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Debatte

Warum tickt Österreich so rechts?

Diskutieren Sie mit der Autorin Solmaz Khorsand.

23.02.2018

Seit dem 18. Dezember sitzen mit Sebastian Kurz (ÖVP) und Heinz-Christian Strache (FPÖ) Rechtspopulisten auf Österreichs Regierungsbank. Sie erhielten bei der Nationalratswahl knapp 58 Prozent der Stimmen. Nun müssen ihre Regierungsvertreter in regelmässigen Abständen bekunden, dass sie sich zu Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Parlamentarismus bekennen. Ernsthaft? Was läuft falsch in einer reichen Demokratie, die sich so eine Spitze wählt?

Lesen Sie die Artikel «(B)Österreicher» und «Der Besuch der jungen Dame» und diskutieren Sie heute Freitag, 23. Februar, von 13 bis 15 Uhr mit der Autorin Solmaz Khorsand.

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Ich finde lobenswert, auf die Niedertracht und den Schmutz des Neofaschismus, Rassismus und Populismus hinzuweisen. Aber bitte, viel konzentrierter, kürzer. Dann werden die Beiträge gelesen !
Andernfalls werden sich Abonnenten abwenden, was ja nicht der Sache dient.

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Dieses Interview mit Josef Hader in der Süddeutschen ist eine ideale Ergänzung zu diesem Beitrag
http://www.sueddeutsche.de/politik/…-1.3902954

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Der Artikel würde gut in die deutsche „taz“ passen, dem Zentralorgan der anti-deutschen, pro-neoliberalen und pro-globalistischen Pseudo-Linken, die sich als "anti-faschistisch" darstellen.

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Die treffendste Analyse Österreichs seit langem! Selten habe ich mich so verstanden gefühlt. Danke für das Zusammenfassen meiner Gedanken in Worte!

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Ich gülle, du güllst, wir güllen... Diese braune, stinkende Bschütti ist überall. Früher noch etwas diskreter als heute. Die Salonfähigkeit dieser menschenverachtenden Grundhaltung ist es, was wirklich Angst macht. Dieser solide Artikel tritt dagegen an. Danke!

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Die Österreicher ticken wahrscheinlich nicht rechter als die Schweizer, auch wir haben eine rechtsextreme Partei mit ca. 28% Wähleranteil. Aber wir haben ein anderes Regierungssystem. Österreich hat ein Koalitionssystem, wo sich wenige grosse Parteien einigen und zusammenschließen. Dort sind die Rechtsextremen eine der beiden Regierungsparteien. Bei uns sind alle grossen Parteien dauernd in der Regierung, dem Bundesrat. Deshalb sind bei uns nur zwei der sieben Bundesräte von rechts aussen, damit haben sie weniger Gewicht.

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Mit dem Krawallo-Ton von "Bösterreicher" werde ich nicht warm. Dieses arrogant-eloquente "links gut, rechts böse" sehe ich als einen Teil des Problems.

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Es gibt in der Schweiz viele Frankenburg und es gibt auch eine starke rechtspopulistische Partei.

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Vielen Dank für die beiden sehr guten beiträge, Solmaz. Sie sind beide sehr treffend und haben mir, der in Österreich aufgewachsen ist, es sehr klar gemacht, wieso ich mich dort nie wirklich daheim gefühlt habe.

Bitte weiter so!

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Es scheint in Österreich etwas Ähnliches zu geben wie in Deutschland die Anti-Deutschen, die Deutschland hassen und Deutschland als Nationalstaat zerstören wollen. Sie bezeichnen sich als „links“, machen aber eine Politik gegen die Interessen der arbeitenden Bevölkerung.

Sie ergreifen nicht Partei für die arbeitende Bevölkerung, sondern fungieren als Helfershelfer bzw. „useful idiots“ für die Neoliberalen und Globalisierer.

Diese Pseudo-Linken machen die Migrationspolitik zum Kriterium der Unterscheidung von „links“ und „rechts“ und verkehren damit das, was ursprünglich links war ins Gegenteil, nämlich die Parteinahme für und die Solidarität mit der arbeitenden Bevölkerung.

Immigration geht in Gesellschaften mit bereits vorhandener struktureller Arbeitslosigkeit immer zu Lasten der einheimischen Arbeitsbevölkerung, und zwar aus folgenden Gründen.

  1. Für jede importierte und eigentlich überflüssige ausländische Arbeitskraft wird eine einheimische arbeitslos.

  2. Steigende Arbeitslosigkeit belastet die Sozialkassen. Daher geht jede überflüssig importierte ausländische Arbeitskraft zu Lasten des Wohlstandes der einheimischen Arbeitsbevölkerung. Denn die Alimentierung der Arbeitslosen geht zu ihren Lasten.

