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Debatte

Was verändert sich auf die lange Sicht?

Das Forum zu den langfristigen Datentrends. Diskutieren Sie mit den Autoren.

15.07.2019

«Auf lange Sicht» ist der datengetriebene Denk­anstoss der Republik. Wir erforschen die Wirtschaft mit dem Weitwinkel­objektiv und gehen den tektonischen Veränderungen von Politik und Gesellschaft nach.

Welche Veränderungen sollen uns zu denken geben? Worüber sollen wir als Nächstes berichten? Wie beurteilen Sie unsere Arbeit?

Wir freuen uns auf Ihre Einschätzungen, Einwürfe und Einwände. Der aktuelle Beitrag: «Mehr Stress im Ringen um politische Macht».

Wenn Sie schon hier sind …

… treffen Sie eine Entscheidung: Wollen Sie, dass die noch junge Republik weiterhin unabhängigen Journalismus betreiben kann? Wir sind niemandem verpflichtet ausser unseren Leserinnen, unserem Gewissen und dem Kampf gegen die Langeweile. Weder Oligarchen noch Werbetreibende haben einen Einfluss auf unsere Berichterstattung. Doch das funktioniert nur, wenn viele uns dabei unterstützen. 18’273 tun dies bereits.


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Interessante Analyse - vielen Dank!

Unter "Intensive Konkurrenz - Abgewählte Nationalräte" steht: "... mit einem absoluten Spitzenwert von 23 Sitzen oder 11,5 Prozent im Jahr 2011."
Diese Zahlen passen für mich nicht zur Grafik: Waren es nicht eher 29 Sitze oder 14.5 Prozent? 23 wäre ja tiefer als die 24 bei 2015. Und 1999 scheint auch ein hoher Wert zu haben. Waren das weniger als die 29 von 2011?

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Merci für die Frage!
Die Aussage ist unterhalb der Grafik wohl etwas ungeschickt platziert - sie bezieht sich aber nicht auf diese Grafik. In der Grafik wird gezeigt: Wie viele NR wurden abgewählt. Die Aussage ist: Wie viele Sitze wechselten die Partei. Das ist nicht ganz dasselbe. Sorry für die Verwirrung.
Herzlichen Gruss

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Schade, dass es nicht klappt, jedem Thema dieser Reihe eine eigene Diskussionsseite zu geben. Bei über 800 Beiträgen ist kaum auszumachen, welcher Kommentar wozu gehört.

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Interessante Statistiken, doch was mich zusätzlich interessiert ist; was beziehen die abgewählten und zurückgetretenen National- und Ständeräte? Welche Pensionen beziehen sie danach über welche Zeitspanne und unter welchen Bedingungen? Ich bitte um eine detaillierte Antwort, denn das scheint mir ein wichtiges Thema zu sein.

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Wie kommen Sie darauf, dass Parlamentarier nach Rücktritt oder Abwahl eine Pension bekommen? Es sind ja Fälle bekannt geworden, wo Parlamentarier nach der Abwahl in finanzielle Nöte kamen und dann vorübergehend eine Unterstützung beziehen konnten (das ist keine Pension).

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Danke für die Antwort. Dann gilt also grundsätzlich, dass es identisch funktioniert wie bei einem Job in der Wirtschaft. Wer "entlassen" wird oder freiwillig ein Mandat abgibt erhält ab dem Datum des Austritts keine weitere Bezahlung vom "Arbeitgeber" Bund, richtig? Ausgenommen in seltenen Härtefällen.

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Die letzte Grafik sollte wohl mit Legislaturen statt Sessionen betitel werden: "Adieu Sesselkleber - Parlamentarier, die bereits vier oder mehr Sessionen (HIER LEGISLATUREN) in Bern sind"

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Merci für den Hinweis! Ein Flüchtigkeitsfehler unsererseits.

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Wenn man Statistiken liebt, kann man aus den einfachsten Dinge einen Artikel generieren. In diesem Fall ist der Informationsgehalt gleich Null. Schade!

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B. J.
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Sehe ich nicht ganz so. Ich finde bspw. die Dynamik, die Herr W. oben anspricht, mit dem tendenziell jünger werden der Parlamentarier*innen und dem - wie ich meine verstanden zu haben - in der Tendenz zunehmend schnelleren Wechsel ganz spannend. Was bedeutet das für eine Gesellschaft?

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Der Inhalt des Schlusssatzes «sonst wird die Ökonomie am Ende zur Esoterik» ist m. M. n. längst eingetroffen; ein Wissenschaftsfeld, in dem die Widerlegung des «homo oeconomicus» ein Nobelpreis wert ist, zeigt, dass in diesem Bereich alles und nichts gilt. – Das ist auch das Merkmal von Esoterik. Mathematik wäre ebenfalls Esoterik, wenn z. B. der Satz des Pythagoras widerlegt würde.

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Sehr interessanter Artikel, anschaulich formuliert. Danke.

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Eine wichtige Erkenntnis. Eine, die man immer im Bewusstsein behalten muss.

Die Wirtschaftswissenschaften tätigen Beobachtungen, die immer auch auf das Verhalten des beobachteten Systems einwirken. Im (kybernetisch-)systemtheoretischen Jargon auch „positive Rückkopplung“ genannt. Etwas, das im Extremfall - gerade bei Prognosen - auf eine self fulfilling prophecy (Otto Neurath) hinausläuft.

Augenfällig wird dies, da Wirtschaftswissenschaften stark verkoppelt sind mit Wirtschaftspolitik. Letztere sich also in ihren Entscheidungen und ihrem Verhalten auf das Wissen von ersterer bezieht. Dies im Gegensatz etwa zur Physik, wo es keine entsprechende „Physikpolitik“ gibt - ausser man betrachtet „Technologie“ als solche.

Deshalb ist die Wirtschaftswissenschaft - wie alle Sozialwissenschaften - nicht nur eine deskriptive, sondern auch und v. a. eine normative Wissenschaft. Trotz aller Bemühungen sich durch Mathematisierung den Anschein einer „reinen“ Wissenschaft zu geben. Auf die Gefahr hin einen „Modellplatonismus“ (Hans Albert) zu betreiben.

Zum Schluss dieser Anmerkungen eine Frage: Welchen Einfluss hatte im Schweizer Fall die Geldpolitik der Nationalbank während der Finanz- und Währungskrise? Bzw. welche Einfluss hatten die SECO-Modelle auf die Entscheidungen der Nationalbank? Die Vermutung ist, dass diese die Währungspolitik beeinflusste, dergestalt, dass die Volkswirtschaft das prognostizierte Potenzial mehr oder weniger ausschöpfen konnte. Dahingehend wäre auch interessant, auf welchen „politischen“ Kriterien gewisse Variabeln des komplexen Kalküls beruhen.

