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Debatte

Diskutieren Sie mit Daniel Binswanger

Jedes Wochenende gibt es Gelegenheit zum Gedankenaustausch.

14.07.2018

Wo steht die Schweizer Gesellschaft? Wo die Europäische Union? Die
Globalisierung? Welches sind die entscheidenden politischen und
wirtschaftlichen Entwicklungen? Und welche Theorien können uns helfen,
die Aktualität zu durchdringen und zu begreifen?

Samstag für Samstag beschäftigt sich Daniel Binswangers Kolumne mit
diesen Fragen.


Stimmen Sie mit seinen Einschätzungen überein oder erscheinen Ihnen
seine Argumente nicht schlüssig? Sind bestimmte Ausgangshypothesen
falsch? Entbrennt in Ihnen heftiger Widerspruch? Und welche Themen
vermissen Sie in seiner Kolumne?

Teilen Sie Ihre Einschätzungen, Ihre Einwände und Ihre Ergänzungen mit uns. Daniel Binswanger wird in unregelmässigen Abständen mit Ihnen
diskutieren! Der aktuelle Beitrag: «Die Borderliner».

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„Die Borderliner“ (https://goo.gl/ceygxf)

Sehr geehrter Herr Binswanger

„Krim-Annexion?“ - Die Krim wurde nicht annektiert. Auf der Krim wurde ein Referendum abgehalten, und dessen deutliches Resultat führte schlussendlich zur Sezession. Ich empfehle in diesem Zusammenhang den Artikel „Kühle Ironie der Geschichte“ von Reinhard Merkel in der FAZ (https://goo.gl/x2HeFS).

Wenn ein Konzern-Journalist im Tagi oder in der NZZ „Krim-Annexion“ schreibt, ist das für mich auch bedauerlich aber ein Stück weit nachvollziehbar, weil, wenn er oder sie das unterlässt, könnte das womöglich den Job kosten. Als Republik-Autor, Herr Binswanger, könnten Sie sich den „Luxus“ leisten die korrekten Begriffe zu benutzen.

Aber offenbar glauben Sie der NATO Sichtweise und verbreiten diese gerne weiter, genau so wie die RussiaGate-Hexenjäger-Theorien, welche sie als „erwiesen[ermassen]“ bezeichnen. (Der „atemberaubende“ NYM Artikel hilft mir übrigens kein bisschen weiter Putin als Trumps „Führungsoffizier“ zu sehen.)

Im Zeitalter des postfaktischen Journalismus ist es Usus geworden Narrative als Fakten zu verkaufen. Derartige Schreibe verkommt damit aber zu Meinungsmache und billiger Propaganda und wird dem Anspruch auf Qualitätsjournalismus nicht gerecht. Propaganda anzuprangern und selber solche zu verbreiten, das nenne ich bigott.

Es ist einfach verbal auf Trump einzudreschen. Bietet dieser doch immer wieder Anlass dazu. Die meisten Schafe lesen derartiges gern, und es bietet eine tolle Projektionsfläche für ganz viel Unmut. Ähnliches liesse sich zu Seehofer oder Johnson sagen. Und, nein, ich will Trump, Seehofer oder Johnson nicht verteidigen, sie haben die Rüge meistens verdient.

Aber ich finde es langweilig und mutlos. „Heute gibt’s Dresche für die Rechtspopulisten“, ohne auf die Gründe für deren Aufstieg einzugehen, empfinde ich als „Brot und Spiele“ für die Leserschaft, die dadurch partiell unterhalten aber sicher nicht aufgeklärt wird.

Ein mutiger Journalist könnte sich z.B. fragen, ob es die NATO überhaupt noch braucht. Oder was es für Deutschland bedeuten würde, wenn es aus der NATO austreten würde. Und Ein mutiger Journalist würde anmerken, dass die NATO spätestens seit den Jugoslawienkriegen kein Verteidigungsbündnis mehr ist, sondern zu einem Angriffs- und Interventions-Verein verkommen ist, welcher eins ums andere Mal Völkerrecht bricht.

