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Eine der besten Analysen über die KVI, die die zentralen Fragen auf den Punkt bringt und die auch erklärt, warum mit so harten Bandagen gekämpft wird!
Kurz gesagt geht es hier um die Wahl zwischen einem Steuer optimierten, die Menschenrechte verachtenden, Gewinn um jeden Preis optimierenden Raubtierkapitalismus in einer von Schwarzgeld triefenden Grauzone oder um eine liberale internationale Rechts- und Wirtschaftsordnung, die den Menschenrechten und den Umweltfragen eine zentrale Bedeutung beimisst.

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Super formuliert HErr Kienholz. Noch einen Zaken dazu und eine Bewaffnung des Volkes und wir sind in Amerika

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Im bis an die Zähne bewaffneten Amerika geht es aber genau andersrum. Die Milizen der Ungebildeten versuchen gewaltsam einer Mehrheit der Bevölkerung den unkontrollierten Kapitalismus aufzuzwingen, der ihnen am meisten selbst schadet. Gefördert und finanziert von den Profiteuren dieser Wirtschaftsform, den reichen Erben, ungeachtet der Tatsache, dass sie ihren eigenen Erben damit ein Leben in Reichen-Ghettos aufzwingen.
Was genau ist eigentlich bei so viel Zwang noch liberal?
Frei nach Forrest Gumps Mutter: Dumm ist, wer Dummes tut!

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Danke, Herr Binswanger, für den vielleicht besten Text über die KOVI! Es wird auch darauf hingewiesen, dass man sich im Falle einer Annahme keine übertriebenen Hoffnungen machen sollte. Und trotzdem: Nur schon die Feststellung: „ Dennoch werden die Sorgfalts­pflichten das Geschäfts­gebaren stark beeinflussen“ reicht für ein starkes JA!

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Rolf Müller
Action Anthropologist
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· editiert

Die gestrige Arena-Diskussionssendung war hoch interessant!
Das "Establishment" in ihren traditionellen Macht-Positionen Wirtschaft, Religion und Armee, zeigte sich nervös, aufgewühlt und verletzlich.
Nur noch die Bundesrätin Karin Keller-Suter schaffte es, die Maske ruhig-überlegener Sachlichkeit aufzusetzen. Aber auch das telegene Lächeln ihrer Maske war etwas verkrampft.
Die alten Beschwörungen und Dogmas, welche die zwei rechtsbürgerlichen Politiker KKS und Gerhard Pfister, wie üblich herunter beteten, assistiert von einer sichtlich ausser Rand und Band geratenen Lobbyistin von "Economie Suisse" wirkten gleichermassen "aus der Zeit gefallen", wie lächerlich.
Auf der anderen Seite sah man dann eine neue Allianz der WIRKLICHEN Vernunft und Sachlichkeit, völlig un-ideologisch, un-verkrampft und über die Parteigrenzen hinweg:
Ein ehrenwerte "Bürgerlicher" (Hut ab vor Herrn Landolt von der BDP!), eine ehrenwerte Liberale von der Organisation Libero, ein ehrenwerter Sozialdemokrat, der als Jurist etwas von der Materie versteht (Jositsch).
Da wurde eine Zeitenwende sichtbar zwischen einer "Alten Schule", die davon ausgeht, dass es in der Wirtschaft darum gehen muss, möglichst tiefe Preise und möglichst hohe Profite zu erzielen und einer "Neuen Schule", die davon ausgeht, dass die Wirtschaft eine ganzheitliche Lebensqualität erhalten und verbessern sollte.
Und eine solche ganzheitliche Qualität wird nur erreicht, wenn hohe ökologische- und soziale Standards gelten und auch durchgesetzt werden, so dass alle Markt-TeilnehmerInnen "gleich lange Spiesse im Wettbewerb" haben!
Und: Auch die "Neue Schule" wird nicht funktionieren, wenn sie vor allem aufgezwungen werden muss!
Die heutige "Bio-Fair Trade-Cleantech"-Speerspitze der "Green Economy" entwickelt sich seit Jahrzehnten FREIWILLIG, gegen den erbitterten Widerstand des "Alten, Militärisch-Industriellen Komplexes", der -via von ihm kontrollierte, nationale Hampelmänner- und Hampelfrauen-Regierungen- mit immer wieder neuen, kafkaesken Bürokratie-Hindernissen und anderen Sabotage-Aktionen das Aufkommen der ökologisch-sozialen Marktwirtschaft verhindert.
Letztlich kann aber die Ökonomie nur funktionieren, wenn sie ökologisch nachhaltig ist!
Und Betriebswirtschaften werden sich gegenseitig zerstören, wenn sie sich nicht als Teil einer gemeinsamen Volkswirtschaft sehen und verstehen können.
Wenn also wir Menschen selber weiterhin unfähig sein sollten, eine Konzernverantwortung wenigstens zu definieren und ansatzweise umzusetzen, dann wird uns das übergeordnete System "Natur" die "Rote Karte" zeigen...

