Debatte

Was denken Sie über «Tuvia bei den Briten»?

Filmemacher Tuvia Tenenbom war sechs Monate auf den Inseln unterwegs. Entstanden ist die sechsteilige Video­serie «Tuvia bei den Briten» über die Stimmung, quer durch alle Schichten, über alle Grenzen. Wie denken Sie darüber?

08.04.2019

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Seit dem 23. Juni 2016 herrscht in England, Schottland, Irland, Nord­irland und Wales der emotionale Ausnahme­zustand. Für oder gegen den Brexit? Für oder gegen welchen Brexit? Was ist das Beste fürs Land? Darüber debattieren Politikerinnen, Journalisten, Expertinnen seit Monaten.

Filmemacher Tuvia Tenenbom wollte wissen, was die sagen, die nicht in der Öffentlichkeit stehen. Die Pubbesucher in Schottland? Die Studierenden in Sheffield? Die Menschen an der Grenze von Irland und Nordirland? Entstanden ist eine sechsteilige Video­dokumentation über die Stimmung auf der Insel.

Jetzt fragen wir Sie: Was halten Sie von der Videoserie «Tuvia bei den Briten»? Hat die Serie Ihren Blick erweitert? Verfolgen Sie die Brexit-Debatte in Grossbritannien? Und welche Meinung haben Sie generell dazu?

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H. S.
· editiert

Was hat Brexit mit Antisemitismus und Rechtsradikalismus zu tun? Wieso fühlt sich ein israelischer Amerikaner bemüssigt, die Briten blosszustellen? Das alles wirkt sehr aufgesetzt und gekünstelt. Um Rechtsradikalismus zu erforschen, hätte es für Tenenbom näherliegende Untersuchungsgebiete gegeben: "Tuvia bei den Siedlern" würde mich weit mehr interessieren als der Quatsch, der uns da vorgesetzt wurde.

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Anonymous
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-Der ganze Film ist super. (Die einzelnen Teile sind schrecklich.)
-Es sind verschiedene verzahnte Geschichten: Tuvia Tenenbom (und seine Frau?), Britannien, Brexit, Globalisierung... Ich sehe die Leute auch in der Schweiz vor mir. Dieser Film zeigt Europa.
-Weshalb hat man dem Film zerstückelt und wer?

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Tenenbom hat eine positive anarchische Art, die Interviews zu führen. Wenn man das als Theater versteht (und Tenenbom ist ein Theater-Mann), dann ist es unterhaltsam. Hat bei mir ein Dauer-Lächeln ausgelöst.

Nach der langen USA-Reportage (welche ja ein ähnliches gespaltenes Land aufzeigte) ist das ein ganz anderer Approach, um Content zu zeigen. Ich finde, so funktioniert das auch. Finde es aber schade, dass die Clips so kurz ausfallen. Könnte gut auch 20 Minuten pro Folge sein.

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Liebe Republik, leider finde ich die Serie nicht sonderlich geglückt!
Tuvia lässt die Leute nicht ausreden, redet lieber selber und stellt Suggestivfragen. Er wirkt planlos und beherrscht die englische Sprache nicht in der Tiefe, wie sie doch so von Nöten wäre in einer solchen Doku, denn es geht auch darum, zwischen den Zeilen zu verstehen und zu deuten.
Den 5. Teil verstehe ich gar nicht; geht es jetzt um den Brexit oder den Konflikt in Nahost?
Ich kann leider den Mehrwert der Serie nicht erkennen. Schade!

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A. C.
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Das Vorgehen von Tenenbom ist weder originell, noch neu. Es fügt sich in eine Mockumentary-Tradition ein, die Ricky Gervais, Michael Moore und Sacha Baron Cohen bereits vor Jahr(zehnt)en anwendeten. Neu ist allenfalls die extrem hobbymässige Gestaltung, die völlige Ablehnung irgendwelcher filmischer Aesthetik, die radikale Unhöflichkeit, die einfach nur ekelerregende Anbiederung und flegelhafte Unerzogenheit im Umgang mit den meisten Interviewpartnern, und, ja, der scheinbar fast völlige Mangel eines historischen Bewusstseins. Aber wir haben es mit einem Kunstprodukt zu tun und ich möchte deshalb über diese meine ablehnende Reaktion nachdenken.
Und das werde ich weiter unten tun.

