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„Anzunehmen ist“, ...„möglich ist auch“. die kausalitäten sind null beleget. reine spekulation. eine beilage soll sie medienfreiheit einschränken? da gäbe es viel bessere beispiele. das problem sind die verleger selbst, die bezahlte inhalte zu gut tarnen lassen. das schädigt die glaubwürdigkeit. eine beilage oder einseitige aktions-inserate? egal. bzw. willkommen!

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D. G.
Skeptiker
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· editiert

Danke für den informativen Artikel! Solche Tendenzen sind sehr besorgniserregend. Dieses ganze Thema hätte aus meiner Sicht auch im kürzlich erschienenen Artikel Journalismus in Gefahr stärker beleuchtet gehört, in abgespeckter Form natürlich.

Was mich nach dem Lesen des Artikels interessiert sind verschiedene Lösungsansätze, um diese Missstände zu beheben. Weiss jemand mehr hierzu? Der Autor vielleicht?

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P. M.
Journalist
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Besten Dank für diesen kritischen Artikel zu den "heiligen Kühen" (Zitat eines Journalisten&Journalismus-Dozenten) im hiesigen Blätterwald. Man kennt das.

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M. S.
Rentner
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Man kann in der ganzen Geschichte versuchen, die A...karte zu platzieren: Bei 20 Minuten, bei Coop, bei den Verlegern o.a.m. Unter dem Strich bleibt eins: Printprodukte, z. Bsp. 20 Minuten oder die unsäglichen Altpapierfüller von Coop und Migros, die sich als Zeitungen ausgeben, mit unabhängigem Journalismus jedoch nichts, aber auch gar nichts zu tun haben. Und was bleibt uns als Lesenden: Ärger, Altpapier und das gesteigerte Bedürfnis nach unabhängigem Journalismus, den wir, z. Bsp. bei der Republik, glücklicherweise noch finden. Also alles in Butter? Nein, natürlich nicht, denn 20 Minuten und Co. werden leider gleichwohl gelesen, schleichen sich im schlechtesten Fall ins Hirn der LeserInnen oder erzeugen im besten Fall ein schales Gefühl, was dann hoffentlich zum oben Beschriebenen (Ärger, Altpapier und das gesteigerte Bedürfnis ...) führt - hoffentlich!

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Anonym
· editiert

Ich persönlich betrachte die hiesigen Detaillhändler-Riesen als grosse Gefahr für Natur und Gesellschaft. Nicht nur haben die Detailhändler viele lokale Geschäfte und Wirtschaftszweige zerstört, sie übernehmen auch keinerlei Verantwortung für ihr Handeln.

In jeder Filiale entsteht eine Unmenge an Abfall, die teilweise verhindert werden könnte. Viele Menschen können sich nicht vorstellen, wieviel frische Produkte den Weg in den Eimer finden. Die ständig wiederkehrende Entschuldigung ist die Folgende: Wir können nichts dafür, der Konsument ist schuld. Nach drei Jahren im Coop hatte ich als Student diese Abschiebung der Verantwortung eines Grosskonzerns mit vielen Milliarden Jahresumsatz satt. Zwar brüstet man sich, dass die hauseigene Zeitung das meistgelesene Blatt des Landes sei, gleichzeitig schiebt man aber jegliche soziale und ökologische Verantwortung von sich.

Manchmal kann man auch den Inbegriff von Blödsinn beobachten. Es war damals März, eine Aktionswoche für regionale und saisonale Produkte. Gleichzeitig waren aber Erdbeeren aus dem Ausland in der Aktion. Der regionale Verkaufsleiter war bei seinem Besuch empört darüber, dass kaum Erdbeeren ausgestellt wurden. In der Reaktion auf unsere Feststellung, dass ja regional und saisonal Priorität haben sollte, entgegnete er: "Wissen Sie, hier ist es manchmal wie in der Armee. Man muss nicht überlegen, sondern einfach ausführen."