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Die neueste Kolumne von Daniel Binswanger enthält bedenkenswerte Hinweise auf die psychischen Auffälligkeiten bei Trump, Johnson und Co. Was bei diesen Herren Kalkül ist und was nicht, kann dahingestellt bleiben - man wird es nicht herausfinden. Solche Kolumnen sind aber dringend nötig; denn die mediale Öffentlichkeit lässt sich von den Eskapaden dieser Herren meistens derart blenden, dass das "Normale" in den Meldungen gar keinen Platz mehr hat. Woher kommt eigentlich die Faszination für das Schillernde und Radikale? Schliesslich ist es das "Normale", "Anständige", "Geregelte", das unser Zusammenleben nicht in Krieg ausarten lässt. Die leidvolle historische Erfahrung Europas zeigt, dass uns nur ein ausgeklügeltes System von Checks and Balances (demokratischer Rechtsstaat mit unabhängiger Justiz, Menschenrechte, Sozialstaat, Kartellrecht usw.) vor dem Absturz in ein "Viertes Reich" bewahren kann. Das wird im kommenden November bei der Abstimmung über die Anti-Völkerrechtsinitiative der SVP zu bedenken sein.

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Bei verschiedenen Kommentaren zum Beitrag "Die Borderliner" wird kritisiert, dass die Kolumne zu einseitig die NATO-Sicht oder auch die Behauptungen der amerikanischen Gemeindienste bezüglich einer russischen Einmischung in die amerikanischen Wahlen einnehme. Ich bin auch der Meinung, dass wir sehr kritisch gegenüber allen Behauptungen sein müssen. Ich stimme Christoph Meier auch zu, dass wir uns hüten sollten, Narrative (um diesen sehr modischen Begriff zu gebrauchen) nicht einfach als Fakten zu nehmen.
Nur sollten wir uns auch hüten, Gegen-Narrative, welche Russland als Opfer und friedfertiges Land darstellen, einfach so zu übernehmen. Russland führt genauso eine Machtpolitik mit schrecklichen Folgen (Tschetschenien ist nur ein Beispiel) wie die USA. Und die russische Unterstützung der rechtsextremen Parteien in Europa ist, soweit ich das überblicken kann, genügend belegt.
Wir müssen uns aus dem Schwarz-Weiss-Denken zu lösen versuchen. Die Kritik der einen Sicht darf nicht die kritiklose Uebernahme einer andern Sicht bedeuten.
Uns bleibt die schwierige Aufgabe, uns in der (medial unattraktiv zu verkaufenden) Mitte zwischen den Extremen unermüdlich für die Werte des aufgeklärten Humanismus und der liberalen Demokratie einzusetzen.

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Herr Binswanger, ich lese vielleicht zu wenig oft die Republik, aber wenn mich etwas stutzig macht, dann Ausdrücke wie „erwiesenermassen“; und dies umso mehr wenn dann der Nachweis nicht ansatzweise geführt wird. Es wird nicht nur eine Behauptung aufgestellt, sondern dann noch behauptet, sie sei gar keine Behauptung, sondern Wahrheit. Aber zum Glück sind wir Republikaner alles kritische Leser. Deshalb gestatte ich mir, Herr Binswanger, die Frage: Wo sind denn die Nachweise dafür, dass davon gesprochen werden kann, Trump „erwiesenermassen“ mit massiver russischer Hilfe in sein Amt kam? Besten Dank für die Aufklärung (gerne mit entsprechenden Belegen) im Voraus.

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Lieber Herr Christoph Meier
Erinnern Sie sich an die vielen, sehr vielen grünen Männchen, die durch das Nachbarland zur Krim zogen? Durch einen souveränen Staat.
Wem ordnen Sie diese Invasoren zu?
Danke für eine idelogiefreie Antwort :-)

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«Unterstelle jedes Verbrechen, das du selber begangen hast, umgehend deinem politischen Gegner: Das ist ein Grundzug totalitärer Propaganda.» Inwiefern passt dann die angebliche Aussage der NATO hier rein: «Die Nato schätzt Russland inzwischen als so konkrete militärische Bedrohung ein, dass sie ihr Abwehrdispositiv in Osteuropa verstärken will.» ?
Dasselbe Spiel geschieht auch mit angeblichen Giftgasangriffen gegen seine eigene Bevölkerung von Assad, ein gern kolportiertes Narrativ, das bei nährem Hinsehen keineswegs eindeutig ist. Irgendwo in unseren Hirnen schlummert wohl noch immer die Überzeugung, 'der Westen' sei moralisch überlegen und richte sich nach Werten.

