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Debatte

Was verändert sich auf die lange Sicht?

Das Forum zu den langfristigen Datentrends. Diskutieren Sie mit Autorin Olivia Kühni und Autor Simon Schmid.

18.03.2019

«Auf lange Sicht» ist der datengetriebene Denkanstoss der Republik. Wir erforschen die Wirtschaft mit dem Weitwinkelobjektiv und gehen den tektonischen Veränderungen von Politik und Gesellschaft nach.

Welche Veränderungen sollen uns zu denken geben? Worüber sollen wir als Nächstes berichten? Wie beurteilen Sie unsere Arbeit?

Wir freuen uns auf Ihre Einschätzungen, Einwürfe und Einwände. Der aktuelle Beitrag: «Mehr junge Wählende würden Zürich guttun».

Da Sie schon hier sind – eine Warnung!

Wir von der Republik wollen Sie als Abonnentin gewinnen. Deshalb sagen wir Ihnen nur ungern, dass Lesen nicht ohne Risiko ist. Schopenhauer warnte, dass gleichsam mit fremdem Kopf denkt, wer liest. Und dadurch allmählich die Fähigkeit verliert, selber zu denken. Sein Schluss: «Solches aber ist der Fall sehr vieler Gelehrter: Sie haben sich dumm gelesen.» Deshalb versprechen wir Ihnen, falls Sie uns abonnieren, Ihnen so wenig wie möglich zu liefern: nur das Wesentliche. Und nur im Notfall mehr als drei Texte pro Tag.


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Liebe Republik
Mich würde im Zusammenhang mit der neuen Steuerreform interessieren, wie sich eigentlich die Steuerlast zwischen grossen Firmen und KMUs verteilt. Vielleicht dargestellt in absoluten Beträgen, in Prozent oder auch sonst irgendwie hübsch aufbereitet.

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Liebe REPUBLIK

Gerontokratie: Das habe ich schon Mitte der 90er Jahren so beschrieben (DEMOKRATIE - die grosse Unvollendete - damals im Zeitpunkt) -

Unsere grüne Volksinitiative in SZ - für "Sonnen- und Holzenergie" (ab 2008) verlangte einen kantonalen Förderfonds, in den pro neugeborenes Kind im Kanton Fr. 1000.- einzuzahlen waren. Leider abgelehnt und trotzdem als Achtungserfolg zu verbuchen, mit 64% gerontokratischen NEIN-Stimmen der SVP-FDP im 2011.

Seit Jahren unterstütze ich als Präventivarzt die Kinderlobby Schweiz, die ein Stimmrechtalter Null fordert. Jedem Menschenkind gehört eine Stimme; im Normalfall halt in Elternhand, bis zu seiner politischen Mündigkeit frühestens ab 14 spätestens mit Alter 16. Ich wäre schon lange bereit, mein Stimm- und Wahlrecht auf unsere EnkelInnen resp. ihre Eltern zu übertragen und tue es sogar auch schon.

GERONTOKRATIE: Ja das ist ein Faktum - Wir Alten haben und hatten ja aus zig Gründen viel mehr Einfluss auf die Politik als die nachwachsenden Generationen (z.B. wegen unserer Geld-, Vermögen-, Erfahrungs- und Beziehungsnetz-Macht und wegen unserer vielen freien Zeit. Die Politik/Demokratie wurde in den letzten 170 Jahren je länger desto mehr zu einem unfair und ungleich schräg geneigten Spielfeld gegen die Interessen der nachwachsenden Generationen

Undsoweiter...???

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Es fehlt eine Strategie um der ausländischen Wohnbevölkerung (ca. 25% der Gesamtbevölkerung), die schon eine gewisse Zeit (z.B. 5 Jahre) in der Schweiz lebt & arbeitet, sicher mal das Stimmrecht aber früher oder später auch das Wahlrecht zu geben. Wie könnte das endlich realisiert werden ?

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PS ich finde Wahlalter 16 wichtig. Jugendliche sind in vielerlei Hinsicht reifer und sozial bewusster als vor 30 Jahren. Und auch die Schulen verändern sich - zwar langsam aber stetig - in Richtung vermehrtes Lernen an aktuellen Fragen. da ist es sinnvoll sie auch partizipieren zu lassen - auch als Gegenpol zu uns Alten.

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PS ich finde Wahlalter 16 wichtig. Jugendliche sind in vielerlei Hinsicht reifer und sozial bewusster als vor 30 Jahren. Und auch die Schulen verändern sich - zwar langsam aber stetig - in Richtung vermehrtes Lernen an aktuellen Fragen. da ist es sinnvoll sie auch partizipieren zu lassen - auch als Gegenpol zu uns Alten.

