Dialog

Beiträge zu «Fremder im Dorf»



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Ich schätze Carlos Hanimanns Texte sehr, weil sie so "normal", so "urmenschlich" (es fällt mir einfach kein besseres Wort ein) daherkommen: Ich habe immer das gute Gefühl, ein "alter Bekannter" spaziert und unterhält sich mit mir; ich lese eigentlich nicht einen Text, sondern ich höre eine vertraute Stimme, die mich aber immer wieder zwingt, nein ermuntert, über mene eigenen Gefühle und gelegentliche Gedankenlosigkeit nachzudenken. Danke, Carlos. (Ich muss dazu noch kurz etwas erklären: Ich bin 76 und vor einem Jahr habe ich beschlossen, von nun an alle Menschen, denen ich direkt oder durch Texte begegne, und die mir sympathisch sind, einfach zu duzen, ganz gleich, ob er oder sie 17 oder 90 ist).

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Vielen vielen Dank, lieber Joseph. Das ist eim wunderbares Kompliment. Noch dazu so früh am Morgen!
Danke und schönes Wochenende

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(durch User zurückgezogen)

Der Beitrag hat mir einmal mehr vor Augen geführt, wie wichtig es ist, Rassismus zu thematisieren, und welch ein langwieriger Prozess es ist, ihn auszurotten. Ich habe rassistisches Gedankengut geerbt, so, wie ich meine blaue Augenfarbe geerbt habe, nur sehe ich es nicht, wenn ich in den Spiegel blicke. Aber dank solchen Beiträgen lerne ich, unbewusste rassistische Gefühle - meine Gedanken habe ich hoffentlich mittlerweile im Griff - tief in mir drin aufzuspüren, und kann dagegen angehen.

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Schön, liebe Johanna, dass Sie diesen Weg des offenenen und neugierigen Reflektierens gehen. Wir alle haben unseren Rucksack an Gedankengut, den wir erhalten haben. Der grosse Unterschied macht, ob wir uns erlauben, aus dieser Box heraus und in verschiedene Richtungen zu schauen und uns auf den Weg des Mit- statt Gegeneinanders begeben. 💛

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S. -.
Filmemacher
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Lieber Carlos, deine Beiträge sind für mich die Wichtigsten in der REPUBLIK. Politisch und menschlich! Mach weiter so. Respekt!

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Lieber S., ganz herzlichen Dank! Das freut mich sehr.

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Gerade bleiben meine Gedanken besonders am Punkt des Leugnens hängen, den Nativ so eindrücklich beschrieben hat. Wir kennen diese Äusserungen, die oft fallen, wenn es jemand wagt rassistisches (oder z. B. auch sexistisches) Verhalten aufzuzeigen. "Nein nein, das hast du falsch verstanden", "Aber im Allgemeinen ist es doch gar nicht so schlimm", "Das war ja nicht gegen dich gerichtet" -- wie oft ist das die Reaktion? Erst Diskriminierung erleben und dann gesagt bekommen, man bilde sie sich ein: der ultimative Mindfuck.

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Ich denke, das eine hängt mit dem anderen zusammen. Viele Leute merken gar nicht, dass sie sich rassistisch äussern. Da ist es schon fast klar, dass sie sich dagegen wehren, als rassistisch bezeichnet zu werden. Das hat man beispielsweise zuhauf am Fall "Mohrenkopf" mitbekommen.

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Herzlichen Dank für den sehr guten Text. Er zwingt mich zum Nachdenken und reflektieren. Das tut gut. Die vielen Toten im Mittelmeer auf ihrer Suche nach einer besseren Welt sind grundsätzlich schon ein Produkt des Rassismus bzw. einfach des Geldes wegen (ja nichts vom Reichtum teilen, welches wir zum massgeblichen Teil über die Jahrhunderte mit "Ausnützen" , also auch mit Rassismus, erworben haben. Rassismus ist ja nicht nur eine Frage der Hautfarbe, sondern vor allem eine Frage der Privilegien oder einfach des Reichtums, leider. Ich finde es ganz einfach schlimm und hoffe immer noch, dass wir uns (jeder einzelne von uns) hoffentlich bald einmal unserer Verantwortung stellen. Die Konzernveratwortungsinitiative war so eine verpasste Chance.....

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@ Reto Candinas: "..... unserer Verantwortung stellen" würde heissen, bereit zu sein, einen tieferen Lebensstandard zu akzeptieren. Dass eine Mehrheit dazu nicht bereit ist, beweisen die Abstimmungsergebnisse.

