Wir sind die Republik – ein neues Modell im Schweizer Journalismus. Unser Online-Magazin arbeitet unabhängig: keine Werbung, keine Klick-Wirtschaft, keine Kompromisse in der Qualität. Wollen Sie unabhängigen Journalismus unterstützen, freuen wir uns, Sie an Bord zu sehen.

Debatte

Diskutieren Sie mit Daniel Binswanger

Jedes Wochenende gibt es Gelegenheit zum Gedankenaustausch.

16.02.2019

Wo steht die Schweizer Gesellschaft? Wo die Europäische Union? Die
Globalisierung? Welches sind die entscheidenden politischen und
wirtschaftlichen Entwicklungen? Und welche Theorien können uns helfen, die Aktualität zu durchdringen und zu begreifen?

Samstag für Samstag beschäftigt sich Daniel Binswangers Kolumne mit
diesen Fragen.


Stimmen Sie mit seinen Einschätzungen überein oder erscheinen Ihnen
seine Argumente nicht schlüssig? Sind bestimmte Ausgangshypothesen
falsch? Entbrennt in Ihnen heftiger Widerspruch? Und welche Themen
vermissen Sie in seiner Kolumne?

Teilen Sie Ihre Einschätzungen, Ihre Einwände und Ihre Ergänzungen mit uns. Daniel Binswanger wird in unregelmässigen Abständen mit Ihnen
diskutieren! Der aktuelle Beitrag: «Das reaktionärste Land der Welt».

Wenn Sie schon hier sind …

… treffen Sie eine Entscheidung: Wollen Sie, dass die noch junge Republik weiterhin unabhängigen Journalismus betreiben kann? Wir sind niemandem verpflichtet ausser unseren Leserinnen, unserem Gewissen und dem Kampf gegen die Langeweile. Weder Oligarchen noch Werbetreibende haben einen Einfluss auf unsere Berichterstattung. Doch das funktioniert nur, wenn viele uns dabei unterstützen. 18 113 tun dies bereits.


Noch nicht überzeugt? Jetzt probelesen
neu laden

Ganz grossartig. Ich unterschreibe jede Zeile. Herzlichen Dank für diesen Text. Jetzt stellt sich einzig noch die Frage: Warum ist es, wie es ist? Oder anders: Wes‘ Schuld ist es? Am Schluss sind es ja - leider - wir alle, nicht? Sonst hätte sich ja schon längst etwas geändert.

0
/
0

Noch was zur letztwöchigen Kolumne über den Überwachungskapitalismus: der am Ende versprühte Optimismus, dass es immer Alternativen gibt, scheint aktuell nur begrenzt berechtigt zu sein. Die Journalistin Kashmir Hill hat während sechs Wochen versucht auf die Dienste der 'Big Five' der Tech-Konzerne zu verzichten. Wie ihr Leben ohne diese funktionierte, oder eben nicht funktionierte, ist hier nachzulesen: https://gizmodo.com/c/goodbye-big-five . Als am aufdringlichsten hat sich dabei nicht Google und nicht Facebook gezeigt: https://twitter.com/kashhill/status…7146831872

1
/
1

Die römisch-katholische Kirche ist Mutter der Mafia. Dieses Tochtergeschwür wirkt in der Schweiz sehr gut kaschiert und kaum jemand wagt es, auf derartige Machenschaften hinzuweisen. Ohne die spektakuläre Aktion vom Richterbeisser Kuno W. wäre ich in Haft gestorben. Mit seiner kruden Art verhinderte er, dass ich heimlich versenkt werden konnte. Er sass ein Jahr im UG und auch diese Info wurde der Allgemeinheit verheimlicht.

2
/
4

It`s the psychology, honey! Selbstverständlich drücken in direktdemokratischen Verfahren die mentalen Prozesse stärker durch als in parlamentarisch-repräsentativen. Als kleines Berg-Volk sind das halt auch mental eher konservative Regungen. Man weiss, dass es für Weltoffenheit sehr prägend ist, zB grosse Häfen und Meereszugang zu haben, da haben sich die Völker früh vermischt und mit "Anderem" auseinandergesetzt. Genau umgekehrt abgeschiedenen Bergregionen. Man sieht es auch am Tempo, wie zB Täler wie das Wallis erst seit kurzem überhaupt "linke" Parteien wie die SP in der Regierung haben und die alten Clans langsam abdanken. Die ländlich-abgeschiedenen Regionen haben stets gebremst und heute sogar noch mehr, Stadt und Land driften auseinander. Die 25% ausländische Bevölkerung haben wir immer nur als Arbeitskräfte geholt/geduldet, nie als MitbürgerInnen. Der mittlerweile hohe allgemeine Bildungsstand erhöht nun aber das Tempo, neue "unbekannte" Verfahren zuzulassen. So können sich Mehrheiten bilden in Fragen, die mentale Offenheit über den eigenen Erfahrungshorizont hinaus betreffen. Er fördert die Fähigkeit, abstrakt zu denken. Es gibt also nichts zu schämen, wenn Umweltfaktoren soviel zur Rückständigkeit beitragen. Man kann höchstens diskutieren, ob einige politische Verfahren weniger direktdemokratisch geregelt werden sollten/müssten in einer so komplex gewordenen Welt. Denn das kann tatsächlich einen Loop, eine Endlosschleife fördern, indem abgelehnte Volks-Entscheidungen das Tempo zusätzlich drosseln, indem sie das Mental-Konservative bestätigen und stärken. Aber auch das müsste zuerst die Volkshürde passieren. Ich ärgere mich auch gelegentlich über das Tempo, in dem es beispielsweise mit Elternzeit vorangeht, bzw. nicht vorangeht. Aber es ist, wie es ist. Wer damit nicht leben kann, muss selber aktiv werden oder ein für sich geeigneteres Land zum Leben suchen. Persönliche Psychohygiene sozusagen. Das dümmste ist, passiv krank zu werden an einem Land.

