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Sehr geehrter Herr Binswanger
Vielen Dank für die klaren Worte, ich kann den Unfug der "Eigenverantwortung" oder sollte sie besser Egoismus genannt werden, nicht mehr hören. Aus zahlreichen Gesprächen mit Impfskeptikern weiss ich, dass viele nicht einmal wissen, wie, wo und was es mit einer Impfung auf sich hat.
Solange zu wenig Impfstoff und zu wenig Impfkapazitäten vorhanden waren, stellte sich für mich die Frage der Solidarität der Massnahmen nicht. Jetzt aber, wo jeder der will, sich impfen lassen könnte und es aus ideologischen Gründen nicht tut, hört bei mir die Bereitschaft auf, auf meine Freiheiten zugunsten der Unvernunft zu verzichten.
Von was für einer Einschränkung der Freiheit sprechen wir hier denn: Zwei kostenlose Impftermine, vielleicht ein wenig Schmerzen im Arm oder ein paar Tage Unwohlsein, vielleicht Fieber, das wars.
Eigenverantwortung heisst nicht, dass jeder tun und lassen kann, wie es ihm beliebt. Leider glauben das immer noch viel zu viele, sie sind stolz auf, sich quer zu stellen, als scheinbares Zeichen der persönlichen Freiheit.

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Corona ist kein Killervirus, war auch bisher nie einer. Die Leichensäcke sind nicht ausgegangen, nur das WC-Papier. Verglichen mit den Wahrscheinlichkeiten, auf eine andere Art und Weise zu Tode zu kommen, als einfach zu entschlafen, liegt Corona sehr sehr weit hinten. Dazu die unglaublichen und medial verteilten Widersprüche zu diesem Thema, die scheinbar auch die besser geschulten unserer Gesellschaft nicht zu durschauen vermögen; ist das evtl sogar auch ein Ergebnis unseres Bildungssystems?

Jedoch, ein grosser Teil unserer Gesellschaft erfasst dies auf irgend eine Art und Weise und ist nicht willens, ihr Leben für eine Genexperiment zur Verfügung zu stellen. Basta!

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Gratulation, mit ganz wenigen Zeilen groben Unfug verbreiten. Respekt!

Ich wünsche Ihnen, dass Sie gesund bleiben und nicht an Sauerstoffmangel im Krankenhaus jämmerlich ersticken müssen. Fragen Sie mal die beteiligten Pflegekräfte, fragen Sie mal die Menschen in Brasiliens Armenvierteln, die sich sehnlichst Impfstoff erhoffen. Ihr Beitrag ist an Arroganz nicht zu überbieten.

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Es gibt Leute, die einen mit krassen Provokationen provozieren wollen. Dass Herr K. meint, Probleme begännen erst, wenn die Leichensäcke ausgehen, ist eine so offensichtliche Provokation, dass man ihn ignorieren sollte.

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Lieber Herr Binswanger ich unterschreibe jedes Wort von ihnen, Worte,welche da sind (:sog). Eigenverantwortung, Lebenslüge und Unvernunft. Ich denke aber leider, dass es längst nicht mehr nur um Vorsichtsmassnahmen in der Pandemie geht, sondern einmal mehr um das Wilhelm Tellsche Ideal sich ja nichts vorschreiben zu lassen „ von fremden Herren“. Darin sind wir Schweizer einfach Weltmeister und das ist mehr als schade, einfach dumm.

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Ja, mein lieber Herr Binswanger, es ist ihr Recht, sich impfen zu lassen und ihre Einstellug auch weiteren Mitbürger/innen zu empfehlen. Aber ich finde es eine Frechheit, die Menschen, die sich aus irgendwelchen Gründen nicht impfen lassen wollen, zu verunglimpfen, indem Sie schreiben: "Der Eidgenosse soll immer souverain entscheiden können, mit verbrieftem Recht auf Unvernunft." Also alle, die nicht nach Binswangers Allwissen vefügen und sich nicht impfen lassen wollen sind in Ihren Augen verantwortungslose Dummköpfe. Das ist doch auch völliger Blödsinn und kann nur dem Gehirn eines Impfzwangfanatikers entspringen, der über die göttliche Weisheit des einzig richtigen Verhaltens zu verfügen glaubt. Bitte etwas mehr Sachlichkeit und Respekt vor Leuten, die verdammt nochmals anderer Meinung sind als allwissende B.!

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Leo Huwyler
Dritte Lebensphase
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Vernünftig handeln bedeutet das zu tun, was nach Abwägung von Chancen und Risiken und Vor- und Nachteilen als Ergebnis herausschaut. Und ich würde noch hinzufügen, dass dieses Abwägen nicht nur mit Eigensinn, sondern auch mit Gemeinsinn zu erfolgen hat. Es müsste mir jemand nicht mit irgendwelchen, sondern qualifizierten Argumenten aufzeigen, wie er zum Ergebnis kommt, nicht impfen gegen COVID sei vernünftig. Bis dahin halte ich den Entscheid, nicht zu impfen, für unvernünftig und egoistisch. Solidarisches Verhalten gebietet m.E. sich zu impfen.
Ist es ein Zufall, dass gerade in SVP-Kreisen die Impfverweigerung am stärksten verbreitet ist? Wie passt dieses Verhalten zum Patriotismus, den diese Gruppe für sich selber immer lauthals reklamiert? Was ist denn Patriotismus, wenn nicht Solidarität mit den Menschen dieses Landes?

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Advocatus diaboli
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Immer wieder interessant zu beobachten: Sachlichkeit und Respekt fordern, dabei selber aber jegliche Sachlichkeit und Respekt vermissen lassen.

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Ja, Herr H., Sie haben Recht, ich fordere von einem, der einen Artikel in einer Zeitung veröffentlicht, Sachlichkeit und Respekt. Ich habe aber keinen Artikel geschrieben, der gut recherchiert und eben sachlich sein sollte, sondern mich hat dieser Artikel wütend gemacht, und ich begründe auch warum. Offensichtlich hat Herr Binswanger aber vielen Impffreunden aus dem Herzen gesprochen, und die finden seinen Text super. Ich hingegen das Gegenteil, und ich bin weder sachlich und bei einer solch einäugigen Darstellung fehlt mir auch der unnötige Respekt. Es scheint mir in der Schweiz in Bezug auf diese Impfung ähnlich zu sein wie seit Jahren in den USA: Knapp die Hälfte der Amerikaner findet Donald Trumpeltier (pardon, auch das ist respektlos), der alle, welche nicht seiner Meinung sind, als Trottel beschimpft, einen "würdigen" Präsidenten, der durch "Wahlmanipulationen" von der Macht vertrieben worden sein soll. Ich meinerseits habe nicht mit einem Wort die Impfbefürworter herabgesetzt, wie das Herr Binswanger macht mit denen, die nicht einsehen wollen, dass er allein Recht hat, und eben.....

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(durch User zurückgezogen)
(durch User zurückgezogen)
Chefredaktion
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Diskussionskultur ist ja nicht gleichbedeutend mit Zustimmung ernten. Das wird gerne verwechselt. Wer groben Unfug verbreitet wie den imaginierten Zusammenhang zwischen Mobilfunk und Grippe, kann nicht mit Zustimmung rechnen.

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Vielleicht, weil er aus undifferenziertem Geschwurbel besteht? Frau L. spricht etwa von "Dinge (..), die nachweislich gesundheitsschädigend sind" und nennt dann neben einigen Giften auch "Elektrosmog" und "5G"... und danach ziehts erst recht an mit:

Vegetarier sollen während der Spanischen Grippe nicht erkrankt sein. Jene Grippe sei überhaupt erst tödlich geworden, als der Mobilfunk massiv zunahm.

Come on! 🙄

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Spannende Idee, dass die Spanische Grippe vor mehr als hundert Jahren erst tödlich geworden sei, als der Mobilfunk massiv zunahm....

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Geimpft
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Äh, da habe ich jetzt ein Problem: die Spanische Grippe grassierte nach dem ersten Weltkrieg. Trugen Sie damals schon ein Mobilfubkgerät herum?

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Vegetarier sollen während der Spanischen Grippe nicht erkrankt sein. Jene Grippe sei überhaupt erst tödlich geworden, als der Mobilfunk massiv zunahm.

Da kann ich nur noch den Kopf schütteln.

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Lieber Herr Binswanger, ich finde normalerweise Ihre Artikel sehr gut. Aber wie Sie in diesem Artikel über Personen sprechen, die sich nicht impfen lassen wollen, finde ich schon stark. Mir ist es egal, wenn ich als Ungeimpfter nicht an irgendwelchen Freizeitveranstaltungen mit vielen Menschen teilnehmen darf, da ist mir das Risiko viel zu gross, und ich kann auch sehr gut mit mir selber umgehen. Und wenn ich in einem Innenraum bin, wo es andere Menschen hat, trage ich eine Maske, die gut filtert. Trotz dem, dass ich also alles tue, um eine eigene Ansteckung und somit auch die Gefährdung anderer zu vermeiden, werde ich von vielen anderen einfach in eine Schublade gesteckt. Und so geht es vielen ähnlich denkenden Leuten, auch vielen Personen aus dem Pflegepersonal - und für mich ist es bezeichnend, dass gerade dort die Impfbereitschaft nicht gerade hoch ist, auch wenn diese Leute nicht bei der SVP sind. Diese Personen haben Einblicke, die andere Erwerbstätige nicht haben. Ich bin durchaus Ihrer Meinung, dass es in gewissen Situationen Vorschriften braucht. Das Tragen von Masken stellt beispielsweise kein Gesundheitsrisiko dar und hilft sehr gegen die Ausbreitung des Virus, beim Impfen hingegen sind Spätfolgen nicht auszuschliessen. Einen solchen Druck auf Personen aufzubauen, die sich sowohl vor den Folgen der Krankheit als auch vor der Impfung schützen wollen, nur weil sie letzteres nicht tun, empfinde ich als falsch, und es tut auch uns als Gesellschaft nicht gut.

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Meine Gedanken dazu:

Wenn 80 oder gar 85% der Bevölkerung impfbereit ist, fällt es mir leicht, den übrigen 15% die Wahl zu lassen. Wenn nun aber 40% auf eine Impfung verzichten will bin ich ratlos, und sorge mich ob der psychosozialen Kosten wie weitere Wellen und Shutdowns haben werden - da sind doch einzweidrei Tage Impfnebenwirkung ein kleiner Preis dagegen.