Eine weitere anschliessende Vermutung ist, dass das komplexe Modell sich stärker an den „realen“, also auch realpolitischen Gegebenheiten orientiert, so dass die „Trends“ eher das „reale“ Potenzial wiedergeben, als dass es der „idealisierte“ Trend machen würde. Während etwa für Italien normativ doch eher das Ideal wünschbar bleibt (Stichwort „Arbeitslosenzahlen“). Dadurch aber umso stärker Wunsch und Wirklichkeit auseinanderfallen.

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Ciao Michel

Ich finde übrigens den Begriff der Performativität hier ziemlich treffend. Dieser entstammt ursprünglich den Sozialwissenschaften / Linguistik (don't ask the details, ist zu lange her :-) aber wurde auf die Ökonomik bereits öfters gewinnbringend angewendet.

Bzgl. der SNB / Seco-Frage: Die SNB ist in dieser Hinsicht ziemlich unabhängig vom Bund und hat ihre eigenen Modelle. Vor einer geldpolitischen Entscheidung diverse Modelle herangezogen, um sich ein Urteil über die Lage zu bilden. Die Politik spielt da relativ wenig mit hinein. Wie man in den Grafiken sieht, ist die Frage bzgl des Wirtschaftspotenzials in der Schweiz ja auch nicht wahnsinnig kontrovers, da die Abweichungen verhältnismässig gering sind.

Herzlich
Simon

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Hallo Simon. Ja, „Performativität“ passt hier tatsächlich gut. Das Thema wäre wohl ein eigener Artikel wert. Etwa ausgehend von der Akteur-Netzwerk-Soziologie Bruno Latours zur Wirtschafts- und Marktsoziologie Michel Callons (von dem ich am Rande mal etwas gelesen habe). Denn oft ist man entweder zu (ignorant) idealistisch und hat nur die idealen Theorien und formalen Modelle im Blick oder zu (naiv) empiristisch und nimmt positivistisch das Beobachtete als schlicht gegeben an. Da tut etwas Konstruktivismus oder Systemtheorie gut, um der Komplexität sozialer(!) Phänomene und ihrer „Faktizität“ gerecht zu werden.

Zu Seco, KOF und Nationalbank: Ist es nicht eigentlich erstaunlich, dass linearer und komplexer Trend kaum eine Diskrepanz ausweisen und dass trotz Krisen, v. a. Finanz- und Währungskrise, das BIP stetig linear wuchs? Was sind die Gründe für diesen „Sonderweg Schweiz“? Wenn es denn einer ist. Deshalb fragte ich nach der Währungspolitik der SNB, da diese eine grosse Rolle für Produktion und Export hat - gerade während der akuten Phase der Finanzkrise. Oder betreffen die Effekte „bloss“ die +/-2% Differenz?

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Philippe Kramer
Schüler, Chefredaktor Magazin Quint
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Genau für solche Beiträge bin ich Verleger der Republik!

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Auf lange Sicht werden wir wieder Atomkraftwerke bauen.

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R. B.
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Spannender Energie-Artikel, danke.

Ich vermisse einen Hinweis darauf, dass der Energieverbrauch in der Schweiz nicht stärker gestiegen und in den letzen Jahren sogar gesunken ist, nicht nur dank Fortschritten in der Effizienz, sondern möglicherweise mehr dank der Auslagerung energieintensiver Industrien ins Ausland. Unter Berücksichtigung des Energieverbrauchs, der durch Konsum von importierten Gütern im Ausland anfällt, würden die Zahlen ganz anders aussehen.
Der Artikel ist also sehr hilfreich, wenn man zum Beispiel darüber nachdenken will, welche Kraftwerke wir in der Schweiz wann bauen oder ausser Betrieb nehmen sollten, aber nicht besonders, wenns um Klimaziele geht.

Dazu zwei Artikel auf Infosperber:
(hier steht, unser Energieverbrauch im Ausland sei 1.5 mal grösser als derjenige im Inland)

https://www.infosperber.ch/Umwelt/W…2010-sinkt

https://www.infosperber.ch/Artikel/…-Statistik

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Finde sehr gut, dass hier Basics erklärt werden. Nur eine Frage hierzu: "Trotz steigender Einwohner­zahlen und wachsender Wirtschaft verbraucht die Schweiz seit der Jahrtausend­wende nicht mehr Energie." Kann es nicht sein, dass dies neben der eher flauen Wirtschaftslage auch an den zunehmend warmen Wintern und am Abwandern von Industrie liegt?

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Danke für die „kleine Energiegeschichte“. Der Abschied vom Öl wird eine steigende Nachfrage nach Strom bedeuten (Wärmepumpen, E-Autos). Daher ist es interessant, woher der Strom kommt. Aufschluss gibt Tabelle 24 der von Ihnen verlinkten Gesamtenergiestatistik des Bundes. Der historisch hohe Anteil der Wasserkraft in der Schweiz verleitet uns dazu, bisher nur wenig in die neuen erneuerbaren Energien zu investieren. Vor allem bei der Photovoltaik liegt da Potential brach im Vergleich zu unseren Nachbarländern. Wenn der Atomausstieg ohne Gaskraftwerke gelingen soll (und alles andere wäre mit Verlaub idiotisch), gilt es hier einen Zacken zuzulegen. - Beim Transport wünsche ich mir kleinere, leichtere Autos, ob nun mit Strom oder Benzin betrieben: unser Land hat die teuerste, schwerste Wagenflotte Europas, und das liegt gewiss nicht an den vernünftigen Kombis der Bergbauern, welche die Motorleistung wirklich brauchen. Dieser Wunsch hat einen einfachen Grund, neben dem sinnlosen Energieverbrauch der rollenden Statussymbole: Unser Kind hat soeben die Veloprüfung bestanden und wird nun auf innerstädtischen Strassen von SUVs überholt. Es chunnt scho guet. Sag ich mir bei jeder Fahrt. Und würde beten, wäre ich gläubig.

