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Die Querfinanzierung zwielichtiger Organisationen ist leider nur einer von vielen negativen Aspekten der heutigen Form von Onlinewerbung. Dazu kommen die Manipulierbarkeit wegen Dauerüberwachung, epidemische Konzentrationsunfähigkeit wegen Aufmerksamkeitsdiebstahl und Resourcenverschleuderung wegen Hyperkonsum und Page Bloat.

Soziologin Zeynep Tufekci hat die Problematik mit dem Titel ihres TED-Talks 2017 auf den Punkt gebracht: «We're building a dystopia just to make people click on ads.».

Ist es das wirklich wert?

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Nur Medien wie die Republik, die nicht das Klickverhalten ihrer LeserInnen durch Dateninkontinenz an Google und andere Werbeplattformen verraten, können solche Verhältnisse ausleuchten, ohne sich selber als Beteiligte in diesem unappetitlichen Geschäft zu denunzieren.
Danke, Republik.

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Dieser ganze Werbeirrsinn mit all den verheerenden Folgen passt bestens in unsere Wohlstandsbequemlichkeit und in unsere Wachstumsideologie, in der aus kurzfristigen und kurzsichtigen monetären Interessen fahrlässig bis bewusst Abhängigkeiten und Unterstützungen von Demokratie feindlichen Autokratien und Gruppierungen eingegangen werden. Ob das nun Öl-, Gas- und andere Bezüge sind oder das Sponsoring rechtsextremer Gruppierungen, die Grundhaltung dabei ist dieselbe. Danke für diese ausgezeichnete Übersicht!

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Erschreckend, aber nicht wirklich überraschend. Es ist wie bei IT-Sicherheit: Bequemlichkeit ist selten sicher.

Mir war programmatische Werbung, die mit Bidding und Besucherprofilen arbeitet, schon immer suspekt. Ich finde es einfach gruselig, wenn ich beispielsweise bei Galaxus nach einer Lampe suche und dann in den Folgetagen auf völlig anderen Webseiten Werbung für genau diese Lampe angezeigt wird (realer Fall). Das hat für mich nichts mehr mit "Relevanter Werbung" zu tun - anstelle das diese Werbung für mich angeblich relevant ist (und damit, so die Annahme, zu mehr Clicks beim Werbetreibenden führt), stösst sie mich ab.

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acc@eml.cc
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"Witzig" ist ja, dass einem die Lampe noch tagelang verfolgt, obwohl man sie schon längst gekauft hat. Vermutlich soll man sie nochmals 5mal kaufen, weil das ad so furchtbar toll ist. Das zeigt aber eigentlich auch nur, wie dümmlich dieses ganze System ist.

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Es gab vor einigen Jahren mal die Bekanntgabe einer Zusammenarbeit von Mastercard mit Google, wo man Informationen austauschen wollte, wenn ein Kunde, dem eine Google Werbung angezeigt wurde, das Produkt nicht via der Werbeanzeige, sondern quasi offline im Laden mit seiner Mastercard gekauft hat. Angeblich nur in USA und angeblich auch, ohne die Benutzer vorher zu diesem Datenaustausch zu befragen.
https://www.heise.de/newsticker/mel…53015.html
Wie auch immer Mastercard von dem mit der Karte bezahlten Waren auf das Produkt schliessen will - das ist ja eigentlich das schöne an der Karte: Der Verkäufer bekommt keine Information über den Käufer und das Kartenunternehmen kennt nur den Preis und den Verkäufer, aber nicht das Produkt. OK, mit Bargeld gäbe es noch weniger Infos.

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Ist mir auch schon häufig passiert und nicht nur weil ich eine Website besucht habe, sondern tatsächlich erst wenn ich Geld ausgegeben habe. Galaxus (und viele andere) geben also Daten über ihre Kunden raus (verdienen dabei) und diese werden dann später beworben, weil diese ja einfach wiedererkennbar sind mit all den Cookies und Trackern. Schliesslich klicken wir ja ständig "Alle akzeptieren" wenn wir surfen, oder?