13
/
2

Ulkig ist ja, das sich Daniel Binswanger im ersten Satz, vermutlich zwecks eines wuchtigen Auftaktes, kurzum multipliziert. "Wir" halten fest.

Der Text wirft viele Fragen auf. Ich habe den Eindruck, viele Antworten kann man aus dem Text über Fukuyama und Identitäten herausschälen. Wobei Daniel Graf Binswanger wahrscheinlich keine gute Note für seinen Debattenbeitrag geben würde, oder?

3
/
3

Also, jetzt wissen wir, dass Daniel Binswanger die Schweiz für das reaktionärste Land hält. Interssiert uns das? Bringt es jemand etwas? Verändert dies etwas? Nein! Es ist bloss eine Etikette mehr auf der Flasche.

2
/
27

Lieber Daniel. Samstag ist ein guter Tag. Der Geist verlässt das Gedankengetümmel der Werktage und macht sich frei für den sonntäglichen Schlummertrunk. Ihr Artikel über unser Land bringt es auf den Punkt. Zur Bestätigung hau ich auf den Tisch und ruf dazu: Gopferteckel wieso dauert in diesem Lande immer alles so lange!!! Unser Schlaf-Schlaraffenland verpennt die Chance dem nötigen revolutionären Geist, der sich hier doch ohne gewichtige politische Unterdrückung frei entfalten könnte, Platz zu machen. Gute Nacht! Schlafen wir gut auf unseren Geldbeuteln.

15
/
4

Meine Proteste gegen unsere römisch-katholisch geprägte Justiz brachte mich für fünf Jahre und zehn Monate in Haft, respektive in Verwahrung. Das Volk wurde durch die Staats-Medien falsch informiert. Der Katholizismus ist die Mutter der Mafia und diese wirkt auch bei uns im Verborgenen.

4
/
4

Weshalb kamen Georg Büchner, Sabina Spielrein, Lenin, Rosa Luxemburg und viele andere nach Zürich? Weil Schweizer Städte, zB auch Genf, sehr liberal und fortschrittlich sind und dies dank Föderalismus auch im Alltag unsetzen können. Nationale Rückständigkeiten zeigen ein einseitiges Bild.

13
/
5

Im heutigen, sehr lesenswerten Essay zu den Identitäts-Büchern https://www.republik.ch/2019/02/16/…entitaeten , steht am Ende: "mit Veränderungs- statt Verurteilungslust".
Und vielleicht deshalb kommt mir einmal mehr die dringende Frage in den Kopf: Was können wir denn konkret tun um den zweifellos richtig erkannten Missstand zu verändern?

6
/
0

Autsch! - das war eine links, eine rechts und nochmals eine links, sodass ich nach einer Ausrede japsend, mit zwei roten Backen dastehe. Das beste ÖV Netz, die pünktlichste Bahn, die besten Sackmesser, Schoggi, Uhren, Tennisspieler möchte man in die Schale werfen - aber Blödsinn, das hat ja nichts damit zu tun....
Bei allem was von aussen kommt, sind wir skeptisch, schauen lieber erst ob’s bei den Andern funktioniert. „Wer ändern will, macht oft das Gute schlimmer“ und dergleichen ist schon Bestandteil der helvetischen Muttermilch.
Im krassen Gegensatz dazu, die unglaubliche Innovationskraft - die aus dieser zurückhaltenden schweizer Mentalität hervorgeht. Was für ein seltsames, langsames, verstocktes und gleichzeitig freies, sicheres und wünderschönes Land! - Ich gehe Dani sei Dank total verwirrt ins Wochenende.

21
/
2

„Das reaktionärste Land der Welt“

Nun, der Status quo in einer Demokratie ist Ausdruck der herrschenden Mentalität. Würden mehr Frauen links statt freisinnig und konservativ wählen, sähe die Gesellschaft anders aus. Wer der Schweiz Rückständigkeit vorwirft, wirft es auch einer grossen Anzahl von Frauen vor. Ist Mentalität eine Genderfrage? Wäre Trump ohne die Unterstützung von Frauen Präsident geworden?
Die Frage, die mir mehr Kopfzerbrechen bereitet, ist folgende: Warum haben progressive Kräfte nicht mehr Erfolg, wenn sie doch so klar vorteilhaft für die Gesellschaft sind?

24
/
9

Ich brauche eine neue e-Mail Adresse. Könnte mir jemand sagen auf welcher Plattform es am sinnvollsten ist? Danke, J.

4
/
20

Der Ausweg? Reject the Matrix! Und wie geht das? Don‘t try to bend the spoon. That‘s impossible. Instead only try to realize the truth: There is no spoon. Then you‘ll see that it is not the spoon that bends. It is only yourself.

Do not let the Matrix bend you, because it is not real. Make the Matrix bend instead, because it is your mind that creates reality and NOT the other way round. Detach from the Matrix.

