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Guten Tag, Frau Schürch

Am Schluss eines Sub-Sub-Sub-Thread mit Gehässigkeiten geht unter, was zu sagen ist. Deshalb und damit der Zusammenhang bleibt, antworte ich nicht die diversen Posts separat, sondern hier für alle. Viele Leute in der Schweiz sehen ein Insektensterben und Probleme mit Bächen und Seen sowie dem Grundwasser, die zunehmend landwirtschaftlich belastet werden. Jetzt können wir über zwei Initiativen zur Lösung der Probleme abstimmen.

Wie leider immer üblicher, gibt es Gezeter und Hetze. Manche Gegner sind sich nach dieser miserablen Entwicklung nicht zu schade, Befürworter am Leben zu bedrohen. Und natürlich gibt es auch aufgehetzte Befürworter, von denen mutmasslich einer sogar Plakate angezündet habe.

Um bei der Diskussion ein bisschen Spreu vom Weizen zu trennen, habe ich deshalb fünf Fragen formuliert, von denen ich denke, dass sie zu verneinen sind. Nämlich:

  1. Bestreitet jemand die Überdüngung und Verpestung von Bächen und Seen?

  2. Bestreitet jemand, dass an immer mehr Orten auch das Grundwasser immer mehr belastet ist?

  3. Bestreitet jemand, dass beides hauptsächlich von der Landwirtschaft verursacht wird?

  4. Hat die Landwirtschafts-Lobby irgendetwas unternommen, diese Umweltzerstörung einzuschränken?

  5. Macht die Landwirtschaftslobby irgendwelche Vorschläge, wie die Probleme zu lösen sind?

Sie qualifizierten die Fragen als rhetorisch ab. Als ich widersprach, schrieben Sie, dass nicht alle zu verneinen seien. Als mich das freute, korrigierten Sie, alle Fragen seien zu bejahen.

Sie bestreiten also, dass es eine Überdüngung und Verpestung von Bächen und Seen gibt. Sie bestreiten das Insektensterben und das an immer mehr Orten belastete Grundwasser. Sie bestreiten, dass das die Landwirtschaft die Hauptursache ist. Und sie behaupten, die Landwirtschaftslobby mache Vorschläge, zur Lösung der doch gar nicht existierenden Probleme.

Für mich gibt es dafür nur eine Erklärung: Sie leisten Totalopposition. Einfach alles wird bestritten, und wenn Sie sich dazu selbst widersprechen müssen, ist das auch egal. Ich habe Seiten von IP Suisse gelesen. Sagen Sie mir bitte, wo ein Wort zur Lösung der Probleme steht, um die es bei den Initiativen geht. (Das heisst nicht, dass ich glauben würde, IP Suisse tue nichts. Natürlich setzen Sie sich positiv ein. Aber mit den aktuellen Probleme hat das nichts zu tun.)

Am Schluss meines Beitrags führte ich aus:

a) Wenn tatsächlich die Landwirtschaft zusammenbrechen und die Lebensmittelversorgung gefährdet würde, dann könne man das doch korrigieren. Glauben Sie tatsächlich, dass das nicht stimmt und wir die Landwirtschaft vernichten und uns selbst in den Fuss schiessen wollen?

b) Weiter führte ich aus, dass nur bei Annahme der Initiativen die Chance bestehe, dass sich etwas ändere. Wenn man die Initiativen ablehne, so passiere gar nichts. Es werde immer so weitergehen. Ich sehe keine logische Alternative. Deshalb müssen wir die Initiativen annehmen. Meinen Sie nicht, dass am Ende auch Sie froh sein werden?

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IP - Suisse - Bäuerin
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Ein neuer Versuch, ohne Gehässigkeiten in eine Diskussion mit Ihnen einzusteigen, lieber Herr O. Ich bin froh, dass Sie sich nochmals melden. Sie haben natürlich recht. Totalopposition ist absolut nicht angebracht. Ich habe da in meiner Übermüdung überreagiert. Allerdings ist unsere Konversation schon vorher etwas unglücklich verlaufen. Am Ende hatte ich das Gefühl, dass Sie mir auch noch daran die Schuld gaben, dass Sie weder die IP Suisse Webseite, noch meine Antworten finden konnten. Und bitte antworten Sie mir doch in Zukunft direkt, damit ich eine Mail erhalte (allenfalls auch über www.neuhof-reinach.ch), wenn Sie etwas posten. Ihre heutige Nachricht hier habe ich nur per Zufall gesehen.

Immerhin können wir jetzt das Ganze neu greifen und doch noch einige Punkte klären. Zu den von Ihnen gestellten Fragen muss ich mich doch sehr ausführlich äussern. Es sind gut 4 A4 – Seiten, weil sich die Antworten auf Ihre Fragen nicht in aller Kürze beantworten lassen. Vielleicht ging ich deshalb am Ende in Totalopposition. Es war mir einfach zu viel. Dazu hat mir bei unserem unglücklichen Schlagabtausch einfach die Zeit gefehlt, weil ich gleichzeitig noch andere Fragen beantwortete und dann ist da ja auch noch die Arbeit auf dem Bauernhof.....

Einige grundsätzliche Dinge zu Beginn:

Es braucht beides auf dieser Welt: Ideologie und praktisches Denken. Die Ideologie zeigt uns das Ziel, das praktische Denken den Weg. Die Ideologen sind für mich diejenigen, welche die Initiativen befürworten, die Praktiker diejenigen, die die Stolpersteine sehen und eine andere Vorgehensweise wählen wollen, um aber am Ende das gleiche Ziel zu erreichen. Das Problem sehe ich da, wo Sie meinen: "Wenn doch die Landwirtschaft zusammenbrechen würde und die Lebensmittelversorgung gefährdet wäre, könnte man das doch korrigieren." Diese Korrektur wird zu spät kommen. Viele Landwirtschaftsbetriebe wird es dann nicht mehr geben. Aber Landwirtschaft ist nicht nur Wissen, sondern auch Erfahrung. Diese sammelt sich oft über Generationen an und wird dann plötzlich fehlen. Es braucht einen Pool an Bauern, die dieses alte Wissen erhalten. Landwirtschaft lernt man nicht nur an der Schule oder auf Youtube, sondern vor allem auch vor Ort, Landwirtschaft ist vielfältig und ortsspezifisch, im Appenzell anders als im Waadtland.

Mein Mann kennt aufgrund seiner Tätigkeit in vielen bäuerlichen Organisationen viele Betriebe. Über den Daumen gepeilt meint er, dass bei einer Umsetzung der beiden Initiativen etwa die Hälfte der Bergbauernbetriebe und eine Menge Innerschweizer Betriebe verschwinden würden.

Sie sind für einen sofortigen kompletten Umbau und haben mir 2 Fragen gestellt, die in die gleiche Richtung zielen:

• Hat die Landwirtschaftslobby etwas unternommen, um diese Umweltzerstörung einzuschränken?
• Hat die Landwirtschaftslobby irgendwelche Vorschläge, wie die Probleme zu lösen sind?

Sie denken, die Antwort sei "Nein". Sie ist für Sie der Antrieb, diese Initiativen zu befürworten. Hier steht aber mein klares "Ja" dagegen. Es geht nicht so schnell, wie Sie sich das wünschen, weil Betriebe nicht so schnell umgestellt werden können und sinnvolle Lösungen Zeit brauchen. Übrigens sind viele Biobauern gegen die Initiativen, entweder weil sie selber betroffen wären und nicht mehr weitermachen könnten oder weil sie Preiszerfall etc. voraussehen.

Aber vielleicht meinten Sie, Herr O., dass Landwirtschaft so funktionieren kann, wie die Initiativen es wollen. Da stimme ich Ihnen zu. Am Institut für Biologischen Landbau FIBL wird man Ihnen aber sagen können, dass die Schweiz ca. 20 % weniger Ertrag wird erwirtschaften können, wenn auf Bio umgestellt wird. Im Minimum. Natürlich kann man dann vermehrt Lebensmittel importieren. Es gibt aber Internationale Handelsverträge, die auch auf einer Einfuhr von solchen Lebensmitteln bestehen werden, die nicht dem strengen Schweizer Bio entsprechen. Wir haben aber schon jetzt Probleme mit den Zöllen. Handelsverträge erlauben uns nicht, sie so hoch ansetzen, dass inländische Lebensmittel dadurch nicht stark konkurrenziert werden, d.h. das jetzige Problem wird verschlimmert. Einheimische Nahrungsmittel erhalten immer Konkurrenz durch ausländische Billigware. Bei Freihandelsverträgen beispielsweise wird die Landwirtschaft immer erst am Schluss verhandelt, die Industrie etc haben Vorrang. Wir sind also (jetzt schon) gezwungen in einem Hochpreisland Grundnahrungsmittel unter sehr hohen ökologischen Standards (im Vergleich zum Ausland) zu Dumpingpreisen herzustellen. Vielleicht erschliesst sich Ihnen hier der Nutzen von Direktzahlungen.

Die Schweiz ist reich und kann sich vielleicht auch ein radikales Bio leisten, wie in der Trinkwasserinitiative gewollt. Aber: Dieser Biolandbau braucht viel mehr Land, als wir in der Schweiz haben. Nehmen wir mal an, dass wir zu 100 % Selbstversorgung mit Bio möchten: Was dann helfen wird, ist ein radikaler Verzicht auf Foodwaste und eine starke Reduktion des Fleischverzehrs. Ich denke, wenn wir in der Hauptsache wenig Fleisch von grasverwertenden Widerkäuern verzehren, auf Geflügel ganz und auf Schweinefleisch zu einem grossen Teil verzichten, können wir zum Schutz des Regenwaldes und wegen des Verbots von Futtermittelimporten sehr viel tun für Klima und Gewässerschutz. Würde alles Sinn machen. Damit würden wir evtl. sogar eine fast 100 % ige Selbstversorung erreichen. Nur: Denken Sie das mal global! Die Vermeidung von Hungersnot ist nicht mehr einfach eine Frage der Verteilung! 1960 haben 3 Milliarden Menschen auf dieser Erde gelebt, 1 Milliarden davon litten Hunger. Heute sind es 7,8 Milliarden Menschen, davon sind fast 7 Milliarden weitestgehend mit Lebensmitteln versorgt. Das war der modernen Agrartechnologie zu verdanken: Züchtung, Düngung, Pflanzenschutz. Ich denke das ist heute Konsens unter Agronomen. Gleichzeitig gibt es neue Herausforderungen:
• Krankheiten und Schädlinge werden auf der ganzen Welt verteilt
• Klima- und Bodenfruchtbarkeit sind auf den Kontinenten unterschiedlich. Europa ist die Kornkammer (Brotgetreide) der Welt, was Bodenfruchtbarkeit, Klima und landwirtschafliches Knowhow betrifft. Würde Europa auf Pflanzenschutzmittel verzichten, würde das für ca. 1 Milliarde Menschen Hunger bedeuten (Prof. Verreet, Uni Kiel spricht von 1,4 Milliarden).
• Europa wird beim Klimawandel begünstigt sein, auf den anderen Kontinenten werden die Ernteerträge zurückgehen. So lautet das natürlich wie immer mit Unsicherheiten behaftete Zukunftsszenario einiger Wissenschaftler.