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Ein beachtlicher Teil dieser Probleme lässt sich stets auf e i n Grundübel zurückführen: auf eine vollständig entfesselte Ökonomie, deren Logik von Gewinn oder Nicht-Gewinn sämtliche anderen Systeme infiltriert und schliesslich entkernt hat. Allen voran die Politik und die zivilgesellschaftliche Solidarität. Ein Prozess, der naturgemäss Gewinner und immer mehr Verlierer übrig lässt. Damit ein solches System stabil bleibt, braucht es wachsende Ausgleichs-Kapazitäten - in den allermeisten Fällen in Form von irgendeiner Art von Gewalt. Und nun kommt die Digitalisierung ins Spiel. Vor ihrem Hintergrund fällt das Informationsmonopol dieser Gewinner-Kaste. Die Gesellschaften werden kommunikativ durchlässig, und der Gewinnkampf der ökonomischen Eliten gegen die Verlierer aber auch unter einander kann mit herkömmlicher Propaganda nur noch unzureichend aufrecht erhalten werden. Was bleibt ihnen also anderes übrig, als Information in ihrem Grundzweck zu desavouieren, indem sie deren zentralen Anspruch auf Richtigkeit für bedeutungslos erklären? Wir, die Verlierer, gemeinsam mit jenen Gewinnern, die das trotz allem ebenfalls für ungeheuerlich halten, sollten dringend aus unserer lähmenden Fassungslosigkeit aufwachen, uns zusammenschliessen und die Ökonomie dahin zurückbinden, wo sie hingehört: in den Dienst der Menschen. Statt umgekehrt.

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Es tut gut, nach dem hinreissenden Artikel „Die Borderliner“ den grossartigen Panorama-Blick zu erweitern mit der Vorstellung in Helsinki könnte ein weiteres Mal ein Friedensabkommen entstehen. Nämlich: Trump und Putin wollen als GREAT DEAL MAKERS ihre Truppen innert 5 Jahren in ihr Land zurückholen und mit einem neuen START Abkommen die Bewohner in Europa besser schützen und die horrenden, schädlichen Rüstungskosten für Volkswirtschaften reduzieren. Doch leider dürfte der cyber-militärisch-industrielle Komplex dies wie bisher verhindern können.
Dazu als Horizonterweiterung empfehle ich https://www.rubikon.news/artikel/nervose-nato

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Herr Binswanger, ich schätze Ihre Denkschärfe sehr und stimme mit ihren Analysen im Ergebnis oft überein. Auch Trump als Borderliner und Nato als Kindergarten finde ich gut - nur meine ich, dass es keinen Trump braucht, letztere zum Irrenhaus zumachen, denn das verbindende Element in der Nato ist ja die gemeinsame Paranoia. In Bezug auf die behauptete Einmischung Russlands in die USA-Wahlen - die für Sie offenbar schon "erwiesen" ist - scheinen Sie aber genau so verkürzt und eindimensional zu denken wie die meisten aus der Schreiberzunft,

Jedermann weiss, dass eine "Demokratie" auf nichts so allergisch reagiert wie auf versuchte äussere Einmischung in Abstimmung oder Wahlen - siehe z.B. Geldspielgesetz bei uns. Putin wäre nicht Putin, wenn er das nicht wüsste. Wenn er also Trump zum Amt verhelfen wollte, hätte er doch unbedingt seine Trolle zur vordergründigen Unterstützung von Clinton losschicken müssen, möglichst mit einem scheinbar vergessenen ".ru" unten drauf. Clinton aber in Spam-Mails mit Fake-News anzuschwärzen und dabei im Kleingedruckten einige russische Buchstaben drin zu lassen wäre doch etwas zu dilettantisch gewesen - und zu riskant im Vergleich mit dem geringen Nutzen.

Deshalb: Ich glaube keiner Meldung zu angeblichen Geheimdienstinformationen über russische Einmischung in der Trump-Wahl, die diese fundamentalen Widersprüche nicht auflösen kann. Und ich wäre froh, wenn Sie und andere Republik-Autoren in geopolitischen Dingen auch etwas skeptischer wären - wobei die grösste Skpepsis immer den Mächtigsten und Einflussreichsten gegenüber angezeigt ist

Und noch etwas, das mich interessiert hätte: Was hatten der ukrainische und der georgische Präsident in diesem irren Kindergarten überhaupt zu suchen?