3
/
4

Danke für den Artikel. Das Buch scheint mir interessant.
Ergänzend wünschte ich mir konkrete Ansätze zur Überwindung des Informationssammlungsmonopols. Von der persönlichen Wahl der Mittel bis zu politischen Überlegungen.

Persönlich: Wie suche ich Information? Beispielsweise alternative Suchmaschinen wie Startpage, Quest, DuckDuckgo, ...? Welche Maschinen speichern meine Informationen in welcher Art? Auf welchen Kanälen kann ich kommunizieren, ohne dass jemand mitliest und mein Verhalten erfasst? Wie ist es mit den Browsern? Was erfassen die Browserfirmen schon an der Quelle? Was erfasst Apple und Microsoft in der Kommunikation der Betriebssysteme? Wie kann ich das einschränken?

Politische Ebene: Welche Einschränkungen der Techgiganten braucht es? Welche staatlichen(?) Angebote könnten zur Informationsbeschaffung gestaltet werden? Was sind die Folgen?

Neben der genüsslich masochistischen Analyse der Situation wünschte ich mir einen Blick in eine selbstbestimmte, positive Zukunft und wie sie zu schaffen wäre. Machen statt jammern.

6
/
5

Ich hoffe doch sehr, dass es einen Markt geben wird für Dienste, die einen nicht tracken - bei den Messengern beispielsweise. Sensibilisieren für die Gefahren ist wichtig und die Republik ist da erfreulicherweise dran. Auch die Kartellbehörden können einen Beitrag leisten, so sie denn dürfen!

3
/
1

Letztlich sind es doch wir Konsumenten oder eben unser vorhersehbares User-Verhalten, das solche Auswüchse erst ermöglicht. Ich weiss nicht, wann diese Haltung entstanden ist – möglicherweise mit der Entstehung des Internets –, alles kostenlos nutzen und nichts dafür bezahlen zu wollen. Es ist eben nicht so, wie Binswanger schreibt, dass wir den Rohstoff «User-Verhalten» kostenlos zur Verfügung stellen, wir bedienen uns auch verschiedenster Dienstleistungen wie eben einer Suchmaschine kostenlos. Es ist ein Tauschgeschäft. Ich würde sofort für die Nutzung einer Suchmaschine bezahlen, zum Beispiel in einem Jahresabo und natürlich in einem vernünftigen Rahmen, um im Gegenzug die Zusicherung zu erhalten, dass meine Daten nicht ausgewertet werden. Wenn die Tech-Konzerne solche Möglichkeiten anböten, wäre das transparent. Leider sind sie das nicht. Aber alle, welche die Dienstleistungen gratis nutzen, willigen implizit dazu ein, dass ihre Daten gesammelt und ausgewertet werden. Im Kapitalismus gibt es nichts gratis, das weiss man doch. Es ist nur den wenigstens bewusst und wenn es ihnen bewusst gemacht wird, dann ist es ihnen so ziemlich egal. Hauptsache, sie müssen nicht zahlen. Dafür nehmen die meisten ihre Ausspionierung in Kauf. Das ist das, was mich wirklich nachdenklich stimmt. Letztlich ist es immer die Gier, und zwar auf beiden Seiten, die solche Auswüchse ermöglicht. Und wer es nicht besser wissen will, obwohl er es könnte, macht sich mitverantwortlich. In diesem Sinn erkenne ich überhaupt keinen kollektiven Willen, die Alternative zu ergreifen, ausser – diese sei ebenfalls gratis.

28
/
2

Für jene, die sich für Buch und Thema interessieren: Im The Baffler erschien jüngst Evgeny Morozovs «Capitalism’s New Clothes». Eine sehr in die Tiefe und Breite gehende kritische Besprechung von Shoshana Zuboffs «Surveillance Capitalism».

Ein (very) long read für den Sonntag.

5
/
0

Man kann die Datenkonzerne so lange, so gut und so heftig kritisieren wie man
will. So lange aber der Einzelne nicht bereit ist, selber Konsequenzen zu ergreifen
d.h zu handeln, um sich aus den Fängen dieser Kraken zu befreien, so lange wird die
Macht von G.F.W ( Google Facebook, Whatsapp) etc. bestehen bleiben und stetig
weiter wachsen. Dabei wäre der einfachste Schritt, die Dienste nicht mehr in
Anspruch zu nehmen.

Es mag ja sein, dass die Dienste von G.F.W. sehr wichtig und angenehm sind. Aber wenn man gleichzeitig in der wachsenden Macht dieser Datenkonzerne eine existentielle Bedrohung für unsere Gesellschaft sieht, dann muß man eben abwägen was einem wichtiger ist, der angenehme Dienst von G.F.W. oder die intakte Gesellschaft. Und je nach dem Ergebnis dieser Abwägung sollte man dann handeln.

Leider wir wollen beides haben, den angenehmen Dienst von G.F.W und die intakte Gesellschaft, obwohl wir wissen, dass dies ein Widerspruch ist. Es soll sich zwar etwas ändern, aber es darf nicht passieren, d.h. wir wollen in unserem täglichen Leben von Änderungen nicht berührt werden.Unser Motto ist ständig: Wasch mich, aber mach mich nicht nass.

