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Film wurde heute auf YouTube entfernt: neu auf Vimeo

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Ganz vergessen in der Aufregung den Titel: „ Unerhört“ von Reto Brennwald

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Liebe Alarmisten inkl. DB. Schaut euch auf YouTube den ausgezeichneten gratis Schweizerfilm über Corona an. Vielleicht geht dann dem einen oder anderen ein Licht auf. Als langjähriger Haus- und Heimarzt kann ich alles was dort gesagt wird unterschreiben.

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Bettkapazität auf Intensivstationen der Schweiz reicht nur noch 10 Tage, dann kommt Patienten-Triage. Trotzdem sind Kantone weiterhin über einheitliche Massnahmen uneinig, bzw. wie der Kanton St. Gallen wollen gar keine. Ist die Wirtschaft entschlossen, über die Leichen zu gehen? Zynisch? Ruth H. ist über den "Zynismus" des Pflegepersonals entsetzt, weil dieses höhere Entschädigung während der Pandemiekrise verlangt. Wer ist da eigentlich zynisch?

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Wenn ich die Beiträge so lese stelle ich fest, dass wir zurück ins Zeitalter der Religionskriege gerückt sind: auf der einen Seite im übertragenem Sinn die Alarmisten, welche praktisch dem Bundesrat diktatorische Mittel in die Hand geben wollen für die nächsten 100 Jahre und auf der anderen Seite diejenigen, welche keine Angst vor Krankheit und Tod haben, eine Infektion mit Covid in Kauf nehmen und dafür gerne auf alle Restriktionen verzichten. Also teilen wir doch das gesellschaftliche Leben auf: in den Zügen Maskenträger vorne, die anderen hinter wie früher Raucher/nicht Raucher. Einkaufen mit gestaffelten Zeiten für die einen und die Anderen, kein Sex mehr (ausser langzeitpartnerschaftlich) für die Einen (Abstandsregel 1,5 m vom Bundesrat so befohlen, in GB bereits Realität) und weiterhin One Night Stands für die Anderen. Ich war heute im Theater im Pfauen, wusste aber nicht So recht wo das Stück gespielt wurde: auf der Bühne oder im Zuschauerraum: surrealistisch und wirr auf beiden Seiten.

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Sehr geehrter Herr Reichel
Waren sie immer gesund? Mussten sie nie etwas entbehren? Bekamen sie immer alles was sie wollten? Dann sind sie ein (verwöhntes) Glückskind! Und jetzt werden sie vielleicht erstmals in ihrem Leben etwas eingeschränkt, und müssen auch eine Maske tragen, um die Vulnerablen mithelfen zu schützen? Es sind übrigens in der Schweiz ca. 2.6 Mio. Menschen. Abermals ziehen sie einen Vergleich mit dem Mittelalter. 80 Jahre zurück würden auch reichen. Auch damals gab es eine Gruppe, welche nicht nur befand die Vulnerablen oder andere nicht zu schützen, sondern auch noch zu vernichten. Übrigens kamen auch Züge dafür in den Einsatz. Auch für diese dunkle Zeit gibt es immer noch Leugner, zum Glück werden sie heute geächtet oder bestraft. Auch jetzt gibt es offensichtlich noch Leute, welche nicht wahrhaben wollen, dass die Notfallstationen und auch das Personal schon jetzt am Anschlag sind und bald überlastet sein werden. Ich hoffe nicht, dass sie ein Kind oder Angehörigen haben, welcher nicht zu den Vulnerablen gehört, der in nächster Zeit als Notfall ohne Covid eingeliefert wird, und dann nicht mehr genügend versorgt werden kann. Falls es sie selbst trifft ist das scheinbar für sie kein Problem, es war ja im Mittelalter auch nicht besser. Ich hoffe sehr, das sie bei einem solchen Fall freiwillig auf die Behandlung verzichten, um einem anderen Patienten die verdiente Hilfe zu ermöglichen. Zumindest würde ich von ihnen erwarten, dass wenn sie doch eine Behandlung wünschen, zumindest die Kosten dafür selbst tragen.
Mit freundlichen Grüssen aus der Realität und nicht aus dem Mittelalter.

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Sehr geehrter Herr S., vielen Dank für Ihre Antwort. Es wird Ihnen vielleicht leicht fallen ein Beispiel anzuführen wo irgendwelche Massnahme etwas bewirkt hat. Prof. Vernazza aus St. Gallen hat sich enorm Mühe gegeben und konnte keine Beispiele finden. Der Kanton St. Gallen hat heute gemeldet, dass seine Spitalkapazitäten noch intakt seien und auch keine Dringlichkeit bestünden weitere Massnahmen zu ergreifen. Darum das Mittelalter und der Glaube: die Alarmisten glauben mit Massnahmen etwas bewirken zu können und die, ich nenne sie Fatalisten, sind auf Grund des weltweit beobachtbaren Verlaufes der Covid-Infektion überzeugt, dass die jeweils verfügten Massnahmen langfristig wirkungslos sind und deshalb die meisten Massnahmen unnötig und oft sogar noch Kolateralschäden verursachen. Deshalb mein Vorschlag die Gesellschaft zu splitten.

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Alles ist Frage der individuellen physischen Befindlichkeit. Sollten Sie noch jung oder immer noch relativ jung, gesund und sportlich sein - finden Sie ganz natürlich, dass alle spinnen. Sollten Sie Vorerkrankungen wie z.B. Diabetes, Asthma, Lebensmittelallergien, Herz- und Kreislaufkrankeiten, Krebs, Invalidität etc. - betrachten Sie jeden ohne eine Maske als klare Zumutung bzw. Bedrohung. Dementsprechend gesellt sich zu der eigenen guten, physischen Befindlichkeit eindeutig auch eine Rücksicht gegenüber den Mitmenschen, die dem Coronavirus physisch geschwächt gegenüber stehen. Die Sache ist sehr komplex: bei Ihrem Vorschlag - Maskenträger in den Zügen vorne, die ohne Masken hinten - sollten Sie auch noch die Luftzirkulation einbeziehen, um zu sehen, dass dieser Vorschlag untauglich ist. Die Epidemie hat das Leben von uns allen verändert. Was das Theater im Pfauen betrifft - für die Schauspieler ist es ein Albtraum maskiertes Publikum vor sich zu haben, da sie die Reaktionen auf den Gesichtern des Publikums nicht lesen können.

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Frau R. Was haben Sie dagegen, dass die Vulnerablen die Möglichkeit bekommen sich adäquat zu schützen mit den oben beschriebenen Massnahmen. Die Lüftung in den Zügen ist übrigens nicht wagenübergreifend und im Pfauen besteht erst recht kein Problem Vorstellungen mit und ohne Masken durchzuführen.

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H. R.
· editiert

Die liebe Schweiz wird mit ihrer Verweigerung, harte Massnahmen anzuordnen, noch ihres Wunder erleben. Ihre ausländischen Mitarbeiter werden peu à peu von ihren schwer geprüften Heimatländern zurück gerufen. Tschechien hat nicht weniger als 13 100 Covid-19-Infizierte unter den Ärzten und dem Pflegepersonal. Nun ruft die tschechische Ärztekammer alle Ärzte im Ausland zurück. Man kann sich ohne weiteres vorstellen, dass so ein Ruf auch aus Frankreich bald kommen könnte.

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Wir können es definitiv nicht. Masken tragen, Kontakte einschränken und das mit der nötigen Disziplin. Es wäre einfach, einen weiteren Lockdown zu vermeiden und die Spitäler nicht zu überlasten. Aber das mit der Eigenverantwortung funktioniert leider nicht, was auch aus den vielen Voten in diesem Dialog hervorgeht. Die Anordnungen von Bund und Kantonen müssten klar und unmissverständlich sein, damit auch jeder weiss um was es geht. Damit einher sollte aber auch eine genaue Kontrolle gehen. Die weiterhin Unverbesserlichen sollten gebüsst werden, so wie es in anderen Bereichen auch der Fall ist. Im Strassenverkehr würde es auch nicht funktionieren, wenn nur Empfehlungen abgegeben werden, und keine Kontrollen vorgenommen würden. Wer zu schnell fährt und geblitzt wird, bezahlt. Zu lange auf dem Parkfeld wird gebüsst. Es wäre ganz einfach, die Massnahmen besser durchzusetzen, wenn all die renitenten Besserwisser auch gebüsst würden. Ich erlebe viele Leute, welche im Bahnhof, auf Perrons und an Tram- und Bushaltestellen keine Maske tragen, ohne das etwas geschieht. Fahren ohne gültigen Ausweis im ÖV wird mit Fr. 90.00-220.00 gebüsst. Dies sollte auch für das Verfehlen beim Maskentragen gelten. Auch dort wo Beschränkungen und Abstandsregeln nicht eingehalten werden, sollte gebüsst werden. Herr und Frau Schweizer funktionieren leider nur übers Portemonnaie und nicht über die Vernunft.

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Edward Bernays - Propaganda (1928)
Lasst euch keine Angst einjagen.

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Besonders ägerlich an der Situation ist, dass der von mitte-rechts bis rechtsaussen dominierte Bundesrat Somaruga und Berset am vernüftigen Handeln hindert. In der Öffentlichkeit ist aber aus dieser Ecke, abgesehen von nicht immer kohärenten Aussagen von BR Maurer (um es sanft auszudrücken) nichts zu hören. Auch die beiden rechtsaussen FDP-BR halten sich vornehm zurück, und die SP-Bundesräte müssen sich schelten lassen. Hier sollte man ein bisschen mehr differenzieren: "Der Bundesrat" ist nicht Alain Berset und allenfalls noch Simonetta Somaruga sondern auch die 5 Kolleginnen und Kollegen, aber das geht dann meistens bei der Kritik am "Bundesrat" vergessen.

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Das sehen etwas zu rotäugig. Schliesslich war es Somaruga welche sich viel zu lange gegen die Maskenpflicht, vor allem in ÖV durchsetzte, und ein 4:3 Verhältnis gegen die Maske ermöglichte! Und Berset ist in der Kommunikation unterirdisch. Darum halten sich viele nicht an seine Forderungen.

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Obwohl ich persönlich mit DB betreffend Covid19 nicht einverstanden bin, verstehe ich den Frust dieses Mal aufgrund des eklatanten Versagen von Politik und Verwaltung. Trotz Lockdown und ruhigem Sommer ist es nicht gelungen sich genügend vorzubereiten. Es kommt das Gefühl auf, die Verantwortlichen hätten es verschlafen: überlastetes Tracing und Testing. Rickli erklärte in der Arena, dass es niemand verstanden hätte, wären bei tiefen Fallzahlen im Sommer Millionen investiert worden. Glaube ich nicht, die meisten Leute hätten wären einverstanden, sich auf einen heftigen Herbst/Winter einzustellen und Gefahr zu laufen Überkapazitäten aufzubauen, wenn es offen so kommuniziert würde. Hier kommen wir zum Kern des Problems: die Containment-Strategie mit ihren Pfeileren Testing, Tracing, Isolation kostet viel Geld, insbesondere weil man die wirtschaftlichen Verlierer dieser Massnahmen auch stützen sollte. Geld das vorhanden wäre (Schulden im Verhältnis zum BIP sind tief und erst noch in eigener Währung, dazu kommen Negativzinsen) aber man Aufgrund eines in Krisenzeiten gefährlichen Sparfetischs nicht bereit ist auszugeben. Was meiner Meinung nach vergessen geht in der Kommunikation der Taskforce und auch in teilweise Republik: nicht nur Massnahem zur Eindämmung zu fordern, sondern gleichzeitig auch Geld für die wirtschaftlich Betroffenen. Ich kenne Leute die stehen vor dem Ruin, ihr Lebenswerk ist gefährdet. Hilfen kommen aber keine oder nur (zu) spät. Das schafft eine extrem grosse Unruhe bei den Betroffenen und viele wenden sich zum ersten Mal zweifelhaften Quellen zu. Was ja psychologisch ja irgendwie auch verständlich ist - der Konkurs oder Arbeitsplatzverlust droht, was grossen Stress auslöst und plötzlich sagt da jemand: hey das ist alles übertrieben. In so einer Situation neigen viele Menschen dazu dies zu glauben.