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Militärausgaben Nato-Europa-Russland
Militärausgaben 2017 in Mia. Dollar

Nato Europa 250 rund 4 x mehr als Russland!
Nato Total 959 rund 16 x mehr als Russland!
Russland 66

USA 610
China 228
Saudi-Arabien 69
Russland 66
Indien 64
Frankreich 58
Grossbritannien 47
Japan 45
Deutschland 44
Südkorea 39

Quelle: Sipri (https://www.sipri.org/sites/default…x_2017.pdf)

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Es spricht sicher einiges dafür, dass bei Trump eine Borderline-Persönlichkeitsstörung vorliegen könnte. Und es ist wahrscheinlich, dass auch andere egomane und Macht besessene Autokraten von Putin über Erdogan , Orban und Johnson - die Liste liesse sich beliebig verlängern - schwerwiegende psychopathologische Störungen aufweisen. Die Frage ist jedoch, wie hilfreich solche Zuweisungen sind.
Nehmen wir ihnen und ihren Unterstützern damit nicht die moralische Verantwortung für ihr Tun weg?
Auch wenn Moral, politische Verantwortung und Macht immer in einem schwierigen Verhältnis zu einander standen und stehen, so muss das Verhalten dieser Autokraten deutlich und klar als das bezeichnet werden, was es ist, zutiefst unmoralisch, lügenhaft, gemein, ohne jeglichen Anstand und höchst gefährlich.

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"Die Borderliner"
Die "westliche Wertegemeinschaft" hat offensichtlich ein Problem: Ihre konservative Elite mutiert zum Affenhaus (wobei man den Affen hier möglicherweise unrecht tut).
Man sollte den abnormalen Trumpismus aber auch im historischen Kontext sehen: War die LBGT-fixierte, antirussische und mit der Wallstreet verfilzte Alternative Hillary Clinton wirklich um Lichtjahre besser? War die expansive Politik der NATO seit der deutschen Wiedervereinigung wirklich weitsichtig? Weitgehend unbekannt ist, dass es sogar in den USA Widerstand gegen die aggressive Osterweiterung der NATO gab, siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/NATO-Osterweiterung
Das westliche Russland ist heute faktisch von einer feindlichen Militärallianz umstellt. Die NATO-Politik mag aus Sicht der "westlichen Wertegemeinschaft" im Interesse der Sicherheit sein. Aus Sicht von Russland ist sie im höchsten Mass bedrohlich. Putin wurde geradezu in die Rolle des Chauvinisten und Nationalisten gedrängt. Sein politischer Erfolg war absehbar, seine Reaktion in der Ukraine ebenfalls. Wenn die NATO jetzt auch noch die Ukraine und Georgien in das Bündnis aufnimmt, kann man sich fragen, ob die NATO-Doktrin in Europa zu mehr oder doch eher zu weniger Sicherheit führt ...
Von einem Affenhaus kann man viel Lärm und einige Unterhaltung erwarten, eines aber ganz sicher nicht: einen selbstkritischen Intellekt.

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Herr Binswanger, Sie brauchen in der Republik keine Floskeln aus der Mainstream-Presse zu wiederholen. Gestatten Sie mir drum eine Richtigstellung: Auf der Krim fand durch niemanden eine Annexion statt. Es war eine Sezession. Übrigens eine illegale nach ukrainischem Recht.

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Sehr geehrter Herr Binswanger,
Wäre es verwegen, Sie nach den Quellen Ihrer Erkenntnisse zu fragen? Wäre es denkbar, den durchlauchten Ladies und Gentlemen Aufschluss darüber zu geben, woher Ihr geballtes Wissen stammt, nebst der NYT?
Letztgenannte hat ja bekanntermassen unter anderem in Bezug auf den Jugoslawienkrieg 1999, 9/11 2001 und die humanitäre Invasion im Irak 2003 eine äusserst exzeptionalistische Rolle gespielt.
Sofern die Frage denn gestattet sei: wo schauen Sie sonst noch so vorbei?
Oder anders gefragt: wie halten Sie sich fit im "Paralleluniversum der Faktenfreiheit" ?
Besten Dank im Voraus und mit freundlichen Grüssen

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Die Macht ohne Ihren Missbrauch verliert Ihren Reiz. Umso grösser die Machtstellung umso stärker wirkt der Reiz. In einer Zeit in der jeder ein Performer in eigener Sache ist, ist die Versuchung zu gross nur noch das zu machen was zu seinem eigenen Vorteil wird.

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In den allermeisten Fällen führte Aufrüstung zu einem Krieg, in Ausnahmefällen zu wirtschaftlichem Ruin.

