Wir sind die Republik – ein neues Modell im Schweizer Journalismus. Unser Online-Magazin arbeitet unabhängig: keine Werbung, keine Klick-Wirtschaft, keine Kompromisse in der Qualität. Wollen Sie unabhängigen Journalismus unterstützen, freuen wir uns, Sie an Bord zu sehen.

Debatte

Wie verändert sich die öffentliche Debatte, wenn No Billag angenommen wird?

Diskutieren Sie mit Autor Daniel Binswanger.

22.01.2018

Die Schweiz steht vor der No-Billag-Abstimmung. Häufig wird in der Debatte die Situation in den USA zum Thema gemacht, von den Befürwortern von No Billag, weil sie die privaten amerikanischen Sender als Vorbild betrachten, von Gegnerinnen als abschreckendes Beispiel, weil die politische Auseinandersetzung in den USA vielerorts extrem aggressiv und niveaulos geführt wird und weil privates Kabelfernsehen dabei eine zentrale Rolle spielt. Politisch besonders einflussreich ist Fox News. Würde einer Schweiz ohne SRG die Entstehung einer helvetischen Variante von Fox News drohen? Wäre das bedrohlich – oder vielleicht sogar zu begrüssen?

Lesen Sie den Artikel «Fox News: Die Geschichte einer Machtübernahme» und diskutieren Sie mit Autor Daniel Binswanger. Wir freuen uns über Ihre Beiträge zur Debatte!

Da Sie schon hier sind – eine Warnung!

Wir von der Republik wollen Sie als Abonnentin gewinnen. Deshalb sagen wir Ihnen nur ungern, dass Lesen nicht ohne Risiko ist. Schopenhauer warnte, dass gleichsam mit fremdem Kopf denkt, wer liest. Und dadurch allmählich die Fähigkeit verliert, selber zu denken. Sein Schluss: «Solches aber ist der Fall sehr vieler Gelehrter: Sie haben sich dumm gelesen.» Deshalb versprechen wir Ihnen, falls Sie uns abonnieren, Ihnen so wenig wie möglich zu liefern: nur das Wesentliche. Und nur im Notfall mehr als drei Texte pro Tag.


Noch nicht überzeugt? Jetzt probelesen
neu laden

Was ich gestern unbestellt über WhatsApp erhalten habe (s. unten) - Ich bin nicht in der Lage, den Wahrheitsgehalt zu prüfen.

Hallo zusammen

Ich sende Euch ein paar Argumente weshalb es sich lohnt für No Billag einzustehen.

  1. Die SVP wollte im Parlament einen Gegenvorschlag. Nur noch 200 .- und Unternehmen sollten nichts mehr bezahlen. Dieser Vorschlag scheiterte. Nur gerade 10 FDP ler unterstützten das Anliegen. Weder Petra Gössi noch Wisel Gmür unterstützen dies. Zudem unternahm die SRG alles, damit dieser Vorschlag nicht durchkam.
  2. Obwohl im Jahr 2015 die Abstimmung zum neuen Radio und Fernsehgesetz (RTVG) mit nur gerade 3000 Stimmen Unterschied gewonnen wurde, unternahm die SRG nichts um sich zu verbessern. Bundesrätin Leuthard versprach am Abstimmungssonntag, man werde nun den Service Public definieren. Bis heute geschah nichts. Warum auch, das Geld sprudelt.
  3. Von den 1,35 Milliarden Billag Gebühren erhält allein die SRG 1.23 Milliarden. (91,5 %) In den letzten 10 Jahren erhielt sie knapp 300 Millionen mehr, allein wegen der Zuwanderung. Einfach so.
  4. Das Gewerbe zahlt neu die Gebühr/neu Steuer doppelt. Als Privat Person und als Unternehmen. Bis vor kurzem zahlten nur diejenigen Unternehmen, die auch Empfangsgeräte hatten. So kamen ca 40 Millionen Billaggebühren zusammen. Neu zahlt das Gewerbe bis zu 200 Millionen. Maximal kann es so ein Unternehmen mit bis zu gut 39‘000.- treffen. (Bezahlen muss man die Steuer ab einem Umsatz von 500‘000.-)
  5. Ein paar Argumente wie die SRG mit dem vielen Geld so um sich schlägt :
  • An der Bundesratswahl vom vergangenen 20. September fuhr die SRG ein riesen Aufgebot auf in Bern. Mehrere Sattelschlepper Material, 160 Techniker, 78 Journalisten. Dies alles um über die gut 1 stündige Wahl zu berichten. Wahnsinnig. Zum Vergleich : Tele Züri war mit 4 Leuten vertreten. Tele 1 (Luzern) musste vor dem Bundeshaus warten, weil sie kein Platz mehr hatte im Bundeshaus. Kein Wunder, da soviele SRG Mitarbeiter im Bundeshaus waren. Soviel zum Thema Medienvielfalt. Die kleinen können draussen warten!!
  • Aktuell betreibt die SRG 17 Radiostationen, 7 TV Stationen, 8 Webseiten, 108 Facebookseiten, 54 Twitterkonten, 32 Instagrammkonten, 42 Youtube Kanäle. Ist dies wirklich Service Public? Braucht dies das Land? Ich bin der Meinung Nein. Da ist gewaltig Sparpotenzial vorhanden!!
  • Der SRG Generaldirektor verdient mit 536‘000.- mehr als ein Bundesrat. Allein für diesen Lohn braucht es 1200 Gebührenzahler (mehr als alle Einwohner der Gemeinde Morschach/ aktuell 1107 Einwohner)
  • Der Durchschnittslohn aller SRG Mitarbeiter beträgt sehr hohe 107‘000.- Und die SRG Mitarbeiter zahlen keine Billag Gebühr. Dies zeigt, dass die SRG Mitarbeiter wohl selber der Meinung sind, dass es die Gebühr nicht braucht.
  • Noch etwas zur Billag (Eintreiber Firma der Gebühr) selber. Allein das eintreiben der Gebühr kostete bis anhin 54 Millionen jährlich. 120‘000 Menschen zahlten somit die Gebühr, damit das Eintreiben finanziert werden konnte. (Neu hat der Auftrag die Firma Serafe erhalten. Kosten neu jährlich knapp 18 Millionen)

    Ich hoffe Dir damit ein wenig geholfen zu haben. Die Meinung der SVP ist nicht die SRG zu zerstören. Aber es wird massiv übertrieben. Wenn wir hier eine gesundes Veränderung wollen, braucht es ein Ja zu No Billag. Sonst wird sich überhaupt nichts ändern.

Beste Grüsse
Wendelin Schelbert

2
/
5

Daniel, ich schätze viel Sachlichkeit und stosse mich am FETTgeDRUCKten - Du kennst mich wohl, bin FliegenDRUCK -
Du schreibst: " Über die Hälfte aller Fox-News-Inhalte sind ..." im Fliesstext dann 60%.
Mein Komentar:
'über die Hälfte entspricht 51, 60 und klar auch 74%... mehr wäre wohl at the bight Side of hundred.'
brauchen wir Augenwischerei -wie übersetzten wir Eyecatcher?

1
/
6

Wessen Brot ich ess, dessen Faschoido-, Kapitoido-, Kommunismo-, Anti-Demokratie-Lied ich sing

Durch Werbung finanzierte Medien bringen nur das, was den zahlenden Werbebenden genehm ist....wer vom Kurs abdriftet, wird diskret zurück gepfiffen und das läuft genauso effizient wie die killing-omerta (schweigen) der mafia. Ein Beitrag der Medien, der nicht genehm wäre, und schon ist der Werbeauftrag weg...so einfach ist das. Das, genau das hätte no-billag zur Folge. Also, wer für eine unabhängige Presse ist, LEHNT no-billag ab. Ein interessanter Vortrag dazu von V. Birkenbiel über die Medien: https://youtu.be/l8VQkWi3xao

2
/
0

Stimmt: im Gegensatz zum zahlenden Billagkunden wird - estaunlicherweise -
nämlich auf den zahlenden Werbekunden gehört :-)

0
/
1

Mir ist aufgefallen, in welchem grösseren, europäischen Zusammenhang diese No-Billag-Initiative auch gesehen werden muss:
Rechtsextreme Parteien, wie jene von Geert Wilders in Holland, die deutschen AfD, die österreichische FPÖ, der französischen Front National: sie alle vertreten mit derselben Rhetorik exakt dieselbe Position und brauchen exakt dieselben Schlagworte wie die No-Billag-Befürworter. Sie alle sind gegen das, was sie Bevormundung durch die Staatsmedien nennen und fordern die Abschaffung der sog. Zwangsgebühren. Sie alle wollen keinen Service public mehr, weil er ihnen nicht ins Konzept passt, da dort nicht nur ihre Meinung verbreitet wird. Lieber wollen sie Zustände wie in den USA. Die Schweiz ist das Experimentierfeld, weil dank der direkten Demokratie das Ziel in einer Volksabstimmung einfacher zu erreichen ist als auf dem parlamentarischen Weg, und weil ihnen die Erfolgschancen mit einer rechtskonservativen Partei, der SVP mit einem derart hohen Wähleranteil besonders erfolgsversprechend erscheinen. Sollte es den No-Billag-Befürwortern tatsächlich gelingen, dass der SRG der Stecker gezogen werden muss, würden weitere Öffentlich-rechtlichen Rundfunk- und Fernsehanstalten in unseren Nachbarländern folgen. Das Ausland blickt äusserst gespannt auf die Schweiz.

8
/
1

Nach dem Lesen des Artikels, versuche ich gedanklichen Schnellschüssen zu widerstehen. Ich bemühe mich nachzudenken, welche Schlüsse ich daraus ziehen sollte.
Der Ist-Zustand skizziert sich durch den Artikel so, dass ein Teil der Bevölkerung mangels Bildung im Bereich gesellschaftspolitischen Themen, nicht fähig oder willens ist, die Komplexität in einem grösseren Rahmen zu erfassen und somit leichte Beute für Demagogen wird.
Bedenkt man die unglaubliche Fülle an Informationen, die uns zur Verfügung stehen und sieht dann, dass ein einzelnes Medium es schafft, auf Basis von fragwürdigen Fakten, wichtige Entscheidungen zu beeinflussen, dann ist wohl die Ausprägung des Mutes bei einem Teil der Bevölkerung, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen, minimal ausgebildet.
Mir scheint der Autor bringt hier seine Furcht vor dem Individuum zum Ausdruck, den man nicht unbeaufsichtigt agieren lassen kann. Er soll an die Hand genommen werden, und mit Hilfe von Institutionen (z.B. Service public) einer sanften Erziehung (Nudging), nicht ideologisch, sondern im Sinne der Erkenntniserweiterung, unterzogen werden.
Bedenkt man den Siegeszug des Individualismus, wird das Unterfangen möglicherweise genau das Gegenteil bewirken. Dem pawlowsche Reflex gehorchend, stellt sich Widerstand ein.
Muss es erst schlimmer werden bevor es besser werden kann?
No-Billag Abstimmung: Mein Bauch sagt ja, mein Verstand Nein.