Mir persönlich gefällt die billige Ramsch-Anti-Aesthetik, aber ich verstehe auch, dass sie viele Leute abstösst. Abstossend finde ich selbst wie gesagt, wie er Menschen begegnet, meist mit dem Versuch, sie blosszustellen oder ins Lächerliche zu ziehen. Aber diese Reaktion ist ja eben zuwenig weit gedacht, ich fürchte, ich tappe in die gleiche Falle wie seine Interviewpartner. Ich möchte mich deshalb erst einmal damit auseinandersetzen, weshalb er dermassen eklig auf mich wirkt. Der Grundton ist derart unangenehm, dass es in der ersten Reaktion ja wirklich schwer fällt, etwas positives der Serie abzugewinnen. Es spricht aber für die KommentatorInnen hier im Forum, die fähig sind, sich an dieser Serie zu erfreuen oder einen Erkenntnisgewinn zu ziehen. Und ich versuche es jetzt auch mit diesen Zeilen, und ja, ich finde es mutig von der Republik, diese Beiträge zu publizieren, und ich finde es schade, wenn Kommentatoren, denen ein Beitrag nicht gefällt, dies jeweils zu einem Rundumschlag auf unser junges Zeitungspflänzlein Republik benützen. Seien wir tolerant.

Doch zurück zu Tenenbom
Es ist durchaus verständlich, dass gewisse Interviewpartner auf das scheusalhafte Auftreten Tenenboms mit provokanten und ganz garstigen Ansichten reagieren, einfach um diesen unangenehmen Zeitgenossen abzuwimmeln. Wenn ich mir vorstelle, wie ich selbst auf seine Art des Fragens reagieren würde, würde ich allenfalls auch Groteskheiten von mir geben, weil sein Auftreten mir schnell zeigt, dass er mich ja nur zum Provozieren anspricht und sich als Wesen mit obeflächlichem politischen Wissen und ohne historisches Bewusstsein ausgibt.
Nur schon den Bericht aus der Bogside mit Londonderry, Nordirland zu betiteln: noch so eine kleine, fiese, ahistorische Peinlichkeit und hässliche, dumpfböse Provokation. Dass sich die Menschen dort mit den Palästinensern identifizier(t)en, braucht ja nun wirklich keine Erklärung. Diese Menschen sind aber sehr dankbar für den errungenen Frieden. Sie wollen keine neuen Grenzbefestigungen. ('Milkman' von Anna Burns ist übrigens eine gute Beschreibung über die Zeit der Troubles und illustriert die Haltung und auch viel Unausgesprochenes, das hinter den wortkargen Aussagen der Interviewten lauert). Vielleicht könnten sich auch die Regierungen Israels und der USA von den Ansichten dieser Menschen inspirieren lassen, ist aber eher unwahrscheinlich.

Soviel zu Brexit, diesem populistischen Rechtsaussenprojekt, das wohl Londoner Banking-Kreisen gefällt, die sich europaweiter Regulierung ihrer Tätgkeit widersetzen wollen, ganz abgesehen von der Deregulierung des KonsumentInnen- und ArbeitnehmerInnenschutzes. Aber zurück zur Bogside. Bexit und das Good Friday-Abkommen lassen sich nicht vereinbaren. Das hat selbst die DUP begriffen. Und der Verlust der vier Freiheiten trifft insbesondere die jüngere Generation in der UK hart.
Soviel legt Tenenbom frei, mit?/trotz?/wegen? seinem qualvoll zuzuschauenden scheusalhaften Auftreten.

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Vielen Dank, Frau Rotor. Ich wollte jetzt, nachdem Tenenbom die Sache doch tatsächlich zu Ende gebracht hat, gerade ebenfalls einen Kommentar schreiben mit Fokus auf der unerträglichen Flegelhaftigkeit des „Interviewers“ seinen Opfern gegenüber. Sie bringen aber schon alles Benennenswerte unübertrefflich auf den Punkt.

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Ich möchte mich anschliessen. Ein sehr lesens- und bedenkenswerter Beitrag. Danke dafür, Frau Rotor.

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Tuvia provoziert: unerschrocken, kein styling einfach drauflos. Kümmert sich nicht um Konsequenzen. Das ist nicht konform und für uns fremd. Die paar Sendungen, die es auf dem Schweizer Farbfernsehen gibt: Deville und Elsener, sind gestylt. Ja, was haben wir noch? An provokativem in CH Medien? Das politische Cabaret gibt es nicht mehr. Da lobe ich mir die jungen mutigen Menschen, die auf social Media und auf der Strasse uns aufrütteln.
It’s not your cup of tea? Well, don‘t drink it.