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Neue These: Die geistig gesunden (An-)Führer sind gefährlicher als die gestörten, da die Gesunden die Gestörten nur allzu leicht steuern (können). Das war in allen historischen Bespielen so. Aktuelles Beispiel: Obama - Trump. Der Charismatiker Obama hat während seiner Amtsperiode für weit mehr Elend und Krieg in der Welt gesorgt als bislang der Borderliner Trump. (Gut, bei Trump weiss man nie, was noch kommt.) Aber Obama hat der Welt Frieden, Freiheit, Abrüstung, Aufhebung der Folter (Guantanamo) versprochen. Dafür - für ein Versprechen (!) - hat er den Friedensnobelpreis erhalten. Was hat hat Obama der Welt gebracht? Unter keinem Präsidenten der amerikanischen Geschichte wurden mehr Nuklearsprengköpfe produziert wie unter Obama. Obama hat Bush‘s krigerisches Erbe nicht beendet, sondern ausgeweitet: Libyen, Syrien, ISIS, Irak, Afghanistan to name but a few. Unter Obama wurde alle 20 Minuten irgendwo auf der Welt eine amerikanische Bombe abgeworfen. Guantanamo steht noch. Die CIA-Foltercamps sind mit der zeitlich geschickt gewählten Normalisierung der Beziehungen zu Kuba aus dem öffentlichen Bewusstsein verdrängt worden. Und Trump? Der gibt ein Bild von sich in der Öffentlichkeit ab, das Obama niemals aufwies, jedoch alles war. Obama war gewissermassen der echtere Trump. Und wer ist nun gefährlicher; der gestörte Trump oder der gesunde Obama? Obama befindet sich mit seinem Friedensnobelpreis übrigens in bester Gesellschaft. Henry Kissinger ist auch so einer; ein Friedensnobelpreisträger und international gesuchter Kriegsverbrecher. Letzteres kommt bei Obama mit den Jahren vielleicht noch.

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Die Borderliner
Was die Linke in den letzten Jahrzehnten nicht geschafft hat, macht, so hoffe ich es, der Stammkonservative Trump möglich. Er befreit Europa vor der Nato. Diese ist nach dem Fall des Warschauerpaktes überflüssig. Doch das devote Einknicken der europäischen Verantwortlichen, die bereit sind, die sehr hohen Militärausgaben in den nächsten Jahren mehr oder weniger verdoppeln zu wollen, dämpft die Hoffnung auf ein baldiges Ende der Nato.
Wenigstens wagt Olav Scholz als einziger der deutschen Regierung, die extremen Forderungen der US-Waffenindustrie nach noch höheren Militärausgaben der Europäer klar abzulehnen. Wenn man bedenkt, dass 2017 die Militärausgaben der Nato Europa mit 250 Mia. rund 4 mal höher waren als die Ausgaben Russlands mit 66 Mia., dann kann man die Forderung nach noch höheren Ausgaben kaum mehr verstehen. Mit einem 4 x grösseren Militärbudget sollte die Nato Europa auch ohne die USA keine Angst vor den Russen haben. Vielleicht würde es sogar dem Frieden dienen, wenn sich die USA aus Europa militärisch zurückziehen würden.

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Wie viele psychiatrische Diagnosen werden wohl für Trump noch gestellt. Solipsismus nun auch Borderliner,ich stimme absolut zu ,leider sind solche Persönlichkeiten brandgefährlich,aber leider können.sich solche Führer im postf
aktiven Zeitalter erstaunlich effizient in Szene setzen.

3

Ein guter Artikel der auf ironische Art andeutet wie verworren und unberechenbar populistische Politiker agieren. Der schlaue Mann im Hintergrund wartet ruhig ab und lässt die politischen Elefanten und Trampeltiere im Porzellanladen der Weltpolitik herumirren. Er ist die interessante Figur in dieser Kommedie oder Tragödie und lässt sich im Gegensatz zu den andern nicht in die Karten schauen und hat im Hintergrund doch die Fäden fest in der Hand.

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Ach du meine Güte. So viel Wissen, wohl Gescheites und Komplexes, schon fast Verschwörerisches das wo ich hier lesen kann. Verstehen tue ich oft einiges nicht. Hat jedoch mit meinem Verstand zu tun. Eines glaube ich allerdings und werde ganz neidisch: es stülpt sich bei manch einem Schreiber sein eigenes Wissen und die Wahrheit geradezu nach aussen. Dann gibt es auch die Bescheidenen, die sind dann Anonymus, wollen sich nicht mit Intelligenz hervortun. Schreiberin hat es da leider kaum eine, ausser die Feller Anna, die, wo nach meinem mittelmässig ausgeprägten Bauchgefühl, ein Mann sein wird (verzeihen sie, wenn ich irre). Ich vermisse hier die Frauen wehmütiger Seufzer
Jetzt habe ich glaub wieder die Begriffe Wissen und Meinung verwechselt. Äxgüsi, mein Fehler. Die Kommentare sind halt oft so eindeutig und unumstösslich formuliert.
Adieu, gute Tage