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Wow! Dem ist nichts hinzuzufügen.

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Die Verzweiflung der Gegner muss riesengross sein. Die Analyse von Herrn Binswanger listet in aller Klarheit die Gründe auf, die sie antreiben. Es geht wirklich um die Wurst. Die Schweizer Wirtschaft tat sich schon immer schwer, auf lieb gewordene Privilegien, die man durchaus auch als Gaunereien bezeichnen kann, zu verzichten. Freiwillig wird sie es nicht tun.

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D. K.
Unterstützer
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Super, diese scharfe Analyse und klaren Worte an die Adresse der „Freiheitlichen“! Was braucht es noch alles an Argumenten, damit die Gegner der Kvi solchen elementaren Denkoperationen folgen können? Wie gross muss die ideologische Verblendung sein, wenn die Gegner der Kvi die Rechtssicherheit alleine für sich und ihr Rudel beanspruchen wollen?
Ich hoffe, dass die Kvi viele Menschen in unserem Land - nicht nur am Abstimmungssonntag - bewegt, für liberale und zugleich soziale Werte einzustehen.

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Wie immer – Binswanger kann denken und schreiben!

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Mehr als das: er kann nicht nur, er tut es!

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Vera Kehrli
die Unbequeme
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Genau. Die Chefredaktoren sollten sich ein Beispiel an Binswanger nehmen.

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Sie präsentieren in übersichtlicher Form die gängigen Argumente der Initiativgegner. Ich werde nicht darauf eintreten, da diese zur Genüge widerlegt wurden.
Aber ich stelle Ihnen eine Frage: Wie deuten Sie den Umstand, dass ein liberaler Bürgerlicher wie Martin Landolt ausgerechnet in seinen Stellungnahmen zur Annahme einer angeblich "linksextremen" Initiative zu Höchstform aufläuft (wie gestern in der Arena)?

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Lieber Herr L.

Da kann doch der Herr Binswanger nichts dafür, dass den Gegnern der Initiative primär Quatsch-Argumente einfallen. Warum argumentieren sie so?

Und das dümmste Argument ist wohl, dass die Initiative extrem sei, vorgebracht von Bürgerlichen, welche damit andere Bürgerliche abschiessen wollen. Nein, stimmt nicht, es geht dümmer: wenn Bürgerliche anderen Bürgerlichen vorwerfen, links oder jakobinisch zu sein.

Noch etwas, äxgüsi: die Versuche, die Initiative im Parlament mit Tricklis zu bodigen, scheinen mir auch nicht gerade ein Beleg dafür zu sein, dass die Gegner Vertrauen in ihre Argumente haben. Am Radio hörte ich das Interview mit Herrn Noser und fand, Macchiavelli sei wohl ein Anfänger gewesen.