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J. W.
Muttersprache NL
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Einen tieferen Lebensstandard zu akzeptieren ist die einzige Möglichkeit zur Gerechtigkeit. Und die Lebensqualität würde mit grosser Wahrscheinlichkeit steigen....

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eine kleine Korrektur zu Ihrem Text: Wir haben den Reichtum nicht nur unfair und rassistisch erworben sondern ebenso geerbt.

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Yvo Wüest
Trainer Didaktische Reduktion
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Danke für diesen nachdenklich stimmenden, aussagekräftigen Beitrag über Rapper Nativ und James Baldwin. Der Text nimmt mich leichtfüssig an der Hand, auf einen Spaziergang durch Leukerbad, und beiläufig werde ich eingeladen über die relevanten Themen white fragility, Rassismus und die Sensibilität der Mehrheitsgesellschaft kritisch zu reflektieren.
Wer im Anschluss daran, so wie ich, musikalischen Trost sucht, wird vielleicht auf dieser feinen #Songliste von James Baldwin fündig: https://bit.ly/3okyrki

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Der Text gibt mir Mut und Hoffnung, dass ich/wir uns doch weiterentwickeln können. Solange wir Menschen uns nicht gleichwertig begegnen im Herzen und in den Gedanken, werden wir Trennung, Abwertung und Rassismus leben und erleben. Ich meinerseits bin noch sehr, sehr weit von dieser Egalität entfernt. Ein grosses Dankeschön an Thierry Gnahoré und Carlos Hanimann fürs Mitnehmen und Teilen.

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I. C.
Interessierter
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Zitat:
"Der Autor schreibt «Schwarz» in dieser Serie gross. Es meint keine vermeintliche Haut¬farbe, sondern ist eine politische Selbst¬bezeichnung. Sie drückt Zugehörigkeit zu einer Gruppe Menschen aus, die auf eine bestimmte Art und Weise wahrgenommen wird und gewisse Erfahrungen teilt."

Natürlich weiss ich, dass der Autor nicht der einziger ist, der so vorgeht, aber trotzdem ist dieser Ansatz teilend/trennend und katastrophal falsch. Im besten Fall ist es herablassend und ist selber rassistisch.

Rassismus als ein selbständiges Phänomen zu betrachten kommt zu kurz.
Angst oder zumindest Vorsicht vor Fremden ist tief in der menschlichen Seele verankert und ist nicht ohne Berechtigung: Die Geschichte der Menschheit ist mit Überfall, Angriffen und Mord vollgestopft. Hautfarbe ist nur ein Merkmal, das für eine Beurteilung als Fremde hinhalten muss: Religion oder fehlende Religion, Nationalität, Sprache, soziale Normen und Bräuche, politische Ansichten, Geschlecht, sexuelle Orientierung, Alter … Die Bigotterie-Liste ist fast unendlich und wird von Demagogen und Populisten weidlich genützt und sogar ergänzt.

Trotzdem bleiben wir bei Rassismus als Einzelphänomen.

Ein Begriff wie "schwarz/weiss" ist viel zu einfach und trennt die Welt in zwei gegenüberstehende Lager, "sie" und "wir" – Konfrontation, und diese ist genau wovon wir wegkommen wollen.

Desweitern, er geht davon aus, dass Rassismus nur von Weissen verübt wird, was gar nicht der Fall ist. In Afrika allein und auch in Südamerika merken die Einheimischen unterschiedliche Hautfarbtöne.

S/W: Wo wollen wir die Trennlinie ziehen?
People of colour: Wir alle sind people of colour.
Frischschnee ist weiss, aber niemand, nicht einmal ein Albino hat Haut dieser Farbe.
Pechkohle ist schwarz, aber kaum jemands Haut reflektiert diese Lichtwellenlänge.
Unsere Farben reichen von hellbeige über beige, braun, dunkelbraun bis fast schwarz. Kehren Sie die Reihenfolge um, wenn Sie wollen, und finden Sie Platz für rot und gelb.

In Europa und westlichem Asien haben wir Haarfarben, die erwähnt werden dürfen, aber niemand kommt auf die Idee, Fähigkeiten mit denen in Verbindung zu bringen. Für die Farben haben wir schönen Namen, kastanienbraun als Beispiel.
Ähnliches sollen wir für die Haut einführen. So ist Nativ nicht "schwarz" sondern (vielleicht) tief-golden-braun. Wäre so ein Einsatz nicht zielführender als weiss/Schwarz?

