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Daniel Reichenbach
Filmer, Fotograf
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Aber unsere Demokratie ist nicht für solche Krisen­situationen gemacht.

Letzte Woche lief der DOK-Film „ Todesfalle Haute Route“, eine eindrückliche Dokumentation über den Erfrierungstod von 7 Menschen aus einer 10er-Gruppe in der eisigen Alpenhölle. Was mir am meisten zu denken gab, war die Tatsache, wie Gruppendynamiken verhindern, dass sich einzelne, zweifelnde Mitglieder, gegen das Leittier (Bergführer) auflehnen und so die Katastrophe hätten verhindern können.
Eine Demokratie hat ähnliche Schwächen in Krisensituationen: Sie ist zu träge, basiert mehr auf Befindlichkeiten, Bauchgefühlen und Gruppendynamiken denn auf Wissen und Tatsachen. Wenn dann noch die Führung schwach ist oder irrt (Bundesrat=Bergführer), sind Fehlentscheidungen und zu spätes Handeln eine katastrophale Mixtur.
Daher finde ich zivilen Ungehorsam angebracht. Auch wenn sich mir als Vernunftmensch alle Nackenhaare sträuben beim Gedanken.

Verdammt: Es ist fünf nach Zwölf und wir retten kurzfristig Bankensysteme statt langfristig Menschen und Gletscher. Die Politik versagt auf breitester Front und scheint das falsche Vehikel, um den Karren rechtzeitig aus dem Dreck zu ziehen.

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Senftube
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Das sehe ich anders: Aktivismus ist eine Form von Politik. Diese Betrachtung hat auch den Vorteil, dass man nicht (ungewollt) Wasser auf die Mühlen von Faschisten schaufelt…Ein totalitäres Regime würde auch nicht helfen. Die zeichnen sich vor allem dadurch aus, für den eigenen Machterhalt zu arbeiten - was in dafür nicht direkt relevanten Bereichen heisst, dem „Volk“ zu folgen. Also Klimaschutz zu machen, wenn ihn die Bevölkerung will. Sonst nicht. Dann lieber gleich eine Mehrheit in einer Demokratie überzeugen.

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Alle Achtung, Florian, ich finde die direkte Demokratie auch die beste aller noch schlechteren Varianten. Aber verdammt langsam. Im vorliegenden Fall definitiv zu langsam. Ich muss da immer wieder an die Einbindung der weiblichen Hälfte der Bevölkerung in das politische System erinnern: Weit über 100 Jahre vergingen, eine knappe Mehrheit männlicher Hirne davon zu überzeugen, ein (vermeintliches) Privileg abzugeben, zu teilen. Sorry, diese Zeit haben wir nicht mehr. Und das, was eine erdrückende Mehrheit glaubt nicht beitragen bzw. hergeben zu können, sind weit einschneidender Konsequenzen im Alltag von allen als nur das hergeben eines (vermeintlichen) Privilegs. Was wir da packen sollten, überfordert unsere direkte Demokratie heillos.
Diese leise Ahnung und das entsprechende Grauen packte mich in den frühen 70er Jahren, die Gewährung des Frauenstimmrechts und die erste Publikation des Club of Rome liegen ja nur ein Jahr auseinander.

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Daniel Reichenbach
Filmer, Fotograf
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Apres moi le déluge: Menschen lassen sich nur zur Vernunft bringen durch Gebote, Verbote - oder Katastrophen. Im Grunde sind wir noch immer die trotzenden Bälge, die im Supermarkt der Begehrlichkeiten am Boden zappeln und schreien, wenn sie nicht bekommen, wonach ihnen der Sinn ist. Auch ich bin auch dafür, dass wir uns über demokratische Prozesse selber zügeln. Nur fehlt uns schlicht die Zeit dafür. Statistiken Hochrechnungen und aktuelle Ereignisse (Hitzwelle in Spanien) sprechen Bände, schreien gegen Wände. In Zeiten großer Unsicherheit feiert stattdessen die Lethargie Urständ. Keine Ahnung, ob dies eine urmenschliche Überlebensstrategie ist, um genug Kräfte zu sammeln für den Säbelzahntiger. Doch das Klimading ist unendlich gefräßiger und tödlicher, da müssten wir schon mal unsere Strategien überdenken.

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"Erlauben Sie sich zum Beispiel das Fliegen?
V.: Nein, aber ich werde dieses Jahr nach China fliegen, um meinen Vater zu beerdigen."

Das ist der Kern des Problems: Jede*r definiert für sich selber die Ausnahmen.

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Daniel Reichenbach
Filmer, Fotograf
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Würde es Beispielsweise Kontingente geben beim Fliegen, könnten alle für sich selber entscheiden, wofür sie diese einsetzen wollen. Fliegen würde wieder zu dem, was es einmal war: ein Luxusprodukt zum Träumen.

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Sehr poetisch und mit einem vernünftigen Vorschlag auf den Punkt gebracht, es geht hier nicht um Rübe-ab-Kopf-ab-alles-ab. Kontingente könnten einen Lösungsansatz sein, denn der Mehrkonsum, nicht nur in der Fliegerei, wird ja perverserweise belohnt (Flugmeilensammeln).

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Ich verstehe die Idee - und gleichzeitig: soll Herr V. nun nicht an der Bestattung teilnehmen, damit er 100% perfekt lebt? Einige Leute in Baumhütten helfen nicht, die Klimakrise zu lösen. Es braucht eine Mehrheit von Leuten, die besonnen abwägen, wie Herr V. das tut. Fast immer wird man zum Schluss kommen, dass der Flug (oder die ganze Reise) nicht notwendig ist. Und selten mal zum Gegenteil - und dann darf man auch dazu stehen.

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Die Verantwortung dem Individuum zu übertragen und auf besonnenes Abwägen zu hoffen, hat in den letzten 30 Jahren vorzüglich funktioniert. Leider nicht.
Die Klimakrise ist nur durch Zwang innerhalb systemischer Anpassungen zu bewältigen.

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Ich unterstütze den modernen "Ablasshandel" mit dem "Zukauf" des synthetisch und hoffentlich mit grüner Energie hergestellten Kerosins. Swiss bietet dies an.

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Werner Fuchs
Unternehmer
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· editiert

Leider nein, es gibt faktisch kein grünes Kerosin das ist Träumerei. Diese Art Treibstoff wäre massiv teurer und wird derzeit in labormässigen Mengen hergestellt. Wie die Idee Wasserstoff beim Auto, Greenwashing um weiter zu machen wie bisher. Die Physik wird ignoriert.
Es wird zuviel gereist, bei der Luftfahrt sogar steuerfrei und somit oft billiger als mit der Bahn. Die Ausrede, dass man selber nicht Teil des Problems ist, finde ich zudem nicht zutreffend. Siehe Gotthard oder den Andrang am Flughafen.

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Das Klimaproblem lässt sich nicht durch Selbstbeschränkung lösen, weil der individuelle Beitrag zur Lösung des globalen Problems für den Einzelnen nicht ersichtlich ist. Man sollte als Lösungsansatz also nicht darauf setzen. Der Weg kann nur über die Politik via Gesetze und Verordnungen gelingen. Dafür braucht es in einer direkten Demokratie das Volk. Leider hat es die Mehrheit des Volks bisher noch nicht geschnallt, siehe Ablehnung des CO2 Gesetzes. So bitter es ist, es braucht zuerst noch mehr Katastrophen bevor die Mehrheit zu wirksamen Massnahmen bereit ist. Immer wieder darüber berichten und informieren ist hilfreich. Die Klimakleber sorgen dafür, dass das Thema in den Medien bleibt. Soweit so nützlich.

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Leser
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Tolles Interview. Vielen Dank. Ich bin beeindruckt von der klaren Denke der jungen Leute, ihren Mut, ihre Entschlossenheit. Und sie sind gleichzeitig so entwaffnend „normal“. Ich lese da nichts fanatisches oder ideologisches. Da geht es um sehr menschliche Ängste und eben auch die Wut der Verzweiflung.

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Software Engineer
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· editiert

Die Menschen sehen, dass wir uns vor Autos setzen, wahnsinnig viel riskieren und in Kauf nehmen, dafür verurteilt zu werden. Das kann sie motivieren, ihre Passivität abzulegen und zum Beispiel Unter­schriften zu sammeln.

