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Herzlichen Dank für diese erhellende Darstellung der heute seriös geschätzten Zahlen.
Gibt es noch einen Grund, dass Politik und Bund zwingend eine andere Strategie propagieren als so schnell und so konsequent klimaneutral zu werden als möglich?
Kann eine andere Politik denn nur noch als dumm oder als klare Klientelpolitik bezeichnet werden?
Darum, schauen wir genau hin wer was sagt und in wessen Sold sie stehen.

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Genau! Man schaue genau hin, in wessen Sold ich stehe. Führen wir eine Ressourcen-Lenkungsabgabe ein und finanzieren wir damit ein nachhaltiges Grundeinkommen.

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Diese Lösung hätte zudem den Vorteil, dass es eine Form von Ressourcen Gerechtigkeit gäbe, die heute zweifellos nicht gegeben ist. Gute Idee. 👍

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M. H.
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Lieber Simon, danke für den wie immer seriös recherchierten Beitrag. Erlaube mir trotzdem, mich – Disclaimer: das schreibe ich als Fürsprecher der Gletscherinitiative – der Kritik von R. S. anzuschließen. Es ist im gegenwärtigen Abstimmungskampf viel zu viel von «Kosten» die Rede. Da ist es den Gegner:innen des Gesetzes gelungen, das Framing zu setzen. SVP, Erdöllobby etc. operieren mit sehr unseriösen Zahlen, gut meinende Journalist:innen widerlegen diese Zahlen in Faktenchecks – und bekräftigen damit das Framing, denn wer sagt «Es kostet weniger als behauptet», sagt immer noch «Es kostet». Besonders plump zeigte dies ein Beitrag in der Sonntagszeitung vor einer Woche mit dem Titel «Das Gesetz bestraft vor allem reiche Umweltsünder»: Klimapolitik als «Chance» … (https://www.tagesanzeiger.ch/das-ge…6431660136)
Das CO2-Gesetz kostet nicht «weniger», es kostet nichts, es verteilt einfach gewisse Lasten anders – genauer gesagt: Es lindert gewisse unsoziale Verzerrungen ein wenig, weil heute die Allgemeinheit die externen Koste des Lebensstils vor allem der Reichen trägt. Vor allem aber brächte eine konsequente Klimapolitik auch solche Vorteile wie Unabhängigkeit von Erdöl- und Erdgasstaaten, mithin eine resilientere Wirtschaft.
Aber das muss nicht unbedingt in einer Kosten-Nutzen-Rechnung betrachtet werden. Um es mit Angelika Hardegger (NZZ) zu sagen: Wir sollten nicht «wie ein Volk von Buchhaltern» politisieren. (https://www.nzz.ch/meinung/die-schw…ld.1623583)

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Lieber Marcel
Merci für deinen Kommentar. Ich dachte schon, dass diese Kritik wegen des Framings kommen würde. Aber ich denke auch, dass wir in der Schweiz inzwischen weiter sind. Kosten/Nutzen sind ein Teil der Argumentation, aber längst nicht alles. Mir geht es hier v.a. darum, die Grössenordnungen aufzuzeigen. Viele Leute denken immer noch, es sei unmöglich, das Klima zu schützen oder die Energiewende zu schaffen. Aber wenn man es mal in Proportionen umwandelt, mit denen man persönlich etwas anfangen kann, erscheint die ganze Sache plötzlich viel realistischer. Übrigens kommt das CO2-Gesetz ja in dem Text auch gar nicht vor. Das Gesetz wäre auch erst ein Anfang auf dem Weg zu netto null.
Herzlichen Gruss

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Ja, klar, hab schon gesehen, dass du gar nicht über das CO2-Gesetz schreibst. Und es ist tatsächlich schwierig, ein Framing, wenn es mal dominant in die Welt gesetzt ist, nicht zu bedienen. Im Grunde sagt deine Recherche ja, was Otmar Edenhofer 2014 bei der Präsentation des letzten IPCC-Reports sagte: It doesn't cost the world to save the world. Ich bin selber etwas ratlos, wie man eine Botschaft wie «Netto null Emissionen bis 2050: Dieses Ziel zu erreichen, kostet weniger, als man denkt» (aus dem Lead deines Artikels) so anbringen kann, dass nicht viele Leserinnen bloß lesen «das Ziel zu erreichen, kostet» … (aber da sind die Republik-Leserinnen wiederum vermutlich weniger oberflächlich als andere!)

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Lieber Herr H., Lieber Herr S.
Seit über 30 Jahren setze ich Projekte um, die den Ressourcenverbrauch und damit den CO2 Ausstoss massiv reduzieren, z.B. in einem durch einen Tenisspieler bekannten Unternehmen. Dabei geht es um CO2-Reduktonen von bis zu 90%. Zur Zeit bearbeite ich in Deutschland das Projekt 1000 klimaneutrale Gebäude. Dabei geht es um die Sanierung von 1000 kleineren Bestandsbauten. Bei all diesen Projekten ging es nie um die Frage was kostet uns z.B. CO2-Reduktion. Es ging immer um die Frage, wieviel lohnt es sich zu investieren. Deabi wurde lohnen nicht nur monitär betrachtet. Ein wichige Rolle spielte z.B. auch Versorgungssicherheit, zukünftige Abgaben, Ansehen, wo investieren wir mit der besten Rentabilität. Vor allem die letze Frage spielt bei Unternehmen und Privatpersonen eine sehr entscheidende Rolle. Von solchen Unternehmen und Privatpersonen gibt es sehr viele. Mein Eindruck ist, dass in den häufigsten Fällen Medienschaffende nicht zu dieser Gruppe gehören und sich somit die Frage der nachhaltigen Fnanzanlage nicht stellt. Dabei übersehen die weniger Wohlhabenden, dass sie selbst indirekt immer Investoren sind. Ihre indirekten Investoren sind die AHV, die Pensionskassen, die SUVA, die Versicherungen. Es geht dabei um Milliarden die investiert werden können. Die Frage stellt sich also, warum investieren sie nicht in Ressourcen-Entschwendung. Die häufigste Antwort ist, die freie Marktwirtschaft funktioniert nicht. Auch dabei wird übersehen, dass es diese gar nicht gibt. Es handelt sich um eine stark geregelte Marktwirtschaft. Dies Marktregeln zielen jedoch nicht darauf ab, den Ressourcenverbrauch, den CO2 Ausstoss zu reduzieren. Die Marktregeln sind geprägt von einem postsozialistischen und postkapitalistischen Denken. Mit der CO2-Lenkungsabagbe gehen wir einen ersten kleinen Schritt in die richtige Richtung. Wir gehen weg von einer reinen Umverteilung von Reich zu Arm, sondern von Ressourcen-Verschwender zu Ressourcen-Entschwender. Wir belasten CO2 und damit indirekt die Ressource fossile Energie und geben einen Teil der Einahmen an die Bölkerung zurück. Damit steigt die Kaufkraft der Bevölkerung und es wird wirtschaftlicher in CO2-Reduktion zu investieren. Auch wenn Sie es nicht gerne hören, Sie gehören mit solchen Artikeln zu den Mainstream Journalisten, die immmer wieder die gleichen falschen Fragen stellen und damit auch immer wieder die gleichen falschen Antworten produzieren. Dabei wäre es doch so einfach. Wie müssen wir die Rahmenbedingungen ändern, das es sich in unserem Wirtschaftssystem lohnt in Ressourcen-Entschwendung, Energie-Entschwendung, CO2-Reduktion zu investieren. Wie Herr H. freundlich sagt, die CO2 -Lenkungsabagbe ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Ihr Artikel kommz mir vor, wie das aufwärmen von kaltem Kaffee.