Weiter setzten die grossen Detailhändler die hiesigen Landwirte massiv unter Druck und beuten auch Bioproduzenten aus. Der Gewinn bleibt bei den Zwischenhändlern, der Bauer bleibt auf der Strecke, das Label verkommt zur Farce. Grosskotzig postuliert man aber konkret bei Coop, dass man die Mehrheit des Sortiments in naher Zukunft auf Bio umstellen will. Nicht etwa für die Umwelt, sondern für den eigenen Profit. Marketing ist wichtiger als wahrhaftige Beiträge zur Sicherung unserer ökologischen Zukunft.

Vergleicht man all diese Entwicklungen und Tendenzen mit dem allgemeinen Lohnniveau und dem Wohlbefinden der Belegschaft in einer Filiale, kann einem übel werden. Die Arbeitstage sind sehr lang (6.30 - 19.30 mit einer Stunde Mittag in meinem Fall). Ein soziales Leben ist nur schwer realisierbar. Hinzu kommt ein tiefer Lohn für das Geleistete. Die Arbeit ist monoton und hart - trotzdem hielten viele dem Konzern jahrzehntelang die Treue. Ich muss ganz klar festhalten, dass ich noch nie ein schlechteres Arbeitsklima erlebt habe - verständlicherweise.

Kritik an den Detailhändlern ist zwar punktuell da, aber doch relativ selten. Wenn man natürlich ehemalige Bundesräte in den Verwaltungsrat locken kann, zu den grössten Inserenten auf dem Medienmarkt gehört und sich mit wichtigen Persönlichkeiten im Medienmarkt verbinden kann, ist dies nicht weiter verwunderlich.

Danke Republik für solche wichtigen Beiträge! Ich bin der festen Überzeugung, dass es uns allen gut tun würde, den täglichen Gang zum Migros oder zum Coop kritischer zu betrachten als bisher.

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Auch wenn der Artikel vermutlich etwas 'den falschen Baum anbellt', wie unten zu recht mehrfach ausgeführt wird, schliesst er doch mit einem sehr nennenswerten Satz: "Unabhängig wird nur, wer sich von der Abhängigkeit der Werbung löst." .

Na, wenn das kein Argument für ein Abo hier bei der Republik ist :-)
Kostet zwar was, dafür erhält man aber eine Meinungsvielfalt und Tiefe der Artikel, die ihresgleichen sucht.

Wir selber haben übrigens alle diese dicken Werbe - 'Zeitungen' von M und C abbestellt und kaufen dort auch nur noch ein, wenn's gar nicht mehr anders geht. Die Konsument/innen müssen halt eben mit den Füssen abstimmen gehen, um die Marktdominanz dieser zwei Grossverteiler ein wenig einzudämmen. Mancher Dorf- und Hofladen wird ihnen dankbar sein. Aber ich weiche vom Thema ab, sorry ;-)

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Dazu passt, dass Coop offenbar verhindern will, dass Discounter wie Aldi und Lidl das Bio-Suisse-Label verwenden dürfen (TA vom 11.8.2020). Zum Nachteil vor allem von KundInnen, die sich dadurch verunsichern lassen.

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Bio-Suisse-Label bei Aldi und Lidl statt Coop: den Teufel mit dem Belzebub austreiben? Die werden dem Bio-Bauern die Produkte sicher besser bezahlen...

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Als Zeitungsleser stört mich eine „Lifestyle- Beilage“ weniger als die immer häufiger als redaktionelle Beiträge getarnten Werbetexte. Erstere kann ich kübeln, bei letzteren - oft mit gleichem Layout wie redaktionelle Beiträge - wird die Abgrenzung zwischen gesponserter Werbung und unabhängiger Information immer verschwommener. Im übrigen scheint mir der Vergleich mit autoritären Regimes doch etwas gar reisserisch.