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Lieber Herr L., sie schreiben unter anderem, dass totalitäre Regimes in Entwicklungsländern nicht genug (oder nichts) unternehmen, um Kinderarbeit zu verbieten, Menschenrechte einzuhalten, Umweltstandards einzuführen, etc. Finden Sie es denn nicht bedenklich, dass u.a. auch Schweizer Unternehmen diesen Umstand ausnützen, um dort unter "einfacheren" sprich weniger durch rechtliche Vorgaben eingeschränkte Bedingungen geschäften? Oder dass unser Wohlstand in der Schweiz mit diesen Steuergeldern mitfinanziert wird? Ja, es mag sein, dass sich die Lebens- und Arbeitsbedingungen vor Ort durch eine solche Initiative in der Schweiz nicht gross ändern werden. Aber haben wir als Bürgerinnen und Bürger nicht die Pflicht, Rahmenbedingungen einzufordern, unter denen hier steuerzahlende Unternehmen sich an hier gängige Standards halten, egal wo sie geschäften?

Persönlich habe ich immer etwas Mühe damit, wenn Freunde aus dem Ausland unsere Infrastruktur loben. Wahrscheinlich konnten wir uns diesen Ausbau nur leisten, weil wir es geschafft haben, grosse Konzerne davon zu überzeugen, bei uns statt in anderen Ländern Steuern zu zahlen (und dort fehlt dann dieses Geld). Damit muss eine Verantwortung verbunden sein.

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"So ist das also: Umwelt­zerstörung zum Zweck des Umwelt­schutzes! Auch findet Couchepin deutliche Worte, um FDP-Partei­freund und Alt-Ständerat Dick Marty zu desavouieren, ein Kovi-Befürworter der ersten Stunde und Co-Präsident des Initiativ­komitees. Er erinnere ihn an Robespierre, «der die Menschen enthauptete, um sicher­zugehen, dass die Tugenden der Republik durchgesetzt werden». Die Kovi – oder das totalitäre Ideal von blutrünstigen Jakobinern." - Gehen wir auf Distanz zur Abstimmung und dem, was D. Binswanger treffend schildert, so beinhaltet der Schlagabtausch zwischen dem liberalen P. Couchepin und dem liberalen D.Marty den Widerspruch zwischen den zwei Gründungsrevolutionen des Liberalismus:
Einerseits die bürgerliche Revolution von 1776 der USA, die zwar unveräusserliche Menschenrechte in ihrer "Unabhängigkeitserklärung" festschreibt, gleichzeitig aber mit der grössten Selbstverständlichkeit die transatlantischen Deportation von Millionen von Menschen aus Afrika mitverantwortet, die sie auf dem Sklavenmarkt handelt, und zwar als "BIENS MEUBLES" für die lukrative Bewirtschaftung der "BIENS IMMEUBLES", die Plantagen, deren Land sie den Ureinwohnern fortlaufend wegstiehlt. Im Namen der Wirtschafts- und Besitzfreiheit (LIBERALE PRINZIPIEN). Sozial: "We the people" der Gründertexte der USA ist der Ausschluss vom PEOPLE aller anderen Rassen und...der Frauen. Wirtschaftlich im Zentrum stand damals die Sklaverei.
Andererseits die französische Revolution von 1789, die den Grundstock der heutigen Menschenrechtserklärung legte, und als eine der ersten Beschlüsse die Sklaverei, weil unvereinbar mit den Menschenrechten, abschuf (Anfang eines Hin und Her, je nach den zwei Hauptrichtungen des Liberalismus, wie ihn Couchepin ou Marty heute noch zelebrieren).
Als Hauptunterschied sehe ich die Referenz "FRATERNITE" , welche nur in der liberalen Revolution in Frankreich vorkommet und schon von Rousseau behandelt wird : Der Mensch ist frei geboren, und weil der Sklave ein Mensch ist (ein Menschenbruder in Fleisch und Blut, jeder Mischling ist der inkarnierte Beweis, denn Mischlinge zwischen Kühen oder anderen Tieren und Menschen gibt's nicht, kein Tier kann unsere Schwester oder unser Bruder sein), ist Sklaverei unvereinbar mit der 3. Referenz der franz. Revolution. Genau diesen Bezug bekämpft die amerikanische liberale Revolution bis heute.
Eine Schlussbemerkung: KAIN WAR DER ERSTE LIBERALE: er nahm sich die Freiheit, über seinen Bruder zu verfügen. Nach dem Extremfall (Brudermord), log er auf die Frage, wo ist Dein Bruder (" ich weiss es nicht!"), um nachher die urliberale Gegenfrage zu stellen: "Soll ich meines Bruders Hüter sein?" Das Menschenrecht ist die Antwort auf die Kainsfrage: Mensch, begegne Deiner Schwester, Deinem Bruder und behandle sie "Dans un esprit de fraternité": un "DEVOIR" (Art. 1 des Menschenrechts): Menschenrecht ist keine Option, sondern Pflicht.
Meiner Meinung nach geht es in der Kovi letztlich um das Verhältnis von Mensch zu Mitmensch in der globalen Wirtschaftswelt: unterstellen wir unser Handeln (im globalen Handel und Markt) dem Gebot der Geschwisterlichkeit oder Kains (vgl. Schlusswort von Landolt, er wandere aus, wenn "unsere Freiheit (darin besteht), Sklaven Kost und Logis zu geben", Arena vom 30.10.2020). (Übrigens idem in der Frage der Biosphäre, genannt Umwelt).

