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Debatte

Was verändert sich auf die lange Sicht?

Das Forum zu den langfristigen Datentrends. Diskutieren Sie mit den Autoren.

20.05.2019

«Auf lange Sicht» ist der datengetriebene Denk­anstoss der Republik. Wir erforschen die Wirtschaft mit dem Weitwinkel­objektiv und gehen den tektonischen Veränderungen von Politik und Gesellschaft nach.

Welche Veränderungen sollen uns zu denken geben? Worüber sollen wir als Nächstes berichten? Wie beurteilen Sie unsere Arbeit?

Wir freuen uns auf Ihre Einschätzungen, Einwürfe und Einwände. Der aktuelle Beitrag: «Die stabile Kammer».

Sie haben in diesem Artikel viele Worte gelesen …

… aber die wichtigsten drei fehlten. Seit je beruht jede funktionierende Gemeinschaft auf diesen drei Worten. Liebende sagen sie zueinander. Gute Politiker sagen sie ihren Wählern, gute Priester ihrer Gemeinde, gute Eltern ihrem Kind. Sie lauten: Fürchte dich nicht! – Wir von der Republik glauben, dass auch im Journalismus gilt, was Franklin D. Roosevelt einst zur Politik sagte: «Wir haben nichts zu fürchten als die Furcht selbst.»


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Wenn Beatrice Simon tatsächlich den Sitz von Werner Luginbühl erben sollte, hätte neu auch der Kanton Bern eine Frau im Ständerat. Das wären dann also vier zusätzliche Sitze für Frauen im Stöckli, wenn man berücksichtigt, dass der Aargau wohl neu zwei Männer in den Ständerat entsenden wird.

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Leider am iPhone so nicht voll lesbar - die Texte zu den oberen Parteien laufen ausserhalb des oberen Randes - und das manuelle Anklicken der Jahreszahlen gibt bei mir für alle angegebenen Jahre das Bild von 2002, einfach in leichter Bewegung.
Die Hintergrundsgrafik verändert sich erst mit dem darüberlaufenden Text - aber eben, dann schlecht oder gar nicht sichtbar.
Das PDF hat dann endgültig ein Problem.
So wie ich jetzt noch mehr mit Corbyn.
— Die Rechtsentwicklung hat allerdings mit dem Kontrolldenken seit 2001 angefangen; aber natürlich werden solche Auswirkungen erst mit Abstand zu solchen Megaschocks richtig deutlich und sichtbar.
Möchte gern zu den Menschen gehören, die das jetzt primär spannend finden - statt scheissgefährlich, was eher meine Position ist.

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Unglaublich gute Kombination von Text und Bild, realisiert mit witziger Technik. Danke.

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Super graphische Datenaufbereitung und die Koppelung der Zeit mit dem Lesefortschritt ist auch witzig. Da nutzt ihr die e-Form gegenüber dem Papier sehr sinnvoll.
Interessant wäre auch, die einzelnen Kategorien ein- und auszublenden und eventuell die Trajektorie einer einzelnen Partei sichtbar zu machen.

Lustiges Detail aus meinem Lesen: 2010 fällt mir rechts unten ein grüner Punkt auf. Aha, der ist dunkelgrün - dass er zu agrarisch gehört ist auf meinem iPad farblich nicht offensichtlich. Ich tippe darauf - und ... - es ist unsere SVP. Aber ist agrarisch wirklich die richtige Kategorie? Ich hätte eigentlich rechts erwartet. ... ?

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Cool gemachte Graphik, nur wie will man links-vs-recht so "objektiv" messen? Militaristisch gesehen finde ich weder SPD noch CDU mittig, sondern klar im Lager der NATO-Aggressoren. Sozialpolitisch liegen die beiden gar nicht so weit auseinander. Zum Thema Ausländer geht der CSU-Teil der CDU wiederum bis sehr weit nach rechts... Warum M5S als grün bezeichnet wird, ist mir unklar. Warum CDU nicht als konservativ gilt, verstehe ich auch nicht. Christlich ist an ihr ja herzlich wenig.