Und um dieses Motto, zu verschleiern, lassen wir uns wohlfeile Ausreden einfallen, die letztendlich nur unsere Bequemlichkeit beweisen.Facebook und WhatsApp sind zwar saugefährlich aber nehmt sie nicht weg. Den Zuckerberg einsperren ja, aber Hände weg von Facebook.

Einer der Hauptargumente für unsere Nichthandeln lautet: Ich als Einzelner
kann nichts machen. So ein Unsinn. Wir, die einzelnen, haben die Konzerne doch
auch groß gemacht, indem einer oder einzelne als Nutzer den Anfang gemacht haben und immer mehr folgten. Natürlich geht es in die andere Richtung, als die G.F.W. klein zu machen, genauso. Man muß eben seine Konten löschen. Wenn man aber auf die Dienste nicht verzichten will, muß man mit den Folgen leben.

Ein weiteres Argument lautet, dass die Politik etwas tun soll. Meistens schimpfen wir zwar nur über Politiker und halten sie für völlig unfähig. Doch wenn es darum geht unsere Bequemlichkeit, das Nichtstun, aufrecht zu erhalten und die Verantwortung auf andere zu schieben, dann sind die Politiker auf einmal fähig die kompliziertesten und wichtigsten Probleme zu lösen. Wobei wir, die Bevölkerung, uns natürlich vorbehalten, jede Lösung abzulehnen, weil wir irgendwelche unbequemen Folgen spüren.

Fazit: So lange wir immer nur reden, aber nicht entsprechend handeln, wird sich, bei aller Kritik, nichts ändern.

19
/
0

Vielen Dank für diesen wichtigen Denkanstoss. Vor etwa 470 Jahren hat Etienne de la Boétie - der Freund Michel de Montaignes - in seiner Schrift DISCOURS DE LA SERVITUDE VOLONTAIRE auf die Freiheit verwiesen, sich anders zu verhalten. Noch heute aktuell....

10
/
6

Die Themen "Überwachungskapitalismus" und "Online Präsenz der Republik" zeigen interessante Schnittpunkte. Dass die Profile aller VerlegerInnen für die öffentliche Verbreitung der Republik interessant ist kann ich noch nachvollziehen. Alle meine Diskussionsbeiträge, die ich eingeloggt verfasst habe, erscheinen auch nur eingeloggt. Hab ich eben getestet. Danke

3
/
6

Vielen Dank Dani Binswanger für den Beitrag, der meine Fantasie auf eine Reise geschickt hat, die ich hier gerne teile. Zu diesem Zweck führe ich dich, der dies liest, 4500 Jahre zurück. Europa, das damals sicher noch anders hiess, lässt grad die Steinzeit hinter sich. Zufälig, oder auch nicht, hatten innovative Köpfe entdeckt, dass aus gewissen Mineralien, Kupfer und Zinn herausgelöst, mittels Hitze geschmolzen und zu neuartigen Werkzeugen geformt werden konnten. Die Steinaxt, welche mehr als eine Million Jahre als „Stand der Technik“ die Menschen begleitet hatte, war nicht mehr der Hype. Vermutlich haben aufmüpfige Stein Sympathisanten vor dieser neuen Bronze Technologie gewarnt. Immerhin mussten Wälder abgeholzt werden und Feuer brannten in den Hütten Tag und Nacht, um den Bedarf and dieser „teuflischen“ Errungenschaft zu stillen...
Das war vor rund 4000 Jahren und heute gibt es Millionen von Motorrädern, Autos, Lastwagen und Baumaschienen. Flugzeuge bringen uns in kürzester Zeit an jede Ecke dieser Welt; es gibt Radio, Fernsehen, Computer und Mobiltelefone - wir wechseln grad von 4-zu 5G, und fragen uns, ob Big Data, die totale Überwachung und Manipulation nun doch zu viel des Guten- und wie dem zu Wehren sei. Hätten wir damals, vor knapp 180 Generationen, die Steinaxt gegen die Bronzeler erheben sollen? Ob’s uns heute besser ginge darf jeder für sich selbst entscheiden.

Ob all den Wirren fragt man sich nach dem Sinn und Zweck der Menschheit auf diesem Planeten - was ist unsere Funktion in der Evolutionsgeschichte? Ich habe eine Vermutung - aber die behalt ich erst noch schön für mich :)

3
/
4

Danke für die erhellenden Hinweise, ich komme mir jedoch weiter "überwacht" vor, versuchte mein Profil samt Foto zu löschen, aber es gelang mir nicht!

2
/
2

Es gibt viele Alternativen um Überwachung zu reduzieren: facebook nicht nutzen, statt google startpage oder duckduckgo als browser verwenden, mit signal statt whatsapp chatten, oder gar über freifunk.de freie, demokratische, unzensierte, anonyme Netze aufbauen: der Endverbraucher ist gleichzeitig die Infrastruktur. Dieser Weg ist unbequemer, aber genau daran krankt ja alles, an der Bequemlichkeit. Alles schon da, nur umschwenken.

15
/
0

Big Data hat auch bei mir "zugeschlagen". Wieso erscheinen meine Beiträge samt Foto und Profil der Republik auf Google und sind für alle einsehbar ???