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sehr wertvolle Analyse. es wird deutlich dass das System der Wahlkreise und der politischen Parteien so nicht mehr zu den gesellschaftlichen Themen und Dynamiken passt. und es ist definitiv nicht das fehlende Interesse an der Partizipation sondern die zunehmend unpassenden Rituale derselben. angesichts dieser Entwicklung sind Analysen, Recherchen und Diskussionen wie am Beispiel der Klimabewegung besonders wichtig.

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Warum gehen Junge weniger abstimmen als Alte? Weil das Parlament die Vorlagen nicht Umsetzt, Massenzuwanderung, Ausschaffungs und Verwahrungsinitiative. Durchschnittsalter ist bei ca. 40 Jahren. Unter 18 hat mann das Wissen zu wenig, um Faktenorientiert zu bestimmen. Lehrer sind eher Linksorientiert, Schüler werden beeinflusst, darum ist dieses Anliegen auch ein linkes Anliegen.

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Ich wiederhole gerne meine schon einmal als Republikkommentar geäusserte Meinung: E-Voting brächte die Generation Z (und folgende) an die Urne. Handy, Tablet, Notebook nutzen die jungen Leute täglich. Am Sonntagmorgen zur Urne zu pilgern erschiene den meisten als Zumutung, und das Stimmcouvert in den Postbriefkasten zu werfen, ist auch nicht naheliegend. Briefpost nutzen sie nur wenn es um etws (für sie) sehr Wichtiges geht und keine andere Möglichkeit besteht. Viele solche Fälle gibt es nicht mehr, und es werden immer weniger. Die Post kann ein Lied davon singen.

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Nachtrag
Jammern und Beklagen hilft wenig. Ich plädiere für Stimmrecht ab null Jahren für alle Bewohnerinnen und Bewohner des Kantons.

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Die Frage, warum die Wahlen einen Grossteil der Bevölkerung kalt lassen, beschäftigt auch mich. Einen Grund sehe ich in der kaum zu überbietenden Arroganz der bürgerlichen Mehrheit: Ihre fünf Kandidierenden für den Regierungsrat sagen: "Zürich geht es gut. Wir arbeiten weiter daran." Die fünf wähnen sich also bereits als gewählt - eigentlich braucht es die Wahlen gar nicht mehr. Der Freisinn sagt: "Wir machen Zürich". Schön, also alles geritzt, mich braucht es offensichtlich nicht dazu. - Die bürgerliche Strategie zielt bewusst darauf , die Stimmbeteiligung tief zu halten und damit ihrer bisherigen Politik weiterhin die Mehrheit zu sichern, einer Mehrheit, die genau besehen aus einer hoch privilegierten Minderheit besteht.

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Es wird im Artikel angedeutet, müsste aber noch etwas tiefer beleuchtet werden. Das Desinteresse an Kantonsratswahlen könnte daher rühren, dass auf kantonaler Ebene gar nicht viel entschieden wird, was für unser Leben wichtig ist. Die 180 Menschen, die sich jeweils am Monat in Zürich treffen, spielen Parlament, in Wirklichkeit sind sie Teil einer Verwaltungsbehörde mit etwas erweiterter Autonomie. Wenn sie im Übrigen etwas entscheiden, was wirklich viele betreffen könnte, kommt es regelmässig zum Referendum. Das führt dazu, dass Kantonsratssitze auf der Seite des passiven Wahlrechtes kaum sehr begehrt sind und auf der Seite des aktiven Wahlrechtes kein grosses Interesse an ihrer Besetzung besteht.

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Ich habe unsere Kinder von kleinauf ermuntert wählen zu gehen und erklärt warum. Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit, und nur wer Stellung bezieht hat auch ein Recht zu meckern. Viele Menschen haben für diese Selbstverständlichkeit ihr Leben lassen müssen. Man darf sich nicht in Selbstverständlichkeit zurücklehnen, die anderen richten es schon! Ich bin nicht mehr Teil der Zukunft, jetzt liegt es an euch. Es war noch nie so einfach, macht was draus! Irgendwie hat‘s gefruchtet

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Alle vorgebrachten Statistiken beschreiben immer die Gesamtbevölkerung und sind damit ungeeignet unterschiede zwischen Generationen aufzuzeigen. Wollte man das tun, so müsste man verschiedene Jahgangs-Kohorten vergleichen.

Rein intuitiv:

Ich könnte relativ einfach Beispiele vorbringen, wie meine Mutter gegenüber ihren Brüdern diskrimiert wurde. Das prägt natürlich ihre gesamte Berufslaufbahn. Meine Mutter und ihre Brüder sind in allen vorgebrachten Statistiken enthalten, was Unterschiede erklärt.

