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Informatik-Ingenieur und Ökonom
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· editiert

Man sollte die Ausländer nicht alle in einen Topf werfen. Viel spannender ist eine Aufschlüsselung nach Herkunftsland, zum Download verfügbar beim Bundesamt für Statistik. Das sieht man zum Beispiel, dass jedes Jahr 0.8% aller in der Schweiz niedergelassenen Bürgerinnen und Bürger aus der dominikanischen Republik mit dem Betäubungsmittelgesetz in Konflikt geraten, deutlich mehr als jedes andere Herkunftsland!

Hier noch eine fundiertere Studie zum Thema:
https://www.aeaweb.org/articles?id=…r.20170263

Fazit der Studie: Flüchtlinge, die als minderjährige Kriegsverbrechen miterleben mussten, werden deutlich häufiger kriminell als andere Flüchtlinge. Dieser Effekt lässt sich aber stark reduzieren, indem man den Flüchtlingen Zugang zum Arbeitsmarkt gibt.

PS: Hier auch noch der Link zum Bundesamt für Statistik: https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/hom…-0116.html

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Vielen Dank für diesen Hinweis. Genau zu diesem Thema würde ich mir einen fundierteren Artikel der Republik wünschen, wobei das natürlich ein heikles Thema ist. Leicht kann man dabei als entweder zu naiv oder zu rassistisch abgestempelt werden.

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Habe ich jetzt etwas übersehen im Artikel? Ich meine, ich stimme zu, dass eine Nennung der Nationalität Rassismus fördern kann und deshalb bei einer kurzen Pressemitteilung unnötig ist. Das scheint mir logisch. Aber mit der im Artikel gelieferten Statistik kann ich wenig anfangen. Weder sind alle Ausländer kriminell, noch sind wir alle gleich. Solche Aussagen sind mir zu platt und bringen uns meiner Meinung nach nicht weiter. Viel interessanter wäre doch zu wissen, wieviel Prozent von welcher Bevölkerungsgruppe Delikte begeht und welche, damit präventive Massnahmen besser greifen. Beim delinquenten Schweizer schaut man sich ja auch die Hintergründe an, die zur Tat führten. Warum soll man sich nicht die Herkunft des Täters und deren Einfluss auf die Tat anschauen? Da erst würde es interessant. Da spielt sicherlich auch eine Rolle, welcher Anteil einer bestimmten Bevölerungsgruppe in unser Land kommt. Sind es die gut ausgebildeten einer Nationalität oder eher unqualifizierte Personen etc. Ein paar nüchterne Fakts würden hier wohl eher weiterhelfen als irgendwelche generellen Aussagen.

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Michel Rebosura
Ratsmitglied Project R Genossenschaft
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Copy/Paste eines früheren Beitrags

Hier noch die Zahlen aus der relevanten Passage des Wikpedia-Artikels:

Der Anteil der zum Stichtag im Jahr 2012 inhaftierten Ausländer in der Schweiz betrug 73,8 % von insgesamt 6.599 Inhaftierten.Allerdings beinhaltet diese Zahl auch Ausländer in Untersuchungs- oder in Ausschaffungshaft. Dagegen ist der Anteil der Ausländer an den strafrechtlich Verurteilten regelmäßig wesentlich geringer (1998: 46,3 %). Mit dem Anteil der Ausländer an der Schweizer Wohnbevölkerung darf diese Prozentzahl jedoch nicht verglichen werden, denn über die Hälfte dieser verurteilten Nichtschweizer (26,7 % der Verurteilten im Jahr 1998) hat keinen Wohnsitz in der Schweiz und ist somit in der Bezugsgröße der Schweizer Wohnbevölkerung gar nicht enthalten. Nimmt man nur die Verurteilten der Schweizer Wohnbevölkerung zur Grundlage, so beträgt der Anteil verurteilter Ausländer 27,2 % (bei einem Bevölkerungsanteil von 22 %). Der Großteil der Ausländerkriminalität in der Schweiz geht demnach nicht auf Einwanderer, sondern Gruppen wie Durchreisende, Asylbewerber und Touristen zurück, wobei von diesen allein 32 % nur aufgrund von Verstößen gegen das Ausländergesetz verurteilt wurden.

Schon 1996 wies das Bundesamt für Statistik nach, dass ausländische Einwohner der Schweiz zwar öfter straffällig werden, dies aber vor allem durch Verstöße gegen spezielle Ausländergesetze und die unterschiedliche Altersstruktur und Geschlechterverteilung (mehr Männer) hervorgerufen wird. Berücksichtigt man dies, gebe es hinsichtlich der Kriminalität kaum Unterschiede zwischen Schweizer und Nichtschweizer Wohnbevölkerung.

