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An die 3000 halb nackte Fabelwesen verbringen am Nowhere-Festival ein paar eskapistische Tage.

Verloren im Nirgendwo

Waren Sie schon einmal an einem wirklich sehr, sehr abgefahrenen Festival? Bevor Sie an einen solchen Ort reisen, lesen Sie diesen Erfahrungsbericht. Im Gegensatz zum Autor können Sie jederzeit aussteigen.

Von Benedict Wermter (Text) und Jack Davolio (Bilder), 05.10.2018

Max ist schuld. Er hat mich hergelockt. Eigentlich arbeitet er für die australische Regierung, besitzt mehrere Eigentumswohnungen, bricht aber immer wieder monatelang aus, um neue Menschen in neuen Ländern kennen­zu­lernen und mit der Präzision eines Serienkillers seinen grenzen­losen Sextrieb zu stillen. Er hat etwas von einem Hirtenjungen, mit seinem schiefen Lachen, mit dem er alle einfängt. Wir haben uns vor sechs Jahren in einem Reisebus in Mexiko kennengelernt und seither immer wieder getroffen, mal in Melbourne, mal in Berlin.

Vor einigen Jahren erzählte mir Max vom Nowhere-Festival in Spanien, dem eu­ro­pä­ischen Ableger des amerikanischen Burning Man. Ich war gleich angefixt: Mit der eigenen Identität experimentieren, seltene Substanzen ein­neh­men, abgefahrene Leute kennenlernen – das klang nach meinem Geschmack.

Also bin ich hingefahren.

Und stehe, eines Abends im Juli, plötzlich auf einem kahlen Campingplatz im Nirgendwo der zentralspanischen Steppe, auf der sich in jenen Tagen an die 3000 halb nackte Fabelwesen treffen werden. Am Ende soll ein sechs Meter hoher, begehbarer Leuchtturm abgebrannt werden, frei nach dem Burning Man. Alles, was auf dem Nowhere-Festival entsteht, bringen seine Besucher selbst mit. Es gibt keinen übergeordneten Plan, nur ein Programm für all die Workshops. Es gibt nichts zu kaufen – ausser Eiswürfel. Und es gibt Camps mit bis zu hundert Bewohnern, thematisch aufgeteilt: Die einen haben ein fettes Sound­system, die anderen meditieren, wieder andere verkleiden sich, die Nächsten reiben sich gern eingeölt aneinander.

Der Eingang: Ein Holzverschlag, einzig eine Drehtür fehlt, dann wäre es die per­fekte Kopie eines Wildwestsalons. Ein paar Nackte kontrollieren die 160 Euro teuren Tickets, spitze Brüste mit spanischem Akzent verteilen Einlassbändchen. Eine teilweise in Latex gehüllte, unverständlich vor sich hin nuschelnde Afroamerikanerin spritzt mich mit einem Drucksprühgerät ab, ein nackter Franzose erklärt mir, dass ich fragen soll, ehe ich jemanden umarme: «Can I giff you a hög?» Und dann darf ich aufbrechen, zu einem der letzten anarchistischen Träume des 21. Jahrhunderts. Sagen sie.

Es ist früher Abend, aber immer noch fast vierzig Grad heiss, der Staub der Steppe hat eine erste Schicht auf meinem Bart gebildet, als ich auf meine Heimat für die kommenden sechs Nächte zugehe: das Queer-Camp, verwaltet von Londoner Lesben, bevölkert von Franzosen, Engländern, Israelis und Deutschen, die ihr soziales Geschlecht infrage stellen.

Als ich das Camp betrete, liegt Max auf den Matratzen der «Spielwiese», neben ihm eine Änderungsschneiderin aus London, kurze Haare, runde Brille, Achselhaare und ein Stoffbadeanzug aus den Fünfzigern. Sie fährt durch sein Brusthaar, die beiden grinsen mich einladend an, nein danke, ich habe ja noch meinen Rucksack auf, erst mal ankommen.

Bis ich hier war, hielt ich mich für eher offenherzig. Früher, als Teenager, trug ich einen Irokesenschnitt und Piercings und war betrunken auf schram­me­ligen Konzerten unterwegs, auf denen wir Punks uns gegenseitig auf die Stiefel pinkelten. Mittlerweile lebe ich in Berlin, bin also mit extremen Darstellungsformen vertraut, ob in der U-Bahn oder im Berghain. Doch das Nowhere-Festival? Eine Grenzerfahrung, die nachwirkt, bis heute, Monate später, und noch immer fällt es mir schwer, den Wahnsinn zu deuten.

Ich entscheide mich für den Ego-Workshop, plane aber, vorher und nachher in die Sexzelte zu gucken.