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Stark! Das Kainsbild habe ich noch nie so gesehen. Aber es trifft.

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Das ist eine richtig gute Zusammenfassung über den Ursprung der unterschiedlichen liberalen Werte, die sich in ihren Gegensätzen bis heute gehalten haben. Ihr Kommentar war ein echter Erkenntnisgewinn für mich, vielen Dank dafür.

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T. L.
Ich spiele keine Rolle
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Und die gefälschten Plakate und manipulierten Fotos der Initianten - sind die auch ein Erkenntnisgewinn für Sie?

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Eigentlich will die Initiative nur eine Selbstverständlichkeit. Ich habe lange darüber nachgedacht, wieso die Gegner der Initiative dermassen hyperventilieren und dermassen schlecht argumentieren. Wahrscheinlich gibt es wirklich keine guten Argumente gegen die Initiative und die Argumentation der Gegner gleicht dem Plakat mit dem Hund, das ich auch nicht begreife. Katzen beissen sich in den Schwanz, nicht aber Hunde. Offenbar haben Pfister und seine Leute nicht einmal das verstanden.

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Wow! Das ist ein Artikel, um KVI -SkeptikerInnen weiterzuempfehlen!

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Heute Abend hatte ich am Radio gehört, wie weltfremd und lügenhaft die FDP-Delegierten argumentierten. Da las ich Ihre Analyse, Herr Binnswanger. Sie tat wohl. Danke. Post tenebras lux !

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Wo bleibt die Substanz Ihrer Aussage? Mehr als Polemik fällig Ihnen offenbar nicht ein.

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Vera Kehrli
die Unbequeme
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Binswanger zeigt es auf: viele selbsternannte Liberale sind leider nur scheinliberal.

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Eigenverantwortung ist eben etwas für die Armen Frau Kehrli...

Wer nichts dafür kann auf den soll durch ein Zusammenstreichen, statt dem nötigen Ausbau von öffentlicher Bildung und Sozialstaat die Verantwortung übernehmen und sicher nicht derjenige, der frei zu entscheiden ist und sein Geschäft freiwillig so aufgebaut hat, dass es gegen Regeln verstösst, anstatt krank zu werden oder seinen Job zu verlieren.
Wahrlich liberal!

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Hervorragend auf den Punkt gebracht, Herr Binswanger! Die Argumentation der KVI-Gegner ist erschreckend schlecht - das hat auch die gestrige Arena auf SRF gezeigt.

