Die Republik ist nur so stark wie ihre Community. Werden Sie ein Teil davon und lassen Sie uns miteinander reden. Kommen Sie jetzt an Bord!

DatenschutzFAQErste-Hilfe-Team: kontakt@republik.ch.



Wird endlich ausprechbar…. Danke, dass ihr es tut! Es ist die Generation Z mir fällt auf, dass es auch viele im Alter der Frühpensionierung dahin treibt. Die Boomer wenn sie sich das leisten können. Pensionierung und dann teilweise als free lanzer doch ein Teilpensum anbieten, das aber in kleinem freiem Pensum. Das Bedürfnis raus aus dem Hsmsterrad oder eben gar nicht erst rein breitet sich aus. Bei den älteren oft nur wenn finanzierbar. Die jüngeren, beobachte ich steigen weniger in den Konsumwahnsinn ein. Ich hoffe sehr, dass sich da gesellschaftlich etwas bewegt.

40
/
1

Ein äusserst interessanter und wertvoller Beitrag als positiven Denkanstoss ins neue Jahr! Das ist Lektüre, welche die Republik lesenswert macht.

126
/
0

Dem möchte ich 100% beipflichten!

34
/
0

Vielen Dank für diesen Beitrag. Er bestätigt mein Bauchgefühl, dass mit unserem System allen liberalen Beschwörungen zum Trotz irgendetwas nicht stimmen kann. Oder wir zumindest an einem Punkt angelangt sind, wo man sich eingestehen müsste, dass dieses toxisch geworden ist und nur noch ,,funktioniert“, weil es an sich einem gigantisches Schneeballsystem gleicht.
Ich hoffe, dass man diese aufgezeigten Probleme in naher Zukunft immer lauter aussprechen darf.

82
/
0

Herzlichen Dank! Super Artikel! Bringt mein schon seit längerem bestehendes Unwohlsein auf den Punkt. Ich hatte schon vor mehr als 40 Jahren mit meinem Ökonomieprofessor "Krach"wegen seinem ungebrochenen Glauben an das ewige Wachstum.

72
/
0
Urs Saxer
· editiert

Ökonomische Konzepte sind keine Naturgesetze, sondern gehören kritisch hinterfragt. Ihr Artikel «Vom Sachzwang zum Denkzwang» hat es bereits vor 25 Jahren auf den Punkt gebracht. Vielen Dank für Ihre (wiederholten) Denkanstösse! Es ist höchste Zeit, dass diese Überlegungen auch vermehrt in Lehrbücher Eingang finden.

70
/
0
Meeresbiologe, Fotograf
·

Stellen wir uns vor, wir lebten gegenwärtig in einem System, in dem alle genug haben, zufrieden sind, nichts und niemand bis zur Erschöpfung ausgebeutet wird. Alle leisten mit dem, was sie am besten können einen Beitrag zum Gemeinwohl.

Da kommt jemand und sagt: Ich habe eine gute Idee. Wir wechseln jetzt zu einem System, in dem ganz wenige sehr viel Geld haben. Diese dürfen sich auf Kosten der anderen bereichern und unsere Lebensgrundlage zerstören. Das Geld dieser Reichen verdient sich von selbst. Alle anderen unterwerfen sich diesem System und schuften, ohne je auf einen grünen Zweig zu kommen. Damit sie das tun, lügen wir ihnen vor, sie müssten nur genug arbeiten und würden damit selber reich, dann könnten sie sich alles leisten und wären darum glücklich und zufrieden.

Fänden wir das eine gute Idee?

71
/
2

Und worauf wollen Sie mit ihrer rhetorischen Frage bzw ihrem Gedankenspiel hinaus?

8
/
24
Meeresbiologe, Fotograf
·

Haben Sie eine Vermutung?

13
/
1

T. F., genau das ist unsere Realität. Ich habe ebenfalls auf die Selbstzerstörung in einem anderen Zusammenhang hingewiesen, das Echo der RepublikanerInnen war vernichtend. Das heisst für mich, dass sich hier genau diese "jemand" tummeln, die Sie hier so treffend mit "Da kommt jemand und sagt: Ich habe eine gute Idee" beschreiben. Erschreckend, wie naiv der Mainstream mit der Ausbeutung umgeht !

15
/
1

Sehr guter Artikel! Vielleicht ein wenig zu verzwickt formuliert für den Jahresanfang. Maja Göpel hat in „Unsere Welt neu denken - Eine Einladung“ auch auf das Missverständnis bzgl. der Aussagen Keynes‘ und auf die Tatsache hingewiesen, dass die Idee des homo oecinomicus schon lange nicht mehr haltbar ist. Mir fällt noch der Satz ein: „Nur Idioten und Ökonomen glauben an unendliches Wachstum auf einem begrenzten Planeten.“ (bitte mit viel Humor verstehen!)

65
/
0
· editiert

Nun, wäre doch ein Grossverteiler - übrigens eine "Genossenschaft" - bloss mit gutem Beispiel vorangegangen. Er hätte nie eine Bio-Kette hochgezogen und damit gut 300 Arbeitsplätze und viele genügsame Existenzen ruiniert. Diese Kette veranschaulicht übrigens exemplarisch, dass Wachstum nur noch über den Export, bzw. Import erreicht werden kann. Damit werden funktionierende lokale Märkte in Frage gestellt und in existenzielle Nöte gebracht. Aber hey, wir frequentieren diese Kette, weil es hip ist. Und die "Genossenschaft" geht als Siegerin aus dem freien Wettbewerb hervor. Toll was ( und das ganz im Sinne von verrückt!).
Das ist nur so eine persönliche, vielleicht unausgegorene Beobachtung, die ich dieser Tage gemacht habe. Ist der Sachverhalt deswegen falsch wahrgenommen?

3
/
0

Interessante Ergänzung zu diesem Artikel ist ein kürzlich erschienener "Externer Standpunkt" der beiden Autoren in der NZZ am Sonntag unter dem Titel "Was unsere Volkswirtschaft von der Generation Z lernen kann": "Wollen wir die Marktwirtschaft erhalten, ohne den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Umwelt zu zerstören, müssen wir die Normarbeitszeit dem durchschnittliechen Arbeitsvolumen von gegenwärtig 30 Stunden pro Woche anpassen. Nur so haben alle die Chance auf ein Erwerbseinkommen, das eine soziale Teilhabe ermöglicht." Die Generation Z stelle die alte Frage nach einem sinnvollen Verhältnis zwischen Arbeit und Leben neu. "Damit hätten wir schon vor 50 Jahren beginnen sollen."
Beide Texte sind mir bezüglich Handlungsvorschlägen zu allgemein. Was wäre denn aufgrund der etwa gleich langen beruflichen Erfahrung der beiden Autoren konkret zu tun?

28
/
1

Kein kurzer Text kann alles zugleich leisten. Unser Essay wollte anhand eines exemplarischen, konkreten Problemfelds — jenem der Arbeitspolitik — das Bewusstsein für die wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Fehlentwicklungen schärfen und die dahinter steckenden, grundlegenden ökonomistischen Denkmuster erhellen, ohne deren Überwindung die wirtschaftspolitische Debatte kaum weiterkommt. Für die Vertiefung und konkrete Weiterführung haben wir ja Lesetipps angefügt.

Zu kurz kommen tatsächlich oft die nötigen institutionellen und steuerlichen Reformen, die eine andere Entwicklung strukturell ermöglichen. Dazu finden Sie in meinem kurzen Beitrag Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik jenseits der Wachstumsideologie auf der (leider kürzlich eingestellten) ETH-Plattform Ökonomenstimme eine Liste möglicher und nötiger Ansatzpunkte.

55
/
0

Wo wir mit der Konsum-Hysterie gelandet sind zeigt sich immer wieder, wenn junge Leute als Hobby "Shopping" angeben. Mir wird dann immer ein bisschen übel. Damit will ich natürlich nicht sagen, dass der Konsumwahnsinn nur die Jungen betrifft, er wird bei diesem Satz halt augenfällig.

50
/
1

Kontroverser, aber verwandt: «Reisen».

32
/
3

Nunja, reisen an sich ist nicht das Problem, auf das „wie“ kommt es an. Wer die Welt langsam entdeckt, zu Fuss, mit dem Velo, mit dem Zug, wer im Zelt übernachtet statt im all inclusive-Luxushotel, wer die Kinder mit dem Nachtzug in andere Ecken bringt statt mit dem Langstreckenflug - man kann reisen und trotzdem verantwortungsvoll handeln. Insbesondere, wenn man Zeit hat. Womit wir wieder bei der Arbeitszeit wären.

Im Übrigen ist es hinsichtlich der Klimakrise der falsche Weg, allein auf individuelle Verantwortung und Verzicht pochen zu wollen. Damit werden wir nicht retten, was noch zu retten ist. Hier müssen andere Massnahmen kommen, und sie werden an ganz anderer Stelle schmerzen.

10
/
0

Tja, die Kinder werden in die Welt geboren und sozialisiert, welche ihre Eltern ihnen bereitet haben. Aber "natürlich" sind es immer nur die Jugendlichen, die "verdorben" sind. So viel zur Selbsterkenntnis.

13
/
2
Martin Hafen
Präventionsfachmann, Soziologe
·

Ein toller, wichtiger Einstieg ins neue Republik-Jahr. Vielen Dank.

46
/
0

Schön, sich ins neue Jahr hinein zu lesen mit einem Artikel dieses Inhalts und Gehalts; danke dafür!
Spannend fänd ich's, wenn «meine» Republik durchs Jahr hindurch mit Impulsartikeln eine Debatte darüber einleiten und begleiten würde, wie sich denn die Transformation von der Nur-Marktwirtschaft zum dualen Wirtschaften in konkreten Schritten unumkehrbar einleiten liesse.
Die Veränderung des herrschenden wirtschafts«wissenschaftlichen» und realpolitischen Paradigmas wird ja wohl noch länger auf sich warten lassen; die Frage heisst also: Wie organisieren sich alle, die sich diesem Diktat einziehen wollen, damit wir gemeinsam neue Tatsachen schaffen, denen Wissenschaft und Politik dereinst werden folgen müssen?

