer 2016 erschienenen Studie über Teilzeit­arbeit attestierte die Boston Consulting Group Schweizer Arbeit­gebern «mangelnden Enthusiasmus», wenn es um Frauen geht, die nach dem Mutterschaftsurlaub zurück an den Arbeitsplatz kommen. Was die Rück­kehrerinnen erwartet: Perspektiv­losigkeit und in 56 Prozent der untersuchten Firmen eine männlich geprägte Unternehmens­kultur, die ihren Aufstieg behindert. Mehrmals weist die Studie auch darauf hin, dass Frauen ihre Ansprüche zu leise einfordern würden. Im Fall der Anwältin kann es daran nicht gelegen haben.

«Wir lassen Frauen an Hochschulen, wir lassen sie arbeiten. Aber sobald die Kinder kommen, ist Schluss», sagt sie. Die Anwältin wird vor 14 Jahren zum ersten Mal Mutter. Damals ist sie bei einer angesehenen Kanzlei angestellt. Sie habe sich «getraut», schwanger zu werden – getraut, weil sie die erste Anwältin in der Kanzlei ist, die ein Kind bekommt. Bevor sie schwanger geworden sei, sei sie von den Chefs regelrecht gehypt worden. Danach ist alles anders.

Sie wird grundlos kritisiert, angefeindet. Eines Tages verlangt der Chef von ihr, dass sie aufschreibt, wann sie auf die Toilette geht, weil er den Eindruck hat, dass die Schwangere zu oft austritt. Kurz darauf sitzt eine der Sekretärinnen weinend bei ihr im Büro – sie ist ebenfalls schwanger, will das Kind behalten, fürchtet aber, dass mit ihr auch so verfahren wird wie mit der Anwältin.

Die Schwangerschaft verläuft auch sonst nicht ohne Komplikationen. Sechs Wochen vor der Geburt wird die Anwältin krank­geschrieben. Bevor sie in die Baby­pause geht, macht sie mit ihrer Vorgesetzten ab, dass sie in einem 60-Prozent-Pensum zurückkommt. Doch als das Baby da ist, will von dieser Abmachung niemand mehr etwas wissen. Im Arbeits­vertrag seien 100 Prozent vereinbart gewesen, heisst es. Die Anwältin hat nichts schriftlich. Friss oder stirb.

Sie kündigt fristlos. Ihr ehemaliger Arbeit­geber will wegen unrecht­mässiger Kündigung klagen. Doch die dafür angeheuerte Berufs­kollegin solidarisiert sich mit der Anwältin – und strebt stattdessen eine gütliche Lösung an.

Ein halbes Jahr lang ist die Anwältin arbeitslos. Nach unzähligen Bewerbungen findet sie eine Stelle weit unter ihrer Qualifikation. Heute ist sie selbst­ständig, arbeitet 80 Prozent – gleich viel wie ihr Mann, der als Business Information Technologist tätig ist – und trägt die Hälfte des Familien­einkommens von 190’000 Franken jährlich bei. Aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen hat sie sich unter anderem auf Arbeits­recht spezialisiert. Dass die Situation für Frauen auch 14 Jahre nach ihren Erfahrungen kaum besser geworden ist, weiss sie darum aus erster Hand.

«Ich bereue nicht, dass ich Mutter geworden bin – die beste Erfahrung meines Lebens, empfehle ich jeder Frau», sagt die Anwältin. «Aber – uff – ich bin froh, dass meine Kinder nicht mehr im Sand­kasten­alter sind.»

Schweizer Krippen-Krise

Eine Untersuchung der Erwerbs­tätigkeit von Müttern in der Schweiz kam 2017 zum Schluss, dass die Hindernisse, die Frauen mit Kindern im Vorschul­alter bei der beruflichen Integration erleben, weiter bestehen – sich individuell sogar verschärft haben. Eine feinere Analyse sei dann möglich, wenn kontextuelle Faktoren wie beispiels­weise Verfügbarkeit oder Kosten von Betreuungs­strukturen überprüft würden, die in der Schweiz aufgrund des föderalistischen Systems stark variieren.