Wie weit darf also unser Anspruchsdenken gehen?

Zu Ihren Fragen:

  1. Bestreitet jemand die Überdüngung und Verpestung von Bächen und Seen?

Sie haben recht: Ich bestreite nicht die Überdüngung der Seen etc, aber ich bestreite, dass die Landwirtschaft keine Schritte zur Verbesserung unternommen hat. Es ist wesentlich besser als in den 80er Jahren, wo am Ende einige Seen in der Innerschweiz belüftet werden mussten, z.T. ist das noch heute nötig, aber wir sind auf dem richtigen Weg. Ich will es nicht verharmlosen, aber die Wasserqualität hat sich stark verbessert. Deshalb bin ich zuversichtlich, dass wir hier weitere Verbesserungen erreichen können.

Vor allem in der Innerschweiz stellt P noch ein Problem dar, weil es da viele Schweinebauern gibt. Ich denke, wir sind uns einig, dass wir das senken wollen, auch weil der Konsum von Schweinefleisch, in diesen Mengen, wie wir es im Moment machen, dem Klima schadet. Wenn wir sehr viel weniger Fleisch essen würden, dafür aber auch "nose to tail" und das Fleisch auch entsprechend teurer verkauft werden könnte, wäre allen geholfen, den Gewässern, den Landwirten, dem Klima.

Was hat die Landwirtschaft gemacht?

Bei den Verhandlungen um Direktzahlungen sitzen Bauernvertreter, Naturschützer, Konsumenten etc einander gegenüber und verhandeln miteinander. Die Frage ist dabei: Was kann der Landwirt verbessern und was kostet das? Überall in der Wirtschaft bezahlen Sie für Mehraufwand. Warum sollte das in der Landwirtschaft anders sein? Ökologie hat einen Preis, den die ganze Gesellschaft zahlen muss. Ausserdem müssen sich einige Massnahmen in den Alltag der Bauern einfügen lassen, bzw. machbar sein. Vorschläge, wie man konkret vorgehen kann, müssen also vom Praktiker, bzw. dem Landwirt kommen und werden nicht einfach von aussen aufgezwungen. Es ist ein Geben und Nehmen.

Eine Folge dieser Verhandlungen ist z.B. der ökologische Leistungsnachweis, wo die Mindestanforderungen enthalten sind, die ein Landwirt erbringen muss, damit er Direktzahlungen erhält. Ich füge hier nochmals die Webseite der Juckerfarm ein https://www.juckerfarm.ch/farmticke…hweis-oeln , wo man diesen ÖLN zu erklären versucht. Die Aufstellung ist natürlich ganz grob und wird dann detailliert in diversen (wahrscheinlich heisst das) Verordnungen geregelt.

Zur Verhinderung der Überdüngung von Gewässern wurden deshalb beispielsweise folgende Vorschriften erlassen: Es darf pro Hektare jährlich nicht mehr Nitrat anfallen, wie 2,5 GVE (im Prinzip 2,5 Kühe) drauf "scheissen". Fällt mehr an, muss der Landwirt Abnahmeverträge haben mit Landwirten, die nicht so viele Tiere haben. Wie gut das in der Innerschweiz funktioniert, weiss ich nicht. Die Düngerbilanz wird aber jährlich überprüft. Stimmt sie nicht, werden Direktzahlungen massiv gekürzt. Das sind keine Peanuts für den Landwirt! Nitrat ist übrigens heikel beim Ausbringen, da sehr flüchtig. Wenn ich den Dünger ausbringe und statt eines sanften Landregens kommt plötzlich ein Gewitter, haben Sie es je nach Bodenart (z.B. bei unseren Kiesböden) relativ schnell im Grundwasser, See, Bach etc. Gülle wird relativ rasch ausgewaschen, Mist ist länger verfügbar, bei Kunstdünger gibt es rasche und langsam verfügbare. Der Dünger ist dann auch für den Bauern verloren. Er darf nicht einfach nachdüngen, weil ja sein Kontingent anhand der Nährstoffbilanz begrenzt ist.

Ich bin der Meinung, dass man im Einzelfall zusammen mit Experten anschauen muss, wie Verbesserungen möglich sind.

  1. Bestreitet jemand, dass an immer mehr Orten auch das Grundwasser immer mehr belastet ist?

Die Frage ist, womit? Wie gesagt, ich hatte gerade an diesem Wochenende ein Gespräch mit einer Eierkundin. Es stellte sich heraus, dass Sie beim Kanton BL arbeitet beim Amt für Umweltschutz und Energie. Sie selbst bezeichnet sich als Umweltschützerin der ersten Stunde, hat sogar bei Greenpeace mitgearbeitet. Ihr Labor beprobt ständig das Rheinwasser, das Birswasser etc. Diese Kundin ist aber Deutsche und wusste gar nichts von den beiden Landwirtschaftsinitiativen. Als wir ihr erzählten, worum es geht, war sie verblüfft. Die Belastungen aus der Landwirtschaft seien das kleinste Problem, erklärte sie. Das meiste stamme aus anderen Quellen, im Raum Basel natürlich von der Industrie. Oder: Diclofenac (was wir unseren Kindern gerne geben zur Fiebersenkung, bzw. Entzündungshemmung) ist z.B. ein Problem. Das aufbereitete Trinkwasser sei sehr sauber. Ein grosses Problem seien aber die jahrzehntealten Wasserleitung zu den Haushalten, wo das Trinkwasser wieder Schadstoffe (ich weiss nicht mehr welche) aufnehme. Was soll man jetzt glauben?

Die Analysetechnik hat sich verbessert. Heute kann man Substanzen in viel geringerer Menge nachweisen. Aber man darf diese Substanzen nicht gleichsetzen mit einem Risiko. In der Schweiz werden auch gesundheitlich unbedenkliche Substanzen ausgewiesen (man weiss ja nie). Zum Vergleich: Ein Lieblingsbeispiel von mir ist die Himbeere: Natürliche Himbeeren enthalten: 34 ver-schiedene Aldehyde und Ketrone (viele giftig), 32 verschiedene Alkohole (einige giftig), 20 ver-schiedene Ester (die meisten giftig), 14 verschiedene Säuren (fast alle giftig), 3 Kohlenwasser-stoffe und 7 Verbindungen anderer Stoffklassen. Nach geltenden Gesetzen müsste daher die Produktion von Himbeeren, sollte etwa die Firma Nestlé eine Lizenz dafür verlangen, nach deutschem (und wahrscheinlich auch nach schweizerischem) Lebensmittelrecht verboten werden. (Zitat aus dem Tagesspiegel, war früher aber auch in anderen Zeitungen).

Die Umwelttoxikologie hat sich enorm verbessert. Heutige Pflanzenschutzmittel werden zigfach untersucht, bewertet etc., bevor sie in den Verkehr gelangen. Und trotzdem verwenden wir Bauern aus Vorsicht immer weniger davon! Wir haben in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen mit solchen Versprechungen durch die Behörden gemacht und trauen der ganzen Sache auch nicht mehr so ganz. Also:

Was hat die Landwirtschaft bezüglich Reduktion der Pflanzenschutzmittel unternommen?

Wir haben in den letzten 10 Jahren 50% weniger Pflanzenschutzmittel eingesetzt. Nicht weil diese Mittel potenter geworden wären! Noch giftiger wäre verboten! Sondern wir haben andere Massnahmen ergriffen (und dabei sitzt nicht eine Behörde im Nacken, die befiehlt, sondern man schaut mit dem Praktiker zusammen, was ist machbar und was kostet das)

• Das Extensoprogramm wurde lanciert. Das bedeutet, dass der Landwirt eine Prämie erhält, wenn er z.B. sein Getreide überhaupt nicht mehr spritzt. Manchmal ist es dann aber vielleicht der Fall, dass die ganze Ernte verloren gehen könnte und dann geht es nicht anders, als mit Chemie nachzuhelfen. Dann verliert man aber auch die Extensobeiträge. IP - Suisse hat momentan 20`000 ha Extensoflächen. Im Kanton BL produzieren z.B. 80 % aller Landwirte Extensogetreide.

• Man greift viel mehr zu mechanischen Methoden wie Hacken (z.B. bei Mais oder Zuckerrüben) oder Striegeln (bei Getreide). Naiverweise hatte ich mir vorgestellt, dass man z.B., wenn man das Getreide 2-mal mit mässigem Erfolg gestriegelt hat, als letztes Mittel noch ein Herbizid spritzen kann. Das bringt dann aber nichts. Es muss gleich zu Beginn entschieden werden, welche Vorgehensweise man wählt. Also abwägen: Extenso möglich oder nicht? Mehrpreis ja oder nein?

• Die Getreidezüchtung hat grosse Fortschritte gemacht mit resistenteren Sorten.

• Es werden statt chemischer Spritzmittel vermehrt Biozide verwendet, wie man es aus dem Biologischen Landbau kennt

• Im Parlament ist man sich mit der "Bauernlobby" jetzt einig geworden, dass die Spritzmittel um weitere 50 % reduziert werden müssen. https://www.blw.admin.ch/blw/de/hom…ative.html

Leider hat uns Bauern die Fehlkommunikation des BFU im Fall von Chlorothalonil sehr geschadet. Ich erkläre das separat: Hier https://www.republik.ch/dialog?t=ar…0803ca799d.

Jedes Jahr werden neue Änderungen in der Landwirtschaft beschlossen unter Mitwirkung der "Bauernlobby" und die Landwirte passen sich wieder an.

Was tut die IP – Suisse?

Zur IP – Suisse – Labelproduktion gehört absolut pestizidfreies Getreide! * Mit Herbizid (das als einziges Pestizid bei IP - Suisse Getreide erlaubt ist, um Produktion und Qualität zu retten) kommt es nicht in den Verkaufskanal der IP – Suisse. Sie tut also etwas fürs Wasser. Sie hat viele Biodiversitätsflächen (auf unserem Betrieb sind es 20 % der Fläche) geschaffen. Ein IP Suisse Betrieb hat mehr solche Flächen als durch den ÖLN vorgeschrieben etc Sie tut also auch viel für Insekten, Vögel, Hasen etc. etc. Je nach Produkt gibt es andere verschärfte Anforderungen, die Biodiversität und Klima schützen sollen.