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Christina Marchand
Geschäftsleitung myNewEnergy
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Vielleicht könnte die Republik auch mal regelmässig über Neuigkeiten rund um den Klimaschutz Schweiz berichtet, inkl. Über Aktionen und aktive Menschen , damit mehr Menschen Mut bekommen sich für eine lebenswerte Zukunft einzusetzen.

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Danke für diesen Hinweis. Vielleicht interessiert Sie, dass wir mit unserem Verein Energieeffektivität Community in der Schweiz an einer Volksinitiative Ressourcen-Lenkungsabgabe und in Deutschland am Projekt 1000 klimaneutrale Gebäude arbeiten.

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T. R.
Mensch
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· editiert

Es gibt Dinge, deren Wert man nicht in Franken messen kann. Das ist neoliberaler Quatsch. Saubere Luft, sauberes Wasser und so weiter brauchen wir zum Leben. Um überhaupt zu existieren. All das darf nie zur Handelsware werden und ist nicht verhandelbar.

Ohne viel Worte darüber zu verlieren: Ich empfehle als Lektüre „Wir sind ein Teil der Erde“. Es ist die Rede des Indianerhäuptlings Seattle an den Präsidenten der USA - von 1855. Es ist seine Antwort auf das Kaufangebot ihres Landes für die Siedler.

Geld kann man nicht atmen, Geld kann man nicht essen, Geld kann man nicht trinken und so weiter.

Das Buch hat nichts an Aktualität verloren und angesichts der Fragestellung dieses Artikels ist es die bestmögliche Antwort…

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Leider sind die weisen Völker Lateinamerikas längst untergegangen und wir stehen wieder vor einem solchen Untergang. Gepokert wird noch, wer es trifft und wie sich die andern abschotten und retten können. Da müssen wir schon in der Sprache reden, die von den Kaufleuten verstanden wird.

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Frau K. es tut mir ja leid Sie darauf hinweisen zu müssen, dass das "weise" in Anführungszeichen gehört. Auch diese Völker haben zum Teil ihrer Umwelt massive Schäden zugefügt und haben unter den Folgen gelitten.

Zum Beispiel die Anasazi aus dem Süden der heutigen USA haben sämtliche Bäume in den von ihnen bewohnten Flusstälern gerodet und litten später Hunger, weil sie aufgrund ihres Bevölkerungswachstums während einer Feuchtperidoe Gebiete bewirtschafteten, die eigentlich zu trocken dafür waren, was sich in einer Trockenperidoe rächte.

Den Maia in Mittelamerika erging es nicht besser. Auch sie mussten etliche Siedlungen aufgeben, weil sie die Bevölkerung dort nicht mehr ernähren konnten und sie mit veränderten Klimabedingungen nicht umgehen konnten.

Ich möchte damit diese Völker nicht schlecht machen, aber leider ist es so, dass sie nicht per se"besser" im Umgang mit der Natur waren als wir. Sie hatten lediglich weniger Möglichkeiten, sie zu schädigen als heute. Die Möglichkeiten, die sie hatten, wurden aber genauso ausgenutzt. Schäden durch Bodenerosion bedingt durch Entwaldung und falsche Bewässerung lassen sich in allen möglichen landwirtschaftlichen Kulturen finden. Auch in vermeintlich vorbildlichen wie in Lateinamerika.

Ich empfehle Ihnen ansonsten die Lektüre von Jared Diamonds "Kollaps - Warum Gesellschaften überleben oder untergehen", dort sind diverse Beispiele aufgeführt, die zeigen, dass Menschen aller möglichen Kulturen und "Zivilisationsstufen" der Natur geschadet haben. Es werden aber auch einige Beispiele erwähnt, die zeigen, welche Massnahmen möglich sind, um die Natur zu schützen und Folgen von Klimaschwankungen und Klimaänderungen abzufedern. Ich schreibe diesen Beitrag vor allem deswegen, weil uns die Romantisierung der Vergangenheit und indigener Völker nicht helfen wird, unsere aktuellen Probleme zu lösen. Im Gegenteil, sie stehet uns sogar eher dabei im Weg, weil wir das Gefühl bekommen, es wäre "normal", wenn der Homo Sapiens im Einklang mit der Natur leben würde und es sei einzig und alleine die Schuld des modernen kapitalistischen Systems sei, dass dies nicht der Fall ist. Dem ist aber leider nicht so.

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Das sehe ich ähnlich wie Frau K. Thema des Artikels ist nicht die Ethik der Volkswirtschaft, dazu gibt es genug andere.

Ich finde den Artikel enorm hilfreich, als Argumentationshilfe sozusagen. Das muss ja nicht mein Hauptargument werden, aber es vervollständigt den Werkzeugkoffer.
Und es gefällt mir, als ehemaligem Wissenschaftler, sehr gut, wie Unsicherheiten hier klar benannt werden. Gerne mehr davon!

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Ich verstehe die Argumentation völlig. Trotzdem bin ich der Ansicht, dass wir eben hier nicht rational agieren. Wir alle tragen durch unser tägliches Verhalten zu massiven Kosten für andere Personen bei. Wissentlich/willentlich spielt wenig Rolle. Wenn wir Kostenwahrheit aufstellen, dann entsteht damit zumindest ein Anreiz, sich eben nicht so zu verhalten, bzw. eine Wiedergutmachung zugunsten der anderen Personen, die wir geschädigt haben.
Das geht nur, wenn wir zuerst diesen Wert in einer Währung messen.

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S. H.
· editiert

Für einen schlechten Lebensstil gibt es keine "Kostenwahrheit". Und wenn eine Mehrheit einen schlechten Lebensstil prägt, dann hilft biblisch gedacht nur die Sintflut.
Der Wert einer Währung ist definitionsgemäss volatil, den können Sie nur für den Moment messen.