In der Schweiz gibt es 62’500 Betreuungs­plätze für Kinder im Vorschul­alter in Kinder­tages­stätten und rund 81’000 Plätze für die schul­ergänzende Betreuung am Mittag. Dazu kommen zwischen 8200 und 9600 Tages­familien, welche Kinder aller Alters­stufen betreuen, wie das Bundesamt für Sozialversicherungen schreibt.

Gemäss der Geburten­rate der letzten vier Jahre bedeutet das, dass für nur 18 Prozent der Kinder im Vorschul­alter ein Vollzeit­betreuungs­platz in einer Kinder­tagesstätte zur Verfügung steht – ohne Berücksichtigung der Kinder von Zugezogenen.

Ein Forscherteam der Universität Basel hält zudem fest, dass die Schweiz zu den OECD-Ländern gehört, die am wenigsten für die Kinder­betreuung ausgeben: 1,4 Prozent des Brutto­inland­produkts (BIP).

Die tiefen staatlichen Ausgaben und die wenigen Betreuungs­plätze haben Folgen für Schweizer Mütter und ihre Berufs­tätigkeit. In Ländern, die eine höhere staatliche Unter­stützung für Kinder­betreuung aufweisen als die Schweiz, zeige sich, dass Karriere und Mutterschaft nicht in demselben Ausmass als Wider­spruch empfunden würden wie hierzulande.

Dass sich die Investition in Krippen für den Staat durchaus bezahlt machen könnte, stellt eine noch nicht öffentlich zugängliche Studie fest, die die «NZZ am Sonntag» kürzlich zitierte. Das Resultat: 21’000 neue Krippen­plätze in Kombination mit vergünstigten Eltern­beiträgen könnten das BIP um 3,3 Milliarden steigern – bei einem Kosten­punkt von 794 Millionen Franken.

Doch davon ist die Schweiz weit entfernt. Stattdessen schränken rund 30 Prozent aller Mütter mit Kindern unter 15 Jahren ihre Erwerbs­arbeit wegen mangelnder externer Kinder­betreuung ein. Bei Vätern sind es circa 7 Prozent, wie das Eidgenössische Büro für die Gleich­stellung von Frau und Mann mit Bezug auf Schätzungen aus dem Jahr 2005 schreibt. 21’000 Frauen verzichten aus dem gleichen Grund gleich ganz auf eine Erwerbstätigkeit.

Die Anwältin hätte beim zweiten Kind Anrecht auf einen subventionierten Krippen­platz gehabt. Nur sind der Stadt, in der sie lebt, damals die subventionierten Plätze ausgegangen.

«Eine demütigende Erfahrung»

Infrastruktur sei das eine, die gesellschaftliche Erwartungs­haltung das andere, sagt sie. «Als Mutter bist du unprofessionell und riskierst, nicht mehr ernst genommen zu werden, wenn du einen Termin verschieben musst, weil das Kind notfall­mässig zum Zahnarzt muss. Als Vater bist du der Held, wenn du den Termin mit deinem Kind wahrnimmst.»

Aber nicht nur die Anwältin, die arbeiten geht, erlebt Ausgrenzung – auch die Hebamme, die ganz zu Hause bleibt. Wenn sie sagt, dass sie nicht berufstätig ist, muss sie sich Fragen anhören wie: «Also, du arbeitest gar nicht?» Oder: «Du hast doch studiert, oder?» – «‹Nur› Hausfrau und Mutter zu sein, ist eine demütigende Erfahrung», sagt die Anwältin.

Akademisch ausgebildete Frauen, die zu Hause bleiben, provozieren regelmässig Stürme der Empörung. Es wird ihnen vorgerechnet, dass sie die Gesellschaft 5,75 Milliarden kosten – die studierte Hausfrau als Bedrohung für die Wirtschaft, den Wohlstand, die Schweiz.

Die Architektin hat schon alles gehört. «Als ich 40 Prozent gearbeitet habe, war ich für die einen eine schlechte Mutter, jetzt, wo ich praktisch erwerbslos bin, bin ich für die anderen eine faule Akademikerin, die den Staat nur gekostet hat.» Sie verdreht die Augen und zieht tief an der Zigarette: «Egal, was du machst – wenn du Mutter bist, machst du es falsch. Und wie man dein Kind erzieht, wissen sowieso alle besser als du.»

Vor kurzem hat das Paar entschieden, dass es ein zweites Kind will. «Dann lohnt es sich erst recht nicht, das Pensum zu erhöhen oder eine neue Stelle zu suchen – übrigens auch rein finanziell nicht.»