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Wir haben irgendwann in der Menschheitsgeschichte erkannt, dass die Erde keine Scheibe ist, sondern - zwar imperfekt - eine Kugel.
Wir sollten uns "auf lange Sicht" in der Klimadebatte auch diesem Punkt annähern. Es ist deutlich geworden in meiner eigenen Wahrnehmung der letzten 60 Jahre, dass die Gletscher in der Schweiz viel kleiner geworden sind. Es ist mir aufgefallen, dass wir öfters und längere Hitzeperioden haben. Und wir haben die Ergebnisse der Eisbohrkerne und der Baumjahrringe gelesen und verstanden. Aus meiner Arbeit als Energieberater weiss ich, was es global bedeutet, Jahr für Jahr noch mehr Megatonnen von Kohle, Öl und Gas zu verbrennen und dabei Luftschadstoffe und CO2 freizusetzen. Der Mensch ist zweifellos die Hauptursache der seit 100 Jahren laufenden Klimaerwärmung.

Trotzdem lassen uns einige Unbelehrbare und viele Falschinformierte, Skeptiker und Zweifler, sowie sehr viele Interessengetriebene immer wieder die zahlreichen und glaubwürdigen wissenschaftlichen Evidenzen aus aller Welt vorführen. Sie wollen uns immer noch glauben machen (um bei obigem Vergleich zu bleiben), dass die "Erde eine Scheibe" sei.
Viele beziehen dabei unerkannt Informationen aus der starken und wichtigen globalen Industrie, die Kohle, Öl und Gas fördert, raffiniert und in langen Pipelines und mit riesigen Schiffen zu uns Verbrauchern transportiert. Zu dieser fossilen Primär-Industrie gehören sekundär auch die Autobauer, die Luftfahrtindustrie und indirekt auch der Tourismus. Diese Industrien beschäftigen viele Menschen, die kaum auf eine neue, bessere und solare Welt hoffen wollen und können. Eine Veränderung des Status Quo erfüllt viele mit Angst.

Viele dieser Zweifler trauen den Menschen nicht zu, ihr Verhalten zu ändern und zu verbessern und die neuen Technologien erfolgreich im Haus, im Büro, im Verkehr und in der Industrie zu nutzen: die besseren LED Lampen, der schmale Notebook ohne Ventilator, der TV ohne Settop-Box, der rasche Induktionsherd, die geregelte Bürolüftung und Rolltreppe, der effiziente Antrieb von Kompressoren und Pumpen in der Fabrik, die besseren Fenster im isolierten Haus, und die Windturbine, die Photovoltaikzellen, etc.
Und sie wollen und können sich Ferien per Zug im nahen Ausland und pendeln per S-Bahn oder mit dem E-Velo nicht vorstellen. Sie mögen kaum ihren Fleischkonsum zu ändern und auf weit gereiste plastikverpackte Erdbeeren im Januar zu verzichten.

Menschen haben das Klima beschädigt. Menschen können das Klima "retten" und damit ihre Lebensgrundlagen längerfristig erhalten. Der Planet Erde bleibt eine Kugel und ist vom Klimawandel kaum betroffen.

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Um eins vorweg zu nehmen: ich zweifle nicht am Hockeyschläger und auch nicht am Klimawandel... aber über die Kurve wurde viel diskutiert und eines ist mir hängen geblieben, was ich bis heute nicht genauer weiss...
Die Kurve setzt sich ja aus Proxys zusammen. Angeblich aber nur für die Zeit, für die es keine Messreihe gibt. Demzufolge werden da in einer Kurve Daten aus zwei verschiedenen Quellen verwendet. Falls dem so wäre, müsste das farblich markiert werden. Hintergrund ist die Aussage, dass wenn auch die Zeit mit Messreihe aus denselben Proxys dargestellt wäre, wäre der Schläger nicht ganz so steil.
Kommt das aus der Ecke der Skeptiker oder ist da was Wahres dran?

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Auch ich finde: Wissenschaftsjournalismus at its best! Gerade in seiner Verknüpfung von Bild und Text.

Nur eine gelungene Kommunikation zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit durch Schule, Weiterbildung und Journalismus macht uns sowohl die Komplexität der Wirklichkeit bewusst als auch handlungsfähig für die grossen Herausforderungen. Und nimmt dabei auch noch den sog. "Skeptiker*innen* den Wind aus den Segeln.

Weiter so!