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Ich gebe Ihnen Recht: Auch mich stören die als redaktionelle Beiträge getarnten Werbungen als Leser mehr als eine Lifestyle-Beilage. Über diese sog. Native Ads haben wir deshalb in letzter Zeit wiederholt berichtet: «Demokratiepolitisch besonders bedenklich» (https://www.republik.ch/2020/07/13/…edenklich); «Redaktionen, die ihre Leser mit versteckter Werbung täuschen, beschädigen ihre Glaubwürdigkeit» (https://www.republik.ch/2020/05/29/…erdigkeit); «Lesen Sie auch unseren Faktencheck dazu» (https://www.republik.ch/2020/01/29/…heck-dazu); Der lachende Dritte (https://www.republik.ch/2018/01/24/…nde-dritte). Dennoch bin ich auch mit Kollege Philipp Albrecht einig: Nicht primär aus Leserperspektive, sondern aus der Perspektive der Redaktion. Wenn sich das eigene Medienunternehmen in finanzielle Abhängigkeit des einen Detailhändlers begibt und mit dem anderen Detailhändler einen Verwaltungsrat teilt, braucht es bedeutend stärkeres Rückgrat, weiterhin kritisch über diese Unternehmen zu berichten. Wenn die Verleger einen dann im Konfliktfall nicht stützen, sondern öffentlich Position für die Grossinserenten beziehen, wird es schwierig. Die im Artikel erwähnten Zitate der Herren Somm und Lebrument lassen tief blicken.

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Sage ich ja auch. Die Verleger sind die Feinde und Totengräber des Journalismus'. Nicht die Werbekunden, die halt kaufen, was man ihnen anbietet. Deshalb ärgert es mich ja so, dass im Titel auf Coop geschossen wird. Die sind Mitläufer, die Täter sitzen in den Chefetagen der Medienhäuser.
Oder ist es Aufgabe des Detailhandels, die Fahne der Pressefreiheit hochzuhalten?
Im Artikel wird mir das auch zu wenig relativiert. Ausserdem fehlt jede These dazu, weshalb ein Grossverteiler ein Interesse an einer (von ihnen) kontrollierten Medienlandschaft hat wie. Der Vergleich mit autokratischen Regimes ist haarsträubend und billige Polemik.

Ich frage mich inzwischen eher, was die "Republik" und/oder Philipp Albrecht gegen Coop und Migros haben...

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Nach meinem Eindruck gibt es fast keine kritischen Berichte zu Aldi und Lidl in den schweizerischen Medien. Beide sind völlig intransparent und verhalten sich vermutlich hierzulande nur „gesittet“, weil sie nicht die Marktmacht haben. Wäre vielleicht auch einmal ein Thema für die REPUBLIK.

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Nimmt 20Minuten, mit oder ohne die Coopbeilage, noch eine journalistische Funktion in der Gesellschaft wahr?

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L. N.
Leser Stufe 2
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Hahahaha nein.
Aber letzendlich eben doch, genau so wie die "Infotainment"/Werbebildschirme in Bus und Tram auch. Da stehen Informationen - richtig oder falsch, beeinflusst oder nicht - und viele Leute lesen das, wenn auch nur aus dem Augenwinkel oder als Zeitvertreib. Und etwas bleibt immer hängen, auch wenn man sich dessen bewusst ist, und somit wird man davon beeinflusst...

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Coop lanciert eine offen deklarierte Beilage für ein Blatt, das mit Journalismus nur am Rande zu tun hat und vom ersten Tag an 100-prozentig durch Werbung finanziert war und deshalb gratis verteilt wurde und wird.
Die Printmedien sind heute allgemein von wenigen Grosskunden abhängig, weil den Verlegern in den Medienhäusern bis heute nichts Schlaues in den Sinn kam, wie sie ihre Produkte verändern können, damit sie auch im digitalen Zeitalter attraktiv bleiben.
Es wurde zum Beispiel viel zu spät (und zu immer noch viel zu hohen Preisen) versucht, andere Finanzierungsmöglichkeiten wie etwa den Kauf eines einzelnen Onlineartikels zu testen.
Dafür wurden fröhlich Native Ads und Paid Posts eingeführt, die meines Erachtens eine grössere Bedrohung des Journalismus' sind als Beilagen.
Die Verleger haben die Einnahmen immer nur auf Seiten der Werbekunden gesucht, gingen dabei mehr und mehr auf deren Wünsche ein und entsprechend steuerte man sich in die gegenwärtige Situation, in der eine kritische Berichterstattung über die beiden orangen Riesen kaum mehr möglich ist.