Dazu auch der Datenblog des Tagi.

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Aha. Aufgrund des Tagi - Artikels werden also proportional gesehen doppelt so viele in der Schweiz ansässige Ausländer verurteilt wie Schweizer und es kommen noch gleich viele hinzu, zählt man straffällig gewordene Touristen, Asylbewerber etc dazu. Also trügt das Bauchgefühl, das viele Schweizer haben, eben nicht. Zugleich haben wir aber bei straffällig gewordenen Ausländern laut Artikel offenbar einen vergleichsweise hohen Anteil an schlecht ausgebildeten jungen Männern, was eine höhere Kriminalitätsrate begünstigt. So habe ich das jetzt jedenfalls verstanden. Statt uns also darüber zu streiten, ob die Nationalität bei Delikten genannt werden soll oder nicht, wäre es wohl besser, die vom Tagi erwähnten Fakten mit einfachen Worten auf den Tisch zu legen und auch zuzugeben, um anschliessend die Frage zu stellen, wie und ob man gezielt bei dieser Bevölkerungsgruppe vorgehen kann.

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Lustig ja auch dieser Schwerpunkt auf der Nationalität. Genauso könnte man sich ja auch über das Geschlecht Gedanken machen...

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Nur würde sich da eine viel grössere Anzahl von Menschen, nämlich die Männer, zu Recht an den Karren gefahren fühlen und würde dort argumentieren wie absurd pauschale Verurteilung und Repression seien...
Aber der Schwache Ausländer, der Froh ist wenn er unter dem Radar durchgeht, passt perfekt als Sündenbock...

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Bei Verdächtigen sollte man generell möglichst wenig Informationen an die Öffentlichkeit bringen, denn der Verdacht kann sich in Luft auflösen. Etwas anders ist es bei verurteilten Straftätern aus. Zur Haltung des Tages-Anzeigers: 'Verdächtigte' und 'Fakten' passen so gut zusammen wie Elefant und Fledermaus, nämlich gar nicht.

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Als Schweizer mit italienischen Wurzeln störe ich mich sehr an der geplanten Nennung des Migrationshintergrund. Was soll das den genau sein? Bis zu welcher Generation geht der Migrationshintergrund? Was ist mit Kindern von binationalen Ehen?
Und noch wichtiger: Ist irgendwo verzeichnet, ob man Migrationshintergrund hat oder nicht? Gegenüber dem Staat bin ich ein Schweizer wie jeder andere, alles andere fände ich diskriminierend.

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Michel Rebosura
Ratsmitglied Project R Genossenschaft
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Als Daumenregel kann man sagen: Ab der 3. Generation. Ins Detail ging ich in diesem Thread. Nützlich ist auch die Typologie des Bundesamts für Statistik.

Damit würde es auch bei mir, als "Secondo", wenn ich in Verdacht geraten würde, "Schweizer mit (philippinischem) Migrationshintergrund" heissen. Selbst wenn ich hier geboren worden bin, seit 37 Jahren in der Schweiz lebe und die Philippinen nur von Familienbesuchen her kenne.

Für die SVP und andere werde ich damit auf immer und ewig ein "Ausländer" und "Fremder" bleiben. Und für die mein Migrationshintergrund die verdächtigte Tat verständlich macht.

Hierbei zeigt sich meines Erachtens gut das Othering durch diskriminierende Stereotypisierung mittels sprachlicher frames.

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Satire ist wenn die Dummen nicht wissen ob sie klatschen sollen.

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Psychotherapeutin
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Ein wichtiger Beitrag über Wahrnehmung und Wirklichkeit. Und- bei der Republik leider noch nicht üblich - eine richtig humorvolle Illustration! Danke!

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Michel Rebosura
Ratsmitglied Project R Genossenschaft
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· editiert

Ich finde es spannend, wie auf einen Artikel, der über die Gefahr des framing aufmerksam macht, wenn Nationalität oder Migrationshintergrund bei Verdächtigen [sic] gennannt wird (Schweizer*innen ohne Migrationshintergrund bleiben dabei oft unmarkiert), in der Diskussion genau solche frames aktiviert werden. QED könnte man sagen.

