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Simon Reber
Software Entwickler, Familienvater
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Es ist immer das gleiche Bild. Ob Klimakatastrophe, Konflikte oder Pandemie, die (bürgerliche) Politik hört den Wissenschaftlern und Experten zu und erklärt deren Forderungen als unrealistisch und extrem. Dann tut sie erst Mal gar nichts, um dann, wenn sich die Voraussagen der Fachleute anfangen zu bewahrheiten, die empfohlenen Massnahmen zögerlich und abgeschwächt doch umzusetzen, meist auf Druck von der linken Minderheit.
Wenn die Kacke dann richtig am dämpfen ist, wird lauthals nach Sparmassnahmen geschrien und wenn es wieder gut läuft, werden Steuererleichterungen für die Reichsten durchgesetzt, wenn selbst diese mit dem Geldsegen nichts anfangen können.
Und genau diese Parteien, werben dann mit ihrer Wirtschaftskompetenz und ⅔ der Wähler glauben ihnen!

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Und das Ganze, um die Ironie zu perfektionieren, ist dann auch noch auf allen Ebenen viel teurer, als es hätte sein müssen.

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T. S.
Mitdenker
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Passt doch zur Morgenmeldung, dass alle bürgerlichen Parteien den ausgehandelten Kompromiss zum Teil-Mieterlass für das Gewerbe nun abgelehnt haben.
Welches ist, bitte sehr, die Gewerbepartei?

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Das ist mir schon vor einiger Zeit aufgefallen. Aber die Gewerbler denken nichts beim Wählen. Aus Tradition werden Bügerliche gewählt. Jetzt wären viele froh, Geld vom Staat zu kriegen. Die SP ist schon lange viel wirtschaftsfreundlicher als die SVP. Wer ist denn für Steuersenkungen gegen ein paar Franken mehr Rente? Wer verteidigt die PFZ auf Teufel komm raus? Wer unterstützt denn, dass jede internationale Firma in die Schweiz kommt und sicher nicht in Südeuropa aufgebaut wird? Unser Wohlstand beruht nicht nur auf Leistung, sondern zum grossen Teil auf dem Steuerniveau, dass sich andere Länder gar nie leisten können. Ok, Luzern kann es sich eigentlich auch nicht leisten....

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Susanna Schürch
IP - Suisse - Bäuerin
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Es klingt sympathisch, was hier vorgeschlagen wird (grosszügig sein, alle unterstützen, Shutdown, damit das Schlimmste rasch vorüber ist). Ich wünsche es wirklich allen, die jetzt Angst um ihre Existenz haben, dass ihnen rasch und unbürokratisch geholfen wird. Trotzdem: Das Ziel gefällt mir nicht: Den Konsum rasch wieder ankurbeln, weil das der Motor unserer Wirtschaft ist. Das steht doch im Widerspruch zur viel grösseren Krise, auf die wir zuschlittern, nämlich den Klimawandel. Ich wäre interessiert an einer Auflösung dieses Dilemmas und würde gerne hören, was diese 60 klugen Köpfe dazu für Ideen haben. Das Problem ist in meinen Augen, dass wir in Wirklichkeit 2 grosse Krisen aufs Mal angehen müssen. Wäre es deshalb nicht an der Zeit für einen generellen Richtungswechsel?

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Liebe Frau Schürch, Sie bringen einen wichtigen Punkt ein. Ich denke aber, man muss unterscheiden zwischen kurzer und langer Frist.

Kurzfristig geht es darum, die akute Krise aufzufangen, weil sonst ein wirtschaftlicher Absturz droht, in dem danach jedes Zukunftsprojekt - auch ein Umbau zu einer nachhaltigeren Wirtschaft - scheitern würde. Sobald wieder etwas Luft da ist, haben wir tatsächlich eine grosse Chance, die Akzente künftig anders zu setzen.

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Susanna Schürch
IP - Suisse - Bäuerin
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Das scheint die Vernunft zu gebieten, liebe Frau Kühni. Nur haben wir auch beim Klima nicht mehr allzu viel Zeit und ich wäre wirklich sehr gespannt, welche Antworten hier von der Ökonomie her kommen - also ein weiteres Interview. Es ist ja auch nicht verboten in einer aktuellen Krise das grosse Ganze nicht aus den Augen zu verlieren und grundsätzlich vieles neu zu denken. Dafür sind Krisen ja da.

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Liebe Frau Kühni, glauben Sie das wirklich "sobald wieder etwas Luft da ist, ...". Weshalb sollte die Chance grösser sein nach der Pandemie? Soweit ich es sehe, wollen alle wieder zurück zum courant normal. Ich wechsle zum Bericht über den neuen Klimaplan.

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60 Ökonomieprofessorinnen und -professoren sind sich einig. Der beste Weg in die Zukunft ist eindeutig. Und zwar aufgrund der vorhandenen wirtschaftlichen Daten.

  • Contact tracing lohnt sich wirtschaftlich,

  • Eindämmen des Virus lohnt sich wirtschaftlich,

  • Unternehmen und Private durch finanzielle Unterstützung vor dem Bankrott wegen der aktuellen Pandemie zu retten lohnt sich wirtschaftlich.

Das alles leuchtet jedem Volkswirtschaftsstudenten im ersten Semester ein.

Und doch werden diese eindeutigen Erkenntnisse in der Schweiz nicht umgesetzt. Das Gegenteil wird gemacht.

Von einem der am höchsten entwickelten Länder der Welt sollte man Besseres erwarten.
Auch eines der reichsten Länder der Welt kann sich so grosse wirtschaftliche Fehler nicht leisten, ohne an Wohlstand zu verlieren. Wir werden diese Inkompetenz teuer bezahlen.

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Wir sind zwar ein Land mit viel Technologie, die Regierung ist aber nicht technologielastig, In den Parlamenten ueberwiegen die Juristen. Die haben keine Ahnung von Prozessen ueberhaupt, von Prozessen skalieren, von Engineering und Technologie. Deswegen werden auch die falschen Leute mit dem Traceing betraut. Wenn jemand einen Job nach 3 Monaten noch nicht richtig angepackt hat, wuerde man ihm den Job wieder wegnehmen und anderswie anpacken.

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L. B.
Politologin | Universität Oxford
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Kurz, verständlich und dringend nötig! Ein weiteres Glanzstück einer der besten Wirtschaftsjournalistinnen. Und dann erst noch so schön illustriert. Herzlichen Dank, das war ein guter Start in den Advent.

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Oh, vielen herzlichen Dank!

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Ausser dem Schlusssatz mit dem gleichen Boot stimme ich dem ganzen im Interview gesagten zu. Aber genau in dieser Aussage liegt ein Fehler. Die Lobbyisten respektive deren Bezahler profitieren längerfristig vom volkswirtschaftlichen Untergang, da sich Menschen wie Blocher und Co. so wunderbar und zu tiefstpreien bedienen können. Bitte entschuldigen sie diesen populistischen und stillistist brachialen Eintrag, inhaltlich trifft es aber meinen Standpunkt.

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Johanna Rossi
Ratsmitglied Project R Genossenschaft
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Guten Tag Hr. W.! Ihr „brachialer Eintrag“ trifft auf eine stille Frage meinerseits: welche Interessen und welche damit verbundenen Ziele bringen Wirtschaftsvertreter dazu konsequent Expertenmeinungen (Lorenz Küng + 60 andere Schwergewichte) zu ignorieren? Warum wird solches Wissen nicht aufgenommen und fliesst nicht in die breite öffentliche Debatte? Es ist ja nicht einfach abgehobenes Schwärmen von irgendwas Fernem, Idealen... Also: wohin soll „es“ führen — weiter gedacht?

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Die Schweiz verstehen viele nicht mehr. Es geht nicht mehr einzig um die Tatsache, dass ausschliesslich der Staat d.h. der Bundesrat mit einheitlichen Massnahmen eine Pandemie bekämpfen soll. Die geltenden unterschiedlichen kantonalen Regelungen verschieben die Corona Hot Spots nur von Kanton zu Kanton. Aber die politische Schweiz hat eindeutig zugleich auch den Humanismus verlernt. Diese Woche konnte man in den Medien lesen, dass ein positiv getestetes Personal in den kantonalen Alters- und Pflegeheimen ganz legal weiter arbeiten darf. Die Sterblichkeit liegt daher extrem hoch. Heute Morgen hörte man in den Nachrichten: der Ständerat lehnte einen helfenden Einsatz der Armee in den Alterseinrichtungen ab. Die Politik spart und entzieht den Alten jede Hilfe. Dagegen auf die Erbschaft warten alle. Was ist mit der Schweiz passiert?