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T. S.
"Physiker"
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Danke! Letztlich geht es um Gerechtigkeit und da ist klar, weshalb Dick Marty sich so sehr für die Initiative einsetzt. Ich verstehe nicht viel von Liberalismus, aber ist nicht ein Grundgedanke, dass möglichst viel Freiheit herrschen soll, aber nur so weit, wie sie nicht die Freiheit anderer verkleinert? Das würde heissen, dass Konzerne, welche Menschen in anderen Ländern schaden, sich illiberal verhalten? Wenn das stimmt, müssten doch alle liberalen FDP-Mitglieder dafür sein? Oder ist das zu einfach?

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D. T.
· editiert

Das ist tatsächlich ein Grundgedanke des Liberalismus Herr S. Sowie eben auch, dass es dazugehört Verantwortung für sein bewusstes und absichtliches Handeln zu übernehmen, wenn man mehr Freiheiten möchte.
Aber die Wirtschaftsliberalen sind eben seit jeher eher Scheinliberale. Gegen Chancengleichheit, für die Bewahrung von Privilegien und Eigenverantwortung ist etwas für die Armen und Schwachen...

Gut und schön als Rechtfertigung warum man die Sozialwerke zusammensparen können soll, obwohl da ja jemand für etwas Verantwortung übernehmen soll, für das er meist gar nichts kann und auch nichts daran zu ändern im Stande wäre, im Gegensatz zu den Profiteuren der Globalisierung.

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Kant gilt als Referenz der Bürgerlichen (kategorischer Imperativ, schon in Leviathan vorgebildet, sicher in anderen Kulturen auch).

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T. S.
Mitdenker
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Man könnte auch sagen, es geht um eine ausgeklügelte Form von Spätkolonialismus. Da zeigt sich das wahre Gesicht von Bürgerlichen.
Ich traue den "guten Chancen" für die Initiative nicht. Es braucht ein persönliches Engagement...auch von dir.

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Urs Fankhauser
Citoyen
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· editiert

Einen Erfolg hat die KOVI bereits vor der Abstimmung erzielt: Sie klärt Verhältnisse. Die Mehrheit der GLP interpretiert die Grenzen des Wirtschaftsliberalismus erfreulicherweise anders als die FdP. Oder genauer: im Unterschied zur Rest-FdP gibt es für eine Mehrheit der GLP auch in der Wirtschaft rote Linien. Die KOVI trägt also wesentlich dazu bei, den Niedergang der einstigen Wirtschaftspartei beharrlich vorwärts zu treiben. Kein Wunder, wenn diese unter "Wirtschaft" nur noch die Interessen von multinationalen Konzernen und einer schmalen Elite von nationalen Nutzniessern versteht. Frisst da die Globalisierung gerade ihr helvetisches Lieblingskind?
Klärung auch in der "Mitte" (hier in der Bedeutung des Parteiprojekts, welches zur Rettung des CVP-Bundesratsitzes ersonnen wurde): Pikanterweise stehen sich die zwei Mitte-Exponenten Landolt und Pfister in dieser Abstimmung diametral gegenüber. Dass diese Dissonanz nicht in einer erwartbaren Situation wie der Familienpolitik, der Genderfrage oder einem anderen Terrain katholischer Restwerte aufbricht, macht deutlich, dass sich Pfister nebst Stimmen auch jede Menge neuer Konflikte an Bord geholt hat.

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Rolf Müller
Action Anthropologist
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Ich frage mich gerade, ob Landolt immer noch Pfister an Land holen möchte.
Wäre eine Fusion mit der GLP für die BDP denn tabu?

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Für einmal ist meine Welt ganz einfach. Im Abstimmungskampf zur Konzernverantwortungs-- Initiative gibt es nur zwei Sorten Politiker*innen: die Anständigen und die Unanständigen. Oder die Redlichen und die Unredlichen.

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Verena Rothen
fotografie, texte, webpubl&lektorin
·

Noch selten so oft smilend durch einen Entscheidungstext von hoher politischer, könnte fast sagen, politisch-globaler Tragweite geflutscht.
Ganz besonders vergnüglich, die serielle Sequenz von
Das ist natürlich Quatsch! - Schon fast Netflix ;)
Die wunder-volle Leichtigkeit des Seins; danke vielmals für den tollen Text.