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A. C.
Märchentante*onkel
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Der Traum der Landesmutter Helvetia, die uns mit lässig gehaltener Lanze und schweizerkreuzverziertem Schild schützend durch brodelnde Klippen einer globalen Pandemie steuert, ist erquicklich. Aber das Virus hält sich impertinenterweise nicht an die Landesgrenzen unserer Insel der Seligen, und auch das Gewusel von Kompetenzen und Kompetenzenabschieberei zwischen den Amts- und WürdenträgerInnen verschiedenster Stufen ist leider nicht unser Alleinstellungsmerkmal unter den mehr oder weniger vereinigten Völkern Europas. Nicht einmal Schelten und Schuldzuweisungen sind parteipolitisch sauber zuzuordnen mit HobbyepidemiologInnen links wie rechts. Wahrlich, wir leben in finsteren Zeiten.

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Dass die Wissenschaft vermehrt in die Entscheidungen einbezogen wird, ist positiv. Allerdings erwarte ich nicht allzuviel davon, da manche Verlautbarungen der Taskforce keinen gesicherten wissenschaftlichen Hintergrund haben. Der jähe, jetzige Anstieg wurde nicht vorausgesehen und es gab bis jetzt auch keinen überzeugenden Erklärungen hierzu.

Siehe auch weiter unten
H. S.

Hat sich schon jemand damit befasst, weshalb der R-Wert in der 3. Septemberwoche von 0.9 auf 1.8 gestiegen ist und damit mutmasslich diese 2. Welle ausgelöst wurde? War da was?

Eines der grössten Defizite ist, dass es kaum gesicherte Erkenntnisse gibt, wer sich wo in welchem Ausmass ansteckt. Warum wird auf allen Ebenen so wenig unternommen, diesen Mangel zu beheben. Mehr Informationen würden helfen, die richtigen Massnahmen zu treffen und dafür Akzeptanz zu finden. Es wäre auch weniger möglich, mit erweiterter Maskentragpflicht andere wirksamere, aber einschneiderende Massnahmen hinauszuzögern.
Ich habe Zweifel, nach Beobachtung der Entwicklung anderswo, dass die bis jetzt getroffenen Massnahmen ausreichend sind. Ich hoffe eher darauf, dass die Leute ihr Verhalten ändern, wenn die Zahlen steigen. War so in der ersten Phase und hat hoffentlich nun auch bereits begonnen.
Sehr wahrscheinlich ist entscheidend, was bei privaten und öffentlichen Treffen und Feiern passiert. Ein gutes Beispiel hierfür könnte das Wallis, der momentane Hotspot, darstellen. Im unteren Wallis haben sich relativ drei -bis viermal mehr Leute angesteckt als im Oberwallis, Trennlinie scharf entlang der Sprachgrenze. Als Ursache steht im Vordergrund, dass im unteren Wallis die persönliche Nähe mehr gepflegt werden dürfte. Damit einmal mehr ein Hinweis darauf, dass der direkte körperliche Kontakt von Person zu Person wohl die hauptsächlichste Ansteckungsart ist.
Niemand sagt und hört es gern, dass enge Kontakte möglichst beschränkt werden sollten, aber eine Kampagne, die Klartext redet, könnte mehr bewirken als manche Massnahmen und kostete vergleichsweise wenig. Erfolgreiches Beispiel STOP AIDS: Im Minimum .......

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Die Chance herauszufinden wo die Ansteckungen geschehen wurde vertan indem man bei der Corona App den Datenschutz zuoberst stellte. Das Wallis, naja, hat Tradition darin, was auch immer aus Bern kommt negativ zu bewerten und zu ignorieren, von den Subventionen abgesehen natuerlich. Deshalb nennt es sich ja auch Ausserschweiz.

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D. G.
Skeptiker
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· editiert

Ich werfe hier jetzt einfach mal folgenden Artikel in die Runde und bin gespannt auf die Reaktionen: https://articles.mercola.com/sites/…anity.aspx

Den Artikel habe ich auch an covid19@republik.ch geschickt mit der Bitte, diesen mal ohne Vorurteile zu lesen. Vieles im Artikel klingt nach Verschwörungstheorie, wenn man sich aber in Ruhe mal die Quellen gibt, wird man hellhörig. So ging es zumindest mir.

Wie sehen Sie das? Und mit Sie sind diejenigen gemeint, welche den ganzen Artikel gelesen und sich auch den Quellen gewidmet haben. Alle anderen dürfen natürlich auch kommentieren.

Edit: Auf meinem Handy kann ich den Artikel nicht ohne Registrierung ansehen. Bei Firefox auf dem PC geht das aber ohne Probleme. Ärgerlich.

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T. S.
"Physiker"
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Ich kann ihn auch mit Firefox nicht lesen und möchte mich dort nicht registrieren. Interessant ist die Dateiendung .aspx, was auf einen Microsoft Webserver schliessen lässt, also wird die Gates-Geschichte dort wohl nicht erwähnt.

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D. G.
Skeptiker
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Ich habe bei mir privacy addons installiert (uBlock Origin und Privacy Badger), welche die Sperre wohl umgehen. Sie können das gerne mal probieren. Zu aspx: Gates findet im Artikel nur einmal kurz Erwähnung.

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Anonym 5
· editiert

Ein kurzer Blick auf https://en.m.wikipedia.org/wiki/Joseph_Mercola verschafft mir den Eindruck, dass ich mir die Zeit für Ihren Artikel sparen kann!

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D. G.
Skeptiker
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Anonym 5, ich bin mir der Plattform, auf der der verlinkte Artikel veröffentlicht wurde durchaus bewusst. Wie im initialen Kommentar schon gesagt ist es ein Teil der Quellenangaben, welche mich hellhörig machten.

Und noch etwas zum Nachdenken: Sie lesen einen Wikipedia-Artikel zu einer Person und gehen automatisch davon aus, dass dieser objektiv und ohne Fehler ist und die Wahrheit "spricht". Sie hinterfragen dies gar nicht erst. Und mit diesem "Gefühl" der Wahrheit verwehren Sie sich dann der Auseinandersetzung und sehen sich im Recht. Sehen Sie die Problematik dahinter? Und ist Wikipedia Ihrer Meinung nach eine sichere Quelle?

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Ich bewundere all die filigranen Kommentare, die mikroskopisch zielsicher all die Verfehlungen von Politik und Behörden sezieren, begleitet von gutgemeinten Empfehlungen und Vorschlägen, wie man es in Zukunft besser machen kann. Diese sublime Auslegeordnung wird karikiert, wenn man sich vor Augen führt, was gestern im Shoppi Tivoli passiert ist: Geiz ist geil und debile Hirnlosigkeit entzieht sich allen gutgemeinten behördlichen Massnahmen, Herr Binswanger.

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Vielen Dank für diese klaren Worte. Es ist zwar richtig, dass die aktuelle (Gesellschafts-)Krise viele verschiedene Facetten aufweist, die wir diskutieren und von denen wir lernen können. In der politischen/föderalen Dimension aber ist das Versagen in bestimmten Bereichen derart eklatant, dass wir die Augen davor nicht verschliessen dürfen. Beispielhaft dafür ist die Unfähigkeit der Kantone sich über Monate hinweg auf ein gemeinsames Massnahmenpaket zu einigen. Was bei den Steuern durchaus als Standortwettbewerb gelten kann, ist in einer Krise nicht nur lächerlich, sondern untergräbt systematisch das Vertrauen der Bürger in einen Staat. Das kann so nicht stehengelassen werden - nach Abschluss der COVID Krise muss dieses Kantonsverhalten systematisch analysiert und reformiert werden. Eine Krise braucht Führung - die Kantone sind heute bei einer nationalen Krise nicht in der Lage dies zu tun. Eine Reform der Strukturen und Verantwortungen im Krisenfall ist deshalb rasch an die Hand zu nehmen.

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Das Problem ist einfach, dass wir mit dem heutigen System einen rechten Bundesrat zementiert haben. Und die rechten, weiss man ja, schauen in erster Linie darauf, dass es den Reichen noch besser geht und blockieren alles was der Allgemeinheit nützt. Sonst gebe ich ihnen recht. Der Kantönligeist ist einfach nicht mehr zeitgemäss. Man sollte sich dann aber echt auch darüber Gedanken machen, ob der Bundesrat in dieser Zusammensetzung noch zeitgemäss ist.

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Vielen Dank für Ihre Antwort. Ist es wirklich eine Frage von links oder rechts? Mein Eindruck ist vielmehr, dass wir uns einfach nicht einigen können und keine Grundlagen für eine effiziente Führung in Krisen bestehen. Nach Auflösung des Lockdowns und der Übergabe an die Kantone hat sich der Bundesrat ja zurückgehalten und die Kantone "wirken" lassen.

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Wichtig ist doch nicht wie viele Leute sich mit einem Virus infizieren, sondern wie viele danach gesundheitliche Probleme bekommen: Wenn ich mir die Zahlen auf Corona-data.ch anschaue, steigen sie zwar stark, sind wohl aber für diese Grippezeit nicht ungewöhnlich. Zudem kann ich doch nicht bei jedem Virus, das allenfalls gefährlich sein könnte auf Lockdown schalten, genau so wenig wie ich einen potentiellen Mörder präventiv ins Gefängnis stecken kann.

Die Behörden erlauben immer wieder die Durchführung von Superspreader Events, sogar bei Veranstaltungen für die Ältesten Semester wie kürzlich am Jodelmusical in Schwyz oder die Tivoli-Sause vom Samstag in Spreitenbach, an dem sogar Lose ins Publikum geworfen wurden. Und wenn danach dann alle Zahlen massiv steigen, nehmen sie das zum Anlass härtere Massnahmen durchzusetzen, etwa so wie wenn die Feuerwehr selber Brände legt, um mehr finanzielle Mittel zu deren Bekämpfung zu erhalten.

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Die Superspreader Events brauchts zur Ueberzeugung der Verharmloser. Wie kann man den Leuten Maskenpflicht in geschlossenen Raeumen vorschreiben, wenn wenn sie nicht sehen, dass es noetig ist. Da war doch letzte Woche dieses Jassturnier mit aelteren Leuten, wo keiner eine Mask trug. "Ich kenne die Mitspieler. Von denen ist keiner krank"..
Allenfalls sollte man laengerfristig die Koronabehandlung in einem Spital kostenoptimieren. Als industrieller Prozess mit einem Budget von 300Fr pro Tag oder so.

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Die Ansteckungen und die Einlieferungen hängen dann zusammen wenn man einbezieht wer sich ansteckt. Bis jetzt scheinen sich also noch wenige der Risikogruppen angesteckt zu haben. Das widerum wird mit steigender Zahl infiszierter logischerweise immer wahrscheindlicher - es wird also unweigerlich stattfinden.

Eine nett klingende aber leider falsche Beurteilung der aktuellen Lage.

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Ich finde es grundsätzlich falsch, anderen zu sagen, dass sie falsch sind: Sie können höchstens sagen, mit welcher Begründung Sie die Lage anders einschätzen. Nur Diktaturen behaupten, sie kennen die Wahrheit.

„Wahrscheinlich“ heisst nicht, dass es eintrifft und hier wird je länger je mehr ein ganzes Volk massiv eingeschränkt und viele in ihrer Existenz bedroht, so dass es meiner Ansicht nach sehr viel mehr als ein nur ein „wahrscheinlich„ braucht für so drastische Massnahmen wie Maske tragen, Versammlungsverbote und Geschäftsschliessungen.
Sie können doch nicht einen vermeintlichen Mörder für Mord ins Gefängnis stecken, nur weil Sie der Meinung sind, dass es „wahrscheinlich“ ist, dass er den Mord begangen hat (sondern das müssen sie schon „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit„ beweisen).