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Ich bin etwas skeptisch bei solchen "Enthüllungsdokus". Gerade beim 5. Teil habe ich den Eindruck, die interviews waren schon stark selektiv um dem narrativ von Herrn Tenenbom zu dienen. Ich meine, es könnte durchaus eine paralelle zwischen dem israelisch-palästinenschen und dem britisch-irischen konflikt gezogen werden, da muss man nicht übermässig gebildet sein. Tenenbom versucht aber mit seiner Selektion an Interviews ein bild einer Kleinstadt zu zeichnen, in dem die Einwohner entweder einfach dumm oder dann dumm und antisemitisch sind. Mit dieser Methode lässt sich absolut jede Botschaft verkaufen...
Sorry, aber je länger ich darüber nachdenke desto schwächer finde ich die Serie.

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Lieber Herr Z., also "Enthüllungsdoku" würde ich dieses Format nicht nennen. Tenenbom steht eher in der Tradition eines Michael Moore oder Sascha Baron Cohen.

Was für mich in Episode 5 fragmentarisch aufleuchtet, ist, dass der nationalistische Kampf um nationale Souveränität verträglich zu sein scheint

  • mit der Solidarität anderer Minoritäten, die um nationale Souveränität kämpften oder kämpfen ("Basken", "Katalanen" und eben "Palästinensern")

  • mit der Diskriminierung und Exklusion von anderen Minoritäten (den "Polen" [sic], den "Muslimen" [sic] oder eben den "Juden" [sic])

  • und mit dem Wunsch innerhalb eines supra-nationalen Gebildes zu verbleiben (dessen Gegner ja ebenfalls nationale Souveränität in Anschlag bringen und auch antisemitische Ressentiments schüren).

Ein Splitter eines Spiegels also, der die Ambivalenz, ja die Widersprüchlichkeit und Gespaltenheit der Alltags-Realität und der Menschen widerspiegelt. Schonungslos und bitterböse, so dass das Lachen einem im Halse stecken bleibt.

Und uns fragen lässt: Wie kann das sein? Wie hängt dies zusammen? Ja, wie bringen wir die Menschen zusammen?

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F. Z.
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Ja, Enthüllungsdoku ist das falsch Wort. Ich fürchte aber sie verstehen meine kritik nicht. Und nein, mit moore würde ich es nicht vergleichen, der transportiert noch ein paar Fakten mit. Mit Cohen eher. Ich habe mir selber einen Ausdruck für solche Formate geschaffen: Kackapieksen. Rein auf emotionen ausgelegte unterhaltung mit einem bestimmten Ziel, welche sich aber in das Gewand einer Doku oder Reportage kleidet. Es geht nicht um "neutralität" oder darum, dass eine solche Reportage keine Emotionalität aufweisen dürfte, es geht darum, dass hier keine Suche stattfindet, keine neue information gezeigt wird.
Das ganze ähnelt, wenn ich es mir so überlege, doch sehr stark der üblichen "berichterstattung" der extremen rechten. Nur weniger gezielt und organisiert.
Ja. Gefällt mir definitiv immer weniger.

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Und noch zum Stil von Tenenbom: Ich kann verstehen, dass viele seine direkte konfrontative Art in gewisser Hinsicht "abstossend" finden. Gerade weil dies auch hierzulande nicht gerade als die "feine Art" gilt. Wer mag schon ein unvermitteltes "Woher kommst Du?"

Aber seine Chuzpe - "eine Mischung aus zielgerichteter, intelligenter Unverschämtheit, charmanter Penetranz und unwiderstehlicher Dreistigkeit" (Wikipedia) - und seine vordergründige Haltung der radikalen Affirmation der bestehenden Verhältnisse und Menschen (und sein hintergründiges Schweigen) haben etwas für sich. Und sind gerade bei der 5. Episode noch bewundernswerter.

Er spricht einfach mit allen, bluntly, und zielt direkt auf den Kern der Sache. Stösst natürlich auf Widerstände - der Scheu, des Anstands, der Normen - und versucht mit Über-raschung, Suggestion und Pro-vokation diese dicken Bretter zu durchbohren. Um zum brut-al fact der Strasse zu gelangen.

Offensiv/offensive - Ja, vielleicht. Aber deshalb auch illegitim?

Er ist ja kein Soziologe, der standardisierte qualitative Erhebungen macht, um zusammen mit statistischen Zahlen repräsentative Ergebnisse zu produzieren. Bei solchen werden eben oft nur normgemässe/normalisierte Antworten gegeben. Und die involvierten Personen hatten immer das Recht auf Widerspruch.

Sein Stil bleibt eine Geschmacksfrage. Man mag ihn oder man mag ihn nicht. Aber manchmal merkt man - wie beim Essen und Trinken - erst nach erstem (oder mehrmaligem) Versuchen, dass etwas dennoch ganz genüsslich sein kann und das Gemüt erhebt.