  3. Davon profitieren nur die Kapitalisten. Denn die importierten überflüssigen ausländischen Arbeitskräfte senken nach den Marktgesetzen die Löhne. Jede Ware – auch die Ware Arbeitskraft – erleidet einen Preisverlust, wenn sie auf einem gesättigten Markt angeboten wird.
    Der Import von überflüssigen ausländischen Arbeitskräften wirkt daher als Lohndumping.

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Bringen uns sozialpsychologische Stereotypien im politischen Diskurs weiter oder schüren sie nur die Verachtung unserer Nachbarn?

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Ich habe einen Österreichischen Nachbarn, den ich hin und wieder antreffe, wenn er penibel seine Buchs-Hecke in Richtung Perfektion schnipselt, nachdem Gärtner die "Vorarbeit" erledigt haben.
Wenn ich ihn als einen Pedanten hochnehme, dann nimmt er mir das überhaupt nicht übel, sondern lässt mich sozusagen offene Türen einrennen.
"Ja, das ist mein Tick. Ich bin halt so. Aber wie Du da den Efeu an der Hauswand hochwuchsen lässt, das käme für mich überhaupt nicht in Frage."
Ich mag diese gesellige Art schrulliger und auch provinzieller Einzigartigkeit, die ich auch in der ländlichen Schweiz allerorten antreffe!
Und gleichzeitig hat dieses "Wir sind halt so!" natürlich auch seine unheimlichen, abgründigen und morbiden Seiten, wie sie der Bayrische Kabarettist Gerhard Polt ja für das Deutsch-Provinzielle Pendant immer wieder köstlich zelebriert.
Wenn ich dann aber an die Grossstadt Wien denke, mit seinen vielen Prachtbauten aus den Zeiten der Österreichisch-Ungarischen Monarchie, wird mir auch bewusst, dass unsere Österreichischen "Geschwister" darüber hinaus noch über Weltläufigkeit und über Imperialistischen Glamour verfügen, den wir hier auch mit einer Weltstadt Zürich, oder mit Genf niemals erreichen können!
Ich denke da zum Beispiel an den Österreichischen Philosophen, Georg Pfaller, mit seinem für mich Bahn brechenden Buch "Das schmutzige Heilige und die reine Vernunft", das mir Welten eröffnete, welche mir vorher aufgrund meiner geistigen Borniertheit verschlossen waren.

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Habe ein paar Jahre in Österreich gelebt, klar, die haben Ihre Nazivergangenheit nicht voll verarbeitet. Wenn wir allerdings Besuch aus Österreich haben, staunen die schon sehr über die unverhohlenen rassistischen SVP-Plakate ..."Oiso sowas traut sich die FPÖ ned" - als Schweizer fällt mir das gar nicht mehr auf, ist schon längst gesellschaftliche Norm geworden.

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Das alte Lied der Diskrepanz zwischen aufklärerischer Theorie und demokratischer Praxis. Wir sollten uns bewusst machen, dass die Unterstützung in der Bevölkerung für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und humanistische Grundsätze zu einem Grossteil auf kultureller Prägung beruht - und nur sehr partiell auf durchdachter, verinnerlichter Überzeugung.
Entsprechend schwer tun wir uns als Gesellschaft, wenn diese Errungenschaften grundsätzlich in Frage gestellt werden. Dies zeigt sich oft im Umgang mit radikal-politischen und fundamental-religiösen Ansichten. Oder, wie im "Besuch der jungen Dame" beschrieben, wenn humanistische Grundsätze nicht mit dem Rechtsstaat vereinbar sind.

Nichstdestotrotz, zwei spannende Artikel, schon nur aus ethnologischer Sicht.

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Einen Artikel der nachdenklich stimmt, der zeigt, dass Güllen von Dürrenmatt überall sein kann. Ein Grund, dass wir Menschen uns selber hinterfragen, was kann ich Gutes tun indem ich meine Werte hochhalte.

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Ich komme aus der Berner Provinz, die sehr ähnlich zusammengesetzt ist. In meiner Jugend fast nur Bauern und "alte SVP" einzige Partei im Ort. Dominierte alles. Heute kaum mehr Bauern, eher Schlafdorf. Würde meinen: Österreich kann überall sein.

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Ich erkläre mir die braune Vergangenheit von Österreich auch durch die geschichtliche Monopolstellung der katholischen Kirche. Adolf ist in Österreich zum Judenhasser geworden. Und ich kenne Leute die gegen die Nazis waren, aber auch gegen Juden.
In Österreich war die Entnazifizierung nach dem Krieg nicht gründlich sondern österreichisch. Viele haben sich auch mit Geld entnazifiziert. Und bei fast allen meinen Verwandten war nach dem Krieg als Verarbeitung, Vedrängung der Ereignisse, angesagt. Wer was gemacht hatte, wurde nur selten und zufällig erwähnt.
Was die braune Gefahr in Östrreich villeicht etwas weniger gefährlich macht ist, dass sie nicht mit deutscher Gründlichkeit arbeitet. Trotzdem ist es beängstigend, wie sich das braune Gedankengut wieder in ganz Europa verbreitet.

