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"Die entscheidende Voraussetzung dafür wäre der politische Wille beim Bund und in den Kantonen. Daran scheint es zu hapern", sagt Michael Hagner. Und da hat er wohl recht. Und es ist wohl mehr als ein Hapern. Die Politiker&Innen haben grösstenteils versagt und die angehängten Ämter auch. Die Politiker&Innen haben die Pandemie von Beginn weg unterschätzt.

Weil sie Politiker&Innen sind.

Weil sie nicht aus ihrem Wahlkampfmodus heraus finden, nicht auf die Wissenschafterinnen hörten, sondern immer wieder dem Wunschdenken in gewissen Teilen der Bevölkerung nachhingen und glaubten, es komme dann schon gut. Und wieder mal fällt es ihnen auf die Füsse und der vernünftig denkenden Mehrheit der Leute auch.

Der mangelnde Bezug grosser Bevölkerungsteile zur Wissenschaft hat wohl auch etwas mit den Schulen zu tun. Unnötig finden es viele Politikerinnen, dass der Kindergärtner ein Akademiker ist. Und die Primarlehrerin gehört auch nicht an eine Universität. Da genügt eine Pädagogische Hochschule.

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Molekularbiologe PhD, Unternehmer
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Sehr geehrter Herr Hagner,
Es geht nicht nur darum, was für Massnahmen eine Uni einführen kann, sondern auch darum, was für Massnahmen die Studenten und die Öffentlichkeit mittragen.

Princeton ist eine derart teure private Universität, dass die Studenten gerne bereit sind, sich impfen und testen zu lassen, und auch sonst alles dazu beizutragen, dass ja nichts von der unglaublich kostspieligen Studienzeit verloren geht. Da geht es für alle um sehr viel Geld.

Das ist schon eine andere Situation als in der Schweiz, wo in der SRF-Arena Sendung tränentriefende ungeimpfte Studenten berichten, sie können sich schlecht organisieren, wenn sie jeden Tag für Tests anstehen müssten.

Die weniger prominenten und staatlichen Universitäten in den USA waren oft am anderen Ende des Spektrums, mit wenigen bis keinen Massnahmen. Die Schweiz liegt da – nicht ganz erstaunlich – im Mittelfeld.

Damit sage ich nicht, dass die Schweizer Hochschulen nicht mehr hätten machen können und müssen, die Frage ist nur, wie realistisch diese Forderung und der Vergleich mit Princeton ist, in einer Schweiz in der – wie Sie ja selbst sagen – "Abwarten bis es zu spät ist" leider das politische Credo der Seuchenbekämpfung ist.

Realistischerweise mehr erwarten können hätte man bei der Erarbeitung von praktischem Wissen, z.B. bezüglich Innenluft-Reinigung, welches in Schulen etc. zur Anwendung hätte kommen können. (Das liegt dann allerdings eher bei den einzelnen Instituten, Professoren, und Forschungsfinanzierungsanstalten (Nationalfonds etc), und weniger bei den Universitätsleitungen.)

Verschiedene deutsche Universitäten haben übrigens praktisches Wissen zur Luftreinhaltung generiert (z.B. hier und hier), aber die Schweiz hat jetzt bereits zwei Sommer verschlafen, in denen sie unsere Schulen mit diesem Wissen für den Winter hätte rüsten können.

Daran zeigt sich eine der tragischen Eigenschaften dieser Krise: das wissenschaftliche Seucheneindämmungs-Knowhow war selten der eigentlich limitierende Faktor in der Seuchenbekämpfung. Der Bundesrat kriegt mit regelmässiger Monotonie von der wissenschaftlichen Task-Force vorgebetet, was es mit einer exponentiellen Seuchenausbreitung auf sich hat, und dass man Massnahmen effizient nur in der flachen, und nicht erst in der späten, steilen Phase der Exponentialkurve implementieren kann. Aber unsere Politik ignoriert mit ebenso monotoner Regelmässigkeit sogar diese banalste aller Seuchenbekämpfungs-Regeln, wie ja oft genug gerade in dieser Zeitung u.a. in der Binswanger-Kolumne kritisiert (ebenfalls ohne Wirkung...).