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Eigentlich stellt die SVP mit der Diskreditierung des von ihr beherrschten Parlamentes ihre eigentlichen Absichten offen zur Schau. Sie möchte eine Diktatur nach russischem oder türkischem Vorbild. Eine Partei, natürlich die SVP, gibt vor was wie zu tun ist, legitimiert durch die unbestreitbare Weitsicht ihrer Parteibesitzer. Alle paar Jahre lässt man sich diese Legitimation mit einer Volksbefragung bestätigen, welche entweder gekauft oder zur Not auch plump erzwungen wird. Gerichtsentscheide haben den Vorgaben dieser Parteileitung folge zu leisten und wer die Weisheit des Führers in Frage stellt ist für die Konsequenzen selber schuld. Dabei kann die Partei zum einen auf die treuen, alten Wähler zählen, welche die Inhalte niemals in Frage stellen, und zum Anderen auf die selbstgefälligen Stammtisch-Besserwisser welche begeistert die Schuld für alle Probleme bei den Ausländern, Linken, Grünen, Kurden, Schwulen, Moslems, Reithallenbesuchern und Netten verorten. Komplettiert wird ihr Klientel durch die rücksichtslos, egoistischen Ellenbogenrempler, welche auch ihre Mutter für genug Bares, ohne jedes schlechte Gewissen, in die Sklaverei verkaufen würden.
Dass diese Kreise nicht viel mehr als ⅓ der Stimmen hergeben wissen wir mittlerweile. Daher ist klar, dass das Fehlen der Wahl- und Abstimmungsdisziplin, sowie die Uneinigkeit der restlichen ⅔ das eigentliche Problem darstellen. Niemals werden wir die Unterstützer der SVP dazu bringen anders zu stimmen als die Parteileitung es vorgibt, es bleibt nur die Chance die Mehrheit der Andersdenkenden zu mobilisieren. Genau dafür unterstütze ich die Republik und hoffe inständig, dass sich neben der WOZ noch andere unabhängige Medien etablieren können

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  1. Steuern sind und bleiben Diebstahl an Privateigentum.

  2. Es gibt kein (Menschen-)Recht auf Steuern.

  3. In der "liberalen" Schweiz arbeitet man unterdessen bis Mitte September (!) nur um Steuern, Gebühren und andere staatliche Zwangsabgaben finanzieren zu können. Danach noch 2,5 Monate für die Miete..

  4. Bundesbeamte kosten den Steuerzahler unterdessen je über 178'000.- im Jahr. Mehr als Banken, Pharma, IT (also die, die all die staatlichen Abzocker finanzieren) oder sonst irgend eine Branche überhaupt bezahlen kann.

  5. Solange die Schweiz keine echte Demokratie ist und asoziale Abzocker und Schmarotzer wie z.B. Cedric Wermuth, Fabian Molina (Ironie der Geschichte daß Chile seinen linksextremen Vater vertreiben hat), Andy Gross etc. die seit der Geburt dem Steuerzahler auf der Tasche liegen ein Stimm- und Wahlrecht haben, ist jede Steueroptimierungsstrategie zu fördern und begrüßenswert.

  6. Es ist absolut nachvollziehbar und menschlich, daß asoziale Abzocker immer die hohle Hand machen werden und an der Urne Dinge wählen, die dann andere zu finanzieren haben; sowie Personen wählen, die dafür Sorgen daß weiterhin Kohle, die andere zu bezahlen haben, in ihre Taschen fließt. Selbsterklärend ist dieses egoistische Verhalten längerfristig der Tod jeder "Demokratie".

Ich glaube Experten nennen diese hochgradig-asoziale Abzocker-Kratie, wie wir sie in der Schweiz haben Ochlokratie.

Selbsterklärend daß die Abzocker und Schmarotzer kein Interesse haben, an diesem Zustand etwas zu ändern. Dafür wettert man ironischer Weise gegen die Steuerzahler, also die die einem das feudale Abzocker-Leben überhaupt erst ermöglichen während man selber keinen einzigen Rappen Steuern NETTO (und nur das zählt) an den Staat abliefert.

Wie lange noch?