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eine feine fortsetzung zu deiner vorherigen serie, arian, und erfreulich zu lernen – wie du weiter unten andeutest – daß die serie fortgesetzt werden soll. ich habe viel gelernt von deiner "schreibe", wie es gelingen kann, naturwissenschaftlich erarbeitete zusammenhänge allgemeinverständlich zu vermitteln (offene ohren und augen vorausgesetzt). chapeau!

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ichfürchteSuchmaschinen

Hier noch ein wundervoller Webcomic zum Thema (leider auf Englisch):
https://xkcd.com/1732/

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Vulkane, nicht zu unterschätzen. Vor 250 Mio. Jahren war in Sibirien ein riesiges Vulkangebiet. Da kam nicht nur Asche, sondern sehr viel CO2 heraus. Es gab eine Erwärmung von 5 Grad. Damit nicht genug, jetzt löste sich überall auch das Methan, was nochmals eine zusätzliche Erwärmung von 5 Grad ergab. Damals sind mehr Lebewesen Ausgestorben, als bei der Dino / Meteorit Katastrophe vor 68 Mio. Jahren. Aus ZDF Info, Playlist die ersten 3 Filme à 15 Min. Für ungeduldige speziell Film 3 die ersten 7 Min. https://www.youtube.com/watch?v=4ac…04&index=1

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Genau das, was ich mir gewünscht habe, populärwissenschaftliche Erläuterungen über die Klimaschwankungen. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung. Nur eine Frage hätte ich, wieso setzen die Treibhausgasemissionen erst vor 150 Jahren ein? Ich nehme an, vorher wurden die Emissionen aus der Verbrennung fossiler Brenn- und Treibstoffen durch die Pflanzenassimilation kompensiert? Weitere Frage, dass CO2 assimiliert werden kann, ist mir klar. Können auch die anderen Treibhausgase (Methan etc.) assimiliert werden?

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Vielen Dank für die sorgfältigen und gut visualisierten Erläuterungen zu diesen Wetterphänomenen. Da verstehe ich erstmals einiges besser!!

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Guten Morgen
Zitat aus dem Artikel: "Erst in den letzten 100 Jahren stieg sie – in einer Form, die als «Hockey­schläger» bekannt geworden ist, mit einem langen Schaft und einer spitz nach oben zulaufenden Schaufel. Die Temperaturen sind notabene rekonstruiert, also indirekt geschätzt."
Herr Bastani hat meines Erachtens zu erwähnen vergessen, dass im November 2009 einige tausend E-Mails der Climate Research Unit, CRU, der Uni East Anglia geleakt / gehackt worden waren, die unter anderem darauf hinwiesen, dass der "Hockey-Stick" durch einen wissenschaftlichen Kunstgriff (genannt "trick") beim Bearbeiten / Darstellen der gesammelten Daten zustande gekommen sei, "(...) to hide the decline" - um den Rückgang / die Abnahme (der weltweit gemessenen Temperaturen, Anm.d.V.) zu verstecken. Das Zitat stammt von Phil Jones, der nach dem Climatgate-Skandal als Chef des CRU zurücktrat.
Quellen hierfür finden sich unendlich viele - auch in den Qualitätsmedien. Hier, als Beispiele, zwei Links:
https://www.youtube.com/watch?v=8BQpciw8suk
https://www.focus.de/wissen/klima/k…62321.html
Und? Was zeigt uns das jetzt? - Es zeigt erstens, dass der "Hockey-Stick" weiterhin bemüht wird, um die Argumente von CRU und IPCC wasserdicht zu machen. Es zeigt zweitens, dass die ForscherInnen und WissenschaftlerInnen sich betreffend der Ursachen und Hintergründe zu den Veränderungen des Klimas weiterhin nicht einig sind. Und drittens zeigt es, dass wissenschaftliche "tricks" oder eben Manipulationen irgendwelcher Art sich bei Themen mit solcher Tragweite nicht sehr gut machen. Prof. Tim Ball (Dept. of Climatology, University of Winnipeg) meinte zum Skandal: "If it's fraud they (Jones et al., Anm.d.V.) should be in jail; if it's incompetence they should be fired".
Ob mit oder ohne "Hockey-Stick": Wir Menschen haben eine Verantwortung gegenüber dieser Erde, die uns hervor gebracht hat und die uns ernährt. Mit für alle gleichermassen geltenden globalen Massnahmen für oder gegen etwas kann und muss man sich auseinandersetzen und sich auch streiten dürfen - erst recht dann, wenn der Verdacht im Raum steht, dass die verwendeten Daten entweder inkorrekt erhoben, falsch interpretiert oder gar manipuliert worden sein könnten. Und erst recht dann, wenn wir als Menschen allfällige Massnahmen, in welche Richtung auch immer, berappen sollen.