Ich würde mich nie auf die Strasse kleben. Ich finde diese Aktionsform nicht sehr sympathisch. Aber ich sehe, welche Risiken, welches Ungemach die Aktivisten auf sich nehmen. Und so habe ich gestern an der Aktionärsversammlung der SNB teilgenommen und zusammen mit zahlreichen anderen Aktionären die vielen Ansprachen zugunsten einer nachhaltigeren Investitionspolitik unterstützt. Ich gehe in einigen Wochen Wahlflyer verteilen. Das mache ich, weil ich weiss, dass die Klimakleber viel mehr opfern, als ich jemals bereit wäre zu opfern.

Euer Aktivismus wirkt. Macht weiter.

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Zürich Coordinierer - Renovate CH
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Auch ich danke Ihnen für alles, was Sie tun. Es bedarf einer gemeinsamen Anstrengung auf breiter Ebene, die auch eine Änderung der Politik in großen Institutionen mit einschließt.
Wir müssen alle unseren Teil zu diesem Kampf beitragen, der uns alle betrifft.

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Deiner hilft auch!

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interessierter Leser
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Danke für dieses Interview - das ist Republik! (Noch nichts dergleichen in der Mainstreampresse gelesen). Und: so verantwortungsvoll können junge Leute sein - ich werde gleich optimistischer!

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Bin ganz einverstanden, einzig die Wortwahl Mainstreampresse lässt mich etwas erschaudern, kommt das Wort doch dem von weit weit rechts stehenden Kreisen geprägten Begriff Mainstreammedien für mein Empfinden allzu nah. (edit: grammatikalisch verbessert)

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Ich finde die Aktionen von Renovate Switzerland gut, würde aber nicht daran teilnehmen - ich bin zu feige. Die Verzweiflung über die Klimakrise spüre auch ich und wenn ich daran denke, was für eine Welt ich den Enkelkindern hinterlasse, werde ich wütend und traurig.

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Werner Fuchs
Unternehmer
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Real, bei Covid waren Notmassnahmen möglich, beim Klima schafft man nicht mal die Besteuerung der Luftfahrt oder ein Tempolimit in Deutschland. Die Freiheit gilt, solange es nicht sehr viele Tote gibt. Kurzfristiges und egomanes Denken geht vor. Ein Blick in den Himmel zeigt, dass alles wieder "normal" ist, es wird gereist wie vorher. Mein Optimismus hält sich in Grenzen, zu wenige sind bereit auf etwas Luxus zu verzichten. Der Krug geht zum Brunnen bis er bricht. Erstaunlich ist das Verhalten der Autofahrer, kaum in der Kiste wird das Hirn abgegeben?
Ich finde es toll, wie sich diese Menschen für die Zukunft einsetzen wollen und ein Zeichen setzen. Es gibt kaum eine Option sich anders bemerkbar zu machen. Typisches Beispiel bleiben für mich die erfolglosen zig Demos von weit über 10'000 Menschen gegen die Südanflüge in Bern und Zürich. Auf dem 0815 Weg hat man faktisch keine Chance, das Geld und der Spass gewinnt fast immer. Regeln werden gebrochen und der Masse ist es egal.

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Multifunktional
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Spannender Einblick in die Gedankenwelt dieser drei Aktivisten. Auch wenn ich eher zur Fraktion derer gehöre, die nicht vom Nutzen dieser Aktionen überzeugt bin, habe ich Respekt vor ihrem Handeln aus innerer Überzeugung. Einmal mehr denke ich jedoch, dass es entscheidend wäre, die Medien aufzuwecken. Man konnte gerade wieder beobachten, wie die TA-Medien mit ihrem Fokus auf die „10-Millionen-Schweiz“ die politische Themensetzung stark beeinflussten, wenn nicht sogar lenkten. Eine fundierte Serie zur Klimakatastrophe in allen Zeitungen könnte entsprechend sehr viel bewirken und möglicherweise endlich zum Handeln führen.

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mitreden
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Und die NZZ? Am Montag schreibt ein Hans Rentsch unter dem Titel Klimastress bei der SRF. Er kritisiert die Einseitigkeit von SRF, zu alarmistisch. Er spricht von utopischen CO2-Reduktionszielen. Was ihn aber am meisten stört

Im «Echo der Zeit» vom 4. April tönte das so: «Der Weltklimarat sagt es also unmissverständlich. Eine radikale Transformation wäre nicht nur möglich, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll. Gefordert ist nun die Politik.»

NZZ-typisch: in der selben Nummer kommt nicht nur in einer Spalte, sondern auf einer ganzen Seite der WWF zu Wort, mit Thomas Vellacott ein ehemaliger Wirtschaftsvertreter. Er spricht sehr deutlich und die NZZ agiert zahm.

So viel zu den aufgeweckten Medien...

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mitreden
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Und der Tagi stellte gestern für seine Leserschaft fest, dass der Beitrag der kleinen Schweiz mitnichten zu gering ist, um etwas tun zu müssen. Mal schauen, wie lange diese Stossrichtung anhält.

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Martin Hafen
Präventionsfachmann, Soziologe
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Danke für das einfühlsame Interview. Dafür, dass ihr die Fragen gestellt haben, die mich schon länger umtreiben. Danke den jungen Menschen für ihre Antworten und ihr Handeln.

Wie es einige Beiträge antönen: Mit Appellen an Eigenverantwortung werden wir die Klimakrise nie in den Griff bekommen. Entsprechend kann man sich auch das Moralisieren sparen. Was wir brauchen sind griffige gesetzliche Regelungen und Steuern - möglichst global. Ich verstehe Renovate Switzerland so, dass sie durch ihre Aktivitäten die Politik dazu bringen wollen, entsprechende Regelungen zu erlassen.

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Sehr guter und informativer Beitrag. Leider hat der grösste Teil der Schweizerinnen und Schweizer nicht begriffen, was die Klimakrise wirklich bewirkt, wie absolut verheerend sie sich auswirkt, dass es billiger wäre, jetzt sofort alles zu tun was zumutbar ist, als noch zuzuwarten und Pflästerlipolitik zu machen. Diejenigen, die nicht wirklich handeln wollen (z.B die SVP) nimmt den Untergang der Zivilisation in Kauf.

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Ich denke, es ist eher Unwissenheit. Es ist Aufgabe der Wissenden, geduldig und einfühlsam das Manko zu schliessen. Schimpfen ist keine Lösung. Gehen wir doch an alle Stände und Anlässe der SVP, an den Autosalon, in die Flughafenbar. Dort ist Potenzial, hier im Chat eher nicht.

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Ich glaube nicht, dass es Unwissenheit ist, die das Handeln der meisten lähmt. Seit Anfang 80er-Jahre habe ich an vielen Publikationen für Umweltorganisationen mitgewirkt, Material für Schulen erstellt, Unterschriften gesammelt. Heute erkennen meine Enkel die wichtigsten Ursachen der Klimaveränderungen, auch durch Schulfächer wie "Mensch und Umwelt". Was sie aber nicht davon abhält, die geilen Autotests auf Youtube mit Begeisterung zu konsumieren. Ich bin aber zuversichtlich, dass sie irgendwann Verantwortung für ihr Denken und Handeln übernehmen. Ich denke, die Konsequenz des eigenen Handelns zu übernehmen, ist der Punkt.

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Enarchist & Anfänger
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Diesen Frühling habe ich an Klimagesprächen teilgenommen und festgestellt, wie viel ich als Individuum schon tue. Mein Fussabdruck ist deutlich unter dem Durchschnitt und trotzdem reicht es nicht. Sogar wenn ich mich vergraben würde, würde das Gesamtbild nicht besser.
Das heisst, ich, wir „Klimabewegten“ und ernsthaft Besorgten müssen lauter werden und Resonanzen erzeugen, die das System erschüttern und viele Menschen ins Handeln bringen.
Kleben werde ich mich nicht, aber ich suche mir meine gezielten Reibungsflächen.
Danke für dieses Gespräch mit drei Menschen, die ihre Radikalität mit Kleben leben. Das macht sie menschlich und verstehbar und mir Mut, meine eigene Radikalität auf meine Weise auf die Spitze zu treiben.
Werden wir radikal!

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Super Vorschlag, die "gezielten Reibungsflächen". Machen wir jede/r seine Liste seiner Reibungsflächen? Tauschen wir untereinander diese Listen? Nach dem Vorbild der Pfadi könnten dann jede/r jeden Tag eine Reibung machen sich vornehmen. Buch führen, sich austauschen, weiterfahren. Das gäbe eine riesige Wirkung, breitflächig.