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Robert Reisewitz
Klimaverantwortlicher
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Verdammt!
Wenn das so einfach ist und so billig (Ja, ich weiss, dass man staatliche Schuldverschreibungen, also Geld, nicht essen kann und so weiter...) kriegt man regelrecht Lust eine Stiftung ins Leben zu rufen, die die paar Franken pro jahr einsammelt und die Dinge in die Hand nimmt. Ein jährliches Investitionsziel von 4 Milliarden, gemeinsam bewirtschaftet; die Aufteilung des Umweltertrags (monetär nicht bezifferbar) übernimmt die Natur; die erhöhte Wirtschaftsleistung nützt den üblichen Verdächtigen.
Und wenn es keine Stiftung wäre, sondern eine Steuer? Kopfpauschale, meinetwegen?
Die extrem mutlosen Kommentare aus dem Schweizer Wirtschafts- und Finanzdepartement, die wir während der Pandemie hören mussten zeigen klar dass dort kein politischer Auftrag der Bevölkerung, sondern blosse Buchhaltung für den status quo betrieben wird. In der jetzigen politischen Konstellation ist auf Bundesebene also absolut Nichts zu erwarten.
Ein wirklich konservativer Ansatz würde verstehen, dass sich was ändern muss wenn es bleiben soll wie es ist.
Und auf dieser Basis wäre vielleicht sogar ein klimapolitisches Erwachen der nationalen Rechten in der Schweiz vorstellbar. Wenn sie denn aufhören könnte, bloss die Pfründe der Reichen zu verwalten und zu verteidigen. Irgendwo muss es doch auch Mitglieder geben bei der SVP und beim Freisinn, nicht nur die sehr kontur- und entscheidungsschwachen Köpfe.
Auf die nächsten nationalen Wahlen darf man jedenfalls gespannt sein. Vielleicht gibt es ja dann, wie momentan in Deutschland, mal wirklich spannende Wahlkampfthemen statt dem üblichen langweiligen Gequake um Zuwanderung und nationale Identität.

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T. F.
Meeresbiologe, Fotograf
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Mir gefällt Ihre Idee mit der Stiftung. Damit könnte man die notwendigen Schritte von der staatlichen Trägheit lösen. Die Verhinderer würden links liegen gelassen und rechts überholt. Ich meine, es lohnt sich, diesen Gedanken ernsthaft zu vertiefen.

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Ich bin dabei. Das Klima retten für 425.- Stutz im Jahr? Ist ja Geschenkt...

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R. S.
Neugierig kritischer Optimist
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Danke für diese interessanten Zahlen. Jedoch ist es ein Zeichen der Zeit, Dinge in Geld auszudrücken, die so wichtig sind, dass es dabei nicht um Geld sondern um fundamentale Werte geht. Dies ist eine neoliberale Unsitte, welche den eigentlichen Wert von gesellschaftlich und mit gesundem Menschenverstand ziemlich einfach nachvollziehbarem Grundsätzlichem als primäre Geldfrage darstellt. Dies bin ich mich eher von einer „Bilanz“ als von der Republik gewohnt. Oder etwas anders ausgedrückt: CO2 Neutralität und erneuerbare Energien sind nicht eine Frage des Geldes bzw. der Kosten, sondern vielmehr der einzige wertvolle Weg, sinnvoll mit unserem Planeten und der Gesellschaft umzugehen. Es bleibt uns gar keine andere Wahl, höchstens diejenige des Zeitpunkts. Schön wenn die Republik da dran bleibt.

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D. W.
· editiert

Ich finde Geld als "Stellvertreter" bei Berechnungen praktisch und nicht neoliberal.
Ja, es klingt etwas herzlos zu Beginn, wenn wir das tun. Aber das Gegenteil ist der Fall: Wir alle haben begrenzte Zeit und Ressourcen, was wir mit der Einheit "Geld" vereinheitlichen und vergleichen können.
Die abstrakte Frage "Wieviel ist ein Menschenleben wert?" kann man schon mit "unendlich viel/nicht messbar" beantworten - dann muss man aber ehrlicherweise alles aufgeben, um 1 einzige Person zu retten. Die wenigsten Personen sind dazu bereit, zu Recht.
Ehrlicher werden wir, wenn wir diese Berechnungen offenlegen, wie zum Beispiel hier durch den NHS gemacht. Das gibt uns auch eine Basis, um aufzuzeigen, was die grossen Probleme sind - Luftverschmutzung und Malaria generieren zum Beispiel viele Kosten.
Damit erkennen wir auf einmal, wie wenig Geld eigentlich nötig ist, um in der Welt Gutes zu tun, und dass unsere Prioritäten anders gesetzt werden sollten.
Das ist auch der Grund, warum ich nach diesen Berechnungen zB an CATF (oder AMF) spende - weil es eine kosteneffektive Reaktion auf ein Problem ist.
Den Faktor Geld können wir meiner Meinung nach (wenn so erklärt) auch brauchen. Nicht weil wir neoliberal oder herzlos sind, sondern gerade aus Liebe zu allen anderen fühlenden Wesen auf dieser Welt - wir schulden es ihnen, möglichst viel Gutes zu tun.

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Auch dieser Analyse stimme ich zu. Doch ohne Änderung der Rahmenbedingungen wird es nicht gehen. Einstein meinte dazu: Die reinsteForm des Wahnsinns ist, nichts zu ändern und zu glauen es ändere sich etwas.

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Herzlichen Dank für diesen Beitrag. Ich bin jedoch überzeugt, dass das Problem nicht gelöst wird indem wir Geld verdammen und glauben, die Menschen beginnen mehrheitlich altroistisch zu handeln. Vielmehr geht es doch darum, die Rahmenbedingungen für unser Wirtschaftssystem zu ändern. Dies ist z.B. möglich durch eine Ressourcen-Lenkungsabgabe (eine erster Schritt ist z.B. die CO2-Lenkungsabagbe) und durch deren Rückgabe an die Bevölkerung und damit gleichzeitig ein nachhaltiges Grundeinkommen ein zu führen.

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Eine sehr wichtige Zusammenstellung von Simon S., auch wenn wir wissen, dass nicht alle Werte in Geld gemessen werden können.
Gerade deshalb vermisse ich einen Hinweis, dass das BIP eben alles misst, auch Katastrophen und deren Reparaturen. Ohne Klimaschutz wird sich das BIP vielleicht nicht stark ändern, aber dessen innere Qualität.
Deshalb wage ich die Zusammenfassung: Ohne Klimaschutz ändert sich das BIP nicht, aber ein merklich grösserer Anteil muss dafür verwendet werden, die Folgen des Klimawandels abzumildern. Es bleibt weniger übrig für das gute Leben. Und es bleibt weniger übrig, über das unsere Kinder frei entscheiden können. Wenn zum Beispiel die Wasserversorgung wegen Trockenheit hapert, müssen wir etwas unternehmen.
Deshalb lohnt sich jeder Franken, den wir in den Klimaschutz investieren - je früher, umso wirksamer.

