An die Verlagsetage

Lassen Sie es sich nicht nehmen, sich vernehmen zu lassen

Die Statuten der Project R Genossenschaft stammen aus den wilden Gründertagen. Zeit für ein Update auf den aktuellen Stand des Irrtums: Willkommen zur Vernehmlassung.

Von Ihrem Expeditionsteam, 25.09.2020

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Bis im März 2020 waren schweiz­weit viele Menschen in Umzugs­laune, deutlich mehr noch als im Jahr davor. Das hat die Post ausgewertet, anhand der Adress­änderungen. Dann, im April, brach das geschäftige Zügeln ein. Logisch, dass mitten in der ersten Welle einer globalen Pandemie die Suche nach einem neuen Daheim auf vielen Prioritäten­listen steil nach unten rutschte.

Das Gegenteil passierte im Online­handel und bei den Möbel­häusern. Die verzeichneten Rekordumsätze. Wer zwangs­weise zu Hause bleibt, will es gemütlich haben. Ein neuer Küchen­tisch muss her. Die vergilbte Tapete wird ersetzt. Und hinter dem Radiator wird endlich mal der Staub weggemacht.

Auch unsere Genossenschaft hat den Lock­down zum Aufräumen und Entrümpeln genutzt. Konkret hat sich Project-R-Vorstandsmitglied Peter Schmid die Statuten vorgeknöpft, ist sie Zeile für Zeile durchgegangen. Hat präzisiert, verknappt, verdichtet und entwirrt – zusammen mit einer Arbeits­gruppe aus Mitgliedern des Genossenschaftsrates.

Entstanden ist der Entwurf, den wir Ihnen heute vorlegen möchten.

Die Statuten sind das wichtigste Dokument einer Genossenschaft, ihre Verfassung gewisser­massen. Sie legen fest, wer entscheidet, wer konsultiert wird, wie gewählt, Neues angepackt und Dispute ausgetragen werden. Sprich: wer wann was zu sagen hat. Die Statuten von Project R stammen aus der Gründer­zeit, als die Republik noch keinen Namen hatte. Und sie sind – bei aller Liebe – ein ziemlicher Murks. Konkret ist in zu vielen Fällen die Zuständigkeit zwischen den drei wichtigsten Organen unklar: dem Vorstand, dem Rat und der Gesamtheit der Mitglieder in Form der Urabstimmung.

Was sind die wichtigsten Klärungen?

Die Machtfrage. Neu sind die Rollen der drei Organe deutlicher verteilt. Die Urabstimmung (also Sie und alle anderen Mitglieder der Genossenschaft) entscheidet über die ganz grossen Linien und bestimmt die Menschen, die sie umsetzen sollen. Der Vorstand kümmert sich um das operative Geschäft und entscheidet, was es zwischen den Urabstimmungen zu entscheiden gibt. Und der Rat tut, was sein Name sagt: Er berät und beaufsichtigt den Vorstand.

Die Geldfrage. Bis jetzt wurde an der Urabstimmung das Budget abgenommen. Kaum eine Genossenschaft handhabt das so, und bei uns hat sich der Sonder­weg unterdessen als Sack­gasse erwiesen. Das Problem: Zum Zeit­punkt der Urabstimmung arbeitet die Genossenschaft bereits ein halbes Jahr damit. Und die wenigsten Mitglieder haben die Zeit und die Musse, sich nachträglich in Details zu verbeissen, die schon fast ein halbes Jahr Tatsache sind (das Geschäfts­jahr beginnt im Juli, die Abstimmung erfolgt im November). Darum entscheidet über das Budget neu der Vorstand.

Die Wissensfrage. Das führt uns zur Informations­politik. Neu wird der Genossenschafts­rat viel früher in die Budget­fragen einbezogen. Er wird voraus­schauend informiert und gibt eine Stellung­nahme dazu ab. Der Rat ist nahe genug am täglichen Geschäft, um die operativen Details zu kennen. Und genug weit davon weg, um sie kritisch einzuordnen.

Was ändert sich konkret, in je einem Satz?

  • Die Urabstimmung nimmt wie bis anhin den Geschäfts­bericht ab und spricht dem Vorstand das Vertrauen aus (oder nicht) – die Budget­abstimmung fällt weg.

  • Stattdessen wird der Genossenschafts­rat proaktiv über das Budget informiert und gibt eine Stellung­nahme dazu ab, zuhanden des Vorstandes.

  • Dafür entscheidet die Urabstimmung eine wichtige Geld­frage neu direkt: nämlich über den Mitgliederbeitrag.

  • Der wird – das war schon so, ist jetzt aber viel klarer ausformuliert – bei einem Rücktritt aus der Genossenschaft nicht zurückbezahlt.

  • Vorstandsmitglieder haben neu analog zu den Rats­mitgliedern eine Amts­zeit von drei Jahren statt einem – und bleiben jederzeit abwählbar.

  • Der Genossenschafts­rat kann an der Urabstimmung Wahl­vorschläge für den Vorstand unterbreiten.

  • Der Vorstand muss dem Genossenschafts­rat neu jedes Jahr einen Risiko­bericht abliefern: Der Rat soll frühzeitig informiert sein, wenn, wie im Frühjahr, das Weiter­leben des Unter­nehmens auf der Kippe steht.

  • Neu können alle für den Genossenschafts­rat kandidieren, es ist nicht mehr nötig, vorweg Unter­stützerinnen zu sammeln.

  • Und schliesslich wurden die Hürden für Initiativen deutlich gesenkt: von 5 Prozent Unter­stützerinnen auf 2 Prozent.

Wenn Sie sich im Detail über alle Anpassungen informieren möchten: Hier finden Sie die alte Version der Statuten der neuen Version gegenübergestellt; alle Änderungen sind markiert.

Wie geht es jetzt weiter?

Der Genossenschafts­rat hat die neuen Statuten bereits begutachtet und im Prinzip grünes Licht gegeben – jetzt sind Sie dran!

Hiermit ist die Vernehmlassung eröffnet, sie läuft bis zum 8. Oktober. Mitglieder des Vorstands, des Rates und der Redaktion stehen Ihnen zur Verfügung für Fragen und Vorschläge. Bitte seien Sie möglichst präzise, damit wir auch präzise antworten können: Es hilft uns enorm, wenn Sie im Dialog jeweils gleich schreiben, auf welchen konkreten Artikel Sie sich beziehen.

Wir werden Sie vor der Urabstimmung informieren, was wir auf Basis Ihrer Rück­meldungen geändert haben. Kommt an der Abstimmung eine Zweidrittel­mehrheit zustande, ist die Sache geritzt!

Danke für das Interesse!

Die Vernehmlassung war ursprünglich bis zum 4. Oktober geplant. Aufgrund der Rückmeldungen aus der Verlegerschaft wurde sie bis zum 8. Oktober verlängert.

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Vorschläge

Liebe Clara
Ich habe wirklich keine Ahnung, wie ihr aktuell im Geschäftsalltag organisiert sind. Aber hier reden wir über die Statutenrevision der Genossenschaft R und nicht der Republik AG (Aktiengesellschaft). Bis heute habe ich keinerlei Statutenbestimmungen der AG gesehen, das Einzige, wie schon geschrieben, ist die aktuelle Zusammensetzung und die Stimmrechte des Aktionariats die offen zugänglich sind. Andererseits finde ich bei den Befugnissen des Genossenschaftsvorstands Bestimmungen, die eigentlich Aufgaben des Verwaltungsrates der AG sind und in die Statuten der AG gehören. Wenn schon diese Verflechtung von eigenständiger Genossenschaft und eigenständiger AG aus ideelen Gründen sein soll, müssen unbedingt gleichzeitig mit der Statutenrevision der Genossenschaft in den Statuten der AG entsprechende Sicherungen und Kontrollen eingebaut werden, wie:

Informations- und Kontrollrechte
Vinkulierung der Aktien
Genossenschaftliche Annäherung durch Stimmrechtsaktien (was offenbar auch geschehen ist )
Statutarische oder vertragliche Vorkaufsrechte etc.
Stärkung der Aktionärsstellung (wer ist wann befugt in der GV der AG abzustimmen)
Ouorumserschwernisse
Quorumserleichterungen
Beschränkung der Stimmrechtsvertretung

Jetzt gebt ihr alle Macht drei Leuten im Vorstand und die Verlegerinnenschaft hat keinerlei Handhabe, wenn diese entgegen den Vorstellungen der Verlegerinnenschaft in der GV der AG abstimmt. Gerichtliche Klagen gegen solche Beschlüsse müssen innert zwei Monaten eingereicht werden. Daher mein Vorschlag einer Mitgliederinitiative über die innert zwei Monaten abgestimmt sein muss. Dies ist auch keineswegs IT-mässig besonders schwierig. Hier könnte etwa die Zuammenarbeit mit Campax gesucht werden. Es muss doch möglich sein, unabhängig von der AG an alle in der Genossenschaft einen Aufruf zu starten, ohne das Mitgliederverzeichnis öffentlich zu machen, bspw. über Email.

Zum Schluss noch eine letzte Bemerkung. Wenn die Genosscnschaft überhaupt noch eine Bedeutung haben soll in der Zukunft, dann muss diese im Alltag der Republik eine Entsprechung finden. Ich kann mir das etwa in der Form von regelmässigen Veranstaltungen zu bestimmten Themen vorstellen. Um die jeweiligen Themen könnten sich Arbeitsgruppen der Genossensvhaft bilden (die Republik hat ja eine sehr interessierte und engagierte Leserschaft). Diese Arbeitsgruppen könnten bspw. diejenigen Personen bestimmen, die die Genossenschaft an der GV der AG vertreten sollen.

Herzliche Grüsse

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Clara Vuillemin
Vorstand Project R
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Nochmal vielen Dank für die weiteren Gedanken.

