«Ich will nicht nur Knatsch und Tratsch: Sondern Hintergrundwissen und echte Geschichten über Politik.»

Abo #18

Andrea Arezina

Kampagnenleiterin

Die Republik holte sie, als es um Tod und Leben ging: in den zwei Monaten des Crowdfundings. Denn Andrea Arezina ist klar eine Frau, die den Unterschied macht als erfolgreichste Campaignerin des Landes. Dabei wuchs sie in Banja Luka im ehemaligen Jugoslawien auf – nicht der klassische Weg dafür, in der Schweiz politische Kampagnen zu machen. Sie führte Wahlkämpfe, etwa für Min Li Marti oder Jacqueline Fehr. Und war der Kopf hinter den zwei härtesten Abstimmungskampagnen der letzten Jahre. Sie gewann beide: Die Unternehmenssteuerreform III scheiterte trotz Millionen der Wirtschaft. Ebenso wie die anfangs noch unbesiegbar scheinende SVP-Durchsetzungsinitiative. Kurz: Arezina ist eine Spezialistin für das Unwahrscheinliche. Und blieb es bei der «Republik», die beim Start ebenfalls ein Projekt gegen die Wahrscheinlichkeit war. Beim Crowdfunding schlug die «Republik» dann mit 3,4 Millionen den Weltrekord für Mediencrowdfundings um das Doppelte. (Und den Schweizer Rekord für Crowdfundings, den ebenfalls Arezina gehalten hatte: mit 1,2 Millionen gegen die Durchsetzungsinitiative.) Es war ein Ergebnis jenseits aller Planung – und wer dabei war, sah, wie sie es tat: durch Planung, konzentriert, mit Nerven aus Stahl. Das war, was eine Redaktion braucht – Journalistinnen und Journalisten können vieles, aber kaum je Organisation. So wechselt Arezina nun die Seite: von der Politik in den Journalismus. Sie gab alle politischen Mandate ab – und wird nun die Chefin vom Dienst: für Pünktlichkeit, Timing, Deadlines. Sie wird zum zentralen Teil des Motors einer neu zusammengesetzten Redaktion – von allen Jobs, die ihr angeboten wurden, war es der härteste. Deshalb nahm sie ihn. Und aus Abenteuerlust. Und weil sie im Leben immer drei Dinge interessieren: Politik. Sport. Journalismus.

Ein Diskussionsbeitrag