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T. F.
Meeresbiologe, Fotograf
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Sie vermissen einen der zentralsten Hinweise. Das BIP als Messlatte des Wohlergehens ist einer der grössten Selbstbetrüge und gehört längst ersetzt. Beispielsweise durch den Better Life Index der OECD. Er gäbe Auskunft über die Qualität unseres Daseins und Tuns.

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Vielen Dank für diese Berechnungen! Natürlich geht es bei unseren Lebensgrundlagen letztlich um unbezahlbare Werte. Aber wir leben mit einer starken Weltreligion „Geld“, in der die Drohung „du kommst in die Hölle“ durch „du gehst bankrott“ ersetzt wurde. Genau damit machen Klimaschutzgegner*innen Stimmung, indem sie behaupten, wir könnten uns die Klimaschutzmassnahmen gar nicht leisten.

Diesen Quatsch-Angstmacher-Argumenten müssen wir entschieden entgegentreten, und dafür sind Recherchen wie dieser Artikel ganz wichtig!

Aber bitte hier nicht stehenbleiben! Wie sieht es mit den Zahlen aus, wenn wir netto null bis 2030 anstreben? Denn eins ist klar, am teuersten wird uns jetzt verplemperte Zeit kommen!

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T. F.
Meeresbiologe, Fotograf
·

Beim Lesen dachte ich erst, oh, das müssten jetzt die Verhinderer der notwendigen Massnahmen verstehen. Jetzt denke ich, dass diese Kreise ihren Widerstand erst aufgeben werden, wenn ihnen jemand vorrechnet, wie sehr, sehr viel Geld sie in kurzer Zeit verdienen können, wenn sie ab sofort den Klimaschutz begrüssen.

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Oder noch besser, wie viel sie verlieren, wenn sie es nicht tun :-)

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T. F.
Meeresbiologe, Fotograf
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Hm … Meinen Sie? Wir müssen das ja nicht ausdiskutieren, aber ich tendiere dazu, dass vor allem das Bereicherungspotential motiviert.

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Es ist das "sehr, sehr viel Geld in kurzer Zeit verdienen", das uns die ganze Bescherung brachte und die Leute, die darauf ansprechen würden, sind aktuell mit ""sehr, sehr viel Geld in kurzer Zeit verdienen" beschäftigt. An der Börse und mit Bitcoins.

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T. F.
Meeresbiologe, Fotograf
·

Ja, genau so ist das. Was wäre, wenn Klimaschutz auch kurzfristig lukrativ wäre?

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Ja, genau mit diesen Crypto-Währungen, die so wahnsinnig viel Strom brauchen. Und solchen Irrsinn erfinden wir am laufenden Band und rennen immer dem steigenden Verbrauch (Z.B. Elektromobilität mit allen, teilweise noch ungeklärten Nebenwirkungen auf die Umwelt) mit irgendwelchen Wirtschaftlichkeitsberechnungen hinterher. Es wird nie aufgehen. Wir haben vor 40 Jahren solche Berechnungen angestellt mit dem vorausgesagten Anstieg der Kosten für fossile Energie. Und was ist passiert? Die Kosten für Erdöl sind real gesunken. Irgendwann wird uns das (Meer-)Wasser am Hals stehen und dann wird gehandelt ohne den kleinsten Gedanken an Wirtschaftlichkeit.

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Das Problem ist ein anderes: Es gibt Gewinner und Verlierer bei dieser Rechnung. Üblicherweise gewinnen dabei alle etwas und wenige sehr viel. Wer wird sich von denen wohl am ehesten ins Zeug legen?

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Ohne die "kalkulatorische Fleissarbeit" (Scheurer) mindern zu wollen, nachhaltig bekämpfen können wir die Klimakrise nur mit Systemwandel. Alles Geld und auch die Konzentration auf den entwickelten Norden helfen da nicht weiter.

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F. B.
Gewerbler
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Vielen Dank für diesen erhellenden Artikel! Wenn man bedenkt, dass der Energieverbrauch stark mit dem Einkommen korreliert, würde es für die meisten von uns wohl noch viel weniger kosten. Kommt dabei natürlich drauf an, ob die Kosten mehr über höhere Energiepreise oder mehr über staatliche Investitionen abgegolten würden. In letzterem Fall würde die Energiewende für die meisten einen Klacks kosten.

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Ich habe gerade gestern meinen Beitrag bei Climeworks auf sFr. 100.- im Monat erhöht. Climeworks putzt die Atmosphäre und versorgt das CO2 wieder unter dem Boden wie mein Staubsauger den Teppich reinigt und die Krümel im Sack sammelt. Ganz konkret und hilfreich. Gefällt mir. Das 21. Jahrhundert ist das Jahrhundert des Aufräumens und Putzens nach der grossen Erdölparty im 20. Jahrhundert. Es wird also Zeit, dem Aufräumen und Putzen den Stellenwert zu geben, den es verdient hat: sehr hilfreich, sehr ehrenswert, sehr mature, sehr befriedigend. Aufwändig und kostet etwas? So ist es. Also heulen und jammern? Oh Bubu.

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T. F.
Meeresbiologe, Fotograf
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Das Verfahren von Climeworks imitiert im Mikromassstab den Prozess, den bis vor rund 30 Jahren von Steinkorallen gratis und in einem gigantisch grossen Umfang geleistet wurde. Aller Kalk auf Erden ist biogenen Ursprungs. Korallenriffe waren die wichtigsten CO2-Senken auf dem Planeten. Seit Mitte der 1990er-Jahren sind etwa die Hälfte aller Korallenriffe abgestorben. Das Meerwasser ist zu warm und zu sauer geworden. Es ist unmöglich, die Gratisleistungen dieser Ökosysteme mit technologischen Ersatzverfahren auch nur annähernd zu ersetzen.

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Timon Zielonka
Sales @ zukunft.com
·

Wie gross ist denn die CO2-Senke durch Korallenriffe weltweit so ungefähr? Hier steht, dass die Oceane ca. 31% (+-4%) der Weltweiten CO2 Emissionen aufgenommen haben. Ich vermute mal, die Korallen sind Teil davon.

Sorry, wenn ich so kritisch Nachfrage, aber vielfach ist "unmöglich" nur ein Frage des Willens und die Sonne liefert uns schon recht viel Energie.