Wenn Ungeimpfte zuhause bleiben, in luftiger Perpherie leben, Masken tragen etc., so geht das. Wenn aber genau diese sich in der Menschenmenge tümmeln und Masken verweigern, so stösst meine Toleranz an Grenzen.

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Danke für Ihre Gedanken, da bin ich einverstanden mit Ihnen. Es ist einfach wichtig zu unterscheiden: nicht jeder, der sich nicht impft, ist gefährlich für die Gesellschaft. Nur diejenigen, die sich nicht impfen und sich und andere auch auf andere Weise nicht schützen, handeln verantwortungslos.

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Ökonom
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die sich sowohl vor den Folgen der Krankheit als auch vor der Impfung schützen wollen,

Ich kann ihren Einwand teilweise nachvollziehen. Auch wenn ich schon Mühe habe, diese zitierte Abwägung nachzuvollziehen, denn die Nutzen-Kosten-Relation ist eindeutig. Und Aussagen betreffend Folgen der Impfung werden eben von „kritischer“ Seite bis ins Absurde gedreht (schon gehört: „Alle Geimpften werden in zwei Jahren sterben…“)
Sie sind mit dem Kern dieses Artikels aber nicht gemeint, denn sie verlangen offensichtlich nicht dieselben Möglichkeiten wie Geimpfte.

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Ich weiss, es gibt sicher einige bis viele "Impfgegner", die Gegner von allen Massnahmen sind, und das finde ich genau so falsch. Die Kosten-Nutzen-Relation des Impfens für die Gesellschaft ist bisher sicher positiv, da bin ich mit Ihnen und vielen anderen einig. Ich wünsche mir natürlich auch, dass später nicht unerwartet in grosser Zahl Spätfolgen der Impfung auftreten, das wäre ja furchtbar. Aber es kann mir im Moment niemand sagen, ob nicht bei einem Anteil von X% der Menschen, die sich haben impfen lassen, in 5 Jahren unangenehme Spätfolgen auftreten. Sicher ist auch zu unterscheiden zwischen den Impftechnologien. Und da habe ich mich auch nicht bis ins letzte Detail mit allen vorhandenen Technologien auseinandergesetzt. Bei den mRNA-Impfstoffen wird halt mRNA verabreicht, und was die im Laufe der Zeit noch im Körper macht, da wäre ich mir nicht so sicher. Wenn direkt Eiweisse verabreicht werden, die die Immunabwehr auslösen sollen, sähe ich schon etwas weniger Bedenken. Aber ehrlich gesagt: ich warte lieber noch ein bisschen ab und schaue, wie sich das ganze entwickelt und bin bis dahin vorsichtig.
Und noch wegen den Möglichkeiten: wenn ich ohne Impfung, aber mit einer Maske (von mir aus auch FFP2) einkaufen gehen kann und in einen Zug einsteigen darf, ist das doch schon recht gut. Und wenn ich einen Kunden treffen will, spreche ich mich sowieso mit ihm ab, und bin auch bereit, einen Test zu machen, plus die Maske zu tragen - dient ja auch meinem Schutz. Und falls ich in einem Büro arbeiten müsste, müsste ich halt auch die Maske tragen. Und bei privaten Treffen unter der Familie und mit Freunden: tja, da kann es schon mal Diskussionen geben, aber da gilt es halt, Wege zu finden, die für alle stimmen.

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Das mit der nicht hohen Impfbereitschaft beim Pflegepersonal ist eine Mär. Anfang Juni waren am Luzerner Kantonsspital bereits 80 % der Mitarbeitenden ein-, zwei Drittel bereits zweimal geimpft.

Quelle: Medinside, mit weiteren Angaben, auch zu Spitälern mit tieferer Quote. Wichtig: Diese Quoten entsprechen der Anzahl Personen, die sich im jeweiligen Institut impfen liess. Effektiv liegen die Werte höher.

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Je länger ich über Binswangers Kommentar nachdenke, desto mehr stelle ich mir die Frage, ob es tatsächlich um "Eigenverantwortung" geht - oder nicht vielmehr um einen sehr archaischen Freiheitsbegriff.
Der Begriff "Eigenverantwortung" wäre dann nur eine positiv besetzte Chiffre für die dahinter stehende Feindschaft gegenüber dem Staat, die darauf gründet, dass der Staat "unbefugterweise" die "Freiheit" beschneidet. Die gepriesene "Eigenverantwortung" geht ja gerade in SVP-Kreisen nie so weit, dass man staatliche Subventionen ausschlagen würde. Denn Subventionen oder Sozialleistungen des Staates sind nur dann schlecht, wenn sie "den Anderen" zu Gute kommen.
Unter "Freiheit" verstehen diese Leute im Kern die Freiheit des Patriarchen, uneingeschränkt über seine Frau, seine Familie, sein Gesinde und sein Vieh zu herrschen (die modernere Version davon ist das Freiheitsmodell der Libertären: uneingeschränkte Herrschaft der Kapitaleigner über den Rest der Gesellschaft). Dieses Denkmodell vereinigt Bartträger aus dem Muothatal und libertäre SVP-Anhänger nahtlos, in der Person von Christoph Blocher verschmelzen diese zwei Archetypen in geradezu idealer Weise (OK, ohne Bart...).
Zwar war es die FdP, die mit dem Kampfruf "Mehr Freiheit, weniger Staat" die Saat ausbrachte. Geerntet hat die Frucht aber die SVP. Insbesondere, weil es ihr viel glaubwürdiger gelungen ist, die "Freiheiten" und Abstiegsängste der konservativen Männer zu bewirtschaften (wir erinnern uns: der Aufstieg von Blocher und der SVP begann nicht mit de m Kampf gegen den EWR-Beitritt, sondern mit der Bekämpfung des neuen Ehe- und Familienrechts 1985).
Um "Freiheiten" geht es ja ganz zentral auch in der Impffrage: Um die Freiheit, die persönliche Befindlichkeit über das Gemeinwohl zu stellen. Um die Freiheit, sozialdarwinistische Modelle zu vertreten. Um die Freiheit, verschwörungstheoretischen Bullshit aus dem Netz gleich hoch oder möglichst noch höher zu hängen, als wissenschaftliche Fakten. Und natürlich um die Freiheit, sich einem Staat zu widersetzen, der Werte vertritt, die man ablehnt.

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Seit wann sind Flugreisen und Restaurantbesuche ein Grundrecht? Man mag beides mögen, aber es ist immer noch den Fluggesellschaften und den Gastro-Betreiberinnen überlassen wer sie ‚on board‘ lassen. Das hat nichts mit COVID zu tun, auch wenn das die „Freunde“ anders sehen.

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Informatik-Ingenieur und Ökonom
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Anders als Binswanger es behauptet, gehört die Schweiz trotz lockeren Massnahmen nicht zu den Spitzenreitern in Europa, was die Anzahl Corona-Opfer betrifft. Hier ist die Rangliste der europäischen Länder aus dem als Quelle angegebenen Artikel:

  1. Ungarn

  2. Bosnien

  3. Tschechien

  4. Bulgarien

  5. Slowakei

  6. Belgien

  7. Italien

  8. Kroatien

  9. Polen

  10. Grossbritannien

  11. Rumänien

  12. Spanien

  13. Portugal

  14. Frankreich

  15. Schweden

  16. Schweiz

  17. Griechenland

  18. Deutschland

  19. Niederlande

  20. Serbien

  21. Dänemark

  22. Finnland

  23. Norwegen

Mir persönlich ist Eigenverantwortung allemal lieber als blinde Staats- oder Kapitalismusgläubigkeit. Ich lebe lieber in einem Land, in dem meine Mitbürger:innen frei sind, unvernünftig zu sein, als ein einem Land, in dem die Regierung unbegrenzte Macht hat. Ich glaube nicht, dass das Referendum eine Chance hat, doch es gehört zu einer gesunden Demokratie, dass sich die Bürger:innen dazu äussern dürfen.

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Die Freiheit des Einen geht halt nur soweit, bis da wo die Freiheit des Anderen beginnt.
Ich gehe auch erst auswärts Essen, seit es ein Rauchverbot gibt.
Genauso möchte ich gerne zum Einkaufen gehen können, ohne damit rechnen zu müssen, dass potentiell jeder Dritte Viren in Eigenverantwortung verbreitet könnte. Die Problematik ist doch, dass so jemand diese Verantwortung gar nicht wahrnehmen kann, weil sie nie weiss, ob sie selber bereits angesteckt ist.

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Andreas Bock
Pensionierter Chefarzt
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Was für ein klarer, zielgenauer Artikel. Was für bedenklich irrationale Kommentare mancher (meiner) Berufsgenossen. Ist denn nicht klar, dass man sich nicht bloss für sich selbst impft, sondern dass Impfen auch ein Akt der Solidarität ist, weil alle davon profitieren? Dass die Idee, mit "gesunder Ernährung" und frischer Luft besser gegen Corona gewappnet zu sein,  romantischer Quatsch ist (keine Evidenz, hat schon bei der Tuberkulose nicht funktioniert)?
​Das Problem mit der Eigenverantwortung ist doch ihre Gleichsetzung mit Eigennutz. Wie wäre es, am ersten August das Impfen einmal als nationale Verpflichtung zu erwähnen? "Ask what you can do for your country" (JFK) scheint völlig vergessen, besonders bei den Wehrpflichtfreunden der SVP. Danke für dieses "J'accuse", Herr Binswanger, das ist "Republik" at her best!

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Viel Dank für die klaren Worte.
Am meisten wundert mich, dass nun die Verbände und Organisationen welche im Frühling mit massivem Druck Lockerungen der Massnahmen gefordert haben, jetzt nicht ihre Mitglieder und Sympathisanten zum Impfen aufrufen. Die werden sich erst wieder melden, wenn sie durch neue Massnahmen in ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit eingeschränkt fühlen…

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Informatik-Ingenieur und Ökonom
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Mit der neuen Delta-Variante ist es eine Illusion, zu glauben, dass sich die Pandemie mittels Impfungen stoppen lässt. Erste Daten aus Israel lassen vermuten, dass die Impfung nur etwa 60% der Ansteckungen mit der Delta-Variante verhindert. Gleichzeitig sieht es so aus, wie wenn die Delta-Variante nochmal ansteckender ist als vorherige. In Kombination bedeutet dies, dass auch eine komplette Impfung der gesamten Bevölkerung die Pandemie nicht zu stoppen vermag. Am Ende wird jede und jeder die Krankheit gehabt haben. In diesem Szenario schützt eine Impfung zwar den einzelnen in 90% der Fälle vor einem schweren Krankheitsverlauf, doch die Pandemie wird dadurch nicht gestoppt, nur verlangsamt.

https://unchartedterritories.tomasp…g-you-need

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60% bedeutet, dass immerhin 2 von 3 geschützt sind und wie Sie selber sagen, auch der Dritte einen Teilschutz hat.