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Reibung entsteht schon, wenn man möglichst konsequent klimaneutral lebt, ggf auch für einen Mehraufwand finanzieller oder zeitlicher Art. Ein Hauptargument ist ja, dass es zu teuer oder unrentabel sei. Handeln wider dieser angeblichen Vernunft erzeugt erheblich Reibung, v.a. offenbart es die kognitive Dissonanz der Zögerlichen und Verweigernden.

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Mir fehlt die Erklärung, warum sie DIESE Aktionen machen und nicht etwas Positives, wie z.B.: Bäume pflanzen. Die Akteure scheinen in einer Blase zu leben, wo sie nicht mehr sehen, was ihre Aktionen wirklich bringen.Die Politik kann dem Klima nur begrenzt helfen, weil zu langsam; jeder von uns muss tun, was er kann. Und da kommen nun junge Leute und verärgern die Gutwilligen indem sie dem Klima, das sie schützen wollen, noch mehr schaden.

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Klimaschutz ist positiv und bringt Lebensqualität. Die Klima-Kleber machen das pure Gegenteil davon. Die Strafen sollten rasch massiv verschärft werden, bevor es zu Todesfällen wegen sinnlosen Blockaden kommt. Die SP ist hier leider befangen, weil auch SP-Häuptling Wermuth früher bei sinnlosen Autoblockaden mitgemacht und sich straffällig gemacht hat.

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mitreden
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Todesfälle wegen Blockaden - oder unerwarteten Murgängen, weil der Permafrost viel früher als erwartet und viel stärker taut? Wer soll bestraft werden, die Aufschieber von nötigen Gesetzen und Massnahmen oder die Warner?

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Nachdenklich
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· editiert

Todesfälle wegen Blockaden? Weil ein irrsinniger Autofahrer durchdreht?
Oder dachten Sie eher an den Fall in Deutschland, wo eine Velofahrerin von einem Lastwagen überfahren wurde?
Sie wurde von einem LKW überfahren! Nicht von einer Klimakleberin!

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blauäugige Bürgerin
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Glauben Sie wirklich, dass mit schärferen Strafen etwas gelöst wäre?

Zufällig beschäftige ich mich halbberuflich mit der europaweit einmaligen Repression gegen die Zürcher 80er. Das hat nicht funktioniert. Klügere Köpfe als ich sehen Zusammenhänge zwischen der harten Durchgreifen der Behörden und dem - dreimal dürfen Sie raten:

dem Drogenelend am Platzspitz.

Verzweiflung schafft man nicht durch Strafen aus der Welt.

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mitreden
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Die Gutwilligen? Sind das die, die mit dem Auto durch den Gotthard müssen? Wie genau schaden die Kleberinnen dem Klima: mit dem Klebstoff?

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Frau D., ihre Beiträge treffen so oft u so genau d Nägel auf d Köpfe, dass ich oft einfach lachen muss...

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Jeder von uns muss tun, was er kann UND VOR ALLEM muss die Politik die Leitplanken setzen.

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Diese Aktionen…...….weil nur DIESE Aktionen wirklich heftige Emotionen hervorrufen. Die Angst, über die die Interviewten reden, zeigt die Angst, die wir haben sollten….. Die Wut der AUtofahrer spiegelt die Verzweiflung der Angeklebten. Ja, die Aktion macht sehr wütend. Aber das war doch das Ziel!! Immerhin reden jetzt ALLE von dieser schmerzhaft störenden Aktion. Jetzt reden wir über die Störung am Gotthard. Damit reden wir aber auch über das Kernthema der Klimaerwärmung . Die ganze Schweiz diskutiert die Situation. Die Frage: welcher Schaden ist grösser: das Warten am Gotthard oder die Erwärmung des Klimas? Und das tun die Jungen! Grossartig.

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Liebe V. M.

  1. Woher wissen Sie, dass die Aktivist:innen nicht beides machen: unbequem Aufmerksamkeit erzeugen UND Bäume pflanzen?

  2. Sie haben da einen guten Vorschlag für andere. Haben Sie selbst diesen Vorschlag umgesetzt und z. B. Bäume gepflanzt?

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Es müssen mehr kleben gehen, nicht weniger🤔 es braucht wirklich Mut dazu. Danke, denen die es tun. Hut ab.

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Nach dem lesen bin ich berührt und heulend auf dem Sofa gesessen. (58, Mutter von drei erwachsenen Kindern). Danke für den Artikel, danke, danke, danke für Euer Engagement und Interview. Ich finde Euch echt mega cool und es tut mir leid zu hören, dass Ihr solcher Wut und Hass ausgesetzt seid. Danke fürs trotzdem Hinstehen. Ich engagiere mich lokal - auch gegen die Repression unserer Jugendlichen - gegen das Stillmachen wollen von denen die laut sind. Hoffen wir, dass wir zusammen bewegen können,

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Es ist aber zum Jubeln, wenn junge Menschen so mutig für die Rettung des Klimas aufstehen , welche allerdings zum Heulen ist

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Einerseits bewundere ich diese Leute. Andererseits bin ich aber überzeugt, dass ihre Aktionen schon lange nicht mehr mit ihrem Ziel verbunden sind. Für die grosse Mehrheit sind es einfach Querulanten. Was ich im ganzen Interview vermisse: Konkrete Ideen, was jetzt zu tun wäre. "Wir müssen jetzt sofort etwas tun" ist keine Massnahme. Und die Tatsache, dass wir in einer Demokratie leben, macht die Sache auch nicht einfacher. Der Bundesrat hat keine Möglichkeit, mit Notmassnahmen irgendwelche Verbote zu erlassen wenn die dringende Notwendigkeit nicht gegeben ist. Das Problem des Klimanotstandes ist: Es ist eine schleichende Entwicklung.

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Simon Reber
Software Entwickler, Familienvater
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Wer jetzt noch fragt, was denn zu tun sei, dem kann ich auch nicht helfen.
Welche Massnahmen ergriffen werden müssen, ist doch völlig klar. Wir müssen den motorisierten Verkehr und die Energieverschwendung einschränken.
Wie man dies erreicht ist auch völlig klar. Man erhebt auf fossilen Brennstoffen eine steigende Lenkungsabgabe und finanziert mit den Einnahmen den Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft.
Das ist weder kompliziert, noch unmöglich. Das wurde schon x Mal gemacht (FCK, Bleibenzin) und hat jedes Mal funktioniert. Das einzige was kompliziert oder unmöglich scheint, ist eine Mehrheit dafür zu gewinnen.
Und weil das so ist, muss der Bundesrat eben Notrecht anwenden. Das konnte er, um die UBS und die CS zu retten. Eine Volksabstimmung dazu wäre zu 100% abgelehnt worden.
Warum nicht für das Überleben der Menschen?

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Katharina Schlatter
Content Specialist
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Renovate Switzerland hat konkrete Forderungen und der Notstand ist absolut gegeben. https://renovate-switzerland.ch/de/…forderung/

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Wir brauchen den Klimanotstand!
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· editiert

Das schöne am CH-Rechtssystem: Es wird nicht à la lettre angewendet sondern im Sinn und Geist. Und da es hier niemals den "klassischen sofortigen" Notstand im Stil einer Hochwasserkatastrophe geben kann, muss man auch nicht warten, um was zu tun. Wenn man denn wollte...

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1973 - Ölkrise - autofreie Sonntage: ich erinnere die positive Stimmung, die herrschte und die Ruhe. Damals wars der Ölmangel und die Regelungen wurden akzeptiert. Verblieben ist gerade einmal ein magerer autofreier Sonntag in manchen aber längst nicht allen europäischen Kommunen. Es ließen sich mit Leichtigkeit autoverkehrsfreie Zeiten einführen - man hat durch die Pandemie (in deren ersten Monaten der Verkehr auch ganz wunderbar ausgedünnt war) gelernt, Homeoffice und Arbeitsplatz flexibler zu regeln. Einfach wäre es - zu arbeiten gilt es am Mythos "Auto=Freiheit".

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Vorgestern kam in unserer Familie ein kleines Mädchen zur Welt. Eigentlich ein freudiges Ereignis, doch ich hätte am liebsten geweint, weil ich mich geschämt habe für das, was wir dem kleinen Wurm hinterlassen.
Und dann hätte ich noch einen kleinen Wunsch, eine Sofortmassnahme die nichts kostet. Bei jeder Wettermeldung müsste angegeben werden wieviele Grad die Temperatur über dem langjährigen Schnitt ist.