In einem Punkt haben Sie bestimmt recht: die Kommunikation des Gesamtkonstrukts ist ungenügend und wir hätten das vor dieser Vernehmlassung genauer anschauen sollen. In den Statuten der AG wie auch im Aktionärsbindungsvertrag der AG sind viele Sicherungen eingebaut. Diese Dokumente sind jedoch bisher nicht öffentlich. Ich vermute mehr aus Zeitmangel, als aus guten Gründen, die dagegen sprechen würden. Ich werde auf jeden Fall mal abklären, ob wir das ändern wollen und können und ob wir Ressourcen für die Verbesserung der Kommunikation des Gesamtkonstruktes auftreiben können.

Bezüglich Mitgliederinitiativen: wie Sie sicherlich verstehen, können wir nicht einzelnen Mitgliedern ohne irgendeine Form von Hürde oder Kontrolle die Möglichkeit geben, mit einem Anliegen an über 20‘000 Mitglieder zu schicken. Daher die 2 Prozent-Hürde. Und wie es möglich ist, jetzt und in Zukunft, dass eine Initiative wirklich zustande kommen kann, dazu habe ich hier genug geschrieben.

Die Fristen für die Durchführung einer Initiative werden wir, wie ich Ihnen in dieser Debatte schon gesagt habe, nochmal besprechen.

Ich wünsche einen schönen Tag.

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Liebe Clara

Zunächst herzlichen Dank für deine ausführliche Beantwortung meiner Fragen. Wie du zurecht bemerkst, ist meine Hauptsorge die einer feindlichen Übernahme. Die Republik hat gerade in den letzten Monaten eine dermassen starke Präsenz in der Schweizer Medienlandschaft entwickelt, dass sie tatsächlich ein Opfer ihres Erfolgs werden könnte, weil sie dadurch natürlich zu einem Übernahmekandidaten erster Güte wird und dabei ganz sicher nicht nur wohlwollende Gedanken entwickelt werden. In diesem Sinne hast du recht, wenn du Worst-Case-Szenarien zu formulieren, als dringend notwendig erachtest; ich würde sogar noch stärker formulieren: So wie die ganze Statutenrevision daherkommt (ich bin mir noch immer nicht sicher, ob sie die Breite der Genossenschaft überhaupt als Debatte wahrnimmt) denke ich, ist es wohl die letzte Chance, ein breit abgesichertes Projekt Republik zu erhalten.

Du verweist auf den Art. 14 Abs.1 (neu), der die Abspaltung oder Fusion der Urabstimmung unterstellt. Dieser Artikel betrifft die Genossenschaft und nicht die Republik AG. Ich will ja keine romantischen Selbstverwaltungsvorstellungen zerstören, dazu habe ich zulange in solchen Strukturen gearbeitet. Ich bin durchaus Romantiker, aber bezüglich Geschäftsalltag in kapitalistischem Umfeld habe ich jede Romantik abgelegt. Mit der Konstruktion von Genossenschaft und Republik AG versucht ihr die Quadratur des Kreises, was kein leichtes Unterfangen ist. Im ZGB/OR sind diese Gellschaftsformen grundlegend verschieden und separat geregelt, kommt noch die Stiftung als dritte Organisationsform dazu. Du hast mir ein paar Links zur Republik AG angegeben. Ich hab dort aber nur allgemeine, durchaus interessante Bemerkungen und Überlegungen aus der Gründerzeit gefunden. Konkret, wie heute die AG strukturiert ist, wie die Rechte und Pflichen und die operative Struktur geregelt sind, war daraus nicht ersichtlich. Das Genaueste fand ich noch bei der Zusammensetzung des aktuellen Aktionariats.

Ein feindliche Übernahme geschieht in der Regel im Geheimen und in aller Schnelle, bevor irgend Jemand reagieren kann. Daher braucht es in solchen Situationen rasche, rechtlich und operativ abgesicherte Reaktionsmöglichkeiten, nur schon etwa bezüglich gerichtlicher Anfechtung. Solche werden in dieser Statutenrevision aber total ausgeschaltet. Feindliche Übernehmer und dabei denke ich weniger an Glencore, das wäre zu offensichtlich; geschickter wäre da schon eine Beteiligungsfirma wie etwa BlackRock Schweiz. Also, ein feindlicher Übernehmer würde sich allein auf das schweizerische Aktienrecht abstützen; die Genossenschaft R wäre ihm da völlig egal. Ich nehme mal an drei Vorstandsleute vertreten in der Republik AG die 46,7% der Genossenschaft R und nur 1 (ein) Gründungsmitglied, sogar du Clara mit deinen 3,8% genügen, um die Republik AG vollkommen über den Haufen zu werfen: vier Leute! Ihr müsst schon aufpassen, dass ihr mit eurem fast schon, sorry wahnhaften Aufräumungshunger nicht Autobahnzugänge für feindliche Übernahmen schafft. Ich kenne das sehr gut in selbstverwalteten Betrieben; wenn die juristischen Strukturen zur realen Arbeit ein Machtvakuum schaffen, werden diese durch informelle Machtstrukturen gefüllt. Das kann in der alltäglichen Arbeit manchmal mühsam sein, aber sie können auch eine schützende Wirkung haben.

So das genügt für heute. Ich hoffe, ich habe mich genügend klar ausgedrückt und freue mich auf eine weiterhin spannende Debatte.

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Clara Vuillemin
Vorstand Project R
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Lieber Vinyl,

Ich verstehe Ihre Bedenken grundsätzlich immer noch, aber was ich nicht sehe, ist, was sich durch die Statutenrevision konkret ändert bezüglich feindlicher Übernahmen. Sie schreiben:

Ein feindliche Übernahme geschieht in der Regel im Geheimen und in aller Schnelle, bevor irgend Jemand reagieren kann. Daher braucht es in solchen Situationen rasche, rechtlich und operativ abgesicherte Reaktionsmöglichkeiten, nur schon etwa bezüglich gerichtlicher Anfechtung. Solche werden in dieser Statutenrevision aber total ausgeschaltet.

Was genau schalten wir aus? Welche raschen Reaktionsmöglichkeiten gibt es aktuell in den Statuten, die wir jetzt raus nehmen wollen?

Vielen Dank und herzliche Grüsse!

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Guten Tag zusammen (und ein besonderer Gruss an Peter: Salü!)
Den Beiträgen ist "anzulesen" welche Bedeutung Werte, Intention und Ideale haben. Mein Vorschlag ist daher, eine kurze (!) Präambel zu machen, die das "intentionale Herzblut" ausdrückt - dann kann der Rest auch wieder pragmatisch sein.
Beste Grüsse und danke für die sorgfältige Arbeit.
R. M.

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Peter Schmid
Vorstand Project R Genossenschaft
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Lieber Rainer
Schön wieder einmal von einander zu hören. Ich hoffe es gehe Dir und Eurer Institution gut im Bernbiet. Danke für Deinen Input für unsere Statutendiskussion. Es stimmt. Eine Präambel hätte allenfalls eine weitere Entschlackung der Statuten fördern können. Der Prozess zu einer stringenten Formulierung ist jedoch aus meiner Erfahrung mit basisdemokratischen Prozessen jedoch nicht einfach und kurz. Ich könnte mir aber gut vorstellen dass bei einer nächsten Revision das aufgenommen werden könnte. Wir sind ja in einem dynamischen Unternehmen und ich gehe davon aus dass schon bald wieder neue Anliegen für die Statuten anstehen. In diesem Fall waren wir auch wegen der Revisionsstelle aber auch der notwendigen Korrekturen etwas getrieben aber das nächste Mal wird sicher mehr Zeit zur Verfügung stehen. In diesem Sinne herzlichen Dank. Peter

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Clara Vuillemin
Vorstand Project R
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(unsichtbar)
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Im Revisionsentwurf fehlt der bisherige Artikel 3d) Entwicklung von IT-Applikationen, bevorzugt Open Source;.
Im Falle des Projekts R verstehe ich die Open Source - Entwicklung als eine Art Versicherung. Im Falle eines Scheiterns des Projekts bliebe der erarbeitete Code (Verbreitungskanal) erhalten und könnte durch ein "Auffangprojekt" weiterverwendet werden.

Ich schlage vor, den Artikel 2 c) zu ergänzen:
Entwicklung von neuen Verbreitungskanälen für journalistische Inhalte, sei dies als Eigenentwicklung (bevorzugt Open Source) oder durch Unterstützen von Drittentwicklungen;

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Clara Vuillemin
Vorstand Project R
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Cooler Vorschlag, wir werden das besprechen. Danke!

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F. S.
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Fragen

Zur Urabstimmung
Wer kann wie Initiativen einreichen? Das war vorher schon sehr knapp (bei der Mitgliederversammlung) erklärt; jetzt finde ich dazu gar nichts mehr.
Wie kommt eine Petition WIRKLICH zustande?
Eine Petition oder eine Initiative sind ausser für Vorstand und Genossenschaftsrat praktisch unmöglich (auch wenn es nur wenige Prozent der Mitglieder dazu braucht), da das Mitgliederverzeichnis nicht öffentlich ist.

Ich möchte mich den Kommentaren von Salomo, Vinyl und Benjamin anschliessen und es ein wenig anders pointieren: So kann man die neuen Statuten nicht lassen, damit die neuen Statuten nicht den Eindruck erwecken, man wolle vor allem den Vorstand stärken und die Mitglieder eher in normale Abonnenten verwandeln.

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Clara Vuillemin
Vorstand Project R
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Lieber Herr S.

Vielen Dank für die sehr berechtigte Frage, wie Initiativen wirklich zustande kommen.
Ich muss ein wenig ausholen, um angemessen zu reagieren. Zumal auch andere Verlegerinnen ähnliche Fragen umtreiben. Danke schon im Voraus für die Geduld.