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R. T.
Wirtschafts-Informatiker
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Könnten Sie noch ein mikroökonomisches Modell hinzufügen und aufzeigen wie viel man pro Einkommensklasse bezahlen muss wenn der Gesamtaufwand nach einem „gerechten“ System (ähnlich einer Einkommenssteuer) verteilt wird. Bei 500 Fr zucken wahrscheinlich 30% der Bevölkerung mit der Schulter und zücken das Portmonnaie – aber für andere 30% sind 500 Fr einfach eine zu grosse Belastung. Eine solche Skala wäre hilfreich um „Betroffenheit“ zu erzeugen und „Bereitschaft“ zu messen. Aber auf jeden Fall vielen Dank für die Ausarbeitung!

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Wir haben verschiedenste Modellrechnungen durchgespielt. Es kommt immer etwas das selbe heraus. Ein nachhaltiges Grundeinkommen sollte etwa 3000 CHF pro Monat betragen. Die Ressource Energie müsste etwa das drei- bis vierfache kosten. Wer kein Auto benutzt und sparsam mit Strom umgeht, bezahlt pro Monat etwa 600 CHF mehr. Es verbleiben netto somit etwa 2400 CHF. Es profitieren nach unseren Berechnungen etwa 70%. 30 % Ressourcen-Verschwender finanzieren den Rest. Machen sie die Rechung bei sich selbst. Sie werden schnell feststellen, ob sie profitieren und wo sie Ressourcen bzw. Energie noch einsparen würden bei so hohen Preisen. Das Problem liegt bei der Mehrheit, die nicht bereit ist, die Dinge etwas anders zu denken.

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Ja, das wäre interessant. Ich denke, schon eine Haaresbreite am Progressionschräubchen gedreht würde diese durchschnittlich 300 (oder 500) Fr. einbringen können, ohne die zu belasten, die es sich wirklich nicht leisten können.

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Christina Marchand
Geschäftsleitung myNewEnergy
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Das Klima ist das wichtigste Thema der heutigen Zeit. Bin darum immer froh wenn die Republik etwas bringt. Warum wurde die Abstimmung nicht erwähnt? Endlich eine Chance für einen kleinen Schritt in die richtige Richtung. Der sachliche Ton des Artikels ist sicher wichtig, aber ein Hinweis darauf, dass wir alles verlieren könnten und auch auf die Generationen Gerechtigkeit hat mir gefehlt. Alleine schon der Plan, das die Ausgaben in Zukunft zunehmen sollen ist so ungerecht gegenüber unseren Kindern.

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Danke auch für diesen Hinweis. Ich denke die Klimaproblematik ist eine Folge unser Ressourcen-Verschwendungssucht. Wie sie richtig sagen, fehlt die Generationen Gerechtigkeit. Es fehlt aber auch die globale Solidarität und die Diskussion über die über unsere Sicherheit mit der Versorgung mit Ressourcen. Die Mehrheit der Menschen auf dieser Erde wird es über kurz oder lang nicht die Frage stellen, ob es sich für uns lohnt in den Klimaschutz zu investieren. Sie werden uns über kurz oder lang Ihre Ressourcen nicht mehr zur Verfügung stellen, wei sie diese selbst benötigen. Dabei liesse sich das Problem durch die Einführung einer Ressourcen-Lenkungsabgabe recht leicht lösen. Mit der Rückerstattung der Abgaben an die Bevölkerung, schaffen wir gelichzeitig ein nachhaltiges Grundeinkommen.

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Auch ich dank für den Hinweis und denke, die Ressourcen-Verschwendungssucht ist eine Folge unseres Profit- und Wachstumsstrebens. (Zins ist nicht gottgegeben und gehört nicht zur Schöpfung.) Dass beim aktuell begrenzten CO2-Budget noch immer in die Suche nach Ölfeldern investiert wird, zeugt von der Gier und Rücksichtslosigkeit des Menschen.
Im Übrigen lese ich wenig bis nie von Methan, weder über jenes der weltweiten Kuhherde noch über jenes im Meeresgrund und in Sibiriens Boden. Wenn diese hochkommen, ist es zu spät um darüber zu reden.

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Ich lese da immer wieder über Ressourcen-Lenkungsabgabe. Welche Ressourcen sind da gemeint und wer bezahlt am Schluss? Ich vermute einmal, wenn die importierten Ressourcen gemeint sind, dass unsere schlauen Grosskonzerne diese Mehrkosten dem Lieferanten überwälzen. Das geht schon - die Kinder arbeiten ohnehin fast umsonst und noch etwas weniger geht auch noch, die Ölmultis finden auch noch einen Weg usw. Oder es spielt gar keine Rolle, d.h. es lenkt nichts. Die Kosten geben immer nur dann zu reden, wenn sie durch regulatorische Massnahmen beeinflusst werden. Z.B. streitet man sich tagelang im Parlament um einen Strompreiszuschlag von 0.1Rp/kWh und nimmt es einfach hin, wenn das EW 2 Rp. aufschlägt ohne einen triftigen Grund zu nennen. (Wenn sie nicht aufschlagen holen sie sich Subventionen in Bern.) Jetzt macht eine Partei ein Riesengeschrei um den Benzinpreis, der mit der CO2-Abgabe um ein paar Rappen pro Liter steigen wird. Aber ist den Konsumenten bewusst, dass z.B. im August 2006 (vor bald 15 Jahren!) der Liter Benzin Fr. 1.72 kostete und im Oktober des gleichen Jahres Fr. 1.56? Im September 2020 Fr. 1.43, im April 2021 Fr. 1.68? Es gibt noch andere Beispiele von versuchter Lenkung: Ich kaufte ein Hybrid-Auto, das nach Angaben des Herstellers halb soviel Benzin auf 100km verbraucht, wie mein vorheriges. Braucht aber gleich viel, ca. 8 Liter. Wahrscheinlich, weil ich noch eine schwere Batterie mitschleppe. Aber wie schön für mich: Ich erhalte einen Verkehrssteuerrabatt von 30%.

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Sehr gute Betrachtung, vielen Dank! Als Fortsetzung wünsche ich mir nun einen Check, inwieweit das Schweizer CO2-Gesetz dieser Perspektive genügt.
In D hat ja jüngst das Verfassungsgericht einen solchen Check vorgenommen.

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Die kurze Antwort: das CO2-Gesetz ist ein Anfang, aber es braucht nach der Annahme noch mehr.