Benedict, er

Das Queer-Camp sieht aus wie eine Mischung aus einem Freiluft-Tonstudio, einem Bordell und einer Mensa. Vor dem etwa hundert Quadratmeter grossen Zelt steht ein Schlagzeug im Sand, die Zeltpforte ist eine aus Kissen drapierte rote Vagina, dahinter liegen alte Perserteppiche im Wüstensand, rechts ein langer Plastiktisch geschmückt wie für einen Kindergeburtstag, links Sofas mit aufgeplatzten Kissen. In der Mitte hängen Girlanden aus Socken in verschiedenen Grössen und Farben. Nach hinten begrenzt wird das Camp durch einen Container, in dem der Bordell- und Tonstudio-Unrat zwischen London und Barcelona verschifft wird.

Schlafsäcke, mitgebrachte Kostüme und Kunst lagern in dem mit einer riesigen Plane überschatteten Zeltbereich, einige sind mit ihren «A-Team»-artigen Campervans angereist. Am ersten Abend stellen wir uns um den Plastiktisch sitzend vor, es erinnert mich etwas an die Fernsehserie «Big Brother». Reihum nennt jeder der etwa sechzig Camper ihren oder seinen Namen und sein oder ihr Pronomen. Das Pronomen?

Ich sage: «Benedict, er» und fühle mich sofort schlecht. Die Französin mit Pferdeschwanz und Fünftagebart neben mir in ihrem robusten, behaarten Körper sagt: «Michelle, sie» und führt dabei galant ihre Hand seitlich ans Kinn. Danach wird es verwirrend. Menschen, die für mich männlich aussehen, sagen ihren Namen und «wir», in ihnen wohnen zwei Geschlechter. Attraktiv weiblich aussehende Menschen sagen «er» und stehen auf Gayboys, wie ich danach erfahre. Ich kann mir natürlich nicht einmal die Namen merken, geschweige denn die Pronomen, finde das Prinzip aber richtig – vielleicht ein bisschen zu extrem. Ich brauche Schlaf.

Die Luftmatratze in meinem Zelt, das ich bald schon aufsuche, ist leider mit nicht mehr näher bestimmbaren Tropfen aus dem Körper meines Zelt­mit­bewohners Max überzogen. Er muss sie dort in den Tagen vor meiner Anreise verteilt haben, mit der Änderungsschneiderin vermutlich. Aber hey, denke ich mir, Ekel soll doch hier keinen Platz finden. Warum auch? Jetzt wo wir doch alle gesellschaftlich konstruierten Denkmuster auf null setzen und so tun, als seien wir jüngst von einer höheren Macht in die Natur entlassen worden.

Übungen am Unterleib

Am nächsten Morgen putze ich meine Zähne direkt neben dem Container. Immer wenn die Sonne es über die uns umzingelnden Berge geschafft hat, knallt sie ihre unerträgliche Hitze auf unsere Zeltwände und treibt die ersten Fabelwesen ins Freie, Ameisen auf weiter Flur.

Oben kippe ich mit einer Giesskanne frisches Wasser in einen Behälter, unten tröpfelt es heraus. Wasser ist kostbar hier draussen in der spanischen Steppe, ebenso kostbar ist Desinfektionsmittel, das überall herumsteht. Morgens um acht ist die Luft schon über dreissig Grad warm, kleine staubige Windhosen bedecken alles mit Staub, das Obst, die Teller, das Besteck, Kleider, Sofas, die Schlafsäcke.

Auf den Sofas unter den Sockengirlanden schaufeln Max und ich Müsli in uns hinein, im Programmheft lesen wir von den heutigen Workshops: das eigene Ego zähmen, Lach-Yoga natürlich, eine Ölsitzung. Wobei die nur für Frauen ist, die eingeschüchtert vom männlichen Genital sind und sich an anderen Frauenleibern aalen möchten, um ihre Sexualität zu entfesseln. So jedenfalls steht es in der Beschreibung. Ich entscheide mich für den Ego-Workshop, plane aber, vorher und nachher in die Sexzelte zu gucken.

Der Ego-Workshop entpuppt sich dann aber als Kurzversion irgendeines Sachbuches, das der Lektor, ein in ein weisses Gewand gehüllter Franzose mit Intellektuellenbrille, den Teilnehmern sehr leise vorträgt. Insgesamt herrscht tagsüber eine geheimnisvolle Stille. In Zweiergruppen finden wir dann heraus, in welchen Fällen uns unser Ego geschadet hat oder im Weg stand.

Konsens: Viele sind am Arbeitsplatz gekränkt worden, ihr Kon­kur­renz­den­ken stand ihnen im Weg. Fazit: Wir müssen unser Ego abschalten, uns in andere hineinversetzen, eine universelle Weitsicht einnehmen, uns am besten vorstellen, wir seien im Kosmos und blickten auf die Welt. Sprachen die weissen Wohlstandskinder des Jahres 2018 auf einem Campingplatz in der spanischen Steppe, deren Ego sie überhaupt erst wohlhabend gemacht und folglich hierhin gebracht hat.