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Ich kann ihnen nicht ganz folgen was sein „chupze“ bertifft.
Auf mich wirken die fragen weder intelligent noch zielgerichtet, ausser zielgerichtet wird gleichgesetzt mit suggestiv.
Bei charmanter penetranz & unwiederstehlicher dreistigkeit denke ich eher an einen stereotypischen frauenhelden à la james bond. Da ich bei herrn tenenbom weder an die adjektive charmant , noch unwiederstehlich denke, bleiben dreist, penentrant und unverschämt.

Über geschmack und stil lässt sich bekanntlich streiten. Aber eine serie über den brexit, die abgesehen von geschmack nichts zu bieten hat (beispielsweise ein rahmen aus fakten um die zufällig wirkenden fragen in einen zusammenhang zu setzen) hinterlässt bei mir kein gefühl von qualitätsjournalismus.

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Lieber Jakob Surber, Ich hoffe doch, dass Ihnen bei "charmanter Penetranz & unwiederstehlicher Dreistigkeit" noch andere Beispiele als James Bond einfallen. Nicht immer geht es bei Intelligenz, Zielgerichtetheit, Penetranz und Dreistigkeit darum andere aufzureissen. Wenn Ihnen keine lebende Personen einfallen, kommt mir bspw. auch Columbo in den Sinn.

Seine Unverschämtheit ist intelligent, weil er sie dazu nutzen kann, ohne Scham und ohne Vorurteil mit allen ins direkte Gespräch zu kommen. Sie ist intelligent, weil er damit schamlos dieselben Hemmungen bei den anderen abbauen kann und so zielgerichtet auf eine direkte nicht verwaschene Antwort hin befragen kann. Was natürlich nicht immer klappt - gerade bei Redegewandten wie Politiker.

Er macht das offenbar mit Charme, weil die Leute offenbar gerne mit ihm reden und auf seine Fragen antworten und ihm offenbar auch nicht davonlaufen - was bei konventionellen professionellen Journalist*innen nicht immer der Fall ist.

Für viele scheint somit seine Dreistigkeit unwiderstehlich zu sein. Etwa weil gepaart mit Charme und Intelligenz oder weil erfrischend, da nicht gewohnt.

Was ihr gewünschter "Rahmen aus Fakten" anbelangt, sind ja zum einen die 6 Episoden bloss teaser der längeren Doku, in der dazwischen - wie er sagt - Kontext connecting the dots geliefert wird. Zum anderen lieferte die Republik ausreichend andere Textbeiträge, die den Rahmen für diese Interviews bilden.

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Lieber Herr Rebosura: Wieso können Sie die Kritik nicht einfach stehen und wirken lassen? Denn der Republik soll es doch recht sein, wenn Verlegerinnen die Beiträge kritisch beäugen. Ich finde es etwas anmassend, wenn Sie den Kritikerinnen den Beitrag “erklären”, damit er von allen “verstanden”und dann als “gut” empfunden wird. Nehmen Sie dies nicht persönlich, ich mag Ihr Engagement grundsätzlich.

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Liebe*r Anonymous, ich möchte keinerlei Kritik oder Urteil umstossen. Einzig andere IMO positive Aspekte hervorheben. Ist das Aufzeigen einer anderen Perspektive bereits anmassend?

Natürlich begründe ich, weshalb mir die Kritik z.T. aufgrund der angelegten Massstäbe überzogen erscheint - man kann nicht alles über einen Leisten schlagen - und weshalb Tenenboims approach etwas für sich hat. Ohne Begründung bliebe ja einem nur: mein Geschmack, mag ich (like) oder nicht mein Geschmack, mag ich nicht (dislike). Und in einem kritischen Diskurs sollte jedes Argument auch Gegenargumente zulassen. Denn nur im Durchgang durch die vielen möglichen Urteile kann man ein freies wirkliches Urteil fällen.

Aber es stimmt. Ich erkläre (via Begründung), damit man mehr versteht (andere Aspekte sieht). Ich zwinge aber niemanden dazu, anders zu sehen (eine andere Perspektive einzunehmen) oder anders zu befinden und empfinden (etwas "gut" zu finden). Es ist eine Möglichkeit, aber keine Notwendigkeit.

Es ist als Angebot gedacht. Und nicht als Anmassung.

Man kann selbstverständlich auch nicht einverstanden sein mit mir. And we agree to disagree.