Hier noch die Zahlen aus der relevanten Passage des Wikpedia-Artikels:

Der Anteil der zum Stichtag im Jahr 2012 inhaftierten Ausländer in der Schweiz betrug 73,8 % von insgesamt 6.599 Inhaftierten.Allerdings beinhaltet diese Zahl auch Ausländer in Untersuchungs- oder in Ausschaffungshaft. Dagegen ist der Anteil der Ausländer an den strafrechtlich Verurteilten regelmäßig wesentlich geringer (1998: 46,3 %). Mit dem Anteil der Ausländer an der Schweizer Wohnbevölkerung darf diese Prozentzahl jedoch nicht verglichen werden, denn über die Hälfte dieser verurteilten Nichtschweizer (26,7 % der Verurteilten im Jahr 1998) hat keinen Wohnsitz in der Schweiz und ist somit in der Bezugsgröße der Schweizer Wohnbevölkerung gar nicht enthalten. Nimmt man nur die Verurteilten der Schweizer Wohnbevölkerung zur Grundlage, so beträgt der Anteil verurteilter Ausländer 27,2 % (bei einem Bevölkerungsanteil von 22 %). Der Großteil der Ausländerkriminalität in der Schweiz geht demnach nicht auf Einwanderer, sondern Gruppen wie Durchreisende, Asylbewerber und Touristen zurück, wobei von diesen allein 32 % nur aufgrund von Verstößen gegen das Ausländergesetz verurteilt wurden.

Schon 1996 wies das Bundesamt für Statistik nach, dass ausländische Einwohner der Schweiz zwar öfter straffällig werden, dies aber vor allem durch Verstöße gegen spezielle Ausländergesetze und die unterschiedliche Altersstruktur und Geschlechterverteilung (mehr Männer) hervorgerufen wird. Berücksichtigt man dies, gebe es hinsichtlich der Kriminalität kaum Unterschiede zwischen Schweizer und Nichtschweizer Wohnbevölkerung.

Dazu auch der Datenblog des Tagi.

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Köchin
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Mier sind doch alli vo eswo härcho, früener oder spöter; das sötted miar nid vergässa

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Mir ist mehrmals aufgefallen, dass in der CH Medienszene die Nationalität als erstes genannt wird, wenn es sich um einen Ausländer/oder besser gesagt nicht Urschweizer handelt. Hat aber ein SchweizerIn was angestellt, findet sich diese Information meist erst im letzten Absatz...

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Die Angabe dient der Ursachenforschung und Präventation.
In Deutschland werden viele Ausländer Straftaten den Rechten zugeordnet.
Warum sind dann so viele Ausländer / Asyl im Schweizer Gefängnis? (ohne Touristen)
Quotient verglichen mit Schweizer pro Rata, Ausländer: 2.4 Asyl 31.2 mal häufiger.
Die Daten sind beim BFS so versteckt, da schauen nicht einmal Journalisten hin.
https://twitter.com/WerniBechtel/st…83296?s=20

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Dass Ausländer häufiger im Gefängnis landen, Herr B., hat viel mit eigens für sie geschaffenen Gesetzen (es grüssen Asyl- und Ausländergesetz), mit sozialem Status, usw. zu tun. Aber sehr wenig mit der ihr angeborenen kriminellen Art.
Es grüsst herzlich,
ein halbkrimineller Halbausländer

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Herr B., die Daten sind gar nicht versteckt. Sie finden sie und wir alle auch. Und da gibt es viele plausible Gründe, einer davon ist schonmal, dass Asylsuchende und Ausländer (insbesondere nicht EU) für Tatbestände bestraft werden können, die für Schweizer gar nicht strafbar sind.
Abgewiesene Asylsuchende zum Beispiel, kommen sehr schnell einfach mal in Haft. Und das meist mehrmals und länger. Einfach rein durch Ihre Anwesenheit. Ohne Delikte.

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Ok, da steht bloss Behauptung gegen Behauptung. Zeigen Sie mir bitte Studien, wo explizit auf die Sachverhalte Vergehen/Verbrechen von Inländer/Ausländer geforscht wurde.

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Jurist
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Erfolgen Ursachenforschung und Prävention aufgrund von Zeitungsmeldungen? Hoffentlich nicht. Dafür können und sollen Forscher Einblick in die Statistiken nehmen, bei begründetem Interesse auch in konkrete Fälle. Hier geht es aber um die Presse, wo unemotional gesagt wohl 99 % der Leser in keiner offiziellen Funktion der Forschung oder Prävention tätig sind (und wenn doch, sich hoffentlich nicht Pressemitteilungen bedienen). Was somit heisst, dass es um reine Polemik, Schüren von Ängsten und Vorurteilen sowie Politisierung öffentlichkeitsrelevanter Taten für die Agenda einer bestimmten Partei geht.

