Die Republik ist nur so stark wie ihre Community. Werden Sie ein Teil davon und lassen Sie uns miteinander reden. Kommen Sie jetzt an Bord!

DatenschutzFAQErste-Hilfe-Team: kontakt@republik.ch.



Im Zusammenhang mit Kriegsmaterial mit den Arbeitsplätzen zu argumentieren ist etwa gleich absurd, wie aus dem gleichen Grund Kohlekraftwerke trotz Klimakrise weiter laufen zu lassen.

Die Reaktion ist allerdings verständlich, denn das Narrativ der Erwerbsarbeit ist so tief verankert, dass uns gar keine Alternative dazu einfällt. Solange wir Güter und Dienstleistungen vorzugsweise über die Erwerbsarbeit verteilen, werden wir immer erpressbar bleiben, jede noch so absurde Tätigkeit machen zu müssen, um unsere Existenz zu sichern. Daher muss die Beschäftigungspolitik dringend durch eine Bedarfswirtschaft abgelöst werden und die Existenz durch andere Verteilsysteme (zum Bsp. ein Grundeinkommen) gesichert werden.

Und Krieg stellt nun mal wirklich kein ernsthafter Bedarf dar.

81
/
3

ja, und ich hätte da eine Idee, eine Utopie, wie nicht nur die Armeen umgewandelt, sondern auch die Rüstungsindustrien umstrukturiert werden könnten für alle Arten von Bedürfnissen, nur nicht für die Kriege. https://poesie-der-augenblicke.ch/Zivildienst/

6
/
1

Würde die Initiative umgesetzt, würde nicht ein einziges Gewehr oder Kampfflugzeug weniger produziert. Der Effekt auf die Aktienpreise dieser Firmen wäre gleich null, das ist aber egal, denn Aktienpreise haben ohnehin praktisch keinen Einfluss auf das, was produziert wird. Die Nachfrage entscheidet über die Produktion, und nicht ob eine CH-Pensionskasse irgendeine Aktie kauft oder nicht kauft.

Die Vermögensanlage in Firmen zu verbieten, die sich völlig legal verhalten und sich beispielsweise an der Produktion von Kampfflugzeugen beteiligen, deren Kauf das Stimmvolk beschlossen hat (und damit die erwähnte Nachfrage geschaffen hat), finde ich inkonsequent und leicht heuchlerisch.

Richtig ist, dass ein Aktienportfolio auch ohne Waffenproduzenten gebildet werden kann. Es wird aber etwas komplizierter. Und damit komme ich zur konkreten Wirkung der Initiative. Der einzige Effekt ist nämlich, dass sie die Vermögensanlage für Pensionskassen, AHV, etc. teurer macht. Günstige Indexprodukte (Indexfonds, ETF) wären dann nicht mehr erlaubt, da diese Aktien von Waffenproduzenten enthalten können. Die Initiative erhöht also die Kosten der Vermögensverwaltung für Pensionskassen und andere Institutionen, ohne irgendeinen Beitrag für eine friedlichere Welt zu leisten.

9
/
47
Nachfragerin
·

Wissen Sie, was ich heuchlerisch finde? Dass sich die Schweiz als das Land "mit der (wahlweise) längsten/grössten/besten humanitären Tradition" bezeichnet, aber munter Waffen selbst produziert oder in sie investiert. Und sich die gleichen Kreise, die das befürworten, dann wundern, dass Geflüchtete an den Grenzen stehen.

Ihre rein ökonomische Argumentation hat nur eines im Blick: Kosten, Geld, Kosten, Geld. Doch glücklicherweise gibt es immer mehr Menschen, die genug haben von dieser einseitigen Sichtweise. Denen Moral, Anstand, und - ja auch ein Vorbild sein - wichtiger ist als Moneten scheffeln (macht nämlich nur kurzfristig bis gar nicht glücklich). Die Performance von Portfolios ohne Waffenunternehmen ist gleich gut, ja sogar besser. Der norwegische Staatsfonds beispielsweise verzichten schon lange auf die Investitionen in Waffen aller Art - und trotzdem steht das Land gut da. Diesen Weg kann die Schweiz jetzt auch gehen.

45
/
0

Argumente gegen meine beiden Punkte (die Initiative führt nicht zu weniger Waffen, aber sie kostet die Pensionskassen Geld) habe ich bis jetzt keine gelesen. Eine Massnahme, die nichts bringt (und zwar wirklich nichts, nicht "wenig" oder "fast nichts"), aber die Pensionskassen Geld kostet, ist aus meiner Sicht auch moralisch nicht zu rechtfertigen. Das kann Ihnen natürlich egal sein, es ist ja nicht Ihr Geld das da zum Fenster hinaus geworfen wird.