47
/
1

Dieser Artikel konkretisiert Gedanken, die ich habe/hatte, seit ich "erwachsen" denken kann.
Und jetzt... Wo beginnen wir?

42
/
0
· editiert

ÖkonomInnen und BWLerInnen (aber eigentlich auch JuristInnen) anders ausbilden: Wirtschaftsethik und -philosophie sind nicht ein Nebenfach, sondern bilden das Propädeutikum, sprich sie sind Voraussetzung für den Master oder ähnlich wie der Grafische Vorkurs, das Studium selbst. Dazu müsste man die Fakultäten und Institute anders strukturieren, das Curriculum sowieso. Das wäre die institutionelle, "innere" Seite.

Dann die gesellschaftliche, "äussere" Seite: Allgemeine Bevölkerung durch Schule und Medien besser in diesen Bereichen bilden, analog zur Alphabetisierung und Lesefähigkeit spricht man hier von economic (& statistic & data) literacy. Politisch müssten die Gewerkschaften und linken Parteien mehr unterstützt sowie entsprechende Reformen und Initiativen lanciert, aber auch an der Wahlurne angenommen werden.

19
/
0

ÖkonomInnen und BWLerInnen (aber eigentlich auch JuristInnen) anders ausbilden: Wirtschaftsethik und -philosophie sind nicht ein Nebenfach, sondern bilden das Propädeutikum

Wer möglichst schnell möglichst viel Geld verdienen will wird auch nach 300 Stunden Wirtschaftethik genau gleich handeln wie vorhin. Psychopathendruckerei Harvard fehlt es nicht an Ethikprofessoren. Es braucht strukturelle Veränderungen, nicht Gewissenseinreden.

28
/
4

Sehr geehrter Herr Ulrich

Vielen Dank für Ihren Beitrag. Ich habe dazu eine Frage. Sie schreiben ganz am Anfang des Essays: «Die politische Leitidee sollte heute mehr denn je lauten: reduzierte Erwerbs­arbeit für alle – bei Mindest­löhnen, von denen es sich ohne sozial­staatliche Aufstockung anständig leben lässt».

Im Wirtschaftsunterricht wurde mir gesagt, dass Mindestlöhne Arbeitsplätze vernichten würden, weil damit Arbeit teuer bzw. teuerer wird und die Nachfrage somit sinken würde. Es würde ebenfalls zu einer Angebotsüberschuss kommen, weil Arbeit mit der Einführung eines Mindestlohnes "attraktiver" werden würde.

Die Höhe der Arbeitslosigkeit sei abhängig von der Höhe des Mindestlohnes und von der Elastizität der Nachfrage. Einen Teil der Konsumenten- und Produzentenrente würde mit der Einführung eines Mindestlohns verloren gehen.

Die Schlussfolgerung lautete somit: Einen Mindestlohn einzuführen, führe entweder zu Arbeitslosigkeit oder sei nutzlos (weil er zu tief sei und sich der Marktpreis somit durchsetzten würde).

Was sagen Sie dazu?
Ich freue mich sehr auf Ihre Antwort.

Herzliche Grüsse,
Clara dos Santos Buser

5
/
0

Liebe Clara dos Santos Buser, was Sie darlegen, ist so etwa 1 : 1 die scholastische äh schulmässig gelehrte „angebotsökonomische“ Marktlogik, die wir besonders hinsichtlich ihrer arbeitspolitischen Konsequenzen kritisieren. Sie ist rein mikroökonomisch fundiert und deshalb statisch gedacht. Die möglichen volkswirtschaftlichen Entwicklungspfade — und die wirtschaftspolitischen Hebel, um einen sinnvollen und einigermassen gerechten Pfad zu wählen — lassen sich jedoch nur in einer dynamischen makroökonomischen Perspektive erhellen, wie sie der wohl bedeutendste Ökonom des 20. Jahrhunderts, John Maynard Keynes, entfaltet hat. In einigen unserer Gedanken finden Sie seine Spuren. Mehr möchte ich dazu — mit der Bitte um Ihre Nachsicht — nicht mehr ausführen.

Nur einen praktischen Aspekt will ich noch anfügen: In Deutschland sieht man konkret, wohin eine jahrelange Niedriglohnpolitik führt. Etwa ein Viertel der Beschäftigten erhält vom Arbeitgeber zu wenig Lohn, um davon leben zu können. Die am härtesten Betroffenen sind infolgedessen sogenannte Aufstocker: Der Sozialstaat füllt die Lücke zum Existenzminimum — statt dass menschenwürdige Mindestlöhne das erübrigen. Im Klartext heisst das, dass manche Arbeitgeber sich einen Teil der Lohnkosten von den Steuerzahlern subventionieren lassen. Die Gewinne privat, die Kosten dem Staat. Und die braven Bürger:innen zahlen fleissig hohe Steuern (während zugleich die Unternehmenssteuern aus Gründen des Standortwettbewerbs laufend gesenkt worden sind). Dass Unternehmen das ausreizen, ist die eine Sache. Aber dass eine akademische Ökonomik, die sich als „wertfrei“ und interessenneutral ausgibt, das unreflektiert übernimmt und damit zur parteilichen Ideologie wird, ist eine ganz andere Sache. Auch dagegen möchte unser Beitrag die geneigte Leserschaft etwas sensibilisieren.

[edit: nachträgliche ergänzung durch zweiten absatz; später link zu „aufstocker“ hinzugefügt.]

41
/
0

Danke! Wie schön, dass es Ökonomen zu sagen wagen:

Der homo oeconomicus und die Angebotsökonomie sind Irrwege, die wir teuer bezahlen.

Staaten, die eine Wirtschaftspolitik ohne diese beiden Irrwege betreiben, befriedigen die Bedürfnisse ihrer Bürgerinnen und Bürger besser.

40
/
0
Politologin
·

Ein spannender Artikel. Was ich aber befremdlich fand gerade bei diesem Thema, dass weder im Text noch in der Literaturhinweisen auf feministische Ökonominnen hingewiesen wurde. Sie gehören zu den Vordenkerinnen der bedürfnisorientierten Wirtschaft und argumentieren seit Jahrzehnten dass das BIP zu kurz greift und die unbezahlte Carearbeit unsichtbar macht und abwertet.

36
/
0

Danke für diesen Kommentar, mir ging beim Lesen genau dasselbe durch den Kopf. Man könnte sogar noch etwas provokativer fragen, ob unser Wirtschaftssystem heute dasselbe wäre, wenn mehr Frauen bzw. überhaupt Frauen an dessen Gestaltung mitgewirkt hätten? Das Bild des Homo Oeconomicus geht eindeutig auf das Wunschdenken westlicher weisser Männer zurück.

23
/
1

Hüstel, Marx & Co.? Aber ja, man hätte bspw Mascha Madörin erwähnen können, die zu Beginn den historischen Materialismus lehrte und die Progressive Organisation Basel mitbegründete (später POCH), später dann feministische Ökonomie, vieles zu Care-Arbeit schrieb und kürzlich Economiefeministe – die Plattform für feministische Ökonomie lancierte. Siehe auch, hüstel, "Quer denken: Mascha Madörin" herausgegeben ua. von Bettina Dyttrich (WOZ).

10
/
1

Zum Glück ist das Madörin-Buch aus einer Zeit deutlich vor Corona. Da waren mit "quer denken" noch mutige Intelligenz und Vernunft verbunden.

6
/
0
Ja, ja, der Homo Oeconomicus....
·

Einmal mehr ein hervorragender Artikel - vielen herzlichen Dank dafür! Er beantwortet eine menge Fragen und tut für mich einige neue Fragen auf 😉 . Zum Beispiel mit der einen, wie der Elefant im Raum dastehenden Frage, wie das Ziel einer Arbeitszeitverkürzung erreicht werden kann (absolut kein Vorwurf an die beiden Verfasser!).

Oder anders gefragt: Wie viel an sozialer Ungerechtigkeit, an Umwelt- und Klimazerstörung, an Gier der wenigen von der aktuellen Situation Profitierenden, usw. braucht es noch, bis auch in der 'breiteren' Gesellschaft ein Umdenken stattfindet? Und ein solches 'breiteres' Umdenken braucht es mMn, um dann auch - und vor allem! - eine Änderung der politischen Landschaft zu erreichen. Weiterhin die sog. 'Bürgerlichen' zu wählen, wird es nicht bringen, leider! Sie sind die fast kompromisslos scheinenden Verfechter dieser neo-liberalen Wirtschaftsordnung, welche sich mMn mittlerweile in eine neo-kapitalistische Wirtschaftsordnung weiter 'entwickelt' hat.

Die andere Frage, welche sich mir stellt, ist, inwiefern die Schaffung eines bedingungslosen (Teil-?) Grundeinkommens ein weiterer Schritt in die richtige Richtung wäre (ich habe seinerzeit dafür gestimmt, wobei das Stimmvolk meines Erachtens auch in dieser Frage noch nicht wirklich weit genug war und ist ... wenn ich so an die schlagenden Argumente denke, wie z.B. dass der Mensch in degenerative Verwahrlosung abgleiten würde, wenn er/sie nicht zu produktiver Arbeit quasi gezwungen würde, oder dass er/sie dann zu einem schamlos faulen Sack degeneriere, usw. usf. .. welch himmeltrauriges Menschenbild spricht da aus diesen Argumenten...).

Sorry für die kursorische Kommasetzung - ich habe diese noch nie geschnallt...