Klicken Sie sich mal durch die Anforderungskataloge auf der IP – Suisse Webseite! Es sind nicht die dummen Bauern, denen irgendwelche Beamte Regeln aufzwingen, sondern es sind überall ökologische Anforderungen (auch beim Tierschutz), an deren Schaffung die Landwirtschaft mitwirkt und ihre Vorschläge einbringt, sei es beim Bund für alle Bauern der Schweiz oder bei den Labels für die Bauern, die bei diesen mitmachen wollen. Nur gratis ist das nicht zu haben.

Was geschieht weiter?

Es wird weiter geforscht, Robotik ist z.B. ein interessantes Thema. Manchmal vergisst man, dass zu Landwirtschaft auch technische Hochschulen und die Agronomie an den Universitäten gehören. Es gibt Fortschritte in der Züchtung von Resistenz von Sorten. Am Ende geht es vielleicht ganz ohne Chemie. Aber man wird für den Fall von Epidemien doch noch einige Chemikalien in der Hinterhand behalten müssen. Denn Getreide leidet nun mal unter Krankheiten wie wir auch und manchmal nützen auch bei uns Menschen Homöopathie oder pflanzliche Präparate nichts mehr.

Lieber Herr O., Landwirtschaft ist kein Experimentierkasten für jedermann! Wir müssen uns vortasten. Was Sie mit den Initiativen wollen, fühlt sich für mich als Bäuerin so an, als würden Sie aus lauter Wut, weil es nicht schneller geht, die Getreidehalme aus dem Boden reissen wollen, statt sie wachsen zu lassen. Ich finde nämlich gerade die Landwirtsschaftspolitik der Schweiz mit der Ihnen so verhassten "Bauernlobby" ist ein Vorbild, wie man bei der Ökologisierung vorwärts gehen und dabei alle Beteiligten und vor allem die davon direkt Betroffenen, die Bauern, mitnehmen kann.

PS Ich habe Ihnen hier versucht die Zusammenhänge zu erklären, so gut ich es vermag. Ich bin weder Agronomin noch Landwirtin, nur Bäuerin (was ein anderer Beruf ist als Landwirtin) und erzähle hier, was ich so mitbekommen habe.

  • PPS Soeben erfahre ich, dass die Sache mit dem total pestizidfreien IP Suisse Getreide nicht ganz stimmt. Dieses Programm wurde zwar gemeinsam mit Migros und ETH entwickelt. Geplant war, einen Teil des IP - Suisse Weizens als total pestizidfrei zu verkaufen. Das Problem ist aber, dass die Erkenntnisse der ETH in der Praxis ernüchternd ausfallen: Wir können alle Pestizide weglassen, aber ohne Herbizide geht es nicht immer. Zum Beweis hat mir mein Mann unser herbizidloses Weizenfeld gezeigt, wo trotz Striegeln Weizen und Unkraut nebeneinander wachsen. Das gibt einen massiven Minderertrag, was bei Bio ja auch passiert. Die Migros ist nicht bereit den ganzen Ertragsausfall zu bezahlen, also murren die Bauern und lassen es lieber bleiben. Es wird also wahrscheinlich zu wenig Weizen anfallen, um das total Pestizidfrei Programm zu lancieren. Übrigens ist auch beim Extensoprogramm Herbizid zugelassen. Unkraut scheint ein bis jetzt ungelöstes Problem zu sein, will man nicht grosse Ertragseinbussen in Kauf nehmen wie bei Bio.

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IP - Suisse - Bäuerin
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Lieber Herr O., ich bin froh dass Sie sich nochmals melden. Sie haben natürlich recht. Totalopposition ist absolut Quatsch. Ich habe da in meiner Übermüdung ein Durcheinander angestellt. Unsere Konversation ist etwas unglücklich verlaufen. Am Ende hatte ich das Gefühl, dass Sie mir auch noch daran die Schuld gaben, dass Sie weder die IP Suisse Webseite, noch meine Antworten finden konnten. Und bitte antworten Sie mir aber doch in Zukunft direkt, damit ich eine Mail erhalte (allenfalls auch über www.neuhof-reinach.ch), wenn Sie etwas posten. Ihre heutige Nachricht hier habe ich nur per Zufall gesehen.

Immerhin können wir jetzt das Ganze neu greifen und doch noch einige Punkte klären. Zu den von Ihnen gestellten Fragen muss ich mich doch sehr ausführlich äussern. Dazu hat mir bei unserem unglücklichen Schlagabtausch aber schlicht die Zeit gefehlt, weil ich gleichzeitig noch andere Fragen beantwortete und dann ist da ja auch noch die Arbeit auf dem Bauernhof..... Ich brauche also etwas Zeit und werde mich später nochmals melden.

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Multifunktional
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Als ich zum ersten Mal die Umfragewerte zu den Abstimmungen gesehen habe, dachte ich für einen kurzen Moment, die Ergebnisse zum Antiterrorismus und CO2-Gesetz seien verwechselt worden. Meine Konsequenz: mich privat (auch finanziell) im Abstimmungskampf für das CO2-Gesetz einzusetzen. Ein Scheitern ist einfach verboten! Beim Antiterrorismusgesetz habe ich keine Hoffmung mehr. Da bleibt mir nur fassungslos zuzuschauen und ja, meine immer stärker werdende Abneigung gegen KKS zu reflektieren. Was haben wir da für eine „Wölfin im Schafspelz“ in den Bundesrat wählen lassen? Traurig aber wahr: zurzeit sind die beiden FDP-Bundesräte sachpolitisch einfach nur katastrophal unterwegs, zum Schaden der Schweiz. Da sind mir ja sogar Parmelin und Maurer lieber, da man bei Ihnen zumindest weiss, was man erwarten kann.

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Genauso ergeht es mir - der Schreck über ein mögliches Scheitern dieses in so hart erkämpften Kompromissen entstandenen CO2-Gesetzes sitzt mir noch in den Gliedern. Nur nicht zurück auf Feld 1 und damit für die dringend notwendigen Klimaziele nochmals kostbare Zeit verlieren! Daher auch meine Konsequenz: Noch einmal sich mit aller Kraft einsetzen dafür. Das Problem ist nur, dass im eigenen Freundeskreis die meisten ähnlich denken. Darum versuche ich den Kreis der Nachrichtenempfangenden auszuweiten und spende an Organisationen, die in der digitalen Welt - an Orten, wo ich keinen Zugang habe - kräftig für ein Ja werben.
Beim Antiterrorgesetz der Hardlinerin KKS zuzuhören ist nur schrecklich. Kann, darf man ein Gesetz wirklich auf so viele Arten biegen, auslegen, verändern und allen Einwänden ein „stimmt nicht“ entgegensetzen? Das hilft zur Klärung niemandem.

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Ich würde bei einem Crowd Funding für eine Klage bis zum Menschenrechtsgerichtshof eine ordentliche Spende machen - und bin sicher nicht der Einzige.

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Ein notwendiger Mahner in der Wüste: Warum nur in dieser Zeitung! Danke vielmals für die klaren Worte, die hoffentlich noch rechtzeitig bei Unentschlossenen ankommen.

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Ich denke, Daniel Binswanger bringt die Befürchtungen von vielen auf den Punkt. Auch ich habe wenig Hoffnung, dass die Schweiz sich in der nächsten Abstimmung von einer fortschrittlichen Seite zeigen wird.
Es ist unglaublich, mit welcher Blindheit und Naivität wir die Grundlagen unseres demokratisch-freiheitlichen Zusammenlebens aufzugeben bereit sind und mit was für einem kurzsichtig-egoistischen Denken sich unsere Gesellschaft als unfähig erweist, auch nur einen minimalen Beitrag gegen die Zerstörung unserer Umwelt zu leisten. Eines der reichsten Länder der Welt setzt da ganz fatale Zeichen.
Noch ein Detail: ich wäre froh, wenn in der „Republik“ das Unwort „alternative Fakten“ nicht mehr verwendet würde. Denn damit übernehmen wir die verbale Verschleierungstaktik der Populisten. Wir sollten Aussagen als das benennen, was sie sind: Fakten basierte Aussagen, Meinungen, Behauptungen, Halbwahrheiten oder Lügen.
Leider, so scheint mir, trifft für Frau Keller-Sutter die letzte der obigen Varianten zu.

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Dieser Meinung schliesse ich mich an. Es gibt keine alternativen Fakten, das sind ganz einfach Lügen und sollten auch so genannt werden.

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Ich bin Verleger und bringe in dieser Funktion einen Wunsch an. Unter „liberal“ werden sehr verschiedene Positionen verstanden, die näher eingegrenzt und definiert werden müssten. Einen Polizeistaat, wie er Frau Keller-Sutter mit dem erwähnten Gesetz offensichtlich vorschwebt, kann ich aber schwerlich mit liberalen Vorstellungen, welcher Couleur auch immer, in Übereinstimmung bringen.

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Ob man Karin Keller-Sutter als "hervorragende Bundesrätin" einstuft, ist vor allem eine Frage des eigenen politischen Standpunkts. Ich finde es z.B. nicht "hervorragend", wie sie mit Fakten umgeht. Aber wer ihr Handeln als St. Galler Regierungsrätin miterlebte/verfolgte, wusste, was da auf die Schweiz zukam, als sie Bundesrätin wurde.

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Lieber Herr L. Sie scheinen sich ganz offensichtlich auf die Rolle des Advocatus Diaboli bei der Republik verlegt zu haben (soviel nebenbei zu Ihrer eigenen Rollen-Definition), was in gewissen Fällen durchaus Würze in die Diskussionen bringen kann. Mit Ihrer obigen, plakativen Pauschal- Aussage zu KKS machen Sie es sich für meine Begriffe allerdings etwas gar einfach; ein paar Argumente für Ihre Beurteilung hätten Sie schon einbringen dürfen. So ist das einfach nur Schaumschlägerei.

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Herr Kienholz, Sie haben mal wieder (wie schon oft) für jedes dieser Worte, für jeden Gedanken meine volle Zustimmung!

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Im erwähnten Interview bringt Karin Keller-Suter ihre Einstellung zu polizeilicher Prävention auf den Punkt:

«Es geht nicht um Schuld oder Unschuld, sondern um Gefahrenabwehr.»

Da gefriert mir das Blut in den Adern. Die Vorsteherin des Justiz- und Polizeidepartements.

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Rolf Walter Kurath
Gemäss Errorgesetz unter Beobachtung
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Auf den Punkt gebracht. Als KKS gewählt wurde, hatte sie meinen Sympathiebonus wegen ihren gelegentlichen Kooperationen mit Paul Rechsteiner, SP Ständerat. Jetzt stellt sich heraus, dass sie bereit ist, fundamentale ethische und rechtsstaatliche Prinzipien zu untergraben. Erinnert an dunkle Zeiten, deshalb wehret den Anfängen!

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Mich interessiert, Herr Kurath, ob Sie bewusst oder aus Versehen vom „Errorgesetz“ geschrieben haben. - Interessant bleibt es so oder so!