7
/
3

Zitat Binswanger „Überwachungs­kapitalismus“: „Ein unverzichtbarer Verbreitungs­kanal der Republik ist Facebook aber bis heute.“ Wer glaubt, der König sei unverzichtbar, hält die Revolution für unmöglich. Wer ein neues Medium gründet hat auch die Aufgabe, Vertriebskanäle neu zu denken. Wie heißt es so schön „zur Zukunft der Republik: Warum wir im schlimmsten Fall keine haben, wenn wir nichts ändern.“

18
/
1

Danke für die spannende Zusammenfassung dieses offenbar sehr interessanten Buches. Ich möchte hier eine für viele vielleicht überraschende Perspektive einbringen: ein ganz anderes Cyber Ökosystem existiert bekanntlich in China, wo Facebook und Google keine Bedeutung haben und die Regierung sich vor US Amerikanischem Zugriff auf ihre Bürger verwehrt hat. Ich will nicht sagen, China habe keine Überwachung zum Ziel, auch chinesische Anbieter wie Tencent und Baidu sammeln Daten von gigantischen Ausmassen, aber zumindest herrscht in China das Primat der Politik. Profit ist zwar das Ziel der IT Giganten, aber diese Giganten beeinflussen wenigstens nicht, wer regiert, wer die Gesetze schreibt in deren Rahmen sie agieren. Während Google und Co einzig dem Profit ihrer Besitzer verpflichtet sind, hat eine chinesische Regierung die selbstauferlegte Pflicht gemäss Verfassung alles zu tun, um dem Wohl der Bevölkerung zu dienen. Umverteilung ist seit 2017 ein wichtiges Thema und wir dürfen gespannt sein, wie das Thema umgesetzt und bearbeitet werden wird.
Ich will keineswegs behaupten in China sei alles perfekt, ich will nur betonen dass verschiedene Systeme verschiedene Vor- und Nachteile haben und daher eine Systemkonkurrenz wünschenswert ist. Am liebsten wäre mir ein unabhängiges europäisches Cyber Ökosystem, aber bisher sind alle Versuche dahin kläglich an der Übermacht von Silicon Valley gescheitert. Da wäre vielleicht eine Blockade nötig gewesen, damit etwas Eigenes hätte spriessen können.

12
/
5

"Überwachungs­kapitalismus"

Wenn man Kapitalismus eine tolle Sache findet, kann man die totale Überwachung, Big Data und algorithmusbasierte Manipulation auch als Errungenschaft und willkommenen Fortschritt betrachten: Endlich kann die Werbeindustrie Streuverluste vermeiden und die Wirtschaft die Bedürfnisse der Konsumenten noch besser befriedigen. Das Geschäft floriert. Die Wirtschaft wächst noch effizienter. Der Wohlstand steigt. Die Welt wird besser ...

So viel zum prokapitalistischen Narrativ. Wenden wir uns den relevanten Fakten zu.

Die Logik des Kapitalismus beruht auf Gier, die der Technologie auf Effizienz. Kapitalismus und Technologie waren schon immer ein erfolgreiches Gespann. Sie modernisieren sich gegenseitig. Ein Ende ist nicht abzusehen.

Die Frage, die niemand stellen, geschweige denn beantworten will, ist folgende: Wie viel Gier ist noch gesund für die Gesellschaft und die Umwelt?

Diese Frage zielt direkt auf die Existenzberechtigung des Kapitalismus und somit unseres Systems. Sie stellt die westliche Wertegemeinschaft als Ganzes zur Disposition. Die Alternative wäre eine Gesellschaft, in der die Gesundheit einen höheren Stellenwert hat als die Gier. Wäre theoretisch möglich.

Es ist somit etwas scheinheilig, den Überwachungskapitalismus anzuprangern und die Systemfrage auszublenden. Kritiker des Silicon-Valley-Kapitalismus wie Shoshana Zuboff und Evgeny Morozov machen die Liaison zwischen Kapitalismus und Technologie transparent. Das ist schon mal ein Anfang. Denn immer noch viel zu viele Politiker/innen vergöttern die Digitalisierung als Potenzmittel für eine prosperierende Gesellschaft. Damit stärken sie den Kapitalismus.

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Adrienne Fiechter für ihre wertvolle Aufklärungsarbeit. Bitte weiter so.

18
/
3

Betrifft „Potentaten in Davos“: Leider etwas spät habe ich den hervorragenden Beitrag gefunden. Bis zu diesem Punkt war ich der Meinung, mit meiner Empörung über Maurers inakzeptablen Auftritt am WEF allein auf weiter Flur zu stehen. Noch nie habe ich mich über einen Bundespräsidenten meines Landes dermassen geschämt wie beim lachenden Händedruckfoto Maurers mit dem rechtsextremen Präsidenten Brasiliens. Dieses Bild wird Maurer noch mit aller Klebrigkeit weiter verfolgen, vor allem dank der neuen Enthüllungen, wonach Bolsonaro durch seinen Sohn mit einem Auftragskiller der Organisierten Kriminalität seines Landes direkt verbandelt sein soll. Das hochnotpeinliche Abhaken des mitnichten erledigten Abschlachtens des Journalisten (!) Kashoggi in der saudischen Botschaft in der Türkei war der bislang traurigste Tiefpunkt des Präsidialjahres dieses Halbschuhs. Meine Meinung.