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Kannte denn die Schweiz mal den Humanismus? Vielleicht als das Bankgeheimnis noch galt und wir davon profitieren konnten? Oder jetzt, wo nur noch Steuerhinterziehung und verdeckte Parteienfinanzierung legal sind? Oder tragen die Pauschalbesteuerten so viel zum Humanismus bei? Oder die Raubkunst? Oder unsere Steuersenkungen zulasten von ärmeren Staaten? Die Schweiz ist vor allem scheinheilig. Und neutral, weil es besser ist fürs Geschäft.

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Am besten kann man etwas ignorieren, wenn man es gut kennt!

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Auch der Nationalrat lehnte den Armeeeinsatz in Alters- und Pflegeheimen schliesslich mit 112 zu 53 Stimmen bei 4 Enthaltungen ab. Nur die Mehrheit der Fraktionen von SP und Grünen stimmten Ja. Im Ständerat war der Entscheid am Dienstag nur hauchdünn und mit Stichentscheid des Präsidenten Alex Kuprecht (SVP/SZ) gefallen.

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Das klingt jetzt sehr zynisch : Den Alten die Hilfe entziehen und auf die Erbschaft gieren, das widerspricht sich keinesfalls, ganz im Gegenteil.

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Leider geht immer wieder etwas Wichtiges verloren in den Diskussionen. Ueli Maurer hat es im Interview richtig gesagt. Es geht um die Güterabwägung von Gesundheit, Wirtschaft und öffentlichem Leben bzw. Freiheit. Ich glaube kaum, dass man noch viel Freude am Leben hätte, wenn die Spezialisten für Gesundheit und Ökonomie uns ihr gemeinsames Programm für ein optimiertes Leben präsentieren würden.
Wenn Lorenz Küng die Pandemie als Jahrhundertereignis bezeichnet, dann ist dies an Dummheit kaum zu überbieten. Jedes Jahr sterben Menschen mit tiefer Bildung und geringem Einkommen weit unter dem normalen Altersdurchschnitt. Und da reden wir von (sich jährlich wiederholenden) Todeszahlen die weit über dem (voraussichtlich einmaligen) Worst-Case-Szenario von Corona liegen. Ironischerweise leben die Menschen welche an Corona sterben sogar länger als der Altersdurchschnitt. Und genau diejenigen mit tiefer Bildung und geringem Einkommen leiden am meisten unter den Massnahmen. Es muss dann keiner mehr Geld für Pflegepersonal fordern, weil das Geld nicht vorhanden ist. Die können dann froh sein, wenn die Löhne nicht zu stark gekürzt werden. Und wen man sich ansieht, dass sich die Parteien schon wegen 50 Franken mehr bzw. weniger AHV-Rente nicht mal auf eine Reform der AHV einigen konnten (das gilt sowohl für die Rechte wie für Linke), dann muss man sich nicht wundern, wenn man das Geld nicht für den nächstbesten Blödsinn zum Fenster hinauswirft. Es wird wirklich genug Geld von den Jungen zu den Alten verschoben. Ebenso die ganzen Altlasten der Umweltschäden.
Wenn man diese riesigen Summen investiert, dann doch wenigstens nachhaltig (Weiterbildung/Umweltschutz/Firmengründungen), anstatt für den Erhalt von sinnlosen Strukturen.

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Lieber Herr Stauffacher, selbstverständlich haben wir es mit einer Abwägung zwischen einem Kollektivwert (Wirtschaft, Gesundheit) und individuellen Freiheitsrechten zu tun. Das ist banal.

Anspruchsvoll ist die Tatsache, dass diese Rechnung langfristig anders aussieht als in der momentanen Blitzbetrachtung - ganz einfach, weil der Zustand des Kollektivwerts massive Auswirkungen auf jedes Individuum hat/haben wird. Eine Massenarbeitslosigkeit, beispielsweise, würde jeden betreffen.

Darum darf die Politik nicht bei der banalen Feststellung stehen bleiben, dass es hier um individuelle Freiheitsrechte vs. Kollektivwerte geht. Ihre Arbeit beginnt an diesem Punkt erst.

P. S. Doch, es gibt allerlei Meinungen, die die Einschätzung der Pandemie als Jahrhundertereignis "an Dummheit übertreffen". Bitte begegnen Sie aufrichtig und höflich vorgebrachten Einschätzungen anderer in diesem Forum mit etwas mehr Respekt.

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Liebe Frau Kühni
Wenn Sie glauben, dass die Wissenschaft in der Lage ist richtig zu berechnen, wie sich die verschiedenen Szenarien der Pandemiebekämpfung langfristig auswirken, dann überschätzen Sie die Möglichkeit der Wissenschaft enorm.
Nicht umsonst beginnen solche Aussagen meist mit Sätzen wie - Auf Grund der vorliegenden Parameter unserer Kalkulationen gehen wir davon aus...
Ich habe nahe gelegt warum die Pandemie bei weitem nicht DAS Jahrhundertereignis ist (welches Jahrhundert Ihnen und Herr Küng auch immer vorschwebt). Mangelnden Respekt im Umgang mit getätigten Aussagen in diesem Forum können Sie mir auf jeden Fall nicht vorwerfen. Höchstens mangelnden Respekt vor Ihrer Leistung als Journalistin - solche Aussagen ins richtige Verhältnis zu setzen.

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Alle die sich sozial Verhalten und ihre Kontakte einschränken würden auch von strengeren Massnahmen profitieren. Dann ist's nämlich schneller vorüber.

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Mit Blick zB. auf Deutschland würde ich diese Aussage jetzt nicht gerade unterschrieben. Diese haben zwar tiefere Ansteckungszahlen, bezahlen dies aber mit grösseren und auch längerfristigen Einschränkungen.
Inwiefern sich hier ein schnelleres Ende der Pandemie/Massnahmen abzeichnen sollte ist mir nicht klar. Klar kann man jetzt ein ganz anders strukturiertes Land aus einem anderen geografischen Teil der Erde als Beispiel anführen. Ob sich dies aber jemals auf unsere Verhältnisse übertragen liesse ist definitiv nicht geklärt.

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Über das "Jahrhundertereignis" bin ich auch gestolpert. Es scheint mir ein wenig boshaft, von Dummheit zu sprechen, vielleicht Kurzsichtigkeit? Auf jeden Fall aber übertrieben optimistisch, nach einem Fünftel, schon das Jahrhundertereignis zu küren.

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Lieber Herr Stauffacher, sorry, aber vieles von dem, was Sie hier vortragen, ist so falsch, dass nicht einmal das Gegenteil richtig ist. Drei Beispiele:

Sie schreiben "Wenn Lorenz Küng die Pandemie als Jahrhundertereignis bezeichnet, dann ist dies an Dummheit kaum zu überbieten." Begründung? Null, nix, nada. Die Überlegung von Frau Bally, das Jahrhundert sei ja noch jung, geht auch daneben: es ist ziemlich genau 100 Jahre her, dass die Spanische Grippe 50 bis 100 Millionen Todesopfer forderte (Wikipedia).

Dass es heute so viel besser läuft, ist nicht der Intelligenz der Coronaleugner oder der Wissenschaftsfeindlichkeit von Ueli Maurer und weiterer Gefährder (vgl. heutige Tagesschau) zu verdanken, sondern der viel weiteren Entwicklung der Wissenschaft. Lustig, dass Sie trotzdem für Weiterbildung der vielen an Dummheit vorzeitig Sterbenden (verstehe ich das richtig?) zu plädieren scheinen.

Am besten hat mir gefallen: "Ironischerweise leben die Menschen welche an Corona sterben sogar länger als der Altersdurchschnitt." Also wirklich: die Leute, welche sterben, sind tot. Und wer tot ist, lebt nicht mehr, schon gar nicht länger als andere.

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Bleiben sie dran Herr Stauffacher. Ich frage mich, wo neben ihren klaren Worten/ Meinung
weitere divergente R- Mitglieder geblieben sind....

  • " wenn L. Küng die Pandemie als Jahrhundert Ereignis bezeichnet...." ist nicht verwunderlich. Denn heutzutage zählen die Ökonomen zu den Sozialwissenschaftern..
    Unglaublich. Etwa dasselbe, wenn von "Sozialkapital" anstelle Menschen gesprochen wird.