Dass sich nur die Jungen anstecken ist meiner Ansicht nach nicht erwiesen, da zu wenig repräsentativ getestet wird. Die positiv getesteten nehmen schon seit mehreren Wochen stark zu und ich behaupte, dass sich die Risikogruppe nicht so gut vor einer Ansteckung schützt, dass sie nicht mehr stattfinden, so dass ich bezweifle, dass sich die Risikogruppen nicht anstecken. Vielleicht ist einfach auch das Virus weniger gefährlich geworden!?

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Herr Müller, wir sind in einer Ausnahmesituation. Es bringt uns nicht weiter, wenn wir uns mit allen beliebigen Experten verzetteln. Einverstanden, sie dürfen gerne gehört werden; mit haltlosen Äusserungen sollten wir uns aber nicht zu lange beschäftigen. Die Vernunft spricht dagegen, die Zeit haben wir auch nicht.

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Eigentlich ist doch die grosse Hoffnung hinter dem Befolgen der Massnahmen, dass sich dadurch der Gefahr einer Ansteckung mit dem 'bösen' Virus entgehen lässt – mit der (illusorischen) Hoffnung, die Maske schütze vor ihm. Oft wirkt da eine Angst, eine Ansteckung sei schon ein Todesurteil. Vergessen geht dabei, dass das eigentliche Problem in der eigenen Unfähigkeit zur Auseinandersetzung mit Tod und Leben liegt. Dieses Problem wird nicht gelöst durch Projektion auf einen 'Erreger', denn wenn dieser vorbei ist, wird dasselbe Spiel mit dem nächsten weitergehen (das haben wir ja schon gehabt – und es wird wieder kommen, wenn wir jede/r für sich der Sache nicht auf den Grund gehen). Warum so viel üblicher Selbstbetrug? Ist Gesundheit die Abwesenheit von 'Erregern' oder die (allenfalls erlernbare) Fähigkeit, damit fertig zu werden? Offenbar brauchen manche sowas wie Pandemien (aber Pandemien von was denn?), um sich den Fragen überhaupt zu widmen. Sonst käme man ja offenbar gar nicht darauf … während das Auf und Ab der Zahlen letztlich sekundär ist.

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Lieber Alec, es ist durchaus interessant, deinen Gedankengängen zu folgen, ganz im Focus dabei den von dir zentral platzierten Begriff «Projektion». Ich erlaub mir zu hinterfragen, wo die Projektion denn wirklich beginnt, in deinen Zeilen.
Ich nehm mal mich als Bespiel und erlaub mir, deine Gedankengänge wie folgt zu ergänzen: Als vor etwas mehr als zwei Wochen die «Zahlen» in der Schweiz zu explodieren begannen, von Behördenseite aber noch keinerlei Einschränkungen verlautbart wurden, hatte ich für mich bereits beschlossen, nicht nach Zürich zu reisen (was ich sonst regelmässig zu tun pflege – zur Chorprobe).
Nicht etwa, weil ich Angst vor einer Covid19-Ansteckung gehabt hätte (z. B. bei An- oder Rückreise von je knapp 4 Std. öV oder während der Probe), sondern ganz einfach als klitzekleines Teil eines grossen Ganzen, das entweder in Bewegung ist oder eben – weil die Gründe vielleicht doch nicht so dringend sind – zu Hause bleibt. Mir schienen damals schon die Gründe, alles ein bisschen runterzufahren, klar zu überwiegen – also eine Art kategorischer Imperativ, aber keine Angst. Das dürfte sich auch nicht ändern, wenn ich dies in Befolgung von möglicherweise erlassenen Anordnungen machen werde. Indem ich vermehrt zur Ruhe komme, kann ich mich auch solchen Gedankengängen wie den von dir angeführten widmen.
Herzlicher Gruss vom südlichsten Zipfel unserer schönen Schweiz, Lothar

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Lieber Lothar – Danke für Dein freundliches Schmunzeln (es erinnert mich an … lange ist's her). Gewiss können auch andere Gründe als eine platte Angst dazu führen, sich auf Abstand zu halten – so wie ich lieber im Garten oder im Wald bin als mich den Spannungen auszusetzen, die von all den angsterfüllten Menschen ausgehen. Für mich ist aber erstaunlich, wie relativ wenige von ihnen die gründliche stille Auseinandersetzung mit ihren Vorstellungen anzugehen wagen (man sieht das hier jeweils an den up- und down-votes), obwohl auf lange Sicht das der Ausweg ist. Überhaupt wird sich die ganze Covid-Problematik – und wohl noch andere mehr, namentlich in Bezug auf die strukturellen Probleme im Hintergrund – erst über längere Einsichtsprozesse regeln. Abraham Lincoln wird der Spruch zugeschrieben: You can fool all the people some of the time, and some of the people all the time, but you cannot fool all the people all the time. Herzlich grüsst Dich aus dem schönen Jura - Alec

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Kann mir bitte die Redaktion oder ein versierter Leser folgende Frage beantworten: wir haben eine deutlich höhere Anzahl täglich Infizierter als im März aber im Verhältnis eine noch deutlicher geringer Hospitalisierten-Zahl. Das Gesundheitssystem würde also noch deutlich mehr Infizierte bewältigen können. Deshalb können wir durchaus abwarten und schauen, was die aktuellen Verschärfungen bringen. Warum also die Eile? Danke

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Genau! Die sehr viel höheren Zahlen von positiv Getesteten geht auf die viel höhere Zahl der überhaupt getesteten zurück. Dennoch ist die Zahl der Hospitalisierten halb so hoch wie im März.

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K. V.
· editiert

Das diese Zahlen vorderhand nicht mit jenen im März korrelieren hat zwei Gründe:

  1. Gibt es heute zwar (noch) keinen Lockdown aber besser implementierte Massnahmen, sowie ein besseres Verständnis zum Selbstschutz bei den Risikogruppen

  2. Ist heute die Dunkelziffer der Ansteckungen aufgrund besserer Testabdeckung kleiner.

Eine Dunkelziffer wird es aber immer geben, und dass selbst wenn man wie die Slowakei, die komplette Bevölkerung durchtestet. Und damit steigt also nicht nur die Zahl der Infiszierten Exponentiell, sondern auch die Wahrscheinlichkeit das Risikogruppen angesteckt werden. Diese Einlieferungen werden zunehmen, garantiert!

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Vielen herzlichen Dank dass Ihr Euch die Zeit genommen habt für meine Fragen

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Liebe(r) Anonym 3, drei Gründe. Erstens die Verzögerung: Hospitalisationen steigen erst mit einer mehrwöchigen Verspätung. Sie kommen also erst jetzt richtig in Fahrt. Zweitens, ja die Hospitalisierten-Zahl hat sich verringert, deutlich verringert hat sich aber vor allem die Sterblichkeit. Das heisst, wir fahren besser, weil wir besser wissen, wie wir die Leute behandeln müssen. Dazu müssen wir sie aber behandeln können, das heisst Spitalkapazitäten haben. Drittens, das perfide an Corona war schon immer, dass die Sterb lichkeit zwar nicht extrem hoch, die Übertragbarkeit aber massiv ist. Wenn sich der heutige Trend fortsetzt, werden wir so viele Infizierte haben, dass unsere Spitäler auch dann vollkommen überschwemmt würden, wenn die Hospitalisierungsrate sehr stark gesunken wäre. Herzlich, DB

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Dazu kommt, dass man im Frühling nur die Risikogruppen testete, was zu einer (mutmasslich) hohen Dunkelziffer bei den Fallzahlen führte. Darum könnte es gut sein, dass wir momentan eine ähnliche Grössenordnung von Infizierten haben wie beim Peak der ersten Welle (mit dem Unterschied, dass die Zahlen momentan noch stark steigen). Im Vergleich zum Frühling testen wir aber mehr, darum erscheinen viel mehr Infizierte in den Fallzahlen. Bei den Hospitalisierten gibt es hingegen keine Dunkelziffer. Dies könnte der vierte Grund sein, warum das Verhältnis zwischen Fallzahlen und Hospitalisierten momentan anders ist als im Frühling.

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(durch User zurückgezogen)

Danke. Wieder gut geschrieben und zusammengefasst, was eigentlich (fast) allen klar sein sollte.

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(durch User zurückgezogen)

Die Beschuldigung der Politik ,versagt zu haben, finde ich sehr übertrieben. Klar, der Föderalismus zeigt seine Grenzen, kantonale Ziele werden über nationale gesetzt. Wirtschaftsinteressen vor Zusammenhalt.
Doch das ist nichts Neues. Die Steuersätze lassen grüssen...
Meines Erachtens berücksichtigt die Verunglimpfung der Politik viel zu wenig, dass die Menschen die Einschränkungen mittragen müssen, ja ,es faktisch offenbar erleben müssen, dass Einschränkungen notwendig sind, um diese auch selbstverständlich einzuhalten. Andernfalls wird die Demokratie von erschreckenden Mengen als "in Gefahr " beurteilt. Leider ist das System nur so stark, wie die "schwächsten" Glieder.
Also suchen wir keine sog. Schuldigen, sondern halten wir uns "selbstverantwortlich" an die Distanz- & Hygieneregeln und bleiben möglichst Zuhause.

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Liebe Frau S., ich kann Ihre Argumentation nicht nachvollziehen. Sicher, die Bevölkerung muss die Massnahmen mittragen. Aber dazu müssen erst einmal Massnahmen verordnet werden. Bei den Masken im ÖV hat das sehr gut funktioniert. Warum sollen wir in anderen Bereichen da bereits eine Grenze erreicht haben? Warum wurde diese Grenze bisher gar nie ausgetestet? Das sind, Stand heute, reine Schutzbehauptungen der Politik. Zweitens: Im Strassenverkehr haben wir Regeln. Niemand sagt, wir müssen auf Eigenverantwortung setzen. In der Drogenpolitik haben wir Regeln. Niemand sagt, man kann die Menschen nicht mitnehmen. Wenn es unumgänglich ist, muss die Politik auch unpopuläre Massnahmen durchsetzen. Sicherlich, man kann nicht alles machen. Aber was man machen kann, muss man versuchen. Deshalb, und aus keinem anderen Grund, haben wir ein Politiksystem. Drittens: Andere Demokratien haben auch ihre liebe Mühe mit der Pandemie. Aber sie handeln. Die Umsetzung stösst auf Widerstand, klappt nicht perfekt. Aber sie nützt. Warum soll das in der Schweiz nicht möglich sein? Herzlich, DB

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Lieber Herr Binswanger, was Sie vergessen. Jeder Entscheid muss in der Schweiz mitgetragen werden. Brutal ist, erst hinterher wissen wir, wo man dieses Grundprinzip besser hätte übergehen sollen.
Für mich ist es ein Fakt, bis zum ersten regnerischen, kühleren Herbstwochenende und damit zur Explosion der Fallzahlen, sind auch etablierte Personen und Meinungsführer aus Politik und Wirtschaft nicht zu weiteren Massnahmen zu bewegen gewesen. Es hätte einen Aufstand im Volk gegeben, weil das Bewusstsein fehlte.
Noch was: Kritik macht uns nicht satt, sondern lenkt nur ab. Drum, ich finde ihr Fazit "wir können Corona nicht" genial treffend. Doch nun warte ich mit Sehnsucht auf Ihre Fortsetzung " - und so lernen wirs".