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Ich glaube, der Schlüssel dürfte in Ihrem zweiten Absatz enthalten sein: "Princeton ist eine derart teure private Universität .... Da geht es für alle um sehr viel Geld." (Hervorhebung durch mich).

Nichts zu tun und ein Problem auszusitzen, koste es, was es wolle, ist eben eine praktikable Lösung dann, wenn die anderen zahlen und es einen selbst nichts kostet.

Weil auch dem dümmsten Laien einleuchtet, dass die Anzahl Viren in der Raumluft reduziert werden muss, haben wir für wenig Geld ein Luftreinigungsgerät mit abgesetzter Messeinheit und UV-Kammer gekauft. Das könnte man ohne weiteres auch für alle Klassenzimmer machen. Aber Aussitzen auf Kosten der Anderen ist eben billiger.

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(von der Redaktion verborgen)
Lucia Herrmann
Community @ Republik
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(Ich habe diesen Kommentar verborgen, weil darin auf ein Video verlinkt wird, in dem nachweislich Falschnachrichten verbreitet werden. Das wurde bereits vor Monaten von verschiedenen Seiten überprüft und aufgedeckt. Bitte prüfen Sie Quellen, bevor Sie sie hier verlinken)

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Welcher Link war das? In dem Beitrag waren 2 Videos verlinkt. Weil einer Falschnachrichten enthält, wird gleich alles gelöscht? Wer anderer Meinung ist als die aktuelle Panik-Politik, wird zensiert?

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Guten Morgen Herr Hager
Danke für Ihre Stimme. Sie gehen davon aus, dass in unserem Land der grösste Teil der Bürgerinnen und Bürger, inklusive Politik, sich von der Trias Rationalität/Freiheit und Verantwortung leiten lässt. Dies hiesse ansprechbar sein für Gründe, die sich daraus ergeben für das Handeln. Wir bekommen gerade vorgeführt, dass dem nicht so ist. Ich wage zu behaupten, dass in der CH auch eine stark verbreitete geringschätzende Haltung gegenüber breiter allgemeiner Bildung mit Übung im kritischen Fragen ihr Schärfchen dazu beiträgt.

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Simon Reber
Software Entwickler, Familienvater
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Und was sind die Erkentnisse aus diesen Daten? Irgend eine Aussage dürfte man doch machen können? Wie viele positiv Getestete gibt es, trotz der Massnahmen? Wie viele Erkrankungen? Wie viele harmlose, wie viele ernsthafte Fälle? etc.
Der Artikel ist sehr oberflächlich gehalten.

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Lucia Herrmann
Community @ Republik
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Die von Princeton aufbereiteten Daten sind im Artikel verlinkt, hier noch einmal – da finden Sie Antworten auf Ihre Fragen.

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Molekularbiologe PhD, Unternehmer
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· editiert

Da findet sich aber nichts an Erkenntnissen, das nicht sehr viel ausführlicher und allgemeinverständlicher in den Policy-Briefs der wissenschaftlichen Task Force, welche ja den Schweizer Hochschulen entspringt, den Schweizer Behörden, der Politik, und der gesamten Bevölkerung (sciencetaskforce.ch) zur Verfügung gestellt worden wäre, inklusive praktischer Vorschläge zur Einführung von Ampelsystemen etc.

Während die Eliteuniversität Princeton vor allem zum Eigenschutz und aus Prestigegründen handelte (was durchaus nicht negativ gewertet werden muss), haben die Schweizer Hochschulen ein Task-Force Team zusammengestellt, das nicht einfach die Universitäten, sondern die ganze Bevölkerung schützen helfen soll, und das die Informationen, gut vorgekaut und häppchenweise, öffentlich zugänglich präsentiert.

Finde ich gut. Universitäten, die aktiv und direkt die Gesellschaft unterstützen. Bis auf die Tatsache, dass sowohl Informationen wie auch Vorschläge der Task-Force weitestgehend ignoriert wurden. Aber es wäre unfair, dies der Task-Force anzulasten. Die Universitäten sind nicht die Regierung, und das ist auch gut so.