Wenn Arbeit sich nicht lohnt

Da die Schweiz wenig in öffentliche Betreuung investiert, sind die individuellen Kosten im inter­nationalen Vergleich hoch. Gemäss OECD werden Familien je nach Einkommen aber unter­schiedlich belastet. So machen die Netto­kosten für eine Vollzeit­betreuung für zwei Kinder im Alter von 2 und 3 Jahren bei einer Familie mit einem Durchschnittslohn 22 Prozent der Einnahmen aus. Bei gleicher Familien­konstellation und einem Einkommen von 67 Prozent des Durchschnitts­lohns sind es dagegen nur 14 Prozent.

Bei Familien mit einem über­durchschnittlichen Einkommen kann es sein, dass es sich gar nicht erst lohnt, wenn beide Partner so viel arbeiten, wie sie gerne würden. Das hat die HSG-Professorin Monika Bütler in mehreren Fall­studien festgestellt. 2007 etwa am Beispiel einer Familie mit zwei Vorschulkindern in der Stadt Zürich.

Für ein Paar, bei dem beide 60’000 Franken verdienen, bleibt dort ab dem vierten Tag Fremd­betreuung kaum mehr etwas vom Zweitgehalt übrig, bei fünf Tagen Fremd­betreuung macht die Familie gar Minus. Mit einem individuellen Einkommen von je 80’000 Franken kostet die Betreuung schon ab dem dritten Tag mehr, als sie einbringt. Erst ab einem Einkommen von je 100’000 Franken lohnt sich die Fremd­betreuung für Familien mit zwei kleinen Kindern wieder.

Ein Grund dafür ist die sogenannte Subventions­klippe: Familien mit einem mittel­hohen Einkommen verlieren ihren Anspruch auf staatliche Kita-Unterstützung. Dazu kommen steuerliche Nachteile, weil Eltern die Betreuungs­kosten nicht vollständig von der Steuer abziehen können. Am meisten aber schenkt ein, dass die Schweiz die Einkommen von Ehepaaren in bester patriarchaler Tradition immer gemeinsam besteuert. Verdient eine Ehefrau nicht nur ein wenig dazu, sondern so gut wie ihr Mann, katapultiert sie damit das Familien­einkommen in eine saftige Progression – und die entsprechend höheren Steuern nagen an ihrem Gehalt.

Bereits bei zwei Durchschnitts­löhnen, das zeigt eine Unter­suchung von Avenir Suisse, zahlen verheiratete Zweitverdienerinnen rund 50 Prozent höhere Steuern als unverheiratete Frauen mit gleichem Lohn. Wer verheiratet ist und seine Rolle nicht traditionell versteht, sondern weiter selber gut verdient, wird finanziell bestraft.

Das einfachste Gegenmittel: die Individual­besteuerung, wie sie in vielen europäischen Ländern bereits Standard ist, also für beide Ehepartnerinnen eine jeweils eigene Steuer­rechnung. Weil sich für viele verheiratete Frauen das berufliche Aufstocken erst dann lohnen würde, könnte der Fachkräfte­pool in der Schweiz um 60’000 Vollzeit­stellen wachsen, wie eine Studie des Beratungs- und Forschungsbüros Ecoplan berechnete.

In seltener Einigkeit unterstützen Arbeitgeber- wie Arbeitnehmer­verbände die Individual­besteuerung. Dennoch ist vor vier Jahren ein Vorstoss der Finanz­kommission im Ständerat gescheitert, nachdem der Nationalrat erst seine Zustimmung gegeben hatte.

An vorderster Front – bereit, das Referendum zu ergreifen – kämpfte damals die CVP dagegen.

Umstrittene Kinderabzüge

Heute kämpft die CVP wieder an vorderster Front. Dieses Mal geht es darum, den Steuer­abzug für Dritt­betreuungs­kosten von 10’100 auf 25’000 Franken zu erhöhen sowie den allgemeinen Kinder­abzug von 6500 auf 10’000 Franken.

Das Hauptargument, das von den Befürwortern ins Feld geführt wird: Auf diese Weise würden für gut ausgebildete Mütter Anreize geschaffen, am Berufs­leben teilzunehmen – der Fachkräfte­pool soll so um 2500 Vollzeit­stellen erweitert werden.