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Eine fast 50%ige Verminderung des Energiebedarfs gemäss den Vorstellungen des Bundes ab 2012? Ist das jetzt einfach mal Wunschdenken oder eine realistische Vorgabe? Die Glühlampen sind ersetzt durch LED's, Kühlschränke dürften ebenfalls so langsam durch energiefreundliche Modelle ausgetauscht worden sein, Heizungstechnik ist ebenfalls in Bewegung... gut bei Gebäudesanierungen steht wohl noch einiges an, was auch was bringt. Trotzdem halte ich diese 50% Einsparung für mehr als sportlich. Mit welchen griffigen Massnahmen will man denn überhaupt noch Energie einsparen? Irgendwann läuft es doch auf Verzicht hinaus, weil sich Energieeffizienz nicht beliebig erweitern lässt. Nettigkeiten wie 5G, selbstfahrende Autos und andere IT Projekte laufen doch auch eher auf Mehrverbrauch hinaus. Und: Warum wird eigentlich hier der Flugverkehr ausgeklammert? Da soll ja auch massiv zugelegt werden.
E Mobilität: Es würde mich ja wunder nehmen, wo da der Strom herkommen soll, in absehbarer Zeit. Wohl aus Kohlekraftwerken und neuen AKW's?? Die bisherigen paar lächerlichen Prozente an Erneuerbaren werden all diese E-Autos kaum zum Fahren bringen.

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Lieber A. F. bezüglich E-Mobilität: Es gäbe Lösungen. Nehmen wir an, jedes Haus hätte Solarpanels. Dann könnte damit tagsüber Energie in die grösstmögliche Batterie gespeichert und abends damit das E-Mobil geladen werden. Ein Algorithmus würde zudem ausrechnen, wie viel Strom der Haushalt pro Tag benötigt. Was nicht gebraucht wird, wird ins Stromnetz des lokalen Elektrizitätswerkes eingespeist, quasi verkauft. Braucht der Haushalt doch mehr, kauft das Haus ihn via Algorithmus wieder zurück. Ein Haus mit Solarpanels wird zum kleinen Eliktrizitätswerk. Das ware doch toll, nicht? Technisch absolut machbar. Solche Lösungen gibt es, nur wollen sie die Kraftwerke nicht. Schade. Es wäre toll herauszufinden, weshalb nicht. Vielleicht verlieren sie so Geld? Ok, dieses Modell passt zu Hauseigentümern, aber davon gibt es in der Schweiz viele. Auch Wohnblöcke könnten vom selben System profitieren. Vielleicht nicht zum Auto laden, aber zum kochen, duschen etc.

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Ja, diese Konzepte kenne ich natürlich auch- ebenso die damit verbundenen Fragen und Probleme. Wenn man aber nun in absehbarer Zeit wirklich alternativ, sprich mit Erneuerbaren unterwegs sein möchte, muss einfach jede Menge gehen, sonst wird das nichts. Seit Jahren nun trödelt und bastelt man da rum, ohne dass sich da wirklich Essentielles tut. Warum auch immer...

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Es erstaunt mich sehr, dass zum Maximalpunkt nur gerade 8 mal soviel verbraucht wurde wie 1910, und zwar trotz einer fast Verdoppelung der Bevölkerung. Da hätte ich viel mehr erwartet mit all den Handys, Autos, PCsPCs und Klimaanlagen.

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Irgendwie stimmt die Rechnung auch nicht: eine Schokolade anheben-den Bodensee anheben. Das soll 8x mehr sein?!

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Da haben Sie sich etwas verlesen. 1 Schokolade anheben steht für 1 Joule. Sie glauben ja wohl nicht dass die ganze Schweiz in einem Jahr mit nur 1 Joule auskäme. Ein Petajoule sind 1 mit 15 Nullen. In der Graphik sieht man, dass um 1915 etwas über 100 Petajoule verbraucht wurden. Im Maximum sind es etwas über 800 Petajoule. Daher 1:8

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Ein Denkanstoss: Wie soll der im Artikel angedachte Energiekonsum via Elektroautos sinken, wenn die Schweizer Kraftwerke die Elektroautos nicht fördern? Das ewz schweigt sie gar tot aufgrund der von der Stadt geforderten Gegenmassnahmen zum Autoverkehr. Effizientes und praktisches Laden wird einem nicht leicht gemacht, schon gar nicht wenn man kein Hausbesitzer ist. Auch andere neue energieeffiziente Modelle werden in der Schweiz nicht umgesetzt. Die Politik sollte endlich eingreifen und für Kraftwerke neue Rahmenbedingungen setzen, damit solche Modelle überhaupt möglich werden. Man spricht und debattiert seit über 20 Jahren darüber, getan hat sich noch nichts. Da stellt es mir die Nackenhaare auf. Nochmals, wie will der Bund die 2050-Ziele erreichen? Und die Stadt Zürich ihre 2030-Ziele? Jetzt in echt, bitte.

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Die Stadt Züri setzt auf ÖV und Fahrrad. Das mag für den innerstädtischen Verkehr eine Lösung sein aber nicht für die Pendler. Pendler sind aber in Züri nicht stimmberechtigt.

EV‘s werden nicht alle Probleme lösen. Die empa hat eine spannende Analyse gemacht. 70% der Fahrten in der Schweiz machen nur 30% der Laufleistung aus. D.h. ein kleiner Teil der Fahrzeugflotte ist für den grössten Teil der CO2-Emissionen verantwortlich. Diese Vielfahrer umzustellen ist der Schlüssel zur CO2-Reduktion. Dort wären Anreize für LNG/CNG-LKWs bzw. das Verbot von Diesel-LKWs im Transitverkehr der Schlüssel

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Danke Anonymous, guter Input. Ein Zulassungsstopp für Dieselfahrzeuge wird hoffentlich bald Realität.

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Es fehlt die saisonale Darstellung des Enegiebedarfs. Energie ist bekanntlich nur schwer lagerbar und die lagerbare Energie mt der grössten Energiedichte sind nicht die Energie die wir in der Zukunft nutzen sollten. Zudem wird viel zu wenig auf das Potential der Energieentschwendung hin gewiesen. Was möglich sit zeigt sich beim Heizöl. Vergleich man die Entwicklung der beheizten Wohnfläche mit dem sinkenden Bedarf an Heizöl, erkennt man, dass wenn der Wille da ist und die richtigen Gesetze eingesetzt werden, gewaltige Veränderungen in sehr kurzer Zeit möglich sind. Entscheiden. ist die Einführung einer Energie-Lenkungsabgabe mit Rückerstattung pro Kopf oder noch besser von weiteren Ressourcen-Lenkungsabgaben wie z.B. auf Wohnfläche, Boden, Dünger, Kunsstoff immer vebunden mit einer Rückerstattungpro Kopf.

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Noch ein Vergleich: Mit der Energie von 100kcal kommt man mit dem Fahrrad auf gerader Strecke 4km weit. Zu Fuss etwa 900m und mit einem Auto 80m.

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Darum ist Autofahren so effektiv und darf keinesfalls mit einer Energie-Lenkungsabgabe belastet werden.