21
/
3

Die OECD zu der die Schweiz auch gehört, möchte verhindern, dass weiterhin Unternehmensgewinne von anderen Ländern in die Tiefsteuerparadise verlagert wird, um Steuern zu sparen. Die Schweiz muntert mit der SV 17 die Kantone auf Ihre Unternehmengewinnsteuern generell zu senken.
Das heisst weiterhin auf Kosten anderer zu leben. Das hat keine Zukunft!
Der Film KOPF ODER ZAHL der die Steuerpolitik des Kantons Luzern kritisch thematisiert, zeigt diese Zusammenhänge.
www.luzern-derfilm.ch

17
/
2

Die Argumentation scheint mir ziemlich holzschnittartig - von Herrn Binswanger bin ich differenziertere Argumentationslinien gewohnt! Soll der Eindruck erweckt werden, der zustimmenden Mitte-Links-Mehrheit im Parlament gehe es nur um Umverteilung von unten nach oben mit ein bisschen trickle-down? Das wäre sicher falsch: Zum einen müsste man doch vergleichen mit dem Ist-Zustand und seinen unzähligen Steuerprivilegien, die kaum überschaubar waren und jetzt wegfallen bzw. teilweise ersetzt werden (auf Druck des Auslands ...). Zum anderen wirken die "Lohnprozente der Angestellten" eben sehr stark umverteilend, weil sie bei Wohlhabenden nicht mehr rentenbildend sind. So einfach, wie es sich bei Herrn Binswanger tönt, ist es also kaum. Ich erhoffe mir von der Republik vor der Volksabstimmung dann doch noch eine saubere Auslegeordnung. Dieser Rundumschlag gegen den Steuer/AHV-Kompromiss gehörte eher in die WOZ als in die Republik.

5
/
19

Danke für den wichtigen Artikel. Er enthält aber einen groben Fehler. Richtig ist, dass die Grenzsteuersätze für die Allerreichsten global wieder deutlich ansteigen müssen. Die fortschreitende Reichtumskonzentration ist inakzeptabel und wirtschaftlich eine Zeitbombe.
Falsch ist aber, dass die STAF dazu beitragen würde. Die AHV- und Steuervorlage des Bundes führt dazu, dass die Unternehmen rund eine halbe Milliarde mehr an den Bund abliefern werden. Die grossen Unternehmen werden mit der STAF gesamthaft gar rund zwei Milliarden mehr an Bund und Kantone bezahlen. Die zwei Milliarden Mindereinnahmen, welche Sie, Herr Binswanger, aufführen, sind nicht der STAF zuzuschreiben. Sie entstehen bei den Kantonen, weil diese die STAF missbrauchen, um ihre eigenen kantonalen Steuersätze zu senken und damit vor allem die mittelgrossen, nicht als intarnationale Holding organisierte Unternehmen entlasten. Dagegen kann man etwas tun, indem man, wie in Bern, erfolgreich das Referendum gegen die kantonale Vorlage ergreift.
Die STAF ist ein Schritt in die richtige Richtung. Heute gibt es viele Holdings in der Schweiz die unter 8% Steuern bezahlen. Die Finance Branche bezahlt sogar nur 2 bis 3%. Damit räumt die STAF auf. Das gibt es nachher nicht mehr. Zugegeben, der Schritt könnte und müsste grösser sein. Aber er geht eindeutig in die richtige Richtung.

13
/
7

Danke, Daniel Binswanger, für diese interessanten und entlarvenden Informationen, betreffend der steuerlichen Umverteilung von oben nach unten, dem dann später ein versprochener "Ruissellement/Trickle Down-Effekt" nachfolgen soll, und betreffend den "Kuh-Handel" Unternehmenssteuerreform-AHV-Deal!
Seitdem die städtische Kehrichtabfuhr Sperrgut nur noch mit genügend Abfallmarken gekennzeichnet mitnimmt, hat das "Trickle Down" an den Strassenrändern der Stadt, in der ich wohne, massiv abgenommen!
Aber wenn sich die Reichen und Super-Reichen dereinst via "gekaufte Politiker" (von M wie Maudet bis M wie Markwalder) noch mehr Steuererleichterungen organisiert und gesetzlich geregelt haben werden, habe ich als Prekariat-Lumpensammler vielleicht einmal wirklich Glück und finde eine ausrangierte Dritt-Yacht am Strassenrand!
Sarkasmus beiseite, die Kaufkraft-Verteilung führt zu einem entsprechenden Konsum und zu einer zu diesem Konsum passenden Wirtschaft.
Wenn wie im "Fordismus" die Angestellten einer Auto-Fabrik hohe Löhne ausbezahlt bekommen, konsumieren sie dann auch Dinge wie Autos, Kühlschränke, Lebensmittel etc., was dann wiederum diejenigen Betriebe am Laufen hält, welche solche nachgefragten Dinge produzieren, was dann wieder entsprechende Arbeitsplätze schafft, in der Produktion von Kombis, Kühlschränken, Fernsehern, etc. .
Wenn aber die Angestellten wie im Früh- oder Spätkapitalismus nur Minimallöhne bekommen und die Fabrikbesitzer und Manager den Grossteil des Kuchens fressen, dann werden Junk-Food, Trash-TV, Drogen und Billigramsch nachgefragt, sowie einige Jachten, Luxus-Uhren, Villen mit Pool, Markenartikel, Rolle Royce, etc.
Die Verteilungsart von Löhnen, Steuern und Abgaben wirkt also via Konsumverhalten zurück auf die Art von Wirtschaft, welche betrieben wird und auf die Art von Arbeitsplätzen, welche diese Wirtschaft -mit Lohnarbeit honoriert- anbietet.
Wie Marx schon sagte: "Das Sein bestimmt das Bewusstsein."
Und was er verschwieg, weil er ein Materialist war: "Das Bewusstsein bestimmt das Sein."
Es ist der altbekannte "Teufelskreis der Entwicklung", der durch die Extreme von unerträglicher Armut und unverschämtem Reichtum am Laufen gehalten wird, wie Windströme durch Hoch- und Tiefdruckgebiete am laufen gehalten werden.
Die Armen entwickeln in ihrem erlittenen Mangel einen ungeheuren Kompensation-Drang. DIE wollen unbedingt und mit allen Mitteln reich werden!
Die Reichen dagegen entwickeln in ihrem unglaublichen Überfluss einen Übersättigungs-Brechreiz und wollen "zurück zur Natur", aber bitte mit allem Komfort, den so eine Natur hergibt...
Eine Lösung gibt es nicht, ohne dass wieder neue Probleme entstehen, an die man vorher nicht gedacht hat.
Oder: Die Probleme SIND bereits die Lösung!
(Permakultur-Leitsatz Nummer1)