Doch die Sache hat einen Haken. Dieser Haken ist auch der Grund, weshalb die Schweiz am 27. September überhaupt über die Vorlage abstimmen muss.

Ursprünglich hätte die Gesetzes­änderung nämlich nur einen höheren Abzug der Dritt­betreuungs­kosten von der direkten Bundes­steuer vorgesehen – also dort angesetzt, wo gemäss Ökonominnen und Soziologen tatsächlich Handlungs­bedarf besteht, damit sich zusätzliche Erwerbs­tätigkeit für Eltern mehr lohnt. Diese Gesetzes­änderung hätte geschätzte 10 Millionen Steuer­einnahmen pro Jahr gekostet.

Doch auf Antrag von CVP-Nationalrat Philipp Kutter erweiterte das Parlament den Gesetzes­text: Nun soll auch der allgemeine Kinder­abzug steigen – unabhängig vom Betreuungs­modell der Eltern.

Damit untergräbt die Reform nicht nur das ursprüngliche Ziel, nämlich eine Förderung berufs­tätiger Mütter. Sie kostet auch 360 Millionen Franken mehr. Dagegen ergriff die SP unterstützt von einem liberalen Komitee das Referendum.

«Ein Ja wäre schlicht dekadent»

Über 40 Prozent der Familien in der Schweiz haben zu wenig Einkommen, um überhaupt direkte Bundes­steuern bezahlen zu müssen – ihnen nützen Abzüge sowieso nichts. Die Architektin und ihr Mann jedoch gehören zu jener Einkommens­klasse, die am meisten vom allgemeinen Kinder­abzug profitierte, würde der Gesetzes­text angenommen: Ab einem Einkommen von 160’000 Franken bei zwei Kindern fällt die Steuer­rechnung um maximal 910 Franken tiefer aus.

Trotzdem stimmt die Architektin Nein. «Der ursprüngliche Vorschlag hätte Kiesel­steine aus dem Weg geräumt, wo Fels­brocken liegen – keine grosse Hilfe, aber okay», sagt sie. Zum Gesetz, über das jetzt abgestimmt wird, schüttelt sie den Kopf. «Ich und mein Mann haben die paar hundert Franken nun wirklich weniger nötig als andere.» Nach einer Pause: «Ein Ja wäre schlicht dekadent.»

20’000 bis 30’000 Franken haben die Anwältin und ihr Mann pro Jahr für die Dritt­betreuung ausgegeben. «Das ist jedes Jahr ein Auto. Natürlich wäre ich froh gewesen, hätte ich die Kosten ganz von der Steuer abziehen können!», sagt sie. Doch auch sie wird Nein stimmen.

Bei der Begründung holt die Anwältin aus: Sie vertritt oft Frauen, die aufgrund der Mutterschaft plötzlich Probleme am Arbeits­platz bekommen. «Toughe, kluge Frauen, die plötzlich nicht mehr wissen, wie ihnen geschieht – die kurz vor dem Zerbrechen sind.» Meistens handelt es sich bei ihren Mandantinnen um Frauen aus dem mittleren oder höheren Management: «Jene, die sich eine Anwältin überhaupt leisten können.» Aber manchmal, wenn ein Fall besonders hart ist, führt die Anwältin zu vergünstigtem Tarif auch Prozesse für Frauen aus tieferen Einkommensschichten.

«Die Strukturen, die wir im Schweizer Arbeits­markt haben, schaden allen Müttern – allen Frauen – unabhängig davon, wie viel sie verdienen oder wie gut ausgebildet sie sind.» Ein Steuer­abzug, der so viel koste und gleichzeitig nur den gut verdienenden Familien zugutekäme, sei für jede Frau, die sich für Gleich­stellung einsetze, «blanker Hohn».

Die Hebamme hat aufgrund ihrer Werte früher auch schon CVP gewählt. Doch auch sie wird Nein zur Erhöhung des Kinder­abzugs stimmen. Nicht nur weil sie und ihr Mann ohnehin nur ein paar hundert Franken Bundes­steuer jährlich zahlen und kaum profitieren würden: «Der Fehler liegt im Grund­gedanken – es ist ein absoluter Irrtum, davon auszugehen, dass gut ausgebildete Frauen auch gut verdienen.» Als sie hört, dass die CVP mit dem Slogan «Arbeit muss sich lohnen» für den Steuer­abzug wirbt, lacht sie trocken. «Ja, wenn das so ist, dann seid so lieb und engagiert euch erst einmal dafür, dass ‹Frauen­berufe› anständig entlöhnt werden.»