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Danke für den Beitrag. Eine Ergänzung: Einer neuen Studie zufolge hatte auch die Kleine Eiszeit einen anthropogenen Anteil: Der «Entdeckung» Amerikas durch die Europäer fielen bis 1600 56 Millionen Menschen zum Opfer. Sehr viel Land wurde wiederbewaldet, was zu einer Senkung des CO2-Gehalts in der Atmosphäre führte. Tönt plausibel, wenn ich auch die Stichhaltigkeit der Argumente nicht bewerten kann. Alexander Koch, Chris Brierly, Mark S. Maslin, Simon L. Lewis: "Earth system impacts of the European arrival and Great Dying in the Americas after 1492", in: Quaternary Science Reviews, 2019, Nr. 207, S. 13-36. https://www.sciencedirect.com/scien…18307261#!

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Das Klima ist eine mathematische Berechnung, ein arithmetisches Mittel, und kann somit nicht "wärmer" oder "kälter" werden. Eine Zahl wird nicht heiss. Ähnlich gilt es bei der Temperatur: diese kann steigen oder sinken, nicht aber wärmer oder kälter werden. Man sollte deshalb von Klimawandel, Klimakrise, etc sprechen, oder aber von Erderwärmung. Danke für den spannenden Artikel!

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Korrigendum: Die EAPN ist übersetzt die Europäische Allianz der Völker und Nationen. (Menschen haben in diesem Weltbild eher keinen Platz.)

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Eine wunderbare Serie von Untersuchungen! Vielen Dank! Mich würde noch interessieren, welche Einflüsse in dieser Reihe eine Rolle spielen, die durch das Reflexivpronomen "sich" (in "sich verändern") zum Ausdruck kommen, denn es sind grossteils Handlungen von Menschen, die zu Veränderungen führen, und dies in der Matrix der Naturgegebenheiten (wo die Frage auftaucht, ob diese sich ihrerseits auch verändern können oder eine Konstante bilden, was eine Unterscheidung nach Gesetzmässigkeiten und materiellem Substrat nahelegt). Was ist genau das Agens? Was ist das Wesen des Trägers, der die Veränderungen erlaubt?
Agens und Träger sind der jeweiligen Fragestellung gemäss jeweils anders gelagert, aber ich finde die grundsätzliche Unterscheidung (frei nach Aristoteles, 'Form versus Stoff') heuristisch nützlich. Sie lässt sich übrigens methodologisch noch weiter führen, was sehr aufschlussreiche Kategorienbildungen erlaubt, aber hier ist nicht der Ort, um dies zu erörtern.
Konkret im Beispiel des Verdienens, wo die Topverdiener davonzogen, sind doch die Tätigkeiten, die zum Einkommen führen, je nach Stufe ganz anders strukturiert. Die Topverdiener strukturieren vermutlich die Funktionsbedingungen des Systems viel mehr, aktiver und direkter als die einflusslosen Geringverdiener, die oft gar nicht recht wüssten wo ansetzen, aber in der Kneipe über andere herziehen. Diese Unterschiede sind gekoppelt an Unterschiede in den Interessen (z.B. Manipulationswille versus Gewährenlassen oder gar Ohnmachtsgefühl, also Unterschiede im Drang zu einer institutionellen Position), Unterschiede im Wissen (und in der Wissenssuche) und damit Unterschiede in der Möglichkeit, sich sinnvoll politisch zu engagieren, usw., womit wir in den Bereich der Einschulung und der Sozialpädagogik gelangen, die Curricula mit ihren (durch jemand bestimmten) Schwerpunkten, usw. Sehr interessant sind dann auch die Unterschiede in der Erzeugung von Konflikt versus Erzeugung von dynamischer Harmonie.
Im Schweine­zyklus bei den Wohnungen liegen Agens und Substrat ganz anders, aber sind ebenso relevant. Manche Punkte sind in der Debatte fast etwas zufälligerweise angesprochen worden, so etwa die Relation zwischen Wohnungsangebot und Möglichkeit, ein Einkommen zu erzielen. Wobei dann noch Unterschiede bestehen zwischen sinnvollem Tundürfen und sich in irgend einem Bullshitjob quasi prostituieren müssen - usw..
Was denken die Autoren über die Relevanz der etwas methodologisch-systematisch gefärbten Hinsicht, die ich anspreche?