  • Der Zweck dieser Pandemie ist die Leute zu disziplinieren! - sagt sogar das BAG

  • Weshalb sind in verschiedenen Asiatischen Ländern die "Fallzahlen" so gering? Es gibt zu wenig Diskurs bei uns. Wir sind ja die gebildeten Selbstüberschätzer*innen, ohne Mut zu persönlichen Veränderungen. Durch Angst
    und vor allem Angstmache.
    Gefördert durch die stetige Berieselung sowie Verwirrung . Könnte es sein, dass in den Ländern, dies im Griff haben (Taiwan, VRCH, NewZealand etc) einfach die Menschen nach einer harten Regelung keine Hysterie entwickeln müssen? Weil sie auf Ihre Medizin vertrauen, oder durch extrem viel (NZ) draussen sich bewegen, gesund ernähren.., weniger mit Chemie vollgepumpt sind, genügend Abwehrkräfte mobilisieren...
    Gerade wird diskutiert, das hilfreichste; SKIFAHREN zu limitieren oder sogar zu verbieten.
    Absoluter Irrsinn. Sonne, viel anstrengende Bewegung, viel Freude und Endorphine: die beste Medizin.
    Zukunft:
    Wirklich gefährlich wird's in ein paar Jahren. Die "Fallzahlen" und Todeszahlen der
    Klimakatastrophe werden ein Vielfaches sein! Dies ängstigt mich. Wären die Menschen heute sich das nur annähernd bewusst, würde morgen Mittwoch niemand mehr fossil rumfahren, Fleisch essen...etc. der Virus ist dagegen vernachlässigbar..

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Als Nicht-Fachmann stelle ich mir die Beurteilung, ob eine Firma eh zum Bankrott verdammt ist oder ob sie reelle Chancen für ein finanziell gedeihliche Zukunft unter ‚normalen Bedingungen‘ hätte, unheimlich schwierig vor, auch unter Beiziehung einer gut polierten Kristallkugel. Die Behörden lassen da m. E. zu Recht die Finger davon. Ferner ist die Menge der zu Unrecht geretteten Unternehmungen wahrscheinlich vernachlässigbar im Vergleich zum durch die Hilfe an wirklich zukunftsträchtige Geschäfte verhinderten Schaden.

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Lieber Herr R., da haben Sie sehr recht. Darum finanzierte der Staat bereits in der 1. Welle zwar die Kredite an Unternehmen, überliess die Risikoeinschätzung und Auszahlung aber den Banken, die näher an den Unternehmen dran sind. Auch das ist nicht risikofrei, aber vielfach belegt der klügere Weg.

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E. K.
· editiert

Es gibt Anzeichen, dass sich der Rückgang der Fallzahlen in der Westschweiz abflacht, nach Erreichen des Niveaus der andern Kantone. Schon gut zu sehen beim Kanton Jura. Die Ansteckungen weiter zu senken, könnte schwierig sein (siehe Deutschland und Österreich), ausser mit ganz harten Massnahmen. In Israel steigen die Fallzahlen wieder nach einigen Lockerungen.
Ich glaube, die meisten unterschätzen die Komplexität des Problems und die Schwierigkeiten bei der Bekämpfung der Pandemie. Es gibt wohl keine Patentrezepte. Deshalb ist es auch nicht einfach, wenn nicht unmöglich, Gesundheit und Wirtschaft gegeneinander aufzurechnen.

Ein sehr grosses Problem ist weiterhin, dass es auch nach Monaten der Pandemie immer noch keine verlässlichen Erkenntnisse zu den Ansteckungswegen gibt und dass es deshalb gut möglich ist, dass manche der getroffenen Massnahmen wenig nützen.

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Konstantin Appenzeller
Mathematiker in IT, Bildung und Beratung
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Guten Morgen

Hmmmmm ...

Das Bild von ‚schenkenden Finanzmärkten‘ irritiert mich.
Woher kommt das Geschenk?
Ein Schenkender muss ein Geschenk haben oder es beschaffen, dann hat er es, verschenkt es und hat es nicht mehr. Vielleicht - nein - hoffentlich hat er stattdessen die Freude des Schenkens.
Um welche Ecken gedacht kann man das Geschenk der Finanzmärkte so verstehen? Oder ist es halt doch ein ganz anderes Geschenk?

Beste Grüsse, K.A.

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Simon Reber
Software Entwickler, Familienvater
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Lange Zeit waren wir es, die die Finanzbranche kräftig beschenkt haben, und auch jetzt, mit Negativzinsen verdient man dort immer noch kräftig. Von daher ist der Begriff des Geschenkes wohl etwas falsch gewählt, ich würde es eine angemessene Beteiligung an der Bewältigung einer Krise nennen. Die Finanzleute schenken uns bestimmt nichts, wir müssen sie eher dazu zwingen nicht zu tief in die Vorräte zu greifen.

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Das ist so gemeint, dass der Staat im Moment Zinsen erhält statt bezahlt, wenn er einen Kredit aufnimmt (wegen der Negativzinsen im Schweizer Franken). Die Schuld wird also mit den Jahren quasi von alleine kleiner statt grösser.

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Was mir in dieser ganzen Diskussion immer wieder fehlt, ist ein kritischer Blick auf die Wissenschaft. Von ihren Anhängern wird beansprucht, dass diese die unfehlbare „Wahrheit“ verbreite. Viel zu wenige Menschen stellen sich die Frage: WER finanziert bzw. sponsort heute einen grossen Teil aller Studien bzw. der wissenschaftlichen Forschung? Und welche Interessen verfolgen diese Finanzierer? Das Wohl der Weltbevölkerung? Eigeninteressen (die Vervielfachung ihres eingesetzten Geldes z.B.)? Die Strategie „follow the money“ führt immer wieder zu interessanten Ergebnissen. Dass die angeblich kritische Republik dies in Sachen Corona so konsequent unterlässt, lässt mich zum Schluss kommen, dass sie nicht so unabhängig ist, wie sie gerne vorgibt.

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Lieber Herr Anonym, Sie unterstellen der Republik mangelnde Unabhängigkeit. Das ist ein schwerer und haltloser Vorwurf, den ich nicht akzeptiere.

Sie finden hier mehr zu unseren Finanzen:
https://www.republik.ch/2020/11/16/…-anstellen

Bitte lassen Sie solche Andeutungen künftig sein. Sie können unsere Publizistik auch ohne sie kritisieren.

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Liebe Frau Kühni - Sie versuchen hier gerade, mir das Recht auf freie Meinungsäusserung zu verwehren - wie kommen Sie dazu, mir zu befehlen, was ich schreiben kann und was nicht? Dazu haben Sie kein Recht. Ich habe geschrieben: „lässt MICH zum Schluss kommen“, d.h. das ist MEINE persönliche Schlussfolgerung, nicht mehr, nicht weniger. Ob dies Ihnen nun passt oder nicht, ist unerheblich - jeder Leser meiner Gedanken hat dann ebenfalls das Recht, sich selbst eine Meinung zu bilden. Genauso wie ich das Recht habe, mir meine zu bilden und zu äussern.
Im übrigen funktioniert Ihr Link nicht...

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P. R.
Musiker
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Ich bin hocherfreut, dass diese Krise nun tatsächlich auch einmal aus soziologischer Sicht betrachtet wird. Wenn sich nun auch noch andere Geisteswissenschaftler in die Diskussion einmischen und z. Bsp. ein Andragoge (Erwachsenenbildner) aufzeigen würde, dass wir es hier mit einem riesigen LERN-Prozess zu tun haben und dann auch noch auf ihn gehört würde, dann bewegten wir uns wohl in eine gute Richtung mit Langfristigkeits-Perspektive. Es kann doch nicht sein, dass einzig Politiker, Naturwissenschaftler und Lobbyisten den Umgang mit der Pandemie weisen.

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Lieber Herr Riklin, Ökonomen sind Sozialwissenschaftler. (Wie Soziologinnen oder Politologen auch.) Sie sind nicht zu verwechseln mit Managern, Firmenvertretern, etc., die eine Business-Sicht vertreten, nicht die einer gesamten Gesellschaft - auch wenn diese sich tatsächlich oft als Ökonomen ausgeben, bzw. für solche gehalten werden.

(Womit nicht gesagt sein soll, dass Geisteswissenschaftlerinnen nicht auch zu Wort kommen sollen, wie Sie richtig sagen.)