1 - Bisher gar nicht
Fakt ist, dass in der mittlerweile dreieinhalbjährigen Geschichte von Project R noch nie eine Mitgliederinitiative oder Petition durchgeführt wurde. Und sich übrigens, soweit ich weiss, auch noch nie ein Mitglied mit einer entsprechenden Anfrage an uns (Vorstand, Team) gewandt hat.
Somit hatten wir noch nie konkret Anlass, Instrumente für das Sammeln von Unterstützerinnen für Initiativen und Petitionen zur Verfügung zu stellen.

2 - Gemeinsam mit dem Vorstand und Genossenschaftsrat
Aber ich kann Ihnen garantieren, dass der aktuelle Vorstand die demokratischen Aspekte unserer Organisation wichtig findet und motiviert ist, diese weiter auszubauen - und wenn wir von einem konkreten Initiativ- oder Petitions-Anliegen erfahren, gerne Instrumente für das Sammeln von Unterstützerinnen zur Verfügung stellen.
Wir freuen uns über jede Verlegerin, die sich einbringt, mitdenkt, sich äussert - schliesslich haben wir uns diese genossenschaftlichen Strukturen gegeben, weil wir wie Sie davon überzeugt sind, dass dies der beste Weg ist, unabhängig zu bleiben und weil guter Journalismus ein gemeinsames Projekt sein muss und nicht ausschliesslich in einem simplen Produzenten-Kunden-Verhältnis stattfinden kann.
Deshalb hat der Dialog in der Republik so einen hohen Stellenwert für uns. Deshalb geben wir uns Mühe, transparent über die Entwicklungen des Unternehmens zu informieren und alle Reaktionen darauf aus der Verlegerschaft zu lesen und darauf zu antworten. Deshalb haben wir Sie auch schon zu konkreten Fragen befragt, wie zum Beispiel aktuell in dieser Vernehmlassung oder als wir wissen wollten, welche Features wir als nächstes bauen sollen. Deshalb haben wir einen Genossenschaftsrat...
Jetzt fragen Sie sich vielleicht, warum wir Initiativen und Petitionen nicht proaktiv fördern undschon lange eine Plattform dafür zur Verfügung gestellt haben. Die Antwort ist ziemlich banal. Es ist viel Aufwand, so etwas gut zu machen. Und wenn wir etwas machen, dann wollen wir es gut machen. Und bisher waren andere Aufgaben dringender.
So gesehen sind Mitglieder-Initiativen und Petitionen zugegeben noch Zukunftsmusik. Wir müssen die Statuten langfristig anlegen, damit wir in sie hinein wachsen können. Sie sollen dem Unternehmen zur Entwicklung nicht als Korsett dienen.

3 - Und falls der Vorstand und Genossenschaftsrat kein Interesse an einer Initiative haben?
Grundsätzlich gehen wir davon aus, dass sich alle Beteiligten mit bestem Wissen und Gewissen für eine unabhängige und starke Republik und Project R einsetzen und dass die Dialog-Kultur genug gut ist, dass man sich gegenseitig zuhört (zum Beispiel hier im Dialog) und gemeinsam an den besten Lösungen arbeitet.
Aber es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich ein kleines Gremium wie der Vorstand völlig zerstreiten und verrennen kann oder von Interessen unterwandert wird, die eben nicht im Sinne einer unabhängigen und starken Republik / Project R sind. In diesem Fall sind die demokratischen Strukturen eine Sicherheitsnetz.
Deshalb entscheidet die Urabstimmung (also die Gesamtheit der Mitglieder) über die wichtigsten Fragen (art. 14 (neu)), wie Fusionen, änderung der Statuten, Wahl von Vorstand und Genossenschaftsrat etc. und kann auch zu allen möglichen Themen eine Initiative / Petition lancieren und somit Informationen und Abstimmungen über Sachverhalte erzwingen, die nicht explizit in Art. 14 erwähnt sind.
Ich hoffe, dass der Fall nie eintritt, dass der Vorstand und (!) der Genossenschaftsrat so schlecht arbeitet beziehungsweise von destruktiven Kräften dominiert werden, dass die Mitglieder entgegen dem Willen von Vorstand und Genossenschaftsrat einschreiten müssen. Aber ich finde es extrem beruhigend und grundsätzlich richtig, dass die Mitglieder das könnten.
Und ich bin sicher, dass, wenn es mal soweit kommen kommt, es vor allem darauf ankommt, welche expliziten Rechte den verschiedenen Organen statutarisch gewährt werden und die konkrete Organisation in so einem Fall das kleinere Problem wäre.
Also falls der Vorstand in dem Moment auch auf Anfrage keine dedizierten Instrumente zur Verfügung stellen würde (ist denkbar, weil in dem Szenario ist er ja von destruktiven Kräften unterwandert), könnten die Mitglieder theoretisch jederzeit einen Aufruf im Dialogbereich der Republik machen (das ist wohl mit Abstand das einfachste), über Social Media Verbündete suchen (falls nicht nur der Vorstand, sondern auch die Chefredaktion durchgeknallt ist und die Aufrufe im Dialogbereich für eine Mitgliederinitiative ungerechtfertigterweise löscht), sich mit den Mitgliedern des Genossenschaftsrats in Verbindung setzten, die gut vernetzt sind (falls nicht alle 30 zusammen mit dem Vorstand durchgedreht sind) etc. und dann eine Liste mit 1% bzw. 2% der Mitglieder, die die Petition / Initiative unterstützen dem Vorstand schicken.

4 - Also warum schreiben wir nichts Konkreteres in die Statuten?
Dazu gibt es ein paar Antworten:

  • Ziel dieser Statutenrevision ist es unter anderem, operativen und unnötigen Ballast aus den Statuten zu entfernen, damit diese schlanker und klarer werden. Die Modalitäten einer Petition oder Initiative sind nicht zwingend in den Statuten zu regeln - deshalb haben wir es nicht gemacht.

  • Da wir noch keine Erfahrung mit diesen Instrumenten haben, wissen wir gar noch nicht, wie sie am besten umgesetzt würden und daher weiss ich gar nicht recht, was wir dazu in die Statuten schreiben sollten. Zumal diese ja sehr lange Gültigkeit haben sollten.

  • Die Formulierung “Mitgliederinitiativen und Petitionen sind über die zu diesem Zweck eingerichteten Interaktionsplattformen der Genossenschaft abzuwickeln” haben wir auch deshalb raus genommen, weil es sinnvoller sein kann, Initiativen und Petitionen in der Republik abzuwickeln. Oder dafür eine Plattform von Dritten zu verwenden. Beides wäre dann streng genommen nicht konform mit den Stauten. Deshalb: raus aus den Statuten mit operativen Vorgaben, die nichts helfen, aber einschränken.

Ok, so viel von mir. Vielen Dank für die Geduld :) Was meinen Sie: Reicht diese Erklärung oder denken Sie immer noch, dass es sinnvoller wäre, mehr zu den Initiativen und Petitionen in die Statuten zu schreiben? Falls ja, interessieren uns auch alle konkreten Ideen, was man sinnvollerweise dazu in die Statuten schreiben könnte.

Vielen Dank nochmal fürs Mitdenken und einen schönen Tag!

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F. S.
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Vielen Dank, Frau Vuillemin, für die ausführliche Antwort auf meine Frage.
Ich verstehe Sie gut und Sie (sowie Projekt R und die Republik) haben weiterhin mein Vertrauen. Auch schätze ich, dass die Republik sich regelmässig um Feedback der Leser/ Abonnenten/ Genossenschaftler bemüht.
Es gibt im Konzept eine Menge Aspekte, die für mich sehr überzeugend m.
Es gibt auch Verwirrendes. Wie schon Frau J. schreibt, ist es merkwürdig, dass man nicht Abonnent der Republik wird, sondern Genossenschaftler. Auf den zweiten Blick ist das ein weiterer sehr positiver Aspekt. Dazu bräuchte es aber eigentlich mehr Beteiligung der Genossen, mehr als bei Gelegenheit eine Diskussion in den Kommentaren der Republik. Und: Hätten Sie vorher erwartet, dass es in 3 Jahren bisher keine Petition oder Initiative gab? Funktioniert ihr Konzept?
Egal ob in den Statuten oder anderswo: Da wir uns ja einig sind, dass Mitgliederinitiativen und Petitionen wichtig sein können, sollte sehr transparent und sichtbar gemacht werden, wie man sich das konkret vorstellen kann. Die sehr guten Beispiele in Ihrer Antwort sind in einem halben Jahr praktisch unsichtbar.
Auch Ihnen einen schönen Tag und ein gutes Wochenende!

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Lieber Peter Schmid

Warum die grosse Eile? Die vorgeschlagenen Änderungen mögen alle Sinn machen, der Zeitplan hingegen überhaupt nicht. Die sehr kurze Vernehmlassungsfrist (04.10.2020) sowie deren Bekanntmachung und Dauer während der Herbstferien empfinde ich als undemokratisch. Ich kann es mir nur so erklären, dass Ihr im kleinen Kreis schon eine ganze Weile an dieser Revision gearbeitet habt und dabei leider vergessen ging, dass sich das Publikum - also wir - zum Problem noch kaum Gedanken gemacht hat und das nun nachholen muss.

Die Erstellung einer lesbaren Synopse anlässlich einer Erlasserneuerung ist eine Herausforderung, die Ihr ganz gut gemeistert habt. Trotzdem möchte ich auf eine bemerkenswerte Unterlassungen hinweisen: Art. 27 c) alt ist in Art. 18 neu nicht mehr enthalten - auch nicht sinngemäss, ohne dass diese Streichung sichtbar gemacht wird. Und dann noch ein Tippfehler: auf Seite 20 wird der Art. 21 neu in Spalte drei als Art. 22 bezeichnet.

Ferner ist mir aufgefallen, dass im Impressum der Synopse nur zwei Vorstandsmitglieder aufgeführt sind. Warum fehlt Sylvie Reinhard?