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Simon Reber
Software Entwickler, Familienvater
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Die Daten zeigen sehr schön, dass sich regelmässiges Testen auch für Geimpfte auszahlt. Nur so können die Infektionszahlen so niedrig gehalten werden, dass keine explosionsartigen Steigerungen entstehen.
Kostet halt etwas ...
Vielleicht kapieren es die Verantwortlichen auch hierzulande irgendwann, dass die Impfung nur ein Teil der Lösung ist.

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Nun ja, das ist doch ein Input-Artikel. Er hatte ja wohl nicht den Anspruch die erhaltenen Daten auszuwerten/zu bewerten.

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Nun, wenn die Schweiz daraus lernen wollte, hätte sie es längst getan. Wir haben nun über fast 2 Jahre bereits ein "Live-Experiment", an dem wir Daten generieren und Verhaltensweisen studieren können: Das der Nationen. So unterschiedlich diese damit umgehen, so auch die Unis. Die sind zudem keine privaten Institutionen, fast nirgends wie in den USA. Was meines Erachtens mehr Gutes als Negatives hat.
In der Schweiz hat es auch einen beachtlichen Anteil von jungen Leuten, die gegen das Impfen sind, auch Studierende. Grosser Protest wäre vorprogrammiert. Ich persönlich würde trotzdem Impfflichten inführen, was ja gut ist, ist nicht einfach falsch, nur weil viele laut protestieren. Aber vergessen Sie das bei der Schweizer Politik! Die wagt in dieser Pandemie nun so gut wir gar nicht, was nach "Pflicht" tönt und schon gar nicht gegen die lauten SchreierInnen. Sie würden jede Uni, die so etwas wie Princeton ins Auge fasst , sofort zurückpfeifen: "Ihr dürft das Land nicht noch mehr spalten!!" Es gibt hier nicht soviele Menschen und deshalb auch nicht soviele in der Politik, welche das geistige Format haben, zu antizipieren, wie die psychologischen Anreiz-Wirkung-Systeme wirklich ablaufen, und wie wichtig auch "pädagogische" Handlungen nun wären. Was die "Vorbildaktion" von Princeton ja ist. Weil die Langzeiteffekte nicht Spaltung, sondern Einüben und Internalisieren von neuem verpflichtenden Gemeinschaftssinn wären...
Man kann natürlich plädieren, dass die direkte Demokratie immer an sich selber lernen muss und das halt immer ein, zwei Runden länger dauert. Diesmal fürchte ich eben, dasss das nicht ausreicht. Whatever, die Schweiz braut sich hier gerade etwas zusammen, damit sie in ca 30,40 Jahren wieder einmal etwas zum "Aufarbeiten der Geschichte " hat;-) Bringt den Unis ja auch Arbeit;-))

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Ich hätte grosse Mühe damit, Studenten eine Impfpflicht aufzubürden. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis der Impfung ist bei den Jungen relativ gering. Die Überlastung der Spitäler liegt primär an ungeimpften Alten. Dort sollte eine allfällige Impfplicht zuerst ansetzen. Insgesamt geht die Wissenschaft inzwischen davon aus, dass das Virus endemisch wird. Das bedeutet, dass jeder früher oder später angesteckt wird. Damit lässt sich eine Impfpflicht für Studenten auch schwer mit dem Schutz der Gesamtbevölkerung rechtfertigen. Hinzu kommt, dass gerade Universitäten um eine hohe Diversität an Ideen bemüht sein sollten. Die Wissenschaft kommt oft dank Leuten wie Galileo Galilei voran, die zwar zu 90% falsch liegen, dafür aber ab und zu was grosses entdecken. Mit einer Impfpflicht müsste man viele dieser Charaktere vom Campusleben ausschliessen, was der Wissenschaft nicht zuträglich wäre und die Unis stattdessen noch konformistischer machen würde.

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Mein Bruder war letzte Woche krank, angesteckt von der jüngsten Tochter, die noch nicht impfen kann und das Virus aus der Schule nach Hause gebracht hat. Er drei Tage heftig, mit Geruchsverlust (nachhaltig) und kurz vor der Boosterimpfung.
Ich dachte auch lange, Kinder zu impfen gehe gar nicht. Auch in dieser Hinsicht hat sich viel geändert. Kinder für sich bräuchten die Impfung wohl nicht, um aus der Pandemie zu kommen, geht es anscheinend nicht anders.