3
/
3

@M. V. B.: Ihr Zitat: "Mein Bauch sagt ja, mein Verstand Nein"
Und was ist mit den Fakten?
Auf welchem Medium jetzt ganz konkret informiert sich der Durschnittsschweizer zum Beispiel ganz neutral und ausgeglichen über Abstimmungsvorlagen?
Netflix? Facebook? Google? ARD? Blick am Abend oder 20min.ch?
Andererseits schalteten 2017 jede Woche fast 9 von 10 Fernsehzuschauern einen SRF-Sender ein.
Ich behaupte, ohne CH-Radio und Fernsehen wüssten die meisten Menschen noch gar nicht, dass über "No-Billag" und damit die Streichung des Bildungs- und Kulturauftrags aus der Verfassung abgestimmt werden wird.
Wie sehnen sie das?

6
/
0

Lieber Herr Baron, als ich ihr Kommentar lass, erschien vor meinem geistigen Auge ihr ausgestreckter Mahnfinger: „UND WAS IST MIT DEN FAKTEN“, ich zucke zusammen. Enttäuscht über meine Unzulänglichkeit, meine Gedanken so zu transportieren, dass sie in Schriftform die gleiche Mitteilung besitzt, wie sie in meinem Neuronengewurschtel elaboriert wurde.
Wenn der Verstand nein sagt, dann genau aus denen von ihnen erwähnten Gründen. Realpolitik.
Der Bauch hingegen, der gibt sich dem philosophieren hin. Er entwickelt Leidenschaft über die Möglichkeit der Entfaltung des Individuum, das nicht den Tageszwängen untergeordnet ist, die ihn absorbieren und wenig Ressourcen übrig lässt, um aus innerem Antrieb die Welt und ihren endlosen Widersprüchen zu ergründen. Diese erlangte Faszination demaskiert die dumpfbackene Hysterie und geistigen Frontenbildungen, und erkennt sie als das was sie sind, peinliche Inszenierungen.

1
/
4
H. A.
· editiert

gelöscht

6
/
0

Ich werde zur No-Billag-Iniatiative NEIN stimmen - allerdings mit lautem Zähneknirschen. Mich ärgert, dass alle Haushalte, ob arm oder reich, ob Konsumenten der SRG-Produkte oder nicht, von einer quasi-staatlichen Agentur zur Bezahlung der selben - hohen - Summe gezwungen werden. In seiner Kolumne im Tagi-Magazin vor ein paar Wochen hat mich allerdings Daniel Binswanger überzeugt, dass die leider einzige Alternative - also ein JA zu No-Billag - noch schlimmere Konsequenzen hätte. Ich frage aber in die Runde: warum hat niemand einen Gegenvorschlag präsentiert, der die (berechtigte!) Wut der kleinen Leute gegen diese Zwangsabgabe aufnimmt: nämlich eine Finanzierung der SRG-Palette durch Bundessteuern? Damit wenigstens würden die Abgabe dem Einkommen der Leute entsprechen - und der (wichtige) Service Publique währe gesichert.

18
/
1
R. C.
· editiert

Trotz allem ist mir persönlich eine für alle gleich hohe (oder tiefe?) Abgabe zusammen mit den Möglichkeiten der Einflussnahme über
a) die Politik
(Ich kann Parlamentsvertreter wählen, die in meinem Sinne am Radio- und Fernseh-Gesetz oder am Inhalt der entsprechenden Konzession mitarbeiten können, zudem stehen da Abstimmungen und/oder Referendum zur Verfügung.)
b) den Ombudsmann oder
c) die Mitgliedschaft in einem SRG-Verein
lieber als die Aussicht darauf, dereinst bei einem privaten Anbieter nur noch die monetären Optionen "Bezahlen" (ich habe das nötige (Klein-) Geld um das Angebot zu bezahlen) oder "Nichtbezahlen" (dann bin ich aussen vor).
Eine auf das "Bezahlen was ich konsumiere" reduzierte freie Wahl mag aus reiner Konsumentensicht vordergründig logisch sein, ist mir als gesellschaftlicher und politischer Bürger aber eine zu einfache "freie" (Schein-) Wahl.

4
/
0

Vielleicht ein Grund: Die Reduktion der "Zwangsabgaben" auf 365.-- und die Abschaffung der "Billag" sind bereits beschlossene Sache, die 2019 auch umgesetzt wird.
Das allein ist schon eine ziemliche Zäsur und wird bei der SRG Einiges bewegen und zu Entlassungen führen.
Auch der Stellenabbau und die Strikes bei der SDA, zeigen, dass bereits was geht.
In diesem Kontext, macht es keinen Sinn jetzt schon mit "No-Billag" eine Radikallösung zu fordern, bevor eine sich bereits auf dem Weg befindliche, vernünftige Teillösung belegen könnte, dass die Richtung stimmt und diese Teillösung auch funktioniert.

3
/
2

Lieber Herr Wehrli, ich kann Ihnen da nur zustimmen. Eine Finanzierung durch Steuern wäre sinnvoller, weil die Beiträge dann einkommensabhängig wäre. Das Haushaltssteuerprinzip ist ungerecht.

4
/
0

Mehr als Mutmassungen kann ich auch nicht bieten. Aber mir scheint, die für dieses Thema prädestinierte Linke hat Schiss, dass das Budget der SRG Spielball des bürgerlich dominierten Parlaments wird. Dies nicht ganz zu Unrecht, die Sparrunden machen ja auch z.B. vor dem Bildungswesen nicht halt.
Dabei opfert hier die Linke natürlich die Kleinstverdiener zugunsten einer komfortabel finanzierten SRG. Aber die meisten Kleinstverdiener wählen ja auch schon länger nicht mehr links.

Noch verfahrener sehe ich die politische Diskussion um Inhalte und Umfang des Service Publique. Kein Politiker traut sich, Vorschläge zu konkreten Inhalten oder eine engeren Definition des Service Publique zu äussern. Denn hier kann man als Politiker nur Wählerstimmen verlieren. Wer möchte schon schuld sein, dass die beliebten Übertragungen von Fussball, Tennis, oder Jassen, den "wichtigeren" Informationssendungen weichen müssten?
Nicht einmal die SVP lehnt sich soweit zum Fenster raus, sie hat einzig versucht die Gebühren zu halbieren (eben das Budget) und hätte dann den schwarzen Peter für die gestrichenen Leistungen der SRG weitergeschoben.

4
/
0

Die Diskussion läuft, wie mir scheint, auf ein einfaches Schema hinaus: Hier die Befürworter der Initiative (SRG ist zu teuer, zu selbstgefällig, zu stark Filterblase), da die Gegner (Hilfe Blocher übernimmt, unser Zusammenhalt als Nation in Gefahr, Ausgewogenheit?, alle Macht den privaten Medien?). Rein sprachlich haben es die Initianten verstanden, die SRG und ihre Befürworter als weltfremde weltverbessernde Gutmenschen darzustellen, die lieber palavern als liefern. Was mich dabei stört: statt über die Ausrichtung des Programms wird über Sein oder Nichtsein der SRG diskutiert und abgestimmt. Nicht, weil das konstruktiv wäre, sondern weil es so sicher eines gibt: Quote und die Aussicht auf etwas mehr Macht um sich selbst zu bereichern. Alleine wegen dieser Schindluderei mit dem genialen Instrument der Volksinitiative gehört den Initianten der Kopf gewaschen und die Initiative versenkt.
Zu Ihrem Artikel, Herr Binswanger: Bitte mehr! Und wenn Sie noch die Quellen etwas expliziter offenlegen, gewinnen sie mit mir einen (weiteren) treuen Leser Ihrer Texte. Danke!

9
/
3

In erster Linie geht es darum die "No-Billag" abzuschmettern, um so sicherzustellen, dass es danach überhaupt noch etwas zu Diskutieren gibt.
SRF ist der einzige Kanal, bei der der Bürger mitreden kann. Auf allen anderen Kanälen wird der kritische oder aufmüpfige Bürger ausgesperrt: NZZ, Tagi, Spiegel, Blick - alle sperren sie kritische Kommentatoren kommentar- und diskussionslos aus ohne sich dafür jemals rechtfertigen zu müssen.

2
/
2

Naja, ganz so einfach ist es nicht, Herr Baron. NZZ, Tagi, Spiegel, Blick, usw. sperren meines Erachtens den kritischen Bürger nicht einfach aus. Die Frage ist aber: Wann ist eine Sperre gerechtfertigt (wg. Ehrverletzung z.B.) und wann ist sie die vielgescholtene Zensur. Letzteres beobachten Sie übrigens derzeit bei den No-Billag-Initianten. Sie brauchen Sätze wie: "Das muss man mal sagen", "Das darf man ja noch sagen", "Das ist meine Meinung..." Wenn diese Meinung dann gegen die Anstandsregeln verstösst und gestrichen wird, kommt der Zensurvorwurf. Wie soll man da noch vernünftig diskutieren, wenn das Gegenüber die Wahrnehmung hat, dass es zu kurz (oder gar nicht vor-)kommt, in der Berichterstattung? Und das solche Filterblasen existieren, zeigt auch die Diskussion an dieser Stelle, wie auch die Einschätzung von M. F. (weiter unten) und insbesondere die Reaktionen darauf zeigen. Soll nun die SRG diese Filterblasen überwinden? Oder wäre das nicht auch die Aufgabe von anderen Medien? Oder wäre das gar die Aufgabe von uns allen: Besser zuhören, Verständnis und nicht Überzeugung suchen, etwas entspannter auf andere Meinungen reagieren?

3
/
0

Lieber Herr J., ich kann Ihnen nur zustimmen: Ja, wir sollten eine inhaltliche Diskussion über Programminhalte und viel allgemeiner über die Gestaltung der Medienlandschaft haben, anstatt nur sterile Alles-oder-nichts-Debatten zu führen. Was ihre Ermahnung zu mehr Quellenverweisen angeht, muss ich Ihnen ebenfalls zustimmen. Es ist zwar vieles ausgewiesen, aber einiges doch auch nicht. Ich werde mir Ihre Kritik zu Herzen nehmen.

2
/
0

Lieber Herr Binswanger, danke für Ihre Rückmeldung! Ich bin gespannt und freue mich auf mehr :-)

1
/
0
M. B.
· editiert

Das eigentliche Problem an der Initiative ist, dass die Konzessionen versteigert werden sollen. Somit können jene senden die ein grosses Budget haben. Da die Schweiz aber einen kleinen Medienmarkt hat, werden werbefinanzierte Medienhäuser es sich nicht leisten können bei der Konzessionsversteigerung den Zuschlag zu erhalten. Somit können nur noch Medienhäuser senden die einen Investor im Hintergrund haben, der Geld aus anderer Quelle zuschiesst. Wie jeder Investor möchte auch dieser eine Gegenleistung. Bei Medienhäusern wird diese wohl die Meinung des Volkes sein, die zu seinen Gunsten beeinflusst wird. Im anständigen Fall mit unausgewogener Beleuchtung der Sachlage, im unanständigen Fall sogar mit Falschmeldungen oder irreführenden Publikationen.

11
/
1

Man beachte auch, dass die Millionen für Konzessionen auch wieder irgendwo "verdient" sprich, vom Bürger bezahlt werden müssen. Der Markt für PayTV ist relativ klein. Der grosse Rest (ich prognoszieren 70% und mehr) wird über Werbung auf die Konsumentenpreise abgewälzt und trifft damit gerade die "armen" Familien, die sich über "No-Billag" einen Zustumpf im Portemonnaie erhofften.
Klar ist, mit No-Billag wird Fernsehen nicht billiger. Konzessionen machen Fernsehen noch teurer. Und irgend jemand wird dafür bezahlen müssen. BezahlTV ist ein Versuchsballon. Was bleibt ist Werbung, und zwar massiv mehr Werbung für die der Bürger über höhere Produktepreise wird zahlen müssen.