Mit besten Grüssen und einer dringenden Bitte zur Verlängerung der Vernehmlassungsfrist

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Philipp von Essen
Projekte und Finanzen @Project R
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Die Vernehmlassung geht in die Verlängerung und läuft nun bis am 8. Oktober. Vielen Dank für Ihre Anregung und ein schönes Wochenende Ihnen.

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Peter Schmid
Vorstand Project R Genossenschaft
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Lieber Herr A.
Ich schulde noch eine Antwort wegen Sylvie Reinhard. Bei uns verteilen wir jeweils die Aufgaben und Sylvie war beim Projekt Statuten nicht involviert ausser dass sie im Vorstand über unsere Haltung mitdiskutiert hat und so den Vorschlag auch trägt. Wir haben sie also nicht vergessen. Sie ist im Boot aber nicht an der Front.
Liebe Grüsse Peter

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Philipp von Essen
Projekte und Finanzen @Project R
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· editiert

Lieber Herr A.

Ich erlaube mir aus Projektleitungssicht eine erste Antwort, doch zuerst eine Frage in die Runde:

Gibt es weitere Verlegerinnen und Verleger, die sich eine längere Vernehmlassungszeit wünschen? (Upvote: Ja, Downvote: Nein)

Dann würde ich versuchen, das möglich zu machen.

Die kurze Vernehmlassungszeit liegt an den vor- und nachgelagerten Schritten, die Zeit brauchten und brauchen. Nach dem 4. Oktober geht es folgendermassen weiter: Analyse der Vorschläge (Vorstand) -> Beratung (Arbeitsgruppe) -> Beschluss Antrag an Urabstimmung (Vorstand) -> Prüfung und Beschluss Antrag an Urabstimmung (Genossenschaftsrat 17.10. Datum fix) -> 2. Prüfung (Handelsregisteramt) -> Aufbereitung der Änderungen aus der Vernehmlassung -> Urabstimmung (ab 6.11. Datum fix). Wir haben also für diese Schritte einen Monat Zeit, was ziemlich sportlich ist. Die Vernehmlassung war von Anfang an eingeplant, doch vielleicht haben wir die nötige Dauer unterschätzt. Und bei den Herbstferien habe ich wohl zu zürichzentriert gedacht, sie beginnen hier erst am 3.10.

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A. Z.
System Engineer
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Nur mal noch als Input für zukünftige Zeitpläne. Ich lese das Ganze hier erst heute (5.10.)
Ich hätte also nicht mal für eine Verlängerung stimmen können...

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Philipp von Essen
Projekte und Finanzen @Project R
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PS: Vielen Dank für die Hinweise zur Streichung. Die linke Spalte ist lediglich als Lesehilfe gedacht. Ich habe beim bisherige Art. 27 Abs. 1 Bst. c (Aufgaben Genossenschaftsrat)

Aktivitäten im Rahmen seines eigenen Budgets; und

hin und her überlegt, ob ihn streichen soll und mich dann dagegen entschieden, da er implizit im neuen Art. 21 Abs. 3 Bst. i (Aufgaben Vorstand)

die jährliche Erstellung eines Budgets und Einholung der Stel-
lungnahme des Genossenschaftsrats;

enthalten ist. Das Budget enthält auch einen Posten für den Rat und dieser kann selbstverständlich darüber entscheiden.

Mit dem Tippfehler auf Seite 20 haben Sie vollkommen recht.

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Peter Schmid
Vorstand Project R Genossenschaft
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(unsichtbar)
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Benjamin Schlegel
Doktorand Politikwissenschaft
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Vorschläge

Zu Art 17 und Art 18

Hier wünsche ich mir eine Präzisierung von Art. 17 Abs 2 dass der Rat nur Wahlempfehlungen für den Vorstand und die Revisionsstelle machen darf, nicht aber für den Rat (also sich selber). Irgendwo in den Statuten sollte zudem aufgeführt werden, dass kein Organ einen Wahlvorschlag für den Rat erstellen darf. Die Kandidieren sollen sich vorstellen und die Mitglieder sollen diejenigen wählen, welche sie am meisten überzeugen. (Operativ sollte die Reihenfolge der Kandidierenden bei jedem Mitglied zufällig sein, wie gewisse Antwortmöglichkeiten bei Umfragen, das gehört aber vermutlich eher nicht in die Statuten)

Begründung: Der Genossenschaftsrat ist quasi das Parlament, der Vorstand die Regierung (wenn man es mit einem demokratischen Staat vergleicht). Es kann Sinn machen, dass das Parlament die Regierung wählt oder Vorschläge dazu macht. Gibt es hingegen eine Wahlempfehlung für das Parlament (quasi nur eine Liste) erinnert das eher an eine quasi Diktatur als an eine echte Demokratie.

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Manuel Bamert
Ratsmitglied Project R Genossenschaft
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Lieber Benjamin, vielen Dank für deine Anregungen. Wie du bereits dem Kommentar von Samuel entnehmen kannst, haben uns im Genossenschaftsrat (GR) bei der Statutenrevision ähnliche Gedanken umgetrieben. Ich habe grundsätzlich Sympathien für deine Anliegen einer möglichst unvoreingenommenen Wahl des GR und ich habe mich im Revisionsprozess deshalb aktiv dafür eingesetzt, das Instrument des Wahlvorschlags abzuschaffen. Es ist mir darum wichtig zu präzisieren, dass es gemäss den neuen Statuten bei den GR-Wahlen keine Wahlvorschläge im Sinne der alten Statuten mehr geben würde. Alle Mitglieder könnten neu für den GR kandidieren, ohne zwingend eine Vorunterstützung durch andere Wählende geltend machen zu müssen (auch wenn übrigens viele demokratische Systeme solche Hürden kennen – auch in der Schweiz). Selbstverständlich kann auch der GR selbst keine Wahlvorschläge für die GR-Wahl einreichen. Das explizit auszuschliessen, halte ich für unnötig.

Was die neuen Statuten hingegen weiterhin vorsehen würden, wäre das Instrument der Wahlempfehlung, und zwar durch den Vorstand. Der Sinn dieses Instruments ist es, dem Vorstand eine Möglichkeit zu geben, auf die Erfüllung des äusserst wichtigen Art. 17 Abs. 3 hinzuwirken, nämlich die ausgeglichene Vertretung der «Geschlechter, Altersgruppen und Regionen» im GR. Schliesslich bedeutet Demokratie nicht nur, dass der Wille der Mehrheit entscheiden soll, sondern auch, dass die Interessen aller Gruppen und insbesondere von Minderheiten angemessen berücksichtigt werden sollen. Eine Wahlempfehlung ist eine einfache Möglichkeit, die Mitglieder anlässlich der GR-Wahl auf dieses Ziel aufmerksam zu machen – notabene unverbindlich.

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Benjamin Schlegel
Doktorand Politikwissenschaft
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· editiert

Lieber Samuel und Manuel

Die Erfahrung zeigt, dass Personen einen massiven Wahlvorteil geniessen, wenn sie empfohlen werden. Andere Kandidaturen sind fast aussichtslos. Natürlich ist die Expertise wichtig. Die sollte aber nicht mit der Wahl festgehalten werden, sondern durch beratende Aufgaben. (Art. 21 könnte entsprechend ergänzt werden, dass der Vorstand für Aufgaben Mitglieder zur Beratung herbeiziehen kann oder zu beauftragen einen Entwurf auszuarbeiten oder so ähnlich; das gleiche auch für den Rat). Parlamentskommissionen laden ja auch Experten in die Kommissionssitzung ein. Will man knallharte Geschlechterverteilung, etc. braucht es Quoten. Ein Wahlvorschlag der Vorstands ist definitiv der falsche Weg dafür. So empfiehlt der Vorstand den Rat der wiederum ihn empfiehlt. Wenn ihr eine wirklich demokratische Wahl wollt, dann darf der Vorstand keinen Wahlvorschlag machen. Daran gibt es nichts zu rütteln. (Ein Beispiel, um die Problematik zu verinnerlichen: Es sei ein Land X, dort regiert die Regierung der Partei Y. Diese schlägt eine Liste für die Wahl vor (und lässt nicht mal andere Listen zu ausser die leere). Würdet ihr so ein Land als demokratisch erachten? Ich nicht, höchsten als pseudo Demokratisch resp. quasi diktatorisch. Wollt ihr so ein Project R?) Also für den Genossenschaftsrat darf es keinen Wahlvorschlag oder Wahlempfehlung geben. Und wenn man findet, dass der Vorstand die Ausgewogenheit am besten beurteilen kann, dann kann man es mit der Wahl gleich sein lassen und diese vom Vorstand bestimmen lassen. Nur ist es dann halt nicht mehr demokratisch. Eine halbpatzige Lösung wie jetzt ist so oder so der falsche Weg.

Beim Vorstand hingegen könnte man sich auch überlegen, ob er vom Rat gewählt wird. Dann hätten wir quasi eine parlamentarische Demokratie wie in der Schweiz.

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Samuel Brülisauer
Ratsmitglied Project R Genossenschaft
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· editiert

Hallo Benjamin (schön, dich mal hier zu treffen ;-)
Deine Überlegung leuchtet mir auf den ersten Blick natürlich ein. Der Grund, warum die Möglichkeit eines Wahlvorschlags beibehalten wurde, liegt meines Wissens darin, dass mit einem Wahlvorschlag auch beim Genossenschaftsrat (GR) eine gewisse Ausgewogenheit bezüglich Geschlechter, Regionen, Alter und womöglich anderen Eigenschaften berücksichtigt werden kann.
Ebenso hat die laufende 'Legislatur' neben der Parlamentsfunktion des GR auch andere, wichtige Funktionen offenbart, die teilweise stark von der Expertise einzelner Genossenschaftsrät_innen profitiert haben: die Mitarbeit bei der Statutenrevision ist nur eines dieser Beispiele, die vorsichtige und sachkundige Durchsicht der Revision 2019 ein weiteres. Ich selbst konnte womöglich mit meinen Perspektiven aus der Forschungsarbeit zur demokratischen Unternehmensführung ebenfalls einen (zumeist kritischen) Beitrag leisten.
Vermutlich würden die Mitglieder diese Dinge auch in gewissem Masse berücksichtigen - und ich wäre auch nicht abgeneigt, dies auch einfach mal zu probieren! Doch halte ich es für sinnvoll, wenn die Statuten die Möglichkeit eines Wahlvorschlags auch beim GR weiterhin zulassen.
Ebenso wird das Project R-Team nach dem letzten Mal besonders darauf bedacht sein, die faire Präsentation von alternativen Kandidaturen zuzulassen. Und in dem Kontext traue ich dann den Mitgliedern vollends zu, auch nicht vorgeschlagenen Kandidat*innen den Vorzug geben würden.