6
/
6

Geht doch: Portugal hat das Rezept für Wohlstand, niedriges Budgetdefizit und gegen Rechtspopulisten gefunden. Zum Artikel

7
/
1

Dieses weitreichende Thema, wird immer mehr Relevanz bekommen. Die Frage ist für mich aber, wie setzt das Volk dieses Thema um, wenn es dann vor der Haustür klingelt? Es ist schön zu sehen dass eine Auseinandersetung stattfindet. Ich denke aber, dass solange die Mehrheit des Volkes noch immer an den Nachkriegsgott der Prosperität und Produktivität glaubt, wir noch weit entfernt sind von einer Gesellschaft die gut informiert und somit souverän entscheiden kann. Da die richtigen Informationen schon bei der Bildung der Bildung nicht vollständig oder falsch weitergegeben werden, müssen wir uns auf ein paar Anläufe mehr gefasst machen (wie im Artikel schon erwähnt, vorallem in der Schweiz) was die Bildung einer gesunden Gesellschaft beträgt. Immerhin ist durch die Republik, die journalistische Landschaft in der Schweiz nicht mehr ganz so monokulturistisch wie auch schon und ist somit einen wichtigen Beitrag für die Wahrheit, die zur Zeit wirtschftlich wie politisch Magelware ist.
Vielen Dank für die toll belichteten und wichtigen Themen, liebe Republik!

9
/
0

Dieser Beitrag ist wieder ein Grund, dass ich froh bin, die Republik zu haben und das Abo verlängert zu haben.

19
/
1

Ich kan nur sagen: Vielen Dank. Ich glaub, das ist DAS Thema über das in den nächsten Jahren gesprochen, geschrieben und vor allem gehandelt werden muss, den Menschen zu Liebe! Es war immer Tabu darüber zu sprechen und diese nicht funktionierende "trickel down" Theorie muss jetzt entlarvt werden. Immer wieder! So viele Schweizer glauben noch daran, auf Kosten derer, die an allem sparen müssen und damit so auf Geld fixiert werden, was sie nicht haben um in Würde zu leben, das ist unerträglich unwürdig. Bleiben Sie dran mit dem Thema, dann hat für mich die ganze Republik eine Relevanz, die dringend nötig ist, auch um mehr Profil zu gewinnen und damit Interesse bei Verlegern. In diesen Themen gibts viel tolles zu entdecken und für die Zukunft vorzustellen. Hierzulande ist es den Leuten noch nicht mal klar, dass Griechenland nichts von dem Geld gesehen hat, was es anscheinend bekommen haben soll. Das ist eine reine Euro-Bankenrettungsgeschichte in der Griechenland, das heisst seine Bevölkerung immer noch ganz ohne da steht und unendlich leidet. Auch wir laufen doch Gefahr, dass wir ganz nach dem Muster Griechenland gar keine Rolle mehr zu spielen haben (Demokratieverlust) und die Finanzindustrie sich an uns bedient. (Hier in Basel die Privatisierung der Spitäler) Das ist doch absurd, dass der kranke Patient nun rentieren und noch Rendite abwerfen soll....oder zu Stuttgart 21 "die Anstalt" ZDF vom 31.1.19 auch hier unglaublich die Zusammenhänge die da aufleuchten. Wenn es nicht wahr wäre, würde man sagen alles "Verschwörungstheorie". Es muss jetzt klar werden, wer uns wo, warum, was wegnimmt und wohin wir geben und was uns gehört, was nicht zu veräussern ist!.

28
/
5

Ein interessanter Beitrag, weil er ein Thema aufnimmt, das lange nicht mehr diskutiert wurde, die Progressionskurve der Einkommenssteuer. Was man dazu sagen muss: Durch die Vermögenssteuer von 0.4 - 0.6 % (je nach Kanton) wird heute der Grossteil des Zinseinkommens aus grösseren Vermögen weggesteuert.

Weiter dürfte der grösste Teil der Vermögenszunahme von wirklich reichen Leuten gar nicht der Einkommenssteuer unterliegen, da es sich um Wertzuwächse auf Immobilien und Wertpapieren handelt, die nicht der Einkommenssteuer unterliegen. Bei Immobilien haben wir die Grundstückgewinnsteuer, die in Zürich bis 60 % (allerdings nur, wenn im gleichen Jahr wieder verkauft wird) betragen kann.