Die Hebamme will eines Tages wieder voll in den Beruf einsteigen. Aber das hat seinen Preis.

Sie und ihr Mann hätten in Erziehungs­fragen eine eher konservative Einstellung: «Familie kommt für uns beide an erster Stelle. Und wir haben die Erfahrung gemacht, dass es vieles entspannt, wenn sich ein Eltern­teil primär um die Kinder kümmert, der andere Eltern­teil um den Verdienst.» Beide glauben zudem, dass die Mutter in den ersten zwei Jahren die wichtigere Bezugs­person ist. Und obwohl sie zu Beginn ihrer Mutterschaft gerne 50 Prozent gearbeitet hätte, sagt sie, dass es für alle rückblickend das Beste gewesen sei, dass sie zu Hause blieb.

Spätestens aber wenn das letzte Kind das dritte Lebens­jahr erreicht hat, will die Hebamme wieder voll arbeiten gehen – der Mann wird dann Vollzeit zu Hause bei den Kindern bleiben. «Er beneidet mich jetzt schon um die viele Zeit, die ich mit der Kleinen verbringen darf.»

Das Problem an diesem Vorhaben: Die Hebamme verdient weitaus weniger als ihr Mann, obwohl sie den gleichen akademischen Rang hat wie er. Mit bis zu 4000 Franken Lohneinbusse muss das Paar rechnen, wenn die Rollen vertauscht sind – das wären 62’000 Franken Jahres­gehalt für die bald vierköpfige Familie. Mit einer Neben­einkunft des Mannes kann sie nicht rechnen. Denn: «Mehr als kombiniert 120 Prozent wollen wir nicht arbeiten. Er arbeitet auf einer Führungs­position in einer Männer­branche. Unter 80 Prozent findet man dort keine Stellen.»

Trotzdem ist das Paar bereit, die finanzielle Einbusse in Kauf zu nehmen. «Mein Beruf ist für mich nicht einfach ein Weg, Geld zu verdienen. Ich bin leidenschaftlich Hebamme. Meine Arbeit erfüllt mich.»

Mütter on hold

Die Hebamme, die Anwältin, die Architektin sind sich einig – finanzielle Fehl­anreize sind lästig, aber nicht der Grund, weshalb sie ihre Arbeit unter­brochen haben. Es geht um mehr: um eine tief verankerte Kultur, die erwerbs­tätigen Müttern das Leben schwer macht.

Ihre Haltung deckt sich mit dem Stand der Forschung: «Anreize zu schaffen, ist sicher immer richtig – aber in der Schweiz wären auch jetzt bereits 86’000 ausgebildete Frauen – und ein paar wenige Männer – bereit, nach einer Baby­pause wieder in den Arbeits­markt einzusteigen», sagt Anina Hille. Hille ist Dozentin und Projekt­leiterin an der Hochschule Luzern und zusammen mit Evelin Bermudez Co-Präsidentin des Vereins Companies & Returnships Network (CRN).

CRN berät Firmen dabei, wie sie das Potenzial von Müttern und Vätern besser fördern können. Zurzeit führt der Verein eine gross angelegte Studie durch, was es vonseiten der Mütter braucht, damit ihnen der Wieder­einstieg in den Beruf leichter fällt.

Hille will den Ergebnissen der Studie nicht zu stark vorgreifen. So viel kann sie sagen: «Wieder­einsteigende sind motiviert, bereit, on the job zu lernen, und im richtigen Umfeld loyale Arbeitskräfte.»

Auch Firmen hätten grundsätzlich Interesse, Mütter zu rekrutieren. «Das Problem ist aber, dass es vor allem bei KMU an Sensibilisierung für die Bedürfnisse von Müttern fehlt. Hier müsste die öffentliche Hand mehr in Programme investieren, wie es sie etwa in Gross­britannien bereits gibt.»