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Danke liebe Republik.
Ein neutral geschriebener artikel, der die arten der ungleichheitsmessung und ihre jeweiligen vor-& nachteile (inklusive ungenauigkeiten) aufzeigt. Einen solchen artikel kann man bei einer guten diskussion über ungleichheit ins feld führen. Genau so etwas habe ich erwartet, als ich mit meinem abo qualitätsjournalismus unterstützen wollte. :)

P.S. ein kleiner kritikpunkt

Im 99. Perzentil belief sich das Wachstum schliesslich auf 278 Prozent, was beinahe einer Vervierfachung entspricht.

Wenn ich mich nicht ganz täusche entsprechen 278% eher einer verdreifachung.

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Ich kommentiere nicht auf Google

Ich schätze die spannende Art, wie Statistik hier präsentiert wird. Als kleine Anregung würde ich mir höchstens wünschen, dass die genauen (Prozent)Zahlen einer einzelnen Säule angezeigt werden, wenn man mit der Maus darüber fährt. Ich meine, solche Darstellungen schon gesehen zu haben.

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Ja interessant. Aber: nur Erwerbseinkommen, keine Selbständige. Diese beiden Elemente würden möglicherweise Ihre Aussagen stark beeinflussen und den Effekt dramatisieren.
Ich habe schon vor Jahren vorgeschlagen, die AHV nicht nur auf dem Erwerbseinkommen, sondern auf dem gesamten Einkommen zu erheben. Das würde die Einnahmenseite der AHV auf einen Schlag deutlich verbessern.

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Interessant und im Trend der ganzen westlichen Welt. Eine grosse Ausnahme bildet China wo trotz enormem Wachstum von weit über 6% pro Jahr der Gini Koeffizient der Einkommen sogar sank seit 2008.
Noch ein zweiter Punkt: Das Problem an Prozenten ist ja, dass selbst bei prozentual gleichem Wachstum der Einkommen die Reichtumsschere auseinander geht. Denn 100% Wachstum bei 2000 CHF pro Monat sind 2000 CHF mehr. Bei 10'000 im Monat sind die gleichen 100% mehr aber schon 10'000 CHF.

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Wie immer trockene Zahlen spannend und aufschlussreich erzählt, Kompliment! Ein Aspekt geht im aktuellen Beitrag allerdings verloren, auf den man mindestens am Schluss hätte hinweisen können... Im Beitrag wird zwar auf die Aktien hingewiesen ("Wenn ein Teil des Lohns als Aktien ausbezahlt wird, wirkt sich auch der Aktien­kurs direkt auf das Jahres­einkommen aus"), aber nicht auf Aktiengewinne (durch Verkauf, nicht Dividenden...). Auf die zunehmende Bedeutung des Kapitals (und dessen Erträge) hat Piketty bereits vor längerer Zeit hingewiesen. Auch die JUSO haben mit ihrer 12:1 Initiative "vergessen", dass die – wie im Artikel beschriebenen und durch die AHV erfassten – "normalen" Einkünfte für die Einkommensunterschiede zunehmend an Bedeutung verlieren. Oder wie Madame de Meuron bereits Anfangs des 20. Jhd. zu sagen pflegte: "Syt dihr öpper oder nämet dihr Lohn?".

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Zu den Löhnen: ich fände es spannend, zu sehen, inwiefern die Alterung der Gesellschaft zur Lohnungleichheit beiträgt. Hat sich die Ungleichheit gleich stark verändert, wenn man die 30-jährigen von 1982 mit denen von heute vergleicht? Tendenziell steigt ja der Lohnunterschied mit dem Alter, deshalb ist es eigentlich zu erwarten, dass die Unterschiede mit der Alterung der Gesellschaft zunehmen.

