Die Republik ist nur so stark wie ihre Community. Werden Sie ein Teil davon und lassen Sie uns miteinander reden. Kommen Sie jetzt an Bord!

DatenschutzFAQErste-Hilfe-Team: kontakt@republik.ch.



Die Schweiz reagiert am effektivsten auf externen Druck. Wenn die Grossmächte einmal entschieden haben, dass die Klimakrise eine Bedrohung für ihre national Sicherheit darstellt und anfangen Verletzungen von international Abkommen mit Sanktionen zu belegen, dann wird die Schweiz schnell spuren. Bis dahin werden wir uns vermutlich weiterhin damit herausreden, dass wir ja klein und unbedeutend sind.

37
/
0

Egal wohin man schaut AHV, CO2, das Verhältniss zur EU… Alles wird von Karrieregeilen, kurzsichtigen hauptsächlich bürgerlichen Politiker/innen mit Hilfe vom Stimmvolk gegen die Wand gefahren.
Junge Leute die politisch aktiv werden diakreditiert man wahlweise als Marionetten oder Terroristen.
Es gibt Leute in meinem Alter die sich sicher sind niemals Kinder in die Welt setzen zu wollen (schon klar dass sagen viele um die 20ig) weil sie Angst haben, dass es der Generation nach unserer bezüglich Klima dreckig ergehen wird. Aber nein diskutiert (seriös, mit Konsequenzen, nicht bloss uh wie süss die ist erst 14) werden in der Politik immer nur die Belange der Ü-40er und wenn die jetzt 20 Jährigen dann 40 sind können sie ja aufräumen. Ich bin unfassbar enttäuscht von den letzten Jahren schweizer Politik. Xenophoben Zukunftsverweigerern wird von der Politik hofiert, jugendliche Aktivisten werden verurteilt. Dann lehnt die Stimmbevölkerung noch ein dermassen zahmes Umweltgesetz auch noch ab….. was soll das?

38
/
2

Sie haben sich die Auswertungen der Abstimmungsergebnisse schon angeschaut, hoffe ich. Dabei hat sich gezeigt, dass die Ü60 das CO2-Gesetz angenommen haben. Je jünger die Altersgruppe, desto höher der Nein-Stimmenanteil. Die U35 , also die Jungen, die Sie hier als Opfer einer ignoranten (älteren) Mehrheit darstellen, haben es verworfen. Auch mich schockiert das, aber eigentlich war immer klar, dass es sich bei der Klimajugend um eine Minderheit unter den Jungen handelt. Sie hat das gleiche Problem wie die Umwelt- und Klimabewegten der 80-er, 90-er etc. Jahre (siehe Stimmenanteil der Grünen bei Wahlen; zunehmend zwar, aber noch immer weit hinter der SVP): Sie bleibt eine Minderheit. Was sich wirklich geändert hat, ist die Dringlichkeit des Handlungsbedarfs. Wie kommen wir also weiter? Sicher nicht, indem wir Generationen gegeneinander ausspielen, angesichts des Abstimmungsverhaltens der unterschiedlichen Altersgruppen ist das absurd.

23
/
0
R. O.
Verlegerin
·

"Die Abstimmung vom Sonntag, aber auch verschiedene Beschlüsse in Städten wie Basel, Bern und Zürich zeigen: In urbanen Gebieten finden sich Mehrheiten für einen wirklich tief greifenden Klimaschutz."

Hey und sogar Chur hat ja gesagt mit 57% :-)

20
/
0
S. H.
· editiert

Die Stadt Bern sagte ja mit über 77% :-)

Zwecks Minderheitenschutz sollten Städte deshalb wie die traditionellen Stände im Gesetzgebungsprozess in Bern vertreten sein, beispielswiese durch je einen zusätzlichen, von den Grossstädten gewählten Ständerat.
Das wären sechs neue Ständeräte aus Zürich, Bern, Basel, Genf, Lausanne und Winterthur, aus den Zentren jener Regionen, die den Wirtschaftsmotor der Schweiz bilden und mehrheitlich den interkantonalen Lastenausgleich finanzieren.

32
/
1
R. O.
Verlegerin
·

Aber sind die Städte nicht bereits über das Volksmehr gut vertreten? Zh hat 1mio stimmen, mulegns etwa 15

2
/
4
A. C.
Märchentante*onkel
·
· editiert

Die Ablehnung des CO2-Gesetzes illustriert wieder einmal, dass nicht einmal mehr im nationalen Rahmen die politische Vernunft die Wirtschaft lenkt, sondern die supranational agierende Wirtschaft die lokale und nationale Politik lenkt unter Zuhilfenahme des Appells an Affekte, an regressive Emotionen. Der Slogan "Autofahren nur noch für Reiche?" verkörpert diesen Appell an Instinkte, sodass sich die Demokratie nicht mehr in der Lage zeigt, eine regulierende Funktion zu erfüllen. Blindheit gegenüber den Veränderungen in der Natur, völliges Verdrängen der Tatsache, dass wir uns in einer Klimakrise befinden, stumme Ablehnung eines persönlichen Beitrags, wie wenig er auch sein mag, das alles bestürzt. Auch die Hoffnung auf die Gletscher-Initiative lässt nicht verbergen, dass eines der reichsten Länder halbwegs griffige Klima-Massnahmen an der Urne verworfen hat. Die Milliardärspartei hat sich wieder einmal als Verteidigerin des kleinen Mannes, der kleinen Frau aufgespielt und die kleinen Leute sind ihr gefolgt.

"Um die Demokratien aufzuzehren, braucht es die Demokraten. Sie sind es, einzeln und gemeinsam, die umständlich, bequem, kostspielig, behäbig sind, die Protektionismus, selbstsüchtigen Interessen, korruptem Bestreben nicht widerstehen können und auch nicht wollen, die zwischen Staatsinteressen und parteipolitischem Kalkül keinen Unterschied machen können und auch keinen machen wollen." Peter Nadas, im Essay 'Dafür und Dagegen', 2013. Und im gleichen Essay: "Die Meere geben nur so viele Fische her, wie es Fische in den Meeren gibt. (...) Doch die Wähler wollen immer mehr Fische im Meer, ihre Regierungen sollen dafür sorgen." (...) "Big Business und Wähler sind Komplizen. Sie haben sich aneinander gut gewöhnt. Selbst Katastrophen können sie nicht von ihrem Irrglauben heilen. Jeden Tag eines jeden Jahres besser leben als den Tag zuvor, sich nicht darum scheren, wer die für das Wachstum notwendigen Güter woher holt. Die Regierungen sollen das alles heranschaffen, gern mit ihrer Armee, sie sollen es aber nur den anderen wegnehmen, nicht mir. Ganz zu schweigen von der Atmosphäre, der Wasserverschmutzung, den Lebensbedingungen der Pflanzen, der Zahl der Fische und den als Delikatesse geschätzten Singvögeln."

29
/
0

Die Angstbotschaft der SVP mobilisiert perfekt. Mit falschen Rechnungen konnte sie eine Mehrheit an die Urne bringen, die auch gegen ihre eigenen Interessen gestimmt hat.