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Ich glaube fast, ihr hättet die Frage zum Anfang etwas höher skalieren sollen :)
In diesem Sinne möchte ich diese beiden Organisationen erwähnen:
Project Drawdown - Welche Lösungen gibt es für das Problem, wieviel kosten sie, und was bringen sie?
Giving Green - Evaluiert Klima-Stiftungen und empfiehlt im Moment besonders "Policy Change" und auch "Carbon Offsets".
Die 821CHF (im Moment), die im Moment durchschnittlich bei den Lesenden "bereit" wären, könnten damit einen sinnvollen Einsatz finden ;)

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Ja, 1000 Fr. ist zu wenig. Ich spende fix 150 Fr pro Monat an eine "Policy Change" NGO (clean air task force) und dann noch weitere durchschnittlich 50 Fr für Wahl/Abstimmungskampf. Das summiert sich schon auf 2400 Fr pro Jahr. Ich würde sogar noch mehr spenden, aber nur wenns auch an ein glaubhaftes "degrowth & system change" Projekt geht....

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Timon Zielonka
Sales @ zukunft.com
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Ich denke, die Berechnung des Klimazolls hat derzeit einen grossen Hebel. Ohne wirksamen Klimazoll sind nationale Alleingänge nicht sinnvoll. Dadurch besteht die Tendenz, dass man sich immer auf den kleinsten Nenner einigt.

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M. S.
Rentner
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Danke für diese eindrückliche kalkulatorische Fleissarbeit. Am Ende davon könnte jedoch, so befürchte ich, ein verhängnisvoller Irrtum bzw. ein tragisches Missverständnis stehen, indem wir in unserem feudalistisch denkenden Land davon ausgehen, dass wir den Klimaschutz mit einem jährlichen Beitrag einfach einkaufen können und so, quasi mit einer Ablasszahlung, Zugang ins Reich der Klimaglückseligkeit bekommen.
Dem ist leider nicht so. So müssen wir zum Beispiel unser Ernährungs- Mobilitäts- und Kommunikationsverhalten grundlegend ändern und das, was wir uns in unserem Land mit mehr oder weniger sauberen Methoden beschafft haben, künftig teilen, was eine grundlegend andere Einwanderungspolitik verlangt.
Damit will ich dem Autor nicht unterschieben, er selber sei diesem Irrtum aufgesessen, vermisse in seinen Ausführungen aber den Link von der Kalkulation zur damit verbundenen Verhaltensänderung - oder habe ihn vielleicht, ganz sturm von den vielen Zahlen, ganz einfach überlesen ....

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Timon Zielonka
Sales @ zukunft.com
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müssen wir zum Beispiel unser Ernährungs- Mobilitäts- und Kommunikationsverhalten grundlegend ändern

Und genau dafür haben wir Geld eingeführt. Oder gibt es ein Verhalten, das für den Klimawandel relevant ist, dass sich durch Geld nicht beeinflussen lässt?

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Genau ihrer Meinung. Man müsste hat leider noch nie im grossen Massstab funktioniert. (Fängt schon mit den 10 Geboten an…) Mit Preisen hingegen vieles.
Und bevor jetzt wieder das Totschlagargument „unsozial“ kommt: Dafür gibt es die pauschale Rückvergütung. Das ist 2. Semester Volkswirtschaftslehre. Warum das in der Praxis so schwierig ist? Weil Politiker eine eigene Agenda verfolgen und gerne Geschenke an Interessengruppen machen. (Das ist Public Choice-Theorie im Master.)

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Ich fühle mich durch den Artikel bestätigt. Ich begrüsse alle Massnahmen zur Reduktion des Co2, den Verzicht auf umweltschädliches Verhalten, finanzielle Lenkungsabgaben, Investitionen in Bauten und alternative Energien, das Umsteigen auf weniger private Mobilität aber wenn schon elektrisch, und zu guter Letzt auch in die Firma Clime Works, die CO2 aus der Luft saugt und im Boden als Kalk bindet oder als Dünger für Treibhausgemüse verwendet. Ich bezahle dieser Firma Fr 50.- pro Monat = 600 pro Jahr und reduziere die Co2 Last um 600 KG pro Jahr. Wir dürfen nie alle Möglichkeiten gegeneinander ausspielen sondern müssen sie alle realisieren.

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Timon Zielonka
Sales @ zukunft.com
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Was ich mich seit langem Frage, warum kostet die Tonne CO2 bei Climeworks ca. CHF 1'000, bei myclimate.org zwischen CHF 30 und 100, bei southpole.com zwischen CHF 9 und 30 und mit Photovoltaik in der Schweiz ca. CHF 250, wenn man das Prinzip des Verdrängungstroms anwendet? Hat jemand mal einen Vergleich gemacht und die Vor- und Nachteile zusammengestellt?

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Ihre Frage wird (teilweise) in den FAQs von Climeworks beantwortet:

What is the difference between Climeworks' carbon dioxide removal service and traditional carbon offsetting?

Traditional carbon offsets are typically a trade of pollution rights. If done in a transparent way, this trade will at best result in a short-term emissions reduction but never lead to the zero and negative emissions that we need to keep global heating in check. What Climeworks does is fundamentally different. Rather than trading avoided emissions, we physically remove carbon dioxide emissions that are difficult to avoid otherwise.

Climeworks' carbon dioxide removal is fully measurable, as every ton of carbon dioxide removed from the air and stored underground can be precisely measured using standard industry measurement equipment.

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Gute Artikel-Idee ;-)

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L. H.
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... bei den UN für 1$ pro Tonne zu haben.

Oder darfs ein EU CO2 Emissionszertifikat sein? Im Moment im Angebot für 50 Euro, aber ist eher schwierig das als Privater zu bekommen....

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"Nominell" ist immer heikel ... kaufkraftmässig müssten wir Westler wohl "etwas mehr" spenden ... aber wie berechnet man dann einen "Klotz" wie China fair? Es fehlt möglicherweise weniger an den Mitteln, als am fairen Lastenausgleich, zwar kaufkraftgewichtet, aber auch was die Durchsetzung der notwendigen Beteiligung betrifft.
Aber wovor ich fast mehr Angst habe: Vielleicht gelingt ja die Übung, und wir müssen sie ohne Zweifel wagen! Aber falls die Übung nicht gelingt, die Temperatur trotzdem steigt und das Wasser versiegt? Ich will keineswegs in eine absurde Trump'sche Klimaleugner-Ecke gedrängt werden, aber in unseren Breitengraden war schon lange vor menschgemachtem Klima einmal Savanne und einmal ein Eispanzer vor Zürich, der nun bis zum Morteratsch zurückgeschmolzen ist (womit sich der aktuelle Rückgang als - zwar durchaus dramatische - Momentaufnahme darstellt); was wird in einer Generation geschehen, wenn die Menschen Einkommensrückgang und Lebensgenuss-/Konsumverzichtfrust erlebt haben, aber trotzdem keinen Temperaturrückgang? Eine nicht-friedliche Welt wird noch mehr CO2 produzieren ...
Träumen vom Weltfrieden ...