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Zürich Coordinierer - Renovate CH
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Trotzdem herzlichen Glückwunsch zu dem neuen Kind in Ihrer Familie und Ihrem Leben. Es ist immer herzerfrischend, das zu hören. Ich hoffe, die Mutter und die Tochter sind sicher und glücklich.

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Der Bundesrat muss den Klima­notstand ausrufen und der Bevölkerung sagen: Leute, wenn wir jetzt nicht handeln, werden Leute sterben.

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Ich könnte SCHREIEN.
Was tue ich konkret um gegen die Verschmutzung zu wirken? Meinen Fussabdruck optimieren. Und das seit vielen Jahren. Das kann ich machen, ohne jemanden zu beeinträchtigen oder zu stören. Winzig klein helfen.

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Ich vermute, dass wir alle mit dem Ausmass und der Geschwindigkeit der katastrophalen Klimaveränderungen überfordert sind, nicht zuletzt auch, weil sie unser Vorstellungsvermögen überschreiten. Daher sind all die - individuellen und kollektiven - Reaktionen des Wegschauens, Bagatellisierens, Leugnens und der Wut auf die Überbringer der schlechten Nachrichten irgendwie verständlich, wenn auch nicht entschuldbar.
Trotz alledem: Dieses Interview hat mir geholfen, die Motivationen der KlimaaktivistInnen besser zu verstehen. Die Aussagen dieser Menschen, aber auch die vielfältigen Ansichten in den Kommentaren zeigen auf, dass es alles gemeinsam braucht, politischen Druck, öffentliche Aktionen, aber auch Verhaltensänderungen von uns allen. Auch wenn unser individueller Beitrag nicht ins Gewicht fällt, die Summe vieler kleinster Beiträge darf in ihrer Wirkung nicht unterschätzt werden.

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Danke für das Interview und ganz besonders Danke den Aktivist:innen, dass sie mit ihren "störenden" Weckrufen ein Stachel im Fleisch unserer Bequemlichkeit und unserer Wegschau-Mentalität bleiben!

Ich bin einer dieser unsäglichen Boomer ;-) (Jg. 1957).
Und dachte beim Lesen: wie sich die Erfahrungen und Reaktionen gleichen.

Ende 70er/Anfang 80er gingen wir in Deutschland auf viele Friedensdemonstrationen. Z. B. gegen die Stationierung von Pershing II (BRD) und SS20 (DDR), den 100.000fachen Atomtod in Raketenform.
Unsere Angst vor der atomaren Auslöschung war so real und erschreckend wie die Angst der jungen (und älteren!) Menschen heute vor den verheerenden Folgen des Klimawandels.
Und die heutige Angst der Aktivist:innen vor heulenden Motoren und anfahrenden Lastwagen war bei uns die Angst vor allzu rabiaten gewalttätigen Polizisten...

Bestimmte Vertreter der älteren Generation belehrten uns gerne: "Statt als Gammler (so hiess das damals;-) mit langen Haaren und abgerissenen Kleidern für Frieden und Abrüstung zu demonstrieren, solltet Ihr lieber was für den Frieden tun, z. B. freundlich und nett sein oder Entwicklungshilfe bei den Armen... Und: Demonstrieren ist doch keine Lösung!"

Tja, nichts Neues unter der Sonne:
es gibt immer noch den lächerlichen Reflex, auf den Boten schlechter Nachrichten zu schiessen, wie den ebenso lächerlichen Reflex, Aktivist:innen zu sagen, dass die Probleme schon längst gelöst wären, wenn sie freundlicher wären, nicht so böse kucken würden (Greta Thunberg, you remember?), nicht stören und stattdessen nette positive Aktivitäten entwickeln würden.

Drum Danke dem Mut und der Fantasie der heutigen jungen Aktivist:innen! Lasst euch nicht beirren oder entmutigen!
Stachel sein bringt was!
Ich mach derweil das, was mir gemeinsam mit Gleichmotivierten in meinem Alltag (etwas beeinträchtigt durch die Zipperlein des Alters) möglich ist an Massnahmen zum Klimaschutz und zur politischen Einflussnahme...

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Lieber Max, lieber Moritz, liebe Daria
Ich bewundere Euch. Auch wenn ihr bewusst den kurzsichtigen Zorn der Autofahrenden auf euch zieht, auch wenn euch Hass für diese Aktion entgegenschlägt, überlegt sich vielleicht doch der eine oder die andere, was Euch antreibt. Schliesslich riskiert ihr viel: Gewalt, Bestrafung, Karriere und Zukunft.
Eure Zukunft für unsere Zukunft?
Lohnt sich das?
Neulich fragte mich meine Tochter - gerade volljährig und in der Studienwahl -, ob es wichtig sei, dass sie im Zwischenjahr etwas in die AHV einzahle. Ich antwortete mit "ja", konnte aber meine Tränen nicht wirklich zurückhalten. Ich musste ihr erklären, dass es um die Solidarität zwischen den Generationen gehe. Sie selber wird in 45 Jahren kaum mehr in einem funktionierenden Sozialstaat leben, wenn wir den Klimawandel nicht aufhalten können.
Es lohnt sich, um jedes Zehntelgrad weniger Klimaerhitzung zu kämpfen.
Mit eurer offenen und ehrlichen Art überzeugt ihr hoffentlich noch viele Neugierige an Euren wöchentliche Informationsabenden.
Einfach: Danke

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mitreden
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Wir brauchen den Klimanotstand

Der Bundesrat muss den Klima­notstand ausrufen und der Bevölkerung sagen: Leute, wenn wir jetzt nicht handeln, werden Leute sterben.

Mir fällt auf, dass darüber nicht diskutiert wird, nur über die Aktion, aber nicht über das angepeilte Ziel.
Und dann habe ich mich gefragt, warum sich wohl fast niemand auf diesen Punkt eingelassen hat. Ich nämlich zucke zurück. Nicht weil ich es nicht richtig fände, überhaupt nicht, aber
aber wenn ich fordern würde, dass der Klimanotstand ausgerufen würde, dann wäre es wirklich so weit, dann wäre es ernst, dann gäbe es kein Zurück mehr, dann könnte ich mir nicht mehr vormachen, das alles sei nur ein böser Traum.
Nun sehe ich, dass es auf Wikipedia eine Seite gibt mit Schweizer Kommunen, die den Klimanotstand ausgerufen und in ihren Gesetzen verankert haben. Viele davon 2019. Srf hat 2021 eine Sendung zum Thema gemacht, aus der ersichtlich wird: die Städte lassen sich Zeit, haben kein Geld für nötige Investitionen etc. Also: kaum Konsequenzen, vielleicht auch wenig Einsicht.

Auch wenn es mir Angst macht: der Bundesrat und alle Parlamentarierinnen unseres Landes müssen Verantwortung übernehmen für das Wohl unseres Landes. Und da ist wohl die Ausrufung des Klimanotstandes auf nationaler Ebene, mit nationalen Regeln und Gesetzen der richtige Weg.
Gerettete Banken: was tragen sie zur Sicherstellung unserer Lebensgrundlagen bei? Schaffen sie Trinkwasser? Ein Meter fruchtbarer Boden braucht 15 000 Jahre zu seiner Entstehung, Tag für Tag verschwindet wieviel davon oder wird unfruchtbar gemacht? Viele meinen, da sei einfach Dreck, aber wo bitte sollen unsere Lebensmittel wachsen, die wir so sorglos verschwenden?
Wer übernimmt Verantwortung für die Zukunft unserer Lebensgrundlagen, wer fängt ganz konkret jetzt an damit?

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Architekt
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· editiert

Der Klimastreik hat mich 2019 für das Problem Klima- und Biodiversitätskrise sensibilisiert. Daraufhin habe ich als Experte punktuell mitgeholfen den Klima Aktionsplan (Klimastreik) zu verfassen. Es folgte die Mitgründung von Countdown2030.ch - und eine aktive Teilnahme am Fachdiskurs. Dieser hat sich seither radikal verändert. In Fachkreisen ist die Klimakrise angekommen. Besonders gefreut hat mich, dass auf meine Initiative der SIA Schweizerische Ingenieur- und Architekten Verein an der DV vom 28.04.2023 beschlossen hat einen SIA Aktionsplan Klima Energie Ressourcen zu verfassen, mit dem Ziel 1.5C mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erreichen. Dass der wichtigste Planerverband (Baunormen) einen solchen Beschluss einstimmig fasst, ist ein Paukenschlag. Bauten haben min. 1/3 Anteil vom CH Fussabdruck der THG-Emissionen. Wenn wir als SIA aufzeigen können, wie sich dieser Anteil auf Netto-Null reduzieren lässt, ist ein nächstes wichtiges Etappenziel erreicht.