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Sehr interessanter Artikel. Meine Wahrnehmung, dass unsere Manager immer gieriger werden ist also korrekt. Ich habe immer noch den Satz bei einem Interview in der Rundschau zum Thema 1:12 Initiative im Ohr. Wo Herr Ospel meinte wir müssen soviel zahlen um die Besten zu bekommen und die Antwort war: bekommen sie dann nicht nur die Gierigsten statt den Besten.
Für mich ist die Geldwesten Bewegung ein Ausdruck dieser zunehmenden Unzufriedenheit. Ungleichheit ist nicht grundsätzlich ein Problem. Es ist auch nicht so, dass jeder 300K im Jahr verdienen muss um glücklich zu sein. Aber jeden Rappen 2* umdrehen zu müssen macht unglücklich, neidisch und krank. Alles was unerwartet kommt wird dann zu einem Problem. Es muss doch möglich sein, das in einem so reichen Land jeder anständig leben kann.
Für mich hat sich auch die Art wie wir mit den schwächsten umgehen massiv verschlechtert. Auch hierzu gibt es eine Studie darüber, dass die Mittelschicht eigentlich dafür sorgt, dass man alle mitnimmt und nicht die, die es sich wirklich leisten können. Es kann doch nicht sein, dass man bei den Sozialwerken versucht die Absicherung schlechter zu machen, damit sich „Arbeiten wieder lohnt“, statt die Löhne am unteren Ende auf ein Niveau zu heben, dass man auch davon leben kann und man dann auch nicht mehr neidisch sein muss auf alle die nicht arbeiten können aus den unterschiedlichsten Gründen. Vielleicht wäre es auch möglich soziale Dienste wie einsame Menschen zu begleiten oder ähnliches zu entlöhnen? Ich glaube, dass jeder Mensch gerne was zu tun hat und niemand nur den ganzen Tag rumhängen will, aber nicht jeder ist für unsere stress Gesellschaft gemacht. Nicht jeder erträgt als Mensch nichts mehr zu zählen sondern nach dem Motto „hire and Fire“ als Ressource verwaltete zu werden. Wenn wir uns die Änderung bei den Bezeichnungen von Arbeit ansehen und mal darüber nachdenkt, merkt man erst in was für einer Zeit wir leben.
Die Frage die sich mir hier stellt ist, wie lange das noch gut gehen kann, wenn sich ein grosser Teil der Menschen abgehängt fühlt. Jede Zivilisation ist bis heute untergegangen. Für mich wäre es interessant, wann der Zeitpunkt in der Geschichte kam an der sich das Volk anfing gegen die Herrschenden aufzulehnen und eine Hochkultur unterging. Beispiel Bürgertum, Rom, Adel, etc.
Noch eine Bemerkung zu der Zeitschrift und ihren Lesern. Wir jammern hier alle auf hohem Niveau. Denn zumindest können wir es uns leisten diese Zeitschrift zu abonnieren die untersten percentiles können dies nicht!

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Die Auswertung der AHV-Zahlen ist sehr aufschlussreich. In meinen Augen zeigt sie vor allem, dass der Gini-Index nahezu unbrauchbar ist. Was ich dramatisch finde, und was im Artikel von Frau Kuhn leider nicht thematisiert wurde, ist die Entwicklung der Einkommensanteile bei den unteren Perzentilen. 1982 lag der Perzentilbereich 0-5% bei 1.9 % des Gesamteinkommens - diese Menschen verdienten also nur ein Fünftel des Durchschnittseinkommens. Für 2018 wird der exakte Wert nicht angegeben, aber er dürfte knapp unter 1% liegen. Das heisst: der Anteil der untersten Einkommensklasse hat sich in dieser Zeit etwa halbiert. Und 60% der Bevölkerung sind heute mit einem tieferen Einkommensanteil konfrontiert als 1982. Da ist es kein Wunder, dass sich viele Menschen "von der Globalisierung abgehängt" fühlen. Obwohl sich am Gini-Index kaum etwas geändert hat.