34
/
0
Mitdenker
·

Das war einer meiner ersten Gedanken zur Lektüre: BGE. Gerne hätte ich von den Autoren nachträglich noch eine persönliche Einschätzung...?

7
/
0

In meiner Antwort an Marc Véron (etwas weiter unten) habe ich einen kurzen Text mit möglichen Massnahmen verlinkt, in dem das Grundeinkommen eine systematische Rolle spielt. Eine eingehendere Argumentation finden Sie in meinem Essay Grundeinkommen als zukünftiges Wirtschaftsbürgerrecht?.

8
/
0

Das BGE wäre, was die Arbeitszeitverkürzung und die sinnvolle Tätigkeiten betrifft, sicher ein Schritt in die richtige Richtung. Aber vielleicht haben die Ökonomen Ulrich und Vontobel andere Gründe, die dagegen sprechen. Doch auch bei der Frage des BGE fehlt der allgemeinen Bevölkerung das Wissen über die komplexen systemischen Zusammenhänge und wohl oder übel die Erfahrung mit alternativen Lebensformen und Wirtschaftssystemen (obwohl viele wahrscheinlich im Nahfeld Care-Ökonomie betreiben).

Was es bräuchte wäre einerseits: ÖkonomInnen und BWLerInnen (aber eigentlich auch JuristInnen) anders ausbilden: Wirtschaftsethik und -philosophie sind nicht ein Nebenfach, sondern bilden das Propädeutikum, sprich sie sind Voraussetzung für den Master oder ähnlich wie der Grafische Vorkurs, das Studium selbst. Dazu müsste man die Fakultäten und Institute anders strukturieren, das Curriculum sowieso. Das wäre die institutionelle, "innere" Seite.

Andererseits, die gesellschaftliche, "äussere" Seite: Allgemeine Bevölkerung durch Schule und Medien besser in diesen Bereichen bilden, analog zur Alphabetisierung und Lesefähigkeit spricht man hier von economic (& statistic & data) literacy. Politisch müssten die Gewerkschaften und linken Parteien mehr unterstützt sowie entsprechende Reformen und Initiativen lanciert, aber auch an der Wahlurne angenommen werden.

5
/
0

Vielen Dank für diesen Artikel! Sie sprechen mir aus dem Herzen. Schön so etwas von Fachpersonen zu lesen.
Eine Frage hätte ich:
Was müsste man ändern, damit die Wirtschaft nicht mehr wachsen MUSS? Denn aktuell scheint es so, dass sie immer gleich in eine Krise fällt, wenn sie nicht wächst.

28
/
0

Eine Idee, wie es stattdessen gehen kann, gibt es bei Ulrike Herrmann: „Das Ende des Kapitalismus“. Ihre Ausführungen gelten vor allem für Deutschland.

9
/
0
Verlegerin
·

Irmi Seidl und Angelika Zahrnt haben dazu ihr Buch 'Postwachstumsgesellschaft' geschrieben:
'Dieses Buch nimmt die Wachstumskritik auf und geht über sie hinaus. Es zeigt die systemischen Zwänge auf, die uns am Wachstumspfad festhalten lassen, und stellt alternative Entwicklungsmöglichkeiten für eine Gesellschaft vor, die nicht auf Wachstum angewiesen ist - für eine Gesellschaft, in der es sich auch ohne Wachstum gut leben lässt. Es will zu einer Diskussion darüber einladen, wie die Zwänge überwunden und neue Perspektiven gewonnen werden können: Perspektiven für eine Postwachstumsgesellschaft. '

7
/
0

Danke für diesen Literaturtipp! Kommt auf meine Bücherliste.

2
/
0
blauäugige Bürgerin
·

Ergänzung zu den bisher zitierten Büchern: Prosperity without growth, Tim Jackson, 2009 (kenne selber nur diese Version), revidiert und erweitert 2017.

0
/
0

Danke auch für diesen Tipp!

2
/
0
4-Tage-Woche Experte
·

Ein sehr interessanter Artikel. Gleichwohl sind ein paar Ergänzungen vielleicht noch interessant. Als Hintergrund: ich unterstütze Firmen beim Wechsel zur 4-Tage-Woche.

Nur weil mehr nicht hilfreich oder schädlich ist, ist weniger nicht zwingend die Lösung. So gibt es mindestens zwei sehr unterschiedliche Formen der 4-Tage-Woche als ein Beispiel für Arbeitszeitreduktion.
Bei der einen Form wird die Arbeitszeit bei Lohnerhalt reduziert, ohne dass die Arbeit angepasst wird. In diesem Fall wird vermutlich die Produktivität leicht gesteigert, aber in erster Linie ermöglicht dies die Umverteilung der Gewinne. Bei der Anderen wird die Arbeitszeit bei Lohnerhalt reduziert mit Anpassung der Arbeitsweisen. Also Steigerung der Produktivität und Effizienz durch verschiedene Massnahmen. Für die erste Form ist mir keine Forschung bekannt. Gewisse positive Auswirkungen wären vermutlich ebenfalls zu beobachten.
Die zweite Form hat wissenschaftlich belegte, verschiedene systemische Auswirkungen - u.a. gesellschaftliche (besser für die Gleichstellung von Frau und Mann) und auf das Klima (geringerer CO2-Abdruck für Menschen, die weniger arbeiten). Gleichzeitig steigt die Leistung sogar über den notwendigen Ausgleich hinaus. Wäre also SP- wie FDP-«freundlich».
Eine oktroyierte Arbeitszeitreduktion hätte vermutlich auch in der Schweiz systemische Auswirkungen, wie sie in Frankreich zu beobachten waren. Nämlich, dass die Arbeitgeber versuchen, sich die Zeit zurückzuholen. Zur Arbeitszeitreduktion anhand von Unternehmen, die eine reduzierte Arbeitszeit eingeführt haben, forschen aktuell u.a. die Ökonomin Juliet Schor (Boston College) und Michael Pedersen (Copenhagen Business School). Ergebnisse finden sich auf https://www.4dayweek.co.uk/ und in dem PDF https://static1.squarespace.com/sta…112022.pdf

Vermutlich weniger schwarz-weiss gemeint als geschrieben, ist, dass es keine Forschung gäbe zu anderen Formen. Die Autoren zitieren selbst Forschung am Ende des Artikels. Um noch ein paar Autorinnen zu der rein männlichen Liste hinzuzufügen: Maja Göpel mit Unsere Welt neu denken und Kate Raworth mit Doughnut Economics. Abgesehen davon, dass beide auch mit Glaubenskonstrukten wie dem homo oeconomicus aufräumen, steht in dem Werk von Raworth auch, dass wir nicht das Gegenteil von Wachstum brauchen, sondern eine wachstumsagnostische Ökonomie. Verknüpft mit Ergebnissen aus anderen Bereichen, wie der Soziologie, wo die Ökonomie als ein prägender Faktor wirkt schreibt auch Hartmut Rosa, dass es ein Konzept von gutem Leben braucht, und nicht eine Verlangsamung als Gegenreaktion zur aktuellen Stabilisierung durch Beschleunigung. Er nennt dieses Konzept Resonanz.

Gleichzeitig denke ich, sind die Auswirkungen, die die aktuelle Ökonomie auf sowohl Gesellschaft als auch auf das Individuum haben, ebenfalls als strukturelle Faktoren zu begreifen. Michael Sandel ist bereits in der Literaturliste, aber auch die Gedanken, die er in “Vom Endes des Gemeinwohls” formuliert, bieten Ansätze zur Veränderung.

In der Psychologie sind wohl die dominanten Gesellschaftscharaktere beachtenswert. Konkret der marktorientierte und narzisstische Gesellschaftscharakter. Diese erschweren u.a. gewisse soziale Strebungen innerhalb des Individuums.

Aufgrund der wissenschaftlichen Ergebnisse können wir meines Erachtens positiv sein - bezieht man die strukturellen Widerstände ein - so lässt sich eines der Ziele der Autoren, die Arbeitszeitreduktion, bereits heute konkret umsetzen.

28
/
1
interessierter Leser
·

Ihre Ergänzungen finde ich sehr interessant: könnten Sie als Experte noch etwas ausführen, wie sich eine gesetzliche Arbeitszeitverkürzung auswirkt und inwiefern sich die problematischen Auswirkungen v

4
/
0
4-Tage-Woche Experte
·
· editiert

Ich habe mich hauptsächlich mit der Einführung bei Unternehmen beschäftigt, da gibt es eine klare Datenlage.

Im Kontext der 4-Tage-Woche gab es verschiedene Experimente mit Ländern (z.B. Island, Spanien). In Island wurde ein Pilot durchgeführt bei den Staatsdienern. Dieser Verlief positiv, und anschliessend haben, soweit ich das weiss, die Gewerkschaften dann eine 35h (was eher 100-90-100 Arbeit-Zeit-Lohn entspricht als 100-80-100) herausgehandelt. Es gibt aber meines Wissens keine gesetzliche Verordnung.
In Spanien lief letztes Jahr ein Pilot (von dem ich nicht weiss ob er noch läuft) bei dem 200 Unternehmen zusammen mit dem Staat eine Version der 4-Tage-Woche pilotierten. Soweit ich das übersehe, gibt es da aber einen finanziellen Ausgleich es Staates für die Unternehmen und eine Gehaltskürzung (also Teilzeitpensum) für die Angestellten.

Bessere Daten könnten historisch erhoben werden, bei der Einführung der 5-Tage-Woche. Dazu liegen mir leider keine Informationen vor. Wäre aber sicherlich ein spannendes Masterarbeit oder Doktorratsthema.