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Wenn man wiederholt das "Volksempfinden" nicht ernst nimmt, wiederholt alles ausgleichen will, was nicht gleich ist und sein kann, dann ist DAS schüren von Rassismus. Das Benennen von Unterschieden - OHNE Kategorisierung - ist fundamental. Um die Unterschiede danach nicht wegzuwischen, sondern um sie zu akzeptieren und damit leben zu lernen. Und auf gesellschaftliche "Gefühle" bauen sich sehr wohl Ursachenforschung und Prävention auch auf. Worauf denn sonst, vielleicht auf das Bauchgefühl des Forschers? Hat die Bedeutung von Sachverhalten in der Realität nicht mit Forschung zu tun? Come on, das ist inakzpetabel.

Die Furcht vor heiklen Themen ist extrem antidemokratisch.

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Mitdenker
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Darf man eigentlich, wenn ein Journalist gegen Ausländer pöbelt, auch erwähnen, ob er eine Frau aus Thailand hat, oder aus den Philippinen?

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Darf man natürlich. Nur: Auch wenn man damit vermutlich auf die Scheinheiligkeit des Pöbeljournalisten hinweisen will, ist man halt auch nicht besser als der Pöbeljournalist, weil man im Kern ja auch nur gegen die Ausländerin pöbelt.

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Mitdenker
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Wenn ich also darauf hinweise, dass ein (oder derselbe) Journalist, der wiederholt Sozialisten (erst recht Kommunisten) verunglimpft und verhöhnt, besonders viele Inserate aus China aufnimmt und über China besonders unkritisch berichtet, so verunglimpfe ich damit im Kern auch den Sozialismus...?

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Man schaue einmal ins Bundesamt für Statistik - Verurteilte Personen - Tabellen zur Nationalität der verurteilten Personen. Spezifisch die einzelnen Tabellen. Als Referenz, Bundesamt für Statistik - Ständige ausländische Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeit

Ich sehe da signifikante Ausreisser wenn man die Daten im Verhältnis zum Anteil an der Gesamtbevölkerung anschaut. Das gleiche trifft auf viele Faktoren zu. So zum Beispiel sind die Täter hauptsächlich Männer.

Aus meiner Sicht sollten solche Daten sehr wohl öffentlich und bekannt sein, auch im Einzelfall. Man stelle sich vor, dass das Geschlecht nicht mehr publiziert würde. Sollte man es einfach ignorieren, dass die Männer die Haupttäter sind? Aus meiner Sicht definitiv nicht. Nur Aufgrund klarer Daten können fokussierte und effektive Massnahmen getroffen werden. Dies zum Beispiel auch in der Prävention. Selbstverständlich bin ich der Meinung, dass noch viel mehr als Alter, Geschlecht und Nationalität zum Gesamtbild gehört. Die Nationalität scheint aber (leider) unter anderem einen Unterschied zu machen.

Zum Schluss, es gibt auch so manche Nationalitäten die in der Schweiz besser als die Schweizer und Schweizerinnen abschneiden.

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Lieber Herr S.,
niemand will diese Angaben verstecken/unterdrücken/zensurieren. Die Frage, um die es hier geht, lautet: Sollen Polizeisprecher immer automatisch neben dem Alter auch die Nationalität (oder gar einen wie auch immer definierten Migrationshintergrund) angeben? Was erklären diese Angaben? Und was bewirken sie in unseren Köpfen.
Grüsse!

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Gemaess Kriminalstatistik des Bundes, werden pro Jahr etwa 38'000 Zuwiderhandlungen gegen das Ausländergesetz registriert. Zur genauen Anzahl verurteilter Personen steht nichts, kann aber trotzdem ganz gut zu den von Ihnen zitierten Zahlen im Verhältnis gesetzt werden.

Edit: Daten zur Anzahl beschuldigten Personen finden Sie hier. Es waren 2018 insgesamt 22'697 Ausländer*innen.

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Schon mal überlegt, dass es

  1. für Ausländer auch viel mehr mögliche Delikte und Übertretungen gibt? > siehe AIG

  2. Es auch viel Racial Profiling gibt? Wann wurden Sie zum Beispiel schon mal einfach so auf offener Strassse von 3 Polizisten kontrolliert? Noch nie, oder? Unbescholtenen dunkelhäutigen Mitbewohnern geschieht das ständig.