Die jubelnde Mehrheit wird unter ihrem eigenen Abstimmungssieg leiden:
weniger regelmässige Wasserversorgung der Landwirtschaft, weniger zukunftsweisende Industrien, weniger internationale Glaubwürdigkeit.

Wir haben ein Diskursproblem. Die Schweiz wird durch ihre Ängste regiert. Angst vor Fremdem, Neuem, Anderem.

So rangieren wir uns selbst aufs Abstellgleis.

29
/
1

Das Klima retten geht nicht (mehr)!
Die Erde retten? Wird sie selber erledigen…(möglicherweise) ohne die Menschheit!

Die Politik (und das Volk) sehen das richtige Problem nicht klar: es geht nicht ums Klima, es geht ums Ueberleben, um die “resilience”!
Hier sollte angesetzt werden…aber eben die SVP zählt Rappen…

1972-2021, wir haben es gewusst und nichts getan.

27
/
2

Der Fokus auf CO2 ist nicht zielführend. Es gibt weit effektivere Massnahmen. Zum Beispiel eine 28h-Woche. Bei entsprechend reduzierten Löhnen und damit reduziertem Konsum. Ein solche Massnahmen würde jedoch schonungslos aufzeigen, wie Ungleich unser Wohlstand verteilt ist. Und dass wir scheinbar vom Fetisch des ewigen Wachstums nicht ablassen können sowie das Festklammern an der Vollbeschäftigung schlaueren Lösungen im Wege steht (Wenn die Hausarbeiten um 14:00h erledigt sind, fangen Sie dann nochmals von vorne an, weil noch nicht 17:00h ist? - Eben!).
Nur wenn wir über die Paradigmen der letzten 300 Jahre hinaus denken, werden wir brauchbare Lösungen finden.

27
/
5

Genau. Es gibt eine etwas komplizierte Theorie der "Wertkritik", die Wachstum im herkömmlichen System als unausweichlich darstellt, weil die Arbeit immer effizienter wird, aber die Geldgeber nicht willens sind, die Effizienzgewinne an die Arbeitenden zu geben, sondern sie selber beanspruchen. Insofern hatte die Klimajugend mit "System change, not climate change" völlig recht: ein bisschen Symptombekämpfung z.B. mit dem CO2-Gesetz oder einer grünen Regierung bringt zu wenig, um künftige unausweichliche Kollapse zu verhindern.

20
/
0
S. H.
· editiert

Das Festhalten sowohl am Paradigma der Erwerbsarbeit (Lohn für Arbeit - Chi non lavora non fa l'amore) und wie auch am Paradigma von Wachstum und Zins (Wer genug Geld hat, kann andere für sich arbeiten lassen - die ihm Geld und Profit liefern) verhindert grundsätzliche Massnahmen.
Ohne Systemwechsel wird's nicht gehen und nicht die Grünen tragen Schuld dran, sondern unser Wirtschaft.

10
/
1
Elia Blülle
Journalist @Republik
·

Und wieso genau, sollen Menschen weniger CO2 emittieren, wenn sie weniger arbeiten? Viel entscheidender ist doch, dass das Geld richtig eingesetzt wird. Und dafür braucht es Anreize, Lenkung, Regulierungen. Weniger Wachstum führt nicht zu mehr Klimaschutz, sondern wir noch viel eher verhindern, dass die Menschen bereit sind auf billige Energieträger zu verzichten.

4
/
6

Für eine genau Antwort müsste man ein Buch schreiben - oder eins lesen - geschrieben sind die nämlich schon.

Stark verkürzt geht es um die Haltung, dass wir weiter machen sollen wie bisher, aber halt einfach CO2-neutral. Genannt: Green New Deal. Da CO2-Neutralität jedoch nur mit viel effizienteren Prozessen möglich ist, die gleichzeitig auch weniger Arbeit erfordern, führt das Festhalten an der 40h-Woche zu einem Bumerang-Effekt, der alle Bemühungen zumindest torpediert, wenn nicht gar zunichte macht. Wir müssen dann nämlich immer wieder neue Dinge erfinden, herstellen und konsumieren, um dieses System am Leben zu erhalten. Der Green New Deal wird genau daran scheitern.

Effizienzgewinne jedoch in Arbeitszeitreduktion umzumünzen statt in zusätzliche Profite von Unternehmen (und Aktionären), würde neben der Umwelt zu helfen, auch den Menschen mehr Gelassenheit und Lebensqualität ermöglichen. Da dies aber nicht in allen Branchen gleichzeitig und gleichschnell passieren kann, wäre statt einer staatlich verordneten 28h-Woche dies viel einfacher und effizienter über ein Grundeinkommen zu organisieren. Dann ist erstens jeder in der Existenz abgesichert und zweitens kann jeder liberal selber entscheiden, wie er das Verhältnis von Erwerbsarbeit und unbezahlten Beiträgen an die Gesellschaft gestalten will. Zudem wäre das eine wichtige Komponente zu einer resilienten Gesellschaft, die nicht durch die kleineste Störung aus dem Gleichgewicht gerät.

9
/
0

Genau dürfte die Antwort schwierig sein. Aber es ist klar, dass Leute in der Schweiz mit einer guten Stelle sehr viel Geld verdienen und dieses ausgeben (müssen). Und diese Ausgaben, hauptsächlich für Luxuskonsum, produzieren sehr viel CO2 und können auch sonst enorm schaden. Wachstum ist nur möglich, so lange immer neue Ressourcen ausgebeutet werden können, mit den einschlägigen Klima- und anderen Schäden. Ohne Wachstum kollabiert aber unser Wirtschaftssystem. Eine Lösung, sofern es sie überhaupt gibt, wird erst in der Postwachstumsökonomie (siehe z.B. http://www.postwachstumsoekonomie.de) zu finden sein.

7
/
0

Die Entkoppelung des CO2-Ausstosses von der Wirtschaftsleistung hat bisher nicht stattgefunden. Warum soll das jetzt plötzlich funktionieren?
Siehe Seite 15/16 im PDF, dass auf der verlinkten Seite zu finden ist.

6
/
0

Ich fürchte, der Autor dieses Artikels überschätzt Imark. Ich hatte mal das zweifelhafte Vergnüben auf eine Diskussion mit ihm auf Facebook. Er wusste nicht, dass die Schweiz ca. 8TWh Speicherkapazität in den Stauseen hat (mehr als der Stromverbrauch der Schweiz in einem Monat), und er kannte auch die Unterseekabel zwischen Skandinavien und Mitteleuropa nicht. Von einem "Energiepolitiker" hätte ich mehr erwartet. https://www.facebook.com/nationalra…9522477282

21
/
0

Energiepolitiker heisst hier wahrscheinlich "Politiker mit viel Energie". Das war doch schon so mit Aeschi, Köppel, Mörgeli und auch mit Maurer zu seinen Zeiten als Parteipräsident. Als BR hat Maurer eher kä Luscht, gemäss eigener Einschätzung ist er für diesen Job nur der Zweitbeste.