Inhaltlich gibt es verschiedene Faktoren die jeweils zu einer erfolgreichen Einführung innerhalb eines Unternehmens führen. Beispielsweise variieren diese aufgrund von Firmenstruktur, Firmenkultur, Art des Geld Generierens (z.B. Verkauf pro Stunde / pro Stück). Weiterhin variieren die Erfolgsfaktoren auf den konkreten Individuen innerhalb eines Unternehmens. Das heisst es gibt kein Erfolgsrezept, was für alle passt.

Aufgrund dessen gehe ich davon aus, dass folgende Aspekte erfolgsfördernd sind:

  • Leitplanken für was Firmen/Unternehmen dürfen und was nicht (z.B. Pausen streichen)

  • Förderung von Austausch zwischen Unternehmen, zu was hilft, wo sie hängen, ...

  • Metriken zur Erhebung von sinnvollen Daten

Das ist alles andere als abschliessend, aber vielleicht ein Startpunkt. Wenn wir es in der Schweiz konkret einführen, beschäftige ich gerne mehr mit dieser Frage.

8
/
0

Zunächst einmal ist es auch in der herkömmlichen ökonomischen Logik sinnvoll, den volks­wirtschaftlichen Produktivitäts­gewinn wenigstens teilweise zu einer Senkung der Normal­arbeitszeit zu nutzen, so wie wir das bis in die 1970er-Jahre erfolgreich getan haben.

Warum wäre es in der 'herkömmlichen ökonomischen Logik sinnvoll'?

3
/
0

Nun, das wird in unserem Essay ja erläutert: Wenn nicht wenigstens ein Teil des Produktivitätsfortschritts in Form von allgemeinen Arbeitszeitverkürzungen „konsumiert“ wird, müssen ihn der inländische Konsum der im Inland produzierten (!) Güter und Dienstleistungen und/oder der Export voll absorbieren; andernfalls entsteht Arbeitslosigkeit. Die ist zwar derzeit kein grosses Problem, aber schon bei der nächsten Rezession kann sie wieder rasch ansteigen.

In der Nachkriegszeit bis etwa zur Ölkrise von 1973 wurde der Produktivitätsfortschritt hierzulande grosse modo für eine ausgewogene Kombination von breit verteilter inländischer Konsumsteigerung („Wohlstand für alle“ als Motto der einstigen Sozialen Marktwirtschaft), für die Verkürzung der Normalarbeitszeit und für steigende Unternehmensgewinne bzw. Kapitaleinkommen der Eigentümer genutzt. Seit der neoliberalen Wende der 1980er Jahre (Thatcherism und Reagonomics) hat man im Sinne der im Text erwähnten Angebotspolitik vorwiegend auf die Steigerung der Unternehmensgewinne und Kapitaleinkommen gesetzt. Infolgedessen sind die Finanzmärkte x-fach schneller gewachsen als die Gütermärkte, bis zur grossen Finanzkrise von 2008 und inzwischen auch schon wieder darüber hinaus.

Letzteres ist volkswirtschaftlich ungesund und wenig gemeinwohldienlich. Die endlose Steigerung des Güterkonsums ist ökologisch nicht mehr vertretbar. Also sollten wir uns an den alten Keynes erinnern und vermehrt die dritte Möglichkeit wählen, also den Produktivitätsfortschritt möglichst wieder kollektiv (statt nur individuell via Teilzeitpensum) in Form verkürzter Normalarbeitszeiten nutzen. Eine geringere Lohnspreizung als heute gehört natürlich dazu, damit das für die Geringverdienenden zumutbar oder sogar attraktiv ist.

Ein guter Ansatz in diese Richtung wären flächendeckende Minimallöhne für ein Normalpensum, von denen man anständig leben kann. Das wäre zugleich der entscheidende innenpolitische Lösungsansatz für den Lohnschutz im Kontext eines institutionellen Rahmenabkommens mit der EU! Aber diesen Weg hat „unser“ Parlament in Bundesbern gegenüber einigen fortschrittlichen Kantonen, die ihn eingeschlagen haben, ja kürzlich gerade blockiert — vielleicht ganz gezielt zur Verhinderung eines Abkommens mit der EU? Bundesbern agiert in solchen Dingen jedenfalls allzu oft nicht nur ohne volkswirtschaftliche Weitsicht, sondern auch europapolitisch ganz verkehrt…

25
/
0

Ein guter Ansatz in diese Richtung wären flächendeckende Minimallöhne für ein Normalpensum, von denen man anständig leben kann.

Gerne finanziert durch Steuerprozente auf Erbschaften, Vermögen über 5MioCHF, Löhne über 200kCHF/Jahr. Wäre wohl sehr einfach finanzierbar, wenn man es wollte.

26
/
0
· editiert

Hervorragender Inhalt, katastrophal geschrieben für die oberen 0.1% der Menschheit die sich was auf ihre Intelligenz und (Fremd-) Wortgewandtheit einbilden.

Ein ehrliches Danke - ich habe in dem Artikel viel neues gelernt und Zusammenhänge entdeckt, die mir vorher so nicht bewusst waren.

Aber mal ehrlich, ich habe studiert und bin echt nicht auf den Kopf gefallen - trotzdem musste ich viele Abschnitt 2-3 mal lesen, habe jetzt Spannungskopfschmerzen und obwohl ich gerne möchte, kann ich mir das Weiterleiten des Artikels an meine Kollegen sparen. Keiner wird über die ersten 2 Absätze lesen. Und wir sind Millenials! Gen Z wird wohl noch früher aufgeben, denn wir sind alle auch vor allem eins: schul- und bildungstraumatisiert! Nach mehr als 4 Fremdwörtern geht mein Gehirn in den „Selbstschutzlähmungs- Zustand“ und dann wird jedes Weiterlesen zur Qual mit Schulflashbacks. Das muss man heute einfach auch mit berücksichtigen - sonst ist ganz viel wirklich tolle Arbeit einfach für nix. Nicht weil Gen Z zu blöd oder zu faul ist. Sondern weil unsere Nervensysteme nach so viel Druck im „kollektiven Freeze“ feststecken! (Was übrigens neurowissenschaftlich sehr real beobachtet werden kann - das ist jetzt nicht einfach so meine eigene Interpretation) Niemand kann so weiter denken und Veränderung vorantreiben…
Wir brauchen Einfachheit!

37
/
39
Brot
·
· editiert

Geht mir ähnlich, aber das hätten Sie auch netter schreiben können («katastrophal geschrieben!»).

Ich finde den Text inhaltlich etwas vom anregensten, das ich bei der Republik je gelesen habe. Der Schreibstil ist mir leider auch zu dicht: Drei einfachere Sätze statt eines super geschliffenen hätten die Botschaft zugänglicher gemacht. So bleibt sie vor allem denen vorenthalten, welche die Thematik sowieso anspricht.

Wieso spezifisch junge Leute ein Bedürfnis nach verständlichen Texten haben sollen, erschliesst sich mir aus Ihrer Erklärung nicht wirklich. Jeder braucht Einfachheit!

27
/
2

Ja das habe ich inzwischen auch gedacht🤣 ich war grad nicht mehr so nett wie sonst😅 tut mir leid…aber da war mein Kopf einfach schon zu verspannt…🙈 und ich auch etwas wütend, weil es mich einfach ehrlich frustriert wenn ich etwas gerne weiterleiten würde, weil ich begeistert bin - und ich weiss es ist für nix.

Und ja das sind nicht spezifisch junge Leute - ich denke bloss, dass sich das Thema Leistungsdruck in meiner Generation in der Schule weiter verstärkt hat und Thema Burnout auch immer jüngere betrifft - und wir tatsächlich von der Nervensystemkapazität darum immer früher an die Grenze kommen.

Ich komme aus dem Bereich Neuropsychologie und habe viel mit Kindern und Jugendlichen mit „Lernstörungen“ gearbeitet - was ja alles drastisch zu nimmt. Und inzwischen zeichnet sich immer mehr ab, dass vieles davon nicht „Lernstörungen“ sind, sondern das Nervensystem wirklich als Selbstschutz in eine Art Schockstarre verfällt - was ich bei mir selbst, bei meiner Frau, bei vielen Bekannten und ja auch ab und zu in der Generation meiner Eltern beobachte sobald ein Inhalt wirklich komplexer wird und die Auseinandersetzung damit mehr Zeit und Energie in Anspruch nimmt. Die ganzen „Nervensystemgeschichten“ werden typischerweise von einer Generation an die nächste weitergegeben und noch verstärkt - genau weil sich ja niemand über die Zusammenhänge im Klaren ist, leider…

11
/
6

Der Inhalt gehört zum Besten was ich je von Wirtschaftswissenschaftlern gelesen habe und der Schreibstil ist dem Thema angemessen. Ich kann beim besten Willen keine Fremdwörter erkennen, im Gegensatz zu den kryptischen Botschaften aus lauter Emois, welche mir meine Enkelkinder gelegentlich zukommen lassen, ist dieser Artikel Lesegenuss pur.

23
/
5

Mein Opa war Korrektor, der würde ihnen von Herzen zustimmen. Ich habe auch Spass an schöner Sprache - dann lese ich aber gerne ein literarisches Werk. Bei solch informativen Artikeln finde ich Einfachheit das A und O, weil es unbedingt für die breite Masse zugänglich sein sollte.
Länge und der Tiefgang eines Artikels sind dann auch durchaus machbar, wenn es pädagogisch gut aufgebaut ist. Es wäre möglich einen qualitativ gleich guten und gleich tiefen Artikel sehr viel einfacher und zugänglicher zu schreiben.
Das ist dann echte Kunst!

15
/
7

Das entspricht auch meiner Wahrnehmung. Falls Unverständlichem begegnet werden sollte, besteht immer die Möglichkeit, sich selber entsprechende weiterführende Fragen zu stellen und diese versuchen zu beantworten - was nicht nur im stillen Kämmerlein stattfinden kann und daher auch spannend sein kann. Mehr Einfachheit wäre allenfalls dort wünschbar, wo es darum ginge, breiter abgestützte Bewusstheit zu ermöglichen, immer aber unter Einhaltung einer ehrlichen Auseinandersetzung mit dem Thema und nicht im Sinne eines Orwell'schen Neusprechs.