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Das ist tatsächlich absolut erschreckend und eines schweizerischen Regierungsmitglieds unwürdig. So wird auch die Todesstrafe beispielsweise in China gerechtfertigt.

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Ich sagte schon bei der KVI sowie der Burka-Abstimmung, auf mich wirkt Frau Keller Sutter für die Demokratie noch gefährlicher als Herr Blocher.

Aber es liegt nicht alleine an einer Bundesrätin sondern auch an der Stimmbevölkerung, welche sich sehr stark beeinflussen lässt. Würden die Stimmenden nähmlich die Informationen für eine Meinungsbildung aus verschiedenen Medien nehmen und sich ein Bild dazu machen, wäre die Situation wohl schon stark entschärft. Doch immer mehr habe ich das Gefühl, dass die Meinungsbildung über die Plakate am Strassenrand oder Schleichwerbung auf sozial Media gemacht wird. Und hier müsste sich auch die Bevölkerung selbst an der Nase nehmen, denn so gefährden die Wählenden selbst eine sachliche Demokratie.

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Lieber B. Z.. Bedenken Sie bitte: Blocher ist im Vergleich zu KKS sehr reich. Geld ist Macht. Er verantwortet das EWR Nein und 40 Jahre neoliberalen Rechtspoplismus. Deshalb: Blocher hat der Schweiz, ihrer Wirtschaft und unserer politischen Kulur bisher mehr geschadet als KKS.

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Und wenn wir dabei sind, eine Demokratie hat immer ihre Grenzen der fairness. Ich denke, dass alle Initiativen und Referenden über welche wir nun Abstimmen dürfen sehr komplex zu verstehen sind. Somit kann ich gut Nachvollziehen, wieso auch nicht alle sich detailiert informieren.
Aber ich lernte schon al jugendlicher, die Demokratie birgt viele Gefahren und sie zeigt nie ein Bild der gesamten Bevölkerung. Es bleibt also zur Zeit nicht viel mehr, als Stimmung mit den richtigen Argumenten zu machen und so die Wählenden auf seine Seite zu ziehen.
Nur stossen hier viele an ihre finanziellen oder zeitlichen Grenzen.

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Zu den beiden Umweltinitiativen bitte ich, Folgendes zu überlegen:

  1. Bestreitet jemand die Überdüngung und Verpestung von Bächen und Seen?

  2. Bestreitet jemand, dass an immer mehr Orten auch das Grundwasser immer mehr belastet ist?

  3. Bestreitet jemand, dass beides hauptsächlich von der Landwirtschaft verursacht wird?

  4. Hat die Landwirtschafts-Lobby irgendetwas unternommen, diese Umweltzerstörung einzuschränken?

  5. Macht die Landwirtschaftslobby irgendwelche Vorschläge, wie die Probleme zu lösen sind?
    Ich denke, das sind 5 Nein.

Und jetzt verlangen zwei Initiativen Abhilfe. Biobauern sagen: es geht. Die anderen und Ihre Lobby jaulen auf, fabulieren, die Lebensmittelsicherheit stehe auf dem Spiel etc. Das ist doch die ganz normale Abwehr, der unvermeidliche Kampf der Konservativen gegen die Veränderung. Sie wollen sich nicht anpassen und sind stolz darauf, konservativ zu sein. Darum werden sie sich ohne Druck von uns nie ändern, nie auf das Trinkwasser weiter unten im Tal Rücksicht nehmen. Je aggressiver sie die Initiativen bekämpfen, desto deutlicher zeigen sie, dass es ihnen nur darum geht, sich nicht anzupassen, keine Rücksicht zu nehmen, nicht flexibel zu sein.

Weil Biobauern sagen, dass es gehe, wollen wir es versuchen. Schauen, was passiert. Vielleicht braucht Herr Ritter noch ein Milliärdchen. Wir werden sehen. Und wenn tatsächlich die Landwirtschaft zusammenbrechen und die Regale in den Läden sich leeren sollten, dann korrigieren wir, ganz einfach. Und jetzt das Wichtigste: nur bei Annahme der Initiativen einem haben wir eine Chance zur Verbesserung. Mit einem Nein haben wir diese Chance nicht. Noch einmal: zwei Ja geben uns die Chance zur Verbesserung. Ablehnung nimmt uns diese Chance.

Und jetzt noch etwas für die angeblichen Freunde von Liberalismus, subsidiärem Staat etc. Wenn eine Gruppe, hier die Landwirtschaft, nicht fähig oder nicht willens ist, ein Problem zu lösen, dann muss der Staat eingreifen. Echte FDPler würden das verstehen.

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IP - Suisse - Bäuerin
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Lieber Herr O. Sie haben mir und fast allen Schweizer Bauernfamilien gerade ein paar gewaltige Ohrfeigen verpasst. Bitte lesen Sie meine Diskussionsbeiträge und versuchen Sie sich ein etwas differenzierteres Bild zu machen. Danke!

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Hier wie in anderen Foren lese ich immer wieder diese beleidigte Antwortkeule von „Bauernfamilien“: Ihre Leistungen würden nicht wertgeschätzt, abweichende Haltungen seien arrogant, die Städter erteilen Ohrfeigen etc. Ich beobachte seit langem die Entwicklungen in der Landwirtschaftspolitik und muss feststellen, dass sich die Mehrheit der Bauern dank ihrem übermässigen Einfluss in der Politik stets erfolgreich gegen notwendige Korrekturen in der Landwirtschaft gewehrt haben. Hauptargument: Der Markt will ja gar nicht bio. Aber es muss doch um viel mehr gehen, denn wer, wenn nicht die Bauern, müssten doch mit der Unterstützung entsprechender Expertise (Bodenfruchtbarkeit, Artenvielfalt, Sauberkeit des Wassers usw.) eindeutig für eine naturnahe Lebensmittelproduktion einstehen. Tun sie aber nicht. Diese ungeheuerliche Arroganz gegenüber den Lebensgrundlagen künftiger Generationen wurde jetzt erkannt. Die wahren Ohrfeigen kommen von jenen, die sich larmoyant über die Kritik beklagen.

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Urs Fankhauser
Citoyen
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"Auch auf unserem Hof hängen diese Schilder!" - auf denen schon wieder was steht? "2 x NEIN zu den e x t r e m e n Agrarinitativen". Extrem? Extrem finde ich den Status Quo der industrialisierten Landwirtschaft.
Sie nehmen für sich also durchaus in Anspruch, polarisierende Aussagen zu unterstützen. Und Sie geizen auch sonst nicht mit Polemik: "Was wir tun, ist also wesentlich sinnvoller als ein Freizeitflug am Wochenende fürs Shopping in New York." oder "Jetzt sehe ich mit Erschrecken, wie durch plakative Aussagen aus dem links – grünen Lager bei Annahme der Initiativen viele Bauern ihr Unternehmen verlieren werden...". (Alle Zitate aus Ihren zahlreichen Kommentaren auf dieser Seite).
Und wenn dann was zurückkommt, gleich über "Ohrfeigen" jammern. Etwas gar selbstgerecht, nicht wahr ? So funktioniert auch das bei Rechten beliebte Spiel "Cancel Culture": sich möglichst radikal äussern und bei anschliessender Widerrede sofort losjammern, unliebsame Meinungen würden unterdrückt.
PS: Ich bin noch nie über den Atlantik geflogen, schon gar nicht für ein Shopping-Weekend.
PS2 : Als Städter und guter Steuerzahler bin ich es langsam leid, auf den subventionierten Feldern und an subventionierten Scheunen mit SVP-Wahlplakaten und Bauernlobby-Bannern belästigt zu werden.

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Liebe Frau Schürch, von Ihren Beiträgen habe ich schon das letzte Mal, als die Initiativen thematisiert waren, einige gelesen. Ich verstehe, dass Sie mit Herzblut Bäuerin und stolz auf Ihre Arbeit sind. Das ist sicher gut und richtig. Und das meine ich nicht so herablassend, wie es tönt. Und es geht mir nicht um Ohrfeigen.

Sie machen hier Winkelried-Arbeit für IP Suisse. Wenn ich IP Suisse bei Wikipedia nachschlage, sehe ich, dass der Verein Produkt-Politik und Marketing betreibt und sich fürs Tierwohl einsetzt. Das mit den "einzelnen Produktionen nach Labelrichtlinien der IP-Suisse" macht mich dann stutzig, denn wie sollen einzelne Produktionen umweltgerecht sein, wenn es der Rest nicht ist? Und was könnten wohl die Labelrichtlinien sein?

Wenn ich bei IP-Suisse selbst Näheres wissen möchte, sind die Links bei der Diashow tot. Aber wenn man dem Inhaltsverszeichnis nachgeht, findet man die Seiten - mit wolkigen Formulierungen und viel name dropping. Weil ich noch nicht vergessen habe, was ich eigentlich wissen will, suche das Punktesystem und lande bei der Pressemitteilung dazu, welche auf den Pfad >Produzenten >Anforderungen >Biodiversität >HOF+ verweist. So finde ich den Leitfaden Hof (https://www.ipsuisse.ch/leitfaden-hof/). Was muss alles erfüllt sein?

Die "Grundanforderungen" sind (wörtlich abgeschrieben):
-- Verzicht auf Herbizide auf dem Hofgelände
-- Zugedeckte Schächte, Dohlen und Wasserfässer
-- Ausstiegshilfen aus Brunnen und Wasserfässern für hereingefallene Tiere.

Erhöhte Anforderungen sind dann wohl die Nistkästen und -hilfen. Dann geht es um Holz- und Bretterbeigen, die man stehenlassen soll, Stein- und Asthaufen etc. sowie Trockenmauern, Feuchtstandorte und so weiter und so fort. Alles nett und sicher subventionsfähig. Aber ich lese nichts zu Umwelt-, Gewässer- und Grundwasserschutz und schon gar nichts über Massnahmen zur Verbesserung der Situation. Die Begriffe kommen nicht einmal vor.

