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Daniel Pfänder

Software-Entwickler

Daniel Pfänder wuchs im Taubertal auf. Das liegt in Bayern. Noch heute spricht er den sanften Dialekt seiner Herkunft. Und ihn umgibt ein Hauch von Ruhe und Provinz. Dem es nichts anhaben konnte, dass er zehn Jahre im internationalsten und elitärsten Konzern des Planeten arbeitete: Google. Studiert hatte er eigentlich Biologie. Doch eines Tages, im Labor, als er Bakterien mit radioaktivem Mittel markierte, fragte er sich, ob er das ein Leben lang tun wollte: an einer Fussnote der Forschung mitarbeiten. Das war 1995, die Zeit der ersten Webbrowser. Pfänder verliess das Labor und stieg ins Netz um: Es schien ihm das Tor zur Welt. Er bastelte Websites, begann eine Lehre als Mediengestalter bei einer Druckerei, studierte Multimedia und jede Nacht die Jobseite von Google. Eines Nachts erschien das Inserat: Webmaster gesucht. Pfänder schrieb und bestieg vor der ersten Bewerbungsrunde in Zürich das erste Flugzeug seines Lebens. Er hatte Flugangst – kein Wunder, dass er nach der Landung souverän wirkte: das Schlimmste lag hinter ihm. Nach fünf Monaten Testreihen (eine davon war das Warten) bekam er den Job. Damals arbeiteten bei Google Zürich noch 150 Leute, zehn Jahre später waren es 3000. Und Pfänder fragte sich, ob er nicht schon wieder eine Fussnote war: obwohl er vielleicht die meistgesehenen Fussnoten des Planeten programmiert hatte – die auf den Videos von YouTube. Er kündigte. Mit der Begründung, dass er «seine Wäsche wieder selbst waschen» wolle. Und heuerte bei der Republik an, wo er genau das jetzt muss.

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