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Danke für die klare und exzellent geschriebene Stellungnahme.

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Danke für diesen exzellenten Beitrag. Das Beispiel Princeton zeigt, wie eine Universität Wissen schafft durch empirische Daten. Damit erfüllt die Universitä ihre wissenschaftliche Aufgabe und gesellschaftliche Rolle. Für Ungeimpfte oder noch nicht Geimpfte könnte ja Online Unterricht und Homeoffice angeboten werden. Die jetzige Praxis mit Stichprobenkontrollen der Zertifikatspflicht ist löchrig und nicht zielführend.

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Naturwissenschaftler
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Die Erwägung, ob die Stdenten das mittragen, finde ich gerade wesentlich. Wer dubiosen Verschwörungstheorien anhängt, gehört nicht an eine Uni. Daher wäre eine rigorose Impflicht hier sehr heilsam. Aber der Mut fehlt wohl auch hier konsequente, unbequeme Entscheidungen zu fällen.

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Simon Reber
Software Entwickler, Familienvater
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Nicht jeder, der sich nicht impfen will, hängt dubiosen Verschwörungstheorien an. Das ist pauschales Schubladendenken, das eines 'Naturwissenschaftlers' nicht würdig ist.

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Was sind denn evidente Gründe sich nicht gegen SARS-COV-2 impfen zu lassen (ausser gesundheitliche Prädisposition)?

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Moderator & Journalist
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Danke für den Artikel. Einleuchtende Idee. Was, wenn an den Schweizer Unis schlicht niemand an diese Möglichkeit gedacht hat?

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Wollen hätten sie schon mögen, aber dürfen haben sie sich nicht getraut!
(Karl Valentin)

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Wunderschönes Zitat, das die Situation haargenau trifft. Jede Institution hat ihre eigene Kultur und das Vorgehen an der Uni Princeton würde schlicht nicht zu den Schweizer Unis passen. Kenne Princeton nicht aus persönlicher Erfahrung aber dafür einige andere vergleichbare Institutionen in den USA ganz gut. Die Bereitschaft Risiken einzugehen um dann hoffentlich spektakulär richtig zu liegen ist dort viel höher. Und wenn man grob daneben lag wird das auch eher akzeptiert, « man hat es ja wenigstens versucht ». An vielen Schweizer Institutionen geht die Kultur hingegen eher dahin nichts falsch zu machen und auf gar keinen Fall einen Skandal zu verursachen. Unvorstellbar das Risiko einzugehen, dass die Uni von einem Studierende verklagt würde und er/sie dann vielleicht auch noch gewinnt.
Entsprechend dieser Kultur gibt es dann eher exzellent implementierte middle-of-the-road Lösungen als « Steilpässe ».
Die ETH hat übrigens auch ein hauseigenes Testprogramm (CovMass) aufgebaut und eine recht breit angelegte Studie (Cov-Eth) an ETH Angehörigen zu serologischen Veränderungen im Laufe der Pandemie läuft auch. Auch die Fallzahlen an der ETH werden im wöchentlichen Rhythmus veröffentlicht. https://ethz.ch/services/en/news-an…virus.html
Vielleicht nicht das volle Princeton Programm, aber immerhin etwas.

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"Mögen hätt' ich schon wollen, aber dürfen hab ich mich nicht getraut!"; Karl Valentin; Hrsg. Helmut Bachmaier, 1990; Serie Piper; Bd. 1162

Nicht ganz das Selbe - vor allem im ersten Teil…

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Dorothee Brumann
Fachführung Sourcing & Mentorin
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Ein gutes Essay, über die Vorbildrolle der Universitäten. Ich denke, da gäbe es auf jeden Fall noch Spielraum in der Schweiz. Daten entsprechend aufzubereiten und als Campus gemeinsam einen Alltag ermöglichen, könnte in jedem Fall für alle Beteiligten von Interesse sein. Selbst wenn dann am Schluss tägliche Tests notwendig sind, anstelle einer Impfpflicht. Sie sollten vermehrt selbstständig Lösungen entwickeln und nicht auf die Politik warten. Ist vielleicht auch nur ein Gefühl nach dem Essay und mehr eine Frage: warten die Unis in der Schweiz tatsächlich ab, was die Politik vorgibt?