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Avantgarde der Völker

It’s the politics, stupid.
Wollen Sie damit ausdrücken, Politik sei irrational, das Volk dumm? Ich glaube weder das eine noch das andere.

Einflussreiche Kreise scheinen sehr wohl zu wissen, was sie anstreben: die Auflösung der Menschenrechte, die Schwächung der Demokratien, die Kontrolle der Menschen bei gleichzeitig unlimitiertem Handel und Profit für die Finanzeliten. Die Mittel dazu sind Thinktanks und andere private und öffentliche Organisationen wie G11, Ökonomieforum, Atlantikbrücke, Bilderberger, die Kontrolle von UNO, WHO, Weltbank, Wirtschaftsverträge und -sanktionen, lügeninduzierte Kriege und Geheimdienstaktionen. Dazu gibt es genügend gesicherte Informationen.

Warum lassen die Menschen sich aber manipulieren und akzeptieren die vorgeschlagenen Gesetze und Massnahmen, welche ihnen selbst auf die Dauer Nachteile bringen? Der Mensch ist ja nicht nur dumm und egoistisch, sondern kennt auch altruistisches und verantwortliches Verhalten. Er macht sich Sorgen und seine Zukunft und diejenige seiner Kinder, ist wohl auch bereit, sich einzuschränken, wenn er den Sinn dafür einsieht. Wie soll die Mehrheit einer Gesellschaft aber zu einer umfassenden Sichtweise kommen, wenn Politiker lügen oder schweigen, wenn NGOs instrumentalisiert, Wissenschaftler gekauft, die Erziehung und Forschung manipuliert werden? Und die Mainstream Medien schweigen?

Ich unterstützte die Republik, weil ich eine seriöse schweizerisch anerkannte und werbefreie Zeitschrift als politisch notwendig erachte, eine werbefreie Zeitschrift, die „im Mediensystem einen deutlichen Unterschied“ (Zitat) macht und einem breiteren Publikum auch dasjenige vermittelt, was interessierte Bürger sonst nur auf diversen Internetplattformen finden. Die Recherche über das bündnerische Baukartell war richtig und führte zu lokalen politischen Folgen. Ich erwarte aber mehr klare und kritische Darstellungen der finanziellen Mächte, welche hinter den weltweiten sozialen und Umweltproblemen, den Kriegen und den daraus resultierenden Flüchtlingsströmen, der zunehmenden Kontrolle der Menschen und der Diffamierung von „Verschwörungstheoretikern“ stehen. Die Republik braucht dazu keine neuen Recherchen durchzuführen, sondern kann sich auf Inhalte beziehen, welche kritische Leser auf Internetplattformen wie rubikon.de, nachdenkseiten.de, infosperber.ch, KenFM.de, siper.ch oder ae911truth.org finden. Inhalte, welche von den MainstreamMedien eben unter den Tisch gewischt werden, obwohl da
seriöse Menschen ihre Aussagen dokumentieren und nachvollziehbare Schlüsse ziehen.
Ich erwarte, dass die Republik die Inhalte solcher Seiten untersucht, kommentiert, die Schlussfolgerungen beurteilt und einer breiteren Öffentlichkeit erschliesst.

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'Demokratische' Konvergenz

Weiterführender Kommentar von Colin Metzger zu «Avantgarde der Völker» von Daniel Binswanger und zur generellen Problematik der Präsidentenkrankheit die wohl Demokratie genannt wird, sie aber eher zerstört als erzeugt.


Was erzeugt die ‘demokratische’ Konvergenz der ‘mächtigen’ Länder?
von Colin Metzger 1.7.2018

These 1 Sieger- Verlierer- Systeme erzeugen immer mehr Verlierer als Sieger
Wahlsysteme die auf Sieger- Verlierer- Resultate hinauslaufen, erzeugen auch Sieger- Verlierer- Gesellschaften.
Wenn sich die öffentliche Aufmerksamkeit auf einen Präsidentschaftswahlkampf fokussieren lässt, wird das leider auch gemacht. Die politischen kommentatoren schlüpfen in ihre Sportreportermentalität in der nur eins zählt: Der Sieg. Was wiederum, zwangsläufig, dazu führt das die Mehrheit der Mitbetroffenen zu den Verlierern zählen wird. Denn wenn nur der Sieg zählt, dann kann es nur 2 Parteien oder nur 2 Lager geben die eine Chance haben. Und diese müssen fast gleich sein - nämlich sogenannt “mehrheitsfähig”. Mehrheitsfähig ist aber gleichbedeutend mit dominant, mit Manipulationskraft, nicht mit intelligent oder Lösungsorientiert, sondern einflussreich und Medienpräsent. Wer sich bei der Verkündung der Wahlresultate bei den Gewinnern wähnt ist zu oft bald auf der Verliererseite.