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Es freut mich, dass doe Republik das Thema Energie angeht! Zum Einstieg aber auch ein Vorbehalt zur Statisik: Zitiert wird hier die sogenannte „Endenergie“ - welche Energieform- und Menge der Endkonsument verbraucht (im Gegensatz zur Primärenergie - dem Energieträger vor verlustreicher Umwandlung z.B. Uran oder Kohle zu Elektrizität).
Nun ist es jedoch fraglich, inwiefern an der Tankstelle eingefülltes Benzin „Endenergie“ ist, oder ob nicht doch eher die genutzte Bewegungsenergie als Endenergie klassifiziert werden sollte. Denn wie bei der Verstromung geht bei der Umwandlung von fossilen Brennstoffen in Bewegungsenergie gut 2/3 als Abwärme verloren. Wenn Elektromobilität den Verbrennungsmotor ablöst, macht es in dieser Statistik den Eindruck, als ob wir 2/3 weniger Energie verbrauchen. Dies muss insbesondere jenen Personen erklärt werden, welche eine dermassen starke Abnahme vom Energieverbrauch für „unrealistisch“ erachten.
Die Energiestatistik-Begrifflichkeiten wurden erschaffen im und für das Erdölzeitalter - dem sollte man sich bewusst sein. Die Schweiz braucht heute kaum mehr 1/3 so viel Heizöl wie 1970 - mit der Elektromobilität wird nun auch der aufgeblähte Treibstoffverbrauch schwinden.

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Ja, darauf könnten wir in den weiteren Beiträgen noch eingehen! Herzlichen Gruss

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Der Kerosinverbrauch der Flughäfen nicht zu berücksichtigen ist grobe Augenwischerei, macht dieser doch bereits 9% des Energieverbrauchs aus und ist stark steigend.

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Frage: warum sollte es 2050 noch immer Heizöl brauchen? Öl zum Antrieb sehe ich ja in der Luftfahrt ein, aber als Brennstoff?

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Die letzten Energieperspektiven sind ja bereits sechss Jahrre alt. Ich denke mal, im nächsten Update wird die Stuation aussehen...

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Wieder eine schöne Übersicht. Es zeigt deutlich wie wichtig die Elektromobilität im Strassenverkehr (ob Elektroautos nun reine Batterie- oder H2 Brennstoffzellen-Elektroautos sind, ist völlig irrelevant). Wichtig ist das dies gefördert und gefordert, sprich gesetzlich vorangetrieben wird.

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Ich sprach von der makroökonomischen Sicht bis 2050. Wie heute Wasserstoff erstellt wird, ist bis dann nicht mehr so bedeutend. Auch dass PV Zellen heute in China mit Kohlestrohm erzeugt werden ist bis dann nur noch sekundär. Zentral ist dass selbst wenn all unser Strohm erneuerbar sein wird, die Mobilität immer noch enorm viel ausmacht. Das war mir in dem Ausmass nicht bewusst.

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Es wird grösste Anstrengungen und außerordentliche politische Unterstützung benötigen, um bis 2050 im globalen Maßstab genügend erneuerbaren Strom bereitzustellen. Warum sollen wir diese Herkulesaufgabe mit Brennstoffzellen-Autos drei mal schwieriger machen, zumal die Batterieautos bereits heute sehr gut funktionieren? Bis 2050 werden EAutos noch besser, inkl. Herstellungsprozess und Recycling.

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So irrelevant ist das nicht. Elektroautos brauchen drei mal weniger Strom wie die Brennstoffzellenautos. Ausserdem wird heute der meiste Wasserstoff aus Erdgas gewonnen, weil viel billiger als aus PV.

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HAben sie mir mehr Inforamtionen dazu. Wir machen dazu in unserer Community vescheiden Abklärungen.

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Interessanter Artikel, danke. Es wäre noch wichtig zu wissen welchem Betrag die 1% und die 0.01% Grenzen entsprechen und wie viele Personen in die jeweilige Kategorie fallen.

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Schön, dass Ihnen der Artikel gefallen hat. Danke auch für den Hinweis. Hier die Zahlen dazu:

Um zum Top 1% zu gehören, war 2015 ein Vermögen von knapp 4 Millionen Franken nötig. Um in den Club des Top 0.01% zu kommen, waren knapp 117 Millionen nötig. Die Analyse basiert auf ca. 5 Millionen Vermögenssteuerpflichtigen in der Schweiz (wobei ein Ehepaar jeweils ein Steuersubjekt ist). 1% sind also rund 50'000 Steuerpflichtige, und 0.01% wären dann noch 500 Steuerpflichtige.

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Nicht nur in den USA zeigt sich eine deutlich selektive Responsivität der Politik zulasten einkommensschwächerer Bevölkerungsteile. Für Deutschland ebenso gem. dieser Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales: https://www.bmas.de/DE/Service/Medi…ungen.html

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Vielen Dank für den Hinweis auf die deutsche Studie!

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Die Superreichen sind nicht richtig erfasst. Entgegen der neuen Gesetzeslage, welche ein Erfassen der Einkommen und Vermoegen aufgrund des OECD Datenaustausches zuliesse, haben die zugewanderten Superreichen immer noch pauschale Steuerabkommen. Nicht nur hier. Das ist zB in England auch genauso.
In dieser Hinsicht waere das Verhaeltnis von Internen zu Eingewanderten interessant .

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Tatsächlich sind in der Schweiz seit jeher auch viele Ausländer unter den Reichen.
Meine Schätzungen auf Basis der Daten aus der direkten Bundessteuer zeigen jedoch auch: Der Anteil der Pauschalbesteuerten Personen unter den Spitzenverdienern (Top 0.1%) ist seit 1970 konstant tief bei unter 5% (S. 26 im verlinkten Paper).

Dennoch führt die Pauschalbesteuerung natürlich zu Messfehlern, vor allem bei den Einkommen. Viele Vermögenswerte müssten im Prinzip erfasst sein, da sie teilweise für die Berechnung der Pauschalbesteuerung eine Rolle spielen (z.B. bei Yachten). Es ist aber nicht immer klar, wie da die Praxis der Steuerbehörden ist.

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Ja, vielen Dank. Der Link funktioniert nicht, er zeigt auf eine Dropbox. Es macht ja durchaus Sinn dass die ausgetauschten Steuerdaten dem liefernden Land entsprechen. Viele Länder erheben keine Vermögenssteuern, daher ist das Vermögen wahrscheinlich auch nicht in den Daten enthalten. Die Frage ist dann eher wie der Datenaustausch überhaupt geht. Denn so eine pauschalbesteuerte Person ist ja bei uns angemeldet und nicht anderswo. Und die zB 100 Millionen an Platten- oder Werbeeinnahmen erscheinen nirgendwo in einer Steuerdatei, ausser als Ausgabe einer Firma. Diese Bankdaten bekommen wir aus den OECD Laendern, ausser den USA. Nein?