Und daran soll jetzt Coop Schuld sein? Eine Firma, die selber keine guten Ideen hat und sich von irgendwelchen Fachleuten hat überzeugen lassen, dass ein Wochenend-Magazin eine tolle Idee ist, die jungen Menschen anzusprechen?
Denn ganz ehrlich, ich gehe davon aus, dass 20Minuten bei Coop angeklopft hat und nicht umgekehrt. (Und sogar wenn, Coop musste da keine Tür einrennen, die stand weit offen und hatte ein blinkendes Schild mit der Aufschrift "Wir machen alles für Geld! Alles! Wirklich!" drüber.)
Die Folge: Coop wird weniger Inserate in kleineren Publikationen schalten, weil man den Mist ja irgendwie finanzieren muss und das Budget zwar gross, aber eben doch begrenzt ist.
Aber bei TX Group reibt man sich die Hände, weil man den fetten Deal abgeschlossen, sich ein weiteres Stück des Werbekuchens abgeschnitten hat und es an die Shareholder verteilen kann. Gleichzeitig wird der Abbau bei kleineren, regionalen Publikationen weiter gehen, die zwar auch zu Tamedia gehören, aber "leider zu wenig Einnahmen haben - was sollen wir machen, wir sind ja kein Wohlfahrtsunternehmen, da bleiben nur Sparmassnahmen".

Nochmal: Coop und Migros bedrohen die Pressefreiheit? Wirklich? Ganz sicher?
Ich würde ja lachen, wenn es mich nicht ärgern würde, dass ein solcher Blödsinn hier publiziert werden durfte.
Die Argumentationslinie dieses Artikels ist nicht haltbar. Man schlägt den Sack (Werbekunden) und meint den Esel (die Verleger).

Disclaimer: weder ich noch jemand aus meinem Umfeld arbeitet bei einem oder für einen Grossverteiler.

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(durch User zurückgezogen)

Das ist nur ein Verzweiflungsakt um irgendetwas gegen den Einkaufstourismus und die erstarkende Aldi/Lidl Konkurrenz zu unternehmen. Wird kein Mensch lesen und schon gar nicht die Jüngeren. 20Min. gibt's sowieso bald nicht mehr.

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"Unabhängig wird nur, wer sich von der Abhängigkeit der Werbung löst."

Die erfolgreichste Publikation in der Schweiz hat sich gar nicht erst von der Werbung abhängig gemacht. Sind das einfach clevere Journis?

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Die Kombination von Einkaufsverhalten plus Lesegewohnheiten sind vermutlich auch lukrativ für den Datenhandel. Wenn ich nur schon daran denke, dass für spezialisierte Algorithmen 70 Likes reichen, um die Menschenkenntnis eines Freundes zu überbieten. Würde mich also nicht wundern, wenn geprüft wird, was sich aus dem Zusammenführen von Artikel-Klicks und Superpunkten machen lässt.

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E. M.
Kulturkritiker
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Mit Rezepten, Lifestyle- und Nachhaltigkeits­tipps, Ideen, Wettbewerben sowie Rätsel sei die Zeitung auf eine junge Zielgruppe ausgerichtet.

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Rezepte und Rätsel? Klingt in der Tat eher nach Boomer als Zielgruppe. Die Jungen sind doch bei TikTok und die mittelalterlichen (zu denen ich mich zähle) bei Instagram

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seit 2018