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Liebe Frau Kühni, das ist eine Antwort, mit der ich etwas anfangen kann. Schon im Interview wird auf den Unterschied zwischen Wirtschaftslobbysten und Ökonomen hingewiesen. Ich hätte nämlich das System fast so beschrieben (gilt für alles, was aus der Politik in Bern kommt): Die Ökomomen (jetzt muss ich korrigieren) nein, die Wirtschaftsvertreter sagen den Juristen, wie sie es gerne haben wollen und diese arbeiten die Gesetze aus, welche die Politiker, wiederum meist Wirtschaftsvertreter und Juristen und einige, die diesen vertrauen, umsetzen bzw. dem Volk für gut verkaufen. Die wirklich weitsichtigen Ökonomen und Juristen sind leider in der Minderzahl.

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P. R.
Musiker
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Besten Dank für diese Korrektur. Es geht mir v.a. darum, dass ich meine, die Erklärungen und die Weisungen für den Umgang mit der Pandemie wurde viel zu lange von zu vielen Naturwissenschaftlerinnen bestimmt. Auch bin ich der Meinung, dass wir viel weniger C-Skeptikerinnen hätten, wenn man all die vielen Lebens-Verhaltens-Veränderungen nicht einfach nur kommuniziert hätte, sondern die anfallenden Schwierigkeiten bei der Umsetzung durch diverse Geisteswissenschaftler unterstützend hätte begleiten sollen und können.

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Der Mann ist Professor für Volkswirtschaft, nicht Soziologe.
Aber natürlich hat er Recht: Eine Volkswirtschaft ist ein komplexes, nichtlineares System und besteht bei weitem nicht nur aus kurzfristigen Umsätzen.

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Das Zitat «Die Angst vor dem Virus lähmt die Wirtschaft, nicht die Massnahmen» scheint mir den Sachverhalt nicht ganz zu treffen.
Das Virus – die Pandemie – lähmt die Wirtschaft. Alles andere - die Reaktionen der Menschen (individuell und gesellschaftlich) auf die vielen und schweren Erkrankungen, die Überlastung der Gesundheitswesen, die Massnahmen, die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen – sind Folgen der Pandemie, die einander auf eine sehr komplexe Art beeinflussen.
Hier haben wir noch viel zu lernen und zu verstehen. Viel wichtiger aber wird sein, was wir aus dieser Pandemie lernen, um die viel grösseren Herausforderungen des Klimawandels angehen und vielleicht sogar bestehen zu können.

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Ein sehr gutes Interview; hoffentlich liest es der eidg. Seckelmeister Maurer auch.

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T. F.
Senior Researcher
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Offenbar betrachtet Herr Lorenz Küng den Tourismus, die Gastronomie, die Kultur, Reiseanbieter nicht als Teil der Wirtschaft. Anders kann ich seine Ausführungen nicht verstehen.
Richtig ist, dass die Angst vor dem Virus die Wirtschaft lähmt, und sie würde das auch tun ganz ohne die sehr fragwürdigen «Massnahmen». Diese sind aus ökonomischer Sicht nämlich falsch, weil wirkungslos. Es macht keinen Sinn, generell Restaurants und Kulturstätten zu schliessen um Ansteckungen zu verhindern. Viel wichtiger, und sinnvoller, wäre es, den wirtschaftlichen Akteuren, also uns allen, Informationen zu liefern, wo man sich anstecken kann. Also, Gebäude zu identifizieren, wo sich Aerosole ansammeln können weil die Lüftung alt ist oder nicht genügt.
Nachdem sich gezeigt hat, dass Kontakte nicht der Hauptweg der Virenübertragungen sind - oder glaubt jemand, dass im Oktober eine Häufung der Kontakte den steilen Anstieg verursacht hat? - sollten die jetzigen Massnahmen sofort aufgehoben werden und dafür endlich richtig über den Verlauf der COVID-Erkrankungen informiert werden. Die «Kontaktzentren» sollten endlich herausfinden, wo und wie die Ansteckungen erfolgt sind statt nutzlose Quarantänen zu verfügen. Dass Quarantänen nutzlos sind, erkennt man daraus, dass fast niemand in Quarantäne erkrankt. Quelle: BAG. Auch die Maskenpflicht dient nur der Disziplinierung, eingestandenermassen.
Also, endlich anfangen, die Verbreitung des Virus gezielt zu bekämpfen, das würde der Wirtschaft helfen. Das tut bisher nur die Bevölkerung, individuell, mit eher mässigem Erfolg, weil von den Behörden im Stich gelassen.

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Was der Wirtschaft (und uns allen) helfen wird, sind Impfstoffe und eine hohe Impfrate. Was niemandem hilft, sind Spekulationen über die Wirkung von Aerosolen und dem (zigmal belegten) Nutzen von Masken zur Eindämmung der Verbreitung.

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Was unserer Wirtschaft und Gesellschaft auch helfen würde, wäre zu studieren, was Länder wie Vietnam richtig machen. Und zwar auch schon ohne Impfung!

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T. F.
Senior Researcher
·

Es ist in einer Studie, von Frau Gandhi et.al., Mitte September im New England Journal of Medicine, eine Studie präsentiert worden, die den Nutzen des Maskentragens im Hamstermodell nachgewiesen hat. Das ist ein belegter Nutzen. Kennen Sie eine zweite? Ich habe rund ein Dutzend gelesen und wäre dankbar, mal eine seriöse Studie zu finden, die Maskentragen empfiehlt.
Dafür haben wir jede Menge Evidenz, dass Maskentragen die zweite Welle nirgendwo verhindert hat, im Gegenteil. Auch eine Ansteckung auf einem Flug nach Auckland nicht. Dort waren es übrigens auch Aerosole, denn im Flugzeug gibt's keine Bodenlüftung wie im KKL, im Schauspielhaus Zürich und beim moderneren Rollmaterial der SBB.
Und es gibt ganz viele Studien mit Storchenstatistiken. Wissen Sie, was eine Storchenstatistik ist? Damit beweist man, dass doch der Storch die Kinderlein bringt. Denn die statistische Korrelation ist genauso gut wie in mancher der Preprint-Studien.
Statistisch professionelle Studien kommen dagegen einhellig zum Ergebnis, dass das Tragen von Masken in öffentlichen Umwelt in keinster Weise Ansteckung verhindert, schon gar nicht via Aerosole.

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Lieber Herr F., doch, diese Branchen sind selbstverständlich Teil der Wirtschaft - und ihr Wohlergehen eine der grossen Sorgen Worauf Herr Küng - wie viele andere Ökonomen - hinweist: diese Branchen leiden wegen der Pandemie sowieso. Aber sie leiden eben MEHR und LÄNGER ohne ein konsequentes Eindämmen des Virus. Das ist genau der Punkt, den er hier macht.

Der jüngste Entscheid des WEF, wegen der hohen Fallzahlen in der Schweiz vorübergehend (vorerst) nach Singapur zu ziehen, zeigt das Problem perfekt auf.

https://www.derbund.ch/naechstes-we…0633588957

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T. F.
Senior Researcher
·

Liebe Frau Kühni, dann soll Herr Küng besser darauf drängen, diese bewiesenermassen nutzlosen Massnahmen endlich aufzuheben und dafür das Virus besser zu erforschen. Damit endlich wirkungsvollere Massnahmen ergriffen werden können.
Aber ich sehe schon, das Ganze ist zum Glaubenskrieg ausgeartet. Empirie, Evidenz, das sind Begriffe aus dem letzten Jahrhundert. Da kann eine Region den strengsten Lockdown aller Zeiten verfügen, aber die Zahlen steigen trotzdem. Andere, die wenig tun, haben keine Probleme mit dem Virus. Seit Juli 2020 tragen wir Masken im öV, und nun auch im Laden und der Strasse. Es hat den Anstieg im Oktober kein bisschen verhindert.
Warum also immer noch mehr vom selben, unnützen Mist? «Kontakte einschränken»? Ohne die Spur von Wissen, wie man sich ansteckt? Wir wissen heute, ganz sicher nicht beim gemeinsamen Essen. Nur beim Singen oder Jodeln oder Schreien, selten beim Tanzen, durch Aerosole. Tönnies, Heimsberg, Illgau, Ischgl, Meetings, alles waren Aerosole. Auch in der Familie kommen in erster Linie Aerosole in Frage. Wer lüftet schon richtig? Es ist zu kalt. Andere Ansteckungswege sind keine nachgewiesen. Es hat zwar lange gedauert, bis das klar wurde.
Nur in Deutschland wird die Rolle der Aerosole thematisiert. Aber kein Politiker getraut sich zu sagen, das mit dem Händewaschen, dem Abstand und den Masken braucht's eigentlich nicht. Lieber übertrumpft man einander mit der Forderung nach noch «strengeren» Massnahmen. Immerhin wird dort, anders als bei uns, auf's Lüften Wert gelegt.
Und ganz Europa, die halbe Welt macht dieses Theater mit? Und wenn man das in Frage stellt, wird man zum Ketzer?
Wir sind zurück im finstersten Mittelalter.