Nochmals Zitat: " Sie drückt Zugehörigkeit zu einer Gruppe Menschen aus, die auf eine bestimmte Art und Weise wahrgenommen wird …" Diese Wahrnehmung wollen wir abschaffen – nicht verstärken, wie Carlos Hanimann es tut.

Natürlich ist der Weg lang, aber er wird nicht kürzer je länger wir warten.

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Den Autor wegen der Verwendung des Begriffs 'Schwarz' rassistisch zu nennen finde ich jetzt sehr krass. Die Einteilung der Menschen in privilegierte und diskriminierte Gruppen ist real. Wir müssen sie irgendwie benennen. Die Begriffe Latinos oder Asiaten sind genauso unscharf und unzutreffend wie Schwarz und Weiss. Es ändert nichts an den Tatsachen, wenn wir von 'Dunkelhäutigen' sprechen. Es ist nun Mal so, dass es jede Menge Hellhäutige gibt, welche Dunkelhäutige diskriminieren und verachten, einfach weil die Haut dunkler ist, ohne den Menschen darin zu kennen oder je mit ihm auch nur ein Wort gewechselt zu haben. Das ist Rassismus. Es gibt aber auch Diskriminierte, welche keine auffällig andere Hautfarbe haben als die 'Eingeborenen', ich denke da z.B. an die 'Jugos' hier. Es braucht nur wenig Unterschied um in eine Schublade versorgt und als minderwertig abgestempelt zu werden, bisweilen reicht es aus, nicht gewalttätig zu sein. Natürlich ist Rassismus kein Alleinstellungsmerkmal von hellhäutigen, europäisch-stämmigen Menschen. Vor nicht länger Zeit erlebten wir ein besonders krasses Beispiel davon in Ruanda. Auch der Rassismus der reichen Araber gegen ihre Arbeitskräfte ist extrem. Aber sehr viele sehr brutale rassistische Systeme wurden von europäischen Kolonisten etabliert und auch nach der Entkolonialisierung bis heute beibehalten. Man kann ohne Zweifel sagen, dass die westeuropäischen Gesellschaften dem Rest der Welt sehr viel Übles angetan haben und sich standhaft weigern dies auch nur zuzugeben, geschweige denn Wiedergutmachung zu leisten. Unser aller Wohlstand ist auf der brutalen Ausbeutung der Bevölkerung anderer Länder begründet. Jeder hier weiss das. Darum fühlen sich recht viele, von diesen Ausgebeuteten, oder Jehnen die sie dafür halten, unangenehm an diese Tatsache erinnert. Das äußert sich dann in etwas peinlichem Unbehagen, oder aber auch in aggressivem Rassismus.

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Solange es Rassismus gibt, besteht im realen Leben eine Trennung zwischen strukturell diskriminierten und privilegierten Menschen. Die Begriffe Schwarz und Weiss reflektieren diese Trennung, was notwendig ist um sie aufzuzeigen. Um Rassismus entgegenzuwirken, muss er erstmal wahrgenommen und benannt werden.

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I. C.
Interessierter
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Nein, Frau T., die Begriffe "Schwarz und Weiss" reflektieren diese Trennung gar nicht. Schwarz und Weiss sind Farben und nichts anderes.
Wenn Sie von Diskriminierung und Privilegien reden/schreiben wollen, sind Sie wohl beraten genau diese Begriffe anzuwenden. Sonst vermischen und vernebeln Sie unterschiedliche Zusammenhänge. In meinem Beitrag habe ich etliche "Diskriminierungsgründe" erwähnt, die nicht mit Hautfarbe zu tun haben.
Privilegien/Hautfarbe, nur als Beispiel:
Kamila Harris wird als die erste schwarze Vizepräsidentin der USA gefeiert, dies obwohl ihre Hautfarbton eher golden- oder olivenbraun zu beschreiben ist. Ich zeihe ihre Fähigkeiten keineswegs in Zweifel, aber von hochqualifizierten Eltern entsprungen und im Genuss einer erstklassigen Schul- und Universitätsbildung ist sie sicherlich nicht unterprivilegiert. Dass sie Rassendiskriminierung erfahren hat, bin ich sicher, aber Privilegien und deren Ausbleiben dürfen wir nicht mit Hautfarben verwechseln. Auch Weissen (nach Ihrer Terminologie) sind öfters unterprivilegiert: Fragen Sie jede Familie (und derer Kinder) die unverschuldet auf Sozialunterstützung (auch hier in der Schweiz) angewiesen ist.
Übrigens, in meinem Freunden- und Bekanntenkreis find ich Personen aus u.a. Griechenland, Iran, Indien, Kamerun sowie arabischen Ländern und Ostasien. Sie kommen in verschiedenen Hautfarbtönen vor: Welche soll ich "weiss" und welche "schwarz" etikettieren, und sollte es vom Belang sein? So oder so wären sie damit einverstanden, wenn ich dies täte?