Im Sexzelt ist derweil die Ölsitzung abgelaufen, nun gibt es einen Workshop zu korrektem Fisten – also dazu, wie man seine Hand möglichst vollständig in die Öffnungen des Unterleibs schiebt, um dort wie gewünscht zu wirken. Die aktiven Teilnehmer haben sich blaue Handschuhe übergezogen und knien neben den passiven Teilnehmern, die auf dem Bauch oder dem Rücken liegen. Ein nackter Mann prüft die zuckenden, schwitzenden Körper, bietet hier ein wenig Desinfektionsgel an, macht dort eine schaufelnde, kreisende Bewegung vor. Es riecht nach OP-Raum und Pferdekoppel.

Ich gehe gleich weiter. Ich bin zwar ziemlich neugierig, kann mich da aber jetzt auf gar keinen Fall drauf einlassen, es ist zu viel für mich, schon jetzt, am ersten Morgen. Ich schaue noch mal auf den Stundenplan. Vielleicht komme ich später zum Butt-Percussion wieder, bei dem Popsongs auf Popos geklatscht werden sollen, dazu wird gesungen; vielleicht bietet diese Light-Version sexueller Entgrenzung einen einfacheren Zugang zur radikalen Selbstdarstellung.

Ich sehe noch, wie neben dem Sexzelt drei Jugendliche im Staub kopulieren und wie sich hinter dem Sexzelt an die vierzig Badegäste johlend im Schlamm suhlen, in einer Art Naturplanschbecken.

Das Google-Paradox

Als ich zurücklaufe, kommen mir ein paar Fahrrad fahrende Cowboys mit Aussparungen am Po ihrer Lederhose entgegen. Wer sind diese Leute? Über­lebende einer kulturellen Apokalypse, wie in einem «Mad Max»-Film? Europas digitale Elite, die mit ihrer sexuellen Identität experimentiert? Eine entgrenzte Avantgarde, die uns allen weit voraus ist? Die Fabelwesen wirken dekadent, aber haben sie sich ihren Sommerurlaub nicht auch verdient? Zum Glück ist das hier nur ein Ausnahmezustand, denke ich, wäre das alles echt, würden wir uns dann nicht nach ein paar Tagen an den Hals gehen?

Es ist eben alles einzigartig hier.
Und wir reden noch nicht von dem, was am Abend kommt.

Larry Harvey, der den Burning Man gründete, sah sein Festival als Gegen­ent­wurf zum gescheiterten American Dream, bei dem sich seine Teilnehmer neu erfinden. So fasst es der Autor Carl von Siemens zusammen. Und der Forscher Fred Turner schreibt, dass dieses Milieu der ideale Nährboden für die Köpfe aus dem Silicon Valley und rund um Google sei, die die Elemente des Burning Man – projektbasierte und kreative Arbeitsteilung – in ihr professionelles Umfeld integrieren.

So zieht wohl auch das Nowhere-Festival jene digitale Elite an, die die Pop­kultur kapitalisiert hat und die der Gründer des Burning Man eigentlich über­winden wollte, denke ich später, als ich diese Hintergründe recher­chiere. Die Burner reproduzieren jene Lebensweisen, die sie abschaffen wollen. Mit einem Fuss im Meeting bei Apple, mit dem anderen nackt im Sand.

Auf dem Weg zu unserem Camp höre ich erneut Gejohle, dazu Applaus. Ich trete näher und sehe durch den Staub: Auf einer Bühne treten nach und nach nackte Männer auf, die ihr Geschlechtsteil inbrünstig dem Publikum entgegen halten. Ihnen jubeln an die hundert Zuseher zu – das ist die «Penis Appreciation Hour», die Penis-Wertschätzungs-Stunde, weiss mein Pro­gramm­heft. Es ist eben alles einzigartig hier. Und wir reden noch nicht von dem, was am Abend kommt.

Kassandra bekommt Koks

«I have arrived to the post-apocalyptic pool party, can I have a piña colada, please?»

Wer diesen Zungenbrecher glatt vortragen kann, solle einen Drink bekommen, erklärt Fritz, der in unserem Camp die «Gender Bending», eine die Geschlechter auflösende Queer-Cabaret-Show, organisiert. Fritz trägt eine goldene Speedo-Badehose, dazu einen Kapitänsfrack, und mit seinem um­ge­drehten Hut und Panzerkette sieht er aus wie ein Hybride aus Gangster­rap­per und Stripperin. Und mit der Zeit erfahre ich, wer er ist: Fritz produ­ziert Abendshows fürs britische Fernsehen.