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Lieber Herr Binswanger, ich kann Ihre Argumentation nachvollziehen, aber ich halte sie für falsch. Erstens, Sie verwenden das Wort Politik nicht präzise, wie wenn es sich bei der Politik um eine eigenständig handelnde Person handeln würde. Dem ist nicht so. «Politik bezeichnet die Strukturen, Prozesse und Inhalte zur Regelung der Angelegenheiten eines Gemeinwesens durch verbindliche Entscheidungen.» (Wikipedia). Auch Sie sind Teil der so verstandenen Politik.
Zweitens: Sie werfen also den politischen Entscheidungsträgern in der Schweiz vor, nicht ausreichend und nicht schnell genug zu handeln. Dieser Vorwurf fällt nun aber auf Sie selbst zurück, in zweifacher Hinsicht: Wie können Sie von politischen Entscheidungsträgern erwarten, rasch zu handeln, wenn Sie diese gleichzeitig heftig angreifen und die bisher getroffenen Massnahmen in Frage stellen? Mit Ihren Kommentaren untergraben Sie die Glaubwürdigkeit des schweizerischen Politiksystems. Niemand sagt, es sei nicht verbesserungsfähig. Niemand sagt, Sie dürften keine konstruktiven Vorschläge einbringen. Alarmismus ist unangebracht und bremst.
Drittens: Zu den politischen Handlungsträgern gehören auch Sie. Medien spielen bei der Entwicklung von «Regelungen der Angelegenheiten eines Gemeinwesens» eine überragende Rolle. Deshalb ist Medienfreiheit so wichtig. Deshalb werden in Diktaturen als erstes die freien Medien liquidiert. Ihre Vorstellung, unsere Regierung könne «erst einmal Massnahmen verordnen» entspricht vielleicht dem chinesischen Staatsverständnis, wo das auch funktioniert, aber nicht den Verhältnissen bei uns. Demokratie ist ein ständiger gesellschaftlicher Aushandlungsprozess, und dieser ist auf die medialen Plattformen angewiesen. (Ein Lob der Republik!) Es darf nun nicht einfach immer die alleinige Reaktion unserer Medienhäuser sein, das staatliche Handeln zuallererst zu kritisieren, noch bevor man verstanden hat, worum es geht. Niemand sagt, man solle staatliches Handeln nicht hinterfragen. Die Medien sollten aber das, was sie für richtig halten, auch unterstützen und nicht ausschliesslich die Fehler kritisieren.
Viertens: Ihre Beispiele aus andern Politikbereichen widerlegen Ihre Behauptungen. Zu den Schwierigkeiten der Drogenpolitik hat sich schon B. J. geäussert. Beim Strassenverkehr sind wir nach hundert Jahren noch weit von einer perfekten Lösung entfernt. 50 Jahre hat es gebraucht, um die Todesfälle im Strassenverkehr von über 1700 auf unter 200 pro Jahr zu senken. Vom Nutzen der Sicherheitsgurte mussten wir während Jahrzehnten überzeugt werden. Eine grosse Zahl von Autofahrern hält sich auch heute nicht an die Geschwindigkeitsregeln, weil sie deren Sinn nicht einsehen, weil es unbequem ist, und weil die Wahrscheinlichkeit, gebüsst zu werden, gering ist.
Niemand sagt, man kann die Menschen nicht überzeugen. Wenn es unumgänglich ist, muss ich als Autor auch einen unpopulären Text schreiben, zu früh oder zu spät, darin erklären und begründen. Die Umsetzung bleibt Ihnen überlassen. Herzlich, CJ

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B. J.
· editiert

In der Drogenpolitik haben wir Regeln.

Bis in diesem Regelfindungsprozess die Balance zwischen Prävention und Repression so austariert war, dass nicht mehr ganz so viel Verelendung, Krankheit und Tod zu beklagen waren, dauerte es, wie Sie wohl wissen, Jahre. Ganz abgeschlossen ist der Prozess heute noch nicht, und er hat in der Vergangenheit unzählige Opfer gefordert. So viel Zeit lässt uns Corona nicht. Aber so zu tun, wie wenn sich 8 Mio Menschen gleich einfach bewegen, zu Selbstbeschränkung motivieren und überzeugen liessen wie Pixel am Computer, halte ich für unrealistisch. Zwang ohne Einsicht hält nicht durch. Das ist es, was mich persönlich an Ihrer wöchentlichen Kolumne zunehmend stört, so dass ich sie nur noch ihrer sprachlichen Eleganz wegen lese. Schärfe und Klarheit von Gedanken kann man auch dann bewundern, wenn man mit ihrem Inhalt nicht übereinstimmt.

Zurück zur Corona-Politik: Sie werden nicht müde, zu beklagen, dass die Politik den Empfehlungen der Task-Force nicht umgehend folge und diagnostizieren wiederholt politisches Versagen. Die Position der Taskforce hat in Ihren Kolumnen breiten Raum, die Perspektive jener, die die Entscheide schlussendlich umsetzen und der Bevölkerung gegenüber vertreten müssen, scheint Sie hingegen nicht zu interessieren. Das ist Ihr gutes Recht, aber zur ganzen Wirklichkeit fehlt mir als Leserin hier einfach die Hälfte. Ich bin keine begeisterte und schon gar keine blinde Behördengläubige, aber nur gerade zu Wort kommen lassen müsste man mMn alle Beteiligten. Hier haben Sie im SRF-Club vom 7.7. dieses Jahres ein für mich erschreckendes Exempel an Einseitigkeit vorgeführt: wiederholt sind Sie sowohl Engelberger wie Jamnicki aggressiv ins Wort gefallen mit Unterstellungen, die Sie teilweise wieder zurücknehmen mussten, und auch Alexander Bücheli bekam sein Fett weg, als er leise Kritik an der ständigen öffentlichen Infragestellung bundesrätlichen Handelns durch einzelne Mitglieder der Taskforce äussern wollte und das als zusätzlich verunsichernd bezeichnete. 'Jetzt kommen wir aber nach Absurdistan' war das 'Argument', mit dem Sie ihm über den Mund fuhren. Ausreden liessen Sie auch ihn nicht. Ihre Message war klar.

Corona macht uns allen zu schaffen und es ist sicher immer wieder schwierig, eine angemessene Distanz zu allen Akteuren zu finden. Hier hat eine Kommentatorin weiter oben eine aus meiner Sicht enorm wichtige Frage gestellt: wo bleibt die Solidarität? Ich denke, auch Behördenmitglieder würden sich in ihrem Tun sicherer fühlen, wenn sie weniger Angst haben müssten, beim kleinsten Fehler abgeschossen zu werden. Dass die einen alles nur richtig machen und die anderen alles nur falsch, das kann einfach nicht sein.

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J. W.
Mensch-Sein ist Mit-Mensch sein.
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Danke Herr Binswanger. Das haben Sie wieder sehr klar auf den Punkt gebracht.
Meines Erachtens sind das keine Anschuldigungen. In mein Verständnis haben wir Bürger das Recht auf adäquates Handeln der Verantwortungsträger. Genau so wie wir verpflichtet sind die eigene Verantwortung sorgfältig wahrzunehmen.

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Lieber Herr Binswanger, es geht meines Erachtens nicht nur darum, was an Massnahmen möglich ist und von der Gesellschaft allenfalls akzeptiert wird, sondern immer auch um die Verhältnismässigkeit der Massnahmen. Ein Beispiel. Es kann durchaus sein, dass die Maskenpflicht im ÖV zur Zeit eine wirksame und verhältnissmässige Massnahme ist. Zum Zeitpunkt der Einführung im Sommer, bei den sehr tiefen Fallzahlen, war sie es wahrscheinlich nicht (der R-Wert hat sich nach der Einführung der Maskenpflicht nicht verändert, das heisst, es gibt keine Evidenz, dass sie nach der Einführung eine Wirkung zeigte).

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M. S.
Musiker / Schauspieler
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· editiert

Wirklich? Sollten wir Corona können?

Oder sollten wir uns nicht vielleicht besser in Demut üben? Und Respekt, Anstand, konstruktivem Dialog...
Ich möchte jedenfalls nicht in der Rolle der Entscheidungsträger sein. Sie können es nur falsch machen. Es gibt absolut nichts zu gewinnen. Corona ist brutale Naturgewalt. Danke allen, die täglich nach bestem Wissen und Gewissen handeln!

Ich möchte übrigens auch nicht vor der Tatsache eines erneuten Berufsverbots für Kulturschaffende im Kanton Bern stehen. Und trotzdem: Ich halte mich nicht damit auf, nach Schuldigen zu suchen, nicht in der Politik, nicht beim Partyvolk, nicht bei den Unsolidarischen oder Andersdenkenden.

Ich versuche kreativ und konstruktiv zu bleiben. Und demütig.

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Und halte mich an die Empfehlungen, wie sie lange schon vor den ersten Massnahmen von Oben bekannt waren und suche mein Umfeld zu motivieren, es auch so zu halten...

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Lieber Herr S., in vielem muss ich Ihnen Recht geben. Ja, Corona ist brutale Naturgewalt. Und ja, die Entscheidungsträger sind wirklich nicht zu beneiden. Schliesslich: Demut und Kreativität sind immer angebracht. Aber eine Pandemie kann nur durch einen massiven kollektiven Effort besiegt werden und ist deshalb eine Kernaufgabe der Politik. Es gibt Länder, die das besser gemacht haben, und solche, die das schlecht machen. Wir gehören jetzt zu letzteren. Das ist weder eine göttliche Fügung noch eine Notwendigkeit. Wir haben Fehler gemacht, wir müssen verstehen, wie es dazu kam, wir müssen sie künftig vermeiden, und wir müssen endlich umsichtig und konsequent handeln. Dann werden wir auch das Berufsverbot für Kulturschaffende wieder hinter uns lassen können. Andernfalls nicht.
Herzlich, DB

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Da bin ich voll bei Ihnen, lieber M. S.. Die Definition von Demut lautet „ in der Einsicht in die Notwendigkeit und im Willen zum Hinnehmen der Gegebenheiten begründete Ergebenheit“ und nicht - wie vielerorts missverständlicherweise argumentiert wird - Unterwürfigkeit oder gar Fatalismus.

Das ist selbstredend in einer Epoche der gelebten Selbstverwirklichung bzw. der Machbarkeits-Illusion nicht gerade en vogue, was wiederum Naturereignisse wie Seuchen und Epidemien nicht kümmert. Oder wie es Andrew Cuomo, krisenerprobter Gouverneur von N.Y., lakonisch ausdrückte: „Wir mögen fertig sein wollen mit dem Virus, das Virus ist es offensichtlich mit uns noch nicht.“

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B. G.
Köchin
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heute kam mir folgendes in den Sinn; beim Wäschaufhängen
die Wirtschaft will mein Konsumieren. Meine Bedenken dazu ignorieren.
Und die, die entscheiden müssen? Lavieren und Taktieren. Ja, du bekommst dies, und du das. Und was wird, wenn's dann nicht mehr so ist? Das Ungewisse hat uns eingeholt.
Damit können wir schlecht umgehen.

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Beim Lesen kam mein Denken in die Gänge
Nicht wie sonst, wenn ich Wäsche aufhänge
Die Wirtschaft will mein Konsumieren
Meine Bedenken dazu ignorieren
Und die, die müssen navigieren?
Die tun lavieren und taktieren
Ja, du bekommst das, und du dies
Und was wird, wenn's dann nicht mehr so is?
Das Ungewisse hat uns eingeholt:
Wir versagen wiederholt!

Danke, Frau G., für Ihren anregenden Text.

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B. G.
Köchin
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Merci, la vie est sinple, et si compliquée

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Hat sich schon jemand damit befasst, weshalb der R-Wert in der 3. Septemberwoche von 0.9 auf 1.8 gestiegen ist und damit mutmasslich diese 2. Welle ausgelöst wurde? War da was?