Also, jetzt nehmen wir zwei Einwohner mit krimineller Energie. Wie wahrscheinlich ist es, dass a) der blonde junge Mann erwischt wird? Versus b) der dunkelhäutige junge Mann? Beide haben geklaut. Erwischen tut es nur Einen.
Die Statistik ist nicht neutral.

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Wenn sich also Migrantengruppen aus manigfaltigen Gründen mit Drogengeschäften beschäftigen, sagen wir mal eine dunkelhäutige Gruppe, dann würden Sie als Polizist in einer bestimmten Situation diese nicht kontrollieren, sondern eher den blonden? Oder gar keinen?
Unter uns gesagt, einen solchen "Polizisten" möchte ich nicht.
Das ist KEIN Racial-profiling.
Was nicht heisst, diese Gesellschaft sei nicht rassistisch. Aber extem rassistisch ist sie bei weitem nicht, reden wir nicht von Dingen, die nicht existieren.

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Leser Patrick
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Na wenn schon Zusatzinfo betreffend Verbrechen, dann bitte die Richtige bei Verurteilung und nicht bei Anklage, da liegt noch Unschuldannahme im Feld; oder ist die nur für Einheimische gültig? Bei allen Delikten bitte, auch bei den Finanz Verbrechen Geschlecht, Heimatort, Alter, Augenfarbe und Schuhgröße. Der grosse Unterschied in der Schweiz wäre auch wichtig; nicht jeder Kanton hat gleich viele Verbrecher, also bitte den Herkunftskanton angeben, die interne Migration ist doch was die Schweizer interessiert. Dann wird es wenigstens Lustig.

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Ich bin der Meinung, dass Fakten Klarheit schaffen.
Keine Probleme habe ich also damit, dass bei Vergehen die Herkunft genannt wird.
Im Gegenteil.

Vorurteile sind präsent, auch positive Vorurteile übrigens, da braucht man deswegen nicht herumzueiern.
Meines Erachtens ist der einzige Weg, diese zu bekämpfen, nicht das Verschweigen, sondern das Benennen.
Wird das Vorurteil nicht bestätigt, dient die Angabe zur möglichen Verminderung der Vorurteils.
Unterstützt sie hingegen diesen, dienen die Angaben als Basis zu präventiven Massnahmen.

Wenn ich lese, Schwule seien im Niederdorf wiederholt mit Messern angegriffen worden, denke ich nicht an Müller, Heinz. Sorry.
Stehen wir besser mit beiden Beinen fest auf der bestehenden Erde und nicht auf einer virtuellen, edlen, inexistenten.

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"Wenn ich lese, Schwule seien im Niederdorf wiederholt mit Messern angegriffen worden, denke ich nicht an Müller, Heinz. Sorry."

Guten Abend, mich würde interessieren, an wen Sie in so einem Fall denken?

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Ich denke an Menschen, die von extrem homophoben und frauenfeindlichen Kulturen kommen und bei denen Auseinandersetzungen mit gröbster Gewalt Alltag sind. Ganz besonders, wenn sie auch noch aus Kriegsgebieten kommen und hier Probleme im Alltag haben.
Oder gibt es diese Kulturen für Sie nicht?
Sind wennmöglich alle Kulturen gleich?
Oder wirkt eine Kultur nicht auf die Erziehung von jungen Menschen ein ?

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Würde aber voraussetzen, das man Informationen auch wahrnimmt, die man nicht wahrnehmen möchte. ZB das ein Schweizer ohne Migrationshintergrund (bis in welches Jahrhundert?) die Täter gewesen sind - bei den meisten dürfte der Prozess sonst genau so ablaufen, wie sie es beschrieben haben. War ein Ausländer. Bis zur Täterherkunft wird erst gar nicht gelesen. Und wenn doch, dann wird einfach "Migrationshintergrund" dazu gedacht.

Schliesslich sind Schweizer /Deutsche (da passt so ziemlich jede Nationalität rein) zu solchen Dingen nicht in der Lage.

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Wenn jemand keine Information wahrnehmen will, dann ist es einerlei, was öffentlich erwähnt wird und was nicht. Dies gilt natürlich für alle Art von Informationen.
Vorurteile wird man bestenfalls los, indem sie widerlegt werden, durch Fakten.
Voreingenommene Menschen lassen sich jedoch auch von Fakten nicht beirren. Im übrigen gilt dies sowohl für Fürsprecher als auch für Gegner der Erwähnung der Herkunft bei einem Vergehen.