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Also mir das dazumal mit Galaxus passiert ist, habe ich die Reissleine gezogen und mir eine "Privacy Container" Lösung in meinem Firefox installiert. Seitdem sind alle Shopping-Seiten in einem eigenen Container, News Seiten wie die Republik in einem weiteren und so weiter. Die sehen nichts voneinander und können daher keine Cookies austauschen. Wenn jetzt beispielsweise Galaxus mit Amazon Cookies austauscht ist mir das relativ egal.

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Adrienne Fichter
Redakteurin @ Republik
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Ein schöner Text über das problematische Real-Time-Bidding und Programmatic Advertising. Was aber leider nicht beantwortet, und nur immer angedeutet wird: wie konkret können nun Werbende ihre Strategien anpassen und verbessern? Wegen der automatischen Auslieferung kann man ja als Werbekundin eventuell gar nicht so viel Einfluss darauf nehmen. Müsste ich also Breitbart konkret "blacklisten" und auf einen Index setzen oder müsste ich amerikanische News-Websites von Vorneherein ausschliessen? Welchen Spielraum hat man dabei?

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Ein Hinweis auf diese Methoden haben mir auch gefehlt. Lt. Bericht hat ja offenbar sogar die Republik selber bei der bei Breitbart ausgespielten Werbung nach dem Hinweis eingreifen können.

Nebenbei: es heisst jetzt politisch ganz korrekt "Deny List" ;-)

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Adrienne Fichter
Redakteurin @ Republik
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· editiert

Danke für den Hinweis. Ich war da noch im alten Jargon verhaftet (als ich damals bei der NZZ arbeitete, hat man ständig mit diesen Begriffen operiert), bzw wusste es wirklich nicht besser. Gut wurde das umbenannt.

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Hat überhaupt schon eine neutrale Untersuchung die Wirkung dieser Dauerfeuerwerbung bestätigt? Facebook hatte ja vor nicht vielen Jahren behauptet, Video sei die neue Newsform und einige Medien stürzten sich wie Lemminge hinein. Nur um festzustellen, dass alles manipuliert war und sie wertvolle Journalisten verloren. Viele Werbenden nehmen auch gerne Trends auf, damit sie sich weniger mit nachprüfbaren Ideen exponieren. Leistungssimulation allenthalben.

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Mathematiker
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Drei Massnahmen, scheint mir, wären wichtig um dieser brandgefährlichen Schindluderei etwas entgegen zu setzen:

  1. Deny Lists (danke Rolf Wilhelm für den Hinweis) als integrierter Bestandteil der Werbeaufträge (könnte von jedem einzelnen Player sofort umgesetzt werden)

  2. Transparenz der Auftragnehmer / Service Providers; diese sträuben sich aus Profitinteressen (und evtl. hidden agenda). Daher

  3. Regulierung auf allen Stufen (national und multilateral international). Da sieht es m.E. sehr düster aus: bei der Wahl- und Stimmbevölkerung wie auch bei den PolitikerInnen fehlen oft Sachkenntnis und Problembewusstsein, der politische Wille das Nötige umzusetzen fehlt, was realpolitisch mehrheitsfähig wird, genügt nicht. Dass viele PolitikerInnen von LobbyistInnen beeinflusst oder selber LobbyistInnen sind, kommt noch dazu.

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Doris Edwards
Permaculture Designer.
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Vielen Dank für diesen Informationsreichen Artikel. Republik weiter so!

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Oliver Fuchs
Chefredaktor a.i.
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Merci!

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Danke für diesen aufschlussreichen Beitrag. Was ich schon lange immer vermutet habe, ist jetzt faktenreich belegt. Dass gerade bei Onlinewerbung problemlos gemogelt werden kann, sollte eigentlich klar sein. Kein Auftraggeber hat die Kontrolle. Auch nicht darüber, ob die Werbung "funktioniert".

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Mathematiker
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Sorry, Herr Schori, „mogeln“ ist eine krasse Verharmlosung und Beschönigung für diesen vollautomatisierten und flächendeckend institutionalisierten, gemeingefährlichen gewerbs- und bandenmässigen Betrug, einen krassen Auswuchs des Überwachungskapitalismus. Finden Sie nicht auch? Indignez-vous! – Grosser Dank an die Republik für diese Informationen!