Ohne Klimastreik wäre diese thematische Festlegung nicht denkbar gewesen.
Ich bin gespannt was Renovate Switzerland bewirken wird. Aber leider ist die Forderung „Thermische Isolierung aller Häuser“ kaum Zielführend. Es braucht eine ganzheitliche Betrachtung der Emissionen über den gesamten Lebenszyklus und eine kreislauffähige Nutzung der Ressourcen. Nur eine zukunftsfähige und qualitativ hochwertige Baukultur wird uns da langfristig weiterhelfen.
Gut wäre die Forderung: „Alle Bauten sind mit Netto-Null THG Emissionen zu erstellen, zu betreiben und rückzubauen.“ Überlasst doch bitte uns Planern die Wahl, mit welchen Mitteln wir das Ziel am besten erreichen.

Klar wird obige Forderung alleine nicht ausreichen… z.B.: ohne Adressierung der Wohnflächeneffizienz, wird das Ziel nicht zu erreichen sein. Wie wärs mal mit einem Artikel zu Lenkungsabgaben auf Wohnflächen oder auf die max. BGF von Parzellen? So wäre auch noch die Wohnungsnot klimagerecht gelöst…

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Wir brauchen den Klimanotstand!
·

Endlich mal eine gute Nachricht, danke dafür!

Besonders gefreut hat mich, dass auf meine Initiative der SIA Schweizerische Ingenieur- und Architekten Verein an der DV vom 28.04.2023 beschlossen hat einen SIA Aktionsplan Klima Energie Ressourcen zu verfassen, mit dem Ziel 1.5C mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erreichen.

Ich habe bei all den Baustellen in unserer Stadt schon langsam begonnen die Hoffnung aufzugeben, dass es in die richtige Richtung geht. Aber von 6 Baustellen in unmittelbarer Umgebung waren immerhin 1 Kernsanierung und 1 Baustelle, wo es aussieht wie wenn zirkuläres Bauen zumindest teilweise praktiziert würde mit Wiederverwendung von Bauteilen (Wänden, Treppen, etc.) und stückweisem sorgfältigem Rückbau. Aber die anderen vier sind halt noch klassisches Abreissen-Neubauen. Hoffen wir, dass sich das Verhältnis zukünftig verbessert mit Ihrem Aktionsplan!

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Genau das ist auch mein Eindruck! „In Fachkreisen ist die Klimakrise angekommen!“
Es gibt viele Fachgruppen, Einzelpersonen, Unternehmen, … die bereits aktiv an Lösungen arbeiten und diese auch umsetzen!
Genau diesen Menschen muss mehr Platz in den Medien gegeben werden! Die Lösungen müssen gezeigt werden! Wenn wir wissen, dass es Lösungen gibt, ist ein grosser Schritt getan und die Energie kann für die Umsetzung genutzt werden.
Es gibt Lösungen, wir müssen sie publik machen und umsetzen!
Nichts tun wird uns auf alle Fälle mehr kosten!

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Technikplaner
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Danke an alle Klimakleber:innen. Danke an euch für dieses Interview. Ich finde diese Aktionsform gut, mutig und wichtig (!) und ich hoffe, dass viele Menschen mobilisiert werden, dass viele Diskussionen stattfinden und dass ein Wandel in der Politik entsteht.

Es braucht unbedingt einen Sytemwandel.

Macht weiter so!

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Grossväterlicher Leser
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Nur zu, ihr jungen, mutigen Leute. Es braucht ein gewisses Mass an Störpotential, bevor wir aus unserer Bequemlichkeit auftauen und die Bereitschaft zu Schritten auf allen Ebenen wirklich wächst. Das lässt sich z.B. auch mit dem Blick auf den Jura-Konflikt erhärten. Nächster Schritt: ein Ja zum Klima-Gesetz im Juni.

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Es erstaunt mich, mit wie wenig Wissen und Intelligenz man es heute an die ETH schafft. Lebewesen sind Klimaflüchtlinge seit es sie gibt. 97% aller je existierenden Arten sind ausgestorben. Das Klima schützen zu wollen ist etwa so aussichtsreich wie Ebbe und Flut zu stoppen. Dort wo sich diese sogenannten AktivistInnen anklebten, lag vor einigen Tausend Jahren ein Gletscher und der hat sich ganz sicher nicht wegen den Feuern der Höhlenbewohner zurückgezogen. Der Mensch ist das erste Lebewesen, das es in der Hand hat, sich dem Klimawandel aktiv anzupassen. Dass er es nicht in dem Masse tut, als es notwendig wäre (dazu gehört auch der Verzicht auf Liebgewonnenes, z.B. fossile wertvolle Rohstoffe zu verbrennen), ist ein Versagen der Politik aller Länder. Wir schaffen es, Erdgas aus dem hintersten Sibirien nach Europa zu transportieren und beklagen Dürren in den Mittelmeeranrainer-Staaten, obwohl wir wissen wie man Meerwasser entsalzt und dorthin transportiert wo es benötigt wird. Da waren die Römer schon weiter.
Mit ihren hirnlosen Aktionen verhindern die sogenannten AktivistInnen vernünftige Lösungen. Mit den Massnahmen zur Erfüllung ihrer Träume erreichen sie allenfalls den Eindruck beim Bürger, dass jede staatliche Massnahme zur Verbesserung unserer Umwelt eh nichts bringt, wenn derselbe nicht einmal in der Lage ist, unter Umständen lebensbedrohende Blockaden von ein paar Verwirrten zu verhindern.
Man kann nur hoffen, dass ihr Name "Letzte Generation" Programm ist und eine vernünfigere nachkommt.

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Eine unglaublich bequeme Perspektive, die Sie sich hier erlauben. Halten wir erst mal fest, dass die heutige, anthropogen verursachte Aussterberate alle Massensterben der Weltgeschichte in den Schatten steht. Das Problem ist nicht die Veränderung an sich, sondern die atemberaubende Geschwindigkeit, mit der sie abläuft: Die Ökosysteme können sich daran schlicht nicht schnell genug anpassen. Ihr Glaube, dass wir die Ökosystemdienstleistungen durch Entsalzungsanlagen und andere technische Entwicklungen vollumfänglich ersetzen können, ist komplett naiv.
Mit ihren Aktionen bringen die Klimaaktivist*innen das Thema in die Medien und tragen damit massgeblich dazu bei, dass die Leute das Thema nicht mehr ignorieren können. Das ist ein grosses Verdienst und eine wichtige Basis für die dringend nötigen Veränderungen.

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Wenn Sie schon auf wissenschaftlicher Ebene argumentieren möchten, dann tun sie es bitte. Bequemlichkeit ist kein wissenschaftliches Argument. Was kann im Moment getan werden, um dem Klimawandel zu begegnen? Ich leugne die Geschwindigkeit des Wandels keineswegs, ebensowenig wie die Ernsthaftigkeit der Lage. Die Massenmigration aus Afrika wegen nicht mehr bewohnbaren Gebieten und die Dürren in Europa sind echte Bedrohungen, die sich aber ganz bestimmt nicht durch Klebeaktionen einer sektenähnlichen Organisation, bewältigen lassen. Junge Menschen so zu indoktrinieren, dass sie sich ohne Wissen wann und wo sie an einer u. U. für sie lebensbedrohlichen Aktion beteiligen müssen, halte ich im übrigen für eine längst überwunden gedachte Methode aus dem Mittelalter.

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Klar, beginnen Sie Ihre Tirade einfach mal indem Sie den Interviewten Wissen und Intelligenz absprechen und würzen das Ganze mit 'verwirrt' und 'hirnlos'.