6
/
22

Und noch etwas für diejenigen, die sich für Fakten interessieren: Der norwegische Staatsfonds schliesst nicht "Waffen aller Art" aus, sondern "certain types of weapon" (gemeint sind v.a. Nuklearwaffen). Kann man auf der Webseite des Staatsfonds nachlesen.

5
/
9
· editiert

Ich bin kein Ökonom. Aber die Behauptung, dass lediglich die Nachfrage über Produktionsmenge bestimmt, ist unpräzise. Rüstungskonzerne haben auch interesse, dass auch in Zukunft viele Waffen verkauft werden, und versuchen auch die Politik entsprechend zu beeinflussen. Für mich ist es moralisch wichtig, diesen Zusammenhang nicht mit Pensionskassengeldern noch zu unterstützen. Ob die Welt von Morgen dadurch ein friedlicherer Ort wird, mag ich bezweifeln. Aber es geht moralisch in eine Richtung, mit der ich leben kann.

22
/
1

Wie alle Unternehmen, versuchen auch Rüstungskonzerne die Nachfrage zu beeinflussen. Die Pensionskassengelder haben damit nichts zu tun, und die Initiative ändert an diesem Mechanismus nichts.

3
/
8

Profite aus Anlagen haben sowieso den Beigeschmack von Abschöpfung von gesellschaftlich geschaffenen Werten. Dies dann auch noch mit Waffengeschäften zu tun entbehrt jeder moralischer Grundlage.
Dies ist gerade auch deshalb wichtig zu verstehen und zu akzeptieren, weil wir alle durch unsere Pensionskassen Teil des Spiels sind.
Mehr zum Thema Schöpfer und Abschöpfer.

23
/
2

Es geht eben nicht ums Aktienportfolio sondern primär um Moral und Ethik. Zuerst muss darüber gesprochen werden bevor es ums Geld geht. Das ist der entscheidende Punkt.

13
/
3

Ich persönlich finde die Initiative heuchlerisch, da sie nichts verbessert, einige Unternehmen in Bedrängnis bringt und mehr Bürokratie erschafft. Die Nachteile mögen nicht riesig sein, aber was hat sie für einen Nutzen? Damit man sich im Bett gut fühlen kann, weil die Rente nicht durch Rüstungsgüter finanziert wird?

4
/
39

Keine meiner Investitionen soll dazu beitragen, Menschen Gewalt, Verstümmelung oder Tod zu bringen.
Keine meiner Investitionen soll dazu beitragen, Menschen die Lebensgrundlagen zu entziehen oder ihre Umwelt zu vergiften.
Keine meiner Investitionen soll dazu beitragen, Menschen auszubeuten, aus ihrer Heimat zu vertreiben oder in ihrer Entfaltung zu behindern.
Für meine AHV- und PK-Investitionen trage ich Mitverantwortung.
Je mehr Investoren ihre Mitverantwortung entdecken und sich folglich weigern, weiter in Tod zu investieren, desto mehr Auswirkungen werden solche Investitionsentscheide bekommen.
Ich denke da sehr langfristig, aber entschieden auf der Seite der Opfer einer gleichgültigen Investitionswirtschaft, die sich auf billige Weise ihrer Verantwortung entzieht.

36
/
1

Ich halte die Armee und somit auch die Rüstungsindustrie für ein notweniges Übel, da die Menschheit zu dumm ist für den Weltfrieden. Dementsprechend braucht man eine solche Industrie.
Aber ist Ihnen dieses Anliegen so wichtig, dass Sie die Freiheit aller einschränken wollen?

2
/
18

Genau! Und überlegen Sie sich doch den Umkehrschluss: Geil, meine Rente wird u. a. von Renditen aus Anlagen erzielt, an denen Bomben -Produzenten beteiligt sind.

18
/
1

Weil Nestle, LafargeHolcim, Glencore und CS ja viel menschen- und umweltfreundlicher sind. Lieber vom Verkauf von Panzern nach Dänemark profitieren als von arsenverseuchtem Kupfer.