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Sie vermischen "kurzfristige" Unsicherheit auf Grund von komplexen Faktoren bei der Temperaturentwicklung in den nächsten 50-100 Jahren und Unsicherheit bei der Entwicklung des Klimas in den nächsten 30'000 bis 100'000 Jahren, welche z.B. durch die Präzessionsbewegung der Erde beeiflusst werden. Es kommt also auf den Zeitraum an, den wir betrachten. Wir müssen die Entwicklung über die nächsten 50 bis 100 Jahre im Auge behalten. Da können wir etwas machen. Entwicklungen über zehntausende von Jahren sind ausserhalb unseres Einflussbereichs (wenn wir mal die Auslöschung des homo spaiens ausser Betracht lassen).

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Anonym 2
Möchte gern
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Ich würde ja gern etwas fürs Klima tun ...

... aber die Denkmalschutzbehörde der Stadt Zürich will keine Photovoltaik Anlage auf unserem Hausdach

Unser Hausdach hätte Potenzial für die Energieproduktion von 1-2 kleineren Haushalten. Aber, weil in einer geschützten Kernzone der Stadt gelegen, darf der Denkmalschutz mitreden. Weil wir bereits eine Solarthermie-Anlage und Dachfenster haben, dürfen wir jetzt nicht auch noch PV-Panels dazumontieren. Das würde nicht gut aussehen.

Auf das Argument, dass die Anlage später zurückgebaut werden kann , das Quartierbild also nur temporär optisch verunstaltet wird, wollte die Behörde nicht eingehen.

Unser Eindruck ist: Lieber möchte die Stadt einen dauerhaften Schaden am Weltklima riskieren, als temporäre optische Mängel an einem (schlecht sichtbaren) Häuschen in einer geschützten Kernzone.

Wieviele Anlagen wohl auf diese Weise schon verhindert worden sind?

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S. H.
· editiert

Meine Sonnenkollektoren wurden in einer Gemeinschaftsanlage auf dem Schulhaus Rütihof montiert und ich erhalte während 20 Jahren die entsprechende Energie geliefert. Das ist ein Angebot der von Ihnen gebrandmarkten Stadt Zürich (des EWZ), bei moderaten Investitions- und wegfallenden Unterhaltskosten und -arbeiten.

Das 'Quartierbild' ist halt auch ein Wert und woher soll der Strom kommen, wenn Sie die Anlage zurück bauen. Das Haus wird dann ja nicht weg sein. Jeder Einsatz für Schadensminderung am Weltklima ist willkommen, aber es bringt in der Summe nichts, wenn jetzt jeder auf E-Mobilität statt auf Suffizienz und Share-Economy umsteigt.

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Anonym 2
Möchte gern
·

Ich hatte mich bei den ewz mal auf eine Warteliste eintragen lassen und nachher lange nichts mehr gehört. Auf Anfrage hiess es, sie hätten aktuell keine neuen Anlagen in Planung, aber es gäbe bald wieder neue Schulhäuser. Sie wüssten aber noch nicht, wann genau. Das scheint jetzt inzwischen passiert zu sein. Da frage ich mich schon: reicht es, auf neue Schulhäuser zu warten und nur dort Panels zu bauen? Da habe ich schon ein bisschen Angst, dass uns die Zeit davonlaufen wird.

Meine Vermutung und Ansporn zur Planung einer eigenen Anlage war, dass jeder, der kann, selber einen Beitrag zur Energiewende leisten soll (und sein Velo deswegen nicht gegen einen Tesla austauscht). Auch wenn es nicht "rentieren" wird und nicht schön aussieht. Wenn wir nur rentable, schöne PV-Anlagen haben wollen, erreichen wir dann die strategischen Ausbauziele?

Wenn ja, so verzichte ich sehr gern auf die eigene Anlage.

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Vielleicht gibt es ja auch die Möglichkeit vom EW Sonnenstrom zu beziehen. Das EWZ hat grünen Strom und kann ihn an Orten produzieren, wo es unproblematisch ist. Tragen wir auch zu unseren Orts- und Landschaftsbildern und Gewässern Sorge!

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T. F.
Meeresbiologe, Fotograf
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· editiert

Solcher Unsinn muss aufhören. Bis dahin: Energie Genossenschaft Schweiz Da gibt es dezentralen Solar-Strom.

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Gäng wi gäng, Landschafts- oder Denkmalschutz hat halt nicht unbedingt was mit Reaktion gegen die Klimakrise zu tun. Aber auch das wird sich ändern. So lange gibt es nichts anderes als hartnäckig bleiben und ab und zu eine Behörde vor Bundesgericht zerren.

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R. O.
· editiert

Es geht nicht darum, Denkmalschutz gegen Klinaschutz auszuspielen. Beides hat seine Guten Gründe.
Www.heimatschutz.ch hat sich vorgenommen, Teil der Lösung zu sein. Ihr Positionspapier ist lesenswert. Solargenossenschaften können dort ein Workaround sein, so sich Denkmalschutz und Solarenergie in die Quere kommen.

Analoges gilt für mich übrigens zum Natur-und Landschaftsschutz : nicht gegeneinander ausspielen, sondern zusammendenken!

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P. H.
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Berücksichtigen könnte man auch die CO2 Emission, die aus den Pensionskassen resultiert.
In dem Sinne kann man sagen, dass wir schon einen gewaltigen Schritt machen würden, wenn wir grüner Anlegen würden respektive forcierter umschichten.

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Mich würde grundsätzlich interessieren, ob es grüne Pensionkassen gibt - und wenn ja, ob sie

  1. allen offen stehen

  2. seriös sind

  3. wie rentabel sie sind.

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  1. Wieso sollte es das nicht sein?

  2. Drehen Sie die Frage um, wie seriös ist eine Pensionskasse, die für den Klimawandel mitverantwortlich ist?

  3. Ihr Einsatz ist ein Beitrag zum Erhalt dieses Planeten.

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Auch von mir besten Dank für die Zusammenstellung dieser Daten. Es ist schon sehr hilfreich eine Abschätzung der Aufwände in Franken zu haben.
Eine Überlegung vermisse ich allerdings noch in dieser Rechnung. Wie wirken sich Änderungen durch Einsparungen/Konsumationsverzicht aus? Klar, dadurch sinkt das BIP, aber auch der CO2-Ausstoss. Ist das in der Reduktionsrechnung von 425.- auf 285.- berücksichtigt? Oder ist diese Konsumationsänderung vernachlässigbar?
Meine Vermutung geht eher in die Richtung, dass ich durch CO2-bewusste Konsumationsänderung (weniger Fleisch essen, weniger Fliegen etc.) 10% und durch die im Artikel beschriebenen grundlegende Investitionen 90% erreichen kann. Weiss da jemand mehr?