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Woher haben Sie Ihre Erkenntnis, dass "Kontakte nicht der Hauptweg der Virenübertragung sind"? Sind Sie Virologe?

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T. F.
Senior Researcher
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Nein, Mathematiker. Und da habe ich halt mal ausgerechnet, um wieviel die Kontaktintensität im Oktober hätte zunehmen müssen, um den explosionsartigen Anstieg zu verursachen.
Dies wurde von Virologen wie Dr. Drosten, aber auch von der Task Force, bestätigt, die Aerosole und Super-Spreader Events verdächtigten und vergeblich anmahnten, ein Backward-Tracing zu machen statt des Forward-Tracing (sinnlose Quarantänen), um diese Super-Spreader Events fassbar zu machen.
Aber Politiker haben dafür kein Gehör und ziehen es vor, nachgewiesenermassen nutzlose, aber «harte», Massnahmen zu verfügen, wie das Schliessen gut gelüfteter Opernhäuser. Sofern sich die Betroffenen nicht wehren können.

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Glauben Sie, dass die von Ihnen genannten Branchen davon profitieren, wenn unsere Entscheidungsträger mit ihren halbschwangeren Massnahmen die Pandemie möglichst in die Länge ziehen?

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Wenn es nur so einfach wäre ... Klar, wenn wir wüssten, in welchen Gebäuden, - Moment: wie viele Gebäude gibt es?, wie viele Restaurants, Bäckereien, ... Wie wenige Ansteckungen im Vergleich dazu, um statistisch signifikante Aussagen machen zu können?

Wenn ein Restaurant eine alte Lüftung hat, keine gar?, oder sogar als Treffpunkt für Stickige-Luft-Fetischist_innen dient, wird dieses mit dem jetzigen Nachverfolgen identifiziert und garantiert geschlossen. Nur eben, so einfach ist es nur im Traumland.

(Oder: Wenn "Kontakte nicht der Hauptweg sind" - welche Wege führen dann sonst nach Rom? Schmierinfektionen sind selten. Kontakte seien nicht der Hauptweg. Ist es dann die Briefpost?)

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Das Tracking haette die Verbleibsorte der Leute aufgezeichnet. Das wollte die Politik explixit nicht. Zu privat - Datenschutz. Ja dann eben nicht. Jetzt werden halt nur Leute in der Naehe aufgezeichnet, ohne Positionen.

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Liebe Frau Schürch
Ich danke für Ihren wertvollen Beitrag dem ich vollumfänglich zustimme. Zumal Klimakrise und Pandemie(n) in engem Zusammenhang stehen. Alle Zoonosen wie auch Masern, Mers, Sars etc sind aus dem Tierreich auf en Menschen übergesprungen. Der Mensch zerstört den Lebensraum der Natur und der Tiere und so entstehen schlussendlich Pandemien....aber das wird häufig nicht bedenkt. Was kommt nach Sars 2 auf uns zu? Wenn ich jedoch sehe wie lasch und wirtschaftsorientiert unsere Regierung handelt wird es wohl für die Bewältigung der Klimakrise zu spät sein.

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Liebe Frau L., Sie sprechen hier einen sehr wichtigen Zusammenhang an. Wir arbeiten zurzeit an einem anderen Beitrag, der genau diesen Aspekt - wie Raubbau und Massentierhaltung Pandemien begünstigen - behandelt.

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Ein Shutdown würde genau so wenig funktionieren wie im Frühling. Die Fallzahlen gehen schnell gegen Null. Nachher ist alles vergessen. Dann kommen die Reisenden wieder, resp die Leute werden an Seuchenherden Party machen, und nach dem Wiederherstellen des Normalzustandes würde nichts weiter geschehen. Speziell das Traceing nicht.
Bis jetzt ist das Traceing von denen, welche eigentlich zuständig wären unterlaufen worden.
Das Traceing kommt ohne Informatiker und Ingenieure in der Projekt Leitung nicht vom Fleck, es geht erst mal um skalierbare Konzepte, Mediziner können das nicht. Das Traceing muss vom Bund entwickelt und von den Kantonen übernommen werden. Die Kantone haben die Kapazität für die Entwicklung nicht. Obwohl es nicht schwierig ist. Ich rede nicht von der App, die ist was Anderes, Ergänzendes, muss aber mit dem Traceing zusammenpassen. Ins Besonders muss das Traceing nicht als Projekt, welches irgendwann abgeschlossen ist, sondern als Prozess wahrgenommen werden.
Desgleichen das Testen. Wie es jetzt läuft hat das Testen zu viele innere Widersprüche.

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So ganz grob kann ich den Ausführungen zustimmen. Aber dass man Firmen, die ohnehin nicht überlebensfähig sind, retten sollte, wird nicht begründet und ist nicht plausibel. Wichtig ist, dass alle Privatpersonen (Kleinunternehmer, Arbeitnehmer) Geld kriegen, um ihr Leben weiterführen zu können. Firmen Geld zu geben, nur dass sie damit die Miete bezahlen und die Mitarbeiter trotzdem entlassen, macht keinen grossen Sinn. So gesehen, wäre es vielleicht besser, viele Restaurants und eventuell auch Hotels schnell in Konkurs gehen zu lassen. Nach der Krise werden diese schnell wieder reaktiviert, wenn wirklich Bedarf dafür da ist. Auf diese Weise müssten sich viele Vermieter ebenfalls an der Bewältigung der Krise beteiligen, was sie heute weitgehend (noch) nicht müssen. Eine hohe Miete rechtfertigt sich nur, wenn auch ein hoher Ertrag erwirtschaftet werden kann. Dies ist zur Zeit nicht möglich und die Mieten sind in den meisten fällen viel zu hoch.

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Lieber Herr S., es ist mehr so: rauszufinden, wer ansonsten bankrott gegangen wäre, ist praktisch unmöglich. Und teurer, als ausnahmsweise wegen der Krise einfach grosszügig auszuschütten. Noch teurer wäre, alle sterben zu lassen. Darum dieser Weg.

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Nein, da gehe ich mit Ihnen nicht ganz einig, Herr S.
Aus der Optik der ArbeitnehmerInnen ist es ziemlich unerheblich, ob ihr Arbeitgeber kurz vor dem Kollaps stand, als die Pandemie los ging, oder nicht. Tatsache ist, dass deren ArbeitgeberIn mit dieser Unterstützung länger funktioniert - und so ihre Stelle länger erhalten bleibt.

Wäre ein Arbeitgeber selber an einer Ursache seiner Illiquidität schuld, dann würde ich Ihnen natürlich beipflichten - dann wäre es für derart entlassene MitarbeiterInnen ja auch viel einfacher, wieder eine Stelle zu finden, als gerade jetzt, mitten in der Pandemie, wo jeder auf die Bremse tritt, weil es jeden gleich hart trifft.

Auch für den Staat geht die Rechnung so besser auf - er braucht für diese Personen, zumindest vorderhand, keine Arbeitslosen-Taggelder zu entrichten.

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Sie denken wohl, es ist besser den Firmen das Geld zu geben, damit diese sicher ihre Boni bezahlen können ;-) So wie bei der Swiss.... Meiner Meinung nach soll der Staat die Notfallversicherung spielen und dies nur für Lebenswichtiges. Also direkt die Arbeitslosen unterstützen. Damit meine ich nicht so wie jetzt, wo man schon bald mal ausgesteuert wird oder mit Schikanen vom Geldbezug abgehalten wird.

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B. J.
· editiert

Sind Unterstützungsbeiträge denn irgendwie mit Entlassungsverboten für Arbeitnehmer*innen verknüpft, oder soll es Firmen möglich sein, 'grosszügig' Unterstützung zu beziehen und dann doch Leute in die Arbeitslosigkeit zu entlassen, so dass der Staat schlussendlich zweimal zahlt?