Einen Migrationshintergrund abzusprechen indem man alle Menschen damit meint und es so auflöst, ist gröbste Vereinfachung, die im übrigen nicht im Entferntesten von den Migranten selber geteilt wird.
Wenn WIR Probleme mit "Kultur" und "Nationalität" und "Religion" und "Zugehörigkeit" und "Heimat" haben, ist es unser Problem und dies sollte von uns angegangen werden.
Die übrige Welt teilt diese Sichtweise nicht. Sie teilt bei sich sehr wohl zwischen Einheimischen und Fremden auf. Dagegen nützt alles Täubelen nichts.

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Vorauseilender Gehorsam dem in der Schweiz seit 30 Jahren immer mehr aufkommenden Rechtspopulismus und dessen Ressentiments.

Ich denke diese Erklärung ist am Stichhaltigsten, und auch bei der jeweiligen Zustimmung der bürgerlichen Mitte zu rechten Sozialstaatskürzungsvorlagen klar zu erkennen.

Einfach um nicht in den Fokus von rechten Hetz- und Empörungskampanien zu kommen und so Wählerverluste oder persönliche Konsequenzen und Anfeindungen zu riskieren.

Es wäre wieder einmal Zeit, dass die Zivilgesellschaft aufsteht und dieser Hetze einhalt gebietet, aber solche idiotischen Regelungen finden leider immer noch breite Zustimmung beim Wähler, der nur allzuoft einfach die Statistiken in Frage stellt oder leugnet nur um seine Vorurteile bestätigt zu sehen...

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ichfürchte...
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Ausnahme war, wenn ein Zusammen­hang zwischen Nationalität und Straftat bestand. Das entsprach bis 2001 übrigens auch den Richt­linien des Schweizer Presserats.

Lieber Herr Hanimann
Gibt es eine Erklärung dafür, warum der Presserat diese Richtlinien geändert hat? Dieser Entscheid erscheint mir genauso gravierend, wie Entscheidungen im Zusammenhang mit Polizei-Mitteilungen.
Freundliche Grüsse

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Lieber Anonymus,
ich zitiere dazu aus einem Faktenblatt des Zürcher Polizeidepartements, pdf:

In den Richtlinien des schweizerischen Presserates findet die Frage der Nationalitätennennung ihren Niederschlag – früher und heute. Im Jahr 2001 hiess es unter Punkt 8.2: «In Berichten über Straftaten dürfen Angaben über ethnische Zugehörigkeit (...) nur gemacht werden, wenn sie für das Verständnis der Tat notwendig sind». Weiter hiess es: «Besondere Beachtung ist dem Umstand zu schenken, dass solche Angaben bestehende Vorurteile gegen Minderheiten verstärken können.»

Heute ist diese Richtlinie in eine neue Form gegossen worden: «Die Nennung der ethnischen oder nationalen Zugehörigkeit, der Herkunft, der Religion, der sexuellen Orientierung und/oder der Hautfarbe kann diskriminierend wirken, insbesondere wenn sie negative Werturteile verallgemeinert und damit Vorurteile gegenüber Minderheiten verstärkt. Journalistinnen und Journalisten wägen deshalb den Informationswert gegen die Gefahr einer Diskriminierung ab und wahren die Verhältnismässigkeit.»

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Warum sollen einige über ein Wissen, mit dem ICH ebenfalls arbeiten kann, bestimmen?
Warum sollen einige, die sog. resistent gegen Vorurteile sein sollen, andere damit bevormunden?
Woher kommt diese gefährliche Diskrepanz in einem demokratischen System? Eine, die einigen wenigen die Macht gibt, die Informationen weiter zu reichen, die SIE für richtig halten und von der "Masse" verkraftbar/nicht-verkraftbar sind?
Verkraftbar, ohne dass diese "Masse" in "Vorurteilen" über Minderheiten zerfliesst.
Inkazeptabel, diese "gut gemeinten" Handlungen.
Wie hiess es doch: "Ich will nur dein Bestes." Antwort: "Aber DAS kriegst du nicht!"

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kritischer zukunftsorientierter Bürger
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Die Erklärung ist einfach: Kommunikationsstellen kämpfen um Aufmerksamkeit und werden danach beurteilt, wie oft Ihre Medienmitteilungen ein Echo in den Medien finden. Wenn die Polizei Sprecher von Migranten als Täter sprechen, wird das va von Skandal Medien sofort genüsslich aufgegriffen. Dann war die Medienarbeit erfolgreich. Das gleiche gilt für andere Minderheiten oder „Terroristen“. Fatale Dynamik, aber typisch für die heutige Massenkommunikation.

