Film

Der berühmteste Satz der Kinokritik stammt wohl von André Bazin: «Das Kino setzt an die Stelle unseres eigenen Blicks eine Welt, die mit unserem Begehren übereinstimmt.» Jean-Luc Godard zitiert ihn am Anfang von «Le mépris». Die Szene spielt auf einem Filmset, und während der Satz gesprochen wird, schwenkt die Kamera auf die Linse einer gefilmten Kamera, auf das schwarze Loch im Zentrum des filmischen Dispositivs, den blinden Fleck unserer Wahrnehmung.

Das Problem an diesem Satz: Bazin hat ihn nie gesagt, Godard hat ihn ihm zugeschoben. Doch er bleibt wahr bis heute. Er benennt, worum es geht bei Filmkritik. Warum sie auch in der Republik ihren Ort hat.

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