Erlauben Sie mir im Gegenzug ihre Fähigkeit in Zweifel zu ziehen, konsistent zu argumentieren: Einerseits ist bei Ihnen der Mensch nicht schuld am Klimawandel, andererseits, kann der Mensch eh nichts dagegen unternehmen. Dann müssen wir aber plötzlich trotzdem wieder darauf verzichten 'fossile wertvolle Rohstoffe zu verbrennen' und die Politik hat versagt. Die dummen Menschen müssen sich halt einfach anpassen, wieso haben sich die Bewohner der untergehenden Pazifikinseln nicht längst Schwimmhäute und Kiemen wachsen lassen (Bei Kevin Costner hats ja auch funktioniert)? Wenn das nichts nützt, müssen halt technische Lösungen her und wir sollten mehr Meerwasser entsalzen (was mehr Energie benötigt). Staatliche Massnahmen sind nötig (obwohl wir ja eigentlich eh' nichts tun können) und die Klimaaktivisten unterminieren diese Anstrengungen, weil dadurch den Bürgern der Eindruck entsteht, dass eh' alles nichts bringt. Was denn nun? Was möchten Sie EIGENTLICH sagen?

Mir drängt sich der Eindruck auf, dass Sie am Karfreitag im Stau standen (der von Renovate Switzerland ja nicht einmal verursacht wurde, sondern einfach ein bisschen verlängert) und Ihren Frust immer noch nicht überwunden haben.

Zugegeben: Dieser Post ist nicht wirklich Etikette-konform und er trägt definitiv nicht zu einer entspannten, lösungsorientierten Diskussion bei. Ihrer aber genauswo wenig. Vorschlag an den Community-Support: Verbergen Sie doch einfach beide!

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mitreden
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Herr W., können Sie so schnell rennen, wie Sie es bräuchten um dem Klimawandel davonzurennen? Gehören Sie zu "freie Fahrt für freie Bürger"? So viel Zorn! Haben Sie auch schon davon gehört, dass die Lebewesen, inkl. Menschen, im Lauf der Geschichte viel viel Zeit hatten sich über Generationen den veränderten Gegebenheiten anzupassen? Plädieren Sie für eine Entwicklung der Menschen hin zu Reptilien? Vielleicht wird ja die Menschheit wirklich aussterben - aber wenn unsere direkten Nachkommen nicht mehr leben können:

  • weil es zu heiss wird

  • weil es zu trocken wird und nichts mehr wächst

  • weil das Trinkwasser aus dem Permafrost schon ins Tal und ins Meer gerauscht ist?
    macht das Ihnen nichts aus, weil Sie keine Nachkommen haben?

Und ich wiederhole mich heute: was ist mit immer häufiger stattfindenden unerwarteten Blockaden durch Murgänge auch auf Hauptverkehrsachsen? Haben da auch schon die Römer passende Antworten gehabt?

Was für vernünftige Lösungen verhindern die hirnlosen Aktivisten, wenn sie sich auf die Strasse kleben? Lebensbedrohende Blockaden von ein paar Verwirrten sollen die Behörden auflösen können, nur das? Und wenn sie das vermehrt tun - dann ist die Welt wieder in Ordnung?

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Ich gehöre nicht zu der Sorte Bürger, deren Gedankengut Sie mir plump unterstellen, sondern zu denen, die die Auswirkungen des unbestrittenen Klimawandels sofort aktiv mindern möchten und dazu das notwenige Knowhow vor langer Zeit an genau der ETH erworben hat, an der die Interviewten heute ihre Träume verwirklichen möchten. Ich hoffe, dass diese eines Tages einsehen, dass Betroffenheit allein nicht genügt.ü

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Wir brauchen den Klimanotstand!
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· editiert

Sie meinen die "vernünftigen Lösungen" die seit 40 Jahren nicht umgesetzt werden wegen diversesten Ausreden? Aktivismus löst an sich kein Problem, weist aber darauf hin, dass es da ist. Und offensichtlich ist das bitter nötig, da immer noch eine Mehrheit der CH (und der Welt) nicht bereit ist, entsprechende "vernünftige Lösungen" umzusetzen.

Mit ihren hirnlosen Aktionen verhindern die sogenannten AktivistInnen vernünftige Lösungen.

Edit: zweiter Teil gestrichen weil bereits diskutiert weiter unten.

Abgesehen davon verstehe ich nicht ganz, was Sie meinen mit "beklagen Dürren in den Mittelmeeranrainer-Staaten, obwohl wir wissen wie man Meerwasser entsalzt und dorthin transportiert wo es benötigt wird.". Ist es Ihrer Ansicht nach sinnvoll, wenn wir als Problemlösung ganz viele Entsalzungsanlagen aufstellen und Meerwasser entsalzen um die Po-Ebene wieder mit Wasser versorgen? Man könnte das natürlich tun, aber vielleicht sollten wir unsere Ressourcen auch für etwas anderes einsetzen?

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blauäugige Bürgerin
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Das sagt sich leicht daher, wenn man persönlich Ende Jahrhundert schon ausgestorben ist, so wie ich und wohl auch Sie. Haben Sie Kinder? Enkel? Wissen Sie, dass CO2 jahrzehntelang in der Atmosphäre bleibt? Dass die Temperatur daher jahrzehntelang nicht sinken würde, sogar wenn wir weltweit subito auf netto Null kämen? Haben Sie den aktuellen Hitzerekord in Spanien mitbekommen? Etwa 5 Grad über den bisherigen April-Höchstwerten, also ähnlich viel höher wie damals unter der Hitzeglocke im Nordwesten der USA? Ist Ihnen bewusst, dass heutige Junge drei Grad Erderwärmung miterleben werden? (Heute sind wir erst bei 1.2!) Ist Ihnen klar, dass dann nicht nur Bangladesh unbewohnbar wird, sondern bald auch Italien? Mögen Sie sich mal ausmalen, was dann passiert? Schon jetzt sind solche Rekordwerte auch hier möglich, und dann? Fünf Grad höher als der Rekord heisst über 44 Grad in Genf, über 43 in Basel, und in Bern und Zürich immer noch über 40. Und das geht jetzt noch ein paar Jahrzehnte so weiter, weil wir nicht handeln. Eher kollektiver Untergang als Anpassung, oder?

edit: typo

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Eigentlich müssten sich alle Menschen, die verstanden haben, um was es geht, auf der Strasse festkleben.
Je mehr Menschen da kleben, um so geringer werden die Beschimpfungen etc. ausfallen.
Ich bewundere den Mut sehr! Mir war aber gar nicht klar, was für Ängste sie ausstehen!
Ich denke, es ist wichtig zu erwähnen und sich immer daran zu erinnern, dass bereits einiges passiert ist Richtung Klimaschutz, dass es Firmen gibt, die unterwegs sind, dass es kleine Gruppierungen überall gibt, die Ideen anschubsen.
Es braucht alle, die „Störfaktoren“, die sich festkleben genauso wie die guten Beispiele.
Was bleibt uns anderes übrig als uns zu entscheiden, wie und wo wir uns engagieren möchten und müssen?

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Ein wirklich notwendiges Interview. Langsam sehe ich auch bei grossen Boulevardblätter bzw. bei Blick.ch oder Watson.ch, wie diese ihre Verantwortung wahrnehmen und, nebst den obligaten Empörungs-Schlagzeilen, die Aktivisten zu wort kommen lassen. Es geht wirklich etwas.

Was mich interessiert ist, wie "Renovate Switzerland" gesteuert wird. Die Männer/Frauen an der Front wissen erst kurz vor der Aktion wo sie hinmüssen. Wer entscheidet das?

Und wer sagt, mit Abstützung auf welches Wissen, dass 1% der Bevolkerung genügen damit Anliegen auf BR Ebene durchgesetzt werden?

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Es gibt vermutlich ein kleines Koordinationsteam, welches die Aktion plant. Das ganze wird so geheim wie möglich gehalten, damit die Polizei die Aktion nicht verhindern kann. Ausserdem werden die Personen des Koordinationsteam geschützt, da ihnen die grössten Strafen drohen. Selbst die Teilnehmer der Aktion kennen die Namen der Organisatoren meist nicht.

Die 1% (ich hatte früher 3.5% gehört) stammen von einer Studie, die erfolgreiche Bewegungen des zivilen Ungehorsams aus der Vergangenheit untersucht hat. Hier ein etwas älterer TED-Talk dazu: https://youtu.be/YJSehRlU34w

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Zürich Coordinierer - Renovate CH
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Es funktioniert auf Vertrauensbasis. Die Teilnehmer*innen wissen, was sie tun werden (Blockieren einer Straße) und was sie erwartet. Der genaue Ort ist für die körperliche und geistige Vorbereitung eigentlich nicht wichtig.