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F. G.
· editiert

Bevor's vergessen wird, wird das eh nichts. Wir machen im eigenen Land schon seit Jahrzehnten überhaupt nichts, um Unternehmen haften zu lassen.

  • Der Sempachersee darf seit Jahrzehnten ueberduengt werden, die Schuldigen sind erkannt, die Kosten trägt die Allgemeinheit

  • Die Munition am Seegrund des Thunersees, hätte man in den vergangenen Jahrzehnten ueber's Militaerbudget entsorgen können.

  • Die 3000 Tonnen Munition in einem Seitental beim Thunersee haette man auch ueber die vergangenen Jahrzehnte über das Militärbudget entsorgen können

  • Ein paar Chlorchemie Altlasten werden seit Jahrzehnten "beobachtet", anstelle entsorgt.

  • Wie war das nochmals mit der Deponie Koelliken, die ging zu Lasten der Allgemeinheit ?

  • Wie gestern lesbar darf Lonza seit Jahrzehnten gefaehrliche Stickoxide freisetzen.
    Daher - ändert sich wenig, ob die Abstimmung angenommen wird. Zeit war schon lange da, die Gesetzgebung auch.

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Verena Rothen
fotografie, texte, webpubl&lektorin
·
· editiert

Na, gerade Lonza zeigt sehr schön auf, wie viel schöne Worte auf Hochglanzprospekten - dereinst vielleicht poliertem Recyclingpapier -bringen ohne Verpflichtung, ohne Haftpflichtgesetz.

Für die Treibhausgasschleuder namens Lachgas - die eben nicht im Gesetz mit drinsteht (hoffe, das wird bald geändert) - soll bei den zweistellig mehrstelligen Gewinnen statt winzigste Prozentanteile davon für Sanierungen eingesetzt doch lieber x Jahre das Gas noch entweichen - und so „der Bund“, bzw. die Bundeseinnahmen, also wir alle, gezwungen werden, die Sanierungskosten zu übernehmen. Aber vielleicht wollen sie ja auch nur möglichst lange weiter lachen noch im Wallis. Würde früher, noch nicht allzu lange her - ob immer noch? - für die Anästhesie eingesetzt vor Operationen.

Lonza Verantwortung : Fast wie bei meinem Bruder, der passt perfekt in diesen Rahmen; Jahrzehnte lang vernachlässigter Unterhalt, im Bereich der Elektroverkabelungen gemäss dem sanierenden Elektrofachmeister schwarz auf weiss als brandgefährlich (im Wortsinn) dokumentiert - in Räumlichkeiten in einem fünfundfünfzig Jahre lang, sommers durch Hitze, winters durch Kälte, gedörrten Tannenholz-Dachstock (ja, genau das, was wir seit Kindheit alle als leichtest entflammbares Anfeuerholz kennen und benutzen).
Bei den Sanierungsarbeiten, die dann ich, nicht leider geil, aber „leider“ (oder auch thank goodness) federführend, seit ich das vor vier Jahren endlich rausgefunden habe, und seit der schrittweisen Entdeckung dieser lebensgefährlichen Mängel in den letzten zwei Jahren veranlasst habe (mit dem kleinen Unterschied, dass ich keine Dokumentationen zu irgendwas wirklich auf dem Tisch oder darunter liegen habe, sondern die Lecks alle erst selber noch finden muss) stand dann auch lebensgefährlich noch drauf. Dafür zahle ich in zahllosen juristischen Auseinandersetzungen noch drauf, während ich inzwischen praktisch Vollzeit vierzig Jahre Unterhalt am Nachholen bin. Während mein Bruder nicht nur all die Jahre einkassiert hat, sondern seit zehn Jahren mein bitte möglichst vorzeitiges, jedenfalls zügig-rasches Ableben (zu seinen Gunsten natürlich) in Verträge schwarz auf weiss mit einschreibt (ich war damals knapp über fünfzig, er knapp darunter) und als kleines Spielchen nebenbei mein ökonomisches Überleben zielführend zielgerichtet ausserdem noch gefährdet. So zahle ich für meinen ganzen Arbeitsaufwand, und nicht nur finanziell, auch noch drauf, und soll auch noch voll ducken dabei. Achtzig Prozent meiner Energie geht zusätzlich drauf. Während er kaltlächelnd zweistellige Millionenbeträge verdient in der gleichen Zeit. Nein, ich missgönne ihm keinen müden Rappen davon. Nur mit meinem Leben zahlen daneben möchte ich bitte gerne nicht auch noch.