1
/
0

Mir ist nicht klar, weshalb im Initiativtext steht, dass Konzessionen versteigert werden.

Sie heutige Regelung ist:

  • Nur Sender, die Gebührengelder erhalten und über UKW ausgestrahlte Sender benötigen eine Konzession.

  • Alle andere Sender sind nur meldepflichtig.

UKW wird sowieso bald abgeschaltet, auf DAB+ hat es genügend Platz. Und auf DVB-T sowieso (das ist aber kommerziell nicht interessant).

Was bringt eine Versteigerung der Konzession?

1
/
0

Die Versteigerung bringt Geld in die Staatskasse. Geld für die der Bürger nichts hat. Geld für die der Bürger über höhere Konsumentenpreise zahlen wird. Eigentlich ist die Konzessionierung eine versteckte Mehrwertsteuer auf Consumergoods, oder?

1
/
0

Mein Beitrag wurde inspiriert durch den Artikel zum WEF (wozu es keine Debatte gibt), passt aber ebensogut oder sogar besser hierhin. Als politisch links eingestellter Mensch (seien es Gene oder Vernunft oder was auch immer) kuschle ich mich wohlig in der Filterblase der "Republik", wünschte mir aber dennoch etwas mehr Respekt für die Vielfalt der Ansichten (im Sinne von Artikel 93 der Bundesverfassung).

So wie ich die Stimmung in der Republik-Blase bisher wahrnehme, finden wohl die meisten hier den Herrn Schwab, der das WEF organisiert etwas befremdlich und die WEF-Besucher als unsympathisch oder schlimmer. Dennoch scheint es mir schade, wenn Herr Schwab (den ich übrigens nicht kenne) im Artikel praktisch nur ins Lächerliche gezogen wird. Ich frage mich, ob sein hoffnungslos scheinender Ansatz, die "Bösen" an einen Tisch zu bringen und zu versuchen, zwischen den Geschäften ein paar Minuten abzuringen, um ihnen ein paar wichtige Fragen in den Kopf zu setzen, nicht möglicherweise sogar mehr Respekt verdient, als jene, welche einfach nur die Taten der "Bösen" anprangern.

Nicht dass mir Sarkasmus nicht nahe stünde, aber ich würde es schätzen, wenn in den Artikeln der "Republik" Fakten und Meinungen stärker auseinander gehalten werden könnten. Wenn die "Republik" einmal die Bedeutung von "Fox News" in der Schweiz einnehmen wird, dann hoffe ich, dass dies vor allem wegen Vertrauen in eine ausgewogene Berichterstattung (gerne mit Spass gewürzt) so gekommen sein wird.

25
/
5

Lieber Herr Garzotto

Viele anregende Gedanken.

„Republik.ch mit der Bedeutung von Fox-News“. Anregend, weil es mir dabei zuersteinmal eher kalt den Rücken hinunterläuft; aber dann ‚Gut so!‘? oder ‚Warum eigentlich?‘ ? ... .

Es liegt an der Blasenbildung. Natürlich ist Republik.ch eine (weitere) Blase, denn jedes soziale System (Niklas Luhmann) ist eine Blase. Als Filterblase würde ich Republik.ch aber nicht bezeichnen. Dazu bräuchte ich eine Instanz (evtl. verschleiert in einem Algorithmus) AUSSERHALB der Community, der die Kommunikation in der Community manipulativ beeinflusst (z.B. Blocher oder Trump die ‚einfachen Leute‘). Das sehe ich bei Republik.ch aber nicht.

Also ist mein Thema ‚Blase‘.
Und da hoffe ich auf einen Unterschied zu Fox-News: Die Republik.ch kann ihren (=unseren) Ambitionen nur gerecht werden, indem sie sich in der Meinungsbildung als grundlegend offen positioniert. Ich bin mir bewusst, dass dies eigentlich paradox ist, denn ein System kann nur mit einem (schliessenden) Unterschied zu (s)einer Umwelt beständig bleiben.

Danke für die Anregungen.

ps: Im WEF-Artikel habe ich die Position zu Schwab ziemlich anders gelesen, hochgradig ambivalent: Ein von A-Z feines Gericht, scharf gewürzt durch chirurgisch präzise Kritik und differenziert abgeschmeckt mit viel empathischem Wohlwollen - ‚Lieber Herr Schwab, das geht (leider!) nicht auf‘. (Dank an die geschätzte Köchin - ein früherer Weltwoche Leser)

1
/
0

Könnte man das WEF nicht in einer separaten Debatte diskutieren?
Mir wäre es lieb wenn man den Debattierraum etwas einschränken würde. Für mich war es schon verwirrend, hier gleichzeitig zum FoxNews-Artikel und der Fragestellung zur "No-Billag" diskutieren zu können. Meiner Meinung nach, hätte man schon hier zwei verschiedene Debatten führen müssen.
Meine Meinung. Nicht so wichtig. Ist mir nur gerade so aufgefallen.

2
/
1

Lieber Herr Garzotto, Sie haben recht: Der heutige Artikel in der Republik geht sehr ungnädig mit Herrn Schwab um. Ich halte das zwar für berechtigt, weil das WEF mit seiner grossspurigen Rhetorik zu unbarmherziger Polemik selber einlädt. Es ist die Höhe des Anspruchs und die (sich immer wieder zeigende) Niedrigkeit des realen Ethos der real existierenden Wirtschaftseliten, die zu Satire geradezu einladen. Man darf die Leute an ihren eigenen Ansprüchen messen, ja man muss sogar. Trotzdem finde ich Ihren Einwand nicht unberechtigt. Man kann tatsächlich auch die Gegenfrage stellen: Nämlich, ob das WEF bei allen Widersprüchen, bei aller in ihrer Verlogenheit leicht durchschaubaren Selbstinszenierung, bei allem Schultergeklopfe und allen albernen Eitelkeiten, nicht doch eine positive Rolle spielt als Ort der Begegnung, des da und dort dennoch stattfindenden Dialogs und der Reflexion.

6
/
0

Es ist schon befremdend wie man auch hier in der Schweiz manipulierende Initiativen auf den Weg bringen kann. Hinter dem von vielen Mitmenschen durchaus vertretbaren Willen die Billag abzuschaffen, haben die Initianten ihr eigentliches Ziel die SRG abzuschaffen, gekonnt versteckt. Viele Blick-, Twitter- und andere 200 Buchstaben Medien Leser werden nun für die Abschaffung der SRG stimmen obwohl sie eigentlich nur die Billag entsorgen wollten. Wieso es möglich ist so etwas legal zu lancieren, verstehe ich in so einer überregulierten und von Gesetzen geplagten Schweiz absolut nicht. Aber der Artikel über FOX News hat hier einiges an Antworten geliefert....

36
/
3

Manipuliert auch dadurch, dass man jenes, welches man "by the way" auch noch abschafft (3 Absätze im Artikel BV 93) einfach verschweigt. Auf der Befürworter-Seite wird mit keinem Wort auf die gestrichenen Stellen hingewiesen. Es könnte ja zu einem Überdenken der Entscheidung führen. Langfristig gesehen könnten diese Änderungen: Wegfall von "Verpflichtung zur sachgerechten Darstellung und Vielfalt der Ansichten", sowie "unabhängige Beschwerdeinstanz" für jene die damit nicht einverstanden sind, gar die grösseren negativen Auswirkungen für unsere demokratische Kultur haben, als die Folgen für die SRG an sich. In diesem Zusammenhang, besten Dank für den Einblick in die Entwicklung um Fox News etc.

7
/
0

Es ist in der Tat erstaunlich, wie es den Befürwortern gelungen ist die Streichung des Absatz zwei (sachgerechte Darstellung) aus der Diskussion herauszuhalten.

7
/
0

Auf der GegnerSeite sind die von der "No-Billag" gestrichenen Gesetzestexte aufgeführt --> https://sendeschluss-nein.ch/die-in…jUEALw_wcB

2
/
0

Einerseits bin ich stolz darauf, dass man das kann, und kriege gleichzeitig das Muffensausen, wenn ich daran denke, dass diese Freiheit auch heisst, sich diese Möglichkeit per Volksentscheid freiwillig auch wieder für alle Zeit nehmen zu lassen.
Eine gute Allgemeinbildung könnte dem entgegenwirken. Heimtückischerweise will "No-Billag" uns gerade dieses Recht auf staatliche vermittelte Bildung in einer False-Flag Mogelpackung aus der Verfassung streichen.
Schön fies, nicht?

4
/
1

'...für alle Zeit nehmen zu lassen.'
wäre da ein blödes JA, es wäre NICHT für alle Zeit, es wär en Seich!

0
/
0

Mit dieser Logik hätte es die Initiative doch gar nicht geben dürfen, denn die SRG, welche scheinbar einen wesentlichen und wichtigen Beitrag zur Allgemeinbildung leistet, die wiederum so hilfreich wäre, solche Entwicklungen zu verhindern, existiert.

Ich glaube nicht, dass die Befürworter der Initiative eine schlechte Allgemeinbildung haben.

2
/
1
H. A.
· editiert

gelöscht

8
/
2

Die Finanzierung der SRG durch Steuergelder, so wie das in vielen anderen Ländern auch getan wird, ist weder als Idee neu, noch ist es so, dass sie nicht auch auf dem Tisch gelegen wäre.
Auch wenn "Reiche" bei dieser Lösung prozentual mehr hätten übernehmen müssen, hätte diese Umlagerung allein nur schon durch den Wegfall des BillagOberheads gute Chancen gehabt, vom Volk angenommen zu werden. Ich jedenfalls hätte sofort ja gestimmt.
Und damit ist auch klar, dass es eben nicht um die Finanzierung der SRG und damit auch nicht um die "Billag" oder um das Portemonnaie des Bürgers geht, sondern einzig und allein darum, dem Staat und damit dem Bürger, die Medien und damit das einzig verliebene Sprachrohr, wo er Aerger und Unzufriedenheit Luft machen kann, für ein für allemal zu entreissen.
Mit 365.-- pro Jahr nötigt diese bauernschlaue False-Flag Initiative (Heisst zwar "No-Billag" obwohl "Billag" nirgends im Initiativtext, resp. der darin vorgeschlagenen Gesetzesänderung vorkommt!) den Bürger dazu, die MedienKontrolle auf immer und ewig dem Meistbietenden zu verkaufen.
Der unbesonnene Bürger verkauft damit für einen lächerlichen Franken pro Tag sein Recht über die noch von ihm kontrollierten Medien auf das politische Geschehen Einfluss zu nehmen. Zudem verzichtet er für diesen Judasfranken auch noch freiwillg auf relevante Tagesakualität, Bildungsprogramme und den Erhalt seiner kulturellen Vielfalt.
Und es ist ja nicht so, dass der Bürger diese 365 behalten kann. Nein Entweder gibt er sie, oder viel mehr noch, für PayTV aus, oder er bezahlt damit die durch die neue Werbefinanzierung der Medien höheren Produktepreise. Denn eins ist so sicher wie das Armen in der Kirche: Wenn Medien durch Werbung finanziert werden, dann wird jemand für diese Werbkosten bezahlen müssen. Und da sind dann in der Regel diejenigen, welche sich nicht aussuchen können ob sie das nun durch die Werbung verteuerte Brot kaufen wollen oder nicht.
Fazit:
Mit dieser falsch deklarierten "Billag" Initiative wo gar kein "Billag" drin steht, aber dafür eine Gesetzesänderung welches den Leistungsauftrag bez. Bildung und kultureller Vielfalt steicht, verkauft der Bürger den Grundpfeiler einer funktionierenden, direkten Demokratie und kann nicht einmal das ihm so vermeintlich zugespielte Geld behalten!
Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.
Wer sich das ausgedacht hat, ist nicht dumm. Und ganz sicher nicht, hat der- oder diejenige aus altruistischen Gründen ans Portemonnaie der Bürger gedacht. Das Portemonnaie ist lediglich der Köder, um dem Bürger für einen lächerlichen Lollipop seine Stimme abzukaufen.
Das fiese daran? Judas konnte sich für seine 30 Silberlinge wenigstens noch was kaufen...