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Wunsch

Und wenn wir schon bei den Vermögen angekommen sind und im Artikel auch das Wohneigentum angesprochen worden ist: Ich stelle mir eine interaktive Karte vor der Eigentumsverhältnisse an Boden und Immobilien in der Schweiz. Natürlich ginge es da um die besonders "grossen" Besitzer*innen. Diese Daten zudem im Kontext der Gesetzes-, Bodenpreis-, Hypothekar- und Mietzinsentwicklung.

Ist natürlich riesenviel Arbeit, aber man könnte dies prototypisch auch für eine Stadt machen ("ausnahmsweise" mal nicht Zürich, vielleicht Luzern, Bern, Basel oder Genf...). Why not?

Es gibt tatsächlich noch eine Schweizerische Diskussion um eine "Bodenreform". Man vergleiche etwa Ernst W. W. Artikel im Journal B "Wem gehört der Boden? Ein Memorandum" (2017) oder sein Buch "Was ist mit unserem Boden?" mit Bundesrat Maurers Referat "Boden und Bürgersinn - Grundeigentum im Grundsätzlichen" (2009).

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Vielen Dank für die Kontextualisierung der Datenlage! Zur Veranschaulichung dieser Daten finde ich Pen's Parade eindrücklich, in der "alle Menschen eines Landes sortiert nach ihrem Einkommen und mit Körpermaßen entsprechend ihrer Einkommenshöhe nacheinander an einer Zuschauertribüne vorbei hinein in ein Stadion marschieren". Man könnte dann auch zeigen, wie diese Paradierenden mit der Zeit gewachsen sind.

Für die USA gibt es etwa folgende Grafik von "The Atlantic".

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Schön, dass Ihnen der Artikel gefallen hat. Ja, die Pen's Parade ist eine gute Veranschaulichung der Vermögensverteilung und des Konzepts des Top 1%. Bestimmt finden auch andere Leser diesen Hinweis interessant.

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Ernster gemeint als es sich vielleicht anhört: Warum verstaatlichen wir das Vermögen der 800 Superreichen nicht einfach? Eine dafür eigens geschaffene Behörde könnte das Vermögen überwachen und laufend abschöpfen, wenn ihr Vermögensanteil über den Stand von, sagen wir, 1980 steigt. Den Rest lassen wir ihnen zum spielen. Das wäre bestimmt genug Cash um uns Normalos das bedingungslose Grundeinkommen zu finanzieren.

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Interessanter Artikel, wenn auch Fragen offen bleiben. Wie sieht das mit der ganzen Welt aus, mit Schwellenländern wie z.B Türkei, Malaysia, Brasilien oder Ägypten? Mit Kleptokratien in Asien oder Afrika? Fehlt hier einfach das Zahlenmaterial?

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Schön, dass Ihnen der Artikel gefallen hat. Tatsächlich war der Fokus hier auf westliche Demokratien gelegt, zu welchen auch die Schweiz zählt. Natürlich wäre es interessant, auch andere Gesellschaften näher zu beleuchten um zu verstehen, welche Rolle Gesellschaftsform und wirtschaftlicher Entwicklungsstand spielen. Wie sie aber richtig vermuten, hängt dies vom Zahlenmaterial ab. Diese Forschung basiert auf langen Reihen von Vermögensdaten, welche in der Regel vom Fiskus kommen. Wo es diesen nicht gab, fehlen oftmals saubere Daten.

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Welchen Einfluss hatte der Zusammenbruch der Sowietunion auf diese Entwicklung der Kapital-verteilung und das Aufkommen des
Neofeudalismus? Vieles erinnert an die Verhältnisse im alten Rom nach
der Zerschlagung von Karthago.

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Anstieg des Vermögensanteils der Superreichen: Man müsste die Zusammensetzung dieser Gruppe der Superreichen etwas genauer ausleuchten - vorallem in der Schweiz. Wir hatten in den letzten 30-40 Jahren viele extrem reiche Zuwanderer !

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Tatsächlich sind in der Schweiz seit jeher auch viele Ausländer unter den Reichen. Durch die stärkere internationale Verflechtung dürfte deren Anteil unter den Millionären und Top-Verdienern zugenommen haben. Genaue Zahlen fehlen leider, aber Daten aus der AHV-Statistik und aus der direkten Bundessteuer deuten darauf hin, dass dies zumindest bei den Topeinkommen der Fall ist.
Meine Schätzungen auf Basis der Daten aus der direkten Bundessteuer zeigen jedoch auch: Der Anteil der Pauschalbesteuerten Personen unter den Spitzenverdienern (Top 0.1%) ist seit 1970 konstant tief bei unter 5% (S. 26).

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Sehr gute Darstellung. Zu "eigentlich könnten uns diese Leute egal sein" kann ich nur sagen: die Leute sind mir auch egal. Aber nicht die 8% des schweizer Gesamtvermögens, welches die 800 Leute kontrollieren. Das ist so nicht richtig. Das schadet der Kohäsion in unserer Gesellschaft.

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Ja, darin sehe ich auch die grösste Gefahr, wenn die Reichsten reicher werden.

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Prima, dass die Zahlen sichtbar werden, wenn man mit der Maus über die Grafik geht. Und natürlich steht 'mein' Kanton an einem andern Ort als ich ihn gerne hätte....

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A. C.
· editiert

Ganz sicher hat sich Claude Longchamp einen Auftritt als kleine Plastilinfigur vor dem Bundeshäuschen der Melide-Miniatur-Schweiz verdient mit seinen akkuraten Beobachtungen, mit einer Mini-Fliege um den Hals, klein wie ein Spinnenfleck.

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Dankeschön an die IT-Abteilung für die interaktiven Diagramme.

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Irgendwie faszinierend, irgendwie abschreckend...
Ein Effekt hat diese „Swissminatur“ allemal...
Das Bild von Links und Rechts wird aufrecht erhalten und zementiert...
Und irgendwie macht dies mich zunehmend schweigsamer ...

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Ich muss gestehen, dass ich noch nie in Swissminiatur war, obwohl ich seit ein paar Jahren deutlich näher bei diesem Themenpark lebe – rein geografisch gesehen. Wohl deshalb klickte ich auf die Verlinkung am Anfang des Artikels von Claude Longchamp, landete so auf «Ticino Weekend», überflog da die ersten paar Zeilen, um dann zur Analyse in der «Republik» zurückzukehren. Gegen Ende dieses Artikels steht zu lesen, dass im Swissminiatur wohl Vieles im Massstab 1:25 zu bewundern ist, «nicht aber das Zürcher Fraumünster oder das Matterhorn».
Merkwürdig, bei meinem kurzen Abstecher las ich doch, dass man da «… Kathedralen, rustikale Häuser, Eisenbahnen, Seen und selbstverständlich auch das Matterhorn» kennen lernen kann.
Ich hoffe, der Rest der Analyse ist von Claude Longchamp besser recherchiert.