8
/
0
U. G.
Debattante
·
· editiert

Eines der Hauptprobleme hinsichtlich der Strategien ist, dass patriarchales Denken dazu neigt, weiterhin auf technologische Lösungen im Namen des (linearen) Fortschritts zu setzen - auch wenn diese, wie es im Bericht von Ella Blülle heisst, noch weit entfernt von der Marktreife sind. Dass patriarchales Denken bzw. der lineare Fortschrittsglaube das Problem massgeblich befeuert hat, wird verdrängt ... und wertvolle Zeit zum Handeln im HIER und JETZT leichtfertig preisgegeben. Ein neues Denken, welches menschliche Schwäche bejaht und dem alten Überlegenheitsdenken entgegenstellt, bekundet sehr viel weniger Mühe, historische Irrtümer zuzugeben und - im Zeichen des Wandels - tatsächlich auf weniger Energiekonsum zu setzen.
Weil Gender hier ein wichtiges Indiz ist, würde es mich schon auch wundernehmen, wie eigentlich die Abstimmungsresultate vom letzten Wochenende in dieser Hinsicht aussahen ...

17
/
5

Gibt es dazu einen Beleg, dass dies mit patriachalem Denken zu tun hat?

Meine Erfahrung: Ich kenne auch Feministinnen, aber wenn ich mit diesen diskutiere, dann werden sich diese gleich verhalten bei Gleichberechtigung wie die kritisierten Männer.

  • "Die Schweiz ist ungerecht und bevorzugt Männer, wir Frauen sind benachteiligt"

  • Gleiche Person: "Jeder Mensch ist für sich selbst verantwortlich bei Corona. Deshalb sehe ich nicht, weshalb ich mich als gesunde Person einschränken sollte"

Daher ist meine Erkenntnis/Erfahrung, dass es weniger vom Geschlecht abhängt, sondern von den Privilegien. Wer die Privilegien hat, will diese nicht abgeben, unabhängig vom Geschlecht. Sieht man aus meiner Sicht auch immer schön in den Abstimmungen.

20
/
1
S. H.
· editiert

Frau Ganz-Blättler hat Recht und es gibt Belege, zum Beispiel den Sonnenschutz am 'Centre du Monde Arabe' in Paris:
Pro Fenster wie der Verschluss eine Fotoobjektivs, je nach Sonnenstand automatisch und konzentrisch schliessend und öffnend, als 'zeitgenössische' Architektur und ein Juwel moderner Technik, aber störungsanfällig und wartungsintensiv und das Gegenteil von angepasster Technologie und Baukunst.

4
/
0
D. I.
· editiert

Verzicht und ein anderes Konsumverhalten wäre wichtig. Leider ist der Mensch sehr träge und viele sind nicht bereit sich zu ändern. Bestes Beispiel ist der Fleischkonsum (20% des weltweiten Klimagasaustosses). Eine Ernährung ohne oder mit nur wenig Fleisch ist bereits heute möglich, aber die wenigsten tun es. Neue Technologien erlauben es, ohne grosse Verhaltensänderung den Klimagasausstoss zu vermindern. Darum sind Technologien so zentral.

6
/
2
Timon Zielonka
Sales @ zukunft.com
·
· editiert

neues Denken, welches menschliche Schwäche bejaht

Die wichtigsten Schwächen sind in diesem Zusammenhang aus meiner Sicht die Verfügbarkeitsheuristik, also die mangelden Fähigkeit des Menschen geduldig alle Fakten zu sammeln, bevor er eine komplexe Entscheidung trifft. Daniel Kahneman fasst dies unter dem Begriff des schnellen Denkens.

Eine weitere wichtige Schwäche ist die Gruppenkonformität, die auch das von ihnen angesprochene patriarchales Denken stark beeinflusst.

Ich weiss, dass diese beiden Schwächen meine Entscheidungen stark beeinflussen und hätte daher gerne ein System, mit dem ich zumindest keine schlechten Entscheidungen mehr treffe.

4
/
2

Ich habe auch das Gefühl, dass zu viele Menschen hinsichtlich der Energiewende einem Machbarkeitswahn erliegen. E-Mobilität, Solarpanels und Windräder haben ihren Preis in Form von Rohstoffabbau und in künftigen Konflikten um diese Rohstoffe. Gerade weil es einige Länder schaffen, ihre CO2-Bilanz zu reduzieren, wird die CO2-Emission in den nächsten 20 Jahren global zunehmen.
Mich erinnert das an die 60er-Jahre, als man dachte, man werde bald eine Lösung für die AKW-Abfälle haben und eine Autobahn am Limmatquai sei modern.
Ich habe allerdings nicht gewusst, dass dieser naive Glaube Ausdruck patriarchalen Denkens ist. Kann schon sein.

1
/
1

Solange weltweit die Menschen meistens allein mit einem 2 Tonnen schweren Gefährt herumkurven, statt mit dem Velo, ist nichts zu machen. Dabei wäre es gesund und sie kämen erst noch schneller vorwärts. Einfach unglaublich.

19
/
1

Gemäss einem Vorschlag von Dr. Eckart von Hirschhausen sollen alle, die ein Gefährt für alle Gelände auf Strassen bewegen, die Geschwindigkeitslimite für Traktoren (2 Tonnen, alle Gelände) einhalten. Mit nur 35 km/h würden sie bald aufs Velo wechseln.

15
/
0

Schön wär's. Manche Riesentraktoren dürfen 40km/h fahren. Sind Sie noch nie einem solchen Ungetüm begegnet? Früher hiess es, die gingen in der Schweiz nicht; sie würden wegen des übermässigen Gewichts den Boden verdichten. Ist offenbar kein Problem mehr.

2
/
0
M. S.
Moderator & Journalist
·

Es stehen uns also immer heissere Abstimmungssommer bevor…

Mir fehlt bei der Analyse und Einordnung der Niederlage immer noch die psychologische Komponente der Pandemie. Menschen tendieren in Krisensituationen zum Status Quo (3x Nein) und mehr Sicherheit (2x Ja).

Wäre spannend, über diesen Aspekt vertiefend zu lesen (Wie wurde 1918 abgestimmt? Wie 1919 und 1920?)

18
/
0
Elia Blülle
Journalist @Republik
·

Guten Tag Herr S. Ich habe bewusst auf eine Einordnung der Ablehnung verzichtet. Im Moment gibt es noch keine wirklich belastbaren Zahlen dafür. Da müssen wir die grossen Nachwahlbefragungen abwarten.

3
/
0

Während Firmen ziemlich rational auf Lenkungsabgaben reagieren, hat dies wirklich je mit uns Menschen funktioniert? Wer trinkt weniger wegen der Alkoholsteuer oder fährt weniger Auto wegen der Benzinsteuer?

Wenn es um eine angestrebte kollektive Verhaltensänderung geht, so fühlt sich dies vielleicht ein bisschen so an als können sich die Reichen aus der Schuld kaufen. Und dies ist ja gerade unter Protestantys seit Jahrhunderten ein heikles Thema.

5
/
10

Lieber Bernhard the Cat, Lenkungsabgaben funktionieren auch individuell. Junge trinken weniger und später im Leben Alkohol, wenn Bier teurer ist als das günstigste Süssgetränk.