Hinter dem von Ihnen geposteten Link steht als Schlussfolgerung:

If you’re vaccinated, you’re mostly safe, especially with mRNA vaccines. Keep your guard up for now, avoid events that might become super-spreaders, but you don’t need to worry much more than that.

If you’re not vaccinated though, this is a much more dangerous time than March 2020. The transmission rate is higher than it used to be, and if you catch Delta, you’re much more likely to die—or get Long COVID. You should be extra careful, only hang out with other vaccinated people, and avoid dangerous events.

If you’re a community leader
If you’re in charge of a community, you have two goals:

  1. Vaccinate, vaccinate, vaccinate. ...

  2. Keep Delta at bay as much as you can while vaccinations proceed. ...

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(durch User zurückgezogen)
Musikerin & Autorin
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Hier zeigt sich grad auch ein Teil des Problems. Weil Sie nicht verstehen, wie das Virus und die Impfung funktionieren, meinen Sie kurzerhand, dies sei ein Beweis dafür, dass "man es nicht weiss". Und dann wird, statt dass man echte Fachleute ernst nimmt, irgendwelchen dubiosen Vortragsrednern auf Youtube geglaubt, welche die Welt erklären, als ob alles ganz einfach wäre. Was für eine unerträgliche Kombination von Ignoranz und Überheblichkeit!

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Liebe Frau Jäggi, es handelt sich hier nicht um einen Bericht, sondern einen Kommentar von Herrn Binswanger. Ob Sie diesen gut oder förderlich bewerten, steht Ihnen frei.

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Ökonom
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Herzlichen Dank für diesen Beitrag, dem ich nur zustimmen kann. Wenn ich das Wort "Eigenverantwortung" nur höre, kehrt sich mir der Magen. Gerade in rechten Kreisen ist das fast immer die Bezeichnung des Systems, Gewinne zu privatisieren und Kosten zu sozialisieren. Die Konzernverantwortungsinitiative lässt hier auch grüssen. (Wirklich liberale nehme ich hier ausdrücklich aus, denn diese haben inzwischen verstanden, dass Ökonomie nicht im luftleeren Raum stattfindet, sondern eine gesunde Umwelt und funktionierende Gesellschaft zwingend notwendige Voraussetzungen sind.)
Es ist meiner Meinung nach ein Irrglaube, in einer Demokratie Unvernunft an der Urne ausleben zu können. Ein Blick in die Geburtsstunden der amerikanischen Demokratie zum Beispiel zeigt, dass dort sehr wohl klare Erwartungen hinsichtlich Rationalität und Verantwortung der Wählerschaft bestanden. (Interessant auch die Tatsache, dass zu diesem Zeitpunkt Parteien noch als Übel angesehen wurden.)
Auch wenn das Modell des homo oeconomicus immer wieder kritisiert wird: Das tägliche Verhalten der Masse bestätigt es dann doch häufig genug. Menschen sind Menschen, d.h. Pflichten werden nicht geliebt und gerne vermieden. Schon der Sicherheitsgurt, bei dem es nicht einmal externen Effekt wie bei einer Impfung gibt, sondern die persönliche Überlebenswahrscheinlichkeit erhöht, zeigt, dass ein regulierender Eingriff notwendig war, dass die Autofahrer diesen auch wirklich anlegen.
Als Ökonom erlaube ich mir die Aussage, dass eine frei Wahl bei Externalitäten nicht wirklich funktioniert. Eben weil die Wechselwirkungen in den persönlichen Abwägungen nicht hinreichend berücksichtigt werden. (Das ist unter anderem eine ökonomische Begründung für den Sinn und Zweck eines Staates...) Wenn dann noch die Rationalität aus der Gleichung genommen wird, ist das "suboptimale" Ergebnis wohl noch offensichtlicher.

Freiheit ist ein Muss, aber nicht absolut. Denjenigen, die jetzt nach Freiheit schreien ohne Verantwortung für die Gemeinschaft mittragen zu wollen (entweder durch Impfung oder durch Zurückhaltung/Testen/Schutzmassnahmen) möchte ich gerne dieses - wie ich finde - sehr treffende Zitat von Thomas Bareiss (Wirtschaftsstaatssekretär in Deutschland) entgegenhalten: "Wer für sich die Freiheit in Anspruch nimmt, sich nicht impfen oder testen zu lassen, der muss auch die unternehmerische Freiheit des Veranstalters akzeptieren, ihn nicht hineinzulassen."

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Advocatus diaboli
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· editiert

Das Mantra der Eigenverantwortung ist genau 5 Rappen wert. Die jahrelangen Appelle an die Eigenverantwortung der KonsumentInnen, freiwillig auf die Gratis-Plastiksäcke zu verzichten, blieben wirkungslos. Seit die Säckchen 5 Rappen kosten, ist die Nachfrage um 80 Prozent eingebrochen. So viel zur Eigenverantwortung in der Schweiz.

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Das ist das zentrale Problem von Public Health im Allgemeinen.
Selbst, wenn wir wissen, dass wir "X" tun sollten - nicht rauchen, Sport treiben, weniger essen (die Liste lässt sich beliebig erweitern) - so reicht das eigene Wissen und die Bereitschaft eben nicht. Darum haben wir auch all die gesundheitlichen Probleme, auf die gerne laut schreiend als Vergleich mit Covid gezeigt wird.
Das Verhalten in dem Bereich ist eben einigermassen rational. Wenn es einfacher und angenehmer ist, Junk Food in mich hereinzustopfen als gesund zu kochen und auf die Portionen zu achten, so werde ich wahrscheinlich dies tun.
Wenn ich Masken tragen muss, ist das unangenehm - mache ich also nicht.
Und: Wenn es einfacher ist, nicht zu impfen als zu impfen, dann wird auch nicht geimpft. Dafür haben wir dann Masernausbrüche, es sei denn, die Kitas lassen ungeimpfte Kinder gar nicht rein.
Das Einzige was zieht, sind klare Konsequenzen. Hand => Herdplatte => Au => Nicht mehr machen.

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(durch User zurückgezogen)
Advocatus diaboli
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· editiert

Schön, dass wenigstens einer den Durchblick behält – und erst noch ganz ohne Einbildung. Leider muss ich Sie aber enttäuschen: die Einsicht wird nie eintreten, weder jetzt noch in 2 bis 3 Jahren. Allerdings rede ich von Ihrer Einsicht. Selbst bei weltweit über 4 Millionen Coronatoten (wissenschaftliche Evidenz) werden Sie und Ihresgleichen behaupten, es handle sich lediglich um eine harmlose Grippe. Und selbst wenn uns allen bald die ganze Welt um die Ohren fliegt, werden die Klimaleugner behaupten, es habe nichts, aber auch wirklich nichts mit ihrer Lebensweise zu tun.

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Ich weiss nicht, welche Datenlage Ihrem Artikel zu Grunde liegt. Aber sie liegen komplett falsch mit Ihrer Beurteilung und den daraus resultierenden Schlüssen. In Kürze wird klar sein: die Impfung verhindert allenfalls schwere Verläufe, produziert aber mittel- und langfristig schwere Langzeit-Nebenwirkungen. Die Impfung ist kontraproduktiv, hilft kaum und schadet deutlich. Und der grösste Trugschluss: mit der Impfung schütze ich die anderen. In den Ländern mit grossem Impffortschritt wird genau das Gegenteil bewiesen: die aktuelle Deltavariante wird von den Geimpften genau so übertragen.

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Und auf welchen Daten basieren Ihre Aussagen? Inwiefern ist die Impfung kontraproduktiv oder schadet gar? Ich kann diese Aussagen nicht wirklich nachvollziehen. Die Covid-Impfung ist meiner Meinung der Königsweg hinaus aus dieser Krise. Auch wenn der Schutz nicht bei 100% liegt, so schützt sie die Geimpften vor schweren Verläufen, was in mehreren Studien schon gezeigt wurde. Und am Ende habe ich persönlich lieber einen 80-90% Schutz als gar keinen.

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Haarsträubender Kommentar von Herrn Binswanger. Mit unerträglicher Selbstsicherheit diffamiert er Andersdenkende. Er scheint, dass er es nicht aushalten kann, dass nicht alle Schweizer blindlings der Panik um corona verfallen sind und es wagen kritisch zu denken. Man kann sich wohl fühlen in einer edlen Aufgabe ohne zu merken dass man blind wird vor Radikalität.
Wer ist da wohl einer Lebenslüge verfallen?

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Lieber Herr M., es ist ein emotionales Thema. Ich bezichtige nicht die einzelnen Bürger, sondern die Politik der Regierung der Lebenslüge. Kritisches Denken ist immer gut, aber es gibt auch Fakten und es gibt Dringlichkeiten. Die aktuelle Dringlichkeit besteht darin, dass wir vermeiden müssen, im nächsten Herbst wieder Tausende Tote zu beklagen zu haben. Das möchte ich vermeiden. Aus meiner Sicht hat dieses Ansinnen mit Radikalität wenig zu tun. Herzlich, DB

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Ich weiss nicht, welche Datenlage Ihrem Artikel zu Grunde liegt. Aber sie liegen komplett falsch mit Ihrer Beurteilung und den daraus resultierenden Schlüssen. In Kürze wird klar sein: die Impfung verhindert allenfalls schwere Verläufe, produziert aber mittel- und langfristig schwere Langzeit-Nebenwirkungen. Die Impfung ist kontraproduktiv, hilft kaum und schadet deutlich.

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Chefredaktion
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In Kürze wird klar sein? Ist es das auf einschlägigen YouTube-Kanälen nicht schon längst? Sie mögen Ihre Sicht haben. Mit wissenschaftlicher Evidenz hat es nichts zu tun.

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Gratulation, man muss es erstmal schaffen, so viele falsche Informationen in einen Beitrag zu packen.

Die Impfung ist sicher und schützt sowohl den Geimpften, als auch sein Umfeld. Geht euch impfen!