These 2 Machtkonzentration
Sieger- Verlierer- Gesellschaften erzeugen Wahlsysteme die auf Sieger- Verlierer- Resultate hinauslaufen.
Gesellschaften die eine unbegrenzte Konzentration privater Macht zulassen, ja sogar fördern, werden immer demokratische Ansätze so hinbiegen, das sie den Mächtigsten am meisten nützen. Da ist der Präsidentschaftswahlkampf als zentrales ‘demokratisches’ Machtmittel die zentrale Waffe gegen eine echte Demokratie, da er ein wichtiges Einfallstor für die These 3 ist.

These 3 Missbrauchte Staaten
Die ‘mächtigen’ Länder sind von den wirklich Mächtigen missbrauchte Staaten.
Rechtsstaat und Demokratie sind in den Jahrzehnten seit ca. 1998 mit Rückzugsgefechten beschäftigt die sie immer schneller verlieren. Sieger sind die wirklich Mächtigen die sich Trompeten als Präsidenten organisieren um dem Volk ‘Demokratie’ vorzugaukeln. Diese Entwicklung lässt sich an den Machtverhältnissen in den Mainstream-Medien genauso ablesen wie an der Vermögensverteilung und der militärischen Machtkonzentration in dieser Welt.

These 4 Auswege
Das Umsteuern Richtung echte Demokratie und echten Rechtsstaat, verbunden mit Selbstbestimmung, Sicherheit und Freiheit, lässt sich mit Systemen die Machtkonzentration dämpfen, vermeiden, abbauen. Beispielsweise sind sieben Vizepräsidenten für all diese Werte schon wesentlich aussichtsreicher als ein Präsident. Und Parlamentswahl besser als Volkswahl.
Unbedingt dazu gehört ein neuer Ansatz für die Zivilgesellschaft der Zukunft:

4

Die Gespräche und die Artikel in der "Republik" sind höchst interessant. Auch was Herr Binswanger schreibt. Leider verspüre ich danach regelrecht nur Frust. Ich frage mich immer mehr, was man mit diesem Wissen konkret tun kann. Was sollen Menschen tun, die eine Realität, wie teils in den Artikel erwähnt, ablehnen? Wo kann man ein Zeichen setzen, dass man die Mechanismen durchschaut hat und nicht gewillt ist, nur lesend alles zu ertragen?

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Bankgeheimnis / Banksters

Bankgeheimnis? Wer braucht das heute noch? Ist die Bank gross genug, kann sie alles tun, was ihr beliebt und die Bussen aus der Portokasse bezahlen.

https://www.youtube.com/watch?v=a-uHKWu2nDw

Die Sendung dauert etwas lange, aber das Wesentliche zwischen
32:50 und 35:20

Also nur 2½ Minuten ...

Allerdings ist zur Geschichte der Bank und zum Atom-Deal der Chinesen mit den Engländern die ganze Sendung zu empfehlen.

2

Natrürlich ist der überwiegende Teil der Menschen die auf der Flucht sind Migranten, die aus wirtschaftlichen Gründen unterwegs sind. Die Frage warum das so ist, spielt nicht nur in der Schweiz keine Rolle. Das neoliberale Mantra " Uns alles den Anderen nichts" gehört endlich auf die Agenda der Politik. Deshalb ist die Lösung nicht ausserhalb Europas Lager zu bauen, sondern eine Wirtschaftspolitik zu betreiben, die diesen Namen auch verdient. Handelsverträge gehören so gestaltet, dass die Anderen auch an die Töpfe kommen. Fair Trade ist immer noch ein Orchideenthema. Mit PolitikerInnen wie Rösti, Noser, Goessi, Aeschi und wie sie alle heissen, ist dies wohl nicht zu haben. Sie profitieren pe­ku­ni­är und politisch zu sehr vom Status quo.
Für Kriegsflüchtlinge hat sich die Zivilgesellschaft zu engagieren, dass kann man nicht der Politik überlassen. Sie geniessen unseren uneingeschränkten Schutz.

Die Einsicht, dass das unsere Toten sind fand ich sehr erhellend. Dabei fiel mir der Satz von Heine ein: Wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen.

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