5
/
0

Das wäre vielleicht ein Bisschen ein „anti-Republik Projekt“ (in Anbetracht der hemmungslosen Sprachfanatik hier🤣🙈) aber ich sehe genau das Problem in meinem Bekanntenkreis auch bei den Abstimmungen. Selbst das Abstimmungsbüchlein ist oft schon in einer Sprache geschrieben wo vielen von uns „der Laden runter geht“. Und auch einige meiner sozialsten Kollegen bleiben aus Angst vor Wohlstandsverlust im angesprochenen orthodoxen Wirtschaftsdenken stecken, weil sie die Zusammenhänge nicht verstehen…

Ein „Gen Z - Abstimmungsratgeber“ der komplexe Zusammenhänge wirklich einfach erklärt - das würde uns vielleicht retten. Denn bisher beherrscht die einfache Sprache im politischen Spektrum leider nur eine Seite…

15
/
8
Millenial
·

Ich habe mir auch schon einige Male gedacht, es wäre cool, wenn es eine Republik für die Allgemeinheit gäbe.
Es gibt so viele gute Artikel, die ich z.b. meiner Familie nicht weitergeben kann, da die Sprache einfach zu kompliziert ist.
Selbst bei Leuten, die die Kanti gemacht haben, nehme ich an, dass grosse Teile, die Republik nicht lesen würden, weil es tw. recht anstrengend sein kann...
Für mich passt es meistens, aber bei so wichtigen Informationen und Überlegungen möchte ich echt nicht, dass das nur für die 'Elite' zugänglich ist.

19
/
6

Ein wenig schockiert mich, was Sie schreiben ja doch.
Lohnt es nicht, angesichts der Katastrophen, die auf uns zukommen, sein Gehirn zu aktivieren und die Traumata zu überwinden, um eine lebenswerte Zukunft zu gestalten?
Oder ist es eher eine hilflose Schockstarre, die Sie beschreiben?

17
/
7

Kennen Sie https://votez.ch ? Das ist vielleicht was Sie suchen.

4
/
0
Mathematiker
·

Eine physikalische Theorie soll so einfach sein wie möglich aber nicht einfacher. Dieser Satz von Einstein gilt sinngemäss auch für wirtschaftswissenschaftliche Texte. – Für mich ist keines der vielen Emojis, die Sie in Ihren Voten gebrauchen, ein Jota verständlicher, als der komplizierteste Schachtelsatz von Ulrich und Vontobel, um vom Inhalt und der Aussagekraft ganz zu schweigen ... Ihre Simple-Version des Artikels, so Sie diese denn verfassen, wird verständlicher und aussagekräftiger (und präziser in der Wiedergabe der Aussagen des ursprünglichen Artikels) werden, wenn Sie auf Emojis verzichten ...

8
/
2

Keine Sorge, ich kann das wunderbar auch ohne Emojis. Aber geht es hier wirklich darum wer was kann? Wenn ja, dann darf ich die Frage in den Raum stellen, wie viele dieser „schlauen Autoren“ eine einfache, verständliche Sprache überhaupt noch beherrschen?

Wenn ich nach so einem Text den Satz lese „Die Sprache ist dem Thema angemessen“, dann graut mir vor dem abgehobenen Snobismus und ich beginne zu denken, dass die Menschheit wirklich verloren ist. Nicht wegen einer „Verarmung der Sprache“ oder dem „Unding der Emojis“. Sondern wegen fehlender Empathie abgehobener Akademiker die in ihrem Elfenbeinturm nebst der Weisheit der Welt auch noch ein paar schöne Worte retten wollen - während „unten in der Gosse“ die Menschen die Weisheit und Einsicht so dringend nötig hätten - aber die Sprache nicht mehr zu verstehen in der Lage sind.

Gibt es wirklich eine eigene Sprache für bestimmte Themen? Wenn ja, dann sind bestimmte Themen offenbar auch nur für bestimmte Menschen gedacht. Dann können wir gleich zum Latein in der Kirche zurück.

Wer etwas zu sagen hat, soll sich erst mal klar darüber werden WAS er wirklich sagen will. Und in der Republik gibt es viel zu sagen und das ist schön.
Wenn man dann auch etwas bewegen möchte, muss man sich überlegen von wem man gehört werden möchte und die Sprache entsprechend wählen. Das hat nichts mit Inhalt und Tiefgang zu tun, beides geht ohne weiteres in jeder Sprache! Aber je nach dem wie man die Sprache wählt, können mehr Menschen zuhören - oder die Weisheit bleibt im Elfenbeinturm.

Das Ganze ist doch sehr einfach.
Und die Tatsache, dass ich hier so viel gefühlten „Gegenwind“ habe und relativ viel erstauntes Unverständnis - sagt eigentlich schon alles. Die meisten Menschen die so ticken wie ich, haben es trotz Interesse nicht durch den Text und schongar nicht in die Kommentare geschafft.

Und das einzige, was ich seit dem Beginn dieser Diskussion sage ist: das ist schade, das kann nich Sinn der Sache sein.

9
/
6
Leser*in
·

Vielleicht schafft die „Anhören“-Funktion Abhilfe? Da müssen Sie Abschnitte nicht 2-3 mal lesen, sondern können sich diese wiederholt vorlesen lassen, bis Sie sie verstanden haben. Recht einfach zu bedienen: einfach zurückspulen, wenn man etwas nicht verstanden hat. Man kann auch die Geschwindigkeit der Vorleser*in nach eigenem Gusto einstellen. Eine super Funktionalität der Republik, wie ich finde.

1
/
1
· editiert

Nein, Leseverständnis ist für die meisten Menschen noch deutlich einfacher als Hörverständnis… Aber darum geht es letztendlich auch nicht. 😅

7
/
3

Ich bin positiv überrascht, zum Anfang des Jahres einen Essay von Peter Ulrich (und Werner Vontobel) zu lesen. Auch wenn er mit seiner Flughöhe für viele wohl "zu hoch" scheinen mag. Womöglich hätten ihm Grafiken und konkrete Beispiele hier und da aus Wirtschaft, Politik und Recht gut getan, um mehr Fleisch am abstrakten Knochen zu haben. Ohne diese muss man sie beim Lesen dazu- und mitdenken. Was nicht für alle gleich einfach ist.

Doch der Aufwand lohnt sich. Seit ich vor gut 20 Jahren während meines Studiums sein Buch "Integrative Wirtschaftsethik" gelesen und darüber – wahrscheinlich mehr schlecht als recht – referiert habe, konnte ich seine Überlegungen immer wieder nutzbringend verwenden. Insbesondere seine Kritik der "reinen" ökonomischen Vernunft und ihrer normativen Überhöhung zum Ökonomismus bzw. das Aufweisen der impliziten normativen und damit gewissermassen willkürlichen Setzungen in der durch Statistik und Mathematik verschleierten, angeblich wertneutralen ökonomischen "Rationalität" ist absolut zentral.

Denn diese ermöglich nicht nur die Ideologiekritik des scheinbar Postideologischen, sondern auch das "Eine andere Welt ist möglich" im "There Is No Alternative".

24
/
0

Toller Artikel mit viel Stoff zum nachdenken. Doch muss ich sagen, trotz dazu- und mitdenken, ist das ganze nicht unbedingt ins letzte Detail verständlich. Vor allem, wenn man nicht unbedingt Ökonomie studiert hat.

Hoffe daher, dass weitere Artikel mit weiteren Spektrum im Bezug auf Zielgruppe über die Zeit veröffentlicht werden.

Danke!

5
/
0

Danke für diesen wertvollen Artikel, der zeigt, was im kapitalistischen System falsch läuft - ökonomisch, ökologisch und überhaupt in jeder Hinsicht.
Was mir dabei aufgefallen ist: vor über 150 Jahren hat Karl Marx die Alternative dazu skizziert: Dass der Produktivitätsfortschritt dazu genutzt wird, die Arbeitszeit sukzessive zu reduzieren, die Menschan vn der "Zwangsarbeit" (Zwang zur Arbeit, um das Leben zu finanzieren) zu befreien, damit sie die Möglichkeit haben, sich in jeder Hinsicht zu entfalten. Davon wissen heute nur noch ganz wenige, weil Marx als veraltet und überholt abgetan wird.
Das war auch 2008 bei der Finanzkrise so: alle haben sich gefragt, wie so etwas passieren konnte und kaum jemand wusste, dass Marx genau diese Entwicklung im 3. Band von "Das Kapital" beschrieben hatte. Aber welche heutigen Ökonomen haben schon mal mehr als eine Seite von Marx gelesen?

23
/
0
Ja, ja, der Homo Oeconomicus....
·

Ja, es ist schade, dass Marx heutzutage von Vielen eher als Schimpfwort, denn als ernst zu nehmende Meinung verwendet wird....
Ich muss ihn mal wieder hervor holen und lesen...
Danke für den Input!

11
/
0

Die aktuelle Ausgabe des Magazins „Spiegel“ hat Marx als Titelbild und befasst sich mit einem ähnlichen Inhalt. Dort werden auch Autoren genannt, die heute Bezug auf Marx nehmen.

6
/
0

Der Artikel wird mir in Diskussionen helfen, in denen ich bisher die Zusammenhänge nur beispielhaft, statt mit ökonomisch präziser Sprache formulieren konnte. Das Ziel des Wohlstandes müsste durch Wohlbefinden ersetzt werden - psychische und soziale Bedürfnisse werden durch die Politik wenig wahrgenommen. Dieser Mangel an Befriedigung fördert beim Menschen Krankheiten wie z. B. Depression oder Adipositas. Die Welt geht zugrunde an der Ressourcenschlacht, die nötig ist, um diese Seelenleere zu übertönen. Es wäre schön, wenn gesündere Menschen mehr Verantwortung für das grössere Ganze übernehmen könnten.