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Beim Thema Langzeitfolgen, wie sieht es mit den Langzeitfolgen von Covid-19 aus? Mein Vater hatte Long Covid und hat sich mittlerweile zum Glück davon erholt. Das war nicht einfach ein bisschen Müdigkeit sondern totale Erschöpfung. Er war zu dieser Zeit ein Pflegefall. Bei allen alltäglichen Tätigkeiten musste man ihn betreuen. Diese Zeit ging der ganzen Familie sehr auf die Psyche.
Die Impfung hingegen hat er sehr gut vertragen. Die in der Schweiz zugelassenen Impfstoffe sind sicher und Langzeitfolgen sind ausgeschlossen.

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Geimpft
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Woher wissen Sie dass "mittel- und langfristig schwere Langzeit-Nebenwirkungen" sicher sind?

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Die Sache mit der Eigenverantwortung entpuppt sich je länger je mehr als Märchen. Ich glaube schon lange nicht mehr daran. Ohne die Initiative des Staates hätten wir heute z B keine Gurtenpflicht, keine Katalisatoren usw.
bin gespannt, was Regierung und Behörden jetzt tun. Wahrscheinlich „beobachtet man die Situation aufmerksam und ergreift zum gegebenen Zeitpunkt Massnahmen.“ Will heissen viel zu spät, wie 2020 eindrücklich zeigt. Die Behörden müssen JETZT entschieden handeln um ein weiteres Corona-Desaster abzuwenden, halt auch gegen den Widerstand eines teils unserer Spass- und Konsumgesellschaft. Um das zu begreifen, braucht es kein Universitätsstudium.

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Wenn jemand wegen des fehlenden Impfzertifikates nicht ins Restaurant kann, ist das natürlich hochgradig unfair und zerstört die "individuelle Freiheit".
Nicht zu verwechseln mit: Wenn jemand kein Geld hat für den Restaurantbesuch, dann ist selbstverständlich alles in bester Ordnung.
(Die Armut in der Schweiz nimmt massiv zu)

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Danke, super Artikel. Genialer Ausdruck: "mit verbrieftem Recht auf Unvernunft"!

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"Impfen gefährdet die Gesundheit, Pestizide aber nicht "
SVPler und alle, die so denken leiden offensichtlich an erhebliche Denk-und Persönlichkeitsstörungen.

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Action Anthropologist
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· editiert

Auch wenn es sehr beliebt ist, die Klimafrage mit der Impf-Frage gleich zu schalten, bleiben das zwei unterschiedliche Themen mit sehr unterschiedlichen Verhältnissen zwischen "DER Wissenschaft" und WissenschaftlerInnen, die mit der "mainstream"-Meinung nicht einverstanden sind.
Der Klimawandel ist schon seit Jahrzehnten bekannt und immer besser erforscht.
Die neuen Coronaviren und wie mit ihnen am besten umzugehen wäre, ist dagegen eine sehr junge Spezial-Disziplin, bei der immer noch sehr vieles unklar und widersprüchlich ist und wohl auch noch lange bleiben wird.
Was die (scheinheilig beklagte) "Politisierung des Virus" betrifft:
Die gibt es. Aber sie wird von BEIDEN Seiten des politischen Spektrums betrieben.
Dazu kommt die offensichtliche Unfähigkeit, mit dem jeweils anderen Lager zu sprechen.
Besonders deutlich zeigte sich dieses Unvermögen für mich bei zwei Beispielen:
Auf Watson erschien ein Artikel, in dem eine Watson-Reporterin den "Impfmuffel-Kanton Appenzell" besuchte. Sie führte aber nur Gespräche mit BefürworterInnen der (völlig neuartigen- und erst BEDINGT zugelassenen Gentech-) Impfungen!
Bei nochmaligem Durchlesen entdeckte ich immerhin noch EINEN EINZIGEN sogenannten "Impfmuffel", der sich ein ganz klein wenig äussern durfte.
Gleichentags hatte der Politologe Hermann in der Tagesschau einen Auftritt, in dem er die (rhetorische) Frage in den Raum stellte, warum nur immer noch so viele Leute zögern würden mit dem Impfen. Er gab sich die Antwort gleich selber, indem er die "Politisierung des Virus" beklagte und dass die Leute noch zu wenig informiert seien.
Etwas weniger gescheit ausgedrückt heisst das, dass die Leute entweder noch zu wenig wissen, oder ganz einfach zu blöd sind, zu begreifen, worin ihr Glück liegen würde.
Bei mir sträuben sich bei all dieser -telegen lächelnd- gelebten Arroganz die Nackenhaare, und es läuft mir kalt den Rücken hinunter. Mir kommen unwillkürlich die Assotiationen von "Zwangseinweisung in die geschlossene Abteilung der Psychiatrie" mit Zwangsjacke und Elektroschock-Behandlungen, "Umerziehungs-Lager", "Fürsorglicher Freiheits-Entzug" durch Mitmenschen, die "es doch nur gut mit Dir meinen"...
Eine überspitzte Dystopie, ich weiss. Denn in einer Demokratie entscheidet immer noch die Mehrheit! Und die Mehrheit hat schliesslich immer recht.
Die Mehrheit hat darum auch das demokratische Recht, die Bürgerrechte, die Menschenrechte und das Wahlrecht ausser Kraft zu setzen, sowohl temporär, als auch längerfristig.
Hat sie dieses Recht wirklich?!
Die Geschichte lehrt uns:

  • Hitler war am Anfang seiner Machtergreifung demokratisch legitimiert.

  • Erdogan war am Anfang seiner Machtergreifung demokratisch legitimiert.

  • Trump war am Anfang seiner Machtergreifung demokratisch legitimiert.
    Wie es dann weiter ging, muss ich hier nicht weiter ausbreiten.
    Wie sich Viren exponentiell vermehren, vermehren sich auch Duckmäuser, Mitläufer und übereifrige Erfüllungsgehilfen exponentiell!
    Welche Art von exponentiellem Wachstum ist schlimmer und verherender?
    Ich will hier auf eine vorgefertigte Antwort verzichten und es jeder Leserin und jedem Leser selber überlassen, eine persönliche Abwägung von Risiko und Nutzen zu machen für den Fall, dass die allgemeine Impf-Pflicht und der indirekte Impfzwang weiter Schule machen sollen, insbesondere wenn sie mit neuartigen Gentech-Impfstoffe durchgepeitscht werden sollten, die noch ungenügend auf Nebenwirkungen und Langzeitfolgen getestet worden sind!
    Wenn sich die Befürchtungen von nahmhaften ExpertInnen des Immunsystems und von WissenschaftlerInnen anderer Wissenschaften, welche sogenannte "Kollateralschäden der besonderen Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie" untersuchen, nämlich bewahrheiten, könnten wir es bald mit einem weiteren "Verbrechen an der Menschheit und gegen die Menschlichkeit" zu tun haben!
    Und wieder wird es heissen:

  • "Das konnten wir doch nicht wissen!"

  • "Wir befolgten doch nur unsere Anweisungen!"
    Ich zähle mich selber zum "links-grünen" politischen Lager.
    Was die (immer offensichtlichere) Klimaerhitzung angeht, ist für mich klar, dass wir die Energiewende hin zu den "Erneuerbaren" beschleunigen müssen.
    Was den Umgang mit der "Corona-Pandemie" angeht, ist für mich ebenfalls klar, dass wir den (pragmatischen und besonnenen) "Schweizer Weg" weiter gehen sollten, mit dem wir -ohne allzu grosse "Kollateral-Schäden"- eine "Herden-Immunität" von ZWEI Seiten her erreichen:

  • natürliches Durchmachen der Krankheit und natürliche Immunisierung (für die meisten Kinder, Jugendlichen und gesunden Erwachsenen sehr gut machbar)

  • mit durch Impfstoffe und Medikamente unterstützten Immunsystemen (für Vorerkrankte und sehr alte Menschen)

  • Eine Impf-Pflicht für spezielle Berufsgruppen käme für mich erst in Frage, wenn SICHERE Impfstoffe zur Verfügung stünden, für welche die Pharma-Firmen auch HAFTEN müssten!

  • Bald wird mit Novavax ein erster "traditioneller" Impfstoff zur Verfügung stehen, der es -bisher noch abwartenden- Impf-SkeptikerInnen (meine Frau ist eine solche) ermöglichen wird, sich impfen zu lassen.
    Also, habt doch einfach etwas Geduld!
    Die Welt wird nicht von heute auf morgen gerettet.
    Und sie geht auch nicht morgen schon unter, auch wenn es im Moment mehr als genug regnet und stürmt...

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· editiert

Die mRNA- Impfungen sind alles andere als „völlig neuartig“, sondern werden seit spätestens 1993 erforscht, der Wirkmechanismus ist seit den frühen 60ern bekannt. Klinische Studien mit Menschen gibt es seit den frühen 2000ern.
Und mit „Gentech“ evozieren Sie bewusst Assoziationen, um Angst zu schüren, die Impfung interagiert mit dem Genom in keinster Weise. Natürliches Durchmachen birgt ein viel grösseres Risiko und schützt schlechter als die Impfung.

Wie kann man also mit Ihnen, auf der anderen Seite, vernünftig diskutieren, wenn Sie nicht Mal die Fakten anerkennen?

Und Worte wie „Duckmäuser, Mitläufer und übereifrige Erfüllungsgehilfen„ oder Hitler-, Trump- und Erdogan-Vergleiche zeugen auch nicht wirklich von Dialogbereitschaft.

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Ökonom
·

Echt jetzt? Hitler? Schön, dass der mal wieder genannt wird... Mit diesem (sehr schrägen) Argument delegitimieren sie fast jede Mehrheitsentscheidung. (Und nur so am Rande: Die Wahl dieses Österreichers war wohl kaum wirklich demokratisch zu nennen, wenn Sie das ganze "Vorspiel" berücksichtigen. Es ist nicht nur das Ergebnis in einem Parlament, das zählt.)

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Wenn ich bei der Gelegenheit noch dies loswerden dürfte:
Meine Sorge um die Qualität der Corona-Berichterstattung - ob es sich um direkte Einflussnahme oder nur vorauseilender Gehorsam der Journis ist, soll jeder für sich beantworten:
Mittlerweile wissen wir alle, dass die Coronaimpfung zu starken Reaktionen des Organismus führt. Mehrtägige Bettlägerigkeit von sonst gesunden Personen sind keine Seltenheit. Es ist uns allen mittlerweile klar, dass bei Menschen mit prekärem Gesundheitszustand die Impfung nicht angezeigt ist.
Die ersten Informationen dazu - der Tod eines Luzerner Betagten gleich nach der Impfung, die Anweisung des norwegischen Gesundheitsministerium, hochbetagte und kritisch kranke Menschen nicht zu impfen - gelangten erst in die Schweizer Presse, als die Information über soziale Medien durchgesickert war. Im Fall der Anweisung der norwegischen Regierung war das besonders erstaunlich: Auf Schweizer Medien wurde diese Information mindestens eine halbe Woche ignoriert, während sie auf deutschen Medienportalen sofort einsehbar war.
Ich wage zu behaupten: Diese (Selbst-)Zensur hat Menschenleben gekostet. Medienschaffende haben auch eine Verantwortung bei der Unterdrückung von Informationen, nicht nur bei der Verbreitung.

