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Dennis Bühler

Autor Bundeshaus

Einst lautete sein Berufswunsch: Sportchef beim «Blick». Doch das ist lange her. Mit Boulevard hat Dennis Bühler heute nichts mehr am Hut. Im Gegenteil: Als Mitglied der deutsch-italienischsprachigen ersten Kammer des Schweizer Presserats wacht der 31-jährige Zürcher seit Anfang 2016 darüber, dass sich seine Berufskolleginnen und -kollegen an die «Erklärung der Pflichten und Rechte der Journalistinnen und Journalisten» halten. Auch im Berufsalltag beobachtet Bühler die Medienbranche mit Argusaugen: Seine Zeitungsartikel zeugen, genauso wie seine Tweets, von Haltung. Bühler verbiegt sich nicht. Und weil er sich nicht seinen Vorgesetzten, sondern der Wahrheit verpflichtet fühlt, kritisiert er Verleger, Medienmanager und Chefredaktoren, wann immer er es für richtig hält. Auch vor dem eigenen Haus macht er dabei nie halt. Bei der «Südostschweiz», bei der er von März 2013 bis Juni 2018 arbeitete, kam das oft nicht gut an. Entlassen allerdings wurde er vom Bündner Duo Hanspeter Lebrument und Andrea Masüger letztlich nicht deswegen, sondern wegen einer sogenannten «Restrukturierung» – die «Südostschweiz» überlässt die nationale Berichterstattung seither der Nachrichtenagentur SDA. Seine Texte aus dem Bundeshaus, die während der fünfeinhalb «Südostschweiz»-Jahre auch in der «Aargauer Zeitung» / «Nordwestschweiz» erschienen, zeigen, dass sich Bühler nicht mit dem simplen Wiedergeben von Nachrichten zufriedengibt; vielmehr interessiert er sich dafür, wie politische Entscheidungen und Gesetzestexte zustande kommen, dafür, wer im Hintergrund die Fäden zieht. Kurz: für Zusammenhänge. Für die Republik wühlt er sich seit Mitte August 2018 gemeinsam mit Urs Bruderer durch den Staub des Kosmos Bundesbern. Bühler, der ehrenamtlich als Präsident des Herausgebervereins von «ERNST – das Gesellschaftsmagazin für den Mann» tätig ist, berichtet zudem weiterhin über die Medienbranche. Ob er auch die Republik kritisieren wird, wenn es nötig sein sollte? Wir würden darauf wetten.

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