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Merci, gut gespottet! Das geht auf meine Kappe - auf der offiziellen Webseite ist das Matterhorn unter den Modellen eben nicht erwähnt, obwohl es anscheinend doch dort ist (https://www.swissminiatur.ch/swissm…i-modelli/).

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Bei der vertikalen Achse ist mir die Zuordnung der Begriffe nicht klar. Einmal ist sie mit „konservativ/ökologisch“ angeschrieben, das andere Mal mit „ökologisch/konservativ“.

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Merci für den Hinweis - es muss bei beiden Achsen konservativ/ökologisch heissen.

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R. T.
· editiert
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B. J.
· editiert

Staiblin war ein Negativbeispiel, nach Antritt der Stelle als CEO kam grad eine 4 monatige Baby Pause, zwei Mal.

Auch wenn das chronologisch so nicht ganz stimmt, hat diese Mutterschaft vor allem den Blick und Roger K. gestört. Jasmin Staiblin liess die Karawane vorbeiziehen, war gut 12 Jahre Landeschefin ABB Schweiz und dann mit 2 Kindern
5 Jahre CEO bei Alpiq.

Zur Anonymität noch: man kann jeden einzelnen Beitrag auch in einem laufenden Thread mit dem kleinen Bleistift rechte obere Ecke neu einstellen, ob anonym oder nicht.

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Christof Moser
Chefredaktion
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Danke für Ihre Meinung. Ich kann darin allerdings keinen Grund erkennen, sie anonym vorzubringen und dabei andere (auch öffentliche) Personen namentlich zu kritisieren. Beachten Sie bitte, dass wir anonyme Meinungsäusserungen künftig einschränken werden, wenn sie scheinbar grundlos eingesetzt werden.

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Schade gibt es keine Links zu den erwähnten Expert*innen, welche den geringen Frauenanteil erklären. Selbst kann ich dazu die Luzerner Verhaltensökonomin Iris Bohnet empfehlen, die in ihrem Buch und in diesem Interview u. a. vorschlägt:

Mit welchen Massnahmen könnten wir denn tatsächlich mehr Chancengleichheit erreichen? "Es wäre schon viel geholfen, wenn wir die Bewerbungsunterlagen anonymisierten: kE. N., kein Foto, kein Alter und Geschlecht."

Eigentlich ganz einfach, oder? Hier auch der Link zum Interview in der "Sternstunde Philosophie".

Bohnet erwähnt auch die Praxis und die Vorurteile in HR-Abteilungen. Hierzu ist der Artikel «Ökonomische Erklärungsansätze für die Diskriminierung der Frauen auf dem Arbeitsmarkt» (1994) von Interesse. Vor allem der Ansatz der "Theorie der Statistischen Diskriminierung" (TSD). Diese versucht die ökonomischen (Stichwort «Profitmaximierung») und institutionellen (Stichwort «HR-Abteilung») "Gründe" für die Arbeitsmarktdiskriminierung zu geben (ausführlicher dazu ein früherer Beitrag).

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Vielen Dank für die Ergänzung! Übrigens bin ich der Meinung, dass anonymisierte Bewerbungen im Top-Management aus mehreren Gründen nicht funktionieren. Unter anderem ist die Luft da oben schlichtweg zu dünn.

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Da haben Sie wohl recht. Aber für das mittlere und untere Management wäre diese Änderung der Spielregeln ein gangbarer Weg. Diese Managerinnen könnten dann eigene Netzwerke bilden und analoge Netzwerkeffekte zeitigen.

Iris Bohnets institutionelle Designs zielen jedoch letztlich auf die Verhinderung bzw. Zerschlagung solcher "Kartelle". Und zwar durch alternative Evaluationsprozesse und Entscheidungsarchitekturen im Personalwesen. Etwa datenbasierte Verfahren anstelle von "intuitiven", da letztere anfällig sind für Vorurteile und Stereotypen. Als Beispiel für ersteres dient ihr Google.

Die Frage ist natürlich, ob die Ersetzung menschlichen Urteile durch algorithmische selbst vernünftig, ja wünschbar ist. Und auch, ob sie notwendig objektiver und fairer ist, da Algorithmen - gerade wenn sie intransparent sind - ebenfalls ungerecht sein können. Denn letztlich werden sie von Menschen inkl. ihren Vorurteilen programmiert.

Aber ihre Ansätze sind bedenkenswert und sie gibt viele Beispiele, wie Änderungen im Verhaltensdesign gerechtere Resultate zeitigten. Selbst die Big-Data-Evaluation müsste man nach der Pauschalverurteilung en detail im Konkreten analysieren, um ein gerechtes Urteil zu wagen.

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B. J.
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2/In meinem Bekanntenkreis konnte ich einmal aus nächster Nähe mitverfolgen, wie in einer kleinen Abteilung eines grossen Konzerns nach einem Altersrücktritt das Sekretariat nicht nachbesetzt wurde, um Kosten zu sparen. Weil ein Sekretariat nur kostet und 'keinen messbaren Gewinnbeitrag' leistet. Daraufhin brach das Chaos aus. Dessen (Kosten)Folgen mit Sicherheit messbar gewesen wären, wenn jemand das Interesse, die Zeit und das Geld zur Verfügung gestellt hätte, um entsprechend differenzierte Untersuchungsinstrumente zu entwickeln und anzuwenden. Pragmatischerweise besetzte man lieber das Sekretariat schleunigst nach.

Nachtrag zu L. M.: hinterfragen könnte man beim Brabeckschen Erklärungsversuch bspw., ob ein langer Auslandaufenthalt zwingend notwendig ist, um eine Firma gut zu führen. Dieser Anspruch könnte durchaus eine unsichtbare Hürde darstellen und damit ein Ungleichgewicht der Chancen nach sich ziehen. Die Frauen, die sich deswegen schon gar nicht bewerben, tauchen aber in keiner Statistik auf.