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Zweifler und Zauberer
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Die Frage beschäftigt mich schon lange! Wann ist jemand ein A oder ein S? Aber sie scheint tief in unseren Köpfen verankert zu sein. Jeder „Kunde“ muss bei uns in der Stadtverwaltung Zürich nach diesen Kriterien erfasst werden, obwohl es für die Dienstleistung, die wir erbringen absolut irrelevant ist. Es gibt dazu auch keine gesetzliche Vorgabe! Meine Nachfrage über deren Nutzen bei der GL verliefen im Nirwana. Und neue Software, die wir kürzlich erhalten haben, erfasst noch mehr Daten. Die Lust am Datensammlen ist ungebrochen.

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genau. Ich, Schweizer und mein Partner, Ausländer, sind vor kurzem innerhalb der Stadt Zürich gezügelt. Der Vermieter musste uns beim Kreisbüro melden, wie auch wir uns. In der Einzugsanzeige vom Vermieter wollen die Behörden den Beruf und Arbeitgeber, sowie Kontakt des Arbeitgebers wissen. - völlig unnötig!

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Interessant. Das war mir neu. Können Sie mir mehr darüber erzählen? Dann schreiben Sie mir doch bitte eine Mail. Danke und viele Grüsse
ch.

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Antonia Bertschinger
Ratsmitglied Project R Genossenschaft
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In Basel führen die Behörden einen sogenannten "Datenmarkt". Das scheint eine Datenbank zu sein, die angeblich dem Datenaustausch zwischen den verschiedenen Behörden dient. Mir ist der Datenmarkt bisher vor allem dadurch aufgefallen, dass dort über mich kreuzfalsche Informationen gespeichert waren, die man kaum wieder wegbrachte. Es ist wohl eher ein Datenfriedhof als ein Markt... Ich will gar nicht wissen, was dort alles angesammelt wird und wie viele Fehler die Behörden machen, weil dort falsche Informationen vor sich hin modern. Ganz abgesehen vom Schikanepotenzial ist es sicher auch ein riesiges Datenschutzproblem.
Vielleicht möchten Sie dem ja auch mal nachgehen...?

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Es wäre sicher auch falsch, aber vermutlich kausal viel relevanter, wenn der soziale Status, z.B. das Einkommen von Tätern genannt werden müsste.
Dass man irgendwelche persönlichen Details zu Verdächtigen weitergeben muss, führt zwingend zu Vorverurteilungen. Vorurteilen eben.

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Das würde Arme als Kriminell abstempeln und es ginge dann nicht mehr lange wüssten die Rechten, dass die nicht Kriminell werden weil sie arm sind, sondern arm weil nichtsnutzig und subsequenterweise kriminell...
Solche Angaben würden kein Bisschen helfen Armut als bekämpfungswürdigen Zustand zu deklarieren und Menschen als Opfer der Umstände, sondern wieder nur einen bösen, Sündenbock, der an allem selbst schuld ist, für rechte Hetze schaffen und ich denke das hilft keinem.
Die Ursachen für die Probleme einer Gesellschaft bei den Machtlosen zu suchen ist einfach, bequem und das Dümmste, was man machen kann, weil man Symptome und die unschuldigen Menschen dahinter bekämpft, aber nicht das Problem und schon gar nicht die Verantwortlichen zur Verantwortung zieht...

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Zu meiner Info: Habt ihr bewusst nur Aslönder geschrieben, oder sind Ausländerinnen nicht mitgemeint?

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Guten Tag Frau G.,
ja, ich habe tatsächlich bewusst und stereotypisierend nur die männliche Form gewählt. Vor allem aus stilistischen Gründen. Aber die rein männliche Form ist hier auch der Realität angepasst, weil bei der Kriminalität rund 80 Prozent der Beschuldigten männlich sind.

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Antonia Bertschinger
Ratsmitglied Project R Genossenschaft
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· editiert

Oh... lieber Herr Hanimann, die "stilistischen Gründe" als Vorwand für ausschliesslich männliche Formen haben aber in der Republik keinen Platz... oder? Sowas erwarte ich allenfalls noch von der NZZ. Die R bekennt sich doch zu geschlechtergerechter Sprache?!