Tja, und dieses Problem des verantwortungsfreien, parasitär verheerenden Teils des aufgezwungenen sogenannten Liberalismus, der für die grosse Mehrheit Unfreiheit bis hin zum Vergiftungstod bedeutet, der nur für eine winzige Minderheit wirklich liberal - also freiheitlich, geschweige denn freiheitsfördernd - ist, dieses Problem des bedrohten Überlebens, für das sie auch noch zahlen - haben leider unglaublich viele andere auch noch, wenn auch in variierender Form; und für einmal hilft da auch geteiltes Schicksal nicht sehr.

Dafür wenigstens für Momente ein solch leichtfüssiger Artikel.
Danke nochmals.

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Eine weitere scharfe Analyse, danke Herr Binswanger! Meine einzige Bitte an die sonst grossartige Republik / das Lektorat: barrierefreiere Sprache! Einige der Begriffe (herum­laboriert, elektoral, ...) sind schwer verständlich für einen Grossteil unserer Gesellschaft. Gerade bei Abstimmungsthemen - aber auch sonst - wäre es super, wenn die Analysen breiter verständlich präsentiert würden. Danke!

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Was ist denn da schwerverständlich ? Verstehe ich nicht.

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S. G.
Verlegerin
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Und auch ich kann mich all den Komplimenten anschliessen! Es gibt auch eine lustige Variante von Renato Kaiser dazu:
https://www.srf.ch/audio/zytlupe/re…d=11845116

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Schon wieder ein Grund die Republik weiter zu abonnieren.

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Ja, es geht um die Frage welchen Liberalismus wir wollen. Danke Herr Binswanger für diese tolle Analyse. Seit der Arena am Freitag würde ich noch anfügen, dass es auch eine Frage der Reife ist. Die Economiesuisse Direktorin liess sich von der Operation Libero Co-Präsidentin provozieren. Auf der Pro-Seite aus dem bürgerlichen Pro-Komitee habe ich das nicht wahrgenommen. Mit Reife meine ich die Entwicklung zu einem Bewusstsein, das mit komplexen und perspektivenreichen Sachverhalten gekonnt umgehen kann und nicht im dualistischen Weltbild verbleibt. Letzteres Weltbild reagiert mit Wut auf Provokation. Mit diesem Weltbild kontere ich andersartige Perspektiven statt sie anzunehmen und sachlich zu vergleichen. Jedoch braucht es genau diese Fähigkeit, um mit den Zielkonflikten umgehen zu können. Nachhaltigkeit oder eben Enkeltauglichkeit ist eine Frage der Reife und nicht nur eine von Konzepten, Technik und Reporting.

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S. B.
Ich füttere Trolle
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En Guete wünschi:

O     O           ,       
  o o          .:/    
    o      ,,///;,   ,;/ 
      o   o)::::::;;///
         >::::::::;;\\\ 
           ''\\\\\'" ';\ 
              ';\
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Verena Rothen
fotografie, texte, webpubl&lektorin
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Hey, hübsch!!

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Binnswangers Text ist einer seiner grossartigsten! Umfassend begründet und der Sache in Schärfe angemessen. Morgenröte?

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Verena Rothen
fotografie, texte, webpubl&lektorin
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· editiert

Autsch! Morgenröte ist ein leider inzwischen eher befrachtetes Wort, wenn es so ganz allein dasteht. // Abgesehen davon sehr einverstanden.