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C. D.
· editiert

Ja, die Angst vor dem Virus ist nicht hilfreich, aber durch einen Shutdown wird die wirklich gefährdete Gruppe auch nicht geschützt, nämlich vorerkrankte Menschen 70+, Medianalter der Verstorbenen laut neustem BAG-Bericht in der CH 86, (Frauen 88, Männer 84). Wir sehen zudem, dass im bisher wenig betroffenen Deutschland der sogenannte Wellenbrecher auch nicht den gewünschten Effekt hatte. Das Shutdown-Konzept basiert im Grunde auf der Hoffnung auf einen neuartigen Impfstoff, von dem man noch nicht weiss, ob und wie er auf Dauer wirkt. Ausser den naturgemäss euphorischen Behauptungen der Produzenten (mit den damit verbundenen punktuellen Börsenhöhenflügen) liegen noch keine genaueren Informationen in Form von Studien vor. Eine überstürzte Impfaktion könnte gesundheitliche Kollateralschäden verursachen, deshalb ist eine seriöse Prüfung unabdingbar, egal wie laut die Leute schreien, die sich nicht im Detail informiert haben.

Ein Plan B ist wichtig, und der Bundesrat handelt in meinen Augen diesbezüglich sehr wohl verantwortungsbewusst. Ich bin gespannt, ob z. B. vermehrte, freiwillige Schnelltests im Pflegebereich einen Einfluss auf die Eintritte in die Intensivstationen und die Häufung von Todesfällen in der betroffenen Altersgruppe haben - das BAG veröffentlicht inzwischen wöchentlich detailliertere Zahlen dazu. Wenn ja, wären das sehr gute Nachrichten, die ein multilaterales Vorgehen ermöglichen würden, bei dem ein Shut- oder Lockdown nur noch ultima ratio sind.

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Das Schöne am Föderalismus ist, dass Kantone unterschiedliche Massnahmen ergreifen und man so die Wirkung derselben gut vergleichen kann. Und da sieht man aktuell sehr gut, dass Kantone mit stärkeren Lockdown-Massnahmen einen schnelleren Rückgang der Fallzahlen haben als solche mit eher lockereren Massnahmen (siehe BAG-Daten oder aufbereitet in https://twitter.com/biophilo/status…12608?s=20).

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C. D.
· editiert

Sorry, aber der Vergleich ist doch sehr eindimensional und hinkt entsprechend. Die Westschweizer waren ja in einem Mass betroffen, das viele Fragen aufwirft. Sie waren tatsächlich zum Handeln gezwungen. Und genau die am meisten betroffenen Betagten werden sich im Alltag kaum ins Gewühl stürzen, und wenn, dann nehmen sie das Risiko in Kauf, sich mit allem Möglichen anzustecken. Es gilt deshalb, diese Gruppe unter ethischen Gesichtspunkten zu schützen. Freiwillige Schnelltests könnten eine Möglichkeit sein, das eine zu tun und das andere nicht zu lassen.

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Alternativ könnte man auch von den Ländern lernen, die das Virus im Griff haben. Aber dafür müssten wir erst mal von unserem hohen westlichen Ross runter steigen.

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Ich hätte von Anfang an menschenwürdige Sicherheitskonzepte für die Betagten entwickelt - es war nämlich bereits im März klar, dass gerade diese besonders gefährdet sind. Darunter fällt insbesondere auch die Prävention mit Vitamin-D (siehe heutiger Beitrag eines Hausarztes im Infosperber), Zink, Selen, Vitamin C, Omega-3 Fettsäuren, dies in möglichst natürlicher Form, also über gesunde Ernährung.

Um Ihre Frage doch noch zu beantworten:
Keins von beidem. Mein Ziel sind wenige Konkurse UND wenige Tote. Sie gehen offenbar davon aus, dass wir in einer Entweder-oder-Situation stecken? Das dünkt mich eine beschränkte Sichtweise, die zu einer unfruchtbaren Verhärtung der Positionen führt.

Es kommen viele Herausforderungen auf uns zu, auch aufgrund der Altersstruktur. Das Virus kann uns viele Problemstellungen bewusstmachen.

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Zum Beispiel China? Ich habe Freunde dort. Viele KMUs sind eingegangen. Die Freunde denken ans Auswandern.

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Ein äusserst spannendes Thema. Im Brief selber und der dort genannten Literatur hatte ich nach den Argumenten für diese Sichtweise gesucht, und leider wenig gefunden. Auch nach diesem Interview bleiben mir die Hauptargumente diffus. Nur gerade in einer Antwort wird auf Punkte eingegangen, weshalb ein Lockdown für diese Wirtschaft besser sein könnte. Allerdings lassen sich für diese Punkte umgehend eine andere Sichtweise finden. Konsumeinbruch: Es stimmt, die Mobilität ist bereits vor einer Einengung der Massnahmen zurückgegangen, aber ebenso hat die Mobilität bereits vor einer Lockerung wieder zugenommen. Das Element einer Risikoaversion, welche auf dem Konsum lastet, lässt sich meines Wissens in der Ökonomie kaum nachweisen. Gesundheitssystem: Das Gesundheitswesen hat nachweislich wirtschaftlich gelitten unter dem Lockdown, weil Eingriffe aufgeschoben wurden und somit Umsatz fehlte. Natürlich gab es hier auch Ausnahmen. Arbeitsausfälle: Die Statistiken des Bundes sind relativ eindeutig, die „Working age population“ ist von dem Virus nicht in einer Schwere betroffen, die zu ungewöhnlichen Arbeitsausfällen führt. Natürlich gibt es auch hier die üblichen statistischen Ausnahmen. Die Sichtweise zu diesen einfachen Gegenüberstellungen hätte mich sehr interessiert, und dann hätte für mich der Artikel auch wesentlich an Substanz gewonnen. Dazu muss man nicht einmal all die anderen Dimensionen von langfristigen Kosten und Folgen in der Bildung, psychischen Gesundheit, um nur wenige zu nennen, anreissen. So bleibt es bei einem einfachen Bashing der aktuellen Politik, wovon wir schon genügend haben.

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B. J.
· editiert

Es geht auch nicht um Ökonomie, sondern um PR für die Empfehlungen der Task-Force durch eine Gruppe (vermutlich mehrheitlich jüngerer) Ökonom*innen. Man trifft sich auf dem elektronischen Marktplatz... Solche Hintergründe hätte ich schon gerne ausgeleuchtet, wenn man schon berichtet. Oder interviewt.

Auf eine Denkwürdigkeit aus dem gestigen News-Letter soll auch noch hingewiesen werden:

Aus dem Interview mit Lorenz Küng:

Jeder Franken, den er [der bund] in diese Infrastruktur [testen und tracing] investiert, spart nach konservativer Schätzung der Volks­wirtschaft 200 Franken an Kosten ein.

Aus dem im gestrigen Newsletter verlinkten Policy Brief der Task Force Ökonom*innen vom 31.10.20:

In einem kürzlich erschienenen Artikel schätzen die US-Ökonomen David Cutler und Larry Summers (2020), dass der wirtschaftliche Nutzen von Tests und Contact Tracing etwa 30 Mal grösser ist als die Kosten.

Aus dem Interview mit Herrn Küng:

Mich stört sehr, dass die politische Debatte oft von solchen wissenschaftlichen Erkenntnissen losgelöst ist. Man lässt Aussagen einfach unbelegt im Raum stehen.

Deswegen postet er jetzt wahrscheinlich auf Twitter.....

Sorry, Frau Kühni, sorry, Republik, aber das ist einfach nur plump. Hat man die Verleger*innen einmal gefragt, ob sie mit ihren Abogebühren die PR der Taskforce (oder zumindest einzelner Teile davon) mitfinanzieren wollen?
Wie zitierte Christof Moser beim Artikel über die Formularberge im BAG so schön wie belehrend? Guter Journalismus mache sich mit nichts gemein, auch nicht mit einer guten Sache?
Aber hallo.

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Liebe Frau J., vielen Dank für Ihren Beitrag. Wieso sollte ich mit diesem Interview PR für die Taskforce betreiben? Herr Küng sitzt dort nicht drin. Und PR für irgendwas interessiert mich nicht.

Dass die Taskforce zu ähnlichen Einschätzungen kommt, liegt daran, dass eine Mehrheit der Ökonomen weltweit zu dieser Einschätzung kommt. Das ist ziemlich grundlegendes Lehrbuch-Standardwissen. Man darf das natürlich kritisieren, es hat aber nichts mit PR zu tun. Und von was für "vermutlich mehrheitlich jüngeren Ökonom*innen" sprechen Sie? Sie bringen oft kluge Kritik ein, aber hier kann ich Ihnen leider wirklich nicht folgen.