(Diese ist nicht nur aus Gerechtigkeits- und Diskriminierungspräventionsgründen wichtig. Wie die Frage von Frau G. zeigt, ist es auch semantisch wichtig, dass wir genau bezeichnen, wovon wir reden. Männliche Formen sind ungenau, weil man nicht weiss, wer jetzt da evtl. alles mitgemeint sein könnte.)

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"Schweizer mit Migrationshintergrund"
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· editiert

In der Medien­arbeit sei das Interesse an Nationalitäten von Verdächtigen halt «spürbar».

Dass dies Anlass genug ist, um gleich die Information an die Presse weiterzugeben - einfach nur erschütternd.

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· editiert

Allein die Idee, die Nationalität oder den Migrationshintergrund von Tatverdächtigen zu publizieren, ist von Übel. Nichts ist gewonnen, wenn "Profile" von Leuten publiziert werden, von denen noch nicht einmal klar ist, ob sie an der Tat beteiligt waren und wie, aber viel verloren. Was lerne ich aus "die Polizei verdächtigt einen Schweizer mit Migrationshintergrund"?

Müsste nicht richtigerweise auch der Migrationshintergrund eines Politikers genannt werden, wenn über seine Tätigkeiten und Äusserungen berichtet wird? Oder derjenige der involvierten Angestellten der Polizei?

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Software Ingenieur
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Danke für den Artikel.
Ich fände es noch spannend, wenn man aus diesen Zahlen aus Deutschland noch Aussagen treffen könnte bezüglich dem Effekt in der Gesellschaft. Ist es so, dass die Gesellschaft "ausländerfeindlicher" wird wenn sich die Berichterstattung in dieser Art ändert?
Oder gibt es dazu noch keine wirkliche Studie?

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Guten Morgen Frau R.,
ich habe grad keine Studie aus Deutschland zur Hand. Aber einen guten Überblick verschafft mMn ein Handout des Zürcher Polizeidepartements aus dem Jahr 2017, als der damalige Vorsteher Richard Wolff ankündigte, künftig auf die automatische Nationalitätennennung zu verzichten:

Hier der Link zum pdf
Und hier der Link zur Medienmitteilung von damals

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Software Ingenieur
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danke für die interessanten links 👍

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Fachspezialist Bahnproduktion SBB
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· editiert

Der Artikel ist nicht besonders schlecht aber der Titel passt gar nicht zum Text.

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Antonia Bertschinger
Ratsmitglied Project R Genossenschaft
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Ja, das finde ich auch. Ich habe etwas völlig anderes erwartet.

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"den einzigen mutigen Entscheid, den je ein Polizeivorsteher getroffen hat..." ? ein völlig unnötiges Foul, weit abseits des Spielgeschehens

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Ich sehe die Relevanz der Nationalität schlicht nicht. Anonymisierte Statistiken kann ich noch verstehen, aber eine individuelle Nennung finde ich nicht verständlich.

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Es soll einfach einheitlich - ob Ausländer oder Schweizer - gehandhabt werden.

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Nein, da muss ich widersprechen. Es könnte auch die Nennung der sexuelle Orientierung, oder auch die Religion "einheitlich gehandhabt werden", doch diese Informationen nutzen niemandem, und verstärken schlimmstenfalls vorhandene Vorurteile und Ressentiments wie die im Artikel zitierte Studie aus Deutschland eindrücklich belegt, und werden deswegen auch nicht weitergegeben.

Es geht hier nicht darum, ob die Informationen einheitlich gehandhabt werden oder nicht, sondern darum ob sie überhaupt herausgegeben werden sollten.

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Verleger
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Ich teile Ihre Meinung: wenn die Nationalität in jedem Fall angegeben wird, dann wird eben (in Analogie zu Deutschland) in 69 % der Fälle 'SchweizerIn' stehen - und das wird hoffentlich mit der Zeit auch die Bilder in unseren Köpfen verändern.
Was hingegen grundsätzlich verschwinden sollte, ist der Begriff 'Migrationshintergrund': entweder man ist SchweizerIn oder eben nicht. Wir alle haben einen Migrationshintergrund - nur liegt dieser vielleicht ein paar Generationen zurück. Es ist noch nicht allzu lange her, dass alle Eidgenossen Habsburger waren ;-) ...!

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Denke ich auch: Entweder, die Nationalität wird immer genannt oder eben nie. Dann müsste der Redaktor eben schreiben "Ein Deutscher mit Migrationshintergrund hat in Genf was getan".

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Könnte von redder auf Twitter stammen „ Die grösste Lokal­zeitung stand bereits klatschend Spalier:„

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