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Ich verstehe nicht, worin der Sinn des täglichen testens liegen soll. Junge Menschen, allesamt mit Maske und ein Grossteil davon (90%+) geimpft täglich zu testen ist doch schlicht unnötig. Die digitalen Medien bieten die Möglichkeit für Gefährdete, von zu Hause aus teilzunehmen. Für alle anderen muss doch ein normaler Campusalltag vor Ort möglich sein.

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Dorothee Brumann
Fachführung Sourcing & Mentorin
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Das gilt es zu verifizieren mit entsprechenden Daten. Ich kenne die Daten nicht und weiss nicht, wie hoch der Anteil an Geimpften an den Unis ist. Ausserdem finde ich es wichtig, dass alle - auch Gefährdete - am Campusalltag teilnehmen könnten.

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Sehr geehrter Herr Hagner
Vielen Dank für den Beitrag. Ich gebe Ihnen recht, dass sich die Wissenschaft zum Teil zurückhält. Allerdings erleben wir eine Zeit, wo einzelne Wissenschaftler noch nie einen so hohen Stellenwert bekommen haben wie heute. Dass die Forderung der Wissenschaft politisch nicht immer umgesetzt werden ist für mich ein Ausdruck , dass am Ende die Politik entscheiden muss. Ich glaube, dass dies in allen Demokratien so ist. Ihr Beitrag hat mich enttäuscht. Ihre einzige Forderung ist , dass sich alle Leute an der Universität impfen lassen sollen.
Sie haben natürlich recht, dass eine vollständig geimpfte Gesellschaft weniger Probleme hätte. Sie können jedoch nicht verlangen, dass dies die Universitäten alleine durchsetzen. Letztlich ist es eine politische Aufgabe. Die hiesigen Universitäten sind keine Privatuniversitäten, die selbstständig agieren können. Sie müssen auf kantonale beziehungsweise Bundesvorgaben reagieren. Wir erleben im Moment eine beispiellose Spaltung der Gesellschaft in geimpfte und nicht geimpfte. Diese Gräben zu schliessen und den Dialog miteinander zu finden ist nicht allein Aufgabe der Universität sondern der Politik. Ich arbeite selbst teilweise an einer Universität. Dort wird aus meiner Sicht schon versucht auf Personen empathisch zu reagieren, die sich nicht impfen lassen wollen.
Wenn die Universitäten nun einseitig eine Impfpflicht einführen wird dies sicherlich nicht die Wunden der Gesellschaft heilen. Abgesehen davon haben die Universitäten für solch einen Schritt aus meiner Sicht gar kein Recht und die Befugnis dazu.

Vielen herzlichen Dank.

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Eine Universitaet haette die Moeglichkeit Ungeimpfte ins Homeoffice zu verbannen. Besser nur die wie Alle.

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Danke Herr Hagner für diesen Einblick. Die Fragen die sich mir aufdrängen:
Was hindert heute unsere Hochschulen daran freiwillig ein solches Konzept umzusetzen?
Wäre es möglich, dass die Schulleitungen es einfach tun?
Oder ist es rechtlich nicht möglich? Z.B. Impfzwang nicht legal?
Oder besteht keine Bereitschaft dazu in den Schulleitungen?
Danke im Voraus für Ihre Einschätzung.

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Der wesentliche Unterschied zwischen Princeton und den hiesigen Unis ist, dass Princeton privat ist. Wenn bei uns die Unis entscheiden würden, eine Impfpflicht durchzusetzen wäre es indirekt der Staat, der dies fordern würde - und genau der Staat ist es ja aktuell gerade, der laufend progagiert, keine allgemeine Impfpflicht anzustreben.

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Danke für den Artikel. Ein wichtiger Vergleich wäre doch auch, wie sehr sich das Vorgehen von Princeton auf die psychische Gesundheit von Studierenden auswirkt. Gibt es dazu Erkenntnisse?