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Benjamin Schlegel
Doktorand Politikwissenschaft
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Vorschläge

Zu Art. 7
Abs 2. Hier steht (und stand schon im vorherigen Art. 8), dass sich die Mitgliedschaft automatisch vorsetzt, wenn nicht vorher ausdrücklich widersprochen wird. Automatische Verlängerungen sind verhasst und sind konsumentenunfreundlich. Project R sollte hier eine Vorbildsfunktion einnehmen. Es sollte in etwa folgendermassen ablaufen (ohne ein Jurist zu sein): wenn der Mitgliederbeitrag bezahlt wird, wird die Mitgliedschaft verlängert, andernfalls erlischt sie. (die meisten wie ich werden eh verlängern :))

Abs 3. Letzter Satz neu: "Die Mitgliedschaft endet auf Ende des Jahres des Zugangs der Austritterklärung, sofern das Mitglied keinen sofortigen Austritt explizit wünscht." (oder sinngemäss, aber besser formuliert)
Begründung: Wer fürs ganze Jahr bezahlt hat, sollte auch das ganze Jahr noch bleiben können. Es gibt keinen vernünftigen Grund, ein Mitglied sofort auszuschliessen, ausser der explizite Wunsch dessen. (Da Abo und Mitgliedschaft ja eng verknüpft sind, sonst kann trotz Bezahlung das Produkt / Community nicht mehr verwendet werden.) Zudem würde die jetzige Version ein Mitglied sofort rauswerfen, auch wenn bei der Austritterklärung ein späteres Datum angegeben wird (wie z.B. Ende Jahr).

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Philipp von Essen
Projekte und Finanzen @Project R
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Vielen Dank für deine Vorschläge. Tatsächlich machen wir das bereits: Die Mitgliedschaft verlängert sich automatisch und wenn nicht bezahlt wird, erlischt die Mitgliedschaft nach 3 Monaten. (Wenn man via Banküberweisung bezahlen will)

In Art. 5 Abs. 1 ist das für die Aufnahme bereits festgehalten:

Voraussetzung für die Aufnahme als Mitglied ist die Abgabe einer Beitrittserklärung auf elektronischem oder schriftlichem Weg an den Vorstand und die gleichzeitige Bezahlung des Mitgliederbeitrags.

Deinen Vorschlag, das auch für die Verlängerung in Art. 7 explizit zu machen, nehme ich gerne mit.

Ich möchte dir aber in einem Punkt widersprechen: Es wird von vielen als angenehm und konsumentenfreundlich empfunden, sich nicht jedes Jahr aktiv um eine Verlängerung kümmern zu müssen.

Zu Art. 7 Abs. 3
Auch das handhaben wir, wie von dir vorgeschlagen. Bei

Die Mitgliedschaft endet auf den Zeitpunkt des Zugangs der Austrittserklärung.
Geht es darum, dass die Mitgliedschaft frühestens dann endet, also nicht rückwirkend.

Vielleicht wäre dies eine Variante?

Die Mitgliedschaft endet frühestens auf den Zeitpunkt des Zugangs der Austrittserklärung und spätestens mit dem Ende der der Mitgliedschaftsdauer.

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Benjamin Schlegel
Doktorand Politikwissenschaft
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Die Mitgliedschaft endet frühestens auf den Zeitpunkt des Zugangs der Austrittserklärung und spätestens mit dem Ende der der Mitgliedschaftsdauer.

Finde ich eine gute Lösung.

Zur automatischen Verlängerung: es sollte einfach aus den Statuten klar ersichtlich sein, dass es keine "Abofalle" ist. Evtl. wäre auch eine Lösung, dass man, wenn es beispielsweise automatisch von der Kreditkarte abgezogen wird noch einen Monat Zeit hat das ganze rückgängig zu machen. Jetzt tönt es eher so, also würde man gleich betrieben, wenn man die Rechnung nicht zahlt, auch wenn ich weiss, dass ihr es nicht so handhaben werdet. Wäre halt schön, wenn die Statuten die Praxis widerspiegeln würden.

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B. J.
· editiert
Sonstiges

Ich bin sicher, dass man sich dabei ganz viel überlegt hat, aber ich verstehe den Sinn des verschlungenen Konstruktes immer noch nicht ganz: man löst ein Jahresabo und erhält stattdessen eine Mitgliedschaft, die gemäss AGB weder rechtlich noch faktisch einen Anspruch auf ein Jahresabo beinhaltet?
Ich würde vergleichbar zum Monatsabo ein unabhängiges Jahresabo vorschlagen und für die, die mehr Mitsprache wollen, zusätzlich eine spezielle Mitgliedschaft bei Projekt R (nur als Willenserklärung oder mit zusätzlich zum Abo aufstockbarem Mitgliederbeitrag). Wie es in den AGB nach meinem Verständnis auch angelegt ist:

Die Republik AG betreibt die Website www.republik.ch, auf welcher Besucher/-innen ein digitales Magazin «Republik» abonnieren oder Mitglied der Genossenschaft werden können, um damit deren Zweck zu unterstützen, [...]

Dass das eine (Jahresabo) zwangsläufig zum andern führt (Mitgliedschaft) ist meines Wissens nirgendwo genauer ausgeführt. Ich kann mir vorstellen, dass sich vielleicht nicht jederman und auch nicht jede Frau bspw. zum Zweckartikel Absatz 2, Bst. b bis i der Statuten verpflichten mag, um ein lesenswertes Magazin zu abonnieren. Manche wollen einfach nur gute Information. Ich vermute, dass das mit ein Grund für die tiefe Stimmbeteiligung sein könnte.

Explizit auf die Statuten bezogen fehlt mir eine Abgrenzung Genossenschaft – Redaktion. Möglicherweise ist die woanders ausgeführt, aber würde das nicht auch in die Statuten der Genossenschaft gehören?
Unklar scheint mir auch der in Art. 2 aufgeführte Bildungsanspruch, sowohl gegenüber der Öffentlichkeit (Durchführung von Ausbildungsveranstaltungen) wie gegenüber der Republik selber (Ausbildung von journalistischem Nachwuchs).
Ich frage mich, ob die Kompetenz zur Ausbildung von journalistischem Nachwuchs nicht eher bei der Redaktion liegen sollte als bei der Trägerschaft?

Ich weiss, wieviel Aufwand das Erstellen und Überarbeiten von Statuten mit sich bringt und danke für die Mühe und die saubere Gegenüberstellung von alt und neu. Mit dem meisten bin ich einverstanden.

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Peter Schmid
Vorstand Project R Genossenschaft
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· editiert

Liebe Birgit J.
Als ich zur Republik beziehungsweise zur Project R Genossenschaft gestossen bin haben mich die gleichen Fragen umgetrieben. Es ist wirklich nicht ein ganz einfaches Konstrukt das wir da haben aber bei einer vertieften Auseinandersetzung doch verständlich.
Die Genossenschaft ist die ideelle Trägerin der Idee, nämlich der Förderung des unabhängigen Journalismus, das Onlinemagazin ist in eine eigene AG ausgegliedert die nicht der Genossenschaft alleine gehört. Damit sollte die Unabhängigkeit der Redaktion gesichert werden die für uns ideell im Vordergrund steht.
Sie finden unter diesen beiden Links Informationen aus der Gründungszeit die diesen Sachverhalt noch mehr erklären.
https://project-r.construction/news…-15-aufbau
https://project-r.construction/news…nanzierung

Dann die Frage der Mitgliedschaft und den Unterschieden zwischen Abonnentinnen und Verlegerinnen (Mitgliedern). Natürlich werden die Meisten Mitglied der Genossenschaft weil sie die Republik lesen wollen. Nicht alle sind sich bewusst, dass sie damit Mitglied einer Genossenschaft sind und mit dieser Mitgliedschaft quasi die Möglichkeit erhalten die Republik zu lesen. Warum also nicht Abonnement und Mitgliedschaft trennen ist ihre nachvollziehbare Frage?
Uns war und ist es erstens wichtig unsere Idee eines unabhängigen Journalismus zu verbreiten. Wir bezeichnen unsere Mitglieder als Verleger/innen. Das weil wir sie auch ideell an Bord haben wollen und ihnen damit zeigen dass sie in der Form der Genossenschaft ja auch Mitwirkungsmöglichkeiten haben. Sie können den Vorstand wählen, den Genossenschaftsrat, können Mitgliederinitiativen und Petitionen einbringen oder sich auch in diesen Ämtern einbringen. Das ist viel mehr als "nur" ein Abonnement. Unsere Bindung zu unseren Verleger/innen ist unser grösstes Kapital. Sie hat uns auch schon geholfen aus der finanziellen Schieflage zu kommen und weiter machen zu können. Das wäre mit reinen Abonnements nicht möglich gewesen!
Ja und dann kommt noch ein reichlich profaner Grund dazu. Mitgliederbeiträge sind für ein Jahr und müssen nicht rückerstattet werden. Abonnements hingegen müssen über das Geschäftsjahr hinaus abgegrenzt werden (was heisst dass alle Anteile der Zahlungen die Abonnements im nächsten Jahr betreffen in der Buchhaltung zurück gestellt werden müssen). Und damit wären wir bereits vor längerer Zeit revisionstechnisch überschuldet gewesen und hätten den Richter benachrichtigen müssen. Erst mit der letzten erfolgreichen Crowdfundingaktion sind wir da entwachsen. Diese Lösung hat also geholfen dass wir jetzt da stehen wo wir stehen. Die Revisionsstelle hat auch gefordert dass wir diesen Umstand noch klarer kommunizieren und in den Statuten verankern.
In Zukunft sind aber Vereinfachungen sicher denkbar und werden uns weiter beschäftigen.
Und zu ihrer dritten Frage. Natürlich liegt die Kompetenz bei der Redaktion. Die Genossenschaft will mit der Republik die Möglichkeit auch von Ausbildungsplätzen schaffen. Es braucht auch in Zukunft gut ausgebildete Journalist*innen. Dafür setzen wir uns ideell und die Republik AG auch ganz praktisch ein.