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Natürlich, Herr A., ist das Betrug. Eine Täuschung falscher Tatsachen. Ein Verbrechen also. Das man eigentlich zur Anzeige bringen sollte.
Aber ich finde "mogeln" in diesem Zusammenhang genau richtig. Bis jetzt jedenfalls.

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Das einzig verantwortungsvolle: Einen vertrauenswürdigen (=quelloffenen nicht-kommerziellen) Adblocker benutzen. Immer. Überall.

Für iOS: AdGuard

Für Webbrowser auf allen anderen Plattformen: uBlock Origin

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sorry, aber wenn ich einen adblocker installiere gibt dies bei breitbart nicht weniger werbe-ausspielungen, da ich mich nicht bei breitbart tummle ;-)

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· editiert

Zur ganzen Problematik trägt bei, dass die Werbeabteilungen der Unternehmen diese Angebote gerne nehmen, weil sie ihnen eigene Kompetenz und Anstrengungen abnehmen. So lügt man sich gerne in die Taschen, ohne sich rechtfertigen zu müssen. Wie die Marketingabteilungen (wie auch z. B. das Controlling) haben sie gelernt, die Ergebnisse eigenen Schaffens durch immerwährende Veränderung unfassbar zu halten. Die Zyklen der Änderungen sind wesentlich kürzer als die Kontrollzyklen. Wichtig ist für diese Strategie einzig: Reden. Geld in den Rachen der Googles zu werfen erfordert nicht mehr, als deren selbsterklärendes Gewäsch wiederzukauen.

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interessierter Leser
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Es braucht ganz offensichtlich zusätzliche Regulierungen seitens der EU, damit solcher Betrug eingeschränkt werden kann.

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Mathematiker
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Warum nur „seitens der EU“? Doch sicher nicht nur seitens der EU!!

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Simon Reber
Software Entwickler, Familienvater
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Werbung ist per se etwas extrem schädliches, unabhängig davon, wo sie gezeigt wird.
Sie setzt falsche Anreize, verschwendet extrem viel Energie, lügt vorsätzlich und passt damit eigentlich hervorragend auf Websites wie breitbart oder russiatoday.
Dazu ist sie extrem intransparent, nicht erst seit den Versteigerungen im Internet. Wie viel Mehrumsatz eine einzelne Werbung wirklich generiert, konnte noch nie nachgewiesen werden.
Aber alle Beteiligten tun so, als wäre das völlig klar und verschwenden viele Billionen damit.
Diese Ressourcen sollten wir besser für die nachaltige Energiegewinnung einsetzen

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Urs Fürer
Grafiker, Biker, Elektromobilist, …
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Tut mir leid, so pauschal sind Ihre Behauptungen Unsinn. Als ehemaliger Werber habe ich immer versucht intelligente, witzige und ästhetische Werbung zu kreieren. Das ist uns nicht in jedem Fall oder bei jedem Kunden in gleichem Mass gelungen und wir haben uns über die viele, viele schlechte Werbung auch masslos geärgert.

Henry Ford soll einst gesagt haben «Ich weiss, die Hälfte meiner Werbung ist hinausgeworfenes Geld. Ich weiss nur nicht, welche Hälfte». Zu behaupten, Werbung erzeuge keinen Mehrumsatz und dieser könne nicht nachgewiesen werden ist schlichter Unfug. Da würde Ihnen jeder Marketingverantwortliche einer Firma widersprechen und eigentlich sollte dafür schon der gesunde Menschenverstand genügen. Wie kämen Sie denn als Selbständiger oder Ihr Arbeitgeber an neue Aufträge?

Gute Werbung in meinem geschilderten Sinn macht übrigens die Werbeagentur Ruf Lanz, ich kann mir nicht vorstellen, dass Sie das alles als «extrem schädlich», «falsche Anreize» oder «lügt vorsätzlich» bezeichnen würden. https://www.ruflanz.ch/

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Simon Reber
Software Entwickler, Familienvater
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Was soll daran witzig sein? An diesen Werbebildern kann man nicht mal erkennen, für was geworben wird. Ausserdem strotzt es nur so von plumpen Stereotypen. Wenn die NZZ etwas gut findet, dann ist es schon fast sicher, dass es en Seich ist.