Neben strukturellen Hürden wie fehlender Flexibilität stellt Hille auf Arbeitgeber­seite immer wieder erhebliche Mängel bei Rekrutierungs­prozessen fest: «Einige grössere Firmen haben zum Beispiel Algorithmen, bei denen Lebens­läufe mit mehrjähriger Erwerbs­pause automatisch heraus­gefiltert werden.» Aber Mutterschaft sei nicht einfach tote Zeit: «Viele Mütter bilden sich weiter und bringen soziale Fähigkeiten mit, die andere nicht haben.»

Dann halt Weiterbildung

Als die Anwältin plötzlich ohne Job, aber mit einem Kind dasteht und die Bemühungen um eine neue Arbeits­stelle erfolglos bleiben, schreibt sie sich an der Universität für ein zweites Studium ein: Internationales Wirtschafts­recht. «Wenn ich schon keine Stelle habe, dann mach ich wenigstens etwas für meinen Kopf.»

Das Studium zieht sie durch. Auch als sie ein halbes Jahr später den Job in der Wirtschafts­kanzlei findet: 60 Prozent Arbeit, 40 Prozent Studium, daneben ein kleines Kind. Die Arbeit ist unbefriedigend. Über zwei Jahre lang schreibt sie für ihre ausschliesslich männlichen Kollegen Plädoyers im Hinterzimmer – ohne jemals eine Mandantin auch nur zu Gesicht zu bekommen. «Es war fürchterlich, aber ich habe mir gesagt, da musst du jetzt durch, bis du den Abschluss hast», sagt die Anwältin. Nach einer Pause: «Ich habe damals Situationen auf mich genommen, die ich heute nicht mehr dulden würde.»

Die Hebamme hat sich seit ihrer Mutterschaft ebenfalls weiter­gebildet; sich auf Hormon­therapie spezialisiert; eine bislang noch kaum besetzte Nische in ihrem Metier – mit steigender Nachfrage. «Wäre ich nicht ‹nur› Hausfrau und Mutter geworden, wäre ich nie darauf gekommen.» Sie streicht der Tochter, die unterdessen verschlafen auf den Schoss der Mutter geklettert ist, über die Stirn: «Gell, du bist mein selbst­vertiefendes Praktikum.»

Auch die Architektin bildet sich stetig weiter. Die Mutterschaft bezeichnet sie als Wahrnehmungs­schule. «Wenn du Mutter wirst, liest du Architektur – besonders den öffentlichen Raum – anders als vorher.» Daneben engagiert sie sich 20 bis 30 Prozent ehren­amtlich für Projekte, die sich mit partizipativer Städte­planung auseinander­setzen. «Es ist traurig: Aber bei dieser Gratis­arbeit kann ich meine Expertise besser einbringen als bei der Arbeit, für die ich im Büro zuletzt bezahlt wurde.»

Unbezahlte Arbeit im Wert von 8,7 Milliarden Arbeits­stunden wird jährlich in der Schweiz geleistet. Wobei Frauen sehr viel mehr leisten als Männer – 30,1 Stunden in der Woche gegenüber 19,5 Stunden. Vor allem die unbezahlte Care-Arbeit fällt bei Frauen ins Gewicht – so erbringen sie zwei Drittel der 2,1 Milliarden Stunden Kinder­betreuung, die jedes Jahr geleistet werden. Die Gratis­arbeit kann schwer­wiegende Folgen haben wie Lücken im Lebens­lauf und Pensions­kassen mit Einzahlungslöchern.

Drei Frauen ziehen Bilanz

Dessen ist sich die Architektin bewusst. Sie erhält von ihrem Mann jeden Monat 2000 Franken Lohn für die Betreuung des gemeinsamen Kindes – die Hälfte dessen, was nach dem Bezahlen der Fixkosten und Sparkonto­beiträgen übrig bleibt. Auch wenn das steuer­technisch wenig Sinn ergibt.

Langfristig, sagt die Architektin, wolle sie wieder voll auf ihrem Beruf arbeiten. Im Anstellungs­verhältnis kann sie sich das nach den Erfahrungen mit ihrem ehemaligen Arbeit­geber nicht mehr vorstellen. Am liebsten würde sie ein eigenes Gemeinschafts­büro aufmachen; mit anderen Architektinnen; Schwerpunkt Städteplanung.