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Kompliment zu Ihrten statistischen Artikeln, die anders als gewisse journalistische Artikel über wissenschaftliche Studien, wo die Ergebnisse immer zugespitzt und verzerrt werden das Zahlenmaterial sehr behutsam und sachgerecht auswerten. So muss eine gute Zeitung sein. (Wer mich kennt, weiss, dass ich nicht leicht Komplimente vergebe).

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Ich will ja den Artikel um die Wohnungsfrage nicht in Zweifel ziehen- trotzdem, mir fehlen die Zusammenhänge um die Mietzins(entwicklung) Wo in welcher Region passiert da was? Neubau vs Altbau, Zinsentwicklung, wo werden Zinssenkungen weitergegeben usw. Aber das war wohl gar nicht Thema.

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Habe verstnden und etwas gelernt.
Schliesse mich den Komplimenten an: Spannend dargestellt und informativ. Da schau ich sicher wieder rein.

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Zum Wohnungsbauzyklus. Eine weitere Komponente, die reinspielt ist ist das Pensionskassengeld, das angelegt werden muss. Diese Komponente muesste proportional zur Wirtschaft laufen. Also bauen oder kaufen wenn die Wirtschaft laeuft. Und dann waer noch der Effekt, dass Junge schnell von Zuhause ausziehen, oder lange bei den Eltern bleiben. Da war ein Wechsel glaube ich mich zu erinnern. Welches der Treiber, und welches die Auswirkung ist mir an dieser Stelle nicht bekannt.

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Ein sehr netter Begriff, dieser Schweinezyklus! Ich werde mir erlauben, diesen für diverse gesellschaftliche und politische Entwicklungen zweckzuentfremden, da ich der Meinung bin, dass sich viele Trends ähnlich verhalten. Wenn sich etwas etabliert und zum Mainstream wird und darüber hinaus, bis sich ein entsprechender Gegentrend entwickelt. Siehe beispielsweise den aktuellen sogenannten "Linksrutsch" bei den Wahlen, nach jahrelangem Vormarsch der SVP.

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Spannend wäre, auch das Preisgefüge des Leerbestandes darzustellen.

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ichfürchteSuchmaschinen
editiert

Müsste man diese Wohnungs-Zahlen nicht in Beziehung setzen zur Bevölkerung oder Gesamt-Wohnungsmarkt der jeweiligen geografischen Einheit? Oder ist das mit diesen MS-Regionen bereits erledigt? (ich frage ja nur... ;-)

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Ich habe einen Klimapulli gestrickt (globale Daten basierend auf UK Met office/Ed Hawkins) http://www.anjakollmuss.com/climate…e-sweater/ Nachahmer freuen mich!

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Das Ungerechte ist, in der Schweiz und in Österreich kann uns der Klimawandel weniger anhaben. Wir haben genug Wasser und viele Berge gegen Sturm und Wind. Wir haben viele Wälder und weniger Bevölkerung.

Andere Gegenden der Welt bekommen den Klimawandel in stärkerem Ausmaß mit und dann, wenn in Afrika endgültig das Wasser ausgeht, war 2015 nur ein kleiner Schulausflug im Vergleich zu dem, was uns dann an Wanderungsbewegungen bevorsteht.

Was zählt ist also vor allem die weltweite Veränderung in armen Gegenden. Denn die wird es am schlimmsten erwischen.

Egal, welche Farben wir derweil für unsere Grafiken verwenden.

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Wow, Kompliment! Mag ja "auf lange Sicht" sowieso. Aber das ist (von denen, die ich gelesen habe) mit Abstand die "charmanteste". Werde ich meiner Jungmannschaft zuführen als wunderschönes Beispiel für wissenschaftliches Denken und warum Schwarz-Weiss selten die Lösung ist, und auch als Beispiel, wie "sexy" es sein kann, hinter die scheinbar so klare Oberfläche zu schauen.

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Was für einen Sinn macht Wachstum in einer Überflussgesellschaft wie der unseren?
Das ist vermutlich nicht die Fragestellung dieses Artikels, trotzdem hat diese Frage mehr Beachtung verdient.
Weniger als 20 Prozent der Menschen verbrauchen die Hälfte aller Ressourcen. Was passiert, wenn die anderen 80 Prozent nur mal auf unser Niveau wachsen? Wäre die logische Folgerung nicht, dass wir eigentlich schrumpfen müssten, um den anderen ihr Wachstum zu ermöglichen?

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