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Als Auslandösterreicherin erfüllt es mich mit Schaudern zu sehen, was derzeit in meiner alten Heimat passiert. Aber nicht nur in Österreich, in ganz Europa ist dieser beängstigende Trend zu beobachten. Hat man denn nichts, gar nichts aus der Geschichte gelernt? Das Buch "Die Welt von Gestern" von Stefan Zweig ist zu empfehlen und sollte meiner Meinung nach Pflichtlektüre an jeder Schule sein!

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Hallo zusammen, ich freue mich, dass Sie die Artikel gelesen haben und dass ich mit Ihnen diskutieren darf. Mein Ansatz an der Frankenburg-Geschichte war in der ganz banalen Normalität die österreichische Mentalität näher zu bringen. Ohne Freaks, ohne Nazis, ohne Kellernazis. Ganz normale Leute. Und dann erkennt man, dass die Normalität eigentlich am Spannensten ist. Wie Herr Birz angemerkt hat, diese Dörfer gibt es überall und ich als Neuling in der Schweiz freue ich mich darauf sie bald zu besuchen und kennen zu lernen.

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Danke für den Beitrag. Ich hoffe es kommen noch weitere Berichte dieser Art, bei denen anhand von Personen, anhand von Ereignissen bzw. auch aus dem Lokalen heraus, größere Zusammenhänge erklärt werden. Oft wird vom Rechtsruck in Österreich gesprochen, was zweifellos in manchen Zusammenhängen ja auch stimmt, aber viel zu wenig wird davon gesprochen, wie über große Teile der Bevölkerung bis heute ein Schweigen zu den Verbrechen der Nazi-Zeit bzw. bis heute ein Schweigen zum rassistischen Alltag herrscht. ... PS. Die Fotos sind auch großartig.

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Toller Artikel. Und trotz Länge spannend bis zum Schluss, da süffig geschrieben. Natürlich könnte man den Ort auch durch irgendein deutsches Kaff ersetzen und abgesehen von der alten Nazigeschichte auch durch eines in der Schweiz. Da müssen wir uns nichts vormachen.

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Das ist einer der besten Artikel zu Österreich seit Jahren! Und das mit einer literarischen Sprache. Gratulation!

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Einmal mehr ein sehr guter Artikel, Journalismus vom feinsten. Aber Hand auf’s Herz: Österreich und die Schweiz liegen nicht nur geografisch nahe beieinander.
Übrigens: Ich bin jeden Morgen gespannt auf die REPUBLIK , sie gehört schon zu meinem Morgenritual.

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Danke für diesen Beitrag Frau Solmaz. Diese Begegnungen mit Menschen und deren Geschichten und den Begehungen der Orte fand ich angenehm, spannend und interessant.

Da ist es doch schön in der Schweiz zu leben. Keine unverarbeitete Nazivergangenheit, keine Schwulenfeindlichkeit. In einer Nation mit humanitären Wurzeln und ebensolcher Vergangenheit...

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Nach dem Querlesen des ersten Artikels war ich froh mich vage erinnern zu können, dass es neben "dem Österreicher" auch noch "die Österreicherin" gibt. Denn ein jeder der Österreicher ist ja böse. Oder ist es noch viel schlimmer und es gibt inzwischen keine Frauen mehr in Österreich?
Nein, im ernst: Ich fand die bisherig Umsetzung der Republik einer geschlechtergerechten Sprache super. Ganz entspannt und trotzdem konsequent. Bitte beibehalten.

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Auch hierzulande beschimpfen gewisse Regionen den "Asylantenzunami" und versuchen mit Mahnfeuern und Bürgerwehren die gewohnte Ordnung zu erhalten. Anhand der Kommentare lese ich jedoch, dass wir uns in diesem Artikel wiedererkennen :-) Selbsterkenntnis: der erste Schritt zur Besserung...

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gute, gründliche ortsbegehung auf sichthöhe, dank an die autorin. ich befürchte, daß ein blick / einblick in andere ländliche gegenden in europa das panorama nicht aufhellen würde.

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Danke vielmal Republik für diesen super Artikel.
Auch wenn eure Artikel lange sind bekommt man so ein Gefühl wie sich Meinungen in einer Bevölkerung bilden. Auch wie sich der Gesellschaftliche Druck auf den "Baron" äussert ist super beschrieben.
Danke vielmal und macht weiter so :))

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Gott, ich danke dir, daß ich nicht bin wie die übrigen der Menschen, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner - oder die Östreicher.

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Liebe Republikaner
Besten Dank für den Oesterreich-Beitrag, der zwar sehr stimmungsvoll (auch so geschrieben) ist, aber nichts wirklich wesentlich neues transportiert.
Kommt die Italien-Reportage noch VOR den Wahlen? Wäre ziemlich interessant:)
Herzlich ernst b.

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zunächst: grossartige artikel!😎und dann: es ist zum k....

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