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Nach der ersten Folge war ich ein bisschen enttäuscht. Nicht wegen des Inhalts oder des Stils. Der ja nach Michael Moore und der grossen Mockumentary-Welle bestens bekannt ist (und den man mögen oder nicht mögen kann, Geschmacksurteil halt). Sondern weil: Zu kurz, zu wenig Interview. Ein Fragment, ein Splitter bloss.

Doch jetzt, wo ich bei der vorletzten Folge angelangt bin: Ja, das funktioniert. Besser noch als binge watch. So dass die versammelten Splitter wie ein Kaleidoskop zusammenspielen. Und so gerade ein adäquateres Abbild der fragmentierten Alltags-Realität abgeben, als die oft zu totalisierenden Expert*innen-Erklärungen.

Noch besser würde das Projekt funktionieren, wenn es als ein Film präsentiert werden würde (kommt der?). Mit kontextualisierendem Kommentar zwischen den Interview-Episoden. Wie bei Michael Moore oder bei Adam Curtis. Wobei letzterer ja nur kontextualisiernde (Meta-)Kommentare macht.

Aber hier in der Republik, finde ich, dienen mir die bereits erschienenen Beiträge zum Brexit hinreichend als Kontext. So dass die Filme eine interessante wie unterhaltsame Ergänzung sind.

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Ich habe maturarbeiten gesehen bei denen weit bessere interviews geführt wurden.
Herr tenenbom unterbricht die interviewten ständig mit suggestiven oder völlig unwichtigen fragen und zündet sich zigis an während dem sie antworten. Ebenfalls wirkt er völlig unvorbereitet. Gerade bei den studenten schien es nicht als würde er einem roten faden folgen oder in die tiefe gehen wollen. Hat er überhaupt weiterführende fragen?Zudem ist die kameraführung verwackelt. Mit einem smartphone-stabilizer für 100chf lassen sich bessere aufnahmen machen.

Ich wollte mit der Republik qualitätsjournalismus unterstützen, aber je länger ich sie lese, desto weniger überzeugend finde ich sie.

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B. G.
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Wie kann man nur...! Ein Filmemacher..., begibt sich in verschiedene Milieus, gibt sich lustig, macht sich lustig über sein gegenüber in boulevardesker Manier. Und wenn er dann in Teil 4 junge intelligente Menschen trifft, versucht er ihre Aussagen auf ein tiefes Niveau zu ziehen, indem er von ihnen hören will, ihre Landsleute seinen Idioten oder stupid. (Bei meinem Kommentar ist die Etikette Warnung aufgetaucht! Weshalb?)

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Diese Beiträge sind sehr, sehr schwer auszuhalten. Wie dieser Mensch in der Gegend herumpampt, die Leute irritierend unmotiviert ausfragt und die plakativsten und haarsträubendsten Animositäten aus ihnen herausholt und diese (seine?) Frau, die da auch noch irgendwie ständig im Bild steht/sitzt/geht, der völlig unmotivierte Einsatz von Musik, der zeitweise den Dialog komplett unverständlich macht.. Und, echt jetzt. Schmusen mit Nigel Farage? – Haben es die Briten denn nicht schon schwer genug?

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(unsichtbar)
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Das kann jetzt nicht ernst gemeint sein: Wenn Ellen Kositza (eigentlich: Ellen Kubitschek), eine der Leitfiguren der deutschen Neuen Rechten, auf dem "Kanal Schnellroda" Tenenbom als "einziges Lesevergnügen" empfiehlt, dann ist das fast so etwas wie Rufmord an Tenenbom. Auch wenn man seine Art des Vorgehens nicht mag, von der "Schnellroda-Fraktion" gelobt (und damit von der Rechtsuassen-Fraktion vereinnahmt zu werden), gönnt man ihm nun doch nicht.

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Sie haben Recht, es war etwas taktlos, den Link hier zu posten, ich entferne ihn. Ich fand es einfach interessant, was für Verbindungen heute möglich sind, und Tenenbom hat die Kubitscheks auch medienwirksam besucht.

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«Anders als andere Reporter und Journalisten, wir sagen heute 'Presstitutes'...»

Naja. Man sollt ja Künstler nicht danach beurteilen, wer sie sonst noch so gut findet.

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Was bleibt inhaltlich von diesen Beiträgen? Leider wenig. Und Tenenboms Interviewstil ist kaum zu ertragen. Ich habe kein Problem mit gutem Infotainment oder Videomaterial. Aber nicht so. – Ich frage mich auch, wie es zu dieser Serie überhaupt kam.

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Tenenbom war 6 Monate unterwegs? Aber nicht für diese Serie, oder? Das Interviewmaterial sieht nach 6 Halbtagen ohne jegliche Vorbereitung aus.

