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B. J.
· editiert

Aktuelles Beispiel: bei der gestern im Abend-Newsletter verlinkten Studie zum Vergleich von Krankheitsverläufen Covid/'normale' Grippe unterscheiden manche Resultate zwar nach Ethnie, aber nirgendwo im Text wird darauf hingewiesen, dass 94, resp. 93.8 % der Studienteilnehmer Männer sind. Erfährt man erst, wenn man die Rohdaten auf Table 1 anschaut. Würden die Resultate auch bei einer Auswertung nach Geschlecht unterschiedlich ausfallen? Man erfährt es nicht, einmal mehr gilt Mann = Mensch, Frau kommt nicht vor.

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Nicht dass das die Situation wesentlich verbessern würde, doch den von Ihnen gewünschten Hinweis gab es meiner Meinung nach schon. Man muss nicht in die Tabelle schauen, man braucht nicht einmal dem Link zu folgen: Die Studie wurde an amerikanischen Altgedienten durchgeführt, worauf im Text der Studie sowie im Abend-Newsletter hingewiesen wird.

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B. J.
· editiert

Sie meinen, weil die Daten von der Veterans Health Administration zur Verfügung gestellt wurden, sei in bezug auf das Geschlecht der Studienteilnehmer*innen eh schon alles klar? Ein weiteres Beispiel für die im Artikel beschriebene Unsichtbarkeit von Frauen.

Im Jahr 2011 betrug der Anteil von Frauen bei der Air Force 19 %, bei der Navy 17 %, bei der Army 13 % und im Marine Corps 7 %. (Wiki)

Möchte man erfahren, wie hoch der nicht-männliche Anteil an den untersuchten Gruppen tatsächlich war, und wie sich die Resultate gegebenenfalls bezüglich Geschlecht unterscheiden, bleibt einem doch nur der Blick in die Rohdaten. Da sieht man dann bspw. auch, dass die kleinste der gesondert untersuchten ethnischen Gruppen um die 2.5% der Studienpopulation ausgemacht hatte, gegenüber gut 6% nicht-männlicher Studienteilnehmer*innen. Trotzdem das Geschlecht also offensichtlich erhoben worden war, wurden diesbezüglich keine gesonderten Berechnungen angestellt.

Natürlich muss man sich nicht zwingend näher mit dem auseinandersetzen, was man kommentiert. Es ist aber auch nicht verboten. Dann merkt man, dasss es nicht um einen fehlenden Hinweis im Text geht, sondern um die im Artikel ausgeführte Blindheit gegenüber der Hälfte aller Menschen.

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Vieles stimmt in diesem Artikel. Aber einmal mehr werden auch ziemlich absurde Argumente herangezogen. Auch als Mann (vor allem als 'älterer' Mann!) kann man in keinem Park 'ordentlich' pinkeln. Auch an vielen Bahnhöfen gibt es kein WC. Solche Anlagen rentieren nicht und werden deshalb weggespart. Jedes Bergdorf will Touristen haben, aber nirgendwo eine Toilette für Wandernde. Soll das Frauendiskriminierung sein?
Im Büro habe ich auch gefroren, aber noch viel mehr beim nur für Männer obligatorischen Militärdienst. Und Witwenrente werde ich auch nie kriegen. Und, und, und....
Man sollte nicht Rosinen picken, sondern nach gerechten Lösungen für ALLE suchen. Das wird von mindestens der Hälfte der Bevölkerung nicht gemacht, auch von den Frauen nicht.

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Debora Mittner
Queerdenker*in
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Ich stimme der Forderung, Daten nach Geschlecht auszuwerten, um unterschiedliche Bedürfnisse oder strukturelle Benachteiligungen sichtbar zu machen, grundsätzlich zu. Persönlich finde ich es aber oft unangenehm, wenn ich in Formularen standardmässig gezwungen werde, mein Geschlecht anzugeben – vor allem wenn weder der Grund der Erfassung ersichtlich ist, noch eine neutrale Option oder Möglichkeit einer eigenen Angabe zur Verfügung steht.
Wenn nur zwei Optionen zur Auswahl stehen, grenzt das intergeschlechtliche und non-binäre Personen aus. Transmenschen müssen bei unklaren Formulierungen/Erhebungszwecken immer wieder von Neuem entscheiden, ob sie ihr biologisches/chromosomales Geschlecht oder das soziale Geschlecht angeben, das ihrer Identität entspricht.
TGNS (Transgender Network Switzerland) hat einen hilfreichen Leitfaden zum Thema "Geschlecht Erfragen" publiziert:
https://www.tgns.ch/de/2020/08/gesc…-erfragen/