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(durch User zurückgezogen)
· editiert

Ich hoffe für alle, dass das fähig News sind.

Meine Güte, tatsächlich? Diese "Quelle"?
Da ist ihr Schreibfehler noch besonders absurd.
Wenn ich die Titelseite ihres Hetzblättchens aufrufe, muss ich nichts weiter wissen.
Das ganze Themenspektrum von Anti-Migration über Anti-Homosexuell bis Antisemitisch. Hauptsache Anti.
Gedanken-freiheit im Sinne von frei von Denken...

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Ich bin fassungslos. Ich habe die Republik und seine Foren immer geschätzt für den hochstehenden, wertschätzenden Dialog zwischen Menschen mit verschiedenen Meinungen. Es hat sich immer gelohnt, die Kommentare zu lesen, man stiess auf neue Ideen, wurde oft animiert, etwas nachzuforschen, kurz, es war spannend und lehrreich.

Und nun das, die Foren werden geflutet mit Kommentaren, die fern jeglicher Fakten sind, von sehr neuen Abo-Haltern. Bitte liebe Republik, sperrt diese Leute sofort aus, sie zerstören eine sehr wichtige und wertvolle Möglichkeit, sich auf einem guten, lehrreichen Niveau über die verschiedensten Themen auszutauschen.

PS: die verlinkte Zeitung ist ein Hetzblatt, das Verschwörungstheorien verbreitet. Man muss sich nur die Schlagzeilen anschauen. Ausserdem basiert die Webseite auf Wordpress, was auf eine private Seite schliessen lässt, und nicht auf einen journalistisch betriebene Zeitung.
PPS: Ich bin dafür, dass in die Etikette ein weiterer Punkt aufgenommen wird, nämlich dass das verbreiten von Fake-News zum Ausschluss führt. Ich weiss, das ist nicht immer einfach mit wissenschaftlich basierten Fakten, aber in diesem Fall ist es das.

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Chefredaktion
·
· editiert

Wir beobachten die Qualität des Dialogs selbstverständlich. Ich würde das Problem allerdings nicht überbewerten. Auch in dieser Debatte gibt es hochinteressanten Austausch. Andere Meinungen und Perspektiven sind auszuhalten, das gehört zu einem demokratischen Diskurs. Zu einem hohen Grad reguliert sich der Dialog durch Gegenrede und Downvotes selbst, bei klaren Verstössen greift die Etikette und die Durchsetzung von dieser durch die Redaktion. Freundliche Grüsse!

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(durch User zurückgezogen)

Wirksamkeit von Impfungen googeln! Hier ein copy-paste von wiki:

Erkrankung | vorher (Jahr) | nachher (Jahr)
Diphtherie | 175.885 (1922) | 1 (1998)
Haemophilus Influenzae B | 20.000 (1982) | 54 (1998)
Keuchhusten | 147.271 (1925) | 6.279 (1998)
Masern | 503.282 (1962) | 89 (1998)
Mumps | 152.209 (1968) | 606 (1998)
Pocken | 48.164 (1904) | 0 (1998)
Röteln | 47.745 (1968) | 345 (1998)

Whow.

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Warum gibt es heute keine Pocken mehr, kaum Masern und Polio nur an den Orten, wo die Leute nicht geimpft sind? Wegen der pöhsen pöhsen "Pharma"?

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Advocatus diaboli
·

Ich bin gelinde gesagt ziemlich irritiert über den beachtlichen Anteil an Kommentarschreiber*innen, die in diesem Dialog höchst fragwürdige «Meinungen» veröffentlichen (und diese mit höchst zweifelhaften Quellen belegen). Selbst wenn es bloss vereinzelte Vielschreiber*nnen sind, die offensichtlich ihren Spass daran haben, mit ihren struben Ansichten zu provozieren, hinterlassen diese Kommentare bei mir ein ungutes Gefühl. Schliesslich handelt es sich dabei ja um Mitverleger*nnen. Als Verleger trage ich somit indirekt dazu bei, dass diesen Meinungen hier ein weiteres Forum gegeben wird. Es ist ein bisschen so, als ob man gezwungen würde, an einer Demo von Coronakritiker*innen mitlaufen zu müssen.

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Nun ja, es ist einfach für bewegte Corona Skeptiker, ein Monatsabo der Republik zu lösen, die Kommentarspalten zu füllen und sich dann vom nächsten ablösen zu lassen. Mit der Zeit entsteht so eine ‚false balance‘.....

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Niemand hat das Recht jemand anderen anzustecken, schon gar nicht eigenverantwortlich! Bei HIV ist dies eigentlich allen klar, warum nicht bei Covid?

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Heute morgen fühle ich mich als Ihr Verleger richtig unwohl, lieber Daniel Binswanger.

Die Tonalität Ihres Kommentars verunglimpft mich. Weil ich angesichts der ambivalenten Datenlage noch zögere, mich impfen zu lassen. Weil ich noch zu viel Angst habe vor unabsehbaren Impffolgen.

Sie fallen moralisch über mich her, bezichtigen mich der «Lebenslüge», der «Verdrängung»; Sie behaupten, ich wolle «in keiner Weise durch Schutzmassnahmen behelligt» werden. Ich poche auf mein «Recht auf Eigen- und Fremdgefährdung», schreiben Sie.

Auch intellektuelle Defizite kleben Sie mir an den Schädel. Uneinsichtigerweise nehme ich das «Recht auf Unvernunft» für mich in Anspruch. Schreiben Sie.

Das ist alles nicht ganz richtig, lieber Daniel Binswanger. Ich stosse mich an Ihrer Pose dessen, der ambivalenzbefreit und entspannt weiss, wo Gott hockt.

Es enttäuscht mich, dass die Republik mich als ihren Verleger diffamiert und offenes Denken in die Leserbriefecke auslagert.

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Es erschreckt einen doch, wenn die unglaublich vielen Daten zu den klinischen Tests nicht als genügende Datenlage verurteilt werden! Noch nie wurden mögliche Impfstoffe in derart kurzer Zeit mit so ungehuer vielen Probanden und weltweit vernetzt getestet. Und weil man seit 150 Jahren das Prinzip des Impfens kennt und anwendet, weiss die Forschung ein x-faches mehr über Langzeitproblematiken, als jeder dieser Youtube-Behauptis auch nur eine Ahnung hat! Wenn man schon so besorgt ist: Es ist möglich, die mittlerweile ca 100 Stunden NDR-Podcast sorgfältig anzuhören. Danach weiss man wirklich etwas von der Materie. Aber das ist halt sehr zeitaufwändig und anstrengend, es entspricht ungefähr einem Semester -Seminar einer Uni. Aber es ist verständlich. Wenn einem genaues Wissen, Sorge und Skepsis denn wirklich antreibt. Ich hab sie alle angehört. Natürlich bleiben gewisse Ambivalenzen, wie immer in der Wissenschaft. Das betreriten Wissenschaftler auch nicht. Aber es sind nicht Ambivalenzen an jenen Sachverhalten, welche Sie vermuten.
Es ist aber viel leichter, solche Anstrengung mit zu umgehen, indem man deren Vertreter als "ambivalenzbefreit" diffamiert. "Offenes Denken", für sich proklamiert, das noch selten so leicht mit Evidenz als "eng" belegbar ist, wie in der Coronafrage. Das hier so darzustellen, ist schon fast etwas lachhaft. Vor allem, wenn Sie der K. H. sind, den ich vermute. Der Psychologe, welcher selber am besten über die "Biases" der Menschen Bescheid wissen sollte, stolpert über seine eigenen.... Hm.

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Gegen das Maskentragen und Impfen wird gerne mit der ureidgenössischen Freiheit argumentiert.

Das wohlbemerkt im gleichen Land wo die Polizei gerufen wird wenn die Kinder Sonntags im Treppenhaus lärmen, das Altpapier nicht ordnungsgemäss gebündelt, oder nach 22:00 das WC gespült wird.

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Bei der Gelegenheit möchte ich noch etwas loswerden:
Ich befürchte, dass die Corona-Pandemie einen weiteren Schub der Risikoaversion bei den Schweizern auslöst: Auch mündige und erwachsene Personen dürfen sich freiwillig nicht mehr dem Risiko, zu sterben, aussetzen. Aktuell geht die Diskussion um den Impfverzicht in diese Richtung.
Wenn Impfverzicht als unverhältsmässige Gefährdung der eigenen Gesundheit und derjenigen weiterer Impfverzichtler betrachtet wird: Sind dann Risiken wie Hochtouren, Skitouren, Gleitschirmfliegen, Alkohol- und Tabakkonsum, Elektrovelofahren, Autofahren, (findet weitere lustige Beispiele) auch noch verantwortbar? Hmmm...

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Wenn Sie Alkohol trinken, rauchen, Skitouren machen, etc., dann löst dies bei allen anderen auch Folgekosten aus (gesundheitliche Langzeitschäden, Beanspruchung von Versicherungen, Aufbauen von Rettungskapazitäten). Aber das geht i.O. Wir sind eine Gesellschaft und tragen das Risiko gemeinsam (über die Versicherungen und Steuern). Das ist eine rein finanzielle Sache und man kann das verkraften.

Aber da, wo Ihr Verhalten die Gesundheit anderer gefährden könnte, ist die Freiheit, zu tun und zu lassen was man will, einfach vorbei. Sie fahren ja auch nicht 160kmh auf der Autobahn, weil dies Ihnen einfach beliebt?

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Wie extrem schwierig scheint es durchzugeben, dass Eigengefährdung NICHT das gleiche ist wie Fremdgefährdung! Das allein zeigt den Kern des Problems deutlich auf.
Es scheint, als glaubten gewisse Menschen sie lebten ganz allein auf der Welt, und ganz zufällig in einer Gemeinschaft, die Schweiz heisst. Und hätten (deshalb?) keinerlei Verpflichtungen dieser Gemeinschaft gegenüber.
Ausser vielleicht 1x pro Jahr Steuern zu zahlen.
Unglaublich.
Wenn man von der hohen "Schulbildung" dieses Volkes ausgeht - noch unglaublicher.
Ein Armutszeugnis für die Bildung, übrigens.