Ich würde mich hingegen gegen die Behauptung wehren, meine Schwester sei gegenüber mir ihrem Bruder diskriminiert worden. Falls man das dennoch mit Zahlen zu belegen versucht, dann müsste man die Statistiken separat für jüngere Kohorten vorlegen.

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Sehr geehrter herr schmid

Sie scheinen gleichstellung mit resultategleichheit, statt mit chancengleichheit gleichzusetzen.
Dies halte ich für problematisch. Denn wenn resultategleichheit in einem bereich (hier berufstätigkeit) gefordert wird, müsste sie konsequenterweise in allen bereichen gefordert werden.

Ich kann mir allerdings kaum vorstellen, dass jemand einen 50%anteil an frauen bei gefängnissinsassen (+90%m), obdachlosen (+80%m) und tödlichen arbeitsunfällen (~94%m) fordert.

(Quellen auf anfrage. Bin gerade zeitlich etwas im clinch.)

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Frauenquote im Verwaltungsrat. Ganz einfach. Jetzt.

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'I just want to say something.
You know, for every dollar a man makes
A woman makes 63 cents.
Now, fifty years ago that was 62 cents.
So, with that kind of luck,
It'll be the year 3, 888', October 24, 1989 L. Anderson

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Vielen Dank für die übersichtliche Zusammenstellung der Datenreihen, dazu noch schön verwoben mit der eigenen Biographie. Interessant wären hierzu auch die Ergebnisse von Befragungen, welche Modelle präferiert und welche dann schlussendlich gelebt werden. Dabei stellt sich heraus, dass viele - vor Partnerschaft, Familiengründung oder Berufseinstieg - sich eine gleichmässigere Aufteilung von Lohn- und Sorgearbeit wünschen, aber dann viel weniger nach diesem Modell leben. Die Folgefrage wäre: Warum? Was sind die persönlichen und was die strukturellen Gründe?

So geben sich bei Abstimmungen zu diesem Themenkomplex - wie etwa beim Vaterschaftsurlaub - viele Wirtschaftsvertreter gerne familienfreundlich, etwa was die Offenheit für mehr Teilzeitarbeit betrifft. Eine Charme-Offensive, die dann als Pro-Argument für "Eigen-Verantwortung" und "Selbst-Regulierung" dient (und ein Kontra-Argument gegen Regulierung). Für die meisten jedoch, sieht die Wirklichkeit dann wieder anders aus.

Auch der monetäre Anreiz durch die ungleiche Entlöhnung unter den Geschlechtern trägt zum Teufelskreis bei. Doch kann es sein, dass Lohngerechtigkeit eine Hol-Schuld von "verhandlungsstarken" Arbeitnehmer*innen sein soll, wodurch abermals Verantwortung auf das Individuum abgewälzt wird? Eine Denkweise, die wir spätestens mit dem Neoliberalismus internalisiert haben ("Sie haben sie offenbar frei dazu entschieden, also ist es gut so"). Weshalb denkt man hier nicht wie sonst daran, dass Freiheit immer von Rahmenbedingungen, von impliziten oder expliziten Regeln des Spielraumes, kurz von Strukturen abhängig ist? Sollte man also hier nicht eher von "struktureller Verantwortungslosigkeit" zum Zweck der Maximierung von laissez faire und der Minimierung von Arbeitsrechten sprechen?