4
/
0

In einer "No-Billag" Welt werden sich vermutlich Menschen, mehr als vielleicht zuvor, für ihre Wahl verantworten müssen. Immerhin geht es um die freie und umfassende Meinungsbildung, und damit um Grundpfeiler der direkten Demokratie. Also um Grundsätzliches.
Ich vermute, dass man sich auch noch nach der Abstimmung daran erinnern wird, wer die Abschaffung des Service Public aus rein egoistischen Interessen vorangetrieben hat und damit verdächtig bleibt, auch andere Erungenschaften des friedlich-sozialen Miteinanders vom Sockel stossen zu wollen.
"No Billag" wird ein Warnschuss dafür sein, wie unreflektierte Egomanen das Mittel der direkten Demokratie missbrauchen, weil ihnen der beschwerliche Weg der einvernehmlichen, schrittweisen Problemlösung zu steil erscheint.
Es kann ja nicht sein, dass Schweizer Bürger, völlig emotionslos, ohne jegliches Mitgefühl, ohne mit der Wimper zu zucken die Arbeitsplätze von rund 6000, zum Teil hoch spezialisierten und kaum mehr transferierbaren, langjährigen Mitarbeitern, plus SRG-affine Zulieferer und Freelancer mit einem nonchalenten Häkchen auf einem Stück Papier vernichten, OBWOHL, und das ist der springende Punkt, es durchaus x andere Möglichkeiten gäbe, die zugegebenermassen dringend erfoderlichen Verbesserungen der SRG voranzutreiben.
Meiner Meinung nach passt es einfach nicht zur Schweizer Art und zur Kultur, andere Bürger aus rein egoistischen Gründen in den Ruin zu treiben.
Deshalb werden sich vermutlich auch noch nach der Abstimmung Menschen die Frage stellen, welchen Platz Egoisten, die bewusst aus niederen, rein persönlichen Trieben die verdiente Arbeit und das Leben anderer willentlich und absichtlich zerstört haben, in ihrer Mitte noch haben sollen.
Oder wer möchte einen Chef, dem es nichts ausmacht, 6000 verdiente Leute, die er nicht mal kennt, mit einem Federstrich in die Wüste zu schicken, weil er es nicht für nötig hält, mit ihnen nach Lösungen zu suchen? Ist das cool? Ist das die Zusammengehörigkeit die wir zukünftig haben wollen?
Ich jedenfalls nicht! Ich halte diese Einstellung - einfach mal so schnell 6000 Leuten über die Klinge springen zu lassen, für feige, nicht durchdacht, nicht intelligent und schon gar nicht nachhaltig. Und ich bin überzeugt, dass sich Menschen daran erinnern werden, genauso wie Andere die Verantwortung und die diesbezüglichen Konsequenzen für Abgangsentschädigungen, Sozialpläne und Arbeitslosengelder in Milliardenhöhe werden übernehmen müssen.
Die "No-Billag" Welt wird eine andere sein. Eine vermutlich ziemlich gespaltene nämlich! Wie stark, weiss ich nicht. Aber "No-Billag" wird vermutlich so oder so zwangsläufig Narben hinterlassen, die nachhaltiger und personenbezogener sein werden, als wir das heute vermuten.

25
/
4
G. S.
· editiert

Mit diesem Beitrag haben Sie sich meinen Dislike redlich verdient. Wenngleich ich inhaltlich in vielen Punkten bei Ihnen bin und mir die Initiative auch Sorgen macht, so halte ich diese Tirade für eine unerträgliche Mehrfachbeleidigung aller in dieser Sache Andersdenkender.

5
/
6

Es kann sein, dass mir eine gewisse Sozialkompetenz fehlt. Ich bin aber durchaus lernfähig. Können sie mir bitte sagen, wen und wie ich beleidigt habe?
Meine Absicht war es nicht. Aber wie gesagt. Ich bin bereit zu lernen, und mich auch, sollte dies tatsächlich der Fall sein, zu entschuldigen. Aber bitte, helfen sie mir auf die Sprünge. Danke.

2
/
2

Seit einiger Zeit sehe ich mir regelmässig die Sendungen von Rachel Maddow auf MSNBC an, die in der Prime Time in den letzten Monaten Fox "abgetrocknet" hat. Ja, sie kommentiert und positioniert sich. Anderseits ist sie sehr gescheit, und gerade Ihre "Erklärstücke" haben es in sich. Ich habe immer wieder mal richtig viel gelernt dabei. - Ich wünsche mir von der Republik mal ein Porträt über Rachel Maddow (oder ein Interview mit ihr).

7
/
0

Ich finde Maddow ebenfalls sehr interessant. Gute Anregung!

0
/
1

Wären die Mediengebühren irgendwann einmal vernünftigerweise in die Steuern integriert worden, wäre uns diese ganze No Billag Diskussion inklusive politischer Schreckensszenarien erspart geblieben. Sehe ich das richtig, Herr Binswanger?

6
/
2

Dem kann ich allerdings zustimmen. Finanzierung über Steuern wäre insofern besser, als das Gebühren, bzw. "Kopfprämien"-System sozial unausgewogen ist. Die Finanzierung über Steuern hätte einzig den Nachteil, dass die relative "Staatsferne" der SRG beeinträchtigt werden könnte. Aber ich denke, dass wäre - mindestens theoretisch ein lösbares Problem.

7
/
0

Auch darüber hätte man abstimmen müssen. Ich persönlich halte die GrundsatzDiskussion um die Streichung bez. den Erhalt des nationalen Leistungsauftrags für Bildungs und kulturelle Entfaltung (sprich den eigentlichen Inhalt der Initiative) für wichtiger als das Genöle um die Finanzierung.
Es ist gut, DIESE Grundsatz-Debatte um Bildung und Kultur, und damit darüber, wer wir Schweizer sind und was wir sein wollen, zu führen - auch wenn diese Debatte mit dem Blick aufs eigene Portemonnaie leider viel zu oft in den Hintergrund rückt.

3
/
0

Finde auch ich sehr gut. Diese überfällige Debatte verdanken wir ironischerweise der Initiative. Bemerkenswert.
Blöderweise ist dadurch die Reihenfolge durcheinander geraten, was den Blick der Stimmbürger zuerst auf das Portemonnaie gelenkt hat. Anders hätte man die SRG vielleicht auch nicht aus der Komfortzone herausgeholt?
Eine saubere Trennung der zwei Fragen Finanzierung und Grundsatz würde helfen, da bin ich absolut einverstanden.

6
/
0

Ein Kanal wie FoxNews ist nur eine von vielen hundert möglichen Ausprägung der zukünftigen "No-Billag" Welt. Wir sollten uns nicht zu sehr darauf versteifen.
Viel interessanter und greifbarer ist eine Diskussion über die chaotische Uebergangszeit. Schlüsselperseronen der SRG werden nicht bis zum Lichterlöschen bleiben. Zulieferer und Dienstleister der SRG werden sich möglichst rasch auf anderes konzentrieren oder den Laden möglichst verlustfrei schliessen. Auch Investoren und Werber werden nichts mehr investieren bis klar ist, wie sich der zukünftige Medienbetrieb gestaltet.
Für diese Uebergangszeit gibt es kein Drehbuch und keinen Plan B. Das hat noch niemand gemacht. Und schon gar nicht in dieser Grössenordung. Das ist rein personell schon eine grössere Geschichte als das Swissair Grounding oder die Bankekrise.
Auch von Fix&Foxi gibts da nichts zu lernen. Wir werden ein riesen Schwimmfest haben und die ganze Welt wir zusehen: amüsiert und kopfschüttelnd!
Wie sich ein dann aus dem Ruder gelaufener Sonderfall Schweiz auf andere Branchen und Investitionen auswirken wird, auf internationale Glaubwürdigkeit und damit die Bewertung des Schweizer Frankens und die nationalen Bonität bleibt abzuwarten.
Was mich erstaunt ist, dass sich weder Wirtschaftsführer noch Regierung dazu äussern. Oder habe ich etwas verpasst?

3
/
1

Lieber Herr Baron, das ist in der Tat ein wichtiger Aspekt. Es ist noch nie dagewesene, dass eine so wichtige, grosse staatliche Organisation innerhalb weniger Monate ein völlig neues Finanzierungsmodell finden (was kaum möglich sein wird) oder abgewickelt werden müsste. NoBillag wäre eine Art selbstauferlegtes Swissair-Grounding. Und ja: Die Chancen, dass heilloses Chaos ausbrechen und die Schweiz sich zum Gespött machen würde, ist tatsächlich nicht zu vernachlässigen.

1
/
0

Dieser Artikel ist spannend. Danke! Mir sind die Beiträge einfach etwas zu lang. Noch mehr stört mich diese Amerika-lastigkeit. Was in Indonesien politisch und gesellschaftlich abgeht oder in Pakistan und China gerade so wesentlich.

8
/
4

Lieber Herr Moser, danke für das Feedback. Es stimmt, das war wieder ein recht langer Artikel. Wir finden es wichtig, solche Beiträge zu publizieren, aber wir werden uns bemühen, in Zukunft auch mehr kürzere Text im Programm zu haben. Was die Amerika-Lastigkeit betrifft, muss ich Ihnen recht geben. Es gibt noch so viele andere, nicht weniger wichtige Erdteile, auf die man den Fokus richten muss. Auch das möchten wir korrigieren. Es ist einfach unvermeidlich, dass man sich erst einmal zu ein paar "Grossthemen" positioniert. Und das sind - ob berechtigt oder nicht - zu einem grossen Teil Dinge, die in den USA geschehen.

4
/
1

Ich schätze es sehr, dass Sie Antworten. Das verstehe ich, dass die Republik sich mit "Grossthemen" positionieren muss. Danke und viel Erfolg mit diesem wichtigen "Projekt".

3
/
1

Wirds dann bei Blocher-TV auch eine Ombudsstelle geben, sollte das Programm nicht ausgewogen sein?

4
/
0

Gerade propagandistische Sender müssen auf Scheinausgewogenheit achten. Fox News ist dafür das allerbeste Beispiel. Aber eine Ombudsstelle gäbe es dann wohl kaum. Jedenfalls gäbe es bei einer Annahme von NoBillag keinerlei Sachgerechtigkeits- oder Ausgewogenheitskriterien zu respektieren. Warum also sollte man sich darüber beklagen können, wenn das auch nicht mehr gemacht wird?