Was ich damit sagen will: Wegen der komplexen Steuergesetzgebung und der Steuersensibilität der Wohlhabenden (das Kapiatl ist bekanntlich ein scheues Reh), ist es nicht sicher, dass eine Anhebung oder Versteilerung der Progressionskurve den gewünschten Effekt (ausgeglichenere Einkommens- und Vermögensverhältnisse) bringen wird. Studieren sollte man diese Effekte im Übrigen nicht nur in den USA des zweiten Weltkrieges, sondern vor allem in Skandinavien, das lange Zeit enorme Spitzen-Grenzsätze hatte.

Sicher nicht ausseracht lassen darf man die Wiedereinführung der Erbschaftssteuer für Nachkommen, die am direktesten gegen die Feudfalisierung wirkt. Ob das beim Volk, das z.B., die reduzierte Dividendenbesteuerung in einer Abstimmung genehmigt und eine - allerdings schlecht konzipierte - Bundeserbschaftssteuer abgelehnt hat, eine Chance hat? Wie dem auch immer sei, es ist verdienstvoll, diese ganze Problematik zur Diskussion zu stellen (ausnahmsweise einmal bin ich mit Binswanger einig, was mein Wochenende verüsst).

11
/
3

Sehr geehrter Herr Binswanger

Könnte es sein, dass bei Ihrer Bemerkung
„Hauptsächlich durch den Bund, der das Geld eben irgendwo anders finden muss.“
absichtlich oder unabsichtlich vergessen ging, dass es sich bei der Direkten Bundessteuer um eine Steuer mit einer ausgeprägten Progressionskirve handelt
und bereits heute ca. 20% der Bevölkerung an die Finanzierung des Bundes (zu recht)
keinen Beitrag leisten müssen?

Freundliche Grüsse

Jürg Pfenninger

5
/
4

Gratuliere Herr Binswanger. Ich wage nicht zu hoffen, dass die Umverteilung wirklich Fahrt aufnimmt. Die Finanzoligarchie wird das zu verhindern wissen. (Siehe thomas pickety Entwicklung der Umverteilung von unten nach oben).

9
/
2

Steuerpolitik
Danke DB, danke Republik, klar analysiert, mitreissend formuliert. Dieser Springbrunnen von unten nach oben, kein jet d'eau, sondern ein jet d'argent, dürfte meinem Empfinden nach noch viel stärker ins Blickfeld der Republik geraten. Betrifft schliesslich die meisten von uns Lesenden ...

25
/
0

„Die neue Steuerpolitik“

Gut, dass Sie das ansprechen, Herr Binswanger. Der Trickle-down-Mythos ist die Kernideologie des Neoliberalismus, der mehr mit Feudalismus als mit Liberalismus zu tun hat. Dazu gehört auch der Mythos des freien und fairen Wettbewerbs. Mit diesen Mythen wird seit Jahrzehnten Klassenkampf von oben organisiert, sprich Umverteilung von unten nach oben.
Die Systemtreue der Sozialdemokraten, die wie beispielsweise im Fall des AHV-Kuhhandels noch stolz darauf sind, die neoliberale Politik der Bürgerlichen mitzutragen, hat sich als fatal erwiesen. Sie tragen eine nicht unwesentliche Mitverantwortung an der wachsenden Begeisterung für Nationalismus. Der AHV-Kuhhandel ist eine sozialdemokratische Bankrotterklärung, vergleichbar mit der Erfindung von Hartz IV. Die Förderung der Umverteilung von unten nach oben ist das Programn der Bürgerlichen. Dafür braucht es keine Sozialdemokraten.
Liebe Sozialdemokraten: Macht euch bitte wieder nützlich und stoppt den Klassenkampf von oben!

20
/
0

Dieser AHV-Unternehmenssteuer-Kuhhandel ist an Unverschämtheit nicht zu übertreffen. Die Doppelabzocke der Lohnempfänger ist ein Hohn. Er schwächt die Kaufkraft und damit die Gesamtwirtschaft. Und er treibt weitere Menschen in die Armut. Wer Wertschöpfung auf Dauer einseitig belohnt, wird eines Tages zur Kasse gebeten. Das ist unausweichlich. Entweder finden wir wieder zu einer gerechten Verteilung zurück oder mit ungerechten Mitteln wird Tribut gezollt.

13
/
3

Schöne Analyse, aber wie schon so oft bleibt die Frage: was tun? Könnten Sie darauf etwas eingehen? Evt. verschiedene Ansätze beleuchten?

17
/
0

Privilegiert sitze ich in einer wunderschönen Schneelandschaft und merke beim Lesen der Kolumne von Daniel Binswanger, dass ich die unsäglichen Worte unseres Bundespräsidenten schon wieder verdrängt hatte. Ich wollte die Wut darüber nicht mehr spüren. Doch jetzt stelle ich sie den Worten der 16-jährigen Klimaaktivistin aus Schweden und den von ihr ausgelösten Streiks der Jugendlichen gegenüber und mir wird erneut klar, dass wir keine andere Wahl haben als das Mantra ewigen Wachstums und unerschöpflichen Konsums als Glücksbringer mit allen Mitteln und auf allen Ebenen bekämpfen und ihm anderes entgegenhalten müssen. Das bedeutet Veränderung für uns alle, vor allem für uns Privilegierte. Was kann ich, was kannst du dazu beitragen?

59
/
7


seit 2018