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Ein kleines Detail, aber eine Jugendliche hatte in der Kurzepisode gesagt: "Was ist Brexit?" sei die meistgesuchte Google-Suche gewesen am TAG DES BREXITS. Ich hatte damals bei der NZZ schon darauf hingewiesen, dass die Medien diesen Google-Trend falsch interpretiert und kolportiert haben: https://www.nzz.ch/feuilleton/medie…duced=true Google-Trends sind immer in Beziehung zu setzen mit anderen Suchbegriffen. Das heisst: "Was ist Brexit?" hatte immer noch ein viel kleineres Suchvolumen als das bei Stars wie "Rihanna" oder anderen Suchbegriffe der Fall gewesen ist.

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Liebe Republik, ich bin eine treue Leserin, aber jetzt stehen mir die Haare zu Berge: Dieser Tuvia ist kaum auszuhalten (ist da eine versteckte Kamera mit im Spiel?). Seine Beiträge sind banal, undifferenziert, peinlich, einer Veröffentlichung nicht würdig.

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Danke für Ihre Kritik, Frau W. Mir ging es anders: mich hat dieser Einblick in die zersplitterte Gegenwart befremdet, beschäftigt. Herzlich, CM

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Lieber Herr Moser, merci auch vielmals für Ihre Rückmeldung. Ich kann gut verstehen, dass Sie die "befragten" Personen in ihrer jeweiligen Situation beschäftigen, nur finde ich halt, dass Monsieur Tenenboom sich grotesk in den Vordergrund drängt und den Betroffenen im wahrsten Sinne des Wortes alle Luft wegnimmt. Aber Gottseidank dürfen wir getrennter Meinung sein. Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende und schicke auch herzliche Grüsse. SW

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Tuvia Tenenbom ist vor allem eines: selbstverliebt. Seine bisherigen Beiträge zum Brexit kann man getrost ignorieren. Warum die Republik sich auf dieses Niveau herablässt, ist mir auch schleierhaft.

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Ich persönlich finde die Serie genial gemacht. Etliche Zeitungen weltweit berichten über den Brexit, viele Intellektuelle schreiben darüber - doch wer geht direkt zu denjenigen, die es direkt betrifft, und fragt sie direkt nach ihren Meinungen? In einer Demokratie sind es eben nicht nur die Meinungen der intellektuellen Bürger, die zählen, sondern genauso die der Otto-Normalverbraucher. Danke, Republik, dass ihr da eine Lücke schliesst!

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ORDER!!! Es gibt nicht nur den Brexit. Es gibt wichtigere Probleme auf unserem Planeten. Lest zwischen den Zeilen. Tenenbom macht es. Vorurteile regieren die Welt. In einer Beiz auf dem Land in der schönen CH hätte es nicht viel anders getönt als im Kaff in Schottland.

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Ich habe das Dokudrama zur Geschichte des Brexit auf Arte gesehen. Ab und an Statements auf Channel 4, die Kommentare dazu gelesen. Ein Kommentar war: it’s a soap opera. In den späten sechziger Jahren habe ich in Cambridge gelebt, die Unterscheidung wurde immer betont. The continent (Europa) sind nicht wir.

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Diese Doku amüsiert mich sehr und die deftigen Kommentare noch mehr. Viele der intellektuekllen Leser/innen nehmen das Leben, und die dazugehörigen Kapriolen deutlich zu ernst. Wo bleibt da der Humor? Das ganze Leben ist ein Theaterstück ! Und hier sehen wir einen Ausschnitt davon. Natürlich beinhaltet diese Doku nicht die letzte Wahrheit, denn diese gibt es eh nicht. Relax

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Wie S. A. eben schrieb: Momentaufnahmen statt tiefschürfender Analyse. Das Thema ist unterhaltsam aufbereitet, die Verarbeitung liegt bei mir und nicht bei einem allwissenden Gelehrten. Die Filme sind Farbtupfer in der republikanischen Bleiwüste.

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Diese kleine Filmdoku reizt mein Gemüt, aber daher finde ich sie spannend!
Ich stimme mit vielem von dem was er tut und sagt nicht überein (seine Aussagen im Interview zeigten von einem merkwürdigen Demokratieverständnis), aber dennoch schaue ich fasziniert zu.
Ich sehe die Kurzfilme eher als Realitätsausschnitte und nicht als Doku die tiefgreifende Fragen scheinbar beantwortet.