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Merci für Ihre Fragen! Vielleicht wäre hierzu das Klimagame interessant: https://www.republik.ch/2020/01/09/klimagame

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1992 war der Klimagipfel in Rio. Bei meinem seinerzeitigigen Arbeitgeber produzierten wir ein Video für sämtliche Teilnehmer, als einzige Unternehmung mit eigenem Stand am Gipfel. Die Botschaft war das böse CO2 und die (Er)Lösung die Atomkraftwerke, da deren Bilanz sehr CO2-freundlich ist. Wir waren beflügelt, diese Botschaft bei den wichtigsten Multiplikatoren dieser Welt zu deponieren. Unsere Saat und die der anderen ging offensichtlich auf.
Endlose carbon footprint Berechnungen zeigten mir Folgendes:
Ganz vereinfachend gesagt, wenn wir Etwas kaufen, bezahlen wir die akkumulierten Kohlenstoffatome, die dieses Produkt in seinem Lebenszyklus ansammelte(gravel to grave). Diese geben wir schlussendlich mit div zeitlichen Staffelungen als CO2 an die Umwelt ab. Wenn wir wirklich ein CO2-Problem hätten, dann müsste der Konsum radikal zurückgefahren werden(Das wissen die Klima-Profiteure und deren Handlanger). Dazu gäbe es einen Strauss von Massnahmen , wie z.B. die Garantiezeit von Produkten auf mind 10 Jahre setzen. Heute sind ja Fernseher, Kühlschränke, Velos, Drucker etc Wegwerfartikel, - das Bekämpfen der Plastiksäckli bei den Lebensmittelhändlern ist demgegenüber wie ein schlechter Witz, der sich bei genauerer Betrachtung als plumpe Mittelbeschaffungsstrategie resp MarketingTrick entpuppt.
Nichts ist so wie es scheint!!!

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Ja, wir haben ein riesiges CO2-Problem, denn durch das Verbrennen von fossilen Brennstoffen transportieren wir in der Erde gebundenes CO2 in die Atmosphäre. Nichts von gravel to grave, sondern earth to atmosphere, was fatal ist. Natürlich haben Sie recht mit Konsum herunterfahren und Garantiezeiten verlängern, aber was hat das mit „Klima-Profiteuren und deren Handlangern“ zu tun? Wer oder was soll das sein? Und wäre es schlecht, wenn jemand mit der Rettung der Welt, wie wir sie kennen, Geld verdienen würde? Heutzutage sind es die Förderer der fossilen Energieträger, die sich dumm und dämlich verdienen und damit unsere Welt zerstören.

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Merci für ihre suchende Haltung, die mich freut!
Eine Antwort zu Ihrer Frage: Wenn ich hier bei dieser Leserschaft die Namen der Profiteure aufliste, dann würde nahezu keine( r) dies entgegennehmen und verifizieren, gefolgt von einer allfälligen Änderung des eigenen Weltbildes. Warum das Phänomen des "Nehmen und Verifizieren" weniger ausgeprägt ist, je höher die Schulbildung, erkannte ich bis heute nicht. Vermutlich ist es das Festklammern an unserem Wissen inkl der Modelle, das uns scheinbaren Halt gibt. Täglich pflegen wir dies, indem wir oft nur die bestätigenden Inhalte auswählen. Widersprüche verdrängen wir noch so gerne. Ein weiteres Phänomen ist, dass sehr gut gebildete Leute recht Mühe haben, zu erkennen/anzunehmen, dass bei Allem was sich bewegt in unserer Welt, die Geldgier dahinter steckt, mit ein paar marginalen Ausnahmen. Dies würde auch die Muster der getätigten Aussagen(über den Mammon reden = pfui) in den Dialogen dieser Platform hier erklären. Bitte beachten: Hat noch Hypothesenstatus!!!
Darum: Der sichere Ansatz ist, wie schon immer: Wer sucht der findet! Nach Jahrzehnten, diese Ausprägungen(Schulbildung vers. lebenslanger Erkenntniszuwachs) beobachtend, bin ich heute fest davon überzeugt, dass echtes Weiterkommen im eigenen Leben in eben diesem Ansatz des Suchens besteht, gepaart mit dem Beobachten. So wie jeder von uns Laufen lernen muss. Leben=Suchen bis zum Tode. Warum viele von uns irgendwann aufhören, ist bedauerlich; der Wohlstand fördert es vermutlich.
Einen Faden teile ich mit Ihnen, an dem Sie ziehen, resp suchen können: "Climate Gate", vornehmlich in der angelsächsischen Presse zu finden. Dies ist ein guter Einstieg in die Materie, führt recht schnell zu den Handlangern. Die Profiteure finden Sie dann beim westlichen "Geldadel". Vorsicht, am Ende des Fadens erscheint nicht ein Mäuslein, sondern ein ausgewachsener Drache. Don't worry! Nichts Neues unter der Sonne!
Mir war mein Berufsleben sachdienlich, Zusammenhänge besser erkennen zu können. Investiert man/frau dreistellige MioBeträge jeweils in Ländern dieser Erde, müssen vorher die Gesellschafts- und Geschäftsstrukturen genau analysiert werden. Sonst ist man sehr schnell bankrott resp hat die Pistole an der Schläfe.

Wünsche Ihnen eine gute Zeit und freundliche Grüsse fk

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B. G.
Köchin
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Sehr eindrucksvoll und akribisch. Es gibt so viele und fordernde Aktionen, auch bei uns; die jungen Menschen sollen jetzt zur Sprache kommen und mit ihnen will ich einen Dialog. Eine Plattform in dieser Form wäre wünschenswert in der Republik.

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Kommen Sie an den Strike for future am 21.5. und sprechen Sie mit "den Jungen", sie werden da sein :-)

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B. S.
Hausbesitzer
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· editiert

Ich würde dafür CHF 135'000 bezahlen. Denn soviel kostet mich die Dachsanierung inkl. Dämmung, die dachintegrierte PV-Anlage und die Wärmepumpe dazu. Die Ersparnis wäre 5000 kg/Co2/Jahr (ohne Energieproduktion für E-Mobilität). Leider hat der Schweizer Heimatschutz auch im Jahr 2021 das Recht offensichtlich auf seiner Seite und verbietet mir dies. So nützen die besten Gesetze nichts.

Wer erklärt solchen Unsinn meinem Sohn (6), der aus dem Kindergarten schon alles über den Klimawandel weiss?

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Anonym 2
Möchte gern
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· editiert

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