Die Republik ist nur so stark wie ihre Community. Werden Sie ein Teil davon und lassen Sie uns miteinander reden. Kommen Sie jetzt an Bord!

DatenschutzFAQErste-Hilfe-Team: kontakt@republik.ch.



IP - Suisse - Bäuerin
·
· editiert

Ich bin es langsam leid, hier immer wieder erklären zu müssen, dass es in der Schweiz neben Bio und Konventionell noch IP - Suisse gibt. Nur 50 % der Betriebe arbeiten konventionell. So interessant der ganze Artikel ist, es schadet dem Inhalt, wenn gleich zu Beginn eine Unwahrheit behauptet wird.

19
/
32

IP fällt oft zwischen Stuhl und Bank, dies lässt sich nicht leugnen. Eine (nicht ganz ernst gemeinte) Begründung dafür findet sich schon in der Bibel: "Ach, dass du kalt oder warm wärest! Weil du aber lau bist und weder kalt noch warm, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde." (Offenbarung 3:14-22)
Vielleicht haben Sie einfach zu hohe Erwartungen. Es ist ist nicht überraschend, dass in der Öffentlichkeit Biosuisse als Wegbereiter einer nachhaltigen Landwirtschaft wahrgenommen wird. Eher überraschend ist eine Ansage auf der IP-Website: "Ziel ist es, unser Käfer-Gütesiegel in den kommenden Jahren zum umfassend nachhaltigsten Label im Schweizer Lebensmittelmarkt weiterzuentwickeln." Ich glaube, da hat IP einfach eine überhöhte Selbstwahrnehmung. Das wird nicht zu schaffen sein.

24
/
2
Philipp Albrecht
Redaktor Wirtschaft
·

Vielen Dank für Ihren wichtigen Hinweis. Nichts liegt uns ferner als die Absicht, Unwahrheiten zu verbreiten. Den Satz, den Sie meinen («Es ist kein Bio-, sondern ein konventioneller Betrieb, so wie die grosse Mehrheit in der Schweiz.») stellt eine Vereinfachung der recht komplexen Struktur der Schweizer Landwirtschaft dar. Das Käferlabel ist aus dieser Perspektive näher bei der konventionellen Produktion als beim Knospenlabel. Bei IP sind Pflanzenschutzmittel nicht verboten und IP-Suisse hat sich gegen die Pestizidinitiative ausgesprochen.

48
/
5

Warum ist es so? Habe gerade die IP Suisse Webseite gelesen, neu entdeckt dank Ihrem Kommentar. Wäre interessant zu erfahren warum der Journalist Philipp Albrecht IP Suisse nicht im Artikel einbezieht. Danke Frau Schürch für Ihren Kommentar.

11
/
4
IP - Suisse - Bäuerin
·

Liebe Frau Edwards, IP - Suisse beinhaltet die Optimierung mehrer Parameter in der Landwirtschaft und ist deshalb schwer zu erklären. Es freut mich, dass Sie sich die Mühe gemacht haben, mehr darüber zu erfahren. Hier noch ein Link zu unserem Betrieb, wo wir auch erklären, was es bei uns konkret bewirkt hat: https://www.neuhof-reinach.ch/oekol…em-neuhof/

9
/
0

Welche Unwahrheit meinen Sie?

8
/
0
Agronom
·

Nicht zu vergessen, dass "Konventionell" in der Schweiz nicht gleich "Konventionell" in der EU oder weiteten Ausland ist. Die meisten "Konventionelle" Betriebe in der Schweiz sind ÖLN. D.h. sie müssen etliche richtlinien bezüglich Fruchtfolge, Biodiversitätsflächen, Düngung, Tierbestand und vieles mehr einhalten um die Direktzahlungen zu bekommen. Die Subventionen sind nicht da um Pflanzenschutzmittel zu fördern, sondern ökologisierungs und extensivierungs Massnahmen. Unter anderem mind. 7% ungenutzte Fläche, Hecken, Hochstamm, Heuwiesen, etc...
Somit sind auch die 50% restliche "Konventionelle" Betriebe weit ökologischer als alle Betriebe in der EU (als Bsp.: die EU Agrarpolitik dikutiert noch über die Pflicht zu Fruchtfolge. Das kommt bei einige Maisanbauer in Frankreich sehr schlecht an. Ist bei uns standard).