16
/
1

Natuerlich funktionieren Lenkungsabgaben. Wenn in Norwegen die Dose Bier 5 Euro kostet, nehme ich nur eine. Das Benzin wurd schon teurer. Ich kann mich noch an Preise von 75 Rappen erinnern. Nun habe ich auch ein viel sparsameres Auto. Das noch nicht geplante Naechste wird ein elektrisches sein.

8
/
2
S. H.
· editiert

Apropos Argent, es gibt Leute, die aus Kostengründen ganz aufs Auto verzichten ;-) das spart noch mehr.
Für den Anschaffungspreis eines Neuwagens können Sie während zweier Jahre täglich Taxi fahren, ohne sich um Pneus, Öl und Eis zu scheren und schliesslich wohnen 3/4 der Schweizer in Städten.

9
/
0

Fahren sie bitte ihr sparsames Auto noch sehr lange. Das ist der viel bessere Klimaschutz als es mit einem neuen, elektrischen auszutauschen.

5
/
1

Ich bin in 17 Jahren 100‘000 km gefahren mit einem Auto, das durchschnittlich 7L Benzin/100km verbrauchte. Nach neuesten Erkenntnissen wird ein E-Auto im Vergleich eine schlechtere CO2-Bilanz haben. Seit 2 Jahren habe ich ein Hybrid Wagen. Verbrauchsangabe im Prospekt: 4.1 L/100km. Effektiver Verbrauch 7L/100 km. Steuervergünstigung 30%. Lenkung? Politik wird nie etwas zur Rettung des Klimas beitragen. Irgendwann wird die Gesellschaft sich ändern oder die Menschheit von diesem Planeten verschwinden, damit er sich erholen kann. Elektroautos werden die Welt auch nicht retten.

4
/
1

12Rp. sind natürlich zu wenig, aber grundsätzlich funktioniert das schon. Ich würde mich da am Rauchen orientieren: Steuer, Werbeverbote, Grosse Hinweisschilder (stellen sie sich vor, auf jeder Motorhaube "ich töte Kinder"). Das Gesamtpaket machts.

8
/
1

Diese Frage stelle ich mir auch, das Konzept Lenkungsabgabe kommt aus der Idee, dass "der Markt" preislich korrigiert werden soll, damit er dann klimaschützend agiert. Nun erteilt die bürgerliche Schweiz dieser bürgerlichen Idee eine Absage. Was ist nun die Alternative? Rationierung wäre eine kostenneutrale Möglichkeit. Würden sich rechts und links unter dieser Idee finden können?

6
/
0

Nach diesem Abstimmungsdebakel ist es für mich nicht einfach, die Hoffnung auf eine künftige lebenswerte Welt zu behalten. Wenn die Hoffnung aber geschmolzen ist, dann bleibt nichts mehr ausser Depression und Verzagtheit. Heute habe ich zufällig eine Aussage von Margaret Mead gelesen: Man sollte nie dem Glauben verfallen, eine kleine Gruppe ideenreicher, engagierter Leute könnte die Welt nicht ändern. Tatsächlich wurde sie nie durch etwas anderes geändert.

16
/
1

Nehmen sie '68 und '80:
Längst sind Poch, FraP! und Wiiberrat Vergangenheit und Achmed von Wartburg hatte es auch nicht in den Zürcher Stadtrat geschafft, trotzdem ist die Welt nicht mehr die gleiche und alle geniessen das zuvor verbotene "Betreten des Rasens".

6
/
2

Für mich bleibt nur das Fazit, dass die Mehrheit der Schweizer Rappenspalter sind, die für den Klimaschutz nichts bezahlen und sich nicht einschränken lassen wollen. Wer glaubt mit anderen Vorlagen griffige Massnahmen zu erreichen irrt. Die Annahme der Gletscherinitative hätte die gleiche Wirkung wie die Alpeniniative: Etwas Besserung aber Ziel weit verfehlt.

15
/
0
Timon Zielonka
Sales @ zukunft.com
·
· editiert

"neue Lenkungs­abgaben auf fossile Energie ... sind nach dem Nein zum CO2-Gesetz definitiv vom Tisch. " - Warum? Ich denke weiterhin, der erste und einzig richtige Schritt wäre:

  1. Der Bund muss für alle Klimagasemissionen Zertifikate an der frühest möglichen Quelle erheben und jedes Zertifikat muss käuflich erworben werden.

  2. Die Anzahl der Zertifikate wird jedes Jahr um mindestens 10% gesenkt.

  3. Beim Import müssen Zertifikate für alle grauen Klimagasemissionen erworben werden. Beim Export können Zertifikate zurückerstattet werden. Die Berechnung der grauen Emissionen obliegt dem Im- bzw. Exporteur und ist öffentlich zugänglich. Um den Berechnungsaufwand zu reduzieren können die grauen Emissionen auch geschätzt werden. Dabei muss sichergestellt sein, dass die Schätzung mindestens den tatsächlichen Klimagasemissionen entspricht.

14
/
0

Herr Zielonka hat vollkommen recht. Der Handel mit Emissionszertifikaten ist noch etwas zäh, aber sehr zukunftsträchtig. Ich bin ein Freund von Lenkungsabgaben, die aber vollständig der Bevölkerung zurückerstattet werden müssen. Beim Heizöl und anderen Brennstoffen hat die Schweiz mit 96 CHF pro Tonne CO2 den weltweit zweitgrössten Preis. Und dieser wird noch steigen. Da habe ich nichts dagegen.

Ich bin einer von 1'671'150 Stimmberechtigten, die das CO2-Gesetz abgelehnt haben. Weil dieses Gesetz komplett überladen war und eine ungeheure Subventionswirtschaft angestossen hätte. Und weil die Schweiz nicht verzweifeln muss, wenn sie die Klimaziele von Paris nicht einhalten wird. Die Schweiz hat einen Anteil von 0,1 Prozent am globalen Schadstoff-Ausstoss. Dass dieses Argument bei Herrn Blülle und der übrigen "Republik" null und nichts zählt, ist bedauerlich. Aber es war ein starkes Motiv für mich und die anderen 1'671'149 Stimmberechtigten, nein zu stimmen. Und noch etwas, Herr Blülle: Wir lassen uns von Ihnen nicht in die rechte Ecke stellen, wie sie es mit Ihrem Wegweiser-Vergleich machen.

Viele Länder werden das Pariser Klimaziel nicht einhalten. Länder, die weit mehr schuld sind an der Klimaerwärmung als die Schweiz. Dieses Abkommen ist viel zu ehrgeizig und bezieht nicht mit ein, dass es nicht nur von Kabinetten und Parlamenten getragen werden muss, sondern auch von der Masse der Menschen. In der direkten Demokratie Schweiz läuft es in dieser Hinsicht anders als in China oder Russland. Die Umsetzung der Klimaziele geht in der Schweiz nur gemeinsam mit der Stimmbevölkerung und diese ist zu respektieren.