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Danke für Ihre Perspektive. Würde ich komplett unterschreiben. Ich habe beim Interview und den Videos mehrmals fast in den Tisch gebissen... Aber als provokanten, subjektiven und teilweise auch lustigen Denkanstoss finde ich die Stücke wertvoll.

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Anonymous
· editiert

Aber als provokanten, subjektiven und teilweise auch lustigen Denkanstoss finde ich die Stücke wertvoll.

Mit der gleichen Begründung könnte man hier auch die Teleblocher-Videos zeigen. Was wäre das für ein fröhlich-provokantes Tischbeissfest. Ich halte die Tuvia-Serie eher für einen Denkabstoss.
Aber seis drum; Es werden auch wieder Sachen in der Republik auftauchen die mich ansprechen und andere Leser nicht.

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Sehr schwach !

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Was bedeutet Armut in Dundee? Diese Frage stellt Tuvia Tenenbom zu Beginn des 3. Films und lässt sie unbeantwortet. Wir erfahren nichts über das Leben dort, nichts über den Brexit, sondern wir erfahren, wie Tenenbom mit Menschen umgeht.
Und was sagt uns das über die Republik?

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Danke für die Kritik, Herr Küng. Was stört Sie am Einblick in die harte, ja, erschreckend kaputte, widersprüchliche Welt? Wir finden: man kann viel erfahren, lernen und verstehen aus diesen Begegnungen. Und über den Brexit und die Zersplitterung der Gegenwart.

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Danke fürs Nachfragen. Mich stört, dass ich eben keinen Einblick erhalte in das Leben der Menschen in Dundee. Ich sehe keine Zersplitterung. Ich sehe eine schöne Landschaft und dann die Kleinstadt von oben, ein paar Leute, die sich nicht interviewen lassen möchten (gibt es überall) und dann 3-4 ältere Herren beim Bier im Pub, die die gleichen xenophoben Antworten geben, wie sie die Republik auch vis-à-vis ihrer Redaktion am Tresen zu hören bekäme.

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Mir gefällt die Art, wie Tuvia Fragen stellt und vor allem die "kleinen" Leute blossstellt, überhaupt nicht. Er zeigt keine Empathie und falls das humorvoll sein soll, verstehe ich diese Art Humor leider nicht.
Mich würde es schon interessieren, wie es den Menschen in Grossbritannien geht und was sie denken. Aber die Art, in der es hier gemacht wird, bringt für mich keine Horizonterweiterung.

Ich achte aber den Versuch, einen anderen und durchaus eigenwilligen Ansatz zu finden. Mit mehr Empathie und weniger Wertung hätte es vielleicht gelingen können.

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Danke, Frau L., für Ihre Kritik. Ich finde gar nicht, dass Tenenbom weniger empathisch ist als alle, die aus London oder einer anderen Grossstadt den Brexit erklären. Das vor Ort sein, reden, Fragen stellen, zuhören ist die Stärke dieser Serie. Eigenwillig? Ja klar. Verdichtet auf Gegenwartssplitter? Auch klar. Trotzdem verstehe ich persönlich mehr nach diesen Einblicken. Herzlich, CM

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Lieber Herr Moser,
mein Eindruck - vor allem bei den Gesprächen im Pub - war, dass Herr Tenenbom bestimmte Antworten erwartet und sie dann zu provozieren versucht.
Im ersten und zweiten Teil war das weniger ausgeprägt.
Das Interview mit Herrn Farrage fand ich dagegen besser, da schien er doch wirklich interessiert und weniger voreingenommen.
Aber das ist bloss meine persönliche Wahrnehmung und es ist klar, dass man das auch ganz anders empfinden kann.
Fanden Sie die Fragen im Pub überhaupt nicht suggestiv?

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Anonymous
sirius
·
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Nein, Leute, das geht überhaupt nicht! Ich bin ein Unterstützer der Republik und eines fundierten, kritischen und erhellenden Journalismus und hoffe, dass sich die Republik ernsthaft als Vertreterin davon etablieren kann. Aber diese Beiträge von Herrn Tenebom gehen gar nicht. Liebe Redaktion, was genau habt ihr euch da gedacht, wieso bringt ihr das?

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Würde es einen Unterschied machen, wenn das dem Feuilleton zugeordnet würde? Angesichts der Kürze (Dichte?) empfinde ich die Videos fast als Miniaturen, quasi ‚Kunst‘ - Kunst nicht weil schön, sondern im Sinne von N. Luhmann: Ausgeschlossenes einschliessbar zu halten.