Das 1 % ist eine altbewährte Theorie des sozialen Wandels, die sich immer wieder bewährt hat. Wenn man 3,5 % der Bevölkerung dazu bringt, in verschiedenen Formen aktiv zu werden, schafft man die Voraussetzungen dafür, dass sich das politische Zentrum verschiebt und ein grundlegender Wandel stattfinden kann. 3,5 % ist die Schwelle, bei der der Erfolg fast sicher ist. Oft ist 1 % ein wichtiger Meilenstein, wo dann schon genug ist, um den Wandel zu schaffen.

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Zürich Coordinierer - Renovate CH
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Danke für Ihre Kommentare. Falls Sie mehr über Renovate Switzerland und den zivilen Widerstand erfahren möchten.

Wir führen wöchentliche Info-Gespräche, in Zürich jeden Montag um 19:00 Uhr (31 Geroldstrasse, 8005) und jeden Mittwoch online am 19:00.

Einzelheiten finden Sie auf unserer Website.

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Christina Marchand
Geschäftsleitung myNewEnergy
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danke für den Artikel und an die Aktivisten. jeden Tag und Nachts spüre ich die gleiche Angst und hatte noch nicht den Mut mich festzukleben.

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Moritz, Daria und Max, ihr habt erreicht was beabsichtigt war. Medienwirksame Aufmerksamkeit. Nichts schmerzt den Schweizer mehr,als wenn er in seiner Selbstbestimmung und Freiheit, auch sei es nur ins Tessin zu fahren, eingeschränkt wird.
Dass ihr mit eurem Namen an der Öffentlichkeit auftretet, unterstreicht eure Dringlichkeit. Chapeau vor soviel Mut.
Jedoch ist ein Ankleben auf der Strasse nicht zielführend. Welcher Kleber verwendet ihr? Der Strassenbelag mit Bitumen als Bindemittel kann durch Lösemittel Schaden nehmen. Schlaglöcher durch Ausbrüche können die Folgen sein. Dadurch muss das Astra den Belag vorzeitig partiell erneuern lassen.
Eine Belagsfräse schluckt bis 28liter/h Diesel! Und der neue Belag wird mit fossiler Energie auf 400Grad im Werk augeheizt,im Thermosilo (LKW) angeliefert und mit einem Strassenfertiger 22liter/h eingebracht und gewalzt. Bauarbeiten verschlingen Unmengen an Ressourcen. Ganz zu Schweigen von dem Altbelag,der in Deponien deponiert wird. Und hier schliesst sich der Kreis mit den Protesten in Rümlang… Bitte denkt bei solchen Aktionen auch an Nachhaltigkeit resp. Schäden an der Infrastruktur. Ich klebe mich auch nicht auf eure Bürotische ;-)

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Danke für die akribische Berechnung zur Nachhaltigkeit.
Das ist sehr wertvoll!
Denn: das heisst ja, dass nun alle Autofahrer:innen von heute auf morgen das Benutzen ihrer Fortbewegungsmittel einstellen müssten, oder?
Denn für 99,99% der Schäden an Strassen sind ja nun mal die tagtäglichen Benutzer verantwortlich.
Also: bitte denkt bei euren Mobilitätsaktionen einfach mal an die Nachhaltigkeit und die teuren Schäden an der Infrastruktur, liebe Autofahrer:innen;-)

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Umso wichtiger ist, dass wir die Autobahnen und Strassen generell nicht weiter ausbauen und diesen absurden Teufelskreis nicht weiter begünstigen: Ressourcen- und Energieverbrauch für Infrastruktur (Strassen, Parkplätze, Tiefgaragen), Ressourcen- und Energieverbrauch für die Herstellung der Hunderttausenden von (immer grösseren) Autos, Energieverbrauch für den Betrieb von (immer grösseren) Autos.
Unsere Hirnkapazität sollten wir für Raumplanung und gescheite, sprich nachhaltige Fortbewegungsformen nutzen.

Übrigens: wenn man sich diese Überlegungen macht, muss man auch die Autofahrenden in keiner Weise bemitleiden, welche angeblich zu Schaden kommen während solcher Blockenden (Schaden in Form von Zeitverlust; als ob es sonst keinen Stau oder stockenden Verkehr gäbe)

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Bravo, bitte weiter Aktionen starten. Ich leide, weil die Welt die unsere Eltern bekommen haben nicht mehr existiert für unsere Kinder. Und alles was 99. 9% tun ist nichts, bestensfalls beim abstimmen den Kugelschreiber zücken und dann das Ergebnis, auch wenn es eine wissenschaftlich bewiesene Katastrophe ist, stillschweigend hinnehmen. Nein. Werde mich auch festkleben gehen.

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Super Interview und danke an die Aktivistinnen für den Einsatz.
Wäre der menschengemachte Klimawandel eine Verschwörungstheorie, dann würden die Aktivistinnen wahrscheinlich mehrheitlich bejubelt werden. Wir leben in einer sehr paradoxen Welt.

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Es ist sooooo schade, dass in den Medien im Zusammenhang mit den starken Aktionen so wenig über die Ideen der Aktivist*innen berichtet wird!

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Mitglied Genossenschaftsrat Project R
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Die Verrohung der Autofahrer*innen ist gruselig zu beobachten; körperliche Übergriffe werden zunehmend normalisiert.
Zivilcourage auf dem Trottoir wird bei dieser Aktionsform leider immer wichtiger werden.

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Viel schlimmer sind junge Väter mit Kinderwagen. Einer davon hat "nur" mein Auto geschlagen. Wie manches Jahr muss ich warten, dieser erboste Mann zerrt mich aus dem Auto und verprügelt mich?
Die Ausfahrt Schönbühl Solbad geht über ein Trottoir. Weil ich den Sicherheitgurt ausklinken muss, um mit der rechten Hand, das Ticket vor der Barriere reinzuschieben, legte ich den Gurt an, bevor ich weiterfuhr.
Das dauert wenige Sekunden.

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Liebe Frau von Graffenried, offensichtlich hatten Sie Pech, an jemanden geraten zu sein, der sich flegelhaft oder gar strafbar verhielt. Aber deshalb alle Väter mit Kinderwagen im einen Topf werfen...? Ich denke, solche Pauschalisierungen sind suboptimal für den Zusammenhalt der Gesellschaft.

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In der Schweiz ist es schier unmöglich, mit dem Mittel der Volksinitiative etwas zu verändern. Die finanziellen Mittel der bürgerlichen Parteien und der bürgerlichen Interessenverbände sind derart gross, dass sie sich jede Abstimmung wörtlich kaufen können - mit massiven Kampagnen und Lobbying. Selbst die vom Volk angenommene Konzernverantwortungsinitiative scheiterte schlussendlich am Ständemehr weil das bürgerliche Lager und die PR-Agentur Furrer-Hugi gezielt darauf hingearbeitet haben, die Initiative mit dem Stände-Nein zu schlagen. Das Ständemehr war ursprünglich eine sinnvolle Einrichtung aber heutzutage schlicht nicht mehr zeitgemäss. Anstatt, dass es die Gewichtigkeit der kleinen Kantone stärkt, wurde es zu einem Instrument, mit dem das Kapital Volksentscheide kippen kann.

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Das Ziel ist richtig, die Methode leider falsch.

Ein globales Problem wird zur lokalen Auseinandersetzung zwischen einem Autofahrer, der zufällig in der ersten Reihe blockiert wird, und den Klebern. Das ist beiderseits viel zu stressig - und gefährlich.

Man bedenke: ist dieser Autofahrer nicht aggressiv, wird er zum Komplizen der Kleber.

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mitreden
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Komplize der Kleber? Komplize zur Einsicht? Ein Welt-(wunsch)bild lässt sich nicht mit dem Fuss auf dem Gaspedal durchdrücken. Aber vielleicht sorgt der auftauende Permafrost je länger je mehr für Ordnung und Ruhe auf den Strassen.

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Liebe Frau D.,

versetzten Sie sich bitte in die Lage des vordersten Fahrers. Tausende warten, hupen, fluchen hinten an. Der psychologiche Druck auf Sie, Winkelried zu spielen, und den Weg für die anderen zu öffnen, ist enorm. Im Gegensatz zum Kleber habe ich diese Rolle nicht gesucht. Die Umstände machen mich zum Entscheider.

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Mitbürgerin
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Ich verstehe irgendwie alles. Und dennoch bin ich recht irritiert ab einer Aussage wie "Ich will einfach überleben." Ja, wenn du gesund bleibst, wirst du wahrscheinlich lange leben, weil du in der Schweiz bist.