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B. J.
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1/Warum es Frauen so selten an die Spitze der Wirtschaft schaffen? Wie immer 'auf lange Sicht' spannende, lehrreiche, differenzierte Erklärungsversuche für ein beobachtetes (und zahlenmässig belegtes) Phänomen. Herzlichen Dank.
Wichtig scheint mir, dass es hier (anders als bei vielen naturwissenschaftlichen Phänomenen) diverse Erklärungsansätze gibt und geben muss, die gleichberechtigt nebeneinanderstehen und mehr oder weniger Einfluss auf das Resultat haben: Peter Brabeck (Ehemänner), familiäre Prioritäten der Frauen (Teilzeit ist immer noch ein Karrierehindernis), männliche Netzwerke des CEO, kein Mitsprache der Aktionäre bei der Besetzung der Geschäftsleitung (kein Druck von aussen), Bescheidenheit der Frauen (Männer nehmen es beim Beurteilen eigener Qualifikationen für eine Bewerbung weniger genau).
Wahrscheinlich spielt gelegentlich auch noch anderes mit, aber um das wirklich genau zu wissen, müsste man jede Frau, die es nicht ins obere Kader geschafft hat oder nicht schaffen will, über ihre individuellen Gründe befragen. Und alle Personen in entscheidungsrelevanten Positionen. Ein Ding der Unmöglichkeit und m.E. auch nicht nötig.
An das Ausschliessen von möglichen Erklärungen würde ich aber hohe Ansprüche stellen: es reicht nicht, dass ein Mann sie sich ausgedacht hat.
So finde ich persönlich Peter Brabecks These mit den Ehemännern zwar etwas hemdsärmlig, aber nicht grundsätzlich von der Hand zu weisen. Es mag seinem persönlichen Wunsch entsprechen, dass Ehemänner soviel Einfluss haben auf die Entscheide ihrer Frauen, und vielleicht sind es eher die Interessen der Kinder, die manche Frauen auf einen Umzug ins Ausland verzichten lassen, aber dass Frauen in der Tendenz familäre Interessen höher gewichten als Männer, würde ich schon annehmen, auch wenn mir das Zahlenmaterial fehlt, um diese Annahme zu unterfüttern. Ich kann dafür nur anektotische Alltagserfahrungen ins Feld führen, aber dass diese weniger wert seien, ist in sich selber schon wieder eine männlich geprägte Sichtweise auf die Welt....

Die sich übrigens auch darin zeigt, dass die Mehrheit der (wenigen) Frauen in Geschäftsleitungen, die 'Servicefunktion' erbringen, nämlich Personalführung und Kommunikation, keinen 'messbaren Gewinnbeitrag leisten' würden und darum 'vielfach nur die zweite Geige spielen'. (Schillingreport). Die Beobachtung ist sicher zutreffend. Wieso sollten Geschäftsleitungen anders funktionieren als der Rest der Gesellschaft? Ich will niemanden blossstellen, aber man vgl. z.B. die Kommentare zu Kiribati hier: Das verlorene Paradies. Was nicht gezählt und gemessen wurde oder gar nicht zähl- und messbar ist, ist nichts wert.....

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Zur Geschlechterverteilung in Geschäftsleitungen: Chancengleichheit ist dann erreicht, wenn Männer und Frauen bei gleicher Qualifikation und Einsatzbereitschaft die gleiche Chance haben, einen Job zu kriegen. Ob Chancengleichheit gegeben ist, sieht man demnach erst, wenn man die beobachtete Verteilung in der Geschäftsleitung mit der Verteilung unter den KandidatenInnen vergleicht. Sind 91% der KandidatenInnen für eine Position männlich, dann ist Chancengleichheit bereits bei einer Frauenquote von 9% erreicht. Diese Tatsache wird leider oft übersehen.

Darauf zielt übrigens auch die pointierte Aussage von Brabeck: die Hypothese dahinter ist, dass Frauen die geringere Bereitschaft hätten, für ihre Karriere persönliche Opfer zu bringen, und dass deshalb weniger weibliche Kandidaten zur Verfügung stehen würden. Anstatt diese Hypothese einfach als “sonderbar” abzukanzeln, gäbe es durchaus Möglichkeiten, diese statistisch zu prüfen. Diese Chance auf eine tiefere Analyse verpassten die Autoren.

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Vielen Dank für Ihren Input. Als «sonderbar» bezeichneten wir Herrn Brabecks Aussage darum, weil er sie höchstwahrscheinlich als absolut verstand. Wie wir oft bei grossen Unternehmen festgestellt haben, versuchen es sich die beteiligten Männer manchmal etwas gar einfach zu machen, wenn es darum geht, sich die Realität bezüglich Frauen in Geschäftsleitungen zu erklären. Zudem ging es bei Brabecks Aussage ja darum, dass die Ehemänner der Top-Managerinnen keine persönliche Opfer bringen wollen, und nicht die Frauen.

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Nach meiner Erfahrung scheuen Frauen weniger persönliche Opfer als vielmehr familiäre: sie wollen z.B. ihre Kinder nicht aus dem gewohnten Umfeld reissen. Ist man(n) nicht gewillt, darauf Rücksicht zu nehmen, was oftmals möglich wäre, ist das durchaus eine Chancenungleichheit.

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Na gut; wie viele der heutigen Tier- und Pflanzenarten lebten aber in Trias oder Kreidezeit oder welchem -zän auch immer, von vor paar Millionen oder Milliarden Jahren bei der 8,5 Grad höheren Temperatur - von uns Menschen ganz zu schweigen?!
Und welches -zän hätte den gleichen Temperaturanstieg buchstäblich im Schnellstdurchlauf (Zeitraffer wäre Slow Motion dagegen!) ohne Totalauslöschung verkraftet?!?
Und zu Punkt 2 der Serenitynettigkeit im Post von Frau Kempf (früh, bzw weit unten in den Kommentaren): Da bleibt ja trotzdem noch die Frage, wie wir Punkt 2 von Frau Kempf bzw ihrem Mitto angehen.
Denn diesmal wars nicht Gott und auch nicht „die Natur“, nicht das „Unveränderbare“ (gibts ohnehin nicht, jeder noch so starre Granit bewegt sich, jedes allerletzte Körnchen unserer Welt - deshalb die Unmöglichkeit, all die Massen oder auch nur ein einzuges Fass von AKW- Abfall wirklich zu lagern über auch nur einen winzigen Bruchteil der dafür notwenigen Zeit -, diesmal waren’s wir, die den ganzen zusätzlichen Ausschlag auf der Kurve dieses CO2s selber produziert haben.
Jede Spraydose in den goldenen, ne eher plüschfarbenen (natürlich auch Farbspray-) Haarspray-Zeiten der Nachkriegsjahre damals, jeder Autoauspuff auch heute noch (auch meiner), jede Elektroschleuderheizung und wie oft die AKW-Lobby einen wirklichen Durchbruch und deutliche Vergünstigungen gezielt sabotiert und verhindert hatte - bis heute ja immer wieder und zwischendurch noch diese Versuche, das zu tun - im Alternativenergiebereich - das hiess mal so, in der bunten Vorzeit vor den „alternativen“, für was auch immer für Lügen stehenden „Fakten“, die eben keine Fakten sind, und all Af-s, die weit näher bei Fascho als bei irgendwelchen tatsächlichen Alternativen sind - , Ölheizungen ebenso —— usw usf —- alles wir.
Extensive Kuhhaltung (als „Produkt“) mit den entsprechenden CO2-Folgen, inklusive immer noch viel zu hohem Fleischkonsum —- alles wir. — ZUSÄTZLICH zu den bis anhin natürlichen CO2-Veränderungen im Nachgang zu den Sonnen-beeinflussten Temperatur-Schwankungen, wie im Artikel beschrieben. — Nicht God, nicht die Natur, sondern wir.
So leben wir, wie ich unlängst nochmals gehört habe, eben wohl längst im Anthropozän (Anthro:Mensch); im Menschzentrierten Menschgemachten Zeitalter.
Also sind auch wir diejenigen, die nun konkrete Umkehrschritte definieren und angehen müssen.
All den Links weiter unten im Thread konnte ich noch nicht nachgehen, sind aber offenbar gut recherchierte - aber wie gesagt, müsste ich zuerst checken. Danke jedenfalls dafür und für den Artikel.
Uuuuh, so viel Harmonie wieder, nach einem gestern gehörten Intermezzo wäre dies wohl noch ein ever so sorry jetzt wert.
Da nähert sich vor unserem Fenster und Liegeplatz ja auch schon wieder unsere Sommerfreundin, die Kröte - und entlädt sich, dauert ewig (sags ja, zu viel Harmonie) - ihr wars deutlich zu warm heute; sie wählte unser kleinstes Vogelbecken als Privatpool - und dies noch vor Einbruch der Nacht.