Auf einer Bühne vor unserem Camp soll es eine improvisierte Aufführung geben, und nach dem Abendessen bereiten sich alle im Camp vor auf das Queer-Cabaret. Nicht lange, da stolzieren pompöse Hochsteckfrisuren umher, weiss gepuderte und glitzernde Gesichter, in Lack oder Plastik gehüllte Clowns, dazu jede Menge Haut.

Eine gute Gelegenheit, meine Mitreisenden kennenzulernen. Model­foto­gra­fen sind da, Harvard-Dozenten und Werbekaufleute malen einander bunte Muster ins Gesicht. Frauen bekommen Bärte angehängt, Männer Lippenstift und Rouge aufgetragen. Das Pronomenspiel ist spätestens jetzt vollends ad absurdum geführt.

Neben den Werbern und Fotografen sitzen im Gesicht tätowierte Fabelwesen, die mit ihren klappernden Bussen von Festival zu Festival ziehen und aufpassen müssen, dass sie ihre Dreadlocks bei der Feuer-Jonglage nicht abfackeln. Französische Fesselfreunde sprechen perfektes Englisch, englische glatzköpfige Escort-Ladys sprechen perfektes Französisch – kos­mo­politisch elitär eben.

Die Änderungsschneiderin hockt inzwischen auf Max’ Schoss. Eigentlich näht sie auf US-Kreuzfahrtschiffen Kostüme für die Abendshows und bekommt ihren Lohn auf Offshore-Konten, den sie dann in Macao oder New York verjubelt. Das Piratenmädchen daneben ist noch ganz jung, hat irgend­wem in Kambodscha geholfen, studiert jetzt was in Spanien und hat sich eben mit Kajal Bartstoppeln aufgemalt.

Plötzlich fragt mich Fritz: «Willst du deine Krokobadehose und dein schwarzes Shirt eigentlich den ganzen Abend tragen? Ich habe noch einen ganzen Sack voll Speedo-Badehosen. Oder du probierst mal ein Kleid aus.»

«Ich kann es ja auch mal versuchen», nuschle ich und laufe ihm hinterher zum Kostümverleih.

Dort borge ich mir ein lilafarbenes Kleid und forme mir aus Klopapier zwei Brüste. Zurück im Camp malt mir die Änderungsschneiderin ein wenig Lippenstift auf die Lippen, dazu einen Klecks Rouge auf die Wangen, ich bekomme ein bisschen Kokain in die Nase und sage: «Benedict, sie.»

«Nein, du bist Kassandra», sagt Fritz.

Kassandra, die wegen ihrer Schönheit vorhersagen konnte? Die Prophetin des Untergangs aus der griechischen Mythologie? Was für eine Menschen­kennt­nis Fritz haben muss, denke ich euphorisiert, und mir gefällt der Gedanke. Plötzlich lebt Kassandra in mir. Ich kann eine Kassandra sein, das wusste ich gar nicht. Die Regisseure, Maler und Direktoren in ihren Kostümen reichen sich Spiegel mit langen weissen Linien: Speed, Kokain, ein bisschen Ketamin. Kassandra bekommt einen weissen Schnupfen.

Ich bekomme ein bisschen Kokain in die Nase und sage: «Benedict, sie.»

Wütende Gedanken

Bald schon geht die improvisierte Show los, und Kassandra verteilt den Piña-Colada-Punch an all jene Burner, die aus ihren Camps zu unserem Camp gekommen sind, um den Zungenbrecher aufzusagen und dem wilden Treiben auf unserer Bühne zuzusehen: archaisch schreiende Steinzeit­fran­zosen, ein Ketchup ejakulierendes Sandwich, eine transsexuelle, singende Königin. Singt sie gerade «God shave the Queen?», oder ist Kassandra einfach nur high?

Irgendwann ist die Sonne untergegangen, und der dadaistische Organismus von vielleicht fünfzig Wesen bewegt sich in das Innere unseres Camps, wo jemand Techno abspielt und sich die Pforten der Wahrnehmung weiter öffnen. Ecstasy-Tabletten und Ketamin lassen unsere Poolparty langsam zu einer einzigen Umarmung verschwimmen, irgendwann löst sich das Ich gänzlich auf. Benedict-Kassandra-egal, es fühlt sich alles so gut an.

Das Piratenmädchen und ich tanzen, immer enger, wir knutschen herum, bis wir ins Squish gehen, die Spielwiese des Camps. Einerseits ist sie heiss, andererseits kann ich mich in diesem neuen Rollenverständnis einfach nicht einordnen.