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S. H.
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Lieber Herr C., apropos Haarfarbe:
Rot, schwarz, blond wird bei Frauen durchaus mit "Idee[n und] Fähigkeiten [..] in Verbindung" gebracht und das passiert, wenn sich jemand überlegen (superior) fühlt. Da ist die Parallele zur Hautfarbe und darauf stützt sich 'White Supremacy'.

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Auch meinerseits vielen Dank!
Aus meiner Arbeit als „weisser“ systemischer, traumatherapeutischer Psychotherapeut und Kinder- Jugendlichenpsychologe FSP in Zürich Nord, erfahre ich oft, welche Auswirkungen der alltägliche Rassismus ( auch meinerseits, obwohl ich das nicht möchte) plus Traumatisierung auf Kinder und Familien hat: ua Psychiatrisierung plus Medikalisierung (obwohl manchmal Medikamente vorübergehend sehr sinnvoll sein können) und „Sonderbeschulung“.
Die Schulen machen schon viel, doch nur reden reicht oft nicht..
Vielleicht gibt es darüber auch einen Beitrag

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Einmal mehr ein interessanter und aufschlussreicher Text.
Vielleicht könnte ja mal ein Artikel in Angriff genommen werden, um herauszufinden, weshalb sich Nativ in Biel wohler fühlt als z.B. in Bern oder Zürich. Da gibt es sicher viele Gründe, die dazu führen. Das fände ich sehr interessant, diesbezüglich tiefer zu graben. Ich zitiere:
Seit drei Jahren lebt er in Biel. Dort fühlt er sich wohl. Mit Blick auf das Aufwachsen auf dem Land sagt er, es gebe überall Leute, die einen nicht mögen, mit denen man nicht auskomme. «Aber in Biel habe ich zum ersten Mal das Gefühl, dass es nicht an meiner Hautfarbe liegt.»

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Das ist eine gute Frage, ich fühle mich in Biel auch immer sehr wohl. Mir gefällt, wie dort einfach von Französisch auf Deutsch und umgekehrt gewechselt wird, je nachdem wie es allen Beteiligten am Gespräch besser geht.

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Ich bin vor über 10 Jahren als POC von der Innerschweiz nach Biel gezogen, aus demselben Grund. Mein (weisse) Mutter hat überrascht darauf reagiert, dass ich auch hier Rassismus erlebe. In diesem Feld liegt die Antwort. Genau in diesem superkleinen Moment einer naiven Überraschung beginnt für mich diese riesengrosse Unbehagen meiner Existenz in einer weissen Welt. Ja, ich würde mehr Nachforschung und Forschung in diesem Feld begrüssen.

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S. P.
Theologe & Religionspädagoge
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… jetzt lehnt er sich über seinen Kaffee im Pappbecher, der noch heiss ist, und sagt so leise, dass es fast ein Flüstern ist: «Mir ist es ein bisschen unangenehm, hier so über Weisse zu reden.»
Es ist totenstill im Zug.
«Ich habe das Gefühl, dass uns alle Leute zuhören. Wenn ich aussteige, habe ich wahrscheinlich den ganzen Zug zum Feind.»

Geniale Passage. So subtil. So sympathisch. So ein Skandal! Da steckt so viel drin.
Taugt als Romananfang. Oder als Anlass, einiges in unserem Alltag umzukrempeln, um neue Geschichten erzählen zu können, in denen diese Angst nicht mehr dominiert.

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jaap achterberg
schauspieler
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Grossartiger Beitrag. Ich war oft wegen der Literatur in Leukerbad, wusste über Baldwin Bescheid, und werde jetzt aber trotzdem neu und anders dort herumlaufen, dank Carlos&Nativ! Merci.