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Simon Bieri
Mitbürger
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· editiert

Lieber Herr L., ich lese Ihre Kommentare immer mit viel Interesse, weil sie vom Republik-Mainstream abweichen und meine Haltung oft herausfordern, das ist wertvoll.
Ihr Kommentar zum CO2-Gesetz bringt mich nun aus meiner Komfortzone und benötigt Widerrede. Dieses Gesetz ist die legislative Umsetzung zur Ratifizierung des Pariser Abkommens und war im Parlament eine Zangengeburt. Für mich geht es noch viel zu wenig weit, denn die Herausforderungen des Klimawandels sind immens, und wenn wir systemische Klimakipp-Punkte übertroffen haben, gibt es kaum noch technologische Korrekturmöglichkeiten.
Die Unbedeutendheit der Schweiz als Grund vorzuschieben, nichts zu tun, finde ich schäbig. Sie zahlen auch Steuern, obwohl Ihr Beitrag im Gesamten völlig unbedeutend ist (so nehme mal an ;-). Die wohlhabenden Staaten (Industriestaaten) haben auch eine historisch-moralische Pflicht, die von ihnen heute verursachten Emissionen möglichst rasch auf Netto-Null zu bringen. Wir erweisen uns als absolut unfähig, vorausschauend für unsere künftigen Generationen eine einigermassen "intakte Mitwelt" zu hinterlassen, wenn wir nicht mal ein (relativ zahmes) CO2-Gesetz für die 2020er Jahre auf die Reihe kriegen. Denn damit sind wir von Netto-Null noch weit entfernt. Und: nichts tun ist übrigens viel teurer, das ist gut dokumentiert.
Das neue CO2-Gesetz ist mal eine Art ernsthafter Anfang. Die Internalisierung von externen Kosten ist ein No-Brainer (aber immer mit viel erstaunlich Widerstand verbunden, wenn's konkret wird). Lenkungsabgaben sind sozial, müssen aber lenken, d.h. ein Produkt/eine Dienstleistung muss sich relativ zum bisherigen Preis über die Zeit deutlich verteuern. Verbote werden im Vorfeld des politischen Diskurses verteufelt, erweisen sich aber oft als sinnvoll und rasch akzeptiert (bspw. das Rauchverbot in Innenräumen vor gut 10 Jahren oder die Gurtenpflicht vor 40 Jahren) - man kann sich rückwirkend sogar nur wundern, wieso diese Pflicht erst so spät kam . Leider werden Sie am 13. Juni nein stimmen, ich hoffe aber, dass Sie dann in der Minderheit sind.

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Was Sie hier und jetzt verantworten, zu was Sie «Ja» oder «Nein» sagen dürfen (oder damals in Paris nicht sagen durften), inklusive dem, was Sie hier in der Republik-Dialogseite von Herrn Binswanger absondern, überdauert ehrlich gesagt kaum das eben angebrochene Wochenende, Herr L.
Bleibt nicht mal warme Luft. Eine unerschütterliche Grundhaltung mehr, die untergehen wird. Was die Generationen, zu denen Sie und ich gehören, hinterlassen werden, sowas spielt tatsächlich mehr als nur eine Rolle (ganz im Gegensatz zur Melodie, die Sie in Ihrem «Untertitel» so unschuldig anzuspielen versuchen)!

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Liberal - aber verantwortungsbewusst
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Leider trifft ihre Einschätzung auf ihr Votum zu. Es sind so viele ihrer Punkte, denen widersprochen werden muss, dass ich mich nur auf wenige konzentriere.

  • Es ist schlicht naiv zu glauben, dass durch das CO2-Gesetz ein Verteilungskampf ausgelöst würde. Denn zum einen ist Politik immer ein Verteilungskampf. Zum anderen ist die momentane Situation schon eine Verteilung: zugunsten der (global betrachtet) Reichen und zu Lasten u.a. der kommenden Generationen und der Natur.

  • Das CO2-Gesetz ist für einen (ordo-)liberal denkenden Ökonomen wesentlich besser als viele andere Massnahmen im In- und Ausland. Verbote sind zwar kritisch, aber in manchen Fällen schlicht alternativlos. Und da muss ich nicht bei den zehn Geboten anfangen. Auch Sie dürften glücklich sein, dass gewisse gefährliche, giftige Substanzen nicht in ihr Essen gelangen.

  • Es ist schon interessant, wie von mancher Seite demokratische Verfahren nach (eigenem) Belieben verteidigt, aber bei Missfallen kritisiert werden. Wie Staatsverträge eingegangen werden, unterliegt einem demokratischen Prozedere. Das bedeutet manchmal einfach, dass halt nicht jeder mitreden kann. Die Frage, ob die Schweiz durch Nicht-Unterzeichnung/-Ratifikation dann zur Klimawandelsau mutiert international besser da stünde, wage ich zu bezweifeln.

  • Nun zum lustigsten Argument: Wir sind so klein, wir können eh nichts machen. Zum einen übersehen Sie bewusst, welche mittelbaren Auswirkungen unser Wohlstand(skonsum) auslöst. Zum anderen handelt es sich um das spätesten durch Trump perfektionierte Stilmittel des Whatsboutism: „Ja, wir hauen viel CO2 raus. Schaut euch aber doch mal an, was die grossen Jungs machen.“ Ehrlich? Würden Sie das ihrem Kind durchgehen lassen, wenn es so argumentiert? Eine solche Argumentation ist das Gegenteil von Verantwortung, einem zentralen Baustein von Liberalität.

  • Worüber wir gerne diskutieren können, ist die starke Ausrichtung der Vermeidungsmsssnahmen auf das Inland. Einiges kann nur hier verbessert werden. Aber bei vielen Dingen wäre es in der Tat effizienter, die Gelder an anderen Orten einzusetzen, wo sie eine grössere Wirkung erzielen würden. Nur: Das ist ein Schönheitsfehler, der aber das Gesetz als Ganzes nicht ad absurdum führt.

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"Die Schweiz soll nun eine Maschinerie teurer Klimaschutzmassnahmen in Gang bringen und dabei in Schönheit sterben, derweil Riesenreiche wie China, Russland, Indien und die USA das globale Klima munter und in astronomischem Ausmass weiter schädigen. "
Im Kindergarten hiess es "ich nöd, er auch."
Den CO2-Ausstoss sollten Sie ehrlicherweise pro Kopf betrachten und den CO2-Ausstoss via importierter Güter berücksichtigen.
Jedes Land kann bei sich selbst anfangen und selbst etwas beitragen, das ist banal. Die Transformation zu einer klimaneutralen Zukunft schafft Arbeitsplätze, bewirkt technische Innovation und fördert die Lebensqualität.

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Wie in aller Welt, Herr Lüthy würden Sie denn das Klimaproblem angehen? Wohl warten auf den nächsten technologischen Fix? Oder gehören Sie allenfalls zu denen, die sagen, es sei gar keines? Können Sie sich vorstellen, was alles geschehen wird, wenn wir warten, bis die anderen sich vielleicht zu bewegen beginnen, weil unser globaler Ausstoss ja so marginal sei. Dummerweise gibt es nur einen Planeten, auf dem wir alle wohnen.

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Weil also Staaten wie China und Indien mit 1.4 Milliarden Einwohner mehr CO2 generieren als die Schweiz mit 8 Millionen Einwohnern, muss die Schweiz nichts gegen die Erderhitzung machen. Respekt Herr L., auf den Gedankengang muss man erst mal kommen. Vielleicht habe ich ja jetzt gelernt, was Querdenken ist? Wenn man nun bedenkt, dass der pro Kopf-Ausstoss an CO2 in der Schweiz deutlich höher ist als in diesen Ländern, wer sollte dann nach ihrer Meinung etwas gegen die Erderhitzung tun?

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Mit Herrn L. lässt sich nicht diskutieren. Er versteht das Konzept vom Pro-Kopf-Ausstoss nicht. Auch die Tatsache historischer Klimaschuld wird ihm entgehen. Der heutige CO2-Level ist das Resultat von zwei Jahrhunderten Industrialismus westlicher Länder. Indien und China sind da nicht in der Pflicht.

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Interessierter Leser
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Herr L. wird's überleben. Unsere Nachkommen möglicherweise nicht.

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Ich bin bei den Abstimmungsinhalten nicht gleicher Meinung wie Sie, aber unterstütze, was ich als Fazit rauslese:
Mit diesem Artikel passiert genau was der Autor selbst kritisiert. Die Abstimmungsinhalte werden emotional belastet.

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Irgendwann hängt es einem aus. Oben können Sie meine bittere Antwort zu Herrn L. Idee von der staatsquoten-neutralen CO2-Abgabe lesen.

Kennen Sie den Witz vom Betrunkenen, der in der Tram sass und sich übergeben musste - voll auf die Jacke des vor ihm sitzenden Passagiers? Als dieser protestierte, antwortete ihm der Betrunkene, er solle nicht so emotional sein und mit seiner vollgekotzten Jacke die Tram verlassen.

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Gut müssen immer zuerst die Anderen was machen

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Wieso gehen Sie eigentlich abstimmen? Sie sind doch eh nur einer von ein paar Millionen Stimmberechtigten. Ihre Stimme ist noch viel weniger Wert als 0.2 Promille.

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Simon Bieri
Mitbürger
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Der Ton wird aggresssiver, emotionaler, schriller, nicht nur in der Schweiz. Meine Vermutung: wir stehen am Anfang einer grossen, fundamentalen Veränderung. Das Zeitalter des (Neo-)Kapitalismus neigt sich, wenn nicht seinem Ende, dann doch zu einer grösseren Neuinterpretation zu (wer hat eine überzeugende Alternative zum "Kapitalismus"?) Wir in den reichen Ländern leben total über unseren Verhältnissen, die Ausbeutung und die Ungleichheiten nehmen zu (die Reichen werden reicher, ...), die ältere Generation verteidigt ihre Pfründe auf Kosten der Jüngeren (AHV, 2. Säule), die Klimaveränderung wird immer konkreter und wahrnehmbarer und geht voll auf Kosten der künftigen Generationen. Die heutige Jugend darf sich nicht mehr sicher sein, dass sie es mal besser haben wird, im Gegenteil. Jede Veränderung fordert Verlierer und generiert Gewinner. Bei uns fährt die SVP Negativ- um Negativkampagne, verunsichert die Leute und beschwört eine glorreiche Vergangenheit, die es gar nie gab. Letztes Beispiel ist das Video zum CO2-Gesetz, das in 2030 spielt. Destruktivität als politisches Programm - armselig, aber (leider) immer wieder mal erfolgreich. Was für ein helvetischer Totalschaden, wenn das CO2-Gesetz abgelehnt würde!

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Da treffen Sie wohl einen richtigen und wichtigen Punkt. Der psychologische Effekt der Verlustaversion ist einfach unglaublich stark. Die Besitzstände werden mit Zähnen und Klauen verteidigt. Das liegt auch daran, dass die Verluste konkret sichtbar sind, während der potentielle zukünftige Gewinn meist abstrakt ist oder zumindest eine grosse Portion Vorstellungskraft braucht.

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Man wusste bei der Wahl zur Bundesrätin durchaus, welche Werte Karin Keller-Sutter vertritt, wenn es um Rechtsstaatlichkeit geht.
Das hat beispielsweise ihr Umgang mit Fussballfans in St. Gallen gezeigt, die unter Verletzung rechtsstaatlicher Prinzipien behandelt wurden, unter anderem mit dem Einsatz von Schnellgerichten, bei denen Verteidigungsrechte vorenthalten wurden.
Das erscheint mir nun in einer direkten Linie zu ihren Argumenten bezüglich PMT.

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Liberal - aber verantwortungsbewusst
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Es ist der Geist dieser Dame, der gefährlich ist. Egal wem gegenüber.