2
/
0

Da sich auch ein Blocher-TV über Werbung, sprich Klickraten finanzieren muss, liegt es auf der Hand, dass auch ein Blocher-TV vermutlich ausgewogen berichten muss, um die hierfür nötige Masse zu erreichen. Hierzu ist FoxNews ein gutes Beispiel. Die Fox-Diskussionen werden nach wie vor kontrovers geführt. Denn nichts erzeugt mehr Klickraten, als wenn sich Kandidaten gegenseitig die Köpfe einschlagen. Auch die Rechtesten der Rechten und die Linksten von den Linken sprängen gelangweilt ab, wenn zu offensichtlich wäre, dass es nur noch um Propagnada und die eigene Filterblase geht (Beispiel hierfür wären die ultra-konservative-religiösen Prediger und -Sektensender die wiederum andere Mechanismen bespielen um ihre Schäflein zu halten).
Das Geheimis eines guten Politsenders liegt darin, Ausgewogenheit und Objektivität vorzugaukeln, um dann ganz sublim in eine bestimmte Richtung zu kanalisieren.

2
/
0

In einer "No-Billag" Welt werden wir unglaublich viele Stunden unserer Freizeit darauf verwenden müssen, aus dem Wust der sich konkurrenzierenden Prepaidkarten, PayTV-Kanäle, WerbeFlix, Probeabos, Streamingdiensten, WebCinemas, etc. etc. die für uns passenden auszuwählen, Anmeldungen, Verträge, AGBs, Ablauffristen zu managen, automatische Upgrades zu stoppen, CrossSellingScheiss abzuklemmen, etc. etc.
Dazu kommen verschieden Decoderkarten und -geräte, Formate die nur auf bestimmten (neuen) Geräten laufen, unterschiedliche Auflösungen, Bild- und Tonqualitäten, und überhaupt langsames Internet, weil all die x-hundert Mediendienste sich durch Leitungen quälen, deren Ausbau sowieso niemand mehr finanzieren wird.
Das alles gekoppelt mit abnehmender Servicequalität und "Installationsanleitungen" welche - wenn überhaupt - nur noch in Form von Videos kommen und sich laufend ändern.
All dies wird eh schon technisch überforderte und Burnout gefärdete Menschen in den Wahnsinn treiben mit Folgekosten die x-mal höher sein werden, als wir uns mit der läppischen Bildungssteuer sparen.
Polemisch. Ja. Aber ich denke, in diese Richtung wird es gehen. Wie weit? Keine Ahnung!
Vielleicht werde ich dann Medienberater für überforderte Rentner. New Business = cool business :-)

7
/
1
H. H.
· editiert

Grundsätzlich ist es so, dass Publizieren eine notwendige Bedingung ist, um wahrgenommen zu werden, ob als KünstlerIn, WissenschaftlerIn oder PolitikerIn. Wissenschaftliche Ergebnisse werden erst zu empirischem Wissen, wenn sie in einem wissenschaftlichen "Journal" mit hohem "Impact" publiziert werden. Beispielsweise baute Roger Schawinski nochmals ein Radiosender (Radio 1) auf, nur damit er einen ständigen Publikationskanal hat, der ihm erlaubt, ständig präsent zu sein und seine Meinung kundzutun. Was steckt hinter No-Billag? Die Notwendigkeit des Publizierens ist natürlich auch Macht-Politikern wie Blocher nicht entgangen. Hier geht es darum, dass der SVP auf ihrem Weg, den Wähleranteil auf über 30% auszubauen, jedes Mittel recht ist. Obwohl das SRF schweizerische Werte vertritt, auf die sich die SVP seit Jahren politisch beruft, soll nun genau dieses SRF urplötzlich weggeräumt werden. Das SRF ist der SVP seit Jahren ein Dorn im Auge, weil sie zu links sei. Nein, es ist nicht zu links, aber es nimmt ihren Leistungsauftrag wahr. Und genau dieser Leistungsauftrag ist es, was der SVP ein Dorn im Auge ist und nicht das SRF an sich. Hat die SVP irgendwann die vulnerable Grenze ihres Wähleranteils überschritten, kommt ihnen auch die ersatzlose Streichung des Artikels 93, Absatz 2 der Bundesverfassung sehr entgegen, und zwar in dem Sinne, dass nämlich so wie Herr Binswanger in seiner Publikation zur Mediengeschichte der USA zu Recht schreibt, es gegen die Verbreitung von Hass, Propaganda, Unwahrheit nach dem Willen der No-Billag-Initianten künftig keinen rundfunkrechtlichen Schutz mehr geben soll.

Und genau hier Spielt die Musik der No-Billag-Initianten bzw. der Kräfte, die dahinter stecken: Blocher ist sehr clever, er hat durchaus das Feingefühl, wonach die Methode "Vox-News" hier in der Schweiz nicht möglich ist. Damit würde er sich die 30%-Marke eher verbauen. Er wird auf die Medienlandschaft Schweiz sehr subtil Einfluss nehmen. Dabei geht es ihm nicht um Medienvielfalt, sondern im Gegenteil, die Zerstörung der Medienvielfalt und die Errichtung von Medienkanälen, die der gezielten und effektiven Verbreitung von SVP-Propaganda dienen wird. Um sich zu tarnen, mitunter im Mäntelchen der Medienvielfalt, kauft er systematisch Verlagshäuser auf und setzt dabei auf Gratiszeitungen. Er kann kein Geld mit ins Grab nehmen, auch wenn er noch so viel davon hat. Stattdessen macht er doch "seinem" Volk aus Grosszügigkeit für seine jahrelange Treue lieber ein Geschenk. Das macht sich sowieso gut als Vertreter einer Volkspartei. Blocher und seine Planeten wie Somm, Köppel, Gujer und dergleichen, die um ihn herumkreisen, sind teil dieser Propaganda-Politstrategie, wovon die Abschaffung des SRF nur die Grundlage schaffen soll.

Fazit: No-Billag und damit die Abschaffung des SRF dient nur der Ent(mündigung) politisch anders denkender, politischer Publikationen, die anderer Gesinnung sind als diejenige der SVP. Ist das SRF erst mal weg, erhöht dies die Wahrscheinlichkeit, dass sich Blocher's Propaganda-Strategie auf Basis der Versorgung seines Volkes mit Gratiszeitungen bis ins hinterste Tal der Schweiz, wo kein Medienmarkt mehr spielt, amortisieren wird.

23
/
0

Lieber Herr H., in ihren Grundzügen kann ich Ihre Analyse teilen. Blocher engagiert sich in den Schweizer Medien, weil er darauf aus ist, seine Einfluss- und Meinungsmacht zu vergrössern. Jeder andere Grund wäre unsinnig. Die Schwächung bzw. Zerstörung der SRG, die von der SVP schon seit Jahren als prioritäres strategisches Ziel verfolgt wird, hat den alleinigen Zweck, ein mehr oder weniger unabhängiges Medium aus dem Weg zu räumen und den Entfaltungsraum für politische Propaganda zu erweitern. Hier Hinweis, dass die Methode "Fox News" in der Schweiz nicht möglich ist, erscheint mir im Grundsatz richtig. Allerdings wird die Medienpolitik von Blocher - nach dem jahrelangen Versteckspiel - heute relativ offen betrieben. Und man kann nicht behaupten, dass die BAZ oder die WeWo mit besonderem "Feingefühl" operieren würden. Ein von Blocher finanzierter Fernseh-Sender mit SVP-lastigen Talkshows und Studiogästen? Das ist aus meiner Sicht eine durchaus plausible Perspektive.

1
/
0
H. H.
· editiert

Wir hatten in der Schweiz seit Jahrzehnten eine Parteienvielfalt, die dialektisch mit einer gewissen Medienvielfalt einherging. Diese Medienvielfalt droht durch die zunehmende Polarisierung der Parteienlandschaft verloren zu gehen und sich zu radikalisieren. Dies spricht sehr für die Binswanger-Hypothese dessen, was nach der Zerstörung des SRF kommen wird.
Das Politsystem in den USA ist seit jeher einfältig. Es basiert auf einer Entweder-Oder-Struktur (Demokraten oder Republikaner), was mitunter Näherboden für das Phänomen „Fox-News“ ist, mit dem eine Diskurs-Radikalisierung einhergeht.
WeWo und BaZ sind Ausdruck einer Radikalisierung der Medienlandschaft in der Schweiz, allerdings erst auf Stufe Printmedien. Gerade aber weil wir über Jahrzehnte eine gewisse Medienvielfalt hatten, gelingt es z. B. Köppel und Somm nach wie vor, ihrer Leserschaft die Radikalisierung von WeWo und BaZ unter dem Aspekt der Medienvielfalt zu verkaufen. WeWo und BaZ manipulieren ihre Leserschaft dahingehend, dass sie sich als diejenigen positionieren, die die Medienvielfalt in der Schweiz durch ihren medialen Beitrag überhaupt erst wieder herzustellen vermögen, nachdem die Schweiz nach ihrer Auffassung seit Jahren systematisch kontaminiert wird durch linke Medien wie mitunter dem SRF.
Auf Ebene von Radio und Fernsehen dürft dies nun aber viel schwieriger werden. Viele No-Billag-Ja-WählerInnen haben das Politkalkül, das dahinter steckt, nicht durchschaut und werden aus Gründen ihrer Gesinnung und zuweilen auch aus finanziellen Gründen gegen das SRF abstimmen. Sollte es dann aber zu diesem „Shut Down“ des SRF kommen, dürfte sich der Protest-Effekt schnell legen.
Würden dann SVP und ihre Sympathisanten auf TV- und Radio-Ebene ein aggressives Format à la Fox-News realisieren, verkäme das vor dem Hintergrund der Parteienvielfalt zu einer Karikatur, zu einem Sujet der Basler-Fasnacht. Dies hätte nicht den erzielten Effekt, mitunter die 30%-Hürde zu nehmen.
Ihre Strategie wird viel perfider und manipulierender sein. Die SVP-Strategen wissen um die Mediensozialisierung der SchweizerInnen und werden daher ihre Propaganda-Strategie so subtil wie möglich angehen. Sie werden ein TV-Format wählen, das der Schweiz als eine Art SRF-Antithese vor Augen führen, wie Meinungsvielfalt gelebt werden soll. Es wird vorerst angepriesen als Format, das die seit Jahren fehlende Meinungsvielfalt in der Schweiz wieder herzustellen vermag. Doch, die SVP will Meinungsvielfalt nur scheinbar realisieren, sich stattdessen schleichend - bei jeder politischen Gelegenheit als Opfer darstellend - in die Oppositionspolitik begeben. Auf diese Weise positionieren sie sich zunehmend als Auffangbecken der Regierungs- und Establishment-Geschädigten SchweizerInnen. Wenn es ihnen gelingt, diese Position einzunehmen, werden sie ihre Propaganda-Strategie zunehmend in Richtung Fox-News entwickeln.
Fazit: Die SVP will schon lange in die Opposition, wenn das SRF gefallen ist, ist publizistisch gesehen Tür und Tor offen für eine politische Neuordnung in der Schweiz.