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Erstens einmal: Einen Haushalt führen und Kinder betreuen ist auch ARBEIT. Das wird immer unterschätzt. Dass dies mehr Frauen als Männer tun, hat auch einen historischen Hintergrund: Bis zur Zeit der Hochkonjunktur MUSSTEN die meisten Frauen der Unter- und Mittelschicht arbeiten. Das ist den Generationen nach 1970 meist entgangen. Zweitens aber: Mein Vater (1914) MUSSTE 100% arbeiten, auch am Samstag, und obwohl er als ETH Chemiker eine gute Stelle hatte, MUSSTE meine Mutter (1919) bis und die sechziger Jahre mit dazuverdienen, um unseren Lebensstandard zu halten (sie hatte eine gute Berufsausbildung als Laborantin). Wir waren 4 Kinder. Zum Glück gab es eine Grossmutter. Ich (1942) war schon in einer anderen Situation. Studium in den Sechzigern, Teilzeitjobs überall vorhanden, ich arbeitete sogar längere Zeit weniger als meine Partnerin und dann Frau (1947), sie als Verlagssekretärin mit Verantwortung. Unsere Tochter (1973) arbeitet beim Staat >60% mit grosser Verantwortung und Führungsaufgaben, ihr Mann (1970) 80% als Selbstständiger. Zum Glück haben ihre zwei Kinder Grosseltern! Es ist schwierig, aber machbar. Man muss WOLLEN. Und da setzt meine Kritik an den Millenials ein: Es wird NIE einfach werden, als Paar mit Kindern voll zu arbeiten! Es bleibt (siehe erstens) eben immer ein 100% Job übrig, der verteilt werden muss. Und da, das gebe ich zu, da haben die Männer noch viel Luft nach oben! Doch es bleibt dabei: Wie auch immer die Lösung aussieht: Zuerst muss man arbeiten WOLLEN! Und hier habe ich eben meine Zweifel: Die alte Rollenverteilung ist für viele Menschen, Frauen und Männer, immer noch ganz gäbig.... Leider? Das ist eben die Gretchenfrage! Aber drittens: Der Staat MUSS mehr tun, da bin ich überzeugt (z.B. Kinderbetreuung, Steuerprogression, gerechtere Verteilung der Urlaube wegen Familienangelegenheiten auf Frau und Mann). Die Gleichstellungsfrage wird uns noch lange beschäftigen. Nicht nur wegen mangelnder Chancen für die Frauen, sondern auch wegen der inneren Einstellung der Mehrzahl der Menschen in unserem Land!

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Kindergartenlehrpersonen dürfen im Kanton Zürich nur noch 88% arbeiten. Mehr gibt es nicht. Ist halt ein Frauenberuf. Und kleine Kinder zu unterrichten ist ja nicht schwierig...

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Ok, ein guter Beitrag !
Aber warum wurden die %-Balken ( für Arbeit & Kapital ) in der Graphik eigentlich übereinander gestapelt ?

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Und was heben wir mehr im Geldbeutel? Ich meine das BIP/Kopf. Seit 2008 hat sich das kaum verändert. Wir haben nur wenig mehr im Geldbeutel. Im 2012 kam noch Rauschgift und Prostitution dazu, + 0.7%, darum hat die richtige Tabelle ein plus von ca. 0.5% seit 2008. https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/hom…-kopf.html
Änderung im 2012, plus 0.7% :
https://bazonline.ch/schweiz/standa…y/20897405

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Warum steigen die Steuern nicht bei stark steigenden Kapitalgewinnen?

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Danke für den Artikel.

Den Unterschied zwischen den Entwicklungen in der Schweiz und im Ausland lässt sich evtl. noch durch etwas Anderes erklären:

Den gut ausgebauten Sozialstaat.

Will eine Firma die Löhne drücken, kann sie das machen, solange die Arbeiter nicht davon laufen. Dank Hartz IV und anderen "Reformen" ist es möglich, die Löhne weiter zu drücken. In der Schweiz kann man die Löhne nicht so tief drücken, weil sonst keiner mehr zur Arbeit erscheint.

So weit ich weiss, sind die tiefsten Löhne (tiefste 20%) in der Schweiz relativ stark gewachsen. In vielen anderen Ländern gab es grosse Verluste im Tieflohnsektor. Das wäre mein Ansatzpunkt für eine Erklärung. Verschiebung der Arbeitsplätze und Gewinne sind ein globales Phänomen und können die Unterschiedlichen Entwicklungen mmn nicht erklären.

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Die Statistik über Verteilung der Gewinne auf Kapital und Arbeit finde ich sehr spannend und die empirische Analyse wertvoll. Der sinkende Anteil den die Arbeit erhält, lässt sich global sehr wohl mit der Automatisierung erklären: je mehr Wertschöpfung automatisiert entsteht, desto mehr Entgelt geht an das Kapital (die Besitzer der Maschinen) zurück. Denkt man das ganze weiter in eine ferne Zukunft wo praktisch alle Produktion inkl. Landwirtschaft durch vollautomatische Fabriken möglich wird, so wird der Anteil des Profits, der auf Arbeiter entfällt gegen null sinken. Somit wird auch klar, dass mit zunehmend automatisierter Wirtschaft auch das gesicherte Grundeinkommen steigen muss, da die Verteilung der Gesamtproduktion nach Arbeitsleistung keinen Sinn mehr macht: würde alles hergestellt ohne den Input von Arbeit, so hätten wir zwar die gleich hohe Gesamtproduktion, aber die meisten Menschen könnten sich nichts davon kaufen, da alle arbeitslos wären. Umgekehrt positiv formuliert: voll automatisierte Produktion ermöglicht allen, alle Güter zu erhalten, ohne dafür arbeiten zu müssen (mit der Limitation begrenzter natürlicher Ressourcen, natürlich). Die Fragen, wie die Verteilung des Reichtums (und zwar global, nicht nur Inner-Schweizerisch) in einer zunehmend automatisierten Wirtschaft aussehen könnte, und wie die Limitationen durch begrenzte natürliche Ressourcen fair zwischen den Menschen aufgeteilt werden können, die werden in den nächsten 50-100 Jahren noch sehr viel zu reden geben. Dass wir in Europa und USA alles haben und machen können, die in China und Indien aber niemals einen solchen Lebensstandard erreichen dürfen wegen der Ressourcenknappheit, das ist sicherlich keine ethisch Akzeptable Lösung mehr.