Mit Imark haben ich und viele andere mit liberalen Überzeugungen nichts am Hut. Die Rolle dieses Nationalrates und der SVP wird masslos überschätzt in der Klimadiskussion. Wir Stimmbürger lassen uns nicht einfach manipulieren. Auch nicht von der sogenannten Erdöl-Lobby und schon gar nicht vom Hauseigentümerverband. Ich mache mir als Staatsbürger eigene Gedanken und Meinungen und höre viele Argumente an. Dann entscheide ich. Ich bin in dieser Hinsicht ein totaler Individualist.

Es wäre schön, wenn der Herr Blülle die Stimmberechtigten auch als Individualisten wahrnehmen könnte - ganz egal ob vom Land oder aus der Stadt. Als eigenständig denkende und handelnde Menschen, nicht als Manipuliermasse, wie er die Stimmberechtigten in diesem Artikel darstellt. Und auch das Denken in Stadt-Land-Gegensätzen hilft nicht wirklich weiter. Ebenso wenig Beschimpfunge, wie es ein SP-Funktionär im Parteisekretariat in Bern machte, als er die Nein-Stimmenden in einem Tweet als "Idioten" betitelte. Bei einem Linken blieb dieser Ausraster natürlich ohne Konsequenzen. Nicht auszudenken, wenn es sich um einen SVP-Funktionär gehandelt hätte....

Ich habe bis jetzt die Gletscher-Initiative abgelehnt. Je länger ich über sie und den Gegenvorschlag nachdenke, desto mehr komme ich zum Schluss: Mit dieser Initiative bzw. dem Gegenvorschlag kann ich als Stimmberechtigter einen Grundsatzentscheid über den Klimaschutz fällen, der in der Verfassung verankert wird. Ich werde als Staatsbürger erstmals direkt angefragt, ein grundsätzliches Bekenntnis zum Klimaschutz abzugeben, ohne schon über einzelne Massnahmen in allen Details abstimmen zu müssen. Das ist ein guter Weg in unserer direkten Demokratie.

3
/
9

"Die Schweiz hat einen Anteil von 0,1 Prozent am globalen Schadstoff-Ausstoss. Dass dieses Argument bei Herrn Blülle und der übrigen "Republik" null und nichts zählt, ist bedauerlich. "

Mit dieser Logik müssten Sie keine Steuern zahlen, sich an keine Verkehrsregeln halten, und könnten Leute umbringen, die Ihnen nicht passen, weil dies alles weltweit keine Rolle spielen würde.

14
/
0
Elia Blülle
Journalist @Republik
·
· editiert

Und noch etwas, Herr Blülle: Wir lassen uns von Ihnen nicht in die rechte Ecke stellen, wie sie es mit Ihrem Wegweiser-Vergleich machen.

Ich glaube, Sie haben mein Sprachbild falsch verstanden. Das Volks-Nein war auch ein Auftrag an die Gegner neue Vorschläge zu präsentieren. Und der Gegner war nun mal die SVP. Also liegt der Klimaschutz jetzt erst mal bei ihr. Ich wollte damit nicht sagen, alle Abstimmenden gegen das Gesetz seien rechts. Aber der Klimaschutz – und der damit verbundene Auftrag – ist jetzt erst einmal nach rechts «gewandert».

Mit Imark haben ich und viele andere mit liberalen Überzeugungen nichts am Hut. Die Rolle dieses Nationalrates und der SVP wird masslos überschätzt in der Klimadiskussion. Wir Stimmbürger lassen uns nicht einfach manipulieren. Auch nicht von der sogenannten Erdöl-Lobby und schon gar nicht vom Hauseigentümerverband. Ich mache mir als Staatsbürger eigene Gedanken und Meinungen und höre viele Argumente an. Dann entscheide ich. Ich bin in dieser Hinsicht ein totaler Individualist.

Ich stimme Ihnen zu 100 Prozent zu – und ich habe sie auch nirgend als «Manipuliermasse» dargestellt. Trotzdem hat die SVP das Referendum ergriffen und stehen nun in der Pflicht. So sind die Regeln unserer Demokratie.

Die Schweiz hat einen Anteil von 0,1 Prozent am globalen Schadstoff-Ausstoss. Dass dieses Argument bei Herrn Blülle und der übrigen "Republik" null und nichts zählt, ist bedauerlich.

Ich habe in zwei sehr ausführlichen Artikeln darüber gesprochen und geschrieben. Hier und hier.

2
/
0
Timon Zielonka
Sales @ zukunft.com
·

Welche Initiative finden Sie zeilführender: den Vorschlag oben oder die Gletscher-Initiative?

Weitere Erläuterungen zum Initiativvorschlag finden Sie hier.

Ich habe hier mal die wichtigsten Unterschiede aus meiner Sicht zusammengefasst.

0
/
0

Kann es sein, dass sich der Autor vom Etappensieger Imark hinters Licht führen liess? Beim CO2-Gesetz stand nicht "das völkerrechtlich Versprechen netto null bis 2050" zur Debatte, sondern lediglich das Halbierungsziel bis 2030. Zum Glück!

Wenigstens scheint er der üblichen Verzögerungstaktik der Ewiggestestrigen widerstanden zu haben. Denn mit Verweis auf (noch zu entwickelnde) synthetische Treibstoff- und ineffizente Wasserstofftechnologie versuchen diese kontinuierlich, die bestehende Infrastruktur für fossile Treibstoffe zu legitimieren - und damit auch deren weitere Nutzung. Das sichert der zum Untergang geweihten Erdölindustrie, die dahinter steckt, ein paar Jahre zusätzliches Einkommen. - Entzieht jedoch dem zwar bereits einsetzenden, aber nach wie vor nur schleppend vorankommenden Umstieg auf effiziente, elektrische Mobilität die dringend benötigten Mittel für Infrastruktur (Ladenetz, zusätzliche erneuerbare Energie) und Nachhaltigkeit (Weiterentwicklung bei
Ressourceneffizienz und Recycling von Batterien, etc).

Dem Fazit kann ich zustimmen: Zwar vergibt die Schweiz mit der knappen Ablehnung des wohl besten Klimakompromisses, der je zustande gekommen ist, wertvolle Zeit (die uns gar nicht mehr zusteht). Die Schocktherapie wird aber wohl neue, hoffentlich auch bei den Zögerer konstruktive Kräfte freisetzen. Dringend notwendig wäre es.

15
/
1

Sehr gut, ausserdem habe ich es langsam satt, dass wieder ein FDP-Vertreter im Artikel zu Wort kommt. Warum nur gibt man denen, die nichts für eine Lösung beitragen, eigentlich immer das Wort und hinterfragt nichts von dem, was sie sagen. Ignorieren wäre viel effektiver, solange, bis sie mit konstruktiven, effektiven und ernst gemeinten Ideen kommen.

8
/
4
Elia Blülle
Journalist @Republik
·

Guten Tag Herr Moser. Ich bin Journalist – und spreche prinzipiell mit allen. Wir sind keine Parteizeitung. Ausserdem: Herr Noser ist im Parlament einer der mächtigsten Klimapolitiker, der den Kompromiss zum CO2-Gesetz geschmiedet hat. Natürlich spreche ich mit ihm und lass ihn auch zu Wort kommen.