22
/
0
· editiert

Ein sehr lehrreicher Artikel von Peter Ulrich und Werner Vontobel, der zeigt, wohin die "freie" Marktwirtschaft zu führen wäre. Und das von einem Prof. em. Dr. der Universität St. Gallen, deren Abgänger bis dato kaum mit viel Wirtschaftsethik glänzten. Ich bin überrascht und denke, wie viel von seinem Lehrstuhl bei den Studenten wohl hängen geblieben ist. Das sinnvolle Wirtschaften jedenfalls ist mir bis dato noch kaum aufgefallen. Nach wie vor heisst es Profit über alles und der dringt vor bis ans Sterbebett im Altersheim, in die Fallpauschale im Krankenhaus oder er vermarktet Wasser, Luft und Liebe.

Zum Glück wurde ich Rentner. So bin ich den "sachverständigen Empfehlungen der orthodoxen Ökonomie" entronnen. Und als Lehrer auch der von immer dominanteren Excel-Tabellen und Leerformeln abhängigen Pädagogik der so genannten Schulentwickler. Und das eine hat mit dem anderen zu tun. Die orthodoxe Ökonomie und der Lehrerinnenmangel.

21
/
0

Sehr interessant! Eine wichtige Frage ist in diesem Zusammenhang ist aber, woher wir das politische Personal für solche Veränderungen nehmen, denn ohne die Grünliberalen wird das verdammt eng. Leider sind auch die über weite Strecken viel zu marktbesoffen für solche ketzerischen Konzepte.

21
/
0

Wir alle sind das politische Personal. Die Frage ist eher, wie lange wir das Marktmärchen immer noch glauben wollen. Wenn uns die Marktmechanismen mehrheitlich schlicht nicht mehr überzeugen, dann werden Politisierende sich mehrheitlich hüten, Marktliberalismus auf ihre Fahnen zu schreiben.

5
/
0
Grossvater "Oekoterrorist"
·

Seit 50 Jahren wissen informierte Menschen, dass der Turbo-Kapitalismus den Systemfehler "Wachstumszwang" hat und auf asozialen Eigenschaften des Homo sapiens wie Konkurrenz, Egoismus und Faustrecht (des Stärkeren) beruht. Mit dem Resultat: Zerstörung der Lebensbasis und Klima-Katastrophe. Durchschnittlich verbraucht jeder lebende Mensch heute 3 mal zuviel Ressourcen, d.h. sämtliche Wirtschafts-Parameter müssen bis 2050 um zwei Drittel zurückgefahren werden. Es braucht global eine völlig neue Lebensweise, die das "Sein" über das "Haben" stellt und mit Solidarität das Notwendige, nicht mehr das Wünschbare generiert. Man müsste dazu "den Menschen" ändern, was schwierig sein dürfte. Es wurde gefragt, wie das zu erreichen wäre.
Mein Vorschlag: "Bewusstseinsbildung"
Jeder erwachsene Mensch weltweit erhält von der WHO oder via UNO einen "Fussabdruck-Rechner" (Beispiel WWF) online als APP oder auf Papier. Die erhobenen Daten wären jährlich von staatlichen Instanzen (Amt für Statistik, Steuern, Einwohner etc.) der Forschung zu übermitteln, womit der Zustand der Erde und die Trends von allen Beteiligten besser wahrgenommen würde. Das könnte zur Akzeptanz einschneidender Massnahmen führen, ohne welche die Menschheit keine lebenswerte Zukunft haben wird.

9
/
1

Sie meinen nicht zufällig einen dieser Fusaabdruckrechner, die von British Petrol propagiert wurden, um die Verantwortung abzuschieben?
Zitat: https://www.klimafreundlicher-koche…ssabdruck/

Bewusstsein ist sicher nötig, aber noch mehr benötigen wir ein Ende des Lobbyismus und eine Politik, welche die wahren Kosten auch den Verursachern aufbürdet.

Das Problem ist nicht nur die Marktwirtschaft, sondern dass sie immer dann aufhört zu gelten, wenn Kosten bequem der Natur oder der Allgemeinheit aufgehalst werden können.

20
/
0

"Das Problem ist nicht nur die Marktwirtschaft, sondern dass sie immer dann aufhört zu gelten, wenn Kosten bequem der Natur oder der Allgemeinheit aufgehalst werden können."

Sehr wahr, was Sie da schreiben. Wenn nämlich Verursacherprinzipien nicht dauernd ausgehebelt oder völlig wirr quersubventioniert würden, wären viele Probleme gar nicht erst entstanden. Konkretes Beispiel gemäss Gunzinger (Foliensatz zu seiner Präsentation Kraftwerk Schweiz Videolink "So gelingt die Energiewende | Prof. Dr. Anton Gunzinger", wenn man die externen Kosten abwälzen würde, die "wahren" Kosten von Mobilität sind für Autos ca. 4-5 mal höher als heute, für den ÖV 2 mal. Faktor 2 höhere Mobilitätskosten würden mir wehtun, aber wahrscheinlich nicht genug, damit ich den Arbeitsplatz wechseln würde. Würde ich aber 35kCHF statt 7kCHF pro Jahr fürs Auto ausgeben müssen, ich weiss nicht, ob ich da nicht vorher einen Job in der näheren Umgebung suchen und/oder gleich mit dem Velo gehen würde.

10
/
0

Als Rechenmodell ist ein persönliches CO2-Budget sicher nicht ganz falsch. Aber grosse Probleme werden mit der Reduzierung auf CO2 völlig aussen vor gelassen, insb. durch die Ausbeutung der Natur verursachte Soziale Ungleichheit, Umweltverschmutzung (Mikroplastik, Minenschlamm, -abwasser und -schutt, Reifenabrieb, ...), Verlust von Biodiversität und Lebensräumen, etc.

Abgesehen ist es ein sehr verzerrtes Abbild, weil es ein Mittelwert ist. Wenn jeder so leben würde wie die 5% reichsten Einwohner der CH, dann bräuchte es geschätzt 20-200 Erden. Insofern spielt es dann keine Rolle mehr, ob ich selbst 1.4 oder 2.4 davon bräuchte...
Am Besten rechnet man mal seinen eigenen Fussabdruck, ist erhellend :)
WWF Schweiz Footprintrechner

3
/
0
· editiert

Frage, stimmt das so?

Durchschnittlich verbraucht jeder lebende Mensch heute 3 mal zuviel Ressourcen

Das trifft meines Wissens auf den durchschnittlichen Einwohner in der Schweiz zu, der weltweite Durchschnitt scheint aber bei 1.75 zu liegen.

Will ungern den Klugscheisser spielen, aber ich denke es ist schon wichtig zu betonen, dass der Ressourcenverbrauch sehr ungleich verteilt ist und die Industriestaaten da eine höhere Verantwortung haben.

Es bräuchte mehr Möglichkeiten um die Verursacher (also uns) zur Verantwortung zu ziehen. Wenn aber der Ständerat ein Volksmehrheit über Bord werfen kann (Konzernverantwortungsinitiative), dann haben wir offensichtlich nicht nur ein gesellschaftliches, sondern auch ein demokratiepolitisches Problem

17
/
0
Grossvater "Oekoterrorist"
·

Der Wert 1,75 Welten durchschnittlich galt 2018. Trotz Pandemie sind die Zuwachsraten gemäss IPCC AR6 2022 weiter gewachsen. Meine Schätzung beruht ausserdem auf dem Hinweis von Hans Jonas in "Das Prinzip Verantwortung" (1978!), wo empfohlen wird, bei statistischen Umweltrechnungen und Kurven immer die "schlechtesten" Werte zu verwenden und nicht "Mittelwerte", wie sie normalerweise die Forschung verwendet. Wenn es um "das" (nicht "die") Leben geht, also ums Ganze, finde ich das vernünftig.

2
/
0

Meines Erachtens braucht es Einsicht in die Wirklichkeit:

  1. Universum: es ist Realität ohne unser Hirn. Seit ca. 14'000'000'000 Jahren. Es wird das Ende des Sonnensystems überleben, zu dem der mit einem Kilogramm Hirnzellen ausgestattete Mensch gehört, der also wie alles Leben weit vor dem gen.Ende von der Sonnenglut aufgesogen sein wird, wenn das Kilo ihn nicht vorher zum kollektiven Suizid brachte, im Stile der ökonomisch lukrativen Addiktionskrankheiten, die uns auf halbwegs individuelle Weise darauf vorbereiten.

  2. Leben gibt es naturwissenschaftlich gesehen seit etwas weniger als 4'000'000'000 Jahren. Das ist allgemein und in jedem einzelnen Wesen Austausch, also natürliche Ökonomie, ohne Hirn, ohne Sapiens, ohne seinen Markt und seinen Besitz. Es ist in ständiger Bewegung und will leben und überleben. Nur der Mensch verwendet es um tote Materie herzustellen: z.B. Atombomben, Kohlekraftwerke, Pestizide, Agglomerationen mit 40'000'000 freien Einwohnern, etc. Wir sagen dem Wohlstand. Es könnte aber wie Tabak und Luftverschmutzung zu Millionen von anthropogenen Toten pro Jahr führen, was in der jetzigen Wirschaft ein gewinnbringendes Geschäft ist.
    Leben ist mehr als tote Materie, in jedem Lebewesen, also auch in jedem Sapiens. Sein Kilo Hirn verhindert ihm nicht prinzipiell, seine eigene Naturbeschaffenheit einzusehen und sich am Leben zu freuen ohne den religiösen Wahn, er müsse Herr der Welt spielen, was gar nicht möglich ist, weil er ja erst vor kurzem in das belebte Universum kam.
    Die Prinzipien der jetzigen Ökonomie widersprechen den natürlichen milliardenalten Gegebenheiten des Austauschs ohne Profit, Besitz und Markt. Einsicht ist möglich. Aber vielleicht wollen wir als Kollektiv das gar nicht, sondern sprinten lieber im Hamsterrad, schneller und immer schneller aus der Wirklichkeit in die virtuelle Welt des Kilos...