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Ich kann Herrn Binswanger voll und ganz zustimmen. Herr Macron hat einen Schritt in die richtige Richtung getan. Ich habe viele Jahre in der Pflege gearbeitet und man lernt dort genau was es braucht um Eigenschutz und den Schutz der Patienten zu gewährleisten. Leider hat sich aus meiner Sicht schon seit den 80-iger Jahren bei einem grossen Teil des Pflegepersonals eine Abneigung gegen sämtliche Impfungen entwickelt.Aber die Aversion gegen die sogenannte Bevormundung während dieser weltweiten Pandemie ist tragisch.

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Besten Dank Herr Binswanger wieder einmal hervorragend!

Das einzige das ich nicht unterschreiben würde ist die Quote SVP. Die Impfgegner welche ich kenne gehören nicht zu deren Klientel. All die Massnahmengegner und Covid Lügner welche sich seit gut einem Jahr in der Republik tummeln wohl auch nicht.

Wer sich nicht impfen lassen will sollte Folgekosten für Gesundheit und Arbeitsausfall selbst bezahlen.

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Nicht die SVPler machen 50 Prozent der Impfgegner aus. Aber 50 Prozent der SVPler sind Impfgegner.

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THOMAS GALLMANN
Praxispädiater
·
· editiert

Diskriminierung beginnt damit, dass man eine Minderheit die anders ist, denkt oder handelt, zum Sündenbock macht.

Die führenden Impfexperten, Leute die einen grossen Teil ihrer Karriere, also auch ihres Lebens für die Entwicklung und Verwirklichung von Impfungen eingesetzt haben, gehen das Thema differenziert an. Ich weiss es aus vielen Fortbildungen, lokal, national und international über alle Kontinente.

Praktizierende Fachleute der Gesundheitsverorgung, z.B. in der Pflege, der Hausarztmedizin und der Praxispädiatrie haben Erfahrungen, oft über Jahrzehnte, wie mit Krankheiten, Behandlung und Prävention umzugehen ist. Sie lassen sich nicht in die schwarz-weiss Polemik einspannen, sie haben Verständnis für verschiedene Haltungen. Haltungen, die auf unterschiedlicher Lebenserfahrung, ethischen Fragestellungen, eigenen Werten und immer auch Toleranz und Respekt beruhen.

Dass «der Arzt» alles weiss, verordnet und «der Kranke» gehorsam zu sein hat – dieses Bild hat die wissenschaftliche Medizin schon lange hinter sich gelassen. Das gilt auch bezüglich der vielen echten und selbsternannten anderen Experten.

Dabei sind es gerade auch Leute, die schon lange bewusst leben, die schon anderswo für eine eigene Meinung gekämpft haben, und wie gesagt oft auch geade Leute aus sozialen und Gesundheitsberufen, die die propagierten einfachen Lösungen in Frage stellen.

Leute, deren Unbehagen mit der modernen Technologie, der Macht von grossen Konzernen, der Verfilzung von Politik, oekonomischen Interessen, Medien und Prominenz gute Gründe hat.

Leute anderseits, die eine Rechtssicherheit, demokratische Prozesse und die Freiheit, auch unpopuläre Meinungen äussern zu dürfen, genau so hoch schätzen wie Toleranz und Repekt - insbesondere auch den weniger privilegierten Minderheiten gegenüber.

Und nun kommen die Schreibtischtäter, diagnostizieren eine nationale Unvernunft, verorten sie als politisch und wollen mit allen Mitteln die einzig richtige Meinung durchsetzen.

Meiner Meinung nach ist in diesem Artikel einiges fehlinterpretiert, unbewiesene Behauptung oder nachweislich falsch:
• «Lebenslüge»: Heilige Einfalt, die ganze Diversität mit einer Diagnose erfassen zu können. Hier gilt die gleiche Regel wie überall wo es um Diskriminierung geht: Mit den Leuten sprechen – nicht über sie.
• «Fallzahlen steigen»: Ja seit 3 Wochen. Das ist plausibel nach den grossen Lockerungen, der Reisetätigkeit, der Fussballmeisterschaft. Auch das schlechte Wetter könnte dazu beigetragen haben. Eine gewisse Besorgnis ist angebracht, da auch die Positivrate von tiefsten Werten unter 1% wieder auf über 2% angestiegen ist. All das ist jedoch weiterhin auf tiefem Niveau. Der Titel deutet an, es gehe so weiter. Diese Frage ist natürlich brisant, aktuell aber nicht zu beantworten.
• «Impfwille schwindet»: Das ist überhaupt nicht meine Beobachtung. Ich kenne ganz wenige Leute, die prinzipiell dagegen sind, sich gegen SARS-CoV-2 impfen zu lassen. Je erfolgreicher die in der Schweiz zugelassenen Impfungen schützen, desto mehr Leute, die jetzt noch zögern, werden sich zudem - wenn die Impferfolge weiter anhalten - für die Impfung entscheiden. Dass aktuell die Impfaktivität sinkt, ist schon damit erklärt, dass viele Leute sich möglichst noch vor den Ferien komplett impfen lassen wollten. Viele andere gehen jetzt in die Ferien und entscheiden sich nachher.
• Gemäss BAG vom 15.07. sind von den gefährdeten Altersgruppen folgende Anteile vollständig geimpft: Über 80 Jahre alt: 80.9%, 70-79: 82.1%, 60-69: 68.8%, 50-59: 54.9% und 40-49: 43%.
• «… fundamental gespalten»: Das kann man nur sagen, wenn man nur eine einzige Meinung akzeptiert. Ich erlebe keine fundamentale Spaltung, sondern eine grosse Diversität.
• Zu den Masken will ich nur so viel sagen: Es kommt extrem darauf an, wie sie angewendet und ins ganze Schutzkonzept integriert werden. Warum haben sich Gesundheitsfachpersonen, z.B. auch Zahnärzt*innen trotz engem Kontakt im letzten Jahr so wenig angesteckt?
• Zur Eigenverantwortung nur so viel: Mitdenken und sich sinnvoll verhalten, was eine grosse Mehrheit getan hat, hat sicher sehr viel zum günstigen Verlauf beigetragen. Es ist eine allgemeine Regel, dass Massnahmen, auch einfache Empfehlungen in Gesellschaften besser befolgt werden, die in ihre Regierung Vertrauen haben.
• Nun das Dogma, dass eine bestimmte Durchimpfung in Prozent der Gesamtbevölkerung der entscheidende Wert ist, der über den Verlauf der Pandemie entscheidet. Das ist der oft unausgesprochene Glaube, der die ganze Polemik alimentiert. Bis im Dezember 2020 war es noch der Glaube, die Pandemie loszuwerden zu können. (Erstmals öffentlich in Frage gestellt hat das Prof. Martin Ackermann an einer BAG Medienkonferenz. Unterdessen ist es Allgemeinwissen.) Dann kam die Phantasie der Herdenimmuität. (Diese wurde unter anderem auch von Drosten im Interview in der Republik verabschiedet. Unterdessen ist auch dieser Glaube obsolet.)
• Aktuell ist vor allem der Druck auf junge Erwachsene und Minderjährige ab 12 Jahren gross. Diese haben noch tiefe Impfraten. Gleichzeitig sind sie von der Krankheit wenig gefährdet. Bei den unter 16 Jährigen ist zudem die Datenlage zur Impfung noch gering. Eine wissenschaftlich anerkannte Hypothese ist, dass das SARS CoV-2 langfristig weiter zirkulieren wird, dass aber die Krankheitslast abnehmen wird. Das könnte mit - mit Antikörpertests nicht messbaren -Immunitätsfaktoren zusammenhängen. Z.B. mit der zellulären Immunität und der Oberflächenimmunität auf der Ebene der respiratorischen Schleimhäute. Da die mRNA Impfungen vor allem Antikörper gegen ein spezifisches Protein hervorrufen, könnte eine natürliche Immunisierung langfristig Vorteile bringen. (Die genannten Impfungen zeigten einen hohen Schutz auch der Risikopersonen gegen schwere Verläufe von Covid.) Bei den wenig gefährdeten Bevölkerungsgruppen geht es ja um die Verbreitung der Viren. Ich behaupte nicht, alles zu wissen. Sicher ist aber der Druck auf Junge Erwachsene und gar Minderjährige, die selten schwer erkranken, nicht in dem Mass gerechtfertigt, wie es in diesem Artikel dargestellt wird.

Warum ich das nicht für eine linke Position halte:

Von den Fichen in den 70er Jahren bis zum Referendum gegen das PMT Gesetz haben wir immer wieder gegen den Überwachungsstaat gekämpft.
Der Einsatz gegen Rassismus und alle weiteren Formen der Diskriminierung war selbstverständlich.
Menschenrechte, Menschenwürde, Toleranz und Respekt gehören – zumindest für mich – untrennbar dazu.

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Ich mag nicht alles kommentieren, denn es hat auch etwas Richtiges.

Aber zur Diskriminierung so viel: Diskriminierung ist die Verletzung des Gleichbehandlungsgebotes. Dieses verlangt Gleiches gleich und Ungleiches ungleich zu behandeln. Es ist keine Diskriminierung, wenn kleine Leute kleinere Hosen bekommen als Grosse.

Die diversen Schutzmassnahmen sind nicht nur zum eigenen Schutz da, sondern damit Infizierte weniger andere Leute anstecken. Das wurde schon so oft erklärt, dass ich wirklich nicht verstehe, weshalb man das hier wieder ignorieren und von Diskriminierung sprechen kann, wenn Leute, welche viele andere Leute anstecken möchten (bzw. denen das schnurz ist) und das ausgerechnet "Eigenverantwortung" nennen, daran gehindert werden. Und dass diese Eigenverantwortungs-Larifaris verlangen, dass die verantwortlich handelnden Leute dieselben Einschränkungen erleben, ist was? Der Wille, die Verantwortlicheren zu diskriminieren.

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/| -_- |\
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Eine prophylaktische Gentherapie entspricht in keiner Weise der klassischen Definition von Impfung.

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Können Sie hier schnell schildern, wie die Impfung Ihrer Meinung nach funktioniert?

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/| -_- |\
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Es war nur ein Hinweis, dass man (streng deterministisch) eigentlich von Gentherapie und nicht von Impfung sprechen sollte. Ein profilierter Experte kann Ihnen aber die Funktionsweise näher bringen.