6
/
0
Elia Blülle
Journalist @Republik
·

Guten Tag Herr Staudemann. Ich bezweifle doch stark, dass ich mich von Herrn Imark hinters Licht führen lassen :). Das CO2-Gesetz war die wichtigste Gesetzgebung zur erreichen von Netto-Null bis 2050. Insofern kann man die Ablehnung als Votum gegen das Schweizer Klimaziele verstehen. Denn ohne neue Regeln, wird sie das Land nicht erreichen.

1
/
1

Ich kann Ihnen nur teilweise zustimmen, sorry. Das CO2G wäre lediglich die Basis gewesen für das erste Drittel auf dem Weg bis 2050. Netto-null 2050 stand nicht drin und darum auch nicht zur Debatte. Sondern nur das Etappenziel 2030.
Und umgekehrt: In der langfristigen Klimastrategie 2050, in der das Fernziel und die Grundsätze für Netto-null beschrieben werden, steht nichts über 2030 oder wie wir dorthin gelangen wollen. Die Langzeitstrategie und das Netto-Nullziel sind also weder obsolet noch überholt. Höchstens natürlich nun sehr viel schwieriger zu erreichen.

Die Aussage, dass die Stimmenden mit der Ablehnung des CO2G auch ein Votum gegen das 2050-Zieles meinten, wäre wie wenn man die Ablehnung der Agrarinitiativen als Votum gegen Bio-Landwirtschaft oder gesundes Trinkwasser auszulegen versuchte. Ohne Evidenz (Nachwahlbefragung, Analysen) ist solches im besten Fall eine Hypothese. Resp. im Fall von Imark durchschaubare Propaganda.

1
/
0

Die Erdsonde und die drei Elektrolastwagen von Imark sind ein Tropfen auf den sprichwörtlich heissen Stein. Etwas grösser wäre der Tropfen bei Verzicht auf die neuen Flieger und den Bau der Zweiten Gotthardröhre, die etwa zum Zeitpunkt von Netto-Null bereit stehen wird. Zwei Gotthardtunnels nur für E-Autos und Imarks E-Lastwagen.

14
/
0

... und Fahrzeuge, die dank Sensorik und AI im Abstand von Zentimetern hintereinander rollen werden ...

3
/
0
D. H.
Naturwissenschaftler
·

Äpfel und Birnen - aber natürlich ist das immer eine Frage des Standpunkts. Herr B. hat die Daten der Weltbank als Vergleichsgrundlage herangezogen und diese beschränkt sich auf den fossilen Primärenergieverbrauch im Inland (soweit ich weiss ohne Zivilluftfahrt). D.h. wenn sich Herr und Frau Schweizer einen neuen BMW leisten wird der CO2-Ausstoss dafür China (Stahlproduktion, Chips) und Deutschland (Autobau) angerechnet. Kann man natürlich machen - m.M. nach aussagekräftiger ist es jedoch in diesem Fall das Verursacherprinzip anzuwenden - wer das Auto bestellt hat und es benutzt soll auch die CO2-Emissionen dafür angerechnet bekommen.
Das BafU hat erfreulicherweise ein paar Daten für die Schweiz zusammen gestellt (Kenngrössen zur Entwicklung der Treibhausgasemissionen in der Schweiz
1990–2019, Stand April 2021, https://www.bafu.admin.ch/bafu/de/h…daten.html) Die Schweiz belegt mit 11.4 t CO2/Kopf weltweit den 9. Platz,und lässt sich nur noch von Staaten wie Saudiarabien oder eben den USA in ihrem Ausstoss übertreffen. Die Schweiz liegt also pro Kopf weit über dem EU-Durchschnitt, vor Polen, Deutschland etc. und weist den doppelten CO2-Ausstoss wie China auf. Eher kein Grund sich zurückzulehnen finde ich.

14
/
1
M. H.
acc@eml.cc
·

Ganz im Sinne des Titels: Der CH Autofahrer denkt wohl er bezahle bereits für alles. Man kann ihm einfach sein geliebtes Benzin lassen und dafür sorgen, dass E-Auto fahren auch ohne CO2 Abgaben spürbar billiger wird als ein Verbrenner, 'der Markt regelt dann den Rest' und den Rechtspopulisten fehlt der Wind in den Segeln. Gleiches beim Heizen, Gas darf sich nicht rentieren im Vergleich zu einer Wärmepumpe. Ich glaube das ist machbar, vor allem wenn auch die diversen Industrien mitspielen. Langfristig wird es so oder so darauf hinauslaufen... Öl ist das sinkende Schiff, nicht die Erneuerbaren.

14
/
1

Yep, aber beim Preis für das E-Auto sollten die auch die Kosten der umweltschädlichen und CO2-emittierenden Gewinnung der seltenen Erden für den Elektromotor und die Batterien sowie die vorgezogene Recyclinggebühr drin sein. Ausserdem müsste der Strom für das E-Auto 100% erneuerbar sein. Dann darf der Markt regeln.

6
/
2
M. H.
acc@eml.cc
·

Konsequenterweise sollte das dann bei allen Produkten so sein.

5
/
0
U. L.
· editiert

Mit den Argumenten es wird teurer oder es kostet Arbeitsplätze "gewinnt" man in der Schweiz immer. Das funktioniert bei Referendumsabstimmungen besonders gut. In unserm Land kann man alles verhindern und kaum etwas ermöglichen, solange unser Demokratie-Meccano so bleibt wie er ist.

13
/
0
Timon Zielonka
Sales @ zukunft.com
·
· editiert

teurer oder es kostet Arbeitsplätze

Das interessante ist, dass beides bei dieser Initiative nicht zutrifft und dennoch findet sich niemand, der dies umsetzen will. Als Gegenargument habe bisher nur von einem Leser der NZZ bekommen, dass er nicht weiss, wie er das Geld aus der Rückvergütung einsetzen soll.

2
/
2

Der Beitrag von Elia Bülle ist spannend. Allerdings vermisse ich einen wichtigen Aspekt, der in einer liberalen Volkswirtschaft nicht zu vernachlässigen ist und eine Sofort-Wirkung entfaltet: Die Macht der Konsumentinnen und Konsumenten. Wenn jene 48% der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger, welche dem Co2 Gesetz zugestimmt haben, per sofort auf jeglichen Fleischkonsum verzichten oder gar einen veganen Lebensstil wählen, wenn diese Konsumentinnen und Konsumenten zusätzlich auf Ferienflüge verzichten und stattdessen mit Zug und Velo unterwegs sind und wenn jene, welche die Möglichkeit haben ein eigenes Haus mit Sonnenzellen auszurüsten dies auch tun, dann können wir die CO2 Ziele erreichen. Wenn es der Hälfte der Bevölkerung wirklich ernst ist mit dem Klimaschutz, dann können wir sofort handeln und sofort Wirkung erzielen. Und wenn dann der Fleisch- und Milchkonsum um die Hälfte zusammenbricht, dann werden auch die dümmsten Bauern merken, wo der Bartli den Most holt.