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Wir wurden alle unvorsichtig. Ich nehme mich da nicht aus. Nach Monaten in Isolation zuhause sind wir wieder raus, trafen Freunde, gingen ins Kino, an Konzerte, Sportveranstaltungen oder nett essen. Und die Vorsicht war dahin. Dann wurde es ein bisschen kälter und man sass auch wieder drinnen im Restaurant, ging wieder zur Arbeit in überfüllten Zügen und Bussen und sass mit geschäftkollegen beim Mittagessen oder in irgendwelchen Meetings. Das in Kombination war einfach zu viel.
Klar macht es uns mehr Mühe wieder auf all das zu verzichten, denn wir wissen nun wie das ist. Aber versucht doch auch mal an die Menschen zu denken, denen die ganzen Krankheitsfälle direkt schadet. All die Menschen die einen geliebten Menschen verlieren, die in 12 stundenschichten, versuchen so viele wie möglich zu retten, die Menschen in Altersheimen die nun wieder isoliert werden, all die Menschen die keine Wahl haben sich der Gefahr einer Ansteckung auszuweichen, weil ein Bus nun mal nicht alleine fährt und ohne Personal kein Lebensmittel Geschäft funktioniert.
Ich stelle mir immer wieder die Frage was wichtig ist im Leben und das ist sicher nicht möglichst viel in der Welt rumzureisen und permanent auf Achse zu sein. Ich möchte mir auch nicht mir Vorwürfe machen müssen, weil ich, nur weil es unbequem war sich an einfache Regeln in selbstverantwortung zu halten, schuld am Tod eines geliebten oder geschätzten oder sonst einem Menschen zu sein. Das muss aber wohl jeder für sich entscheiden wer wichtiger ist: sein eigener Egoismus oder die anderen!

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Sehr gut geschrieben, Frau Seitz, vielen Dank!
Erkennen was wirklich wichtig ist und auf was man auch verzichten kann, obwohl es nicht ganz leicht fällt: Meine Hoffnung im Frühjahr war, dass wir alle genau dort einen Prozess durchmachen, der sehr notwendig ist, nicht nur in Bezug auf die Pandemie, sondern noch viel mehr auf die stillere aber noch viel dramatischere Situation mit der Klimakrise.
Und da bin ich im Moment einfach masslos enttäuscht, wie schlecht uns das gelingt.

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T. S.
"Physiker"
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Das frage ich mich auch. Nur die Jahreszeit bzw. Temperatur allein kann es nicht sein, denn in vielen Ländern begann der gegenwärtige Anstieg fast zeitgleich, ob in nördlichen oder südlichen, noch warmen Regionen.

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Der Anstieg nach den Sommerferien war für mich nicht überraschend. Dies zeigte sich gerade an den Feriendestinationen deutlich. Dadurch, dass die Wenigsten zu diesem Zeitpunkt die persönlichen Kontakte reduzierten, hier wie auch überall, war es zum exponentiellen Anstieg eigentlich nur noch eine Frage der Zeit. Das Virus kümmert sich nicht um die Temperatur. Das kalte Wetter jetzt im Norden verschärfte die Lage einfach zusätzlich.

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Ja.. es ist kälter worden zB... mehr Leute drinnen plus bessere Verhältnisse für den Virus
https://www.nature.com/articles/d41586-020-02972-4

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Also in Spanien, Italien und Südfrankreich ist‘s immer noch warm... just saying.

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Ein Flügelschlag eines Schmetterlings, vielleicht!

Und Messungenauigkeit. Und das verhängnisvolle Zusammenspiel verschiedener dynamischer Prozesse. Und wochenlanges Spiel mit dem Feuer.

...

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Ich erinnere mich nur an den dramatischen Fall der Moderna Aktie kurz davor:
https://www.finanzen.ch/chart/moderna

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D. T.
Student
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Ich finde der Artikel geht mit der Politik zu hart ins Gericht. Man kann nun mal nicht den ganzen Sommer alles geschlossen halten wenn die Fallzahlen so tief waren. Auch hinkt der Vergleich mit Neuseeland, welches aus Inseln besteht und sich komplett abgeschotten konnte. Das Virus komplett zu elimineren war so oder so nicht möglich und man wusste, dass es eine zweite Welle geben wird. Auch alle anderen Länder in Europa kämpfen mit steigenden Zahlen obwohl sie ein härteres Regime gefahren sind. Klar gab es Unstimmigkeiten, aber die Politik muss tausende Interessen gleichzeitig wahren. Sie jetzt für Menschenleben verantwortlich zu machen ist äusserst undifferenziert und unfair. Ich hätte mir von der Republik einen ausgewogeneren Beitrag erwartet.

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Ich würde allem zustimmen bis Mitte-/Ende August. Dann wären die Zeichen um die Schraube wider anzuziehen da gewesen, und es hätte auch Argumente dafür gegeben.
Ausserdem ist mir bei der Kommunikation der Behörden aufgefallen, dass viel zu wenig klar gestellt wurde, dass Masken tragen zwar gut, aber zuhause bleiben noch besser ist. Generell ist mir dieser Fakt viel zu sehr untergegangen.

Halte dich an die Massnahmen, dann kannst du Party machen, Singen wie seit jeher. Das über die ganze Zeit eine Reduktion von all dem trotzdem empfehlenswert gewesen wäre, ging in meinen Augen völlig unter. Hier hätte der Bundesrat klar kommunizieren müssen. Er musste aber stattdessen das Zepter den Kantone zurückgeben. Darum kann ich dem Artikel auch überwiegend zustimmen.

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Lieber Herr T., sicherlich: Die Politik muss viele Interessen unter einen Hut bringen. Das Problem mit der jetzigen Situation ist, dass nun alle Interessen - die wirtschaftlichen, medizinischen, gesellschaftlichen - massiver geschädigt werden, als wenn man umsichtiger gehandelt hätte. Ihr Bemerkung zu Neuseeland ist richtig: Inselstaaten haben es viel einfacher. Aber fast alle europäischen Staaten stehen heute besser da als wir. Das wäre nicht notwendig gewesen. Dass die Versäumnisse Menschenleben kosten werden, ist ganz einfach eine Tatsache. Je höher die Fallzahlen, desto höher die Todesfälle. Warum ist es unfair, diese Tatsache auszusprechen. Warum ist es unausgewogen darauf hinzuweisen, dass fast alle anderen europäischen Länder viel schneller und viel entschlossener gehandelt haben? Herzlich, DB

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D. T.
Student
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Lieber Herr Binswanger
Meiner Meinung nach, greift Argumentation, dass wir jetzt schlechter sind als alle anderen Staaten, nur weil unsere Fallzahlen in den letzten 10 Tagen explodierten, zu kurz. Spanien kämpft schon seit August mit hohen Fallzahlen. Das Virus ist dynamisch und bricht hier und dort wieder vermehrt aus als an anderen Orten. Demnach ist es dann falsch, mit dem Finger auf die Verantwortlichen zu zeigen und sie aufgrund des Nichtergreifens einer konkreten Massnahme für Todeszahlen verantwortlich zu machen. Ich gebe Ihnen aber recht, dass bestimmt Fehler gemacht wurden. Zum Beispiel: Clubs mit dem Allheilmittel Maske offen zu lassen oder Grossveranstaltungen zu erlauben, im Wissen darum, sie bei steigenden Zahlen gleich wieder verbieten zu müssen. Ich denke aber, dass viele der erwähnten Massnahmen, hinter den Kulissen auch ergriffen wurden, man das aber als Normalbürger nicht mitbekommt. Deshalb ist Kritik als Aussenstehende immer sehr einfach.
Liebe Grüsse

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A. Z.
System Engineer
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Nein man hätte aber präventiv Massnahmen zu Beginn des Herbsts machen können.

  • Kapazitäten der Mitarbeiter hochfahren.

  • Erreichbarkeiten der Informationen verbessern und vereinfachen.

  • Testen das man zu jedem Test auch einen Code erhält und man die Leute entsprechend informieren kann wie es nun weitergeht.

  • Grossveranstaltungen vielleicht nicht Anfangs Herbst wieder eröffnen.

  • Weiterhin Homeoffice fordern wo es möglich ist.

Es gibt auch diverse Massnahmen die man machen könnte welche zwar einscheidend sind aber nicht ganz so schlimm.
Etwa den Sitzzwang in Bars und Personenanzahl pro Tisch begrenzen. Ja sowas nervt und ist schlecht für den Umsatz aber immer noch besser als das was wir im Kt. Bern haben oder ein kompletter Lockdown.

Das sind alles nur Sachen die ich mir jetzt kurz überlegt habe, da könnte kann sicher noch Einiges machen wenn man den möchte.
Ich finde man durchaus erwarten, dass der Staat seine Arbeit in Zeiten einer Krise macht.
Ich erwarte auch nicht wie das ein anderer Leser hier geschrieben hat perfekte Politiker.
Aber das wir die gleichen Fehler nochmals machen wie beim ersten Mal ist einfach ziemlich schlecht.

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D. J.
· editiert

Sie haben wohl beide recht. In der jetzigen Situation sollte es mehr das Ziel sein, Kräfte zu bündeln, als über Einzelheiten zu diskutieren ("im Nachhinein isch mer immer gschiider").
Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass der Bundesrat in einem Spannungsfeld ist mit verschiedensten Interessengruppen, sei es Kantone, Wirtschaft, Wissenschaft usw.. Da ist die Entscheidungsfindung nicht einfach. Es liegt nicht nur an der Politik, viel mehr muss jeder einzelne Einstehen für sinnvolle Massnahmen und solche, die diese nicht treffen, auf ihre Fehlentscheide hinweisen. Wenn wir wohl alle den Mut hätten, Leute im Umfeld, welche ihre Verantwortung nicht wahrnehmen zu kritisieren und Ihnen konstruktiv zu zeigen, wie ein sinnvoller Umgang mit der Pandemie aussieht, so wären wir schon einiges weiter, hoffe ich zumindest. Trotzdem muss der Bund mehr Verantwortung übernehmen, denn es scheint so als seien die Kantone teilweise überfordert!
In diesem Sinne viel Mut der Politik und jedem Einzelnen zur Eindämmung der Pandemie.

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Herr S., bitte weisen sie mir nach, aus welchen verlässlichen medizinischen Angaben Sie auf die 30% kommen. Und warum sprechen Sie von Pech alter und vorerkrankter Menschen? Deren Einstellung zu Krankheit und Tod ist so individuell und verschieden wie Ihre und meine zu den Pandemiemassnahmen. Selbstverantwortung und Rücksicht ist hier gefragt: Wer nach Rücksprache mit seinem Arzt, seiner Ärztin sich als gefährdet einstuft oder/und Angst vor Ansteckung hat, kann sich trotz Pflegebedarf weitgehend schützen lassen - und geniesst ohne Einschränkung meinen Respekt und meine Rücksicht (und hoffentlich auch von der übrigen Bevölkerung). Wer aber in Selbstverantwortung sich nicht fürchtet und soziale Kontakte für sein/ihr psychisches Wohlergehen ebenso hoch einschätzt wie sein/ihr physisches, und davon gibt in meiner Bekanntschaft nicht wenige, verdient ebenso Respekt, denn er/sie verschliesst sich weder dem Tod noch den Mitmenschen, die durch die sog.notwendigen Massnahmen mit in Existenznot getrieben werden.

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P. S.
· editiert

Nach etwas Recherche bin ich auf diese beiden Artikel gestossen. Die Zahlen stammen aus dem Frühling, vielleicht hat sich in der Zwischenzeit etwas anderes ergeben. Falls dem so ist, bitte aufklären, weil wir uns alle bewusst werden müssen, wie gross die Risikogruppe ist.

https://www.obsan.admin.ch/de/indik…e-alter-15

https://www.srf.ch/news/schweiz/sch…chtig-sein

Warum ich von "Pech alter und vorerkrankter Menschen" spreche? Wegen dieser Aussage von Stephan Huwiler:

"Es muss niemand Angst haben vor einer Ansteckung, wenn er gesund ist …"

Sie, Herr H. schreiben "Deren Einstellung zu Krankheit und Tod ist so individuell und verschieden wie Ihre und meine zu den Pandemiemassnahmen."

Wie genau soll ich das verstehen? Ich bin nicht sicher, ob ich das richtig verstehe und möchte Ihnen nichts unterstellen.