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Wie stehen wir hinsichtlich Wirksamkeit der Durchimpfung im Vergleich zu Grossbritannien? Ich habe am Anfang des Aufkommens der Deltavariante gelesen, dass GB zwar viele Geimpfte hätte, aber v.a. 1x geimpfte (auf Grund der Strategie, möglichst viele möglichst bald wenigstens teilweise geschützt zu haben), aber nur die vollständig Geimpften ausreichend gegen die Deltavariante geschützt seien. Insofern könnte ich mir vorstellen, dass die Schweiz wenigstens bei den älteren Bevölkerungsgruppen (und pot. Hospitalisierungen insgesamt) etwas besser dasteht.

((Nebenbei, nicht zu vergessen: die Impfung lohnt sich wohl auch gegen LongCovid))

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Lieber Herr Gallmann
Ihren Beitrag finde ich um Welten konstruktiver, objektiver und wertvoller als den polarisierenden Artikel von Herrn Binswanger, in welchem er sich über die Polarisierung beklagt. Vielen Dank für diese klaren Gedanken.

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Lieber Herr S., es ist ein sehr klassisches Argument, das zum Beispiel grade im MAGA-Republikanismus in den USA sehr hoch im Kurs steht: Wer die Polarisierung feststellt, sagt etwas Polarisierendes und ist ergo selber viel schlimmer als das Phänomen, das er beschreibt. Herzlich, DB

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"Profil der wahnsinnigen"
Sie behaupten folgende Gedanken :

  • covid19 ist harmlose Grippe

  • klimawandel hat immer gegeben
    -Steuerdamping ist OK

  • von Europa soll man nur profitieren

  • Die Staat soll nichts tun

  • Eigenverantwortung löst alle Probleme

  • Subventionen nur für die Bauern

  • sozial ist ein Schimpfwort

  • mehr Strassen sind notwendig

  • stimpelsteuer muss abgeschafft werden

  • Moral ist hinderlich für das Geschäft

  • Regulierung ist Kommunismus

  • das Kapital weiss, was gut ist
    Überraschend :
    Wer eine dieser Gedanken behauptet, hat meistens die anderen auch.

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· editiert

"Die grosse Schweizer Lebenslüge - Das Recht des Eidgenossen auf Unvernunft scheint unbegrenzt": Dieses Phänomen trifft leider nicht nur auf einen beachtlichen Anteil in unserer Bevölkerung in Fragen der Pandemiebekämpfung zu, sondern auch auf den Umgang der Mehrheitsgesellschaft mit dem Klimawandel. Auch in diesem Bereich herrscht die Unvernunft, trotz klarer und unwiderlegbarer Hinweise aus der Wissenschaft. Die Argumentation der Impfverweigerer mag mich irritieren, mein eigenes Verhalten bezogen auf meinen Fussabdruck muss ich aber ebenso kritisch hinterfragen. Die Einsicht in die eigene Unvernunft bewahrt mich davor, die Unvernunft anderer gnadenlos zu geisseln.

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Herr Binswanger, Sie fragen, warum "das Land der Konkordanz- und Kompromisskultur (...) so fundamental gespalten ist". Ich wage eine Antwort: Weil Polarisierung der Kompromisskultur nicht gerade zuträglich ist. Mit Ihrem Artikel ernten Sie den Beifall derer, die ohnehin Ihrer Meinung sind. Die anderen fühlen sich umso stärker davon abgestossen. Da nützt auch der kleine Anteil an informativem Inhalt nichts mehr - schade.

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Die Entscheidung sich nicht impfen zu lassen wird in meiner Wahrnehmung respektiert. Die Nicht Geimpften profitieren von der Immunität in der Bevölkerung, wollen sich aber nicht solidarisch verhalten. Okey einverstanden. Ich akzeptiere jedermanns Entscheidung. Wenn die Regierung im Winter aber das Zertifikat auf die Restaurants erweitert, muss man so konsequent sein und das ebenfalls akzeptieren.

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Markus Scheuring
Arzt
·
· editiert

Auch wenn ich mich vor einem möglichen Shitstorm fürchte, hier mein Kommentar als Bürger und Arzt zum Artikel von Daniel Binswanger.
Als erstes meine politische Haltung:

  • ich stehe generell hinter den Massnahmen des Bundesrates während dieser Epidemie, habe jedoch kritische Fragen die aktuelle Impfstrategie betreffend.

  • ich bin absolut gegen dieses neue Referendum «Gegen das Covid-Gesetz», finde es aber gefährlich, diese Mitbürger:innen nicht ernst zu nehmen.

Neben den polarisierten Meinungen von vielen Kommentator:innen und den «Corona-Skeptikern» gibt es auch eine kritische, der kaum Raum gegen wird, u.a. von vielen Ärzt:innen, die sich kaum zu äussern wagen.
Die «Politisierung des Impfens» ist eine Tatsache. Wer auf dem «Recht auf Unvernunft» beharrt: da kann man geteilter Meinung sein, wer das ist. Aus meiner Sicht ist die Unvernunft eher zu suchen beim Setzen auf nur EINE Karte: der Impfung mit mRNA. Anstatt auch andere – bewährte – Impfstoffe zu pushen, wie vor allem Novavac. Es geht aktuell nicht um Impfen ja oder nein, sondern darum, womit man impft (es gibt ja unverständlich keine Wahl).
Vieles an Ratio – scheinbar auch bei Daniel Binswanger – wird im seit Monaten dauernden Angst-Panik-Modus ausgeschaltet, auch bei meinen geschätzten Fachkolleg:innen und bei den Linken (inc. WoZ).
Es gibt berechtigte Bedenken die Zukunft betreffend wegen den genbasierten Impfungen. Einerseits sind die Impfreaktionen (die kaum offiziell gemeldet werden) viel gravierender als bekannt gegeben. Anderseits sind aus verständlichen Gründen mögliche Langzeitwirkungen (ausser den bekannten wie Myokarditis) noch unklar. Wie viele der Impfverfechter mit mRNA den Mechanismus begriffen habe, weiss ich nicht. Dass es sich – hört auf mit «30 Jahren Erfahrung», das stimmt so einfach nicht! – um ein völlig neuartiges Prinzip handelt (wissenschaftlich/technisch absolut genial) ist eine Tatsache. Als älterer Arzt habe ich von meinen Lehrern gelernt, bei neuen Medizintechniken erst einmal zurückhaltend zu sein (primum nil nocere) und von den Ethiker:innen, das Ethikdilemma (Sie kennen das Beispiel mit der Weiche) wichtig zu nehmen.
Aktuell ist am wichtigsten, wachsam zu bleiben betreffend Auswirkungen und Nebenwirkungen. Auch die Mutationsmöglichkeiten sind nicht sicher geklärt (neues Prinzip) und einfach den nicht Geimpften Schuld für den Anstieg der «Fallzahlen» zu geben ist unfair. Nur der Verlauf wird zeigen, was wirklich wahr ist –das Unwissen ist noch gross. Not tut auch, die «Fallzahlen» zu differenzieren und mit Ihnen die Krankheitsfälle- und stärke zu melden. Denn Infizierte sind nicht per se krank, es werden ja massenhaft Test (auch das nach alter Schule bedenklich) bei Gesunden gemacht (halte ich mit der nötigen Skepsis sinnvoll).

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Lieber Herr Scheuring,
Ich schätze es sehr, dass Sie hier den konstruktiven Dialog suchen. Ich will Ihnen jedoch nicht verhehlen, dass ich über Ihre Argumente sehr erstaunt bin. Es ist ja schon länger bekannt, dass eine nicht unbeträchtliche Anzahl Hausärzte der Impfung oder jedenfalls der mRNA-Impfung skeptisch gegenübersteht. Ich anerkenne, dass hausärztliche Erfahrung ein sehr hohes Gut ist, besonders weil es die Praktiker an der Front sind, die wissen, was es braucht, damit es kranken Menschen wirklich besser geht - was Sinn macht und was nicht. Hier geht es jedoch um eine erfolgreiche Pandemie-Strategie um ein epochales public health Problem, und da sollten doch Funktionsträger wie Sie auch bereit sein, auf Ihre Kollegen zu hören und nach dem besten und gesichertesten Stand des Wissens zu handeln. Ich bin kein Molekularbiologe - und Sie auch nicht. Wir müssen der scientific community glauben, um zu den rationalste möglichen Entscheidungen zu kommen - und ich staune manchmal über eine Haltung der Hausärzte, die mir extrem egozentrisch und schlicht etwas arrogant vorkommt. Wenn Sie mir die seriösen wisschenschaftlichen Studien oder Argumente vorlegen können, die zeigen, dass mit den mRNA-Stoffen hohen Langfristrisiken verbunden sind, würden Sie mir einen grossen Gefallen tun. Ich habe Sie gesucht und nicht gefunden. Was zutage liegt, ist der überwältigende Konsens aller Spezialisten (und nicht nur der "Pharma-Vertreter") und sämtlicher Zulassungsbehörden (halten Sie diese für inkompetent, verantwortungslos, gekauft?), die auf mRNA setzen. Wir stehen unter maximalem Zeitdruck, im letzten Spätherbst sind über 7000 Menschen gestorben, wenn sich das diesen Jahr nicht wiederholen soll, dann nur wegen der Impfungen. Und nun sagen Sie, man sollte besser abwarten? Non nocere? Ich habe Schwierigkeiten, solche Aussagen ernst zu nehmen. Sie wird der Situation in keiner Weise gerecht. Erst einmal skeptisch sein, ist nie falsch. Aber wir haben ein ganz massives Problem, wir müssen handeln. Jetzt.
Wie kommen Sie im weiteren zur Aussage, es sei unfair, den nicht-Geimpften die Schuld am Anstieg der Fallzahlen zu geben. Es gibt einen sehr gut belegten Zusammenhang zwischen Nicht-Impfung und Infektionsrisiko. Er ist in unzähligen, grossen Studien belegt. Wollen Sie sagen, diese Studien seien alle gefälscht? Natürlich könnte es allerhand unbekannte Infektionstreiber geben. Aber das ist nicht die relevante Frage. Relevant ist: Wie können wir das Infektionsgeschehen bremsen. Die Impfungen können das. Oder ziehen Sie das in Z.?
Schliesslich noch zu Novavac: Da muss ich Ihnen recht geben. Das ist ein exzellenter Impfstoff nach allem was wir heute wissen, und da es eine spezifische mRNA-Skepsis gibt, wäre es sicher sinnvoll, Novavac so schnell wie irgend möglich zugänglich zu machen. (Auch wenn die andere Möglichkeit immer noch ist, dass man eine korrekte Evaluation der mRNA-Stoffe macht). Allerdings scheint in den USA einen Zulassung erst auf Ende September vorgesehen, da es Schwierigkeiten zu gibt, nicht bei der Wirksamkeit (die exzellent sein soll), aber bei der Garantie von Produktionssicherheitsstandards. Ich bin mir sicher, dass Sie nicht dafür plädieren würden, Zulassungsverfahren abzukürzen und mit einem nicht auf Herz und Nieren geprüften Impfstoff unbedachte Risiken einzugehen. Man kann sicherlich darüber diskutieren, ob man die Verfahren nicht beschleunigen könnte, bzw. ob die Behörden sich jetzt nicht mehr Zeit nehmen, weil andere Impfstoffe ja schon vorhanden sind. Das wäre vermutlich eine legitime Diskussion. Tatsache ist aber: Novavac steht noch nicht zur Verfügung. Damit müssen wir uns arrangieren, auch wenn wir es vielleicht gerne anders hätten. Herzlich, DB