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Christof Moser
Chefredaktion
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Journalismus macht sich mit nichts gemein, auch nicht mit einer guten Sache – es würde mich sehr erstaunen, wenn ich das gesagt hätte. Das Zitat von Hanns Joachim Friedrichs ist eines der in falschem Kontext meist missbrauchten Zitate im deutschsprachigen Raum.

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Danke an beide für die erhellenden zusätzlichen Informationen.
Vonseiten der Wissenschaft vermisse ich eine öffentliche, kritische Überprüfung von Studien, die oft in den Medien erwähnt werden, aber offensichtliche Mängel aufweisen. Dies wäre bei den jetzigen aufgeheizten Debatten sehr wichtig.

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Wo kommt die Angst vor dem Virus her?

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R. B.
leicht verwundert
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von all den erkrankten und Toten. Krankheit und Tod machten uns schon immer Angst (zurecht).

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Was mir am Interview etwas fehlt, sind die Belege/Fakten für die gemachten Aussagen. Das macht es zwischendurch etwas schwierig zu erkennen, ob er hier einfach seiner Meinung/Hoffnung Ausdruck gibt oder ob er auf Basis von Analysen und Fakten argumentiert.

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Dem pflichte ich voll und ganz bei. Klare Aussagen wie "1 Franken Investition ins Contact Tracing spart konservativ geschätzt 200 Franken ein" sind eine schöne Sache, aber dazu gehören wenigstens grobe Hinweise, wie das geschätzt wurde. Aber es ist nicht zu spät. Herr Küng darf sich gerne auch auf der Diskussionsseite einbringen.
"Man lässt Aussagen einfach unbelegt im Raum stehen." Zitat Küng, 2 Fragen vorher.
Konkret: Ich erwarte nicht, dass Herr Küng diesen Nachweis erbringen könnte. Bei einer Trefferquote von um die 5% Corona-Positive unter den Contact-Getracten ist der Nutzen ganz absolut nicht nachweisbar. Contact Tracing ist gescheitert, daran, dass wir die Biologie des Virus und seiner Ausbreitung nicht kennen.
Ok, auch diese Aussage muss ich im Raum stehen lassen.

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Contact Tracing ist vor allem an der fehlenden Skalierung bei steigenden Fallzahlen gescheitert. Und ohne Tracing fehlen dann halt eben auch konkrete Hinweise aid Hotspots und besonders heikle Orte/Konstellationen.

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B. J.
· editiert

Was mir in diesem Interview fehlt, ist der Zeitbezug. Herr Küng klingt ein bisschen so, wie wenn die Politik jetzt einfach den Empfehlungen der Task Force folgen soll und möglichst schnell einen Lockdown anordnen, weil das Geld dafür da ist, und gut ist.
Das war doch insgeheim oder explizit schon beim ersten Lockdown die Hoffnung, dass das Virus danach besiegt sei. Dass ein Virus nicht einfach von selber verschwindet, geht im unerwähnten Zeithorizont irgendwie unter. Jetzt hofft man natürlich, dass danach Impfungen zur Verfügung stehen, über die es diverse Pressemitteilungen der beteiligten Firmen gibt und sonst mW herzlich wenig belastbares. Ausser, dass die beteiligten Unternehmen die Haftungsrisiken gerne auf die öffentliche Hand abwälzen würden....
Worüber ich mich ebenfalls gewundert habe: die Epidemiologen der Schweizer Task-Force bekommen Schützenhilfe von Schweizer Ökonom*innen in einer deutschen Zeitung. Was ist der Grund für diese unübliche Konstellation? Dazu hätte mich eine Rückfrage schon interessiert. Wollte die Schweizer Presse das Plädoyer an die Politik, den Empfehlungen der Epidemiologen zu folgen, nicht abdrucken oder warum erscheint es in der FAZ?

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Ich denke, Herr Küngs Rezept würde nur funktionieren, wenn man nach dem Lockdown das Contact Tracing in den Griff bekommt und danach auch dauernd unter Kontrolle behalten kann. Das bedeutet unter Umständen, dass der Lockdown nur teilweise gelockert werden kann, weil sonst die Infektionen wieder ansteigen und das Tracing wieder aus dem Ruder läuft. Ein sofortiger Lockdown jetzt bietet keine Gewähr dafür, dass es der letzte sein wird und das Leiden von Wirtschaft und Bevölkerung beendet ist. Am Anfang hat es mal geheissen, wir müssten lernen, mit dem Virus zu leben. Das gilt meiner Meinung nach weiterhin.

Bei den Impfungen hat man sich auf eine Gratwanderung begeben. Etwa die Hälfte der Bevölkerung will sich nicht impfen lassen. Gibt es bei einem Impfstoff Probleme (Nebenwirkungen, Todesfälle, Mutationen), wird sich die ganze Hoffnung eventuell in Luft auflösen. Dann sind wir wieder am Anfang: wir müssen mit dem Virus leben.

Vielleicht kann mich jemand mal aufklären, warum es möglich sein soll in wenigen Monaten einen Impfstoff gegen Covid-19 zu entwickeln, während man es bereits jahrelang nicht schafft, einen wirksamen Impfschutz gegen die Grippe herzustellen.

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Herr S., die Grippeviren haben eine Reihe von zusätzlichen Möglichkeiten, um zu mutieren und Mutationen schnell neu zu kombinieren. Deshalb braucht es dort jedes Jahr einen (etwas) anderen Impfstoff. Die meisten Viren (inclusive Corona) haben keine so effektiven Möglichkeiten zur Veränderung. Deshalb haben wir sehr gute Chancen, dass die Coronaimpfstoffe zumindest ein paar Jahre sehr gut schützen.
Vergessen Sie nicht, es gibt Impfungen, die Jahrzehnte lang schützen, z.B. Masern, Mumps, Röteln.

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Olivia Kühni
Autorin
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· editiert

Lieber Herr H., hier wird niemandem Angst eingejagt. Stattdessen teilt ein Experte sein Wissen, und Bürgerinnen diskutieren darüber.

Sie sind gerne eingeladen, das ebenfalls zu tun.

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Liebe Frau Kühni, bleiben wir auf dem Boden. Hier unterstützt ein Ökonom aus seiner fachlichen Sicht die Forderungen der Epidemiologen, bei deren Beurteilung er genauso Laie ist wie Sie und ich. Und 99.9% aller anderen Bürger*innen.

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Folgende Aussage von Herrn Küng verstehe ich nicht. Er sagt "Wir können uns jetzt über die nächsten 50 Jahre zu negativen Zinsen von etwa minus 0,5 Prozent verschulden." Das heisst wenn der Staat bei der SNB einen Kredit von 1 Milliarde aufnimmt, bezahlt die SNB dem Staat jährlich 5 Millionen an Zinsen x 50 Jahre = 250 Millionen Total. Oder anders gesagt, der Staat bezahlt der SNB nach 50 Jahren noch 750 Millionen zurück, den Verlust von 250 Millionen trägt die SNB. Stimmt das?
Negative Zinsen waren bis vor kurzem undenkbar in der Wirtschaftswissenschaft. Nun sind sie das neue Normal. Kann das kapitalistische Wirtschaftssystem mit den Auswirkungen umgehen oder wissen wir überhaubt, was die längerfristigen Auswirkungen der Negativzinsen sein werden? Werden möglicherweise die finanziellen Verluste durch Geldentwertung ausgeglichen? Das heisst wenn in 50 Jahren der Franken nur noch halb so viel Wert hat, macht die SNB trotzdem einen Gewinn von 250 Millionen. Ich bin kein Ökonom und es fällt mir echt schwer, mich in dieses Gebiet einzudenken.

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Die Zinsen sind negativ, weil zuviel Geld rumliegt. Geld, welchen die Banken bei der SNB lagern will unterliegt einem Negativzins. Ob Geld welches die Banken bei der SNB holen auch negativ verzinst wird weiss ich nicht, muss es nicht. Die Geldentwertung und Negativzinsen haben nichts miteinander zu tun. Geldentwertung bedeutet ich bekomme in der Zukunft weniger fuer mein Geld. Die Geldentwertung ist eher schwierig zu bewerten, da sie in unterschiedlichen Maerkten unterschiedlich ist. Der Teuerungsindex wird von Buerokraten mit einem (nicht-) repraesentativen Warenkorb bestimmt. Bisher war der immer daneben. Weil ein wesentliche Gut, welches grad eine hefige Preissteigerung durchlebt nicht drin ist. Waren es mal der Oelpreis, welcher lange Zeit auf der Haelfte lag. Sind oder waren es kuerzlich die Krankenkassenpraemien. In meinem Berufsumfeld gibt es konstant immer mehr fuer's Geld. Bedeutet in meinem Gebiet sollte man nicht auf Vorrat kaufen.