1
/
0

An diesen Tatsachen gibt es wohl nichts zu rütteln. Ihre Befürchtungen sind real.
Real ist aber auch, dass es kaum (gibt es auch nur eine(n)?) SVP Mitarbeiter auf der Gehaltsliste der SRG gibt. Da braucht es jetzt auch nicht viel Verstand um zu sehen, dass das SO auch nicht geht, und dies geradezu nach alternativen Lösungen schreit, die Blocher nun wahrnimmt. Wenn SRG dem Volk gehört, denke ich schon auch, dass das Volk dort parteipolitsch adäquat vertreten sein muss - auch wenn diese Verschiebung Ihnen und mir gar nicht passt...

2
/
0

"No-Billag" missbraucht die direkte Demokratie um der direkten Demokratie ihr Grab zu schaufeln.
Es wäre interessant zu wissen, wie das Ausland darauf reagierte und welche Signalwirkung das hätte.

9
/
0

BBC hat 2015 in 70 zufällig aufgewählten Haushalten die Uebertragung des BBC Programms für eine Woche abgeschaltet und u.a. Folgendes festgestellt:
Zwei Drittel von den 48 Haushalten, die weniger oder gar nichts mehr für BBC bezahlen wollten, haben ihre Meinung danach geändert.
Ausführliche Zahlen und Fakten zum Test: http://www.bbc.co.uk/mediacentre/la…ut-the-bbc

13
/
1

Ein Generalstreik der SRG? Irgendwie ein interessanter Gedanke.

3
/
0

Das lässt sich jetzt auf verschiedene Weise interpretieren. Zum einen müsste die SRG demzufolge die Abstimmung haushoch gewinnen, wenn sie ihren Betrieb zuvor eine Woche lang aussetzen würde. Andererseits wäre sie aber demnach auch ohne weiteres freiwillig finanzierbar.
Aber die SRG ist (leider) nicht die BBC.

2
/
0

Das könnte durchaus sein, dass die SRG, wenn dann alle mal nach einem heilsamen Shutdown wüssten, worum es geht, "auch ohne weiteres freiwillig finanzierbar" wäre.
Man müsste es einfach mal flächendeckend durchziehen, und schauen wie es kommt. Ich persönlich hätte absolutes Veständnis dafür, wenn die SRG einfach mal eine Woche lang generalstreikt. Dieser Erkenntnisgewinn wäre mal eine Woche ohne "Glanz&Gloria" wert, finde ich!

3
/
0

Spannender Beitrag. Ja, es scheint weit hergeholt wenn man die Schweiz mir den USA vergleicht. Aber ich bin froh darum und froh darüber, dass uns aufgezeigt wird wenn wir Fakten ignorieren. Die Schweiz wäre bei einer Annahme schlechter informiert und die Basis des Mainstreams würde entfallen. Nein, wir würden nicht am Tag danach zu dümmeren Menschen aber langfristig würde sich unser Diskurs grundlegend ändern. Schade sehen wir unseren Status quo - hier zB. betreffend Niveau - als Geschenk an die ach so besondere Schweiz an und machen diesen nicht an Rahmenbedingungen wie zB information fest. Wir sind nicht einfach demokratische Wesen welche den Diskurs in den Genen oder im frischen Quellwasser haben. Auch bei uns würde sich die Polarisierung verstärken, würden die gemeinsamen, (halb)neutralen Plattformen geschwächt. Auch wenn ich weder meteo noch den samstagsjass brauche, wir sollten unsere SRG stärken. Wenn jeder nur bezahlen würde was er aktiv nutzt, so wäre meine Steuererbezteiligung an Autobahnen auch recht gering.

5
/
1
M. B.
· editiert

Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass wir zu unseren Organisationen, welche die Demokratie in unserem Land über Jahre aufgebaut hat Sorge tragen sollten und diese nicht allzu leichtfertig für private Alternativen abschaffen.
Das betrifft aus meiner Sicht nicht nur das staatliche Fernsehen, sondern auch alle anderen staatlichen Dienstleistungen, sei es Wasserleitungen oder auch Telekommunikationsnetzwerke.
Im Bezug auf unsere Medienlandschaft, würde es wohl nicht ganz so schlimm ausfallen wie in den USA, da wir glücklicherweise ein Mehrparteiensystem haben und unsere Politik nicht nur auf zwei grossen Parteien (defacto schwarz/weiss Sicht) basiert.
Daher könnte ich mir vorstellen, dass eine, respektive mehrere Private Sendeanstalten diese Lücke durchaus füllen könnten.
Wovor ich allerdings Angst habe, ist die Tatsache, dass vor allem rechte Kräfte sehr viel Geld aufbringen können und so innerhalb von wenigen Jahren einen grossen Teil der privaten Sender und Printmedien kontrollieren könnten.
Das würde auch bei uns dann unweigerlich zu Filterblasen führen. Mal sehen was passiert....

5
/
1

...da wir glücklicherweise bis jetzt noch ein Mehrparteiensystem haben...!?

0
/
0

Auch dieser Beitrag für mich viel zu lange. Aber bei so vielen aufschlussreichen Facts war diese Länge gerechtfertigt. Wie wäre es, wenn in der Republik täglich jeweils ein Fact erscheinen würde? So unter dem Motto "wollen wir in der Schweiz Fox.news Verhältnisse". Denke, Binswangers Beitrag gibt bis zur Bilaabstimmung täglich eine neue Enthüllung.

2
/
5

Besten Dank für diesen spannenden Bericht.
Die Lage in den USA ist sicher auch für die Schweiz von Belang. Allerdings hätte ich mir mehr Informationen gewünscht, inwiefern sich denn die Entstehung und Entwicklung von Fox News auf die Schweiz übertragen lassen. Zum Beispiel die rechtliche Situation:
Momentan wird die Fairness und Ausgewogenheit der Radio- und TV-Sender durch das BAKOM geregelt, was mit Annahme der Initiative wegfallen würde. Existieren noch weitere Beschwerde- und Kontroll-Instanzen wie der Presserat? Oder könnte man so einem Sender ausschliesslich vor Gericht, d.h. mit einer Verleumdungsklage oder Minderheitenschutzgesetz zu Leibe rücken?
Die Gerichtspraxis und die Auslegung der Redefreiheit in den USA sind mit der hiesigen wohl kaum vergleichbar?

Wie sieht das ganze bei ausländischen Sendern aus? Satellit lässt sich ja schlecht blockieren, aber ändert sich bei den ausländischen Kabelfernsehsendern etwas mit No-Billag?

Ach ja, kleine Umfrage an die Fernsehgucker: Könnt ihr Fox News empfangen?
Türkisches oder russisches Staatsfernsehen?

Ausserdem passt es für mich argumentativ nicht ganz zusammen, wenn man gleichzeitig Fernsehen und (in anderen Artikeln) Facebook als dominierende Meinungsmacher hinstellt - sollte sich ein elektronischer Kanal wie Facebook als Massenmedium durchsetzen, so wären die Einflussmöglichkeiten eines Staatsfernsehens sowieso beschränkt.
Allgemein scheint mir die Diskussion zu fest am Medium Radio und Fernsehen zu hängen, diese sind inzwischen technisch sehr einfach durch andere Kanäle ersetzbar. Wir sollten uns also überlegen, wie wir staatlich unterstützte Informationen über beliebige Medien verbreiten können.

Zum Thema, nebenbei, die Schweizerische Depeschenagentur (SDA) wird gerade zusammengespart - auf Druck der grossen schweizer Verlage sowie der SRG. Für mich eine weitaus empfindlichere Stelle was Medien und Information in der Schweiz betrifft.

12
/
3

Anzumerken wäre, dass SRF auch eine tolle Web- und FBSeite betreibt. Die darin geführten Diskussionen halte ich für qualitativ besser und ausgewogener, als die Kommentare in der Tagespresse.

1
/
1

Das ist vermutlich Geschmackssache, ich werde wohl nie zum Zielpublikum der SRG gehören. Die Nachrichten sind wie bei der Tagesschau sehr reduziert, da bieten ja sogar die Gratiszeitungen mehr. Aber ich gebe zu, inzwischen kann man wenigstens die Inhalte ohne Flash Player anschauen.

Für die Diskussion hier wäre vor allem die Reichweite dieser Angebote relevant - gibt es da Zahlen? Es ist ja nicht so dass man zufällig über die SRF-Seiten im Netz stolpert, anders als beim Zappen durch die Fernsehkanäle.

1
/
1

Lieber Herr W., dass es zwischen den USA und der Schweiz auf rechtlicher Ebene einige Unterschiede gibt ist natürlich richtig. Auch sonst ist der Vergleich nur begrenzt tragfähig. Aber eben: Die USA zeigen, was in einem fast vollständig privatisierten Rundfunkmarkt geschehen kann. Und etwas analoges könnte bei einer Annahme von NoBillag auch in der Schweiz geschehen.
Was Ihre konkreten Fragen anbelangt: Richtig, das Bakom hätte keine gesetzliche Grundlage mehr für eine Aufsichtsfunktion. Es wäre denkbar, die Rolle des Presserates zu erweitern, so dass er künftig nicht nur Presseerzeugnisse sondern auch Rundfunksendungen beurteilen könnte. Dazu müssten sich allerdings erst die Rundfunkbetreiber untereinander verständigen. Der Presserat ist ja eine Selbstregulierungsinitiative der Verleger - und vor allem ist er bis heute ziemlich zahnlos.
Am wichtigsten für Beschwerden würden dann wohl das Zivil- und das Strafrecht. Hier gibt es in der Tat Unterschiede zu den USA. Verleumdung oder Verletzung der Privatsphäre kann in den USA extrem teuer werden, weshalb man sagen muss, dass die Schweizer Gesetze viel laxer sind und einen viel weniger guten Schutz bieten. Andererseits hat die Schweiz die Rassismus-Strafnorm, die verhindern würde, dass rassistische oder diskriminierende Propaganda verbreitet werden könnte.
Ausländische Sender wären von NoBillag überhaupt nicht betroffen. Sie können schon heute empfangen werden.
Der Einwand, dass der Medienkonsum sich ohnehin wandelt und dass Fernsehen an Bedeutung verlieren wird, ist richtig. Allerdings ist zum heutigen Zeitpunkt das Fernsehen immer noch extrem einflussreich. Welche Medienkanäle sich zu guter Letzt als dominierende Plattformen durchsetzen werden, ist schwer zu sagen. Es werden sicherlich Internet-Plattformen mit hybridem Content sein. Es ist aber nicht auszuschliessen, dass TV-Stationen am besten positioniert sind, um sich als solche Anbieter zu positionieren, weil Bewegtbilder sicherlich sehr wichtig bleiben werden.
Was die SDA betrifft, haben Sie vollkommen recht. Das ist sehr einschneidend für die Schweizer Medienszene. Ein weiteres Verfallssymptom, dem wir entgegentreten müssen.

2
/
0

Lieber Herr Binswanger (oder gerne auch per Du)

Ich danke für die ausführliche Erklärung. Meiner Meinung nach würde es den bisherigen Artikeln der Republik gut tun, wenn Sie die Relevanz für den Leser und die (schweizer) Gesellschaft noch besser aufzeigen könnten.