Die Anwältin hat bereits vor elf Jahren ihr eigenes Büro gegründet. Nach wenigen Monaten als Selbst­ständige wird sie zum zweiten Mal schwanger – «finanziell eine Katastrophe». Nach dem zweiten Kind arbeitet sie vorüber­gehend 40 Prozent, erhöht nach wenigen Monaten wieder auf 80. Das Kind ist in der Krippe in Fuss­distanz zum Büro und zum Zuhause. Einen ihrer wichtigsten Prozesse führt sie, da ist das Baby 10 Wochen alt – «trotzdem weniger Stress, als angestellt zu sein».

Wenn Headhunter sie heute anfragen, ob sie nicht Partnerin werden wolle, lehnt die Anwältin dankend ab. «Die Flexibilität gebe ich nicht mehr auf.» Gleichzeitig engagiert sie sich dafür, dass Berufs­kolleginnen bessere Chancen haben, Partnerin zu werden. Auch sie tut das, natürlich, im Ehrenamt.

«Individualbesteuerung, subventionierte und ausreichend Krippen­plätze, Mutterschafts­schutz – der Staat muss die Rahmen­bedingungen setzen. Der andere Teil liegt bei uns. Wir müssen laut sein, aufstehen, sichtbarer werden.» Es brauche mehr Frauen – überall. Da führe kein Weg daran vorbei. «Aber wir können nur gemeinsam mit den Männern gewinnen.» Der Vater­schafts­urlaub geht für die Anwältin in die richtige Richtung, auch wenn es eigentlich viel zu wenig sei.

Für die Hebamme sind nicht nur die 2 Wochen Vater­schafts­urlaub zu wenig. Auch der Mutter­schafts­urlaub: «Die 14 Wochen, die wir gerade mal seit 16 Jahren haben – 14 Wochen –, das ist auch schon aus rein fachlicher Perspektive viel zu wenig.»

Trotz der konservativen Haltung des Paares in Sachen Erziehung hat der Mann der Hebamme 4 Wochen Vater­schafts­urlaub genommen, als das erste Kind kam. Beim zweiten, das in 2 Monaten kommt, soll es wieder so sein. Auch wenn Mütter am Anfang wichtiger seien – «Väter müssen von Anfang an mehr eingebunden werden, als das heute der Fall ist». Ein Jahr Eltern­zeit sei das Minimum, sagt die Hebamme. «Ich würde natürlich jeder Mutter empfehlen, 9 der 12 Monate für sich zu beanspruchen. Aber die Rahmen­bedingungen müssen so sein, dass jedes Paar selber entscheiden kann, wie es die Kinder­betreuung aufteilt.»

Sie reicht ihrer Dreijährigen eine Zwetschge und schaut ihr einen Moment lang dabei zu, wie sie sie verspeist. Dann sagt sie: «Ich und mein Mann haben Glück, dass uns das Modell entspricht, dass einer zu Hause bleibt und sich um die Kinder kümmert», sagt sie. «Aber – böse gesagt – gehen wir damit den Weg des geringsten Wider­stands. Andere Modelle werden heute noch immer benachteiligt.»

Die Architektin beobachtet, dass sie in ihrem Umfeld regelmässig aneckt, wenn sie ihr Kind an Anlässe mitnimmt. «Kinder stören, sind oft nicht willkommen. So werden automatisch auch Frauen mit kleinen Kindern an den Rand gedrängt», sagt sie. Diesem Trend müsse die öffentliche Hand entgegen­halten. Zum Beispiel, indem sie Jobsharing auf Chef­beamten­posten fördere oder der Wirtschaft voraus­gehe und eine anständige Elternzeit einführe.

Sie stopft das Plüschtier der Tochter tiefer in die Hand­tasche, blinzelt in die Sonne und atmet tief ein: «Ich war nie eine Freundin von Quoten, aber seit ich Mutter bin, sehe ich wirklich keinen anderen Weg mehr.»

Dann sind die anderthalb Stunden vorbei, die Tochter muss aus der Spiel­gruppe abgeholt werden; das Betreuungs­angebot gilt nur für den Vormittag. Am Nachmittag hat die Architektin einen Weiter­bildungs­kurs, die Gross­mutter keine Zeit zum Hüten. Die Mutter zuckt die Schultern. «Dann kommt das Kind halt mit.»

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