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Ist es nicht die Grundvorraussetzung eines Rechtsstaates, dass er für alle Bürger gleich ist? So wie es ein Grundelement ist, dass Bürger nur für begangene Straftaten und nicht für Ihre Meinung, sei sie auch noch so irr, bestraft werden. Genau hier zerstören die sogenannten Terrorgesetze unseren Rechtstaat. Und dann alles ohne jede Not, den es gibt in unserem Land keinen Terror.

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Lustig, Herr L. Sie finden, dass rechtsstaatliche Prinzipien nicht für Extremisten seien, welche (sowieso alle) anderen den Kopf abschneiden. Jetzt gibt es also schon wieder Leute, welche dafür eintreten, dass Menschenrechte nicht für alle gleich gelten. Wo gehobelt wird, fallen Späne.

Anonym 2 bedachte das natürlich nicht. Er meinte, dass man Frau Keller-Sutters fragile Beziehung zum Rechtsstaat an ihrem Verhalten gegenüber Fussballfans ablesen könne. (Den Hintergrund kenne ich allerdings nicht.)

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Zum PMT

Es wird argumentiert, dass es dieses Gesetz brauche, weil die Straverfolgungsbehörden erst einschreiten könnten, wenn eine Straftat schon verübt wurde. Das ist reine Irreführung.

Zunächst einmal sind alle Delikte (ausser Übertretungen) auch dann strafbar, wenn nur ein Versuch unternommen wurde. Von einem Versuch spricht man, wenn der Täter (Frauen und andere sind selbstverständlich mitgemeint) die ersten Schritte der Deliktsverübung unternommen hat, nach denen es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge keine Umkehr mehr gibt. Z.B., wenn der Einbrecher das Einbruchswerkzeug in seinen Wagen lädt.

Bei schwereren Straftaten kann das zu spät sein. Darum hat der Gesetzgeber hier die Strafbarkeit schon ins Vorfeld der eigentlichen Tat verschoben. In Artikel 260bis Abs. 1 Strafgesetzbuch steht deshalb:

"Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe wird bestraft, wer planmässig konkrete technische oder organisatorische Vorkehrungen trifft, deren Art und Umfang zeigen, dass er sich anschickt, eine der folgenden strafbaren Handlungen auszuführen:"

Dann werden die schweren Verbrechen aufgezählt - genau das, was man auch unter Terrorismus einordnen würde:

"a. Vorsätzliche Tötung (Art. 111);
b. Mord (Art. 112);
c. Schwere Körperverletzung (Art. 122);
c.bis Verstümmelung weiblicher Genitalien (Art. 124);
d. Raub (Art. 140);
e. Freiheitsberaubung und Entführung (Art. 183);
f. Geiselnahme (Art. 185);
g. Brandstiftung (Art. 221);
h. Völkermord (Art. 264);
i. Verbrechen gegen die Menschlichkeit (Art. 264a);
j. Kriegsverbrechen (Art. 264c–264h)."

Können Sie sich einen Terroranschlag ohne wenigstens eines dieser Delikte vorstellen? Wenn ja, könnte man diese schweren Straftaten hier nicht unter Buchstaben k., l. und fortfolgende aufführen?

Die geschützten Rechtsgüter sind natürlich dieselben, welche von den Tatbeständen geschützt werden (Leib und Leben etc.), aber eben auch der öffentliche Frieden. Genau das, worum es beim Terrorismus geht. Also braucht es auch unter diesem Gesichtspunkt keine neuen Kanonen.

Bei all diesen Straftaten beginnen die ordentlichen Strafverfahren schon lange vor dem Schaden. Die Behörden können alle notwendigen Massnahmen ergreifen. Aber es besteht eben auch die Gewähr für ein rechtsstaatliches Verfahren.

Bin ich auch nur ein dummer Jurist. Und ist das von mir zitierte Gesetz auch bloss eine blöde Meinung? Wer so daherschwafelt, schützt weder Rechtsgüter noch Rechtsstaat, sondern will manipulieren und in die Irre führen. Und hat insbesondere kein Problem damit, wenn der Menschenrechts-Gerichtshof die Schweiz wieder einmal desavouiert. Haben Sie zu viel Asterix konsumiert, Frau Keller-Sutter?

Abschliessend möchte ich noch auf den ausgezeichneten Beitrag von Herrn Ryser vom 17. Mai verweisen?

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Hellsichtig, wie gewohnt. Danke, Herr Binswanger.
Eine Frage, die ich mir immer wieder stelle: sind die immer noch als rechtsbürgerlich bezeichneten Kräfte tatsächlich Bürgerliche? Nicht eher Rechtspopulisten?

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Muttersprache NL
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Das, was mich noch mehr erschreckt als die "gezielte Irreführung", ist die Tatsache, dass so viele Mitbürger so leicht in die Irre zu führen sind.
Die Missachtung von Grundprinzipien der Demokratie scheint nicht mal als grosse Gefahr erkannt zu werden.
Und ethisches Verhalten scheint nicht länger an der Tagesordnung.
Mehr als bedenklich!!!

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Zur Irreführung der Stimmberechtigten durch Justiz­ministerin Karin Keller-Sutter bleibt nachzutragen, dass das EJPD dies auch beim Referendum zum E-ID-Gesetz versucht hat.

Um den Gegnern den Wind aus den Segeln zu nehmen, behauptete Karin Keller-Sutter, der Kanton Schaffhausen werde eine E-ID herausgeben, womit es nicht nur eine privat herausgegebene E-ID gegeben hätte. Dazu orchestrierte das EJPD Äusserungen aus dem Kanton Schaffhausen, die den Eindruck erweckten, das sei schon beschlossene Sache. Es stellte sich dann heraus, dass das nicht zutraf, was wiederum die Gegner der Vorlage dazu veranlasste, Abstimmungsbeschwerde zu erheben:

https://www.e-id-referendum.ch/blog…yId=203933

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Die apodiktische Einordnung der CO2-Initiative durch den Autor ist so populistisch wie die Verneinung der rechtsstaatlichen Problematik des Antiterrorismusgesetzes. Ökonomisch bestehen über 25% des CO2-Gesetzes in einer sachfremden Rückvergütung über die Verbilligung der Krankenkassenprämien.

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Wieso "sachfremd"?
Politische Ziele mit Lenkungsabgaben (oder Steuern) als negative Anreize und mit Subventionen als positive Anreize umzusetzen ist ja nicht wirklich unüblich. Die Rückvergütung ist ja nichts anderes als ein positiver Anreiz zu umweltbewusstem Verhalten.

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Ich verstehe nicht, wie die mit der Giesskanne ausgeschüttete Rückvergütung eine positive Auswirkung auf das Umweltverhalten hat. Im Gegenteil, es wird die Lenkungswirkung abgeschwächt.

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Liberal - aber verantwortungsbewusst
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Es tut mir leid, aber die pauschale Rückvergütung pro Kopf ist ökonomisch optimal. Eine Erstsemestervorlesung in Mikroökonomie und sie würden verstehen, dass das notwendig ist, um den Einkommenseffekt auszugleichen.

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Zum Terrorismusgesetz

„Mached us em Staat
Gurkesalat!“

Dieses Schweizer Rezept ist vielleicht 40 Jahre alt. Nie hätte ich mir vorstellen können, dass die FDP-Hilfsköchin es nun kocht und offenbar eine Mehrheit nach diesem Menü lechzt. - Risiken und Nebenwirkungen? ER wird‘s schon richten, der da tritt im Morgenrot mit Füssen die Bösen und alle, die es werden könnten. Heiliger Christoph, bitt für uns! Unsern täglichen Mac gib uns, Donald! Amen.

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Die Hälfte der Schweizer scheinen mir süchtig und suizidal zu sein. Im individuellen Rahmen eine oft tödliche Kombination. Warum sollte dies im nationalen Rahmen anders sein?
Süchtig oder korrekter ausgedrückt, von einer Abhängigkeitsstörung betroffen ist, wer einem Zwang zum Konsum unterworfen ist, ihn kaum noch kontrollieren oder reduzieren kann, unter Entzugssymptomen leidet, andere Interessen unterordnet und trotz Folgeschäden so weitermacht.

Suizidalität ist keine Krankheit, sondern Symptom eines ungelösten zugrundeliegenden Problems. Natürlich ist nicht die halbe Schweizer Bevölkerung wirklich suizidal. Aber sie verhält sich so. Eine verengte Wahrnehmung, verstärkte Aggressionen und die Flucht in Phantasiewelten, wie sie Suizidhandlungen stets vorausgehen, prägen den Abstimmungskampf.

Die Pandemie hat uns alle zu Verhaltensänderungen gezwungen und vielen klar gemacht, wie schwer das ist. Im Paris-Abkommen haben sich die Schweiz und 175 weitere Staaten dazu verpflichtet, die Co2-Emissionen drastisch zu reduzieren und dies Abhängig vom Emissionspeak. Je länger man also zuwartet, umso brutaler muss mit Regulierungen und Verboten gegengesteuert werden. Es wird uns alle treffen!

Die Schweizer Wählerinnen und Wähler wollen aber nicht. Das verbindet sie mit Suchtmittel-abhängigen. Es wird gelogen, das Problem verleugnet, vom Konsum und Fernreisen geträumt. «Wir wollen unser altes Leben zurück».
Das wird in jedem Fall einen Preis haben. Je länger wir warten umso mehr wird es uns kosten. Und das nicht nur Geld, sondern auch Handlungsmöglichkeiten und Freiheiten.

Wer eine lebensbedrohende Krankheit hat und mögliche Therapien verweigert, wird vorzeitig sterben. Die meisten betroffenen Individuen verstehen das. Voraussetzung ist das Anerkennen, dass man ein Problem hat und dass sich Therapeuten damit besser auskennen als man selbst. Im Kollektiv der Gesellschaft meinen allzu viele, es sei anders. Verleugnung, die Wut auf andere oder die Phantasie, irgend eine zukünftige Technik werde uns schon retten, hilft emotional vielleicht vorübergehend aber schliesslich doch nicht wirklich.

Der erschreckende Artenverlust und die zunehmende Vergiftung unserer eigenen Lebensgrundlagen, von Luft, Boden und Wasser müssten zuerst einmal anerkannt werden.
Wer sich dem verweigert und seine ganze Energie ins «Weitermachen wie bisher» steckt oder nur ein bisschen Anpassung akzeptiert (wenn es nichts kostet), der handelt unverantwortlich und dies wird leider Vielen vorzeitig das Leben kosten.

Auch das PMT wird ja voraussichtlich nicht zuletzt deswegen angenommen, weil man meint, dass es einen nichts kostet. Die versammelte Expertengemeinde, von dutzenden Schweizer Rechtsprofessoren bis zur UNO, warnt vor den unsauberen Formulierungen im PMT. Zu erwartende Menschenrechtsverletzungen und eine zukünftig mögliche Ausweitung des Terrorismus-Begriffs, könnten letztlich sogar unsere Demokratie gefährden. Aber man weiss es ja besser und glaubt, dass es nur andere betreffe.