Was mich etwas erstaunt ist Ihre Einschätzung zu den laxen schweizer Gesetzen. Wenn ich jetzt à la Fox News jeden Tag auf meinem Sender ein paar "Experten" darüber mutmassen lasse, ob Bundesrätin Leuthard einen IQ von unter 50 hat und einen entsprechenden IQ-Test unter Verschluss hält - ich würde im Falle einer Verleumdungsklage eher mit einer Verurteilung in der Schweiz rechnen, als bei einem Pendant in den USA.
Barack Obama hätte sonst ja den Spuk um seine Geburtsurkunde relativ schnell per Klage stoppen können? Oder war das aus politischen Gründen nicht opportun?

Was den Medienwandel betrifft, so haben sich bis jetzt fast ausschliesslich amerikanische Grossfirmen mit ihren zentralistischen Informationssilos durchgesetzt. Das kann sich zwar noch ändern, aber in diesem Fall hätte die SRG wenig Chancen auf einen privilegierten Kanal. Und ich fürchte Politik und SRG werden erst reagieren wenn die SRG irrelevant geworden ist.

0
/
0

Fox News entzog lediglich den Akademiker das Definitions-Monopol. Die Wahrnehmung der Nicht-Akademiker ist aber genauso richtig, einfach aus einer anderen Perspektive. Wer Angst vor No-Billag hat, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Profiteur der herrschenden Situation und damit ein schlechter Demokrat. Denn die Mehrheit hat halt nun einmal keinen Master in der Tasche und schaut lieber den Schrott auf den Privatsendern. Wer darüber seine Nase rümpft und diese Leute vor sich selber schützen will, der hat die Demokratie nicht begriffen. Die von Akademiker verseuchten Parlamente haben die Schweizerische Eidgenossenschaft von einer Demokratie in eine Akademikratur geführt und für den Vorteil ihres Standes die Freiheit aller auf dem universitären Altar geopfert.

13
/
112

Herr F., so etwas schreibt man einzig, um zu provozieren...

6
/
0

Lieber Herr F.,
Ich rümpfe ganz bestimmt nicht die Nase - ich bin dafür, dass jeder und jede genau das hören und sehen darf, was er oder sie will. Wer mit dem Privatfernsehen glücklich ist, hat ja schon heute eine grosse Auswahl. Nur - ich hätte auch gerne die Wahl und ich finde die SRG macht einen sehr guten Job. Wer für No-Billag stimmt, verunmöglicht mir, in der Schweiz das Radio und Fernsehen zu haben, das ich gerne möchte. Da Sie ein echter Demokrat sind: Stimmen Sie gegen die No-Billag-Initative und lassen Sie ihren Mitbürgerinnen und Mitbürgern die Wahl!

20
/
1

@F. S.:
Geht es wirklich nur das durch andere finanzierte Fernsehen das sie möchten? Wirklich?
Ich halte dieses Argument für eine ziemliche Steilvorlage für "No-Billag" Befürworter. Warum, soll jemand IHRE Sendung finanzieren?
Darauf gibt es gute und schlechte Antworten...

3
/
1

Ja, diese Leute können heute schon die Privatsender schauen. Und gleichzeitig ohne sie zu konsumieren, die von Ihenen für wichtig gehaltene SRG zwangsweise mitfinanzieren. Freiheit sieht anders aus.

3
/
12

ui...
Bei Fox News arbeiten aber doch noch einige Akademiker, oder? Ich vermute mal, nicht unbedeutend weniger als bei anderen Sendern. Hätten Sie da ev. konkrete Zahlen? Das wäre spannend zu wissen, ob Fox News von ungebildeten Kleinkriminellen geführt würde, oder so, nicht?
Die Wahrnehmung der Nicht-Akademiker ist oft ungetrübter, als diejenige von Sesselfurzern, die alles und immer vom Chef gesagt und vom Gehaltsscheck bezahlt kriegen, oder? Kann schon sein. Und Sie glauben, dass genau diese RealWahrnehmer FoxNews machen? Oder wie genau bringen sie Non-Akademiker und Fox zusammen?
Ich bin ein Profiteur der aktuellen Situation. So what? Angst vor No-Billag habe ich aber auch keine, weil MICH tangiert eine kippende Schweiz nicht. Ich sag dann einfach mal tschüss, wenn es mir zu bunt wird. Ich mache mir aber Sorgen um genau diejenigen, die nicht einfach "tschüss" sagen können. Ich denke, ich bin ihnen das schuldig. Ich versuche denen, die keine Zeit haben, um sich um den Luxus einer Allgemeinbildung zu kümmern, die Zusammenhänge und Konsequenzen aufzuzeigen. Im Endeffekt ist mir egal was sie stimmen. Soweit bin ich ein ganz patenter Demokrat finde ich. Man tut was man kann.
Es geht ja auch nicht drum, anderen den Schrottkonsum zu verbieten. Es geht, darum sicherzustellen, dass jeder, der ein Stimmrecht hat, seine Bürgerpflichten auch wahrnehmen kann. Wenn sie schon gegen Akademiker und Reiche feuern, sollte es gerade Ihnen ein Anliegen sein, ihr Mitspracherecht zu verteidigen. Und das können sie nur, wenn sie wissen, worum es geht in diesem Land. Und DAS, my friend, finden Sie leider weder auf Netflix noch bei Sky, nicht auf Youtube, und Instagram hat eh nur Bildli. Und bei Google und Facebook finden sie lediglich, was diejenigen mit dem meisten Geld bestimmen, was sie zu wissen bräuchten.
Demokratie braucht Meinungsbildung. FoxNews ist nicht meinungsbildend, sondern Gehirnwäsche und nur dann toll, wenn sie sich eh schon voll auf diese rechtskonservative Wellenlänge eingependelt haben. Intelligent ist das nicht, demokratisch auch nicht, nur foxisch.
Aber eben. Wer will schon intelligent sein. Scheiss Akademiker, verdammte...

31
/
2
P. G.
· editiert
(unsichtbar)
1
/
0

Demokratie besteht darin, dass "die Leute" möglichst Schrott konsumieren? Diese Ansicht teile ich nun wirklich nicht. War Amerika vor 1987 keine Demokratie? Und worin besteht in der Schweiz die "Akademikratur"? Welche Freiheit wird auf dem "universitären Altar" geopfert? Ich kann Ihnen nicht folgen.

20
/
0

Sie könnten mir schon folgen, wollen tun Sie nicht. Sonst würde Ihr von oben herab gesehenes Weltbild arg ins wanken geraten. Sollen diejenigen die SRG finanzieren, die sie für wichtig halten. Das wäre gelebtes Bürgertum, Freiheit und demokratisch. Nur wären es dann erheblich teurer und manchem würde die SRG dann doch nicht mehr so wichtig scheinen.
Zur Akademikratur: Bilden Ihrer Meinung nach die Parlamente auch nur in groben Zügen die Bevölkerung ab? Sind tatsächlich 80% der Bevölkerung Akademiker? Und wenn nein, warum haben gelernte Handwerker wie ich dann keinen Platz mehr in den Parlamente? Wir fühlen uns nicht nur verarscht, wir werden es auch. Und wie sich das rächt sieht man in der Schweiz anhand der SVP schon lange und nun in den USA mit Trump halt auch. Aber freiwillig werden die Akademiker dem Normalo nicht wieder Platz machen. Zu schön haben es sie sich auf Meinesgleichen Kosten eingerichtet. Siehe die SRG und den unglaublich frühen und total einseitigen, von studierten Journalisten auf allen Kanälen geführten Abstimmungskampf.

1
/
27

In Anbetracht der Tasache, dass wir bei "No-Billag" primär über eine "Billag" diskutieren, die a) im Vorlagentext nirgends vorkommt und b) 2019 eh nicht mehr existieren wird, und Leute damit das eigentliche Thema - die Gesetzesänderung - übersehen, dann muss man sich schon auch die Frage stellen, ob es überhaupt noch schlimmer kommen kann, resp. ob die "öffentliche Debatte" nicht auch schon heute total versagt hat, resp. eher irrelevant geworden ist.
Wenn es auch heute noch tausende von Bürgern gibt, welche mit hochrotem Kopf, eine allein auf einen nichtssagenden, ja geradezu irreführenden Titel reduzierte Debatte führen, ohne jemals den Vorlagentext gelesen oder die damit einhergehenden Gesetzesänderungen verstanden zu haben, dann ist "öffentliche Debatte" wohl weniger eine Frage öffentlicher versus privater Medien, sondern primär einmal eine Frage der Bildung und eine Frage nach der grundsätzlichen Bereitschaft der Bevölkerung ganz generell eine "educated" Diskussion - auf welchen Kanälen auch immer - führen zu wollen.
Im Endeffekt läuft "öffentliche Debatte" auf die Frage hinaus, wieviele Menschen zu wie vielen Prozenten an Hand welcher Debatten tatsächlich ihre Meinung bilden. Diese Frage kann niemand beantworten. Könnte man dies, würde sich jemand eine golden Nase verdienen. Damit ist auch jede Spekulation zu einer No-Billag-World Debatte wenig relevant, wenn dann doch niemand wissen kann, wie sich das auf die tatsächliche Meinungsbildung auswirken wird.
Ich denke, egal wie es kommt, sollten wir gerade jetzt wieder viel mehr in politische Bildung investieren, und das Verlangen des Bürgers nach ausgewogener Informationen wecken. Ist das Informationsbedürfnis des Bürgers einmal geweckt, dann könnte es der Markt schon richten. Mindestens wäre dann der Bürger mündig genug, um über eine solche Oeffnung qualifiziert nachzudenken.
Solange wir aber noch nicht über eine minimal flächendeckende Bürgerbildung verfügen, bleibt ein staatlich verordneter (immerhin noch völlig freiwillig zu konsumierender) Meinungskanal, das obligatorisch zu finanzierende Minimum, Identifikationstool und "Kulturgut" zum Erhalt und Ausbau unserer glaubwürdigen, direkten Schweizer Demokratie.

21
/
6

Werter Herr Baron

Wenn ich sie richtig verstehe, möchten sie mit ihrer Kritik der Ausdrücke "No Billag" und "öffentliche Debatte" Herr Binswangers Frage "Wie verändert sich die öffentliche Debatte, wenn No Billag angenommen wird?" ad absurdum führen und die Diskussion hier über eine mögliche Zukunft als irrelevant abstempeln. Einige Anmerkungen dazu:

  1. Wie begründen oder quantifizieren sie, "dass wir bei "No-Billag" primär über eine "Billag" diskutieren"? Wer ist hier das "Wir"? Denn hier wie anderswo wird durchaus nicht nur über die Billag alleine, sondern auch und viel mehr sogar über die Implikationen und Konsequenzen der Ersetzungen und Streichungen der Verfassungsartikel diskutiert.

  2. "Billag" kommt zwar nicht ausdrücklich im Initiativtext vor, doch im Absatz 5 heisst es: "Der Bund oder durch ihn beauftragte Dritte dürfen keine Empfangsgebühren erheben." Ob also die Billag oder Serafe die Gebühren einziehen (oder der Bund über eine Steuer) ist für die eigentliche Diskussion unerheblich. Doch ist "No Billag" nun mal der selbst gewählte Marketing-Slogan des Initiativ-Komitees (der zugegeben "catchy" ist, da auf das unbeliebte Couvert und das je eigene Portemonnaie anspielend).