6
/
0

Herzlichen Dank für diesen Artikel! Wie bei vielen anregenden Artikeln verlangt er eigentlich einen zweiten Teil: Wie sollte die alternative Ökonomie konkret aussehen? Wie können komplexe Gesellschaften wie unsere eine Gebrauchswertorientierung realisieren? Wäre eine solche Fortsetzung möglich?

16
/
0

Da im Essay von der Orthodoxen Ökonomie die Rede ist, könnte man mit der Darstellung der Heterodoxen Ökonomie beginnen, darunter auch:

Siehe auch Paul Mason: Postkapitalismus. Grundrisse einer kommenden Ökonomie

8
/
0
Wert-Abspaltungs-Theoretiker
·

Gemäss dem Aufhänger des Artikels hat "das stetige Streben nach Wirtschaftswachstum" in einen Teufelskreis geführt, und es wäre (darum?) "höchste Zeit, unser Verständnis von Arbeit zu überdenken." Der geneigte Leser fragt sich: Wer oder was strebt denn da und warum, und was hat das mit Arbeit zu tun? Die Antwort der Autoren macht nicht überraschend die neoliberale Wirtschaftspolitik, den Niedriglohnsektor und das kompensatorische Wachstum des Sozialstaats für den Wachstumszwang verantwortlich. Dumm nur, dass der Zwang zu Wirtschaftswachstum dem System von Beginn an zu eigen war: Etwas an dieser Erklärung stimmt also nicht. Aber es hat tatsächlich mit Arbeit zu tun, indem einzig Arbeit wertproduktiv ist. Der Wachstumszwang rührt daher, dass aus Geld mittels der Produktion und dem Verkauf von Waren auf Teufel komm raus mehr Geld gemacht werden muss. In der historischen Entwicklung wurde die menschliche Arbeit durch immer mehr Einsatz von Maschinerie und Energie immer stärker aus dem System herausgedrängt, blieb aber für die sozial gebundene Wertproduktion zentral, ein Widerspruch, der zu immer verrückterer Ausweitung der Produktion zwang und weiterhin zwingt. Die Folgen haben wir vor Augen: Milliarden von Menschen, die zwar im Kapitalismus leben, aber für das System überflüssig sind. Grenzenloser Material- und Energiehunger des Systems, der längst die Grenzen dessen überschritten hat, was die Erde hergibt und toleriert. Die absehbare Erschöpfung sämtlicher Ressourcen und eine ökonomische wie ökologische Dauerkrise. Die erstere zeigt sich daran, dass der grösste Teil des weltweit vorhandenen Kapitals längst in die Kapital-unproduktive Finanzwirtschaft fliesst, die zweite am Arten-Massensterben und der unter den heutigen Voraussetzungen unbremsbaren Klimakrise. Übrigens steht der Produktivitätszuwachs gar nicht für die Arbeitszeitreduktion zur Verfügung, weil das eigentliche Ziel der Veranstaltung der Mehrwert ist, der, weil an menschliche Arbeit gebunden, immer prekärer wird. Es geht nicht mehr auf, aber Ökonomen sind berufsbedingt die Letzten, die die Wahrheit der Moderne erkennen könnten: Der Kapitalismus ist ein sich selbst bewegender moderner Götze, und die Ökonomen sind seine Pfaffern und Prälaten! Typischerweise verkennen die beiden Herren auch die männliche Konnotation des Systems: Alle menschlichen Eigenschaften und Tätigkeiten, die innerhalb des Systems nicht gewinnbringend genutzt werden können, werden abgespalten und den Frauen zugeschrieben. Mit dem Ergebnis, dass berufstätige Frauen tendenziel doppelt belastet sind, und dafür erst noch schlechter bezahlt werden.

16
/
2

Lieber U. B., wir haben nicht die Arbeit als den wichtigsten Wachstumstreiber bestimmt, sondern die Vollbeschäftigungspolitik, die bei gleich bleibender Normalarbeitszeit infolge des anhaltenden Produktivitatsfortschritts immer weitere „Arbeitsplätze schaffen“ muss, egal was produziert wird und wie mies die Arbeitsbedingungen sind. Und wir plädieren eben dafür, das Arbeitsvolumen gezielt fortschreitend zu senken, um aus den irrsinnigen volkswirtschaftlichen Sachzwängen auszusteigen. Das ist zwar nur einer der möglichen und nötigen Ansatzpunkte, aber immerhin ein recht konkreter.

Im Übrigen stimme ich Ihnen zu — das ist nicht der ursprüngliche Wachstumstreiber. Als solche sehe ich zwei Mechanismen: Erstens zwingt ein intensive Wettbewerb jeden, der sich darin existenziell behaupten muss, die Konkurrenten leistungsmässig zu überbieten — dementsprechend strengt er sich an (was in moderater Weise durchaus zum Fortschritt beiträgt). Zweitens ist es, wie Sie selbst konstatieren, der Kapitalismus: Kapital wird investiert, um Rendite zu erzielen und zuvor nötige Kredite (Vorfinanzierung) mit Zinsen zurückzuzahlen. Es ist also schon das Geld- und Kreditsystem, das Wachstum nötig macht.

Alles kann man nie ausführen in einem relativ kurzen Text. Vieles bleibt also ausgeblendet. Die politisch-ökonomischen Zusammenhänge sind komplex und wenn man zu viel davon auf einmal ausbreitet, kommen prompt die Vorwürfe (wie in einzelnen Kommentaren), man solle doch gefälligst alles so einfach darlegen, dass man es ohne eigenes Nachdenken versteht. Und konkrete Patentlösungen für alle aufgezeigten Probleme solle man auch noch gleich liefern. Dagegen sind gründliche Überlegungen wie Ihre ein Genuss, und deshalb macht auch das Antworten Freude!

15
/
0
Wert-Abspaltungs-Theoretiker
·

Danke für die Blumen, Herr Ulrich. Sie sagen es: "Die politisch-ökonomischen Zusammenhänge sind komplex" und Patentlösungen, die nicht auf unlösbare Widersprüche hinauslaufen, rar. Mein Ansatz läuft ohnehin nicht auf Flickschusterei an der Ökonomie und am Kapitalismus hinaus, sondern auf radikale Kritik, die sich auf weltweit immer radikalere Zustände und Bedrohungen bezieht. Im Gegensatz zur inzwischen vollständig ideologisierten und ideologisch mathematisierten Nationalökonomie finde ich Kapitalismuskritik, wie sie die Wert-Abspaltungs-Theorie seit nunmehr über 30 Jahren betreibt, etwas äusserst spannendes und intellektuell anregendes. Hier nenne ich ganz kurz einige meiner Referenzwerke. Hugh Stretton's Economics, A new Introduction ist eine umfassende und keynesianisch ausgerichtete Einführung in ökonomisches Denken, und eine sehr brauchbare Gegendarstellung zu den Ideologemen der Neoliberalen. Auf deren Kosten amüsierte sich der Mathematik-Professor Claus Peter Ortlieb in seinem allerliebsten "Markt-Märchen", zu finden in CPO, Zur Kritik des modernen Fetischismus, Die Grenzen bürgerlichen Denkens. Dieses Werk enthält auch Grundlagentexte zur Kritik der Naturwissenschaften und zu deren Zusammenhang mit dem bürgerlichen System. Und last but not least: Robert Kurz, Autor von Kollaps der Moderne, Vom Zusammenbruch des Kasernensozialismus zur Krise der Weltökonomie, und neben vielem anders Bedenkenswertem von Geld ohne Wert, Grundrisse zu einer Transformation der Kritik der politischen Ökonomie und Marx lesen, Die wichtigsten Texte von Karl Marx für das 21. Jahrhundert. In diesen Zusammenhang gehört natürlich auch Roswitha Scholz mit ihrem Werk Das Geschlecht des Kapitalismus, Feministische Theorien und die postmoderne Metamorphose des Patriarchats.

10
/
0

Eine Perspektive zum Jahresbeginn, danke. Handeln wir und setzen sie um. Endlich mal ein sinnvoller Vorsatz für ein neues Jahr.

14
/
0

Was in der verengten Logik der orthodoxen Ökonomie tabu war, wird endlich aussprechbar!

Ich würde das anders formulieren. Feministische Oekonominnen und p.m. mit seinem 1983 erschienen 'bolo 'bolo liefern schon seit Jahrzehnten Ideen für weniger schädliche Gesellschafts- und Wirtschaftsmodelle.
Ist es dem neuen Krisenbewusstsein (Klimakatastrophe, Corona, Krieg) oder dem Emeritiertenstatus geschuldet, dass oekonomische Tabus aussprechbar werden? Mir wei nid grüble... letztlich ist ja einfach gut, dass neue Ideen zur Verbesserung des Ist-Zustandes aus den Nischen kommen und breiter diskutiert werden können. Und ein gut aufbereitetes, wissenschaftlich abgestütztes Argumentarium in der Hand zu haben, finde ich auch für Alltagsgespräche ganz nützlich.