Die Welt ist jetzt schon ungerecht. Vielen Schweizer*innen wird es höchstwahrscheinlich lange gut gehen und das wissen die Meisten.

(Als Vergleich und Beispiel: Die Schweiz hat Impfdosen aufgekauft, dann vernichtet, weil sie es sich leisten kann. Sie hat sich aus Eigeninteresse aktiv dafür eingesetzt, dass die Patente nicht ausnahmsweise fallen. Und viele, die sich für NoCovid einsetzten, fanden dann: Ja, das ist halt so, Patente wichtig blabla. Ungeachtet den Schaden, den dieses Vorgehen angerichtet hat (auch den langfristigen). Und manche meinten später sogar: "Bei einer allfälligen Triage im Spital sollte der Impfstatus eine Rolle spielen.")

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Wenn es so weiter geht mit Dürren und Populismus würde ich es nicht ausschliessen, dass bereits in den nächsten Dekaden der Krieg ums Wasser auch in Europa ausbricht.

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genau, die stehenden autofahrerinnen sind wütend, aber die andere seite ist auch wütend. also? wieso eigentlich müssen sich an diesen längeren wochenenden oder auch an ferienterminen so viele menschen in ihr vehikel setzen und gen süden donnern? das stehenbleiben an den neuralgischen punkten wiederholt sich jahr für jahr, alle seufzen und fluchen, aber, he, sobald sich drei mutige menschlein dem strom entgegenstellen, ist das verdammenswert??? wieso verdammt nochmal, müssen sich immer noch soviele menschen in ihr auto hocken, um ferien erleben zu können? ich finde schon, dass dieses verhalten durchaus als schlechtes verhalten im persönlichen gespräch dargestellt werden darf! wir sind einfach immer noch viel zu lieb ind brav.

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Das Interview hat mich sehr beeindruckt. Sind 38 Minuten Blockade nicht zumutbar angesichts der Bedrohung der ganzen Menschheit?
Moritz, Daria und Max,
ein einfaches Danke reicht nicht um euch zu danken für euren Mut. Und für euer Verständnis den Ferienfahrer gegenüber.

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"Aber diese Leute tragen doch keine Schuld"

"Der Zusammen­hang ist auch nicht einfach zu erkennen: Sie nerven unbescholtene Bürger, die sich ein paar freie Tage im Tessin gönnen."

Weder tragen sie keine Schuld, noch sind es unbescholtene Bürger.

Denn wir alle haben zu dieser Weltlage beigetragen. Das heisst, dass wir alle Verantwortung tragen.
" Keine Schuld " und "unbescholten " ist so nicht legitim.
Und wenn ins Tessin, dann mit ÖV, Velo oder zu Fuss.
Und bitte alles ein bisschen langsamer, bedachter und wohl überlegt im Sinne ALLER

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Ich würde nie etwas machen, was einem Menschen oder der Erde schadet. Diese Aussage wirkt hohl und daneben. Mit Blockaden schadet man immer vielen Leuten. Einige kommen zu spät zum Arzttermin, andere verpassen ihr Flugzeug und müssen nachzahlen, andere mit selbständiger Erwerbstätigkeit verlieren Verdienst, etc. etc. Die Klimadioten sind egoistisch, gedankenlos, anti-demokratisch und daneben.

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mitreden
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Kennen Sie Leute, denen das passiert ist, was Sie aufzählen? Es geht momentan um die Blockade am Gotthard: wer kommt da zu spät zum Arzttermin und verpasst sein Flugzeug? Wer verliert als Selbständiger seinen Verdienst? Staus gehören schon länger zu unserem Leben und wer Auto fährt und damit ein Ziel zu einem bestimmten Zeitpunkt erreichen will weiss das und rechnet damit. Warum setzen Sie Blockaden und Stau nicht gleich?
Bei Ihrer Argumentation fällt mir auf, dass die Blockaden vielleicht ganz direkt etwas nützen würden fürs Klima: wenn Reisende nicht nur mit Staus, sondern auch mit Blockaden rechnen müssten, würden Sie die Reise anders planen: mit dem OeV, der funktioniert nämlich in der Schweiz trotz Lawinen, Murgängen, Personalmangel, Unwetterstürmen ziemlich zuverlässig

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Ich habe hier mal etwas mitdiskutiert, liege immer im Bett, weil z. B. ich viel liegen muss.
Sorry, solche "UmweltaktivistInnen" sind nur lästig, denken nur an sich, kosten unendlich viel punkto wirtschaftlichen Schaden, den sie mit jeder ihrer Klebeaktion verursachen, die Polizei muss blitzschnell ausrücken, um ihre Gesundheit zu schützen, bevor irgendwas passiert, dass sie dann echt Opfer von ihrer eigenen Politik werden.

Worte werden umgedreht, Unterstellungen gemacht.

So wird das nichts, weil auf ganz vielen Ebenen klappts nicht und nicht alle in der Schweiz leben locker im Mittelstand. Ich z.B. spende fürs "Tischlein deck dich".

Es gibt Menschen, die haben in der Schweiz nicht genug zu Essen. Für solche ist Umwelt ein Luxusproblem, verschmutzen tun sie nichts, Freizeitvergnügen ist ihnen ein Fremdwort.

Eine politische Diskussion wäre, lernen zu wollen, warum andere anders denken. Dann Kompromiss bzw. Konsenssuche.

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Nachdenklich
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„Eine politische Diskussion wäre, lernen zu wollen, warum andere anders denken“: das ist doch genau die Chance dieses Interview; aus dem Dialog hier entnehme ich, dass ganz viele Lesende „gelernt“ haben, warum andere so und so denken und handeln (das grosse Risiko und den Hass auf sich nehmen, wenn sie sich auf die Strasse kleben, aus Verzweiflung, weil die demokratische Mehrheit ihren Konsumschlummer schläft und nur durch ganz viel Lärm erwacht).
„Dann Kompromiss bzw. Konsenssuche“ Genau. Ich denke die Interviewten wären die letzten, die einem Konsens abgeneigt wären: zb von nun an fahren wir nur noch bei absoluter Notwendigkeit ins Tessin (Arzttermin, beruflich, etc siehe anonym 4, die nie etwas machen würde, was der Erde schadet, schon gar nich eine Autofahrerin auf dem Weg zum Flughafen blockieren🤓)

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Wir können auf diese Krise nur mit Notrecht in den Griff bekommen. Freiwillig wird sich die Bevölkerung nicht bewegen. Diese Menschen leisten die Vorarbeit DANKE DANKE

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Leider ist die dadurch generierte Aufmerksamkeit mehrheitlich negativ und wenn die Mehrheit der Bevölkerung sich nicht mobilisieren lassen wird sich durch solche Aktionen auch nichts ändern. Warum keine Initiative oder Menschen auf eine positive Art auf das Thema aufmerksam machen.

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Katharina Schlatter
Content Specialist
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Es gibt Initiativen, denken sie an die Gletscherinitiative, über deren Gegenvorschlag wir nächstens abstimmen. Es gibt ausserdem unzählige Aktionen auf allen Ebenen von unzähligen Gruppen. Denken Sie an die Klimaseniorinnen, FossilFree, die Aktion der Klima-Allianz gestern an der GV der SNB. Es gibt überall Klimagruppen, in meiner Nachbarschaft finden jeden Monat Spaziergänge zu klimarelevanten Themen statt. Sie dürfen sich gerne etwas aussuchen, was Ihnen gefällt und sich dort engagieren.

Was Renovate Switzerland, Last Generation, Just Stop Oil sehr gut machen, ist Aufmerksamkeit generieren. Sie sorgen dafür, dass das Thema in der Öffentlichkeit bleibt.

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  1. Auch negative Aufmerksamkeit ist Aufmerksamkeit. Wir Menschen werden so tagtäglich auf unbequeme Weise erinnert, dass die Folgen des Klimawandels nicht weggehen, wenn wir davor die Augen verschliessen.

  2. Initiativen und Menschen, die auf positive Weise (also weniger das business-as-usual "störend") auf das Thema aufmerksam machen, gibt es ja zuhauf. Mit offensichtlich bescheidenem Erfolg. Ich bin froh, dass es beides gibt (und ich mich bei letzterem auf weniger adrenalin-treibende Weise engagieren kann als diese Aktivist:innen).

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