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Ich lann die Lektüre von “Unsichtbare Frauen“ nur empfehlen. Ich habs durchgeachert und war danach irgendwie schon recht deprimiert. Sterberisiko im Auto ist für Frauen viel höher, die Wege zur Arbeit und Care Arbeit teils idiotisch kompliziert, Karrieren mit Kind auch akademisch eher schwierig, die USA kennen nicht mal Mutterschaftsurlaub etc, etc, etc.

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Ärzte, Apotheken und Spitex wollen in den Corona-Sonderstab vgl. (https://www.aargauerzeitung.ch/limm…-139508872).
Dass Frauen in der Corona-Krise mehr zu leiden haben als Männer erstaunt mich gar nicht, wenn man sieht, wie der gegenwärtige Corona-Sonderstab zusammen gesetzt ist. Zentrale Elemente des Gesundheitssystems sind nicht vertreten. Aus meiner Sicht, haben wir mehr ein System- als ein Gender-Problem. Wäre das Wissen dieses Sektors mehr berücksichtigt worden, wären verletzlichere Bevölkerungsschichten besser geschützt worden, unabhängig von Geschlecht.

Natürlich unterstütze ich, dass Männer & Frauen und alle dazwischen in gleicherweise ihren Bedürfnissen in Beruf und Familie nachgehen sollen, ohne eine Gender-Benachteiligung zu erfahren. Dennoch habe ich das Gefühl, dass in diesen ganzen Feminismus/Gender-Diskussionen, die einfache genderunabhängige Menschlichkeit vergessen geht. Ein ursächliches Problem sehe ich vielmehr in dem in uns, tief verwurzeltem, kollektivem Leistungswahn. Wir devinieren, identifizieren uns durch Leistung. Unser ganzes Bildungssystem ist auf Leistung ausgerichtet. Dies prägt uns als Gesellschaft. So lange wir diese Spiel spielen, werden die Männer eher "im Vorteil" sein, weil Männer tendenziell oder vereinfacht gesagt kampflustiger sind. Selbstverständlich gibt es ebenso kampflustige Frauen. Erscheinen diese Frauen in der Politik (Thatcher, Merkel, Lagarde, Hillary Clinton, Van der Leyen, Queen Elisabeth, Leuthard, Amherd oder Ricklin) machen sie leider öfters dasselbe wie die Männer. Machtpolitik und aufrechterhalten des Status Quo, folglich verändert sich wenig "zum Guten".

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Was die Mehrheit der Mächtigen übersieht, muss die benachteiligte Minderheit mit aktiver politischer Teilnahme erzwingen.
Die Wähler steuern ihre zukünftige Lebensgestaltung, wie auch jener der nachfolgenden Generationen in 1. Priorität mit der Auswahl ihrer „politischen Stellvertreter“…
Die Qualifizierung und Integrität zu politischer Amts Tauglichkeit muss jeder Wahlberechtigte explizit und zwangsweise vor Wahllisten Abgabe in persönlicher Handarbeit selbst prüfen...
Solange sich in der Parteien Landschaft nur jene 7 % Wahlberechtigten engagieren, welche sich mehrheitlich, auf Grund ihres beruflichen Unvermögens, ihren Lebens Unterhalt auf Kosten der Brutto Sozial Produzenten sichern, ist Gleichschritt bezüglich Fortschritt in der Wirtschaft zu Politischer Teilhabe - Utopie.
Die Wahlbeteiligung ist zwingende Voraussetzung zu Macht Teilhabe.

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Quotenregelungen in vielen Bereichen schien mir bis heute etwas absonderlich oder unnötig. Basierend auf der Aussage, dass Frauen erst 'sichtbar' werden bei 2/3 Anteil muss ich mein Gefühl klar revidieren. Wenn es faktisch so ist, gibt es selbst bei 50/50 keinen Interessenausgleich. Das ist mehr als bedenklich. Es ist zwingend das wir da schnell mehr Erkenntnis fordern müssen. Danke für diesen Artikel!