Auf der Spielwiese liegt schon Pipi Langstrumpf in Bikini und rotem String-Tanga, aus dem rechts ein mit Lippenstift gemalter Penis heraushängt, neben Obelix mit behaarter Vagina. Die zwei versuchen gerade, sich in einen orgastischen Zustand zu bewegen. Das Piratenmädchen und ich legen uns dazu, wahrscheinlich sollten wir nun miteinander schlafen, aber es geht nicht. Ich habe keine Lust und lege mich auf den Rücken, bis ich kiefer­mahlend wegdöse. Ich höre noch, wie sie von anderen Fabelwesen umarmt und liebkost wird, und wache erst bei Sonnenaufgang wieder auf.

Vielleicht weil ich neidisch bin, habe ich an diesem Donnerstagmorgen etwas wütende Gedanken: Was für gut verdienende, privilegierte Feierabend-Hippies wir alle sind. Wir tun ein paar Tage so, als sei eine Welt ohne Geld möglich, in einer Kunstwelt, in der die fetten Soundsysteme, die aufwendigen Kostüme und die vielen Drogen aber vorher nun einmal bezahlt worden sind.

Wir fühlen uns so, als seien wir in dieser entgrenzten Kunstwelt die Vorhut der Moderne, offen für alles, schöpferisch, gemeinschaftlich. Doch was wir dort erschaffen, ist in Wahrheit bigott, egozentrisch und angesichts der Probleme dieser Welt beschämend dekadent. Vielleicht habe ich doch recht mit diesen Eindrücken?

Und wo ist eigentlich Max? Ich werde ihn an diesem Donnerstag kaum sehen, zu sehr hat uns das Festival schon in die Ferne gerückt. Zwischen­durch passieren auch alltägliche Dinge: Jeder ist mal dran mit Kochen, Müllsortieren, Aufräumen. Und so vergeht dieser Tag, an dem ich den Wasser­container wechsele und den Müll zur Müllstation des Festivals bringe, wo ich stundenlang mit anderen Helfern unseren Campabfall in seine Einzelteile zerlege und in passende Behälter entsorge. Nachts springe ich Trampolin, dann gibt es wieder Drogen und Techno. Ich trage die ganze Zeit mein lila Kleid und stelle mich allen Ernstes ein paar Mal als «Kassandra» vor.

Heute ist nicht irgendein Freitag.
Es ist Acid Friday.

Acid Friday

Plötzlich ist Freitagnachmittag, als ich aus meinem Zelt krieche, das lila­farbene Kleid bis zum Bauchnabel heruntergezogen, meine Haare sind mittlerweile in Staub eingefilzt. Ich staune: Max schlief bis gerade sogar neben mir im Zelt, zum ersten Mal.

Heute ist nicht irgendein Freitag. Es ist Acid Friday. Der Höhepunkt des Festivals, bei dem alle 3000 Besucherinnen gemeinsam LSD nehmen.

Als sich die Sonne senkt, heult ein Dutzend Fabelwesen von einem Hügel herab, als seien sie Wölfe. Max und ich sind hinaus in die Steppe gewandert, um Rape-Tabak zu schnupfen, ein Gemisch aus Tabak und Asche. So wie es peruanische Krieger einst taten, schiessen wir das Zeug einander mit einem Blasrohr in die Nase. Das Gemisch soll reinigen, und das tut es: Wir rotzen löffelweise braune Klumpen in den Staub. Es wirkt tatsächlich: Irgendwann fühlt sich der Kopf klar, die Lunge sauber. Meine Nase, das sicher am stärksten alternde Organ in diesen Tagen, ist wieder frei, ich kann den Son­nen­unter­gang förmlich einatmen.

Später, zurück im Camp, ziehen Trauben von Fabelwesen umher, tauschen alle erdenklichen Sorten von LSD miteinander.

«California White on White?»

«Hofmann 25?»

Auf Zucker, klassisch auf Löschpapier, als pure Tropfen auf die Zunge. Jemand kommt auf einem Einrad angeradelt, auf seinem Shirt steht «Take Acid», er hat ein ganzes Marmeladenglas voll halluzinogener Säure in der Hand und ruft in einem fort: «Sharing is Caring!» Und als die Sterne aufgehen, muss das gesamte Festival auf LSD sein.

Max und ich wandeln kichernd zu irgendeinem Camp. Aber eigentlich haben wir gar kein Ziel mehr. So wie alle anderen Festivalbesucher an diesem frühen Acid Friday. Es ist stockdunkel, das Einzige, was wir sehen, sind unzählige bunte Leuchtstäbe, blinkende Lichter an den Planen der anderen Camps und kreisende, fliegende Feuerbälle, angetrieben von ihren Meistern, die die Ketten halten, an denen die Bälle angebunden sind. Wir halten am Leuchtturm, der für unseren Geschmack gefährlich pendelt, dann halten wir an einem Gefährt, einer riesigen Hornisse, die seitlich geöffnet ist:

«Geil, da steht der DJ.»