3
/
12

Von der Hintertür zum Anlegen in Waffenhersteller via Fonds höre ich zum ersten Mal. Ist ja widerlich inkonsequent. Schweizer Politik, "eine Kompromiss­lösung ganz im Sinne der Rendite." 🤷

33
/
3

Viele Fonds bilden einen Index ab. Es ist schlichtweg einfacher, wenn Lockheed, Boeing und Airbus in dieser Form gekauft werden dürfen, als wenn man nur noch Produkte ohne gewisse Aktien kaufen darf. Das nennt sich Pragmatismus.

5
/
10

Einverstanden. Ich bemängle nicht die Effizienz der Anlagestrategie, sondern die Inkonsequenz des Gesetzes. Die Finanzierung von Waffenherstellern ist verboten, aber in Fonds mit denselbigen darf man investieren. Das nennt sich Heuchelei.

8
/
0

Ist das ein gruseliges Foto!

9
/
0

"Beiden liegt eine weitgehend moralische Frage zugrunde, die mit wirtschaftlichen Argumenten bekämpft wird" - so im ausgezeichneten Text. ("beiden=KOVI und Kriegsmateriel-Initiative). "Moralisch" ist die Frage , solange wir uns nicht als physische und damit wirtschaftliche Wesen begreifen, sondern als "Würde". Ein Würdenträger ist ein körperliches, und nur als solches physisch, chemisch, zellulär lebendes Wesen, damit eine für ihr Leben und Überleben und das ihrer Art notwendigerweise wirtschaftende biologische Einheit, welche symbiotisch mit der Biosphäre untrennbar verbunden ist (z.B. Atmen), welche Würde trägt. "Moralisch" heisst, den Menschen auf seine Würde reduzieren und ist religöses, antiwissenschaftliches, Denken.
Krieg ist die Freiheit, nicht nur zu töten, sondern das Töten von Menschen zum Gesetz zu erheben. Der erste Klage-Punkt der Nürnberger-Kriegsprozesse im Herbst 1945, nach dem Kriegswahnsinn des 2.WK, lautete auf Verletzung des Rechts auf Frieden. Kriegsmaterial herstellen und damit den NATIONALEN Wohlstand aufpolieren verstossen gegen die Menschenrechts-Pakte, die auch von dieser Nation seit 1966 unterschrieben und seither ratifiziert wurden. Und diesen Pakten gemein ist die Anerkennung der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte aller Menschen. Jegliches Kriegsmateriel ist die unmittelbare Negation des Menschenrechts, weil es aufs Töten ausgerichtet ist, das dem Leib zuerst das Leben, Überleben und die Arterhaltung nimmt, also zuerst eine materielle Frage vor der Frage nach Würde und Moral ist.
Anders gesagt: ohne Leib als Wirtschaftsgrösse kein Hirn und keine Würde. Für den Arzt sind beide untrennbar, die Moralfrage ist künstlich, solange sie dem Menschenrechtspakt widerspricht.

6
/
0

Vielen Dank, A. B. für den klugen Kommentar und auch Michael Rüegg für den ausführlich exat recherchierten Bericht. Ich stimme Ja. Bereits abgeschickt.

4
/
0

(...) die Franz Muster AG in Hinterpfupfigen (...)

Städter... 🙄

6
/
2

Für mich stellt sich aufgrund der Formulierung im Abstimmungstext Abs. 3: "Als Finanzierung von Kriegsmaterialproduzenten gelten: a. die Gewährung von Krediten, Darlehen und Schenkungen oder vergleichbaren finanziellen Vorteilen an Kriegsmaterialproduzenten. ..." die Frage, was mit KMU ist. Es gibt viele KMU's welche aufgrund von Aufträgen wie bspw. Teile für die Erneuerung der Duro-Lastwagen mehr wie 5% über Kriegsmaterial erwirtschaften. Erhält ein solches KMU dann noch einen Kredit für bspw. Anschaffung einer Maschine etc.? Dies ist aktuell das einzige Szenario das mich noch davon abhält ein "Ja" anzukreuzen, aber auch das einzige zu dem man keine Informationen findet.

1
/
0
· editiert

Wenn die Rechten, welche immer den Staat draussen haben wollen wenn es etwas zu kassieren gibt, darauf bestehen, dass der Staat dabei ist, kann das nur bedeuten, dass Risiko dabei ist welches ein Dummer zu tragen hat. Das koennen zb schlechte Zahler, Gewinnausfaelle, schlechte Rendite, schlechtes Image bedeuten. Resp die Kurse sollen hinaufgedrueckt werden. Wenn mehr Investoren am Markt sind, sind die Kurse hoeher, resp die Ausfaelle geringer.

4
/
3