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L. B.
Politologin | Universität Oxford
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Einmal mehr ein super Artikel von Arežina. Kühlköpfig den Nagel auf den Kopf gehauen. Nun wärs auch an der Zeit, dass auch die Republik weiter an der Sichtbarkeit arbeitet, indem sie diese feministischen Stimmen auch mal in den prestigeträchtigen Samastagskommentaren bringt !

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Verena Rothen
fotografie, texte, webpubl&lektorin
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Stühle sind so hoch, dass sie das Blut abschneiden - und das bei all den Frauen-Bürojobs ... schlimmer: Auto-Sicherheitgurten so hoch angesetzt, dass sie bei den meisten Frauen ziemlich genau an der Halsschlagader zu liegen kommen, und das auf der untersten möglichen Einstellung, die auf keine Weise mehr abgesenkt werden kann.
Frauenspezifische Krankeiten, Endometriose als nur ein Beispiel, kaum erforscht - oder schlicht kaum bekannt, also auch selten richtig diagnostiziert.
Usw. usf.
Das mit dem Schluss des Artikels sehe ich auch so. Resignative Schlüsse stossen die Veränderungen grad nicht an. Sondern nehmen die wichtigen Aussagen dieses gut recherchierten Artikels (und ähnlicher Artikel so oft) quasi wieder als „ist halt so“ zurück.
Das lässt sich aber ja ändern.

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P. Z.
· editiert

Ein sehr wichtiger Beitrag, bitte am Thema dran bleiben (Uni Lausanne, etc.) ! Ein Skandal, dass es gemäss Berset zu viel Aufwand bedeutet, Statistiken und Studien geschlechtergetrennt zu erheben. Da kann frau nur staunen. Studien sind aufwendig, die Angabe des Geschlechts fällt da absolut nicht ins Gewicht.

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Ein wirklich guter Artikel. Schade nur, dass mit der Frage und dem Zitat am Schluss viel Goodwill verschwindet. Man kann dick auftragen ("weitgehend ignoriert"), aber so ein Abschluss motiviert die vermeintlich Schuldigen nicht.
Vermutlich sehen die "Mächtigen" das Problem sehr wohl, nur sind die vorgebrachten Vorschläge und Ideen zur Änderung letztlich für diejenigen, welche die Mächtigen wählen und über Lösungen abstimmen, nicht immer überzeugend. Zu den vielen "Nichtmächtigen" gehören neben Männern auch viele Frauen, die oft sehr viel härter urteilen und sich gegen Änderungen und Verbesserungen wehren (z.B. auch bei so Fragen wie Vaterschaftsurlaub). Es sind nicht unbedingt die mächtigen Männer, welche die Hälfte der Bevölkerung "ignorieren" und auf der Bremse stehen.

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Lieber F. F., es geht nicht um Schuldzuweisung. Es geht darum zu erkennen, dass die meisten Normen männlich ausgerichtet sind. Und es gilt, das zu ändern. Das im Artikel zitierte Buch 'Unsichtbare Frauen' von Caroline Criado-Perez ist sehr zu empfehlen, sachlich, unaufgeregt, eine Listung von Tatsachen ohne Schuldzuweisung.

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Liebe Susanne Saam, letztlich versuchte ich darauf aufmerksam zu machen, dass der letzte Abschnitt und das Ende mit dem Zitat vielleicht nicht so optimal sind, um die Botschaft auch an diejenigen zu bringen, welche nicht schon alles so sehen, wie die Autorin schreibt. Sie verspielt zumindest teilweise, was sie im Artikel aufgebaut hat. Schade. Aber selbstverständlich darf sie das so schreiben.
Ergänzend zu meinem ersten Beitrag: Dass die Hälfte der Bevölkerung "weitgehend ignoriert" wird, ist doch eine recht steile These. Selbstverständlich darf man (frau) das so sehen. "Oft" oder "häufig" wäre vielleicht ein wenig differenzierter und vor allem glaubwürdiger. Jedenfalls ist das in meinen Augen keine logische Folge aus dem Artikel. Das Beispiel mit der Geschlechtsangabe bei den Corona-Krediten und der Kurzarbeitsentschädigung war auch nicht gerade optimal, wenn man nur ein klein wenig weiter darüber nachdenkt. Möglicherweise habe ich hier eine männliche Logik….
Auch das Zitat der Buchautorin wurde bewusst gewählt, so nehme ich es jedenfalls an. Auch hier ergänzend zu meinem ersten Beitrag: Woher weiss die Buchautorin, dass für die Mehrheit der Mächtigen die männliche Perspektive einfach nur wie gesunder Menschenverstand wirkt? Hat sie dazu Studien, welche dies belegen. Ganz leise würde ich da anmerken, dass die Mehrheit der mächtigen Männer durchaus auch in der Lage ist, die hier diskutierten Fragen zu verstehen und vermutlich zu sachlicheren Aussagen zu kommt als die Buchautorin. Ich gebe aber zu, dass der von mir verwendete Begriff "Schuldige" nicht passend war. Es geht um die Ursachen. Kombiniert mit der doch eher herabsetzenden Aussage im letzten Satz, steckt aber einen "Schuss" von Schuldzuweisung in der Ursache. Vielleicht verstehen Sie, dass mich die Zeit reut und mir die Motivation fehlt, das Buch von Caroline Criado-Perez zu lesen. Und etwas vereinfacht: Die Buchautorin und die Autorin würden die Mächtigen (und viele andere) für Anliegen gewinnen, wenn sie so zu gewinnen wären.