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Ein sehr anregender Artikel. Die Hochschulen habe sich zwar redlich bemüht die behördlichen Massnahmen umzusetzen, sie haben aber aus meiner Sicht die Chance verpasst den Campus zu einem Labor für die Erprobung und Auswertung neuer Ideen zu gestalten. Es geht dabei nicht nur ums Impfen, es gäbe auch andere Felder, z.B. Experimente mit Luftfiltern. Oder warum in dieser Krise nicht die Chance packen und einen gezielten Effort mit neuen Formen/Experimenten im Distance Learning (ein Thema an welchem man schon lange herumwerkelt) starten? Einzelne Dozierende/Studierende haben viele Anstrengungen durchaus unternommen. Aber es ginge darum, dass eine Hochschule dies gezielt, koordiniert und mit einer öffentlichen Auswertung machen würde!
Warum es nicht passiert ist? Ich weiss es auch nicht. Vermutlich spielt dabei ein Rolle, dass wir alle immer gedacht/gehofft haben "jetzt ist es dann bald vorbei" und wird uns auf "danach" fokussiert haben...

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Der mit den Luftfiltern.. daran kann man sich die Finger verbrennen. Es ist vielleicht schon über ein Jahr her als Kassensturz die Wirkung von Luftfiltern testen liess. Ein Biolabor in Innsbruck packte dies dann an. Sie liessen Bakterien, resp Bakteriennebel durch die Filter ziehen. Dabei fiel niemandem (Auftraggeber, Auftragnehmer, Zuschauer)) auf, dass es erstens nicht um Bakterien ging, und zweitens Viren nochmals um einen Faktor Hundert kleiner sind. Egal. Jeder der am Bahnhof neben der Raucherecke vorbei geht bekommt eine Vorstellung wie gut die Filter wirken.

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Danke für die interessanten Überlegungen.
"Die entscheidende Voraussetzung dafür wäre der politische Wille beim Bund und in den Kantonen. Daran scheint es zu hapern", sagt Professor Michael Hagner. Das hängt damit zusammen, dass Wissen und somit Universitäten brandgefährlich sind, seit Jahrhunderten. Nehmen Sie Kopernikus-Galilei: Ihr Wissen vom Heliozentrismus nahm der Kirche den Himmel weg: Enteignung, denn statt der heiligen Kirche gehörte er nun der Physik, der Astronomie. Luther et al. nahmen der kath. Kirche mit dem von ihr im 12. Jh. erfundenen Fegefeuer deren Ablasshandel als grosse Einnahmequelle weg; dazu noch die Einnahmen durch den Reliquienkommerz.
1990 enteignete das medizinische Wissen um die Asbestepidemie das Geschäft und die Technologie mit dem "weissen Gold". Die Tabakindustrie hat quasi nur noch die Schweiz, die sie vor der Enteignung schützt (vgl. Februarabstimmung 2022).
Die wohl grösste Enteignung der Menschheitsgeschichte droht dem Geschäft mit den fossilen Brennstoffen. Jahrzehntelang bildeten die Ölmultinationalen die Mehrheit unter den 10 grössten börsenkotierten Unternehmen: der Konflikt zw. biologischem Wissen - Wohl der Biosphäre für Mensch, Tier und Vegetation - und Wirtschaftsinteressen an lukrativen Märkten im Anthropozän ist unlösbar, leider bezahlen weltweit viele Menschen diese Auseinandersetzung mit ihrer Gesundheit und ihrem Leben, auch in der Pandemie. Auch in der Schweiz.

