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Ladies and Gentlemen

Das Republik-Feuilleton ist online. Seit dem Start der Republik fragten Verleger immer wieder, weshalb wir keine Kultur machen. Unsere Antwort war: Wir machen auch Kultur. Und zweitens: Machen Sie sich auf etwas gefasst!

Ab heute ist das Feuilleton fester Bestandteil der Republik. Jeden Tag – ausser am siebten, an dem nach Kräften geruht werden soll – wird mindestens ein Feuilleton-Beitrag erscheinen.

Es ist die bisher substanziellste Erweiterung unseres Gesamtprogramms. Ab heute kümmern sich drei Redaktionsmitglieder – Barbara Villiger Heilig, Daniel Binswanger und der aus Berlin neu zu uns stossende Daniel Graf – um das Republik-Feuilleton. Wir schaffen für zahlreiche Kritiker, Schriftsteller, Theoretiker, Essayisten eine Plattform. Und bieten scharfe Kritiken, schräge Sottisen, multimediale Inhalte und nahrhafte Stücke. Klassisches und Underground.

«Von meiner Stadt verlange ich: Strom, Wasser und Kanalisation. Was die Kultur anbelangt, die besitze ich bereits.» Das sagt Karl Kraus. Warum zum Teufel muss nun also die Republik die Informationsinfrastruktur, die sie aufgezogen hat, ausgerechnet um Kulturjournalismus ergänzen?

«Ohne Journalismus keine Demokratie!» Das sagt das Manifest der Republik. Der Satz lässt sich modulieren: ohne Kultur keine Demokratie. Kultur ist die Echokammer der gesellschaftlichen Selbstreflexion. Sie ist der Ort der Darstellung, der Erzählung und des Infragestellens von Erfahrungen und Werten. Nicht nur die Kulturschaffenden, auch die «normalen» Bürger sind angewiesen auf einen öffentlichen, kritischen Diskurs. Den wollen wir Ihnen bieten.

Mit der Erweiterung braucht es mehr Struktur auf der Republik-Seite. Unter dem Logo finden Sie jetzt eine Navigationsleiste mit den Menüpunkten Magazin (die Front, so, wie Sie sie kennen), Feuilleton (eine eigene Front, wo die Feuilleton-Artikel versammelt sind), Feed (die chronologisch geordnete Liste aller Republik-Beiträge) und Rubriken (nach Thema, Gefäss oder Autor, Autorin zusammengefasste Artikelsammlungen).

Zum Auftakt legen wir mit vier Beiträgen los. In ihrem Eröffnungstext zeigt Barbara Villiger Heilig en détail, weshalb die Republik von der Notwendigkeit des Feuilletons überzeugt ist. Villiger Heilig kennt den Kulturjournalismus von der Pike auf und analysiert, wie sich seine Rolle verändert hat – in der langen und der beängstigend kurzen Frist der aktuellen Abbau-Wut bei anderen Medien.

Dass es im Feuilleton nicht zuletzt darum geht, zu politisch aufgeladenen Themen Hintergründe zu liefern, führt die grosse Geschichte «Borderland» von Michi Strausfeld vor. Strausfeld, Kritikerin und Spezialistin für iberoamerikanische Literatur, gibt eine Übersicht über aktuell erschienene Essays, historische Analysen, Reportagebücher und einen Lyrikband, die das unmenschliche Drama ausleuchten, das sich tagtäglich an der Grenze zwischen Mexiko und den USA abspielt.

Eine besondere Form der Musikkritik lancieren wir mit dem Podcast von Tomas Bächli. Der Pianist, Spezialist für neuere Musik und Autor sitzt für seine Hörkritik am Klavier und erklärt, was er für uns hörbar macht. Er eröffnet die Serie mit «La comédie italienne», einer Miniatur von Erik Satie.

Vielleicht deshalb, um uns die Angst vor Kläglichkeit zu nehmen, heisst die zweite Besprechung «Grandioses Scheitern». Ekkehard Knörer, Mitherausgeber des «Merkur» und Mitgründer der Filmzeitschrift «Cargo», bespricht «The Man Who Killed Don Quixote», das Monsterprojekt von Terry Gilliam, dessen Realisierung während zwanzig Jahren immer wieder scheiterte, dessen Scheitern schon lange zu einem eigenen Filmstoff geworden ist und das es nun doch noch in die Kinos schafft. Auch in der Deutschschweiz – allerdings erst nächste Woche.

Gilliams fanatische Leidenschaft für seinen Don Quijote ging so weit, dass er sich auch von einer endlosen Kette von Katastrophen nicht davon abbringen liess, diesen Helden auf die Leinwand zu bringen. Aus Sicht des Republik-Feuilletons ist klar: Eine Würdigung mit Empathie hat sich Gilliam verdient.

Unsere Montagsrubrik «Auf lange Sicht» haben wir trotz des grossen Feuilleton-Aufbruchs selbstverständlich nicht vergessen. Simon Schmid widmet sich im aktuellen Beitrag dem stetigen Wachstum von global agierenden Konzernen und der Frage, was passiert, wenn sie zu viel Macht erlangen. Nur: Wie misst man die Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft? Schmid hat einen Weg gefunden – und ist zu einem besorgniserregenden Ergebnis gekommen.

Wie Sie sehen, haben wir heute jede Menge Lesestoff für Sie parat. Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen!

Ihre Crew der Republik

www.republik.ch

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