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(durch User zurückgezogen)

Vielen Dank für diesen wichtigen Artikel. Ganz klar: es braucht mehr Frauen an den Schaltstellen der Macht.

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Genau das ist doch das Problem. Das Patriarchat wird dann durch ein Matriarchat ersetzt. Sonst hätten Sie vielleicht noch geschrieben:

  • wir Frauen wollen endlich ins Militär

  • oder wir Frauen wollen das Militär abschaffen

  • oder wir Frauen wollen bei der Abfallentsorgung einen Frauenanteil von 50 % haben

  • oder wir Frauen wollen keine Privilegien bei Sozialversicherungen

  • oder wir Frauen wollen mehr für Frauenanliegen tun

  • oder wir Frauen wollen Gerechtigkeit für alle
    Aber die Frauen wollen scheinbar nur an die Schaltstellen. Das wird das Problem nicht lösen.

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D. h. konkret ich bin absolut dabei, Militär- und Zivildienst für alle zu diskutieren und die Sozialversicherungen geschlechtergerecht auszugestalten.
Analog auch gleiche Verantwortung für die Beseitigung des Abfalls - oder noch besser: alle ziehen am gleichen Strick für die Verminderung der Abfallberge.

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Na ja - jetzt bin ich aber total missverstanden worden.
Was ich meine ist: es braucht Frauen UND Männer, um eine gerechtere und nachhaltige Gesellschaft zu denken und zu gestalten.

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Interessanter Artikel. Das Beispiel mit der Risikogruppe der Schwangeren scheint mir allerdings unpassend. Menschen präventiv als Risikogruppen zu erklären, wäre auch diskriminierend. Mir scheint, dass Schwangeren sowieso sehr viel unnötig Angst gemacht wird. Und selbst wenn Schwangere, die weniger als ein Prozent der Bevölkerung ausmachen, tatsächlich unter dem Radar der Behörden geblieben wären, ist dies kein Beispiel für Diskriminierung von Frauen. Da sind die anderen Beispiele besser.

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Ältere Menschen sind pauschal und präventiv als Risikogruppe definiert, schwangere Frauen aber vergessen worden.

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Pauschal ja, präventiv nein. Man hatte ja die Zahlen aus Wuhan. Und finden Sie nicht, dass es einfacher ist 1 Prozent (Schwangere) der Bevölkerung zu vergessen als 20 Prozent (Über-65-Jährige)?

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Aha, gibt es also doch Unterschiede zwischen Mann und Frau.....und wie steht es mit dem Rest der LGBTQ+ Community?

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Natürlich gibt es jede Menge Unterschiede zwischen Frauen und Männern.
Deshalb ist ja Gleichbehandlung eben eine Anstrengung, die bewusst getätigt werden muss, und noch immer keine Selbstverständlichkeit, die einfach so geschieht.
Oder habe ich da was falsch verstanden?

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D. W.
Studi
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Anmerkung, gerade was die medizinische Forschung angeht: Es ist sicher so, dass gerade in den frühen Tagen der medizinischen Forschung viel mehr auf die Männer geachtet wurde. Aber heute ist das Problem nicht nur dieses.