Ausserdem frage ich Sie auch noch, wie Sie es sich vorstellen, sich „weitgehend schützen zu lassen.“ Als persönliches Beispiel kann ich sagen, dass ich vier bis fünfmal am Tag Einsätze von Pflegepersonen und Assistenten benötige. Obwohl ich mich seit einem halben Jahr sehr zurücknehme, kann ich einem Risiko nicht aus dem Wege gehen. Wenn sich die Pandemie weiter ausbreitet, wird sie irgendwann auch zu mir und anderen kommen, Pflege benötigen.

Man könnte jetzt sagen: „Dann soll das Pflegepersonal noch besser geschützt werden und sich ebenfalls zurücknehmen.“ Das ist im Grunde richtig und ich kenne einige, die so verantwortungsvoll handeln. Gleichzeitig wird dadurch den Pflegepersonal noch mehr Verantwortung aufgebürdet.

Edit: Typos

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Lieber Herr S.
Bezüglich ihrer Aussage zu den 30% besteht meiner Meinung nach ein Missverständnis. Dass ca. 30% der Bevölkerung gemäss ihren Links zu Risikopatienten gehören, bezweifle ich nicht. Mit den von mir angesprochenen, im gemeinten Kommentar erwähnten ca. 90% ist der Anteil derjenigen gemeint, die an (oder eben mit!) COVID 19 gestorben sind und aus einer Risikogruppe stammen.
Mit meiner Aussage „Deren Einstellung zu Krankheit und Tod ist so individuell und verschieden wie Ihre und meine zu den Pandemiemassnahmen“ spreche ich das individuelle Verständnis zu Krankheit und Tod an. Sie bezeichnen Ihr Verhältnis zur Aussage von Stephan Huwiler als „Pech“, weil Sie offenbar zu einer Risikogruppe gehören. Ob man von Pech, Schicksal oder Karma spricht, ist Einstellungssache. Ich bin der Ansicht, dass eine Krankheit immer etwas mit mir selbst zu tun hat, eine Chance für mich ist, etwas zu lernen, und ich sie nicht bloss auf ein“böses“ Virus abschieben kann.
In Bezug auf das Pflegepersonal bin ich der Ansicht, dass es zu deren Professionalität mit dazu gehört, dass sie Verantwortung gegenüber gefährdeten Personen übernehmen müssen.
Ich hoffe, ich habe mich so ausgedrückt, dass meine Ansichten Ihnen verständlicher wurden, auch wenn sie den Ihren vielleicht nicht entsprechen mögen.

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Diejenigen die bedenkenlos eine Verbreitung des Virus ankurbeln, bedrohen direkt die Alten wie auch die Jungen mit Vorerkrankungen. Auch die gesundheitlich Schwächeren müssen einkaufen, zum Arzt gehen und Tram, Bus oder Zug fahren.

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T. S.
"Physiker"
·

Zum Glück sind genau diejenigen Tätigkeiten, die Sie erwähnen, nicht sehr Risiko-behaftet, zumindest wenn man Stosszeiten meidet. Wer ein bisschen geschickt ist, kann zudem eine FFP oder bessere Maske dicht anziehen, die, wenn auch etwas unangnehm, einen Schutzfaktor von mindestens 100 ereichen dürfte.

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Es ist Zeit, sich das ausgezeichnete Lehrvideo über "Exponentielles Wachstum und Epidemien" wieder mal anzuschauen. Vor allem der letzte Teil, in dem aufgezeigt wird, was zu einer Verminderung der Wachstumsrate führt, ist essentiell und perfekt zusammengefasst mit "If no one is worried, that is when we should be worried".

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Danke, lieber Ralph Moser, für den erhellenden Link; dank der beeindruckenden Grafiken wird diese oft unterschätzte Funktion, die auch auf anderen Gebieten (z.B. Zins und Zinseszins) eine zentrale Rolle spielt, selbst für Mathe-Dummies wie mich gut verständlich.

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T. S.
"Physiker"
·

Sehr sehenswert, wenn man der schnellen englischen Sprache folgen kann. Er sagt auch, dass länger andauerndes exponentielles Wachstum in der Realität nicht vorkommt, es wird logistisches Wachstum daraus, und untermauert die oft unzulässigen Extrapolationen (wie heute bei Tamedia!) anschaulich mit einem Comic: https://xkcd.com/605/

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Lieber Herr S., natürlich kann exponentielles Wachstum in der Realität nicht ewig dauern, die Sättigung wird durch natürliche Grenzen verursacht. Bei der Pandemie ist das dann, wenn der Virus sich in der Bevölkerung schon sehr weit verbreitet hat, was bei uns auch mit Dunkelziffer aber noch nicht der Fall ist (100'000 Fälle zu 8,5 Mio. Einwohner).

Die zwei wichtigen Zahlen im Video, die auf das exponentielle Wachstum einwirken können, sind E (durchschnittliche Anzahl Menschen, die eine infizierte Person täglich trifft) und p (Wahrscheinlichkeit einer Übertragung des Virus). Die Hygiene-Massnahmen, Masken, die Abstandsregel und die Impfung zielen auf das p, die Beschränkung der Personen bei Anlässen, Restaurants, etc. und der Lockdown auf das E.

Es sind und bleiben die einzigen Stellschrauben, um die Pandemie unter Kontrolle zu bringen.

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U. A.
Sängerin
·

Wer, bitteschön, "KANN" schon Corona? - Wenn wir eines aus der Sache lernen, dann wohl so etwas wie Demut. Wir werden alle miteinander in den Senkel gestellt, was die Illusion von der Beherrschbarkeit des Lebens (und Sterbens) angeht.

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Liebe Frau A., Sie haben recht: Niemand "kann" Corona. Aber unser Gesundheitsminister hat bekanntlich, diesen Sommer behauptet, wir würden Corona können. Das war ein Irrtum. Es ist wichtig, dass wir das begreifen. Herzlich, DB

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F. G.
· editiert

Zur Aussage Neuseeland hätte die Lage im Griff. Nein hat es nicht. Sie brachten die Zahlen auf Null, wie wir mit einer Grenzschliessung. Nur noch Kiwis durften einreisen, dh nach Hause kommen. Und weil das so gut lief haben sie's beibehalten. Dann braucht man nur ein Tracing für die paar Einreisenden. Ja, als eher sehr abgelegene Insel, welche eigentlich Selbstversorger ist ist das ein gute Lösung. Die Tourismusindustrie hatte auch grosse Angst. Da nun aber die eigenen Leute im Land Ferien machen läuft es sogar besser. Dazu ist zu notieren, Neuseeland ist ein Outdoorland, und die eigenen Leute sind das auch. Im grossen Ganzen. Die Touristen waren zu grossem Anteil Junge, Outdoorbegeisterte mit kleinem Budget. Ihr Exportprodukt sind Schafe. Lebend und gefroren. Die werden weiterhin exportiert. Was sie importieren müssen, Technologie, Autos, Oel, kommt weiterhin. Schoen so. Aber kein übertragbares Beispiel.

Update. Ich hab schnell nachgeschaut. Man "kann" nach NZ reisen. Die Flugzeuge sind monopolisiert, und daher gibt es keine Billigflieger. Ab 800$US ab Sydney retour. Einreisende, auch Einheimische, muessen in "managed isolation", spezielle Hotels, welche wahrscheinlich leerstehen wuerden. Der 2 woechige Zwangsaufenthalt kostet ab 3100 NZ$ fuer eine Einzeperson.

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Lieber Herr G., das ist schon richtig: Inselstaaten haben es viel einfacher. Gilt auch von Singapur und Taiwan. Aber auch China ist extrem erfolgreich beim Containment. Oder Australien, das nicht zögerte, Victoria sehr frühzeitig in den Lockdown zu schicken. Dass wir extrem offen, exponiert und vernetzt sind, hätte uns dazu animieren müssen, proaktiv zu sein. Nicht passiv. Herzlich, DB

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Lieber Herr Binswanger: die Containment-Strategie erscheint mir schwierig umsetzbar ohne gewaltige Abstriche beim Datentschutz, wenn man die Beispiel China aber auch Südkorea anschaut. China hat ja auch App-Zwang. Müsste dafür nicht auch Bereitschaft (die ich nicht sehe) bestehen, diesen temporär massiv zu lockern? Wobei sich dann wieder die Frage stellt: ist das reversibel?

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Singapur ist insofern etwas anders, als es Durchgangsort ist. Singspore Airlines hat ein sehr grosses Netz mit sehr vielen Verbindungen überall hin, und alle steigen jeweils in Singapur um. Der Flughafen liegt vielleicht eine halbe Stunde ausserhalb. Wenn man mehr wie vielleicht 4 Stunden Umsteigezeit hatte ging man in die Stadt. Das geht nun eher nicht mehr. Da werden sie sich etwas ueberlegen muessen. Die Touristen in die Stadt lassen oder im Flughafen draussen. Reicht die Kapazitaet des Flughafens fuer die Menge Leute ? Zur Zeit, mit dem niedrigen Passagieraufkommen ist das ja vielleicht nicht dringend. Die Stadt basiert ja auf den Touristen. Auch wenn jeder nur einmal im Leben hingeht. zB Sentosa einen Witz findet war er eben da und hat ein Eis gekauft.
Ja, wenn man Durchgangsland war und bleiben will muss man völlig andere Konzepte haben wie solche wo nicht. Dasselbe gilt eigentlich auch für Kantone.

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Rolf Müller
Action Anthropologist
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· editiert

Daniel Binswanger bleibt auf seinem Kurs, der auch dem europäischen "mainstream" entspricht.
Ich dagegen bin es gewohnt, Wege abseits der grossen, lärmigen und stinkigen Autobahnen zu gehen, was manchmal in Sackgassen, Sumpfgebiete, Dickicht, oder Slums führt, aber auch spannende (Extrem-)Erlebnisse und überraschende Erkenntnisse ermöglicht.
So bin ich auf meinen gestrigen Streifzügen durchs Internet auf eine offenbar höchst umstrittene Figur gestossen: Herrn Prof. Dr. Sucharit Bhakdi:
https://www.youtube.com/watch?v=EmNF5mC0jEs
In dem Gespräch sagt der pensionierte Mikrobiologe, der sich hervorragend über Infektionen und die Reaktionen und Funktionsweisen von Immunsystemen auskennt, viele Dinge, die in meinem Kopf eines interessierten Laien ähnlich herangereift sind, aber bisher noch nicht mit dem Fundament seriöser Wissenschaftlichkeit untermauert waren!
Was mich jetzt ziemlich verstört, ist die Tatsache, dass abweichende Meinungen, wie sie Herr Bhakdi formuliert, aus der öffentlichen Diskussion rausgemobbt werden.
Ich machte selber die Probe aufs Exempel, indem ich obigen Beitrag von "Servus TV" in einem Kommentar auf Watson zur gestrigen Arena-Sendung verlinken wollte.
Bisher ist der Beitrag nicht freigeschaltet worden.
Also, ich denke, in unserer Gesellschaft gibt es eine -ziemlich normale- Spaltung, wie man mit diesen Coronaviren umgehen soll, und zwar sowohl kurzfristig, als auch langfristig.
Und diese Spaltung hat wiederum mit den einzelnen Menschen zu tun, mit ihrer körperlich-seelisch-geistigen Verfassung und mit ihrer beruflichen Integration ins Wirtschaftsleben.
Der deutsche Virologe, Herr Drosten, soll ja mit der Pharmaindustrie so eng verbunden sein, dass seine Lösungen (verständlicherweise) in Richtung einträglicher neuer Geschäfte für die Pharmaindustrie tendieren dürften...
Umgekehrt haben sich IdealistInnen wie ich jahrelang um eine gesunde, ganzheitliche Lebensqualität bemüht, sich in der Freizeit in einer Selbstversorger-Hobbylandwirtschaft abgerackert und in Bioläden teurere, ungespritzte Gemüse und Früchte, oder Milchprodukte und Fleisch aus artgerechter Freiland-Haltung gekauft, was uns -quasi als Dividende für unsere Investitionen in die Nachhaltigkeit- heute ein lockerndes Gefühl von Sicherheit gibt, dass wir unserem Immunsystem zutrauen, mit Coronaviren genauso fertig zu werden, wie mit Grippeviren und anderen Krankheitserregern.
Die Chancen dafür stehen ja wirklich nicht so schlecht!
Sherdan Shakiri wurde ca. zwei Wochen vor dem denkwürdigen Mach degen Deutschland positiv auf Corona getestet und war dann im Spiel der beste Spieler auf dem Platz.
Und solche Beispiele gibt es sehr viele, so dass wir uns wirklich etwas entspannen können!
Lasst Euch nicht zu sehr ängstigen! (Übertriebene) Angst ist bekanntlich ein schlechter Ratgeber. Möglichst normal weiter leben! Wer zu einer Risikogruppe gehört, sollte wohl tatsächlich aufpassen. Junge und Gesunde sollen feiern, oder auch etwas vorsichtig sein.
That's it!
Aber sehen wir's mal so: Das ganze Theater rund um die Corona-Viren ist ja auch eine Art "Übung für den Ernstfall", wenn WIRKLICH mal etwas ganz Schlimmes kommt, wie zum Beispiel Ebola, oder die bereits aus östlicher Billigfleisch-Massentierhaltung sich nähernde "Afrikanische Schweinepest"! Mit SOLCHEN Erregern wäre tatsächlich "fertig lustig"...:(