PS: Es ist heute schon möglich direkt bei der Republik AG ein Monatsabonnement zu lösen wenn man nicht Mitglied werden will.

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B. J.
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Danke für Ihre ausführliche Antwort, Herr Schmid. Dass ein Monatsabo nicht mit einer Mitgliedschaft verknüpft ist, wusste ich. Beim Jahresabo fände ich eine Wahlmöglichkeit weiterhin sinnvoll, nicht zuletzt aufgrund der Überlegung, dass Loyalität tiefer geht und belastbarer ist, wenn sie freiwillig gewählt wurde.
Wie Sie richtig schreiben, sind sich wahrscheinlich viele nicht bewusst, dass sie mit dem Lösen eines Jahresabos kein Jahresabo erwerben, sondern eine Mitgliedschaft. Darauf wird beim Aboabschluss mMn zu wenig deutlich hingewiesen.
Die pragmatische Begründung, dass ein Mitgliedschaftsbeitrag im Unterschied zu einem Jahresabonement offenbar nicht pro rata rückerstattet werden muss, sollte der worst case eintreten, leuchtet auch ohne ideelle Verbrämung ein. Dass dieser Punkt nicht in den Statuten, sondern in den AGB festgehalten ist, über die nicht abgestimmt werden kann, finde ich nach wie vor eher unschön. Wenn ich Sie richtig verstehe, fordert hier auch die Revisionsstelle mehr Transparenz und eine Verankerung in den Statuten selber. Darf man fragen, aus welchem Grund das bei der Überarbeitung nicht berücksichtigt wurde?
Dass nur Genossenschafter*innen loyal und in der Not unterstützungsbereit seien, reine Abonnent*innen aber nicht, halte ich für einen unbewiesenen Glaubenssatz. Ich würde behaupten, dass niemand die Republik zufällig abonniert, und dass jenen, die das tun, zu einem grossen Teil wahrscheinlich bewusst ist, dass es in den Anfangsjahren vielleicht mehr Unterstützung brauchen wird als nur gerade den Abo-Preis. Aber vielleicht täusche ich mich da, wenn ich von mir auf andere schliesse.

Zur Ausbildung von journalistischem Nachwuchs: ideelle Förderung ist als Begriff schwer fassbar. Das ist ja die Überlegung hinter meiner Frage: die praktische Förderung von journalistischem Nachwuchs bei der Republik leuchtet unmittelbar ein, was aber können sich Verleger*innen unter ideeller Förderung durch den Trägerverein konkret vorstellen? Falls damit die Finanzierung von Ausbildungsplätzen gemeint ist, wäre es nicht einfacher, man würde das direkt so benennen? Dann wäre auch die Abgrenzung zur Redaktion klar.

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Vorschläge

Es geht mir gleich wie Salim, ich fühle mich völlig verschaukelt. Nur schon wird diese für die Republik zentrale Debatte nicht bei den laufenden, aktuellen Debatten aufgeführt, nein die Debatte findet überhaupt nicht statt, weil niemand sie mitkriegt. Sorry, aber das Ganze scheint mir so, dass hier diese unangenehme Mitgliedschaft, die früher noch als stolze Verlegerschaft bezeichnet wurde, schlicht von den wesentlichen Entscheiden ausgeschaltet werden soll. Ein „Migrosfrühling“ wie er leider auch beim Migros-Genossenschaftsbund gescheitert ist, soll von Beginn weg ausgeschlossen werden. Es wird Tür und Tor für Fremdübernahmen geöffnet und die einzige Sicherheit für solche Übernahmen, nämlich die breite Mitgliedschaft, ehemals Verlegerschaft wird ausgetrickst. BRAVO.

Meine Vorschläge:

  1. Das Initiativrecht der Verlegerschaft muss gestärkt werden, durch:

A) der in der Statutenänderung zur Streichung vorgeschlagene Abs. 5 von Artikel 19:

5  Mitgliederinitiativen und Petitionen sind über die zu diesem Zweck eingerichteten Interaktionsplattformen der Genossenschaft abzuwickeln (Art. 39 Abs. 4).
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Soll nicht gestrichen sondern ergänzt als Abs. 4 in den neuen Art. 15 – Mitgliederinitiativen und Petitionen, aufgenommen werden und zwar mit folgendem Wortlaut:

Mitgliederinitiative zur Abstimmung.
4 Mitgliederinitiativen und Petitionen sind über die zu diesem Zweck dauernd vom Vorstand eingerichteten Interaktionsplattformen der Genossenschaft unter der Rubrik Dialog bei der Republik abzuwickeln.

Ist eine Mitgliederinitiative oder Petition gültig zustande gekommen, hat der Vorstand umgehend, aber spätestens nach zwei Monaten darüber eine Abstimmung bei der Mitgliedschaft durchzuführen. Vorstand und Genossenschaftsrat können ihre Abstimmungsvorschläge dazu bekannt geben oder einen eigenen Gegenvorschlag formulieren und mit zur Abstimmung bringen. Es gilt der Vorschlag der die meisten Ja-Stimmen erhält.

B) Kompetenzerweiterung der Mitgliedschaft im neuen

Art. 15 – Mitgliederinitiativen und Petitionen
1 Zwei Prozent der Mitglieder können die Einberufung einer Urabstimmung zu einem in deren Kompetenz fallenden Gegenstand oder eine konsultative Fragestellung («Mitgliederinitiative») verlangen.
1b Ausserdem kann ausserordentlicherweise in gleicher Weise das Budget zur Urabstimmung gebracht werden und andere wichtige Fragen, falls der Vorstand auf die Stellungnahmen des Genossenschaftsrates (neu Art. 18 Abs. 5 Buchst. a und b) nicht oder nicht genügend eingegangen ist. Genossenschaftsrat und Vorstand haben die Pflicht die Mitgliedschaft rechtzeitig über entsprechende Beschlüsse zu informieren. Auch ein Drittel der Genossenschafts-Beratenden haben ein entsprechendes Initiativrecht.

C) Mir scheint die Struktur Genossenschaft R vs. Republik AG sehr verschlungen, bspw. :

  • Wer entscheiden über die Löhne, bzw. Lohnhöhen?

  • Wer kann in welcher Höhe Rechercheaufträge etc. vergeben?

  • Wer beaufsichtigt und verantwortet diese Ausgaben, bspw. auf ihre Unabhängigkeit, etc.?

  • Wurde die Kritik aus dem letzten Revisionsbericht ernst genommen?

Darüber müsste unbedingt besser informiert werden, damit das gute Vertrauen in die Republik und ihre Arbeit nicht leichtsinnig verspielt wird.

Danke für eure Kenntnisnahme.

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Clara Vuillemin
Vorstand Project R
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Lieber Vinyl

Bevor ich auf Ihre konkreten Vorschläge eingehe, eine grundsätzliche Frage.

Ich entnehme Ihrem Kommentar eine grosse Sorge um die Unabhängigkeit. Ich finde dies im Rahmen dieser Vernehmlassung angebracht und eine wichtige Fragestellung: wie können wir die Unabhängigkeit von Project R und der Republik langfristig schützen?

Denn Statuten sind - unter anderem - dazu da, ganz üble Worst-Case-Szenarien zu verhindern. Zum Beispiel, wenn der ganze Vorstand von der Rohstofflobby durch Bestechungen gekauft würde und eine Fusion der Republik mit Glencore in die Wege leiten würde. Dies würde durch die Statuten verhindert: in Art. 14 Abs.1 (neu) ist geregelt, dass die Urabstimmung über Fusionen und Abspaltungen zu entscheiden hat.

Wir haben uns ziemlich viel zu dem Thema überlegt und nicht zuletzt ein so kompliziertes Konstrukt geschaffen, um genau solche Szenarien ausschliessen zu können. Aber es kann natürlich sein, dass wir etwas übersehen haben. Deshalb:

Was sehen Sie für konkrete Bedrohungsszenarien, deren Eintreten wir statutarisch verhindern sollten?

Ich habe viel Allgemeines zu den Initiativen und Petitionen in dieser Antwort an Herr S. ausgeführt, das ich hier nicht nochmal wiederholen möchte und Ihnen dankbar wäre, diese zu lesen: https://www.republik.ch/2020/09/25/…79bf15f0e1

Ergänzend dazu, zu Ihrem Vorschlag A)

Wir haben Art. 19 Abs. 5 rausgenommen, weil es ein Ziel dieser Statutenrevision war, allen unnötigen, operativen Ballast raus zu nehmen. Aufgrund unserer bisherigen überlegungen sind wir zum Schuss gekommen, dass die Statuten der falsche Ort sind, um zu definieren, wie eine Initiative / Petition stattfinden soll.