"Bevor Massnahmen ergriffen werden konnten, mussten solide wissenschaftliche Studien durchgeführt werden und deren Resultate vorliegen. Aber gibt es nicht auch so etwas wie ein Vorsichts­prinzip? Müsste nicht der Schutz von Schwangeren und Neugeborenen ein prioritäres Anliegen sein, und müssten Risiken nicht so frühzeitig wie möglich abgeklärt werden?"

Dem ist so. Und retrospektiv geht das sicher, wenn man denn passiv genügend Daten sammeln kann (das dauert!) und sieht, dass Schwangere/Neugeborene vermehrt schwer erkranken. Eine präventive Empfehlung, diese zu schützen, würde sich allemal lohnen.

Aber gerade was prospektive Forschung angeht, stellt man diese (zu Recht!) auf eine sehr hohe Stufe. Siehe z.B. die geltenden Forschungs/Consent-Richtlinien S. 5.
Das bringt uns in eine Zwickmühle:

  • Wir können gewisse Risiken nicht abschätzen und entsprechend die Studien nicht durchführen.

  • Wir können keine Rückschlüsse auf die Auswirkungen auf Schwangere und Embryos/Föten ziehen.

  • Medikamente/Therapien kommen mit "Disclaimern" daher, Ärzte müssen das Risiko selbst abschätzen.

  • Entweder wird das Risiko eingegangen oder man muss halt "verzichten". Was auch zu schlechteren Outcomes führen kann.

Ein Beispiel dazu ist Schmerzmanagement. +/- ist nur Paracetamol "erlaubt", weil alles andere gefährlich sein könnte/ist.

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Erklärt das die riesigen Unterschiede zwischen Frauenärztinnen in Bezug auf was erlaubt ist und was nicht während einer Schwangerschaft? Oder kommt das sonstwo her?

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Mit dem Problem wurde ich bisher noch nicht konfrontiert ;) Ist das etwas, was bekannt ist, und sind die Unterschiede so gross?
Es kann gut sein, dass die Forschungsproblematik da etwas beiträgt. Wissen, Zeit, Alter, Laufbahnen und vor allem Ausbildungsunterschiede mögen wohl auch hineinspielen. Zum Glück gibt es heute Ressourcen wie UpToDate, die sich spezifisch mit aktuellen Empfehlungen auseinandersetzen und auch recht breit genutzt werden.

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Unterschiede sichtbar machen, finde ich gut und wichtig.

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Dieses Bürobeispiel ist ätzend. Wenn es Frauen oder Männer, die nicht 40 un 70kg sind, zu kalt ist, dann können sie etwas Wärmeres anziehen.
Was hingegen soll der Mann machen, wenn es ihm im T-Shirt oder Hemd im Büro zu heiss wäre - ergo grad recht für die Frauen? Er kann sich ja schlecht ausziehen.

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L. H.
Hobby Klima Arithmetiker
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Zu diesem Thema kann ich das Buch "Data Feminism" empfehlen. Ich habe leider erst die ersten zwei Kapitel gelesen, kann es also noch nicht ganz abschliessend beurteilen, finde das Buch aber jetzt schon exzellent.

Kann übrigens kostenlos online gelesen werden: https://mitpress.mit.edu/books/data-feminism

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B. J.
· editiert

Hervorragende Zusammenstellung, die gerade durch ihre Nüchternheit das Skandalöse sichtbar macht.

Erst wenn ungefähr 70 Prozent aller anwesenden Personen Frauen sind, werden Frauen als gleichrangig und einflussreich wahrgenommen.

Das scheint mir etwas hoch, aber wenn es stimmt, müssen wir Frauen uns hier in den Kommentarspalten aber noch mächtig ins Zeug legen! Persönlich fände ich schon halbe-halbe eine tolle Bilanz.....

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Mit den vielen Beispielen hat mir das Buch auch ziemlich die Augen geöffnet.

Stichwort Sicherheitsgurte: Genau wie beim Büro werden für Crash-Tests normierte Dummies eingesetzt. Die Folge davon? Sicherheitsgurte sind für normalgewachsene Männer optimiert, für alles, was halt nicht dieser Norm entspricht (Frauen*, Schwangere, kleine Menschen, etc.) können die Sicherheitsgurte sogar zu schweren Verletzungen oder Fehlgeburten führen.

Natürlich: Dieses Problem hat man erkannt, darum werden für Frauen nun kleinere, immer noch den männlichen Dummies entsprechende, Dummies eingesetzt.