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Herr Müller, mit Verlaub, ich musste vor allem über Ihre Zuordnung von «lärmiger, stinkiger Autobahn» schmunzeln, wenn auch erwas gequält. Vor vielen Monaten, als man sich diesen Frühling im«Shutdown» der Eidgenossenschaft individuell einzurichten begann, als mehr oder weniger unterhaltsame Karikaturen, Fotomontagen und Videos zu kursieren begannen, stiess auch ich internetdurchpflügend auf Alternativaussagen und -medien wie jene von Bhakti, Servus-tv (wessen tv-Station schon wieder? echt jetzt?) und wie sie alle heissen... Hei wie musste ich staunen!
In Erinnerung blieb mir aber v.a. ein Telefon mit einer alten Freundin, im Sinne von «wie geht es dir so, in dieser verrückten Zeit». Unter anderem ich so «also bisher find ich die Haltung unseres Bundesrates ganz ok», postwendend ihre Frage «Bist du denn für Bill Gates?» – ich traute meinen Ohren nicht und musste nachfragen! Was dann folgte war für mich eine Autobahn, Herr Müller, das waren nicht mehr «Sumpfgebiete, Dickichte oder Slums», um Sie zu zitieren – nein, das waren simple Autobahnen durch verschwörungstheoretische Landschaften! Schwierig zu akzeptieren für mich, aber es scheint so: Es gibt – unabhängig von Intelligenz – Individuen, die stärker auf solche Alternativfaktenfolgen angewiesen sind. In ihrem Umfeld scheinen sie davon zu profitieren. Traurig zudem zu sehen, wie sich diese Landschaft in den letzten Monaten mit fast sämtlichen rechtsnationalen, rassistischen und faschistischen Fraktionen vermischt, allenthalben!

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Rolf Müller
Action Anthropologist
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Ja, ich wundere mich selber über diese eigenartige Mischung...
Aber das Leben ist eben äusserst vielfältig verworren und... widersprüchlich!
Das muss auch so sein weil aus dem Nichts logischerweise nebst Materie immer die gleiche Menge Anti-Materie sein muss, so dass Plus plus/minus Minus wieder Null ergibt... ;)
Nein, jetzt mal Spass, bzw. Pseudo-Klugscheisserei beiseite:
Es gibt zwei diametral verschiedene Arten, gegen "Das Böse" (nun eben in Form von Pandemie-Viren) anzukämpfen:

  1. Die klassische Kriegs-Führung: -Ausgrenzen, Isolieren, Abschotten, Schutzmasken, Hygiene, pharmazeutisches Arsenal, usw.

  2. Die klassische Friedens-Führung: - Gesundheit stärken, ganzheitliche Lebensqualität, natürliche Immunität, den Tod als Teil der Lebenskreisläufe akzeptieren und integrieren, URSACHEN beseitigen, usw.
    Ich möchte eigentlich diese zwei gegensätzlichen Konzepte gar nicht gegeneinander stellen und gegeneinander ausspielen!
    BEIDES ist nötig und richtig!
    Aber die "Krieger" sollten einfach mal im Übereifer der Gefechte einen Schritt zurück treten und mal versuchen, das Ganze aus der "Vogelperspektive" zu betrachten!
    Diejenigen, die ihren Schwerpunkt eh schon auf der friedlicheren Seite haben, nehmen es natürlich wieder mal ganz entspannt.
    Wie die Kiffer... Eh, Peace, man!
    Ja, diese "bernerische" Trägheit und Nonchalance, die bis zur Gefühllosigkeit gehen kann, kann schon auch nerven...
    Dabei sind die Berner ja gar nicht so langsam und träge!
    Die Zürcher sind es...
    Easy man, peace!

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Lieber Herr Müller,
das ist ja mal eine Entwicklung, interessierter Laie schaut YouTube Video und wow, die tollen Ratschläge purzeln nur so raus. "Möglichst normal weiterleben" ist mein Favorit, danke dafür.

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Rolf Müller
Action Anthropologist
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Es ist ja nicht nur dieser eine YouTube-Film...
Da kommen schon noch andere im Hinterkopf gesammelte Informationen und eine gewisse Lebenserfahrung mit hinzu.
Aber höhnen Sie nur weiter, wenn Sie hämische Zustimmung von Ihren "Kommilitonen" brauchen!
Mich beeindrucken Sie damit aber nicht.
Ganz im Gegenteil-

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S. S.
· editiert

Die afrikanische Schweinepest ist für uns Menschen ungefährlich.

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Rolf Müller
Action Anthropologist
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Mir tun ja auch ausnahmsweise mal die Schweine leid...

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Herrn Prof. Dr. Sucharit Bhakdi weiss es also besser als die allermeisten anderen Fachleute? Dann sollten wir im folgen, klingt logisch. Danke für Ihre Information!

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Rolf Müller
Action Anthropologist
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Es geht hier nicht um "folgen", sondern um zuhören!
Immerhin ist er ja zweifellos ein ausgewiesener Fachmann, dem es nur darum geht, an der Diskussion teilzunehmen.
Wenn die sogenannte "Fachwelt" dazu nicht mehr in der Lage ist, dann müssen schwerwiegende Geschäftsinteressen im Spiel sein, welche "wissenschaftliche Erkenntnisse" in eine gewisse Richtung manipulieren wollen.
Gerade heute steht im Tages Anzeiger eine Meldung, dass der frühere Rundschau-Moderator von srf einen Dok-Film produziert hat, zu den sogenannten "Corona-Skeptikern", wobei diese Skeptiker ja nicht das Vorhandensein der Viren anzweifeln, sondern den Sinn und die Heftigkeit von einzelnen Massnahmen.
Wenn diese Tendenz des Niederschreiens, des Verhöhnens und des Löschens von vom "mainstream" abweichender Meinungen und Lösungs-Konzepte so weiter geht, dann muss man sich nicht wundern, wenn das Vertrauen in die Politik und in die Medien immer mehr schwindet!
Und dann hat man den Verschwörungstheoretikern genau den Boden bereitet, den diese brauchen, um zu gedeihen und fantastische Blüten zu treiben.
"Selber schuld!" muss man dann sagen...

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Sumpfgebiete sind wirklich interessant. Alternative Fakten/ Lügen weniger.

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Rolf Müller
Action Anthropologist
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Hier noch zwei weitere interessante Links:

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Rolf Müller
Action Anthropologist
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Wenn der Beitrag mit Prof. Dr. Sucharit Bhagdi Ihr Weltbild zu stark durcheinander bringt, dann habe ich für Sie einen "gemässigteren" Beitrag gefunden, den sie vielleicht besser integrieren können:
https://www.youtube.com/watch?v=j9V9PXZt7w4
Na?

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Vom Lock-down zum Lock-in

Die treibenden Kräfte der Containment-Strategie befinden sich in einem Lock-in. Ein Paradigma-Wechsel wäre ein Eingeständnis in das Scheitern der bisherigen Strategie.

Das konnte im SRF-Club ‘Corona - Ausser Kontrolle?’ vom 20.10. nicht deutlicher werden. Während Pascal Strupler und Daniel Koch noch mit gesundem Arzt- und Menschenverstand und einschlägigen Erfahrungen von früheren «Pandemien» Verhältnismässigkeit suchten, scheint sich nun das BAG mit Anne Lévy lückenlos in den Pharma->Swiss National Covid Taskforce->Medien->Druck-auf-Politik->Massnahmen Workflow einzubetten.

Die auch in Deutschland wahrgenommene Entkopplung von Fallzahlen und Hospitalisierungs-/Todesraten wird ignoriert und stattdessen das überholte Krankheitsbild der ersten Hotspots mit tragisch hohen, aber therapiebedingter Letalität gehegt und gepflegt.

Von sechs Teilnehmern im SRFClub versuchte einzig der Frontmediziner Antoine Chaix sich für einen Paradigma-Wechsel einzusetzen, chancenlos bei dieser Übermacht der Gegenseite.

Ja, die Hospitalisationen und Todesfälle steigen - im saisonalen Jahresvergleich (BFS) zeigen die Krankheiten des Atemsystems keinen auffälligen Verlauf. Wer auf dem ICU Monitoring der Schweiz -> National Trends genauer hinschaut, sieht wie die orange covid-Kurve zwar etwas in die Höhe geht, gleichzeitig geht aber die grüne Kurve mit den non-Covid Fällen nach unten. D.h. wieder einmal die klassische Umbuchung nun auch bei den Hospitalisationen, mehr testen bringt auch da mehr Fälle. Die Apokalypse-Prognosen-Grafik von Prof. Ackermann an der Medienkonferenz vom 23.10. wird genauso in die Geschichte der Fehlprognosen der SNC-TF eingehen, wie die bisherigen.

Es braucht jetzt ein Ruck durch die Schweiz. Das «Gstürm» um die Fallzahlen muss aufhören und einem der klinischen Variabilität von SARS-CoV-2 Infektionen entsprechenden Schutzkonzept für die Risikogruppen Platz machen. Prophylaxe, Gratis-Vorsorgeuntersuchungen anstatt erwiesenermassen unnütze Alibi-Massnahmen.
Zum Glück behält wenigstens noch der Kanton Zürich die Ruhe. Hier, wo mit dem Universitätsspital zentral in der Schweiz die schwersten Verläufe bei P. Steiger betreut werden, weiss man was Sache ist.

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F. S.
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„Die auch in Deutschland wahrgenommene Entkopplung von Fallzahlen und Hospitalisierungs-/Todesraten“. Wer hat das denn beobachtet? Es war sicher niemand, der die Situation versteht; auch hier in der Republik kann man nachlesen, warum die Hospitalisierungen eine Zeitlang überraschend niedrig waren. Wir sind mittlerweile allerdings in der nächsten Phase (genau wie in Schweden, Frankreich, Spanien oder auch Florida): Die Hospitäler müssen jetzt an ihre Grenzen gehen.
Warum findet der wissenschaftliche Mainstream kein Gehör in dieser Krise? Warum wollen sich so viele auf YouTube und wo auch immer von wem auch immer lieber Alternative Meinungen erklären lassen? Warum sind so viele Menschen darauf erpicht, dass man die Krise mit verschiedenen Meinungen konfrontativ diskutieren muss?
OK. Die Reaktion im März war also komplett falsch? Schön, dann zeigen uns die kommenden Monate jetzt also, warum wir im März eine super Reaktion der meisten Verantwortlichen hatten. Und warum Lobbyisten und Verschwörungstheorien uns jetzt Kopf und Kragen kosten.
Lassen Sie uns in 2-3 Monaten einfach auf den Scherbenhaufen zurück schauen.