15
/
1

Das war ein kleines Missverständnis: Das „Tabu“ bezog sich ausdrücklich — lesen Sie doch den von Ihnen zitierten Satz noch einmal — nur auf die dominant gelehrte und wirtschaftspolitisch praktizierte orthodoxe Standardökonomik neoklassischer Bauart. Eine breite Debatte wider die grenzenlose Ökonomisierung (Vermarktlichung) der Gesellschaft und zu den Vorzügen einer Dualwirtschaft (ausbalancierte Markt- und Selbstversorgungswirtschaft) und selbstverständlich auch zur oft missachteten Rolle der Care-Ökonomie gab es schon in den 1970er Jahren, vor der neoliberalen Rückwende. Unser Essay wollte keine umfassende Literaturrecherche sein, sondern anhand eines konkreten und anschaulichen Problemfelds, der als „normal“ geltenden Arbeitspolitik, die fragwürdig gewordenen grundlegenden Denkmuster der Standardökonomie ausleuchten.

4
/
0
interessierte leserin
·

vielen dank für diesen auch für laiinnen und laien mit passabler schulbildung und etwas wissensdurst gut verständlichen artikel.

14
/
1

Wann verfilmt mal ein/e Begabte/r einen dieser super Wirtschaftsromane, die hier allenthalben zitiert werden? Quasi ein Pendant zu Al Gores Unweltfilmen. Ein Film der es in die in die Kinos, zu den Menschen schafft und die Zusammenhänge, von denen wir hier nur lesen können, aufzeigt. Anstellen von Utopien oder den viel öfters verfilmten Dystopien einmal ein Film, der den Übergang zeigt, wie wir es schaffen, den Turbokonsum zu überwinden...

12
/
0
Meeresbiologe, Fotograf
·

Tomorrow - Die Welt ist voller Lösungen
Keine Romanverfilmung sondern praktizierte Lösungen aus der echten Welt.
„Dieser Film sollte Teil der Ausbildung aller politischen Verantwortlichen weltweit sein!” sagt David Nabarro - UN Beauftragter für Klimapolitik und nachhaltige Entwicklung

10
/
0

"L'an 01", von sage und schreibe 1973. Auch und gerade heute noch sehr sehenswert. Mit vielen komödiantischen Einlagen - wie kann es auch anders sein, angesichts so einem absurden Wirtschafts-"System" wie dem Kapitalismus. Da kommt u.a. ein "Kapitalismus-Museum" drin vor, in welchem u.a. die prekären Verhältnisse beim Pendeln "erlebt" werden können, köstlich! Und die Pastafabrik stoppt ihre Arbeit sowie ihre Maschinen in dem Moment wo der gesellschaftlich vernünftige Bedarf mal auf absehbare Zeit schlicht gedeckt ist.
https://www.filmpodium.ch/film/163907/lan-01

3
/
0
Beobachter
·

Alles schöne Worte und Ideen, unter dem ständigen Beschuss des Marktes und feel good Industrie ist es aber sehr sehr schwierig unseren Weg der guten Vorsätze einzuhalten. Auf diesem Weg werden wir immer wieder von den immer raffinierteren Wegelagerer mit ihrem Mikromarketing aufgehalten.

12
/
1

Da hole ich wieder mal den Klimaaktionsplan der Klimabewegung hervor. Der wurde so umfassend gedacht. Sie fordern, dass mit Werbung welche den Konsum anheizt aufgehört werden muss. Anstelle könnte Kunst die Flächen bedecken, so deren Vorschlag.

7
/
0
Beobachter
·

Zuerst wünsche ich Ihnen alles Gutes im 2023.
Ich fordere keine Abschaffung der Werbung, was ich sage ist, man kann der Werbung praktisch nicht entkommen, wenn ich beim Radio mal bewusst hinhöre bemerke ich das keine Viertelstunde vergeht ohne das etwas angepriesen wird, im Netz oder den Printmedien ganz zu schweigen, (von etwas müssen sie ja Leben.)
Ein alltägliches, einfaches aber perfides Beispiel finde ich die Werbung meistens Aktionen von paar Grossverteilern für deren Alltagsprodukte für die es gar keine braucht, (es animiert noch billigeres billig produziertes Fleisch usw. kaufen?) Diese Werbung sie landen in Briefkästen (es gibt Postkreise die sich nicht an KEINE Werbung halten, denn auch das generiert Umsatz)
und deren Kilo Altpapier pro Woche wird mir auch noch zur Entsorgung auferlegt.
Das ist eines meiner kleinen Probleme das wahrscheinlich nicht nur ich habe.

4
/
0

Passend zur Liberalisierung und zum Neoliberalismus: Die "Floskel des Jahres 2022" ist das Wort "Freiheit", weil damit oft egoistische Forderungen gestellt werden. 2021 war es "Eigenverantwortung" und 2020 "Einzelfälle".

8
/
0

Beim Lesen dachte: Gott sei Dank verdiene ich mein Lebensunterhalt in einer kleinen sozialen Institution. Schon sehr dankbar:)

7
/
0

Passend zum Thema das Interview in der Zeit mit Harald Welzer, "Meine Generation hat doch alles versaut": Die Boomer seien für viele der heute bestehenden Probleme verantwortlich, sagt der Soziologe Harald Welzer. Würden die Menschen weniger arbeiten, ginge es allen besser. https://www.zeit.de/arbeit/2022-12/…generation

8
/
2

Finde den Ansatz der "Gemeinwohl Ökonomie" interessant! Die Bewegung bietet eine Alternative zum rein auf Gewinn und Wachstum basierende Wirtschaft.

https://gwoe.ch/

Buchtip:

https://books.google.ch/books/about…edir_esc=y

6
/
0
Glarnerin
·

Ich wohne in einer 15-Minuten-Stadt, bin selbständig erwerbend und muss nur noch für mich alleine sorgen. Ich beschäftige mich nur noch mit Dingen die mich interessieren, ich lerne täglich dazu, fühle mich glücklich und ausgeglichen - ich bin in einer unglaublich privilegierten Situation. Alleine der gesundheitliche Aspekt - genug Schlaf, genug Musse, langsam ins Alter hineinwachsen dürfen - ist sehr hoch zu bewerten. Eine wichtige Voraussetzung um sich in einem solch einfachen Leben glücklich etablieren zu können scheint mir die Sesshaftigkeit zu sein. Die herrschenden wirtschaftlichen Verhältnisse verhindern dass wir an einem Ort heimisch werden. Es ist auch in meinem Bekanntenkreis total uncool, 340 Tage im Jahr in der 15-Minuten-Stadt zu verbringen. Gewisse Dinge lernt man erst durch die Erfahrung ihrer Wirkung zu schätzen.
Danke für Ihren Text!

7
/
1
Roman Burger
Ehemaliger Raucher
·

Eigentlich wüsste man es in sehr vielen Dingen besser, aber man kann sein Handeln doch nur sehr schwer ändern. Die eigene Unzulänglichkeit zu ertragen fällt mir dann oft sehr schwer, ist aber Teil des Menschseins. Doch nicht desto trotz stehe ich immer wieder auf und probiere es erneut, und manchmal klappt es dann auf einmal, manchmal aber auch gar nicht. Veränderungen brauchen immer Zeit und Geduld, sind aber auch keine Selbstläufer.

5
/
0

Schade wird in den Bildern nur das alte Ideal vom Arbeiter (weiss, männlich) vermittelt, während heutzutage die prekärste Schicht in der Arbeitswelt längst nicht mehr diesem Bild entspricht. Ansonsten spannender Beitrag!

14
/
9

Besten Dank für den Artikel und die vorzügliche Vorlesung. Ich gehe wieder auf Werbefahrt für die Republik!

5
/
0

Ein wesentlicher Grund, wieso unsere Gesellschaft aus diesem Teufelskreis nicht herauskommt, wird durch den Soziologen Hartmut Rosa in seinem Essay „Unverfügbarkeit“ sehr treffend beschrieben: „Unablässig versucht der moderne Mensch die Welt in Reichweite zu bringen: Dabei droht sie uns stumm und fremd zu werden: Lebendigkeit entsteht nur aus der Akzeptanz des Unverfügbaren.“

4
/
0

Über Jahrhunderte versuchte die Medizin, den Rassismus zu beweisen. Jetzt steht in der europäischen Menschenrechtsdeklaration im 14. Artikel "Verbot der Diskriminierung" der Rassismus als Diskriminierung, welche Menschen andern Menschen zufügen.
Seit Urzeiten ist Austausch ein Naturprinzip, im Grossen und im Kleinen. Wenn wir atmen, machen unsere Zellen Sauerstoffaustausch gegen Moleküle, welche Lebensprozesse erst ermöglichen.
Ohne Markt.
Ohne Besitz. Ohne Geld. Ohne Akkumulation von Besitz, also Reichtum, Wohlstand, Bruttosozialprodukt, Wettbewerb, etc.
Wie Rassismus ist Markt und Besitz Menschenwerk ohne natürliche Grundlage, also ohne Naturwissenschaft.
Besitz gibt's weder in unserer Genetik, es gibt's in keiner Genetik, hat es nie gegeben und wird es wohl nie geben.
Der Besitz im Markt hat keine naturwissenschaftlich beweisbare Basis, sowenig wie die Überlegenheit einer Rasse über die andere.
Er ist Religion.
Auch die ist im gen. Artikel der Diskriminierungen aufgeführt.
Hat der Besitz Verantwortung an Ungleichheit mit Diskriminierung (vgl. die Entschuldigung der Niederlande betr. ihres lukrativen Sklavenhandels und Marktes vom Dezember 2022) so soll er im Art. 14 der europäischen Menschenrechtsdeklaration namentlich erwähnt werden.

9
/
6

Natürlich sind Industrie und Handel gegen jegliche Arbeitszeitverkürzung, denn nur Arbeit schafft Vermögen., und die einzige Möglichkeit, Gewinne zu erzielen ist die Ausbeutung von Arbeit und im Austausch von Arbeit gegen Güter.

3
/
1