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Am Schluss bleiben vorallem Fragen ...

  • Verteilung Lohnsumme?

  • Wie spiegelt sich Arbeitslosigkeit in diesen Zahlen wieder?

  • Verteilung der Kapitalsumme bzw. - Wachstums?

  • Wie sieht eine absolute Betrachtung aus? Von welchen Niveaus sprechen wir?

  • ...

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«Das Pendel des Profits»

Alles in Butter? Die Gegenüberstellung von BIP-Anteilen blendet entscheidende soziale Fragen aus:

  1. Wie wird die Lohnsumme verteilt? Wer profitiert am meisten, wenn sie wächst?

  2. Wer profitiert vom Beschäftigungswachstum?

  3. Wohin fliessen die Gewinne?

Hier die Antworten:

  1. Am meisten profitieren die Topverdiener. Bei ihnen wird zuletzt gespart.

  2. Seit der Einführung der Personenfreizügigkeit profitieren Ausländer verhältnismässig mehr vom Beschäftigungswachstum als Inländer.

  3. Als Folge der Globalisierung fliesst ein immer grösserer Teil der Gewinne ins Ausland ab.

In vielen westlichen Industriestaaten verschiebt sich das Verhältnis zwischen Löhnen und Profiten seit Jahren klar zugunsten der Profite. Das Kapital beansprucht einen immer höheren Anteil der Wertschöpfung. Das ist die Dividende des Neoliberalismus. Die kapitalistische Rhetorik, dass Investoren das volle Risiko tragen und dafür entschädigt werden müssen, wirkt angesichts dieser Entwicklung eher zynisch. Für Reiche wird es immer einfacher, Renditen abzuschöpfen, denn die Politik wetteifert global um die besten Rahmenbedingungen für Investoren. Die Arbeitnehmer und die Umwelt zahlen den Preis für den immensen Wohlstand der globalen Geldelite.

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Was für einen Sinn macht Wachstum in einer Überflussgesellschaft wie der unseren?
Das ist vermutlich nicht die Fragestellung dieses Artikels, trotzdem hat diese Frage mehr Beachtung verdient.
Weniger als 20 Prozent der Menschen verbrauchen die Hälfte aller Ressourcen. Was passiert, wenn die anderen 80 Prozent nur mal auf unser Niveau wachsen? Wäre die logische Folgerung nicht, dass wir eigentlich schrumpfen müssten, um den anderen ihr Wachstum zu ermöglichen?

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Es ist interessant, dass Ressourcen (Energie und Rohstoffe) scheinbar kein Produktionsfaktor sind. Das ist auch nicht verwunderlich, denn die dargestellte Betrachtungsweise wurde zur Zeit mit dominierender Landwirtschaft entwickelt. Da war es tatsächlich so, dass nicht die Kartoffeln etwas kosteten, sondern die Leute, welche diese ernteten. Rohstoffe holt man noch bis heute mit dieser Logik aus dem Boden.
Doch ist diese Betrachtung heute noch richtig? Die Natur stellt uns zwar keine Rechnung für deren Ausbeutung und Zerstörung, aber zukünftige Generationen werden die Rechnung trotzdem bezahlen müssen.

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Warum ist es erfreulich, wenn die Wirtschaft wächst? Weil wir dadurch noch reicher werden, noch mehr Energie verbrauchen?

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Endlich mal Klartext mit gut dokumentierten Argumenten.

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Danke für den tollen Artikel!

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Finde die Artikel zu Zinsen und dem Geldsystem ziemlich erleuchtend. Verständlich geschrieben angenehn zu lesen 💪

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Naja, es wäre auch erstaunlich wenn die Banken eine echte Rendite auf die Kontengelder ausschütten würden - sie können mit diesen Buchgeldern ja gar nichts anfangen, wie wir bei der Vollgelddebatte herausgefunden haben. Geworben wird wenn schon um Hypotheken-Abnehmer, die dabei anfallenden Buchgelder zu verwalten ist für die Banken wohl eher ein notwendiges Übel.