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Lieber Herr Binswanger,
ich danke Ihnen für Ihre ausführliche und meiner Ansicht nach sehr zutreffende Replik. Die Fragen, die Sie stellen, bewegen mich seit längerem.
In meiner langjährigen Arbeit als Landarzt bin ich immer wieder mit Impfverunsicherungen und Impfskepsis konfrontiert worden. Ich glaube diese Bedenken wirklich nachvollziehen zu können.
Was mir Mühe macht ist die Tatsache, dass viele Menschen, darunter auch etliche meiner KollegInnen, irgendwie nicht realisiert zu haben scheinen, dass wir uns weltweit in einer pandemischen Notsituation befinden (dass es andere und wohl noch grössere Nöte gibt muss hier nicht diskutiert werden), wo rasches Handeln Not tut. In einer Notsituation muss man mit dem Wissen und den Instrumenten handeln, die einem im Moment zur Verfügung stehen. Vielen Menschen, darunter auch Fachpersonen, scheint nicht klar zu sein, was für ein grosses Glück wir haben, dass in so kurzer Zeit so gute Impfungen zur Verfügung stehen, die uns eine Chance geben, den Verlauf der Pandemie günstig beeinflussen zu können.
Was ich auch nicht verstehe, dass es vielen Menschen keinen Eindruck zu machen scheint, dass wir mit einer Covid-19 Infektion eine unkontrollierte Zahl Viren, die sich – je nach Immunantwort – kürzere oder längere Zeit im ganzen Körper unkontrolliert vermehren können und Schäden anrichten, über dessen Ausmass wir nach gut anderthalb Jahren Pandemie nun wirklich informiert sein sollten. Mit den mRNA-Impfungen werden kontrollierte Mengen an sich nicht vermehrenden Informationsträgern abgegeben, die den Körper zu Bildung von nicht vermehrungsfähigen Virus-Eiweissbestandteilen anregen, die dann eine erwünschte Immunantwort auslösen.
Nebenwirkungen sind bei allen Impfungen zu erwarten und sind im allgemeinen Ausdruck einer normalen Immunreaktion. Naturgemäss kommen auch schwere Nebenwirkungen vor, deren Anzahl und deren Ausmass nach den mir zur Verfügung stehenden Informationen bezüglich Covid-19 Impfungen in keinem Verhältnis stehen zu den bekannten schweren Verläufen und Langzeitfolgen der Erkrankung selbst.
Spätfolgen sind nie ausgeschlossen, zur Zeit aber reine Spekulation und, wie mir scheint, auch ein Instrument von Impfgegnern, um Skepsis und Ängste bezüglich der Impfung zu verbreiten. Mir sind keine Impfungen bekannt, deren Nebenwirkungen den Nutzen der Impfung selbst übertroffen hätte.
Ich lasse mir aber bei meinem Stand des aktuellen Wissens und vor allem auch Unwissens gerne durch fundierte und gut belegte Studien eines Besseren belehren.

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Die Leichensäcke sind nicht ausgegangen, nur das WC-Papier.

Mir fehlen die Worte um eine solche Formulierung einzuordnen.

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Hätte das Virus einen schlechten Geruch, würde es von allen gemieden. Würden die Keller alljährlich volllaufen, wären Lenkungsabgaben schon lange da. Kinder müssen halt alles betasten und selber spüren, um es zu begreifen. Auch die heisse Herdplatte.

Und dann gibt es all die Missionare, die uns eine blendende Zukunft versprechen, wenn wir nur ihren absurden Axiomen folgen.

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Lieber S. H., da haben Sie einen Punkt. Die Bedrohung durch Covid ist für viele Menschen recht abstrakt geblieben - eine Folge des Präventionsparadoxes. Aber eine Minimum an Abstraktionsfähigkeit müsste schon sein. Sonst muss es tatsächlich erst konkret werden. Herzlich, DB

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Lieber Herr Binswanger. Müsste, ja. Aber... Bergamo und Ischgl waren sehr konkret, auch Heinsberg. Trotzdem hat Boris Johnson nichts gelernt.
Hauseinstürze gibt's für die Amerikaner in der Dritten Welt, aber nicht in Florida, und die Deutschen kennen verheerende Überschwemmungen aus dem TV, aus Indien, Pakistan und Madagaskar, ".... aber so etwas bei uns im Ahrtal, das konnte sich doch niemand vorstellen."
Klimawandel gibt's in Afrika, Brasilien und Australien, ja natürlich. Aber bei uns in der schönen Schweiz wird es doch wohl nicht so schlimm werden. Alle begreifen sich 'exceptional' als 'Sonderfall', der ungeschoren davon kommt. Herzlich SH.

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Die Polarisierung der Gesellschaft kommt direkt von der Smartphoneisierung der Gesellschaft der letzten 5 Jahre. Massenhysterien und Kettenbriefe und Falschmeldungen erreichen mit bisher unerreichter Geschwindigkeit alle zuvor nicht vernetzten Teile der Gesellschaft.

Die vielbeschworene Eigenverantwortung ist genau bei der Smartphoneisierung am schwächsten: Die Applikationen wurden in den letzten Jahren durch Ausnützung der letzten psychologischen Lücken unseres Verstandes darauf optimiert, süchtig zu machen. Genau durch die Eigenverantwortung, da ja hier keine verbindlichen Rahmen gelten, die das gesellschaftliche Handeln begrenzen können, haben Einzelne genau so viel Reichweite wie Organisationen und Institutionen.

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In der Pandemie gibt es keine Eigenverantwortung, den jeder beeinflusst mit seinem Verhalten auch sein Umfeld. Er ist also nicht nur für sein eigenes Wohlergehen, sondern auch für das Wohlergehen seines Umfeldes verantwortlich.

Ein grosses Problem der Akzeptanz dieser Tatsache, ist die vielerorts verbreitete Mär, die Schweiz sei mit ihrer Politik der "Eigenverantwortung" gut durch die Pandemie gekommen. Sie ist es mitnichten. Kaum ein Land mit einem so gut entwickelten Gesundheitswesen hat ähnliche Todesraten. Das Eingeständnis in der Pandemie massiv versagt zu haben, würde vielen Gegnern der Massnahmen den Boden ihrer Argumentation entziehen und eine realistische Diskussion über die zukünftige Pandemiemassnahmen erlauben.

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ehemalige BAG-Mitarbeiterin
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Die ganze Diskussion hier ist m.E. zu wenig sachorientiert. Hier meine Überlegungen:

  • Es stimmt, dass die Langzeitfolgen der mRNA-Impfstoffe nicht bekannt sind. Können sie gar nicht. Klar ist nur, dass die unmittelbaren Nebenwirkungen nicht schaden. Ich verstehe darum die Vorsicht gewisser Impfskeptiker. Und plädiere unbedingt für Respekt vor solchen Entscheidungen.

  • Andrerseits gab es in der Vergangenheit immer wieder neue Medikamenttypen und Verfahren, bei denen die Langzeitfolgen unklar waren. Antibiotika, künstliche Hüftgelenke, Stents, Chemotherapien, Strahlung der Mobiltelefone, etc. Da wurde viel weniger kritisch hinterfragt. Warum also gerade hier? Gebe Binswanger also ein stückweit recht, wenn er hier eher eine ‚Ziviler Ungehorsam‘-Haltung vermutet als rationale Überlegungen.

  • Konsequenterweise müssten Impfskeptiker, die so argumentieren, bereit sein, sich mit einem konventionellen Covid-Impfstoff impfen zu lassen. Bin aber nicht sicher, ob so einer in der CH schon erhältlich ist.

  • Mühe machen mir die Ländervergleiche bei Infektionskurven und Toten. Sorry, das ist einfach nicht seriös. Wie gut oder schlecht die CH in dieser Pandemie abgeschnitten hat, werden saubere Analysen NACH der Pandemie zeigen. In jedem Land waren/sind die Bekämpfungsmassnahmen, klimatischen und kulturellen Bedingungen, Impfschemata, Testzugangsbedingungen, Bevölkerungsdichte/ Mobilität, und die Art der statistischen Zählung unterschiedlich.

  • Als es um die Lockerungsmassnahmen im Frühjahr ging, hat Binswanger eine halbe Katastrophe prophezeit. Ich hab damals im Kommentar geschrieben, dass ich diese Schritte auch gewagt fände, aber nicht sicher bin, dass es so schlimm kommt - wegen der Saisonalität des Virus. Etwas weniger Angstkulisse wäre hilfreich.

  • Wir brauchen Zusammenhalt und Respekt, nicht noch mehr Spaltung. Darum bin ich hier einig mit Binswanger, dass das ‚Täubele‘ einer Minderheit von Impfgegnern, die innert kürzester Zeit eine zweite Abstimmung zum gleichen Thema erzwingen, nicht wirklich dazu beiträgt, dass wir diese Pandemie gut bewältigen.

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Daniel Binswanger mutig und klarsichtig wie immer …

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EIGEN Verantwortung heisst klar, jeder schaut für sich und seine EIGEN Interessen. Ergo brauchen wir keine Gemeinschaft mehr, wir können die Schweiz gleich abschaffen, weil useless.

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Besten Dank an Daniel Binswanger für das Aufzeigen eines neuen helvetischen Malaise’s. Die Schweiz hat genau genommen eigentlich mit zwei Problemen zu kämpfen: einerseits mit der Covid-19-Pandemie und andererseits mit der helvetischen Covidiotie.

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