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B. J.
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Liebe Frau Goanna, darf ich Ihnen ein paar Satzabschluss-Punkte ........... schenken, damit ich Ihren Gedanken besser folgen kann?

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:)) sehr freundlich, danke :)) schreibe am phone und war zu müde, den schlangensatz zuletzt nochmals auseinander zu nehmen. bin so schon meist etwa ne stunde oder zwei am schreiben, bis ich all das zeugs eingetippt habe. - aber jetzt hab ich für nächstes mal ja all die vielen punkte in store - in reserve. danke. :)

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vieles in diesem Artikel kann ich nachvollziehen. Erschreckend ist auch der steile Verlauf der CO2-Kurve.
Aber die Antwort auf eine Frage, die Sie im Artikel selber stellen, finde ich dann weiter unten nicht: "Was stand hinter dem parallelen Anstieg der Temperatur und des Kohlen­dioxids, der im Lauf der Kalt- und Warmzeiten mehrmals eintrat?" Darüber wüsste ich gerne mehr.

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Aus dem Text:

Wir haben es also mit einer Verschachtelung mehrerer Verstärkungs­prozesse zu tun. Mehr Sonnen­licht ist gleich weniger Polareis, ist gleich mehr freie Wasser­fläche, ist gleich wärmere Meere – kaum ein Untergrund reflektiert weniger Licht als der tiefblaue Ozean –, ist gleich mehr entweichendes Kohlen­dioxid, ist gleich mehr Treibhaus­effekt, ist gleich höhere Temperatur.

Wegen dieser Verschachtelung laufen die CO2- und die Temperatur­kurve beinahe synchron und stehen in Zusammenhang mit der Sonnenstrahlung.

Beantwortet das Ihre Frage?

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nicht wirklich, arian, zumindest nicht vollständig. zur zeit wird weltweit eine ansäuerung der ozeane beobachtet, d.h. CO2 aufnahme aus der atmospäre. ab welcher meerestemperatur kommt es zu einer CO2 "ausgasung", die die aufnahme übersteigt? mir ist das löslichkeitsprodukt von CO2 in meerewasser nicht geläufig.

(deine antwort an S. P. weiter unten finde ich ein wenig zu unpräzise)

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Die Grafik mit CO2 Gehalt und Temperatur über zig tausend Jahre ist zwar schön, zeigt aber nicht, dass der CO2 Gehalt der Temperatur mit einer Verzögerung von ca. 100-200 Jahre folgt. D.h. zuerst steigt die Temperatur und anschliessend der CO2 Gehalt, da bei höheren Temperaturen z.Bsp. das CO2 aus dem Meerwasser abgegeben und bei tieferen Temperaturen wieder gebunden wird. D.h. es gibt keinen Zusammenhang, dass CO2 für die Temperaturerhöhung verantwortlich ist, das Gegenteil ist der Fall.

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Besten Dank für den Hinweis, dass CO2 der steigenden Temperatur folgt und nicht umgekehrt. Ich halte dies für sehr wichtig, angesichts der Tatsache, dass die allgemeine Angstmacherei ja zum Inhalt hat, dass sich die Temperatur wegen des steigenden CO2 stetig erhöhe.

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F. S.
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Guten Tag, Frau Kempf,
Der Hinweis steht ja im Artikel von Herrn Bastani, dass historisch zuerst die Temperatur leicht stieg und dann das CO2. Im Artikel und unten in Herrn Bastanis Kommentar sehen Sie auch die Erklärung warum das so war. Sie lesen dort auch, dass dann Rückkopplungseffekte CO2 freisetzen. Und das CO2 ist ein extrem potentes Treibhaugas. Was ein Treibhausgas ist und wie simpel die Physik dahinter ist, ist schon fast Allgemeinwissen. Ansonsten können Sie es sich anlesen, z.B. auch in der "vierteiligen Serie über die Geschichte der Klimaforschung" (Link in Herrn Bastanis Artikel).
Es ist also leider keine Panikmache, dass das CO2 heute in ppm-Bereiche hochschnellt, die es zuletzt vor vielen Millionen Jahren gab.

Ok, wie man aus Ihren bisherigen Beiträgen lesen kann, sind sie sehr stark von den Klimaleugnern und der "Alt right" (nach US-amerikanischer Art) beeinflusst. Das könnte deher kommen, dass sie Informationen zu sehr via Youtube, Facebook, Instagram suchen und so in eine klassische "Filterblase" im Internet geraten sind.

Informieren Sie sich bitte unabhängiger, breiter. Sie werden sehen, dass weltweit seriöse Klimawissenschaftler immer lauter davor warnen, was man aus dem ungebremsten CO2-Anstieg lernen kann.

Kommen Sie, Frau Kempf, es braucht auch Sie, damit wir JETZT und gemeinsam unsere Energieversorgung (und alles was daran hängt) umbauen können. Wenn wir die Fakten länger ignorieren, sagen etliche seriöse Quellen, dann werden die Umbaukosten in Zukunft noch höher. Und wir werden schon dramatische Veränderungen ausgelöst haben, die ein friedliches, sozial ausbalanciertes, demokratisches, gemeinsames Problemlösen noch viel schwerer machen.

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