Vielleicht wäre es interessant, analog dazu das Verhältnis von Hypothekarzinsen und Inflation anzuschauen und zu Vergleichen? Dabei würde auch ungefähr herauskommen, welcher Teil des Zins-Kuchens an die Banken geht.

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Zinsen eines Bankkontos kompensieren in etwa den Effekt der Inflation. Ohne diesen Zins erleidet das Kapital einen Wertverlust in der Grössenordnung der Inflation.
Deshalb: Der Titel ist falsch. Eine Nullrendite ist besser als eine negative Rendite!

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Merci für diese erneut erhellenden Daten und Grafiken. Diese Rubrik ist wirklich wertvoll und versachlicht immer wieder laufende Debatten.

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Man muss die bereinigten Zahlen zum Realzins noch um die Vermögens- und Einkommenssteuern bereinigen und mit anderen Anlagen vergleichen. Liegenschaften werden zum Teil weit unter dem Verkehrwert besteuert, bei Aktien werden nur die Dividenden, nicht aber der Wertzuwachs besteuert. Unter Umständen ist es für den Steuerpflichtigen günstiger, wenn das Sparguthaben keine Zinsen abwirft, sich aber auch nicht entwertet, weil dann nur die Vermögenssteuer, nicht aber die Einkommenssteuer anfällt, die dann, wenn die Zinsen die Inflation nicht ausgleichen, dazu führt, dass das Resultat noch negativer wird. In einer Statistik kann man dies wegen der regionalen und individuellen Unterschiede bei den Sätzen von Einkommens- und Vermögenssteuer natürlich nur schwer darstellen.

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Seien wir präzise, Herr Schmid: Der Titel müsste lauten ......" hat sich langfristig noch nie gelohnt, kurzfristig allenfalls....."

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Man/frau könnte es auch so sehen: Ohne die unterschiedlichen Abstimmungsverhalten der Frauen in bestimmten (konkret provozierenden frauenfeindlichen Settings und/oder auch besonders auf Frauen sozialisierten) Themen, wäre die Schweiz noch rückständiger in gesellschaftspolitischen Belangen. Die ländliche oder berglerische Frau, eher konservativ, kann, seit sie sich an die Position als Person mit eigener öffentlicher Stimme gewöhnt hat (was auch lange genug dauerte) öfters mal den noch viel erzkonservativeren Bergler etwas mässigen. Würde man nämlich die Städte herausrechnen,... Aber wie schon bei Binswanger zum Thema erwähnt: Topografie ist halt eher Schicksal als Verdienst.

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Als neues Thema für "auf lange Sicht" würde mich der Arbeitsmarkt interessieren. Wie hat sich Arbeit und der Arbeitsort entwickelt? Ich kenne die Forschung von Raphael Lalive (HEC Lausanne) zu den Veränderungen nach Sektoren jeweils bei einschneidenden Entwicklungen der industriellen Revolutionen (2. Fleissband und 3. Computer). Aber wie hat sich die Heimarbeit und die flexible Arbeit entwickelt? Ich habe mal gehört, dass wir noch nie soviel Freizeit hatten wie heute, stimmt das? Ist es wirklich so, dass die Arbeitszeit eine wichtige Determinante ist in der Work-Life-Balance? Ist diese Definition wie Theo Wehner (ETH) an einer Tagung gesagt haben soll, nicht überholt? Geht es nicht um Life-Balance? Wollen wir nicht mehr als nur die Grundbedürfnisse (sprich Lohn für Arbeit) an definierten Tagen mit dem was wir mit dem Gelernten tun befriedigen? Spielt nicht Sinnstiftung eine bedeutende Rolle? Haben Unternehmen in diesem Fall nicht eine neue Rolle? Weil Arbeit eher das ist was man macht und nicht wohin man geht? Könnte damit die 4. industrielle respektive arbeitsmarktliche Revolution nicht eine sein, die den Arbeitsort wieder dorthin zurück bringt, wo Menschen leben? Könnten wir so nicht einen grossen Teil der gesellschaftlichen Kosten (psychische Belastungen, Mobilität, Umwelt) als Gesellschaft einsparen? Denn wenn wir wieder mehr das machen was uns beflügelt, zieht es uns dorthin wo wir Beziehungen finden, die auf Vertrauen basieren, weil wir auch nicht Tag ein Tag aus und physisch potentiell "auf den Wecker" gehen.