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B. J.
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Spannender Beitrag. Die von Herrn Schori gestellte Frage nach den Gründen, dass Nativ sich in Biel wohler fühle als an anderen Orten, scheint mir wichtig. Ich würde eine Vertiefung ebenfalls begrüssen, auch als ganz persönliche Hilfestellung. Mich machen Hinweise auf unseren 'Schweizer Rassismus' oft etwas hilflos. Was bedeutet dieses nationale 'Erbe' für mich persönlich? Wie soll ich damit umgehen, in einem privilegierten Land mit der 'richtigen' Hautfarbe geboren zu sein? Genügt es, das nicht als persönlichen Verdienst zu sehen, sondern als puren Zufall, als reines Glück? Macht mich dieser Zufall schuldig? Genügt es, anzuerkennen, dass 'Mohrenkopf' ein verletzender Begriff sein kann, auch wenn ich das selber, da nicht betroffen, nicht so empfinde? Genügt es, hellhörig für Diskriminierung zu sein, für Ungerechtigkeit, für Überlegenheitsansprüche? Oder ist die 'Schuld' der weissen Haut genauso wenig abwaschbar wie jene, die der Rassismus der farbigen auferlegt? Ist der Vergleich schon Blasphemie?

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Was auferlegt der Rassismus der farbigen Haut?

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B. J.
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Ich verstehe Ihre Frage nicht ganz, Herr Siegenthaler. Haben Sie den Artikel denn nicht gelesen? Darin wimmelt es doch von Aussagen über rassistische Schuldzuweisungen.
Herausgepickt nur zwei Beispiele:

Und dann natürlich, als mir mein Nachbar von Hand einen Brief schrieb. Da war ich etwa sieben oder acht Jahre alt. Weil ich Djembe spielte, schrieb er mir, es gebe hier andere kulturelle Gepflogen­heiten und ich solle doch dahin zurück, wo ich herkomme.

Die Dorfbe­wohner machten sich über Baldwin lustig, rieten ihm, aus seinen Haaren einen Mantel zu fertigen und beschuldigten ihn hinter seinem Rücken, er stehle Feuerholz.

Vielleicht möchten Sie ja sonst noch etwas zu meinem Kommentar sagen, Fragen aufgreifen oder Gedanken weiterführen?

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Es tut mir leid, aber ich verstehe die zwei letzten Sätze einfach nicht. Was wäre denn Blasphemie in diesem Zusammenhang?

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Schwarze Haut kann nichts tun, denn sie bleibt Schwarz, Projektionsfläche für vieles, auch viel Ungutes. Weisse Haut kann nichts tun, sie trägt die Schuld der Vergangenheit, die sich nicht einfach abschütteln lässt. Darf man diese beiden Lasten vergleichen und sich darunter als Menschen treffen, die beide ihre unterschiedlichen Lasten zu buckeln haben, oder ist das eine 'Vernütung' des Leides der einen, eben blasphemisch?
Ich hoffe, das ist klarer so und danke fürs Nachfragen. Gute Nacht.

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...abwaschbar...wie diejenige der Schwarzen UNSCHULD...

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B. J.
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Mein Gedanke war ein anderer, und Unschuld soll ja grad nicht abgewaschen werden, sondern sichtbar. Aber ich habe den Satz umformuliert, damit er Ihrem Einwand gerecht wird und dem, was ich sagen wollte, trotzdem entspricht.

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Euch beiden, Carlos und Thierry, ein grosses Dankeschön, für diesen erhellenden, feinen und bewegenden Artikel.
🙏🏼

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L. B.
DPhil Politologie
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Einfach wunderschön und stark! Danke.

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Richtig! Danke !

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Es ist Wahnsinn wie viel Mental Load wegen Rassismus Menschen, die anders als die Mehrheit aussehen, ertragen müssen. Sogar als weisse Ausländerin erlebe ich oft wie erdrückend es sein kann, als einzige Ausländerin und als einzige Frau im Raum zu sein. Kann man sich nur vorstellen was das bei BIPOC Menschen auslöst.

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Tom Sager
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http://blacklivesmattersyllabus.com…he_man.pdf

Schliesse mich dem Dank aller an und möchte die Lektüre von "Going to Meet The Man" unbedingt empfehlen. Diese 12 Seiten haben meine Sichtweise zu Schwarz/Weiss total erschüttert. - Einfach unglaublich, was Baldwin da schildert!

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