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Von unten
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Mich haben Titel und einleitende Sätze in die Irre geführt. Ich habe den Artikel gelesen, weil ich gemeint habe, es gehe darum, als Forschungseinrichtung ganz gezielt bestimmten drängenden Fragen in der gegenwärtigen Krise nachzugehen. Zum Beispiel: wie wirken dieAufrufe des BAG, wen erreichen sie? Werden die Werbeaktionen für Massnahmen und Impfungen der Tatsache angepasst, dass es in der Schweiz trotz obligatorischer Schulpflicht zwischen 5 und 20% an funktionellen Analphabeten gibt - und das sind nicht nur die Einwanderer:innen. Ist den Kampagnenleitern bewusst, dass es Menschen gibt, die Plakate mit Aufrufen kaum beachten, sich wenn überhaupt, nur über ganz bestimmte Kanäle informieren? Zum Beispiel einfach über ihre Arbeitskolleg:innen, Verwandte, Freunde? Dass diese Menschengruppe nicht so klein ist, dass sie vernachlässigt werden kann?
Was Herr Hagner über die Princeton berichtet ist für mich die Schreckensvision der Zukunft: reiche Institutionen, Länder, Quartiere werden sich als gated communities vor allen möglichen Bedrohungen schützen können, auch vor Pandemien. Der Rest der Bevölkerung bleibt aussen vor.

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Studierend an einer Uni
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Durch ein effektives Test- und Impfkonzept werden keine "gated communities" geschaffen. Alle Menschen einer Hochschule werden in dieses Konzept eingeschlossen. Da bei uns in der Schweiz, im Gegensatz zu vielen Universitäten in den USA, auch ein Grossteil der Bevölkerung studieren darf und kann, bleibt auch kein "Rest der Bevölkerung" aussen vor.
Dass Regeln an allen Orten etwas anders, den lokalen Gegebenheiten angepasst, sind, ist mMn nachvollziehbar und gerechtfertigt. Es ist praktisch unmöglich und auch nicht sinnvoll an allen Orten die gleichen Regeln zu haben. Vielmehr ermöglichen transparente, klare und konstante Regeln für die Teilnahme an einer Hochschule eine grössere Planbarkeit, was ich positiv sehe.

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Viele Leute überrascht das, aber der Anteil der Schulabgänger, der an eine Uni geht, ist in den USA mit knapp über 40% deutlich höher als in der Schweiz (soweit ich weiß 22%). Ob das gut oder schlecht ist, ist eine andere Frage. Aber das universitäre Ausbildungssystem wird in der Schweiz von wesentlich weniger Leuten genutzt als in den USA.
Neben den in der Tat sehr exklusiven Top-Unis gibt es in den USA eben auch sehr viele gute und einigermaßen erschwingliche öffentliche Unis.

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Ich finde das Vorgehen von Princeton gut, frage mich aber ob es sich als Modell für andere eignet. Hätten wir z.B. schweizweit genügend Testkapazität um alle zwei Mal die Woche mit einem PCR-Test zu testen? Hätten z.B. unsere Universitäten genügend Geld um ein solches Testregime zu bezahlen? Oder wer bezahlt dort die Tests? Die Mitarbeitende und Studierende selbst?

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Die Frage dazu waere, wie teuer eine Quarantane fuer eine ganze Klasse, resp eines Hoersaales wegen eines Infizierten kommt. Die kann man nun mit Null beantworten oder auch nicht.

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So etwas in der Art, hätte ich mir von den CH Hochschulen gewünscht. Bravo Wien.
https://www.maxperutzlabs.ac.at/vcdi-dt

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Können die Unis reagieren? Ich finde man hat auch an den Unis kein politischen Wille dafür.

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Komme spät. Dennoch: danke für diesen sehr guten Beitrag.

Zum Gleichbehandlungsprinzip (keine Korrektur oder Ergänzung, nur eine Verdeutlichung): Dieses bedeutet, dass Gleiches gleich behandelt werden muss und Ungleiches ungleich. Fehler sind zu korrigieren, denn es gibt keine Gleichbehandlung im Fehler, d.h. Gleichbehandlung bedeutet nicht, dass alle und alles gleich willkürlich behandelt werden darf.

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Erneut wurde ich enttäuscht und bin froh das Republik-Abo beendet zu haben. Da denkt man die Uni würde sich besonders hervortun bezüglich Forschung, Erkenntnissen, Therapierfolgen o. ä. dabei geht es erneut wieder um Kontrollzwang Gesunder und indirektem Impfzwang - anstelle endlich einzusehen, dass die Wintermonate zusätzliches Pflegepersonal benötigen.
Denn wenn Corona durch ist kommt ganz bestimmt der nächste Virus oder die nächste krankmachende Begebenheit.

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