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Der aktuelle Beitrag ist äusserst interessant. Das es so klar ist, dass die Frauen viel stärker Abstimmungen entschieden haben und die progressiven, liberalen Männer anscheinend in der Minderheit sind oder nicht an die Urne gehen, ist etwas verstörend als Vertreter dieses Geschlechts. Aber eben.

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habe ich hinweise auf die stimmbeteiligungen übersehen ? sind sie unterschiedlich nach geschlecht, und wie wirkt sich das aus ?

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Ich möchte nochmals darauf zurückkommem dass rund 30% unserer PK Prämien für Risikoleistungen (IV sowie Witwen / Waisenrenten) abgezweigt werden. Das müsste sich dann bis 2017 auf etwa 250‘000‘000‘000 (250 Milliarden) belaufen.

Es ist für mich unvorstellbar, dass 250 Tausend Millionen aufgewendet wurden um die oben genannten Risiken zu decken. Weiss das jemand genauer, oder wäre dies ein Punkt an dem man etwas tiefer graben sollte?

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Eine übersichtliche Analyse der Allokation der Assets. Schön wäre nun eine Ergänzung um die Perspektive des Cashflows - Einzahlungen und Auszahlungen - wozu nicht nur Renten sondern auch Rückzüge gehören - unter Berücksichtigung der demographischen Veränderung. (oder plastischer ausgedrückt wie lange kann man damit rechnen dass die Renten gesichert sind).

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Bezüglich Penionskasse und Statistiken habe ich zwei Anliegen:

  1. Von den einbezahlten Prämien werden rund 30 % für Risikoleistungen und Verwaltungskosten abgezweigt. Gibt es Statistiken zu Aufwand und Ertrag bezüglich der Hinterlassenen und IV Leistungen, für welche dieser substantielle Teil unserer PK-Prämien verwendet wird?

  2. Gibt es eine Erhebung, welche aufzeigt was für die Pensionskassen lukrativer ist:
    A.) Versicherter bezieht sein gesamtes Kapital bei der Pensionierung.
    B.) Versicherter bezieht die Rente, in der Hoffnung auf ein hohes Alter und dem Risiko des vorzeitigen Ablebens und damit Verlust seines Kapitals.

Mir als Versicherungsnehmer, könnten entsprechende Informationen als Entscheidungsgrundlage dienen.

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Vielen Dank für diese statistische Aufbereitung. In einem zweiten Artikel sollte man sich vertieft mit den Unternehmen befassen, in die investiert wird, zbsp. über Klimaverträglichkeit der PK : eine gute Übersicht bietet www.klima-allianz.ch/blog/pensionskassen.

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Die Frage, die sich im Zusammenhang mit dem BVG am meisten interessiert hätte: wie hoch sind die gesamten Unkosten der Anlagebetreuung (TER - Total Expense Ratio). Wie gut hält der z.B. die Aktienanlage mit der Performance des norwegischen Staatsfonds mit, nach Abzug aller Kosten? Genauer: ist der privatwirtschaftliche Ansatz des BVG überhaupt effizient, oder hält man da einen beträchtlichen Overhead am Laufen?

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Interessant wäre gewesen, mit wieviel Prozent meine Rente, mit der Finanzierung von Kriegsmaterial erwirtschaftet wird!

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"Wo die Gelder unserer beruflichen Vorsorge stecken"

Irgendwie verrückt, dass die SNB unterdessen etwa gleich viel Vermögen verwaltet wie alle Schweizer Pensionskassen zusammen. Man stelle sich vor, die SNB würde eine ähnlich konservative Anlagestrategie anwenden wie die PKs. Und man stelle sich vor, die SNB würde vergleichbare Renditen einfahren und diese in die AHV/IV überweisen. Und da die Eurozone längerfristig instabil bleiben wird und die SNB den Schweizer Franken längerfristig abwerten muss, wächst die SNB-Bilanz weiter und weiter. Wenn 1 Billion denkbar ist, sind es auch 2 Billionen. Man stelle sich vor, wir könnten den Renditedruck bei der 2. Säule etwas rausnehmen und dafür die AHV/IV solider finanzieren. Beide Säulen würde sicherer, und die Bürgerlichen müssten nicht mehr so verbissen den Sozialstaat demontieren.
Dieses Gedankenspiel zeigt, woran unsere Politik scheitert: an zu viel Ideologie und zu wenig Vorstellungskraft.

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Doch, doch, lieber Herr Schmid: ich fand die Proportionen - Rahmengeschichte zu Auswertungsfleiss der 3 Grafiken grandios. Ihrem ersten Satz zu Titel "Index" verdanke ich , dass ich, nach dem Nachtessen(! )den langen Mittelteil, obschon ich das meiste gar nicht nachvollziehen mochte, durchgehalten und alles gelesen habe.
Den Satz des Richters habe ich mir hinter die Ohren geschrieben. Aber ziemlich tief erschrocken bin ich trotzdem ob einigem.