Als wir in einem französischen Camp ankommen, geht es dort schon sehr abstrakt zu. Unter kakofonischen Geräuschen läuft von rechts ein nackter Koch durch unser Bild, links schaukelt eine Elfe auf einem Schaf, Max und ich stehen in der Mitte und staunen, umringt von in den Ecken liegenden, sich apathisch ins Koma lachenden Fabelwesen. Es ist eine riesige Slapstick-Komödie, einziges Jauchzen und Sabbeln. Wobei: Obwohl alle lachen, passiert eigentlich überhaupt nichts Witziges. Jeden Moment nimmt das Fest eine andere Bedeutung an, für jeden von uns. Max und ich suchen ein Refugium, um unseren Trip in Ruhe zu geniessen.

«Einfach eine sehr geile Party»

Am Horizont steht: TEA. Gibt es da etwa Tee? Das wäre schon angenehm. Die TEA-Zeichen rücken immer näher, dieses Teezelt scheint etwas ausserhalb des Wahnsinns zu stehen. Dort angekommen, kriechen Max und ich hinein, im Zelt kniet eine junge Dame. Sie trägt ein Kopftuch wie eine ungarische Bäuerin und lädt uns tatsächlich ein, die vor sich aufgereihten Teesorten zu begutachten: Chai, Minze, Ingwer. Wir dürfen gleich probieren, müssen aber vorher eine Ereigniskarte ziehen und uns selbst eine Frage beantworten.

Max: «Was war als Kind mein Lieblingstier und warum?»

Sein Mund öffnet sich, und er hält ehrfürchtig die Karte in beiden Händen. Ein langes Seufzen gibt jenen Gestank frei, der Abbild seiner Ernährung der vergangenen Tage ist. Keine Antwort, und so muss ich einschreiten.

Ich lese meine Karte vor: «Wie gefällt mir mein Analsex?» Ich werde anscheinend verfolgt. Ich will damit gerade nichts mehr zu tun haben. Nein. Und so kann auch ich nichts sagen, bis die ungarische Bäuerin sagt:

«Gut. Das habt ihr gut gemacht. Jetzt dürft ihr wählen.» Wir wollen Minztee. Ich darf zuerst probieren.

Max fragt: «Was ist das?»

Ich: «Wasser.»

Im französischen Camp geht es schon sehr abstrakt zu. Super Mario Karts vs Tron von Simon French und Marie Danielle

Irgendwie haben wir das Teezelt verlassen im festen Glauben, all die Tee­sorten bestünden nur aus Wasser, und wir wären Teil irgendeines Placebo­experi­ments auf LSD, was ich heute bezweifle – allerdings bin ich mir ziemlich sicher, dass wir eine ungewisse Zeit lang abwechselnd Wasser aus einem Schnapsgläschen schlürften.

Wir können unserer Umwelt keinen Sinn mehr geben und landen endlich in «The Middle of Nowhere», genau in der Mitte also. Hier steht ein Musikzelt, in dem heute die LSD-Band spielt. Jeder, der ein Instrument kann, darf mal auf die Bühne. Max und ich setzen uns in den Staub und schauen zu, wie eine wahllose Anhäufung von fünf Musikern auf der Bühne vor sich ekstatisch bewegenden fünfzig Zuschauern versucht, einen Song zu spielen, während Spiralen durch die Masse hüpfen, die von der Zeltdecke hängen.

Irgendwie haben Max und ich es geschafft, zu unserem Camp zu eiern, wir setzen uns auf eine der aufgeplatzten Couches und sehen zu, wie in dieser zufälligen und sinnfreien Aufführung unserer feiernden Campgenossen unser Bordell-Tonstudio mehr oder weniger vollends abgerissen wird. Um den LSD-Trip etwas zu dämpfen, schmeissen wir jeder eine Ecstasy ein. Dann sinnieren wir. Was passiert hier? Was soll das?

«Es ist Hedonismus. In Reinform. Für all jene, die übertreiben müssen. Die ihre Ventile öffnen, weil sie sich täglich 16 Stunden lang in einer Welt aus Nullen und Einsen bewegen», sage ich. Sinngemäss. An den Wortlaut erinnere ich mich nicht mehr.

«Das Festival ist tagsüber ein Versuchslabor. Nachts ist es eine glitzernde, endlose Vernissage, die von ziellos umherwandernden Kreaturen bevölkert wird», sagt Max. «Und einfach eine sehr geile Party.» Irgend so etwas schreit Max mir ins Ohr, und ich stimme tausendmal ein. Ich entnehme es später meinen Notizen aus der Nacht.