Ich hoffe sehr, dass sich Herr und Frau Schweizer doch nicht so Konsumbesoffen und Präsuizidal verhalten, wie ich die letzten Wochen den Eindruck hatte.

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IRC User
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Bei mir hat diese unglaubliche Abwehrreaktion gegen die Trinkwasserinitiative vor allem ausgelöst dass ich in Zukunft Produkte ausländischer Produktion bevorzuge. (Ausser das was ich direkt beim Biobauernhof bekomme.)

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IP - Suisse - Bäuerin
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Lieber Herr H., Vereinfachung liegt im Trend der Zeit, schadet aber letztlich uns allen. Wie immer, wenn man sich näher mit einer Sache befasst, wird es viel komplizierter:

Der durchschnittliche Republikleser hat in der Pandemie verstanden, dass Wissenschaft ein ständiges Vorantasten ist. Ein Abwägen, ein Dazulernen, ein Handeln nach bestem Wissen und Gewissen. Es ist ein Pendel, das hin und her schwingt und mit jedem Schwung ein Stück weiterkommt. Sich irren ist etwas ganz Normales. Warum soll das in der Landwirtschaft anders sein?

Unsere Väter und Grossväter haben viel mehr gespritzt im guten Glauben, dass die Produkte gut und rasch abbaubar sind, von einschlägigen Labors überprüft, vom Bund bewilligt – was will man mehr? Das Positive war, dass sich von einem Stück Acker plötzlich viel mehr Menschen ernähren liessen als früher. Ein Ende der Hungersnöte, die auch Europa über viele Jahrhunderte geplagt hatten, war möglich! Leider halten sich diese Produkte aber sehr lange im Trinkwasser. Jetzt hat man herausgefunden, dass die Abbauprodukte doch toxischer sind und sich vor allem viel länger im Grundwasser halten, als gedacht, also muss man die Grenzwerte senken und mit neuen Methoden aus der Geschichte aussteigen.

Eine Hand voll Bauern haben vor 30 Jahre diese verhängnissvolle Entwicklung in der Ökologie nicht nur erkannt, sondern begannen aktiv etwas dagegen zu unternehmen. Die IP – Suisse entstand. Zusammen mit Verarbeitern, Detailhändern und den Konsumenten (sie wollen bezahlbare, umweltschonende Produkte) wollte man gemeinsam etwas schaffen, einander die Hand reichen und zusammen eine bessere Zukunft für die Landwirtschaft erschaffen. Mehr Ökologie, mehr Klimaschutz, mehr Tierwohl, mehr soziales Miteinander. Mittlerweile sind wir 18`000 Bauernbetriebe. Der Gebrauch von Spritzmitteln ist in der Landwirtschaft in den letzten 10 Jahren um 50 % zurückgegangen und wird weiter sinken. Ausserdem hat man einige aus dem Verkehr gezogen. Auf unserem Ackerbau- und Milchwirtschaftsbetrieb sind Insektizide, Fungizide und Halmverkürzer verboten. Herbizide verwenden wir nur, wenn Striegeln nichts nützt und um Produktion und Qualität zu retten. Wir wollen sauberes Trinkwasser, müssen bei dessen Verbesserung aber viele Parameter berücksichtigen und deshalb geht es nicht schneller.

Früher gab es gewaltige Hungersnöte, weil ganze Ernten Schädlingen zum Opfer fielen. Heute weiss man viel mehr über Schädlingsbekämpfung, korrekte Fruchtfolge, den Schaden von Monokulturen oder den Import von Sojaschrot etc. Bio ist eine Lösung. Es gibt aber 2 Probleme: 1. Ist Bio eine sehr aufwendige Form der Landwirtschaft und die Produkte deshalb so teuer, dass Bio Absatzprobleme hat und nicht mehr als 11 % aller Konsumenten diese Produkte kaufen wollen. Das hilft der Umwelt zu wenig. Um die Preise für die Konsumenten zu senken, müsste man die Direktzahlungen an die Bauern nochmals massiv erhöhen. 2. Kann man mit Bio die Weltbevölkerung nicht ernähren. Es reicht nicht. Auch wenn man kein Essen mehr wegwirft und konsequent auf Fleisch verzichtet. Es leben heute ca. 4 Mal mehr Menschen auf dieser Welt als zu der Zeit als Bio Standard war. Ausserdem gehen weltweit 10 Mio ha Ackerland pro Jahr verloren etc. etc.

Die Schweiz wird von der EU regelmässig als gutes Beispiel für ihre fortschrittliche nachhaltige Landwirtschaftspolitik, für die auf ökologische Leistungen ausgerichteten Direktzahlungen, für die Förderung der Biodiversität und für unsere Tierwohlprogramme gelobt. Beispielsweise ist Fruchtfolge bei uns Standard, nicht so in der EU.

Vor vielen Jahren habe ich die Weltwoche abbestellt. Blocher und Konsorten haben mich nur noch genervt. Diese Vereinfachungen, dieses plakative Geschwätz, diese Unfähigkeit zur differenzierten Berichterstattung.................das alles wollte ich nicht mehr.

Jetzt sehe ich mit Erschrecken, wie durch plakative Aussagen aus dem links – grünen Lager bei Annahme der Initiativen viele Bauern ihr Unternehmen verlieren werden, das vielleicht seit Generationen von der gleichen Familie mit viel Herzblut bewirtschaftet wurde, mit ständigen Veränderungen und neuen Herausforderungen, vielleicht auch Entbehrungen. Die Identifikation mit dem Betrieb ist sehr hoch und auch der Stolz auf die eigene Arbeit und das seit Generationen aufgebaute Knowhow. In jeder Generation fliessen wieder neue Erkenntnisse der Wissenschaft mit ein. Nach einer Annahme der Trinkwasserinitiative werden aber viele Bauernfamilien nach einer Totalumstellung ihrer Höfe auf das radikale Bio, welches u.a. von Ihnen gefordert wird, von ihren Höfen nicht mehr leben können. Es wäre ein Rückschritt um mehr als 100 Jahre. Wir können unser Leben aber nur vorwärts leben. Bitte geben Sie uns eine Chance. Nicht indem wir Existenzen vernichten, sondern nur wenn wir gemeinsam vorwärts gehen, können wir auf dieser Welt Verbesserungen bewirken. Mein Dank geht an Sie und alle, die in diesen Zeiten, wo nur noch Schlagworte registriert werden, bereit waren, diesen Text zu Ende zu lesen. Hier noch ein Link zu unserem Betrieb: https://www.neuhof-reinach.ch/

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IRC User
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Tja das mag alles stimmen, nur verkörpern sie eine kleine Minderheit der Bauern. Ich sehe an 90% aller Bauernhöfe 2x Nein, und ich finde das einfach sehr stossend wie sich die Bauern, zusammen mit dem Bauernverband gegen sämtliche Fortschritte wehren. Es geht ja um DirektzahlungsempfängerInnen, also Betriebe die vom Staat massiv subventioniert werden. So massiv intervenieren als Empfänger finde ich daneben. Gleichzeitig auf Bundesebene wird die Agrarreform torpediert. Bei so wenig Kooperationsbereitschaft wäre vielleicht ein Boykott angezeigt, finden sie nicht?

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Interessierter Leser
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HerrLiebe Frau Schürch
Sie können IP rühmen wie Sie wollen. Tatsache ist, der Bauernverband will am heutigen System nichts ändern! Der Schlaumeier Ritter hat die Landwirtschaftsreform 2 versenkt. BR Parmelin (in Absprache mi Ritter?) hat nun Themen vogestellt, die nach der Abstimmung im Parlament diskutiert werden sollen und sicher von der Bauernlobby zerpflückt werden. Für mich ist klar, der Bauernverband will keine Veränderungen. Deshalb 2x ja!

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Ups - haben Sie da was verwechselt oder ist das schlicht Geschichtsklitterung ?
"Eine Hand voll Bauern haben vor 30 Jahre diese verhängnissvolle Entwicklung in der Ökologie nicht nur erkannt, sondern begannen aktiv etwas dagegen zu unternehmen. Die IP – Suisse entstand."
Die IP – Suisse ist als Antwort darauf entstanden, dass Bio-Bauern, die schon viel früher "diese verhängnissvolle Entwicklung in der Ökologie nicht nur erkannten ...", langsam erfolgreicher wurden in der Vermittlung ihrer langjährigen Bemühungen und in der Vermarktung ihrer Produkte.
Also suchte 'die Bauernschaft' einen 'Mittelweg', der nicht den grossen Aufwand für echte Bio-Produktion nötig machte und doch ein bisschen besser daherkam - unter dem Titel "Integrierte Produktion" (mit gewissen Einschränkungen auch bei Pestiziden und Düngern).
Damit wollte man den Marktverlust wettmachen und hat damit gleichzeitig das Leben der Bio-Bauern erschwert. - Ich erinnere mich gut an die Argumente von mir lieben KonsumentInnen: "Aber das ist doch ein Schritt in die richtige Richtung - und ich kann es auch bei MIGROS/COOP/... einkaufen"

  • von wegen 'richtige Richtung' ...

  • da hat es niemanden gekümmert, dass einige Bio-Betriebe deshalb auf der Strecke blieben !

Wie sagten Sie ? - doch etwas komplizierter ...

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Was ich in der ganzen Diskussion noch nicht gesehen habe, ist der Einfluss, den die Grossverteiler bei den Preisen haben. Darum überzeugt mich das Argument der Lebensmittel-Verteuerung nicht. Die teurere Produktion könnte von diesen mit ihrer Marge ausgeglichen werden, ohne dass deren Wasserköpfe, komplizierten Organisationsformen (Migros) und hoch bezahlten Manager zuviel leiden würden. Wenn faire Preise bezahlt würden, müssten die Bio-Bauern nicht Angst um ihren Ertrag haben.

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Kritischer Beobachter und Fragesteller
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Vielen Dank Frau Schürch für Ihr beeindruckendes Engagement in diesem Forum.
Ich höre und lese immer wieder davon, dass der Einsatz von Spritzmitteln in den letzten 10 Jahren um 50% zurückgegangen sei und zwar nicht nur von Ihnen. Aber was bedeutet dies genau, können Sie mich da evtl. aufklären? Was nützt es bsp. wenn die absoluten Mengen die im Fachhandel gekauft werden zwar abnehmen, wenn aber gleichzeitig die verwendeten Chemikalien immer potenter werden?