  3. Aus der scheinbar prinzipiellen Unmöglichkeit die Qualität und Quantität der öffentlichen Debatten exakt zu messen, schliessen sie, dass die Diskussion über eine "No-Billag-World" gegenstandslos ist. Dabei verkennen sie, dass:
    a) Es durchaus diskursanalytische Methoden gibt, welche mittlerweile auch software-gestützt auf grosse Textkorpora (Print und Online) zurückgreifen können, und somit eine Einschätzung der Qualität und Quantität eines Diskurses ermöglichen.
    b) Sind ihre Einschätzungen zu Qualität und Quantität irgend eines Gegenstandes immer wissenschaftlich exakt und begründet? Sie selbst beziehen sich doch immer wieder auf ihre subjektiven Erfahrungen und den gesunden Menschenverstand.
    c) Unabhängig davon sollten doch schon rein aus politischer Klugheit bei Entscheiden Folgenabschätzungen inkl. diverser Szenarien gemacht werden. Oder soll man mangels exakter Methoden quasi blind in die Zukunft schreiten?

  4. Bei den Forderungen hingegen bin ich ganz bei ihnen, da ich - wie sie ja bereits wissen - selbst ein Verfechter der (politischen) Bildung bin.

LG

8
/
0
  1. "catchy" Titel
    Wie zu 1. bereits erwähnt, glaube ich, dass wir mit No-Billagern anderst und viel konstruktiver diskutieren würden, wenn der Titel nicht so irreführend wäre und die Vorlage allein auf das Portemonnaie reduzierte.
    Als organisierter Gegner der Initiative hätte ich die formale Zulässigkeit dieses Titels überprüfen lassen. Ob man das hat oder man überhaupt kann (In Deutschland wäre es ein Fall fürs Bundesverfassungsgericht), weiss ich nicht.

2
/
1

Bin ich der einzige hier, der die bisherige Berichterstattung der Republik über die USA/Trump/Wahlkampf langsam etwas ermüdend findet?

27
/
56
P. B.
· editiert

Ich finde die Berichterstattung allenfalls deshalb ermüdend, weil der Journalismus genau die Chance zielsicher verpasst, die ihn im Kern ausmachen sollte: kritisch und aufklärerisch zu berichten und sich nicht an der Nase herumführen zu lassen. Es sollte auch in den hinteren Rängen klargeworden sein, dass das Trump-Theater eine grosse Ablenkungsmaschinerie ist. Sehr früh wurden strategisch überlegt erzreaktionäre Figuren auf ihre Posten gebracht. Das Drehbuch ist einigermassen bekannt. Doch nicht darüber wird berichtet, sondern über die diversen Launen und Haken, die der Präsident hinlegt. Damit erfüllt er genau die Funktion, die von ihm erwartet wird. Und die Medien bleiben ihm auf den Fersen... Statt dass sie berichten, was von diesem Spektakel verdeckt wird.

6
/
4

Wovon genau lenkt Trump ab? Und welches Drehbuch meinen Sie? Sorry, das ich fragen muss. Vermutlich habe ich da was verpasst. Dachte Drehbücher gäbe es nur in Hollywood. Könnten Sie das bitte für mich kurz zusammenfassen. Ich wäre froh auf dem gleichen Wissensstand wie sie zu sein. Danke.

4
/
2

Nicht ermüdend, aber etwas einseitig. Vor allem Frau Fichter geht mir mit ihren tendenziösen MainStreamInterpretationen von "Fakten" so ziemlich am journalistischen Anspruch vorbei. Herr Binswangers Zusammenfassung ist hier bei Weitem objektiver, resp. kann man bei ihm noch Fakt und Meinung unterscheiden. Ausserdem nimmt er sich selber nicht so wichtig und zeigt weniger Anspruch auf alleinige Deutungshoheit.
Mich stört mehr der Fokus auf die USA. Es gibt noch 190+ ander Länder. Bei der USA-Lastigkeit kommt bei doch gleich der Verdacht auf, dass das Berichten nicht mehr so unabhängig ist, und man "Reportagen" lieber vom Schreibtisch aus macht (sprich sich die Dinge zusammengoogelt) als vor Ort (wo man sich die Informationen immer noch bei echten Leuten holen und/oder eine Fremdsprache beherrschen müsste die nicht jede(r) kann.

6
/
17

Herr Baron
"wo man sich die Informationen immer noch bei echten Leuten holen und/oder eine Fremdsprache beherrschen müsste die nicht jede(r) kann"
Der Glaube die Information die man sich mit Sprachkenntnis vor Ort holt sei objektiver ist auch ein Irrglaube. Einzelne Meinungen sind immer subjektiv und werden es auch bei grösserer Menge bleiben.
Erzeugt man dagegen am Schreibtisch daraus Statistiken so ist es möglich, wenn man es seriös anstellt, auf Mehrheits und Minderheitenmeinungen zu schliessen. Die Arbeit zur Objektivierung findet wenn am Schreibtisch statt.
Und wenn ein Jornalist von nix eine Ahnung hat, so macht er Inteviews mit irgendwelchen Peronen, um deren Gefühlslage abzufragen. Und der Konsument dieser Reportagen, kann sich dann ein Bild machen. Was für ein Bild ist unwichtig.

6
/
0

Es mag sein das wir eine USA ähnliche sache haben wenn wir die Billag verabschieden.
Es mag sein das wir beinflusst werden wenn Billag nicht mehr da ist.
Auch die Hochrechnungen was wäre passiert wenn es den einen Sender nicht gegeben hätte und der andere mehr Sendekraft gehabt hätte ist Intressant.
Was würde also nun wirklich passieren wenn die Billag weg ist und SRG die Tore schliessen müsste?
Zu einem ganz einfach : Die SRG und die angeschlossenen Sender schliessen und wir haben viele Arbeitslose
Oder wie schon SRG sagte, es lässt sich auch ohne Billag Finanzieren.
Danach ist ja das 2 Argument zu sehen, wir verlieren etwas was sich ausgewogenheit nennt. Und da möchte ich doch Sie gerne mal auch darauf hinweisen.
Werden wir in der Schweiz den noch Ausgewogen hingewiesen?
Sendet den die Schweiz schon jetzt das was wir uns Wünschen : beide Parteien werden angehört und jeder hat genau viel Zeit.
Das eine Problem der TV und Radio gesellschaft ist deren auch Werbung erlaubt ist. Da wo hohe Einschaltquoten sind da verdient man mehr.
Also wird dich um 20 Uhr sicher was gezeigt was hohe Quoten zeigt und dementsprechend auch eine richtung vorgegeben wie eine Diskusion sich zu entwickeln hat.
Machen Sie doch mal das Experiment, beobchten Sie mal das was ich behaupte. Oder wir gemeinsam. Wir werden beide bemerken auch die SRG wird von der Politik beeinflusst und die beieinflussen uns.
Oder wem gehört schon wieder die SRG.
Das die Billag angeschaft wird, bezweifle ich. Das ein Umdenken stadtfindet auch. Schonm jetzt sind gute Sendungen erst nach 22 Uhr zu sehen. Eine gute Diskusionsrunde wird nicht um 20 Uhr gesendet ( Werbeeinnahmen!) sondern erst um 22 Uhr. Da ist es dan auch egal was man sendet. Die meisten schlafen ja schon.
Ein Umdenken MUSS stadtfinden und auch wenn es soweit geht das die STG dem Volk gehört nicht dem Staat, schliesslich bezahlen wir dafür. Wir bestimmen was und wo zus enden ist und nicht deren Werbeeinnahmen. Was in meines erachtens sowieso Verboten gehört. kurz vor der Tagesschau eine wichtige Werbung über ein Mittel das nicht wirkt. Der Kassensturz macht Werbung für das Vermögenszentrum und das nennt man ubanhängig?
Ich nicht!
Es ist noch kein Umdenken in sicht, auch wenn mein Ja nicht der Merheit angehört, ich Wünsche mir das es ein 49.9 und 50.1 % Wird und genau ein Kanton wird entscheiden das es doch nicht angenommen wird.
Bin gespannt ob Sie Mutig sind mit mir diese Challange anzunehmen.

4
/
35

Hier ein lesenswerter Beitrag eines langjährig verdienten Schweizer Journalisten zum Tunnelblick seiner Branche: https://swprs.org/bericht-eines-journalisten/

4
/
5

Mal ungeachtet des verlinkten Inhalts: Dass nirgends auf swprs.org Namen von Verantwortlichen zu finden sind – selbst nicht bei einer «Studie» bzw. «Propaganda-Analyse» von SRF, selbst nicht die der Domainhalter –, sich das «Forschungs- und Informations­­projekt» aber selbst als «erstes seiner Art» bezeichnet, das «unterdessen zu den bekanntesten medien­kritischen Publi­ka­tionen der Schweiz» zähle, wirkt nur extrem beschränkt vertrauenserweckend bzw: nicht ernst zu nehmend ...

13
/
0

Ich lese gerne Daniel Binswanger.
Manchmal erscheint er mir jedoch etwas überheblich und abgehoben.
Vergleich USA / Schweiz ist für mich sehr weit hergeholt.
Hoffe nicht dass die Schweiz sich so manipulieren lassen würde und wird.
Abschaffen der SRF, ist hierzulande eher unrealistisch, sogar bei Annahme der NoBilag.
Bei der schwefälligen politischen Umsetzung, würden sich mit Garantie Wege finden, staatlich und kantonal, SRF in groben Zügen zu erhalten. Etwa so wie bei der ehemaligen PTT, würden daraus Staatsfirmen wie Post, Swisscom und SBB, entstehen.
Wortgetreue Umsetzungen wird es nie geben. Also Angst ist unberechtigt. Eine etwas vernünftig redimensionierte SRF wäre schon wünschenswert.
Manchmal führen halt auch bei uns radikale Lösungen eher dazu,dass schleichende Fehlentwicklungen, korrigiert weden könnten.
Gruss und Schöner Tag !

22
/
97

Gesichts und kommentarlose Dislikes zeigen auch hier, dass sich "R" mit divergenten Meinungen schwer tut. Anstatt sachlich zu diskutieren, wird mit der Maus gemobbt. Damit ist "R" gar nicht mehr so weit von FoxNews entfernt.

8
/
38

Jetzt haben Sie mich glatt erwischt: Auch ich habe kommentarlos die No Billag Propaganda "disliked", aber was soll ich sagen, wenn all die sachlichen Argumente abprallen an einer Mauer von Ignoranz und Frustration? Es geht ja nur ums Zerstören und solche Menschen sind nicht mehr empfänglich für Argumente. Ich hoffe, die Initiative wird hoch abgelehnt, damit wir uns nicht schon bald wieder mit der Foxisierung unseres Landes befassen müssen.

8
/
1

Ich bin diesbezüglich einverstanden mit Ihnen, Herr Baron. Eine diverse Debatte sollte beide Seiten abholen.
Mit Herrn Schleiss bin ich insofern nicht einverstanden, dass es bei No Billag eben nicht darum geht, ein bisschen zu korrigieren, sondern kompromisslos abzuschaffen. Desweitern ist wahrscheinlich die Kleinräumigkeit und Diversität (z.B. Sprachen) ein ebenso grosses Problem. Es würde wohl ganz einfach zum Leistungsabbau kommen.
Falls man dem Leistungsabbau mit direkten Subventionen für Sendungen entgegnen würde, so wären die Stationen bzw. Subventionsempfänger plötzlich vom Wohlwollen der Politiker abhängig, was wahrscheinlich nicht gewollt ist.

16
/
0

seit 2018