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Danke Herr Binswanger.

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D. D.
· editiert

"Gefangene von liberalen Traditionen", herrlich! Und soviel "Quatsch" habe ich selten in einem Artikel gelesen, was ich wohl meine? Das ist natürlich Quatsch!

Edit: Es ist natürlich Quatsch dass ich soviel Quatsch gelesen habe, aber in welchem Artikel kommt das Wort "Quatsch" öfter vor als im vorliegenden?

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"Das ist natürlich Quatsch" entlarvt die Ängste der Eigentums-Hüüsli-Schweizer.

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Danke! Ich kann mich all den Komplimenten nur anschliessen.

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Herzlichen Dank für den grossartigen Artikel! Aber gibt es keine bessere Abkürzung als "Kovi"? Erinnert zu sehr an Covid!

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Genau aus diesem Grunde wurde KOVI mit KVI ersetzt.

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Herr Binswanger, Sie schenken mir dir Gewissheit, dass klar und überblickend denkende Menschen nach wie vor bereit sind, ihre Erkenntnisse mit uns zu teilen. Dass solche Begabungen bei unseren "Volksvertretern" und obersten Behörden keinen Zugang finden, ist in meiner Wahrnehmung systembedingt. Mit diesem System leben zu müssen, wäre ohne Beiträge wie die Ihren unerträglich.

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Grossartiger Text - danke!

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Was von den echten Liberalen ruhig auch 'mal in Diskussionen erwähnt werden dürfte: Eigentlich ist die KVI ziemlich unternehmensfreundlich und geschädigtenfeindlich: Auch wer Schäden verusacht, kann sich aus der Haftung befreien. Das ist an sich ist schon nicht mehr wirklich liberal.

Kommt noch dazu, dass Aktiengesellschaften und ähnliche Kapitalgesellschaften sowieso nur beschränkt haften. Jeder Einzelunternehmer (KMU!) haftet dagegen persönlich und unbeschränkt. Oder Autofahrer haften z. B. sogar dann, wenn Ihnen keine Fahrlässigkeit nachgewiesen werden kann, für allfällige Schäden.

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Es folgt ein aufwieglerischer Erfahrungsbericht/Exkurs zum Thema "Bullshit-Argumente" in der CH-Politik:

Wem die "Bullshit-Argumente" in diesem Abstimmungskampf die Augen geöffnet haben, dem* kann ich nur sagen: Bei der Vollgeld-Initiative war es mindestens 3-mal so schlimm!

Zugegeben, das Vollgeld-Thema ist deutlich komplexer und abstrakter. Aber wenn den Initiant*innen im Parlament nur 7 min. gegeben werden, in denen sie den ahnungslosen Politiker*innen neben der Initiative zuerst noch die Funktionsweise und die Probleme des aktuellen Geldsystems erklären müssen, dann muss sich kein Bürger* wundern, dass die Politiker*\innen später nur mit "Bullshit-Argumenten" kommen und der Einfachheit halber dagegen sind, weil sie das Thema nicht (genug) verstehen.

Oder hat jemand das Gefühl, der VGI-Unterstützer Michael Derrer ist aus Spass und Langeweile wegen Falschinformationen im Abstimmungsbüchlein (u. a.) vor Bundesgericht gegangen?
(Dieses hat übrigens "argumentiert", dass die eine oder andere Übertretung ja irrelevant sei, da das Abstimmungsergebnis so deutlich gewesen sei, während es auf die inhaltliche Ebene gar nicht eingegangen ist, da der Text der Abstimmungsunterlagen gar nicht angefochten werden kann. #bananenrepublik)

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In allen pro- und contra Argumentationen geht mir der eigentliche Zweck dieser Initiative verloren ..... das schwächste Glied in der Kette zu schützen und die Umwelt zu schonen. Ob dies nach Annahme der Initiative erreicht wird wage ich zu bezweifeln !

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