Dass sie als Angehöriger dieser Schaumschlagerbranche mehr in der Werbung sehen, als vorsätzliche Lüge ist für mich nachvollziehbar. Wer andere anlügt, der macht auch bei sich selber nicht halt.

Die Marketingverantwortlichen sind allgemein wohl für den Grossteil der Produktdebakel verantwortlich, weil sie aus völliger Ahnungslosigkeit Sachen versprechen, welche unmöglich seriös eingehalten werden können. Und diesen Leuten, welche sich von Wunschträumen treiben lassen, soll ich glauben, dass Werbung wirklich ihr Geld wert ist?

Der von Werbung erzeugte Mehrumsatz, ist völlig unkontrollierbar. Wenn man Glück hat, dann zeigt sie keine Wirkung und die Firma funktioniert weiter wie bisher. Wenn man Pech hat, dann erzeugt sie einen Shitstorm, oder eine Bestellungsflut, welche man nicht bewältigen kann.
Nur die masslosen Aktionäre und die überflüssigen Marketingabteilungen sehnen sich nach grossem Wachstum. Diejenigen, welche wirklich arbeiten und Mehrwert generieren, müssen dann jeweils den Schlamassel ausbaden.

Die echte Wirtschaft der Menschen hat zehntausende Jahre ohne aufdringliche Werbung funktioniert und ist gewachsen, wenn es notwendig war, aber auch geschrumpft wenn es die Umstände erforderten.
Die letzten zwei, drei Jahrhunderte, in welchen die masslose Gier der Reichen unseren Planeten so vollständig ausplünderten, dass wir um das nackte Überleben unserer Enkel fürchten müssen, als das Mass aller Dinge anzusehen, passt hervorragend in eine Branche, wo mehr Schein als Sein der Normalzustand ist.

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Antonia Bertschinger
Schreiben und Recherchieren
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Vielen Dank für den Artikel. Ich folge Thomas Koch schon länger auf Twitter und war daher einigermassen informiert - aber nicht mit so vielen Details ... kleine Frage noch: Ich finde Herrn Maurantonio bzw. die Kampagne zur Schweiz auf Twitter nirgends. Wo wäre das zu finden? (Also konkret gesagt wusste ich gar nicht, dass es in der Schweiz auch jemanden gibt, der das Gleiche tut wie Koch??)

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Lukas Huggenberg
Um-die-Ecke-Denker
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hier: @MikiMaur

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Antonia Bertschinger
Schreiben und Recherchieren
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Ah danke. Jetzt habe ich auch den Twitter-Account gefunden: https://twitter.com/mikimaur
Thomas Koch ist hier: https://twitter.com/ufomedia

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«Check My Ads» hätte eine ausführlichere Beschreibung verdient.

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Kommen Sie herein, die Türe ist offen

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Ein sehr, sehr interessanter Artikel. Einfach Klasse!
Eine kleine Ergänzung: Es gibt sozusagen auch das Gegenstück der beschriebenen Werbemechanismen. Mir ist beim Lesen auf Zeit.de Werbung des Kopp-Verlags erschienen. Ich habe den Printscreen umgehend der Zeitung zukommen lassen und gefragt, ob sie das wirklich wollen kann, dass ein Verlag mit starker Vorliebe für Verschwörungs-Literatur auf Zeit.de Werbefenster kriegt. Die Antwort hat nicht lange auf sich warten lassen.

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Könnte die Republik nicht strategisch auf Verschwörungsseiten werben?
Reisserischer Werbetext für ausgewählte Artikel mit Potential Menschen aus diesem Spektrum zu erreichen?

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Klar schalten die Werbung auf meine Bedürfnisse zugeschnitten, inwiefern ist das verwunderlich?

Kommt ja auf meine Akte bei Google an, welche Werbung angezeigt wird, nicht auf die Website...

Oder was sehe ich nicht??

Natürlich blöd wenn rechtsradikale Leugner einfach mitwerben dürfen und somut Geld einstecken!

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