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Nein, lieber Herr Appenzeller. In einer Beiz mit arbeitslosen Leuten auf “Rassisten-Suche” zu gehen (und hoppla, da hats wohl welche), passt für mich nicht hierhin. Es geht mir nicht um die Form, sondern um den Inhalt. Und da kriege ich leider keinen Einblick. Und ja, vielleicht verstehe ich einfach den Humor nicht (:

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Nachdem ich den ersten Teil gesehen habe wollte ich mir den Rest nicht mehr antun. Tenenbom unterbricht Leute, denen er gerade eben eine Frage gestellt hat und lässt sie nicht ausreden, furchtbar. Der Beitrag ist so kurz und hektisch, dass man gar nicht Zeit zum Reflektieren hat. Und mehrmals scheint mir Tenenbom selbst das Zentrum des Films zu sein.

Ich dachte dann aber, wenn die Beiträge schon so kurz sind kann ich mir die restlichen doch noch ansehen. Teil 2 war ein bisschen besser, aber Teil 3 dann wieder ganz schlimm. Suggestivfragen, anbiedernd, dann wieder Kreuzverhör, und immer wieder Tenenbom im Zentrum. So ein Quatsch, den Rest könntet ihr euch eigentlich sparen.

Schade, das Brexit-Thema wäre spannend. Ich habe durch diese Filmchen aber keine Einsichten gewonnen. Und Tenenbom, den ich bisher nicht kannte, ist für mich so ziemlich gestorben.

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Lieber Herr Näf
Es ging mir beim erstmaligen Schauen auch so (erste schnelle Reaktion = Vorurteilsebene). Angeregt durch die Debatte habe ich nochmals reingeschaut - und der zweite Durchgang hat sich sehr gelohnt. Eigentlich logisch, für Einsichten, die den Namen verdienen, braucht es Zeit.
Beste Grüsse, K.A.

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Diese Serie ist weit unter dem Niveau, das ich von der Republik erwarte. Die bisherigen Beiträge bringen praktisch keine neuen Einblicke.
Tenenbom nimmt nicht mal seine eigenen Affichen ernst: zuerst stellt er sich die nicht uninteressante Frage, was hier Armut effektiv bedeute, doch erfährt man nacher dazu nichts mehr.
Zudem geht der Filmemacher tendentiös vor, und stellt sogar seine Interviewten bloss. Etwa wenn er diese zu Aussagen oder Verhalten anzustacheln versucht, die diese von sich aus nicht gemacht hätten. Oder wenn er vor die Bar tritt, einige Antworten wiederholt und dann verächlich lacht. Geht gar nicht! Wie Michael Moore in seinen übelsten Momenten (nur hat MM meist daneben auch seriöse Fakten zusammengestellt und dokumentiert, was hier aber fehlt!).

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Anonymous
· editiert

Das ist doch kein Journalismus. Da versucht einer, Micheal Moore zu imitieren, aber das Ganze ganz ohne Einordnung und Recherche, keine vorbereitende Lektüre, nichts. Michael Moore war und ist ja selber Amerikaner und kennt die Gesellschaft, die er verfilmt, von Innen. Hier hat sich doch einer ein bisschen Ferien bezahlen lassen, auch auf meine Kosten. So nicht!

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Bitte keine weiteren Videoblogs. Ich habe eine Zeitung zum Lesen abonniert, keinen Youtube-Kanal. Ich bereue schon, das Abo erneuert zu haben. Meine Kritik betrifft die Form des Beitrags, nicht den Inhalt.

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Wer einen tieferen Blick hinter die Brexit-Kulissen werfen möchte, dem möchte ich diesen Blog-Beitrag von Dominic Cummings zur Lektüre nahelegen (Vorsicht, lang!): https://dominiccummings.com/2017/01…e-storm-2/

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Für mich ist dieser Beitrag der grosse Schock. Nach all den guten Beiträgen erliegt die Republik der Versuchung des Infotainment. Welche Enttäuschung, unglaublich! Genau diesen Stil kann ich auch in der Weltwoche "geniessen". Schande über euch, hoffe auf Besserung.

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Anonymous
· editiert

Was für ein inhaltsloser Quatsch. Dem bin ich ja üblicherweise nicht mal abgeneigt, aber das hat weder Witz, noch Charme, noch Unterhaltungswert.

Habt ihr das fixfertig eingekauft und vorab für sehenswert befunden, oder habt ihr das in Auftrag gegeben und dann kam halt einfach nur zurück was wir nun sehen?

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Geili Doku ! big smile !

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(unsichtbar)
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Wow! Tuvia is the greatest! Einfach grossartig. (Ich muss zugeben: ich bin schon lang ein Fan von ihm. Schön, ihm in der Republik zu begegnen). Thank you so much

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