Anmelden

Wir machen den Demokratie-Check

Eine Übersicht zum Themenschwerpunkt.

Von Daniel Graf (Text) und Doug Chayka (Illustration), 22.02.2020

Unabhängiger Journalismus kostet. Die Republik ist werbefrei und wird finanziert von ihren Leserinnen. Trotzdem können Sie diesen Beitrag lesen.

Wenn Sie weiterhin unabhängigen Journalismus wie diesen lesen wollen, handeln Sie jetzt: Kommen Sie an Bord!

In unterschiedlichen Weltregionen sind autokratische, populistische und faschistische Bewegungen auf dem Vormarsch. Ein neuer Hang zum Nationalismus untergräbt die internationale Solidarität. Wachsende soziale Ungleichheit und die allgemeine Erregungs­kultur treiben die Menschen auch innerhalb ihrer Gesellschaft auseinander – und teilweise in die Arme jener, die aus ihrer Verachtung für die Institutionen und Repräsentanten der Demokratie kaum einen Hehl machen.

Seit Jahren findet die politische Linke nicht aus ihrem Zirkel aus Wahl­niederlagen, internem Streit und Bedeutungs­verlust – ein Zustand, der im internationalen Nieder­gang der Sozial­demokratie seinen deutlichsten Ausdruck findet. Ausgelöst durch den Eklat im Thüringer Landtag, aber weit über Deutschland hinaus, tritt nun jedoch immer deutlicher zutage, dass sich auch der politische Liberalismus und der Konservatismus in einer tief greifenden Krise befinden. Man muss nur nach England und Amerika mit ihren traditions­reichen konservativen Volks­parteien blicken, um zu sehen: Vielerorts geben im rechten Lager nicht mehr die Gemässigten, sondern die Populisten die Richtung vor.

Damit sind die zentralen Verwerfungen unserer Zeit noch nicht einmal benannt: die Klima- und die Migrations­krise. Kaum etwas untergräbt die Glaubwürdigkeit der westlichen Ideale so sehr wie die humanitäre Katastrophe im Mittel­meer. Kein Ereignis führt die Hilflosigkeit der internationalen Politik so grell vor Augen wie die Serie aus ergebnis­armen und gescheiterten Klimagipfeln.

Kurz: Die Krise der Demokratie ist so umfassend geworden, dass sich das Reden darüber schon abzunutzen droht.

Wir haben das zum Anlass genommen, einen Schritt zurück­zutreten und aufs Grundsätzliche zu blicken: Was ist es, was die Demokratie im Innersten zusammenhält?

Wo verlaufen, über tagesaktuelle Aufreger hinaus, die gesellschaftlichen Konflikt­linien? Von welchen tiefer liegenden Entwicklungen geht wirklich eine Bedrohung der Demokratie aus? Aber auch: Wie und wodurch erweist sich die Demokratie als resilient?

In den kommenden drei Wochen gehen wir diesen Fragen im Schwer­punkt «Demokratie-Check» nach. Folgendes erwartet Sie im Einzelnen:

Last, but not least: Wir haben eine Umfrage unter Ihnen, unseren Leserinnen und Lesern, vorbereitet. Hier können Sie ab sofort daran teilnehmen und sehen, wie die anderen abgestimmt haben.

Und natürlich freuen wir uns auch auf Ihre Kommentare zu den einzelnen Beiträgen. Schliesslich ist der öffentliche Diskurs die Grundidee der Demokratie.

Wenn Sie weiterhin unabhängigen Journalismus wie diesen lesen wollen, handeln Sie jetzt: Kommen Sie an Bord!


seit 2018