Irgendwer gibt uns schliesslich eine Ananas, die uns zurück ins Leben holt. Ob die noch gut ist? Oder überreif? Abwechselnd riechen wir daran, bis wir die Ananas aufschneiden, sie verteilen und teilweise selbst essen. Die Sonne geht dabei auf, und alle jene, die Acid Friday bis hierhin überlebt haben, heulen wieder wie die Wölfe.

Ich bin ein Pferd

Am nächsten Nachmittag sehen die Reste unseres Camps so aus, als hätte man einer Gruppe Strassenpunks ein Fünf-Sterne-Hotelzimmer überlassen. Die Sockengirlande liegt am Boden, die zuvor bürokratisch eingeteilten Saubermach- und Kochschichten haben sich aufgelöst, jeder sucht etwas: «Wo ist mein Ladekabel? Hast du meinen blauen Lippenstift mit dem pinken Glitzer gesehen?»

Heute putze ich nicht die Zähne neben dem Container, sondern salbe nur meine schmutzigen Hände in Desinfektionsgel, um dann Staub aus meinem Ohr zu pulen. Ich fühle mich so weit weg von der Realität – vergessen, was da draussen los ist, im everywhere sozusagen.

Auch wenn ich es hier bisweilen spätrömisch dekadent finde, sind die Menschen doch so friedlich, und alle, die hier gerade sind, wollen einander gegen­seitig einfach ein paar einzigartige und schöne Tage machen. Es klingt vielleicht platt, aber es hat schon diesen Hippie-Vibe. So muss Woodstock gewesen sein: Liebe und Frieden eben. Und ich glaube, dass viele Fabelwesen dieses Gefühl mitnehmen und an einer besseren Welt arbeiten.

Neben dem Big Burn, dem Burning Man, sind weltweit Dutzende kleinere Burner-Festivals entstanden, darunter in Südafrika, in Australien oder hier in Spanien. Daneben gibt es viele kleine Burner-Events, also Privatpartys in Schlössern oder Wäldern, die denselben Prinzipien folgen – auch in Deutschland und in der Schweiz. Die Burner-Community ist weltweit vernetzt, es gibt geheime Facebook-Gruppen, um «die anderen» zu finden.

Als die Sonne an diesem Samstag untergeht und der Leuchtturm brennen soll, beginnt es zu regnen, und bald schüttet es stark. Unser Camp läuft knöcheltief voll, während sich die Fläche zwischen den Camps in ein riesiges Schlammbad verwandelt. Ein paar besonders geltungssüchtige, aber in der Dunkelheit und im Regen kaum erkennbare Sexfreaks starten im Schlamm unter lautem Gejohle einen Gangbang. Zeit für meinen ersten Drink. In meinen emotional ausgemergelten und nährstoffarmen Körper kann ich jetzt nur noch Alkohol reingiessen, nicht anderes mehr bitte. Ich fühle mich am Abend deutlich abgeflacht, ohne Zweifel hinterlässt der Drogenkonsum seine Spuren. Der Achterbahnwaggon schafft kaum noch den Aufstieg.

Als der Regen nachlässt, macht ein Gerücht die Runde: Der Leuchtturm sei zu feucht fürs Abbrennen. Stimmt das? Und stimmt es, dass einer aus dem Hilfezelt ausgebüxt, auf den sechs Meter hohen Turm geklettert und hinab­gesprungen ist, um sich umzubringen?

Der Turm wird tatsächlich nicht brennen. Stattdessen gehen Max und ich in dieser feuchten, regnerischen letzten Nacht in ein angrenzendes Camp. Dort gibt es Champagner für alle, bald befindet sich alles in einer wilden Knutsch­orgie, begleitet von wummernden Technobeats. Ich trinke, trinke und trinke, und dann spiele ich ein Würfelspiel, um Bier geschenkt zu bekommen, verliere und muss mit einem riesigen Dildo in der Hand in der Mitte der Tanzfläche einen Hubschrauber pantomimisch darstellen. Lehne aber ab, woraufhin ich kurz danach mit Steckenpferd um das Camp rennen und schreien muss: «Ich bin ein Pferd! Ich bin ein Pferd!» Witzig finde ich das eigentlich nicht mehr, aber ich will doch ein Bier.

Rudelbumsen auf dem Mars

Ich bekomme schliesslich mein Bier, lasse mir später Bier von anderen Spielern schenken, bis ich kaum noch mitbekomme, woher der Alkohol in meiner rechten Faust kommt. Nun scheitere ich an der Deutungsfrage des Festivals! Egal, rein damit.

Irgendwie schaffen Max und ich es auch an diesem letzten Abend in unser Camp zurück. Was dann passiert, weiss ich nicht mehr genau.