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Die Berner Studie untersuchte die Kollateralschäden durch den Lockdown selbst im März/April. Es gibt kein Bezug zur aktuellen Situation. Damals wurde der Aufschub von Operationen verordnet. Gerade wegen den damals negativen Erfahrungen werden aktuell dagegen die Spitäler angewiesen, Operationen nicht aufzuschieben. Siehe dazu auch Interview Ch. Gredig mit Daniel Koch vom 24.9., Minute 10:38.

Solche Verschiebungen wären in einer Gesamtübersicht der Spitalkapazitäten für die Schweiz erkennbar, so wie sie z.B. Österreich mit dem System AGES anbietet. Etwas analoges gibt es leider für die Schweiz noch nicht. Beim meinem referenzierten ICU Monitoring der Schweiz geht es allein um zertifizierte Intensivplätze, deren Bedarf ist naturgemäss nicht einfach so steuerbar.

Die ganze Thematik hat aber ohnehin an Brisanz verloren.

Wie wir sehen, sind entsprechend meinen Prognosen, Fallzahlen und Hospitalisationsrate nun definitiv entkoppelt. Letztere ist zusammen mit den Todesraten allein massgebend für die Beurteilung der Lage. Wie in der Tagesschau von gestern, 26.10., informiert wurde {Direktlink auf Stelle hier}, haben wir im im 7- Tagesmittel bei den Fallzahlen immer noch ein 100% Anstieg, während dieser bei der Hospitalisationsrate im gleichen Zeitraum noch gerade mal 13% betrug, Tendenz weiter sinkend.

Ich gehe davon aus, dass auf Grund dieses saisonal erwarteten Verlaufs bei Hospitalisationen wegen Atemwegserkrankungen nun BR A. Berset in der morgigen Pressekonferenz von weiteren Massnahmenempfehlungen an die Kantone absehen wird und die Kantone die Empfehlung erhalten werden, Grossanlässe wieder wie ursprünglich geplant mit den bekannten Auflagen zu bewilligen.

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T. S.
"Physiker"
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Wieder ein Artikel, den ich ablehne. Es wird so getan, wie wenn die Corona-Krise politisch lösbar wäre, mit gezielten Massnahmen. Das ist offensichtlich nicht so, wenn man die Infektionsverläufe verschiedener Länder vergleicht, die recht ähnlich sind trotz unterschiedlich verfügten Massnahmen. Abgesehen vielleicht von saisonalen Effekten wissen wir schlicht nicht oder zu wenig, was passiert. Selbstverständlich würde der Virus temporär ganz verschwinden, wenn jede Person zwei Wochen in Einzelhaft gehalten würde, aber aus diesem unrealistischen Szenario die Wirksamkeit von verschiedenen Restriktionen zu beurteilen, ist nicht zulässig.

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Lieber Herr Schmitd, ich möchte ihnen einfach mal Danke sagen. Für ihre unermüdlichen klaren Gedanken und Statements und Ihr Wissen, dass sie mit uns teilen ( ich wage schon zu Behaupten Weisheiten)

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M. R.
Mitglied
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In schwierigen Situationen benötige ich klare, öffentlich zugängliche Fakten, die mir erlauben mir ein Bild zu machen. Diese Fakten fehlten und fehlen heute in den Medien noch oft (z.B. Erkrankte in % der Getesteten oder der Gesamt-Bevölkerung, wie viele sind nur am Covid-Virus gestorben und davon mit 1, 2 und >3 Vor-Erkrankungen, usw.). Klare Information schaffen Vertrauen und Vertrauen benötigen wir in uns und das färbt ab auf die Mitmenschen. Vertrauen stärkt uns in der Krise und so erhöhen wir die Widerstandskräfte in uns persönlich und so als Teil in der Gemeinschaft. So gestärkt fällt es mir leicht(er) optimistisch in die Zukunft zu blicken. Verwirklichen wir die nächsten Schritte im Vertrauen, in Optimismus, in Liebe und in Respekt in unserem bewährten föderalistischen, langsamem dafür stabilen System! Behalten wir die Kraft für Veränderung in das neue System in dem die Mitmenschen geachtet werden (Menschenrechte-leben), alle Menschen genug zum Leben haben (Fülle), die Gemeinschaft regiert (Entmachtung des Geldes) usw. usw. Danke mein Virus du zeigst, was wir alles grundsätzlich verbessern können! Aufsteller Covid-Schacher Seppli: https://www.youtube.com/watch?v=3ckdoORKMFc - viel Spass!

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Stephan Huwiler
Unternehmer KMU Metall + IT
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Danke, Herr R., Sie sprechen mir aus dem Herzen und machen mir Hoffnung, dass diese Sichtweise ansteckend werden könnte.

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Die 2. Welle hat kein halbwegs vergleichbares Land verhindern können. Versagt haben in erster Linie alle die, welche behauptet haben, man könne Corona kontrollieren und jetzt bei den Anderen die Schuld dafür suchen.
Nur schon der Glaube -die Schweiz müsse alles immer am Besten können-, zeugt von der Arroganz, mit welcher solche Themen angegangen werden.
Man hat es bewusst versäumt einen Plan B zu machen. Massnahmen zum Schutz der Risikogruppen wurden auch nie angedacht. Wenn in den letzten Tagen panisch von einer Überlastung des Gesundheitssystems gesprochen wird, dann wäre eigentlich die wichtigste Massnahme einen kurzen Lockdown für die Ü65 durchzuführen, bis die 'weichen' Massnahmen greifen. Wenigstens ein Apell - auf die Kaffeefahrten, Jodlerfestakrivitäten etc. zu verzichten. Die Ü65er stellen 2/3 der Fälle in den Spitälern, die kurzfristigen Massnahmen zum Schutze des Gesundheitssystems können folglich nur da ansetzen. Aber dies fordert man aber Seitens Taskforce nicht, weil es nie darum ging möglichst gut durch Corona durchzukommen, sondern darum, sich möglichst bei der Presse und der Bevölkerung anzubiedern. Zum 'Dank' wurden Seitens der Medien keine kritischen Fragen gestellt und Andersdenkende umgehend diskreditiert.
Aber abgerechnet wird ja sowieso erst am Schluss, von daher wird wohl noch lange gegeneinander mit Corona gekämpft.

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Die Objektivität geht bei vielen verloren, wenn es sie selber betrifft. Die Bevölkerungsgruppe der Ü65 lebt von zu hohen Renten, welche die Jungen bezahlen müssen. Die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie müssen ebenfalls weitgehend von den Jüngeren getragen werden. Die Alten bekommen monatlich ihr Einkommen, egal ob Pandemie oder nicht. Die Verwöhnten sehen nicht mal ihre Privilegien. Deshalb wollen sie auch nicht für ein paar Wochen auf gewisse Freiheiten verzichten. Solidarisch ist das nicht. Leider aber ziemlich schweizerisch....

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T. S.
"Physiker"
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Die Renten kommen doch von dem, was man ein Arbeitsleben lang einbezahlt hat, oder?
Edit: Danke für die Antworten auf meine naive Frage mit offenbar falscher Implikation.

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T. M.
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Bis jetzt ist Marin Bäumle der einzige Politiker in der Schweiz, der ein akzeptables Grundwissen über Epidemiologie aufweist. Dies ist ein Armutszeugnis für die Schweiz.

Einfachste Zusammenhänge werden nicht verstanden.

  • Anfang Juli hätte es ausgereicht, 10% der Infektionen zu verhindern, um die aktuelle Situation zu entschärfen.

  • Exponentielles Wachstum führt über kurz oder lang zur Überlastung des Gesundheitswesens.

  • Aktuell müssen ca. 50% der Infektionen verhindert werden, um die Überlastung zu verhindern.

  • Wenn stattdessen 60% der Infektionen verhindert werden, müssen die Massnahmen nur halb so lange in Kraft sein

  • Jede Woche warten verursacht zwei Wochen zusätzliche Massnahmen die 50% der Infektionen verhindern

  • Jede Woche warten verursacht eine Woche zusätzliche Massnahmen, die 60% der Infektionen verhindern

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F. S.
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Herr M., diese Zusammenfassung ist genial! Das würde ich gerne auch auf Coronaplakaten sehen, die dann überall aufgehängt werden.
Na ja, es würde wohl reichen wenn das endlich mal ein paar Leute sagen würden.

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Rudolf Weiler
Enthusiast und Feedbäcker
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" Ob die Politik den «Slowdown» mit erster Priorität auf sich selbst anwendet?" Ja und warum? Dieses Land ist geplagt vom Schlendrian und Opportunismus der SVP und FDP
und von Bundesbern, es waren SVP -"Grössen", die verantwortlich sind für die Fehlentscheide zur Lagerhaltung von Masken und Ethanol, es sind die Wirtschaftskreise und ihre Parteien, die hier in der vollen Verantwortung stehen, sie haben auf eine Lockerung der Massnahmen gedrückt, jetzt haben wir den Salat!

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F. S.
Anderer 60
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Mir ist es völlig gleichgültig, ob die SVP, FDP, CVP, SP oder Grüne etwas „vebrochen“ haben. (In welcher Partei sind die ZH RR Fehrs?)

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Mir ist das nicht gleich. Geht so nicht Demokratie: Die Ideen (und Leute) an „die Macht“ zu bringen, die Land und Leuten gut tun?

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Dieses lineare, einfältige Politik-bashing zügelt die Verantwortung für ein achtsames Zusammenleben in unserer Gemeinschaft und damit für unser Land weg von der Eigenverantwortlichkeit - das Problem ist, dass wir uns galoppierend auf eine verblödende Zivilgeselschaft hinbewegen, die es verlernt hat, mit Krisen und Engpässen eigenverantwortlich umzugehen - fragen Sie nicht, was Ihr Land für Sie tun kann. Fragen Sie, was Sie für Ihr Land tun können (J.F. Kennedy).

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Hochgelobte Eigenverantwortung war schon immer die Tragödie der Allmenden.

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Wenn es eine literarisch zu deutende Zeile ist, Herr Reichmuth, mein aufrichtiges Kompliment - sehr schöner Duktus. Wenn ich Ihre Aussage in die Richtung interpretiere - was zugegebenermassen Ihrer Intention nicht gerecht werden könnte - dass Eigenverantwortung verstanden als ein gesellschaftliches 'Gemeinschaftsgut' einer entwickelten Zivilgesellschaft immer in Tragödien endet, bleibt nur noch die Resignation und dem Narrativ einer griechischen Tragödie folgend nur noch das kritiklose Hineinbegeben in die Arme des Versorgerstaates, der all meine Probleme für mich löst - good night my friend!

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V. P.
Gwunderer
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Kollisionskurs: wir werden gerade Zeugen davon, wie die Politik den Föderalismus-Bus, in dem wir alle sitzen, mit voller Konsequenz ungebremst gegen die mit voller Wucht und Zerstörungskraft auf uns zurollende zweite Welle steuert. Genau gleich wie die internationale Gemeinschaft auf den Klimakollaps.

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Das an dieser Stelle sehr deutlich geäusserte Unverständnis teile ich vollumfänglich. Ich kann die Trägheit schlicht nicht nachvollziehen - nicht von leider sehr vielen Mitmenschen, denen etwas temporäre Einschränkung abverlangt würde, und noch viel weniger von EntscheidungsträgerInnen, die sich qua ihres Amtes bewusst sein müssten, dass sie eine hohe Verantwortung haben. Jetzt nehmt diese doch bitteschön, gopferdammi nomau!, auch wahr! Hierfür seid ihr gewählt worden.

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F. S.
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Das ist oder wird noch zu einer Demokratiekrise. Wen vertreten die gewählten Vertreter eigentlich, wenn für ihre Wiederwahl Spenden immer wichtiger werden? Wie bringt man mit dem breiten Strauss von Parteien ein Land weiter, wenn das Land sich immer weiter spaltet?

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