Konkret scheint es mir keine gute Idee, eine Rubrik der Republik in den Statuten festzuhalten, da Rubriken, ihre Bezeichnung und ihre Verortung im Magazin sich jedes Jahr verändert und weiterentwickelt, die Statuen aber auch in 20 Jahren noch Gültigkeit haben sollten.

Die Verkürzung der Reaktions-Fristen auf Initiativen und Petitionen werden wir nochmal besprechen.

Was ich aber jetzt schon anmerken möchte: der Vorstand tagt aktuell knapp einmal pro Monat. Ziel ist es, wenn die Organisation noch ein bisschen reifer ist und die Geschäftsleitung und anderen operativen Führungsorgane vollständig besetzt sind, die Sitzungskadenz des Vorstandes zu senken (ich denke 4 bis 6 Mal pro Jahr wäre ideal). Der Genossenschaftsrat tagt (in Vollbesetzung) zwei Mal pro Jahr. Mehr als eine Urabstimmung pro Jahr scheint uns, abgesehen von Ausnahmefällen, zu viel (Aufwand für alle Beteiligten, auch die Mitglieder). Das sind die Zeithorizonte, in denen die genossenschaftlichen Prozesse statt finden.

(Anmerkung: Das stand und steht immer wieder in einem Spannungsverhältnis zu den schnellen Reaktionszeiten, die der Aufbau eines Start-Ups erfordern. Aber es ist nun mal eine Tatsache, dass demokratische Prozesse relativ langsam sind, weil sie viel Kommunikation und Abstimmung erfordern. Trotzdem wollen wir diese Mechanismen nach wie vor, weil wir, wie Sie, der Meinung sind, dass sie für die langfristige Unabhängigkeit und die Weiterentwicklung essentiell sind.)

Zu Ihrem Vorschlag B)

Zum Budget: verstehe ich Sie richtig, dass Sie vorschlagen, die Möglichkeit eines Referendums gegen ein Budget zu schaffen? Also für den Fall, dass der Vorstand ein Budget verabschieden will, dieses aber überhaupt nicht dem Willen der Mitglieder entspricht?

Ich finde die Idee ziemlich charmant, sehe aber verschiedene Probleme bei der Umsetzung (Budget Project R vs. Budget Republik, die Gefahr monatelang ohne Budget arbeiten zu müssen, zeitliche Verzögerungen, die in eine unternehmerisch tödliche Blockade führen können). Aber ich werde das mit meinen Kollegen besprechen und mich allenfalls nochmal dazu melden.

In Art 18 (neu) steht, dass der Genossenschaftsrat der Urabstimmung Anträge unterbreiten kann (das ist ja dann das gleiche, wie wenn sie Initiativen machen könnten). Ob es sinnvoll ist, auch einer Minderheit des Rates (Sie schlagen einen Drittel vor) dieses Recht zu geben, finde ich eine gute Frage. Falls Sie dafür gute Argumente haben, wären diese für unsere Diskussion sicher hilfreich. Wir werden es auf jeden Fall zusammen mit dem Vorstand und der Arbeitsgruppe Statuten aus dem Genossenschaftsrat besprechen.

Zu Ihren Fragen

Ja, das Konstrukt ist kompliziert. Lesen Sie dazu doch die Antwort auf eine andere Frage von meinem Kollegen Peter Schmid: https://www.republik.ch/2020/09/25/…1f5dbb1a1f

  • Wer entscheiden über die Löhne, bzw. Lohnhöhen?
    Eine etwas technische Antwort: Der allergrösste Teil unserer Mitarbeiter ist bei der Republik AG angestellt. Daher ist die Geschäftsleitung der Republik, bzw. in letzter Instanz der Verwaltungsrat der Republik für die Höhe der Löhne zuständig. Die Genossenschaft kann darauf nur indirekt Einfluss nehmen: als grösste Aktionärin kann Sie massgeblich beeinflussen, wer im Verwaltungsrat der Republik sitzt. Und da sie auch die grösste Kundin der Republik ist (die Genossenschaft kauft für jedes Mitglied ein Abo bei der Republik) kann sie natürlich versuchen so Einfluss zu nehmen.
    Aber schliesslich ist es eine sehr komplizierte Frage, ob, wenn weniger Geld zur Verfügung stehen würde, es sinnvoll ist die Löhne, die Pensen, der Personalbestand oder andere Ausgaben zu kürzen. Aus meiner Erfahrung ist es schon richtig, dass so eine Frage von den Verantwortlichen, die alle Details kennen und die Auswirkungen abschätzen können, gefällt wird und nicht von den Mitgliedern.
    Oder was interessiert Sie genau zu den Löhnen?

  • Wer kann in welcher Höhe Rechercheaufträge etc. vergeben?
    Die Chefredaktion ist für Rechercheaufträge zuständig. Beziehungsweise kann diese natürlich die Hoheit über ein Teilbudget an einzelne Teams in der Redaktion delegieren.
    Es stehen im aktuellen Budget verschiedene Töpfe zur Verfügung, hier finden Sie eine übersicht über die verschiedenen Budgetposten (nicht ganz aktuell, aber von den Grössenordnungen her stimmt es immer noch): https://www.republik.ch/vote/juli19

  • Wer beaufsichtigt und verantwortet diese Ausgaben, bspw. auf ihre Unabhängigkeit, etc.?
    Die Chefredaktion.

  • Wurde die Kritik aus dem letzten Revisionsbericht ernst genommen?
    Natürlich. Sie meinen wegen dem fehlenden IKS?

Ich hoffe, ich konnte einige Fragen klären. Und stelle nochmal die Frage vom Anfang, weil ich glaube, dass es die ist, die uns am meisten weiter bringt: Was sehen Sie für konkrete Bedrohungsszenarien, deren Eintreten wir statutarisch verhindern sollten?

Vielen Dank fürs Mitdenken.

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Clara Vuillemin
Vorstand Project R
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Lieber Vinyl

Danke fürs Mitdenken.

Zu der nicht-existierenden Debatte: Anfang nächster Woche kommt ein Project-R-Newsletter, der alle unsere Mitglieder auf diese Vernehmlassung aufmerksam macht. Wir dachten, es sei eine gute Idee, den dazugehörigen Artikel schon am Freitag zu publizieren, haben dabei aber vergessen, den weiteren Kommunikationsplan klar zu kommunizieren. Es ist daher nachvollziehbar, dass bei Ihnen das Gefühl aufkommt, wir wollten diese Vernehmlassung möglichst klein am Rande abhandeln. Sorry, für diesen Fehler.
Und seien Sie versichert: das Gegenteil ist der Fall. Wir freuen uns über jede Verlegerin, die sich einbringt, mitdenkt, sich äussert - schliesslich haben wir uns diese genossenschaftlichen Strukturen gegeben, weil wir wie Sie davon überzeugt sind, dass dies der beste Weg ist, unabhängig zu bleiben und weil guter Journalismus ein gemeinsames Projekt sein muss und nicht ausschliesslich in einem simplen Produzenten-Kunden-Verhältnis stattfinden kann.

Jetzt muss ich weiter, zu den konkreten Vorschlägen und weiteren Fragen hören Sie in den nächsten Tagen von mir.

Ich wünsche ein schönes Wochenende

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M. L.
Genossenschaftsrätin Project R
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Hoppla, hier gab es wohl einige Missverständnisse! Sie schreiben mit viel Herzblut – Ihr engagiertes Votum, lassen Sie mich das kurz vorausschicken, kann allerdings auch als Verletzung ankommen, was zu neuen Missverständnissen führen würde. Dabei liefern Sie eine Fülle von Vorschlägen, die zeigen, wie wichtig Ihnen die Republik und Project R sind. Vielen Dank dafür!
Nochmals kurz zum Grundanliegen für diese Statutenrevision: Project R ist als Start-Up das sprichwörtliche Flugzeug, das während des Flugs zusammengebaut wird. Oder nochmals anders gesagt: Die Machenden müssen permanent an x Baustellen gleichzeitig sein, sonst wäre es schon lange zum Crash gekommen. Im Tun entstehen Abläufe, Abläufe werden evaluiert und revidiert. Alles mit dem Ziel, dass es sauber laufen kann. Daher jetzt die Statutenrevision, um Prozesse zu vereinfachen und besser arbeiten zu können. Und die Bitte an Sie als Genossenschafter mitzudenken und Rückmeldung zum Fluss der aktuellen Überlegungen zu geben.

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S. B.
· editiert
Vorschläge

Ahoi Republik,

Ist glaube ich das erste Mal, dass ich einen Blick in die Statuten werfe 🙈 – ich muss sagen, das Diff zwischen alter und neuer Version ist 1A!

Auf drei Punkte möchte ich kurz zu sprechen kommen:

  1. Stärkung des Vorstandes

    In ihrer Gesamtheit sind die Änderungen eine klare Stärkung des Vorstandes, zumindest auf dem Papier (Budgethoheit und Verdreifachung der Amtszeit). Ich habe grundsätzlich überhaupt nichts gegen die Änderungen einzuwenden, wünschte mir aber, ihr hättet das im einleitenden Text oben auch klipp und klar so benannt. Schliesslich bündelt ihr damit gehörige Macht in einem Gremium, das (gegenwärtig) gerade einmal aus drei Personen besteht (die wohl Grossartiges leisten, möchte ich nicht in Frage stellen).

    Stattdessen begründet ihr die Verschiebung der Budgethoheit von der Urabstimmung zum Vorstand mit:

    Das Problem: Zum Zeit­punkt der Urabstimmung arbeitet die Genossenschaft bereits ein halbes Jahr damit. Und die wenigsten Mitglieder haben die Zeit und Musse, sich nachträglich in Details zu verbeissen, die schon fast ein halbes Jahr Tatsache sind (das Geschäfts­jahr beginnt im Juli, die Abstimmung erfolgt im November). Darum entscheidet über das Budget neu der Vorstand.