Für mich bedeutet dies, dass die Daten zwar die Missstände aufdecken können, es aber unbedingt auch differenzierte Perspektiven in den Entscheidungsgremien braucht. Sonst wissen wir zwar wo die Probleme liegen, scheitern aber weiterhin daran, sie anzupacken.

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Anonym 1
Brot
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· editiert

Geschlechterblindheit wird leider auch mit vordergründig "wohlwollenden" Argumenten verteidigt. Man meine, dass man halt schon derart fortgeschritten sei, dass man zwischen Mann und Frau keine Unterschied mehr machen müsse. Man sehe nur noch "den Menschen".

Dass das genauso hinderlich ist, hat Reni Eddo-Lodge in ihrem Buch über Hautfarbe treffend analysiert:

Ich glaube, dass wir uns mit dem Versagen der Leistungsgesellschaft versöhnen, indem wir darauf bestehen, Hautfarbe einfach nicht zu sehen. Dann fühlen wir uns fortschrittlich. Doch die Behauptung, Hautfarbe nicht zu sehen, ist gleichbedeutend mit zwangsweiser Assimilation. Meine schwarze Hautfarbe wurde gegen meinen Willen politisiert, aber ich möchte nicht, dass sie in dem Bemühen, eine Art heikle falsche Harmonie herzustellen, vorsätzlich ignoriert wird. Und obwohl sich viele mit der Lüge der Farbenblindheit beruhigen, belegen die oben erwähnten hautfarbenabhängigen drastischen Unterschiede der Chancen im Leben, dass sie von unseren Institutionen zwar gepredigt, aber nicht praktiziert wird.
[...]
Das Konzept der Farbenblindheit ist eine infantile, schlecht durchdachte Analyse des Rassismus. Sie beginnt und endet mit "eine Person wegen ihrer Hautfarbe zu diskriminieren ist schlecht", ohne die unterschiedlichen Arten und weisen anzuerkennen, auf die sich strukturelle Macht in einem solchen Austausch manifestiert. Mit einer derart unausgegorenen Analyse wird diese Definition von Rassismus oft dazu benutzt, People of Colour, die versuchen den alltäglichen Rassismus in Worte zu fassen, zum Schweigen zu bringen. Und wenn People of Colour darauf hinweisen, wird ihnen rassistisches Verhalten gegenüber Weißen vorgeworfen, und wieder wird die Verantwortung verschoben. Farbenblindheit leugnet strukturellen Rassismus und die Geschichte weißer Dominanz.
[...]
Hautfarbe nicht zu sehen ist keine Hilfe bei der Dekonstruktion rassistischer Strukturen oder der materiellen Verbesserung der Bedingungen, denen People of Colour täglich ausgesetzt sind. Um ungerechte, rassistische Strukturen auszulösen, müssen wir Hautfarbe sehen. Wir müssen sehen, wer von seiner Hautfarbe profitiert, wer von hautfarbenspezifischen negativen Stereotypen unverhältnismäßig stark betroffen ist, und wem aufgrund der Hautfarbe, der Klasse oder des Geschlechtes Macht und Privilegien - verdientermaßen oder nicht - zugestanden werden. Hautfarbe zu sehen ist eine Voraussetzung, um das System zu verändern.

Das "Sehen" des Geschlechts in Statistiken ist also auch ein Eingeständnis der Unvollkommenheit unseres eigenen Systems.

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«Für sie wirkt die männliche Perspektive einfach nur wie gesunder Menschenverstand.» --> müsste zwangsläufig wohl "Männerverstand" heissen...

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Kennt die Medizin die Frau tatsächlich?
Zwar habe ich den spannenden Artikel erst überflogen und mir für später aufgehoben. Aufgefallen ist mir: "In der Medizin galt der männliche Körper lange Zeit als Norm. Die Frau war die Abweichung." Galt? Perfekt? Genderforschung in der Medizin und vorallem die Umsetzung der Forschungsresultate in der Praxis muss immer noch explizit und immer wieder eingefordert werden. Allein beim Legiferieren des Humanforschungsgesetzes mussten wir über die Anhörung mit einem Minderheitsantrag Genderforschung erkämpfen. Hier würde die Aufzählung der Bereiche der Medizin beginnen, die Handlungsbedarf aufweisen. Medikamente, Notfallmedizin, usw. Dringenden.

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(durch User zurückgezogen)

seit 2018