17
/
10

Ich denke das "Masken im ÖV" Drama vom letzten Jahr zeigt gut wie wenig wir zu individuellem Verzicht bereit sind, auch wenn ein Konsens zum kollektiven Verzicht vorhanden wäre und dieser dann auch ohne wenn und aber über Nacht umgesetzt werden kann.

14
/
1

Ich finde das ist ein schlechtes Beispiel, da die Maskenproblematik viel komplizierter als die Klimaproblematik ist.

4
/
3

Ja klar, aber ich finde es mühselig mit limitierter Information gute Entscheidungen zu treffen. Konsumenten sind in Sachen Klima und ihrem Konsum nicht ermächtigt. Klar, Fleischkonsum ist easy, aber dann hören die Faustregeln leider auf zu funktionieren. Und wenn wir von der Ernährung absehen haben wir noch weniger Informationen über die Herkunft der Produkte.

Vielleicht ist die Lösung einfach so wenig wie möglich zu konsumieren, vielleicht läuft es ja eh darauf hinaus, aber ich finde es schwierig so viel Eigenverantwortung von Konsumenten zu verlangen. Eben nicht nur verantwortungsbewusst zu konsumieren, sondern sich stetig zu informieren, stets bei neuen Produzenten nachfragen und irgendwie etwas aus den halbherzigen Antworten und spärlichen Informationen aus der Privatwirtschaft ein gutes Konsumverhalten abzuleiten.

Das geht effizienter und setzt beim Produzent, beim Angebot an.

11
/
0
Timon Zielonka
Sales @ zukunft.com
·

dann können wir die CO2 Ziele erreichen

Leider nicht, wenn wir weiterhin Treibhaustomaten kaufen, denn diese verursachen zum Teil mehr CO2-eq als Hühnerfleisch. Es kommt eben auf viele Details an, die ich trotz eaternity.org und openfoodfacts.org nicht kenne.

1
/
0

Fleisch wird in der Regel nicht durch Tomaten ersetzt, sondern durch Bohnen, Erbsen, Getreide usw. Dass man als Veganer den Effekt noch verstärken kann, wenn man auch noch auf die Details des Gemüseanbaus achtet oder die Herkunft der Rohstoffe (zum Beispiel Hafermilch verwendet anstatt Mandelmilch) ist natürlich richtig, aber meines Erachtens bereits die hohe Schule eines klimafreundlichen Essverhaltens. Wenn Sie somit Veganer sind UND Freilandgemüse aus Demeteranbau konsumieren, dann erreichen Sie sicher noch eine bessere Wirkung, da haben Sie absolut recht.

12
/
2

Ich bin kein Tomatenspezialist aber ich denke, schädlicher als das Treibhaus ist ihre Herkunft aus dem dürregeplagten Andalusien, gepflückt und verpackt von schlecht oder nicht bezahlten Schwarzarbeitern aus dem Maghreb und der Lastwagentransport in die Schweiz.

Warum das so ist? Nochmals, lieber Herr Zielonka, systemisch. Wegen Zins und Profit. Da können wir so viele Details ändern wie wir wollen, Zins und Profit sind und bleiben klimafeindlich.

5
/
0
D. I.
· editiert

Die Ablehnung des CO2 ist ein Zeichen einer grösseren Malaise in der schweizerischen Demokratie. Eine Unfähigkeit zu einem lösungsorientierten, kritischen und fairen Austausch in der Politik. Die Schuldigen finden sich längst nicht nur in der SVP, sondern in fast allen Parteien. Das wir es nicht mal bei Klimapolitik es schaffen uns zu einigen, ist ein Armutszeugnis für dieses Land. Vielleicht wachen wir dadurch ja endlich auf.

Die Transformation zu einer klimaneutralen Welt ist aber längst im Gange und das stimmt mich positiv. Bei vielen Akteuren in der Wirtschaft, sogar bei den Finanzinvestoren, ist das Bewusstsein heute da, das was geschehen muss. Als Konsument, Mieter, Mitarbeiter etc. hat jeder Bürger die Möglichkeit diese Transformation zu unterstützen. Durch entsprechendes vorbildliches Verhalten aber auch durch Ausüben von Druck zur Veränderung in allen Bereichen wo er tätig ist.

16
/
3

Politische Auseinandersetzungen lebt von Siegen und Niederlagen. Die anderen Unfähigkeit zu nennen, nur weil die Abstimmungen nicht in ihrem Sinne verlaufen, ist nicht sehr demokratisch

3
/
1

Das CO2 Gesetz war ein im Parlament gut ausgehandelter Kompriss, wo ein grosser Teil aller Parteien dahinter Stand. Vor der Abstimmung fand von den Gegnern eine massive Kampagne mit Unwahrheiten statt und es wurde Panik verbreitet. So kann eine Demokratie nicht funktionieren.

3
/
0
Elia Blülle
Journalist @Republik
·

Danke dafür. Einverstanden!

2
/
1
Timon Zielonka
Sales @ zukunft.com
·
· editiert

vorbildliches Verhalten

Nur weiss ich leider nicht, wie ich das konkret umsetzen soll. Ich habe hier mal die Basisdaten meiner Klimagasemissionen veröffentlicht. Kritik und Verbesserungvorschläge in jedweder Form sind willkommen.

1
/
1

Danke Elia Blülle für Ihren Beitrag. Er zeigt mir, dass es nach dem letzten Sonntag nicht nur Siegesgeheul gibt. Ich habe den Verdacht, dass die Abstimmung zeitlich ungünstig lag: die Menschen allgemein verunsichert, gedemütigt von der Coronapandemie. Mit dem Abstimmungszettel konnten viele zeigen, dass sie sich ihre kleinen Freiheiten nicht einfach nehmen lassen wollen. Leider reicht meine Fantasie nicht mir vorzustellen, was nach dem trotzigen Sichaufbäumen kommt.

12
/
0

Dieser Artikel stellt korrekt heraus, dass die Schweiz eines der reichsten Länder der Welt ist. Es fehlt jedoch im Kontext, dass die Schweiz bezüglich der pro Kopf CO2-Emissionen auf Platz 82 in der Welt steht. Per Capita ist der CO2-Ausstoss der Schweiz nicht einmal die Hälfte dessen des im Artikel als gutes Beispiel angeführten Nachbarn im Norden (https://data.worldbank.org/indicato…desc=false) . Davon, dass die EU die CO2-NettoNull bis 2050 plant, ist die fast nur auf Kohleverbrennung basierende Energieversorgung des EU-Mitglieds Polen nicht auf eine andere Basis umgestellt - das wird deutlich länger dauern. Sich solche unrealistischen Planungen als Beispiel zu nehmen, ist der sichere Weg in das Versagen.
Wer Hoffnung für das Weltklima mit dem CO2-Ausstoss-senkenden Massnahmen in der Schweiz verbindet, sollte sich die Weltbank-Daten mal im Detail anschauen.
Die Energiestrategie 2050 ist jedenfalls nicht geeignet, einen positiven Beitrag zum Weltklima mit dem Erhalt des Wohlstands in der Schweiz zu verbinden. CO2-NettoNull ist ohne Kernenergie eine Illusion.