    Durch diese Formulierung fühle ich mich ehrlich gesagt etwas verschaukelt. Mit keinem Wort wird auf die Möglichkeit eingegangen, die Urabstimmung früher durchzuführen oder Beginn und Ende des Budgetjahres zu verschieben, sodass die zeitliche Diskrepanz behoben würde. Stattdessen folgt einfach ein logischer Kurzschluss.

    Und unabhängig davon: Es hätten wohl auch ähnlich wenig Mitglieder "die Zeit und Musse sich in Details zu verbeissen", wenn keine zeitliche Diskrepanz bestünde. Seid doch ehrlich und sagt einfach, dass die Teilnahmequote an der letzten Urabstimmung mit ~ 14.2 % ziemlich miserabel ausfiel – und die Budgetfragen offenbar langweilten (weil als DurchschnittsverlegerIn schlicht der notwendige Einblick ins operative Geschäft sowie überhaupt Sachkenntnisse fehlten, was zahlreiche Diskussionsbeiträge belegen).

    Was mich zum zweiten Punkt bringt.

  2. Teilnahmequote Urabstimmung

    Hat nicht direkt mit den Statuten zu tun – ist indirekt aber äusserst relevant: Was wird getan, um die Teilnahmequote an der Urabstimmung zu steigern bzw. diese attraktiver zu machen? Dass ein "Budgetabnicken" keine Anziehungskraft entfaltet, habt ihr ja nun erkannt. Aber braucht es nicht zusätzliche Anstrengungen, um den Wert dieser basisdemokratischen Struktur besser zu vermitteln und die Partizipationsquote und damit die Legitimation der Urabstimmungsentscheide zu steigern?

  3. Mitgliederinitiativen und Petitionen

    Hatte ich bislang gar nichts von gewusst. Klingt in der Theorie erst mal super. Praktisch beginne ich mich aber sofort am Kopf zu kratzen: 🤔

    Wo und wie sammle ich Unterschriften für eine Initiative oder Petition?

    In Art.6 steht, dass der Vorstand das Mitgliederverzeichnis führt und in Absatz 2:

    Das Mitgliederregister ist nicht öffentlich, und es besteht für die Mitglieder und Dritte, mit Ausnahme des Einsichtsrechts in die eigenen Daten, kein Einsichtsrecht.

    Wie soll jemand für etwas sammeln ohne realistische Möglichkeit potenzielle UnterstützerInnen zu erreichen? Natürlich bin auch ich dagegen, das Mitgliederverzeichnis einfach öffentlich ins Netz zu stellen. Aber wenn ihr diese direktdemokratischen Rechte nicht zum blossen Papiertiger verkommen lassen möchtet, dann solltet ihr konsequenterweise eine entsprechende Plattform bereitstellen, auf der für solche Anliegen gesammelt werden kann. Alles andere ist ja wohl absurd.

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Clara Vuillemin
Vorstand Project R
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Lieber Salim

Zuerst: danke für das engagierte und kompetente Mitdenken.
Zweitens: alles was Philipp gesagt hat.

Zum Vorstand: Die Verlängerung der Amtszeit auf drei Jahre hat sehr praktische Gründe. Bis jemand neues eingearbeitet ist und sich wirklich einbringen kann braucht es meistens ein Jahr, da ist es unsinnig Amtszeiten von einem Jahr vorzusehen. Neu ist es jedoch möglich, Mitglieder des Vorstandes auch abzuwählen.
Und dass der Vorstand nur aus drei Personen besteht wollen wir ändern. Mehr Augen sehen mehr und mehr Schultern tragen mehr, da sind wir uns einig.
Wegen dem Budget: wir können die Urabstimmung nicht früher machen, weil dann der Abschluss noch nicht fertig wäre. Budget bevor es in Kraft tritt per Urabstimmung verabschieden bedeutet zwangsläufig zwei Urabstimmungen pro Jahr. Das scheint uns ein wenig viel.

Zu den Mitglieder-Initiativen und co.: Die sind zugegeben noch ein wenig Zukunftsmusik. Wir müssen die Statuten langfristig anlegen, damit wir in sie hinein wachsen können. Sie
sollen dem Unternehmen zur Entwicklung nicht als Korsett dienen. Und wenn es jetzt ein Anliegen für eine Initiative gibt, freuen wir uns, es zu hören, werden versuchen zu helfen, verweisen auf den Genossenschaftsrat, der sich auch über Anregungen freut und Wege kennt, Mitglieder zu mobilisieren, unsere Debatten könnten auch ein Weg sein...

Ich wünsche ein wunderschönes Wochenende

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Liebe Clara

Herzlichen Dank für die Ergänzungen – macht alles Sinn. Das ist die Form Transparenz, welche ich so schätze an euch!

Gleichfalls ein fabelhaftes Wochenende wünsche ich!

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Philipp von Essen
Projekte und Finanzen @Project R
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· editiert

Wow, vielen Dank für deine ausführliche Rückmeldung!

Bis der Vorstand später antwortet, schon einmal aus meiner Perspektive.

1. Stärkung des Vorstandes
Wir haben letztes Jahr für das Budget und Wahl der Revisionsstelle eine zweite Urabstimmung durchgeführt und haben anschliessend entschieden, nur noch eine pro Jahr zu machen, um Zeit/Geld zu sparen und die Verlegerschaft nicht zu ermüden. Das zu erklären, haben wir im Artikel oben schlicht vergessen, es war keine Absicht.

In der Gegenüberstellung von bisheriger und neuer Version findest du auf Seite 12 eine weitere Begründung:

Das Budget soll neu durch den Vorstand nach Stellungnahme des Genossenschaftsrats verabschiedet werden. Der Vorstand trägt die Verantwortung dafür. Der Genossenschaftsrat ist näher beim Vorstand und kann das Budget daher besser beurteilen sowie Fragen dazu stellen.

2. Teilnahmequote Urabstimmung
14% Stimmbeteiligung für sich gesehen, kann man als gut oder schlecht bezeichnen. Hast du Vergleichswerte von anderen Genossenschaften?

Es war auf jeden Fall unsere bisher tiefste Beteiligung:

1. Urabstimmung: 25% (Jahresabschluss und Wahlen, E-Mail-Reminder verschickt)
2. Urabstimmung: 14% (Budget und Revisionstelle, keine Reminder verschickt)
3. Urabstimmung: 19% (Jahresabschluss, Reminder verschickt)

Ich interpretiere es so, dass die Reminder per E-Mail geholfen haben, und Wahlen attraktiver sind als Genehmigungen.

Was würdest du vorschlagen, um die Attraktivität der Abstimmungen und die Partizipation zu steigern? Dein Beitrag läuft ja unter «Vorschläge» ;-)

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S. B.
· editiert

Danke für die Antwort.

In der Gegenüberstellung von bisheriger und neuer Version findest du auf Seite 12 eine weitere Begründung

Ich habe keinen Grund, die Kompetenzverschiebung an und für sich in Frage zu stellen und auch die von dir erwähnte "weitere Begründung" ist ok. Meine Kritik bezog sich bloss auf die Kommunikation dieser Begründungen und deren logische Kohärenz. 😉

Hast du Vergleichswerte von anderen Genossenschaften?

Ne, bin da nicht drin. Es darf aber IMHO sowieso nicht das Ziel sein, sich hinter tiefen Beteiligungszahlen anderer Genossenschaften zu verstecken.

Was würdest du vorschlagen, um die Attraktivität der Abstimmungen und die Partizipation zu steigern? Dein Beitrag läuft ja unter «Vorschläge» ;-)

Spontan/intuitiv wünschte ich mir zwei Dinge:

  1. VerlegerInnen können in ihrem Profil mittels eines Schalters angeben, ob Sie sich überhaupt an genossenschaftsrechtlichen Abstimmungen beteiligen möchten oder nicht. Ich kann mir gut vorstellen, dass ein Teil der AbonnentInnen daran schlicht kein Interesse hat. Dann könnte man einerseits die Teilnahmewilligen aggressiver zur Teilnahme aufrufen (wiederholte Reminder, Push-Benachrichtigungen in der App etc.) sowie bei den Auswertungen (auch) die Quote der Teilnahmewilligen angeben, was IMHO deutlich aussagekräftiger in Bezug auf die Legitimation der Entscheide ist.

  2. Inhaltlich sollten die Urabstimmungen nicht einfach ein Abnicken (von Geschäftsbericht, Budget, Wahlvorschlägen oder was auch immer) sein, sondern eine Weichenstellung, also eine Auswahl an echten Alternativen bieten. Das würde die "Abstimmungsvorlagen" vermutlich deutlich attraktiver machen. Die Frage ist halt wohl: Wollt ihr das überhaupt?

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S. S.
ceci n‘est pas une pipe...
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Fragen

Guten Morgen liebe Kolleginnen
Das - zugegebenermassen machmal selektive - Lesen der zuverlässig morgens um 05.00 h in die Inbox purzelnde Republik-Ausgabe gehört für mich, zusammen mit Kaffee, zum gepflegten Morgenstart. Daher interessieren mich die neuen Statuten sehr. Um diese beurteilen zu können, müsste ich die alten kennen. Ich habe diese gesucht, jedoch nicht gefunden. Das kann durchaus mein Fehler sein. Nichtsdestotrotz danke für den entsprechenden Link.

Allen einen guten Freitag, Sabine

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Philipp von Essen
Projekte und Finanzen @Project R
·

Die alten Statuten ohne die neuen Vorschläge findest du zudem im Footer, wenn du ans Ende der Seite scrollst, unter «Rechtliches».

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Antonia Bertschinger
Ratsmitglied Project R Genossenschaft
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Liebe Sabine

Du findest die alten Statuten - im praktischen Vergleich mit dem neuen Text - unter diesem Link:
https://cdn.repub.ch/s3/republik-as…vision.pdf
(Er steht auch unten im Artikel, aber man überliest ihn leicht.)

Viel Vergnügen bei der Lektüre:-).

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