Ich komme erst wieder zu mir, als ich in der Dunkelheit fast nichts sehe. Ich erkenne nur, dass Max’ Zunge raushängt, während er das Piratenmädchen von hinten penetriert, die derweil mit der Hand an der Änderungs­schnei­derin herumspielt, die vor ihr auf einem ausgebleichten Kissen hier im Domzelt liegt.

Daneben liege ich. Ich muss eingeschlafen sein. Oder war es ein Filmriss? Das Letzte, was ich sah, ehe ich wegdämmerte, waren das Piratenmädchen und die Schneiderin, die sich auf einer Couch in unserem Camp aneinander rieben.

Als ich Max so sehe, die Frauen so sehe, sehe ich mich selbst in diesem Wahnsinn für einen Moment – und mir vergeht wieder die Lust. Also stehe ich einfach auf und gehe weg, in mein Zelt, weiterschlafen. Ich glaube, ich bin fertig hier.

Im Vorfeld hat mich das angezogen, diese Freizügigkeit, die Aussicht, hier neue sexuelle Erfahrungen zu machen. Doch dann hat mich die permanente Nacktheit abgetörnt wie selten etwas zuvor. Ein Gangbang wie in einem Swinger­club, alles frei verfügbar und damit auf den Körper reduziert. Langweilig, egoistisch und dreckig. Keine Eroberung mehr, kein verborgener Reiz, keine Überraschung hier beim Rudelbumsen auf dem Mars.

Die Klassenfahrt ist zu Ende.
Es war eine Überdosis Freiheit.

Postapokalyptischer Kater

Am nächsten Morgen ist es vorbei. Heruntergekommene Fabelwesen sitzen an Plastiktischen und schweigen einander an, erschöpft, emotional entleert, einige überfordert. Wir stopfen unsere versifften Klamotten in die verstaubten Rucksäcke, ich winke in die Runde, Max geht umher und krächzt jedem im Camp ein Goodbye an den Hals. Das Piratenmädchen und die Ände­rungs­schneiderin verdrücken nun doch ein paar weltliche Tränen wegen uns. Die Klassenfahrt ist zu Ende. Ich freue mich auf eine warme Dusche.

Wir trampen mit einem Inder aus Goa und einer Spanierin in Richtung Madrid. Max liegt neben mir auf dem Rücksitz, die Augen halb geschlossen, er hat bekommen, was er wollte. Und während das Festival langsam in die Ferne rückt und wir auf den schlammigen Wegen den Pfad die Hauptstrasse suchen, schaue ich zurück:

Das Nowhere-Festival ist traumhaft und traumatisierend zugleich. Einerseits ist es eine Fata Morgana und eine Illusion: Natürlich habe ich nicht allen Menschen abgekauft, dass sie so sind, wie sie hier vorgeben, zu sein. Ich ahne, dass sie übertreiben. Dass sie elitäre Pseudo-Hippies sind, die ihre Widersprüche geschickt überdecken. Aber ist das nicht andererseits Teil unserer Gegenwart, dass wir diese Widersprüche – oder Facetten – unseres Selbst scheinbar harmonisch nebeneinanderstellen können?

Für mich, der noch nie da war, war es eine Überdosis Freiheit. Diese Freiheit ist anstrengend. Und sie hallt nach.

Einige Tage nach dem Festival sassen Max und ich eines frühen Abends in einer südspanischen Gasse, tranken Bier und assen Tapas, auf einem Fernseher lief die Fussball-WM. Und plötzlich empfand ich alles um mich herum vorgefertigt. Als lebten wir in einer Matrix. Als seien alle sozialen Reaktionen programmiert. Wenn ich mich jetzt einfach vom Stuhl fallen liesse, ganz sicher würden die Leute schadenfroh lachen. Ganz sicher.

Doch in meinem Kopf, und das war mein nächster Gedanke, und ich erzählte ihn Max, fühlte ich mich freier, unbegrenzter als vor dem Nowhere. Nein, ich musste mich nicht vom Stuhl rutschen lassen, um das zu beweisen. Aber wenn es irgendeinen Grund gegeben hätte, hätte ich keine Sekunde gezögert.

Und für einen Moment schien mir, als durchschaute ich das Wirken der Matrix, ja, sei aus ihr herausgetreten. Ganz kurz nur, einen winzigen Moment lang. Aber das genügte.

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… aber die wichtigsten drei fehlten. Seit je beruht jede funktionierende Gemeinschaft auf diesen drei Worten. Liebende sagen sie zueinander. Gute Politiker sagen sie ihren Wählern, gute Priester ihrer Gemeinde, gute Eltern ihrem Kind. Sie lauten: Fürchte dich nicht! – Wir von der Republik glauben, dass auch im Journalismus gilt, was Franklin D. Roosevelt einst zur Politik sagte: «Wir haben nichts zu fürchten als die Furcht selbst.»


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