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Lieber Herr Schmid

Danke für die Bereitstellung und Erklärung der drei Datensätze. Danke auch für die Metapher. Nützlich und anregend.
Ihre Synthese betrachte ich aber als missglückt: Gewichte die drei Anteile, multipliziere sie und schwupps-die-wupps hat man etwas ‚einigermassen Objektives‘. Sorry, aber das ist doch nicht ihr Ernst?
Den echten Mangel sehe ich aber durch die Verwendung der Gemeinden anstelle von ‚neutraleren‘ Planquadraten. Wenn ich im Sinne der Metapher Raum anschaue, sehe ich keine Gemeindegrenzen. Gerade im Raum Zürich wäre ein feiner granulärer Übergang von Stadt zu Nicht-Stadt interessant.

Mit besten Grüssen, K.A.

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Zwei Dinge stören mich an dieser Studie.

  1. a) Die nicht besiedelbare Fläche ist ausgenommen von den Berechnungen. Das führt zu einer systematischen Benachteiligung mit von Gemeinden mit hohen Anteilen solcher Flächen. b) Ausserdem sind diese Flächen zwar von den Berechnungen ausgenommen, was zumindest teilweise begründbar ist (kommt auf die Brille an, die man trägt), aber in den Grafiken werden sie dennoch dargestellt. Und dies wiederum zum Nachteil der schon genannten Gemeinden. Es wäre nur fair, würden diese Flächen wie der Zürisee komplett ausgeblendet. So entsteht kein objektives Bild der Studie.

  2. Zumindest aus meiner Sicht müssten alle Städte komplett dunkelrot sein. Weshalb sie hier gut davon kommen sollen, ist mir schleierhaft. Der Boden zu ihren Füssen ist zerstört und versiegelt. Die ‘Natur’ gibts hier nicht mehr. Für mich die Endphase der Zersiedelung.

Die zweite Grafik, mit den Distanzen zwischen den einzelnen Häusern, scheint sehr interessant. Kommt gefühlsmässig an das heran, was unter Zersiedelung verstanden werden kann.

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Es wäre interessant, die Beziehung zwischen den drei Teilindices anhand von Scattergrams zu sehen.

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vielen Dank für diesen detaillierten Beitrag.
Wie man heute in den Medien hören konnte, steht es inzwischen leider nicht mehr besonders gut um die Zersiedlungsinitiative. Eigentlich überrascht das kaum, denn von Anfang an wurden in den Diskussionsrunden hauptsächlich die Schwächen der Initiative besprochen, vor allem auch die wirtschaftlichen Folgen erörtert, die daraus entstehen könnten, um doch wieder auf das bestehende Raumplanungsgesetz zurück zu kommen, welches noch lange nicht voll ausgeschöpft sei.
Also bleibt alles wieder mal beim Alten.
Warum, welche Kreise haben sich derart entschieden gegen die Initiative gewendet und die Diskussionen geführt und wen hat man zu wenig zu Wort kommen lassen?

Gut, diese Recherche von Mark Dittli, Olivia Kühni und Simon Schmid zu lesen.

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Die Berechnungen sind grundsätzlich interessant. Im Prinzip zeigt sich, dass bei anhaltendem Bevölkerungswachstum und keiner weitergehenden Verdichtung vielerorts bald wieder eingezont werden muss. Der Verlust von - vor allem guten - Agrarflächen und Freiflächen schreitet ceteris paribus unaufhaltsam voran. Wollen wir das? Eine nachhaltige Raumplanung kann sich diversen Fragen nicht verschliessen, u.a.:

  1. Akzeptanz und Grenzen des Bevölkerungswachstums?

  2. Sinnvolle Verdichtung: Möglichkeiten und Grenzen?

  3. Ausreichende Frei- und Erholungsflächen?

  4. Selbstversorgungsgrad der Schweiz mit Agrarprodukten bei einer ökologischen Landwirtschaft mit hoher Biodiversität?
    Mit einem Ja zur Initiative würde diesen Fragen endlich nicht mehr ausgewichen. Eine funktionierende Bodenbörse - im Prinzip kein Problem - würde entstehen. Eine Diskussion um die Verteilung der Bodenrenten und ein neues Verkehrssystem unumgänglich. Ein Schritt Richtung qualitatives Wachstum, das doch alle so sehnlichst herbeiwünschen.

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