3
/
19

Lieber Herr B., es ist zu simpel, sich bei der Berechnung des "gerechten" nationalen Beitrags an den globalen Klimaschutz nur auf die heutigen, im Inland generierten CO2-Emissionen pro Kopf zu beziehen. Die beste mir bekannte Methodologie für diese Berechnung, und die beste Darstellung der Resultate, gibt es m.E. beim Climate Action Tracker: https://climateactiontracker.org/co…itzerland/ . Es würde mich freuen, hier Ihre Meinung dazu zu lesen. Beste Grüsse.

12
/
1
Timon Zielonka
Sales @ zukunft.com
·

Danke für den Link. Ja, natürlich müssen auch die grauen Emissionen vollständig einbezogen werden und daher sollte das Kyoto-Protokoll überarbeitet werden. Oder noch besser, man setzt es gerade um.

4
/
0
S. H.
· editiert

Lieber Herr B., auch beim Wasserverbrauch pro Kopf sind wir praktisch Weltmeister, wenn man die Verfügbarkeit und den geringen Preis des köstlichen und kostbaren Nass bei uns berücksichtigt: Doppelt so gut wie die Türkei, die doch über ausgedehnte Trockengebiete verfügt und erst noch mit Schiffen Trinkwasser nach Israel exportieren.

Denn der nominale Wasserverbrauch ritzt nur die Oberfläche. In jeder Avocado aus Chile, jeder Tulpe aus Holland und mit jeder im Ausland gefärbten Jeans oder gegerbter Handtasche importieren und verbrauchen wir immense Wassermassen.

8
/
0

Der zur Abstimmung vorgeschlagene Ansatz war viel zu administrativ, und nicht verursachergerecht. Firmen mussten offensichtlich nur einen Wisch ausfüllen, um sich dispensieren zu lassen. Das geht so nicht. Die Umverteilung bringt nichts, das war eine schwache Idee. Wir haben ein Problem, müssen es lösen, und das kostet. Das Geld zuhanden der Bundeskasse. Viel schlechter waer wenn das Geld ins Ausland ginge. Beginnen wir mit 50Rp pro Liter Benzin oder Oel.

3
/
5
S. H.
· editiert

Die Vorlage ist wegen 16 Rappen abgestürzt, lieber Herr B., Geld ist des Schweizers liebstes Kind.

8
/
0

Die Grünen in Deutschland forderten einmal 5 DM oder Euro pro Liter, und heute stehen sie nicht mal für Bruchteile davon ein.

4
/
0

Alle Unternehmen sind gezwungen, als Gegenleistung zur Befreiung ihre Energieeffizienz zu verbessern. Das kann man ungenügend und zu administrativ finden, aber die Verbesserungspotenziale sind da und müssen realisiert werden.

5
/
0
Elia Blülle
Journalist @Republik
·

Die Befreiung der Abgaben zugunsten von Verbesserung war eines der besten und effektivsten Policy-Instrumente im Klimabereich.

3
/
0

Schöne Bilder!

6
/
0

1918: Generalstreik. Eine der Forderungen : Frauen-Stimm- und Wahlrecht. Von der überwältigenden Mehrheit verworfen: Extrem, die Streikenden in den Strassen: Extremisten. Armeeeinsatz zur Wiederherstellung der inneren Ordnung.
1991, 73 Jahre später: Das Bundesgericht diktiert AI, das Frauen-Stimm- und Wahlrecht zu respektieren. "Extrem" ist in AI das Gericht oder die politische Ordnung ? "Extremisten" die Richter in Lausanne oder die AI-Männer? Was muss man von einer Institution genannt Demokratie halten, die 1918 mit Armeeeinsatz innere soziale Ordnung, 1959 mit Nein und 1991 mit richterlichem Diktat die biologisch kgegebene Geschlechter-Gleichheit herstellt? Was ist falsch an der Demokratie?
Einfach: Mein Hirn bestimmt nicht mein Leben. Mathematisch in der Umkehr ausgedrückt: Mein Leben in seiner DNA-Wirklichkeit und im Austausch mit den Wirklichkeits-Elementen wie Luft, Wasser, Erde, Sonne bestimmt mein Hirn und seine Synapsen. Mit Einsicht (Intelligenz) kann ich vernünftig mit der GEGEBENEN Wirklichkeit umgehen, oder langsam oder schnell meinen Tod als Selbstmord inszenieren, also mein Leben verkürzen, meine lebende Materie in tote umwandeln.
So ist das mit der Demokratie, dem Frauenstimm- und Wahlrecht und dem Klima. Demokratie ist lächerlich, wenn sie sich eine Macht zuschreibt, die sie nicht hat, die sie nicht haben kann: heute ergeht es der Schweizer Demokratie wie den Appenzeller-Männern. Frauen sind in der natürlichen Ordnung Menschen, die Demokratie ist soziale Ordnung. Sie macht sich zur Groteske, wenn sie sich einbildet, die soziale Ordnung beherrsche die natürliche Ordnung: Männer über Frauen, Markt und Geld-Gschäfte über Natur. Sie IST dann sogar eine Gefahr für das Leben der Menschen, Deines, meines, das unserer Nachkommen. Aber auch da, nur kein Grössenwahn, die Demokratie bestimmt nicht über das Leben als Ganzes, nur ob unsere Spezies morgen oder übermorgen noch dabei sein wird. Ist sie zu solcher Einsicht (Intelligenz) fähig?

7
/
2

Vielen Dank für diesen für mich sehr wertvollen und hilfreichen Beitrag - selbst wenn einiges Kritisches von anderen Kommentator:innen zu Recht zu bedenken gegeben wurde. Der Beitrag zeigt mir, was ich gut nachvollziehen kann, auf, dass es nun neben der Gletscherinitiative auf kantonale/regionale Vorgehensweisen mit beorstehenden Initiativen in Kantonen und Städten ankommt, von denen ja auch schon einige angedacht oder sogar entwickelt worden sind.

4
/
0
Anonym 2
· editiert

Das Problem der Klimaänderung und deren kollektiven Regulierung fusst vermutlich auf einem noch viel tieferliegenden. Andere Leute zu beeinflussen, ob politisch oder sonstwie, scheint in Absenz eines Gewehres nicht klappen zu wollen. Beweisstück Nummer eins und zwei: Familie und Beziehung. Ansonsten grüssen einen rechts der tribale Egoismus und links die kosmopolitische Blauäugigkeit man könne Kollektive verhaltenstechnisch umformen.
...Dem Irrglauben man könne ausser sich selbst jemand anderen ändern, habe ich bereits lange verworfen. Und das als fröhlich-muntere Lehrkraft ;)
Es bleibt Voltaire: Il faut cultiver son jardin!

2
/
0
Urs Fürer
Grafiker, Biker, Elektromobilist, …
·

Die Sonne würde in einer Stunde soviel Energie liefern, wie die Weltbevölkerung in einem Jahr verbraucht, aber wir sind offensichtlich zu dumm, diese zu ernten.

1
/
0
seit 2018

Republik AG
Sihlhallenstrasse 1
8004 Zürich
Schweiz

kontakt@republik.ch
Medieninformationen

Der Republik Code ist Open Source