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Genau, Geldentwertung bedeutet, ich bezahle weniger wenn ich meine Schulden zurückzahle. Toll für den Schuldner! Und ich hab einen Denkfehler gemacht: Wenn sich das Geld entwertet, sind die 750 Millionen welche die SNB zurück bekommt nur noch 500 Millionen wert, das heisst die SNB macht 50% Verlust. Weshalb verleiht die SNB überhaupt noch Geld wenn sie die Hälfte verliert? Oder ist das komplett unwichtig für sie da sie Geld drucken kann so viel sie will und Geld eh nur ein rein virtuelles Konstrukt ist? Das Rezept des Gelddruckens ist wohl der Grund weshalb zu viel Geld rumliegt und die Zinsen negativ wurden. Um die Wirtschaft vor Corona zu retten soll nun noch mehr Geld gedruckt und verteilt werden. Da beisst sich doch die Katze in den Schwanz. Und das Märchen vom ewigen Wirtschaftswachstum hat wohl auch ausgedient, denn das würde heissen es leben noch mehr Menschen auf der Erde und sie verbrauchen jedes Jahr 2% mehr Güter und Energie. In Anbetracht des Klimawandels wohl eine Illusion.

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M. J.
Kommunikator / Verkäufer auf Jobsuche
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Etwas irritierend, dass der Wirtschaftswissenschaftler Lorenz Küng unsere Wirtschaftsvertreter mit Lobbyisten gleichsetzt.

Ein Geschäftsführer eines Familiengeführten Unternehmens (Hauptanteil der Unternehmen in der Schweiz) hat wenig gemein mit einem Lobbyisten und denkt/handelt sehr wohl auch langfristig im Sinne seines Unternehmens, Mitarbeiter und Kunden.

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Lieber Herr J., da haben Sie sehr recht.

Ich glaube, das ist ein Missverständnis: "Lobbyisten" meint lediglich, dass sich "Wirtschaftsvertreter" für ein Unternehmen oder eine Branche einsetzen (völlig zu recht, denn die leiden ja tatsächlich auch, und mit ihnen ihre Arbeitnehmer etc.) - und nicht die Volkswirtschaft als Ganzes betrachten. Das wird oft verwechselt: Was für ein einzelnes Unternehmen/eine Branche gut ist, ist nicht immer gut für die ganze Volkswirtschaft, vor allem langfristig nicht.

Dieser Unterschied ist damit gemeint. Aber ich verstehe, dass Lobbyist wie ein Schimpfwort klingen kann. Für mich ist es das nicht - Lobbying ist legitim.

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M. J.
Kommunikator / Verkäufer auf Jobsuche
·

Besten Dank für Ihre Antwort, Frau Kühni

Wenn Küng es wirklich so gemeint hat, dann passt das.

Für mich wirkt der ganze Aufsatz etwas überheblich und belehrend.
Es ist wohl kaum ein Zufall, dass der erwähnte Brief von 50 Wirtschaftsprofessoren (allesamt mit fixem Lohn vom Staat) und nicht von Vertretern von KMU‘s verfasst wurde.
Die Stimme der Wissenschaft ist wichtig und richtig in dieser Pandemie (vor allem in der akuten Phase im Frühling) - aber eben auch die der Wirtschaft und vom Rest der Gesellschaft.

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Kann man Herrn H. dreiste Falschinformation bitte entfernen?
Diese “Publikation” erfüllt keinen wissenschaftlichen Standard und fällt eher in die Kategorie “böse Nachrede “ und absichtliche Verwirrung der Leser.
Andererseits könnte man darüber sicher einen interessanten Artikel in der Republik schreiben (kein peer Reviewed Journa; jeder böswillige Student könnte das so ins Internet stellen. Was will Herr H. eigentlich erreichen?)

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Der allgemein sehr geschätzte Naturwissenschaftler Christian Drosten ist leider bei Schweizer Verschwörungstheoretikern ein beliebtes Angriffsobjekt.

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Das aktuelle Versagen der Politik ist schon schockierend. Um vermeintlich Kosten zu sparen, wird eine Politik betrieben, welche viele Menschenleben kostet und schlussendlich mehr ökonomischen Schaden anrichtet, wie man konsequent handeln würden. Der Artikel zeigt das gut auf.
Das Verhalten der bürgerlichen Parteien, die Hauptakteure hinter dieser Strategie, erinnert mich immer mehr an das Verhalten der republikanischen Partei in den USA. Getrieben durch eine ideologische Überzeugung, dass ein zu starkes Eingreifen des Staates schlecht ist, wehren sich mit allen Mitteln gegen zu starke steuernde Rolle des Staates in dieser Krise.

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A. Z.
System Engineer
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Würde ich so unterschreiben.
Die Schweiz wird nach der Krise im internationalen Vergleich immer noch besser dastehen als die meisten anderen Länder.
Es werden ja alle von der Krise getroffen nicht nur wir.

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Also, ich würde sagen, dass der Artikel bzw. das Interview einiges besser ist als die folgende, leider wie üblich ziemlich gehässige und verunglimpfende Diskussion: Wenn jemand eine möglichst klare und in sich gut verständliche Aussage macht, wird er gleich aufgrund von herausgerupften Wörtern niedergeschrien. - Zur Belustigung kann man den hohen negativen Bewertungen in den 'likes' folgen, wenn man etwas interessantes lesen will - was ja nicht heisst, dass man damit im Einzelnen einverstanden sein muss.
Nicht wahr, Frau Kühni, Sie haben das Maurer-Zitat von Herrn Stauffacher "Güterabwägung von Gesundheit, Wirtschaft und öffentlichem Leben bzw. Freiheit" freimütig abgeändert in "Abwägung zwischen einem Kollektivwert (Wirtschaft, Gesundheit) und individuellen Freiheitsrechten zu tun" (eine ziemlich dreiste Umwertung, denn "öffentliches Leben bzw. Freiheit" ist durchaus ein Kollektivwert - um bei Ihrem polemischen Begriff zu bleiben). Auf dieser krummen Grundlage können Sie dann moralisierend Kollektiv- und Individual-Interessen gegeneinander auszuspielen - um am Ende noch "Meinungen" als (unübertroffene) "Dummheiten" zu disqualifizieren. - Meinen Sie das mit "aufrichtig und höflich" ?
Meine grösste Kritik am Artikel betrifft (wieder einmal) den Titel: Eine süffige Verkürzung im gängigen Denkmuster - beinahe hätte ich auf den Artikel verpasst.

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immerhin, auch hier fuktioniert die Zivilgesellschaft noch, wenn es zu "kirchlich", zu gewerkschaflich und zu meinungsexluiv wird. Danke für's Exponieren und das Erwähnen der Minuszeichen.

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(durch User zurückgezogen)
  1. eigenartig 1. Die Entwicklung zeigt genau das Gegenteil: ein Teil-Shutdown war nicht notwendig, die 60 Ökonomen irrten sich in ihrem übertriebenen Aktionismusbrief., den die Geschichte bereits überholt hat.

  2. eigenartig 2: Eingangs mit dem Finger auf andere zeigen (die Politiker, welche die Massnahmen der Schweiz bestimmen) und zum Schluss, wo es wirklich spannend würde, den Krebsgang einschalten (nee, ich zeige nie mit dem Finger auf andere)

  3. Sozialwissenschaftler klammern im Elfenbeinturm offenbar den Kern des Sozialen aus: den Wunsch der Menschen nach Kontakt, Begegnung etc. - und die Folgen des monatelangen Begegnungsverbotes.

  4. Wenn überall Tod und Mordio geschrien wird, über Wochen radikale Massnahmen diskutiert werden - ja dann ist doch klar, dass die Bevölkerung bereits früh eingeschüchtert ist und sich entsprechend verhält. Ein Schildbürgerstreich (also Unsinn) danach zu fachsimpeln, es seien nicht die (lange zuvor diskutierten und angekündigten) Massnahmen verantwortlich.

  5. einverstanden bin ich hingegen damit, dass - bei harten Massnahmen - alle entschädigt werden müssen, auch die Kleinen, die (möglicherweise, wer weiss das schon) bereits vor dem Bankrott standen.

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