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Herr H., Sie haben sicher damit gerechnet, dass Ihnen Nestbeschmutzung vorgeworfen wird. Und das passiert ja unten tatsächlich.
Dabei kann man sogar aus Naturschutzgründen genau Ihre Meinung haben: Lokale Bioprodukte besser als ausländische Lebensmittel besser als inländisch angebaute Lebensmittel.
Kann sein, dass die Schweizer Landwirtschaft Preise bekommen hat von irgendwelchen Verbänden für irgendwelche Aspekte; bei soviel Lobbyismus habe ich da kein Vertrauen.
Was ich klar sehe: in der Schweiz sind Pestizide im Einsatz, die anderswo wegen toxischer Aspekte verboten sind. Und gerichtlich ist der Staat angehalten, … (lesen Sie das anderswo).
Die Kulturlandschaft ausserhalb der Berge ist in deutlich schlechterem Zustand als im benachbarten Ausland ( siehe z.B. https://www.vogelwarte.ch/de/atlas/…der-grenze). Noch als Zusatzinfo: In Frankreich ist es nochmal ein wenig besser als in Deutschland, wenn man dort die beiden Seiten der Grenze vergleicht.

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Bernhard Wehrli
Leser
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5 Abstimmungsvorlagen in einer Runde! Eine Agrarinitiative hätte genügt. Traurig, dass sich die Initiant*innen nicht haben einigen können. Links- Grün kann trotz Rechtspoplismus gewinnen, wenn wir uns zusammenraufen. Dazu brauchen wir aber eine Mehrheit in BR und Parlament, welche faire Abstimmungen organisiert.

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Mir bereitet vorallem die Debatten sorgen weniger die einzelne Abstimmung. Durch Spaltung, die an dissozative oder manische Zustände von Klinik Patienten erinnert, wird die Lösungsfindung basierend auf einer gemeinsamen Faktenlage verunmöglicht. Wir brauchen mehr gemeinsame Grundlagen, gemeinsame Werte die gelten und veebindlich sind. Die Menschenrechte bieten sich dazu an. Das ist wenig aber schon diese scheinen nicht mehr für sie verbindlich.

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Mitdenker
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Der Bundesrat nach Corona:
Zwei Linke, von denen sie an Format gewonnen hat, er nicht.
Ein UrSVPler, der immerhin im Gegensatz zu seinem Übervater im Amt nicht noch übler wurde.
Eine Militärchefin, die den Job bestimmt nicht schlechter macht, als die Männer vor ihr.
Zwei Adlaten und...
die Lügnerin.

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Sehr schön! Habe grad Mühe mit den Namen der Adlaten, das ist an sich schon recht bezeichnend. Die anderen sind alle klar.

Edit: hahaha genau, Cassis. Aber der Andere?!?
Edit2: Ok, Guy hätte ich eigentlich auch wissen müssen. Immerhin ein solider Waadtländer Weinbauer!

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Leider ist das Schweizer Politik! Beamte vertreten ihre eigenen Interessen! Volk ist zum grossen Teil nicht interessiert und lasest sich fuer dumm verkaufen. Ich hatte kürzlich Einwände gegen Beamten-Beschlüsse, bei denen sogar Juristen Bedenken hatten, aber der Beamten Filz hat sich mit Tricks durchgesetzt! Schweizer Demokratie!!

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Interessierter Leser
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Herr L. wird's überleben. Unsere Nachkommen werden riesige Probleme haben.

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Eine kurze Zwischenfrage, die mich umtreibt: Kupfer wird als biologisches Mittel gegen Pilze (falscher Mehltau, z. B.) auf Nutzpflanzen verwendet. Es blockiert bei Pilzen und, sobald es in den Boden gelangt, auch bei Mikroorganismen die Reproduktionsfähigkeit. Höhere Organismen flüchten bei Kontakt mit Kupfer - Schnecken, z. B.: Ihr leicht saurer Schleim löst Kupferionen, was Schnecken als unangenehm finden - sie drehen ab. (Offtopic: Menschen nutzen diesen Effekt auf die Reproduktionsfähigkeit ebenfalls - als Kupferspirale im Uterus.)
Kupfer ist ein Schwermetall, das dauerhaft im Boden verbleibt und dort nicht abgebaut werden kann. Mich würde interessieren, wie die Bodenzusammensetzung z. B. im biologischen Weinbau aussieht, wo häufiger und über Jahre regelmässig Kupfer ausgebracht werden muss.

Und hier fällt mir auf, dass der Artikel in dieselbe Falle geht: Alles ist Chemie, nicht nur die synthetisch hergestellten Stoffe. (Meistens sage ich zu dieser Fraktion nur "Digitalis". "Mutter Natur" kann nämlich auch garstig.) Aber zurück: Wenn ein natürlicherweise vorkommendes Element wie Kupfer toxischer als eine synthetische Alternative wirkt, sollte man das doch berücksichtigen, oder nicht? Alles andere wäre ja ideologische Scheuklapperei.

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.....Die klimapolitischen Mehrheits­verhältnisse könnten kippen – und wiederum steht im Zentrum dieser Entwicklung die FDP....

liegt es daran, dass ich dieses mal einfach kein Abstimmungscouvert im Briefkasten finde.
Normalerweise flattert einem das wochenlang vorher ins Haus.
Nur dieses mal nicht. Im oberen Stock haben sie das Couvert auch noch nicht erhalten....
Warum?
langsam mache ich mir Gedanken, der Kanton, in dem ich wohne ist ein echter Landwirtschaftskanton.... Wenn die Couverts noch lange nicht kommen, weiss kein Mensch, was noch alles kippt, wenn man genug Mittel hat, eine Wahl zu beeinflussen.
Das muss man sich langsam fragen.

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Lieber Daniel Binswanger
Gerne gestehe ich zu, dass die REPUBLIK in den letzten Wochen wieder wesentlich lesbarer geworden ist - fast bin ich versucht zu hoffen, dass sie mehr und mehr aus dem dunklen Tunnel der pseudowissenschaftlich krankheits-politschen Verblendung auftauchen kann ... - allerdings tut sie sich in wesentlichen Punkten immer noch schwer damit.
In Ihrer Kolumne, der ich mich über weite Strecken - auch sprachlich und argumentativ - anschliessen kann, zeigt sich das darin, dass Sie die Abstimmung über das Covid-19-Gesetz einfach ausblenden:

  • Das machen kleine Kinder gerne, wenn ihnen etwas so unangenehm ist, dass sie es darum lieber gar nicht wahrnehmen wollen.

  • besonders wenn sie noch von schlechtem Gewissen geplagt werden, weil sie beispielsweise zuvor in diesem Zusammenhang lautstark im öffentlichen Chor der "Verbreitung von «Furcht und Schrecken»" mitgesungen haben.

Ist das bei einer öffentlich engagierten Stellungnahme als gezielte Irreführung oder als krasse Nachlässigkeit / Vernachlässigung zu bezeichnen ?
Sie wissen natürlich, dass auch bei dieser Vorlage eine Stimmrechtsbeschwerde 'unterwegs' ist, weil die Vorlage, über die wir abstimmen sollen, in für die ErgreiferInnen und UnterstützerInnen des Referendums ganz wesentlichen Punkten gar nicht mehr der aktuellen Version entspricht - und das in der Abstimmungsvorlage auch nicht ge-/erklärt wird ... - keine gezielte Irreführung ?

Noch krasser finde ich die Präsentation der Covid-19-Vorlage in der Übersicht der REPUBLIK vom 20.5.21:

  • Es wird bei dem Gesetz nur von "Kurzarbeits­entschädigungen oder Härtefall­hilfen für besonders betroffene Branchen, Unterstützungs­leistungen für Kultur, Sport und Medien während der Pandemie oder die Rahmen­bedingungen für das Contact-Tracing-System" gesprochen. - Dagegen wäre das Referendum erfolgreich ergriffen worden.

  • Die Gegenargumente werden entsprechend beschnitten: "Das Gesetz verbindet Unter­stützung für Firmen mit schädlichen Massnahmen. Besser wäre es, jegliche Massnahmen sofort zu beenden und die Entschädigungen in ein gesondertes Gesetz zu überführen. Aktuell missbrauchen Regierung und Parlament das Covid-19-Gesetz dazu, um neue Massnahmen einzuführen, die nicht auf Fakten basieren. Zudem schafft das im Gesetz geregelte Contact-Tracing die Grundlage für eine permanente Massenüberwachung."

Die Haupt-Argumente für das Referendum, dem es hauptsächlich um staatsbürgerliche Einschränkungen und die Beschneidung von Persönlichkeitsrechten ging, werden nicht einmal erwähnt !

Das dürfte dann doch sehr eindeutig als gezielte Irreführung zu bezeichnen sein !

Noch ein "kleiner" Aspekt zum 'PMT':
Mich wundert doch sehr, dass nirgends in dieser Debatte der Aspekt erwähnt wird, dass mit der Zuweisung der Handlungskompetenz in solch gefährlichen Gefilden an die Polizei (ohne Gerichtsentscheid) dieser im Wesentlichen ein 'Schwarzer Peter' zugeschoben wird:
Sie muss Verantwortung übernehmen in einem Gebiet, in dem sie weder politisch noch fachlich kompetent ist; es läuft auf eine Abschiebung von Verantwortung seitens der Politik und seitens der Jurisprudenz hinaus.
Und es wundert mich nicht nur, dass die REPUBLIK nicht davon spricht, sondern auch dass 'die Polizei selbst' (sofern sie denn ein Selbst hätte) dazu nicht öffentlich sagt:
NEIN DANKE !

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Vielen dank für Ihren Beitrag Herr P. H.. Ich sehe dies genau so wie Sie!
Eine ausführliche auseinandersetzung mit dem "Covid 19" Gesetz wäre sicher von vorteil...

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ursula & claudio bohren & magoni
abstimmen und zustimmen und mitstimmen
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danke für den artikel, die irreführung ist perfekt inszeniert, die frage ist die differenzierung der inhalte. ich nehme mir zeit, doch nicht immer habe ich sie genügend. eines scheint mir wichtig in der jetzt-zeit, haltung beziehen und sich äussern.

sei namhaft, unterstütze spritzige ideen, bilde banden, ruf deine ideen ins tal, verbünde dich mit anderen, sie ich imgemeinsam

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Würde mich über einen Beitrag über die Abstimmung zum Covid Gesetz freuen. Das einzige Argument für ein ja ist, dass nötige Zahlungen nicht mehr getätigt werden können. Es gibt durchaus andere Möglichkeiten - vieleicht könnt Ihr diese in einem Beitrag ausführen. Merci!

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Die aggressiver werdende Abstimmungspropaganda mit ihrer polarisierenden Wirkung führt womöglich je länger je mehr zu emotionalen, und damit zu wenig durchdachten Entscheiden. Alle fünf zur Abstimmung stehenden Vorlagen führen im Kern ein berechtigtes, schützenswertes Anliegen. Meines Erachtens schiessen sie aber alle - und teils aus ideologischen Gründen - mehr oder weniger weit über das Ziel hinaus und gehören an die Absender zurückgeschickt.

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