Zu schwierig diese Differenzierung zu erklären?
Dachte (als Verleger) dass wenn ein Medium auf Vereinfachungen verzichten und auf Aufklärung setzen würde, dann die REPUBLIK.
Denn Landwirtschaft ist komplex, und Landwirte mündige, gut ausgebildete, stolze Schaffer, die mit und in der Natur arbeiten.

7
/
0

Die IP Produkte haben gute Qualität, zumindest in "meinem" Hofladen.

4
/
1
Urs Fankhauser
Citoyen
·
· editiert

Ich lese viel Kluges in den Kommentaren hier. Aber irgendwie bleibt die Debatte doch etwas beim Schlagabtausch stehen. JedeR ist für Nachhaltigkeit, aber alle verstehen etwas anderes darunter. Die zwei Initiativen würden massiv in die Landwirtschaft eingreifen, so viel ist klar. Dass dies Bauern und Bäuerinnen erschreckt, ist verständlich. Aber dagegen mit der Parole "extrem" anzukämpfen ist sehr kurzsichtig. Wenn etwas extrem ist, dann ist dies doch die aktuelle Praxis! Wenn die Biodiversität vor die Hunde geht, unser Trinkwasser nicht mehr sicher ist, die Böden vergiftet werden, Nutztiere zu computergesteuerten Milch- Eier- oder Fleischproduktionseinheiten reduziert werden und sich Pestizide in unseren Körpern anreichern: das ist extrem.
Die Schweiz ist ein reiches Land. Wenn sich jemand einen radikalen Umbau der Landwirtschaft leisten kann, dann wir! Es muss bessere Lösungen geben, als so weiter zu wursteln.
Als zentral erachte ich in der Landwirtschaft folgende Punkte :

  • Lebensmittel müssen teurer werden. Die Mehrbelastungen, die sich dabei für Haushalte mit geringen Einkommen ergeben, müssen durch steuerliche Entlastungen und sozial gestaffelte Krankenkassenprämien ausgeglichen werden.

  • Ich bin kein Veganer. Aber diese Bewegung popularisert eine zentrale Botschaft: wir essen zu viel tierische Eiweisse. Wenn das weltweit angebaute Getreide nicht zunehmend in der Tierfütterung (oder gar in Verbrennungsmotoren) verschwände, gäbe es genügend Lebensmittel. Dasselbe gilt für Ölsaaten und Hülsenfrüchte.

  • Wenn wir weniger Fleisch, Eier und Milchprodukte konsumieren, können diese Güter extensiver und damit nachhaltiger produziert werden. Kühe mit absurd hoher Milchleistung und Massentierhaltungen bei Schweinen und Hühnern könnten schrittweise durch tiergerechtere Haltungsformen ersetzt werden.

  • Wenn die Landwirtschaft in der Schweiz für ihre nachhaltiger produzierten Erzeugnisse bessere Preise erhält, braucht es keine fragwürdigen "Cashcrops" wie Raps oder Zuckerrüben mehr. Öl und Zucker importieren wir besser aus dem Weltsüden, wo solche Pflanzen besser gedeihen. Soja importieren wir nur noch für die menschliche Ernährung.
    Wir haben mit den zwei Initiativen die Chance, unsere Landwirtschaft radikal umzubauen. Und wir haben die Mittel, die sich ergebenden finanziellen Nachteile für die Landwirtschaft abzufedern.
    Deshalb werde ich zweimal ja stimmen.
    PS: Ob es für die Fenaco dann noch Platz hat, ist mir egal.

91
/
2
Simon Reber
Software Entwickler, Familienvater
·

Das erinnert an Drogenabhängigkeit. Und es zeigt auf, wohin die angeblich freie Marktwirtschaft mit aller Macht hindrängt: Zu Abhängigkeit, Monopol und Monokultur. Dieses bequeme einlullen in immer gleiche Abläufe ist gefährlich. Es war nicht die Fenaco, welche den Konsumenten das Gemüse im Lockdown vor die Tür lieferte, sondern intiative Bio-Landwirte, welche schnell und unkompliziert auf Veränderungen reagieren können.
Es ist irreführend, wenn bäuerliche Kreise auf die Ernährungssicherheit verweisen, denn es sind genau solche verkrusteten Strukturen, welche diese wirklich gefährden.

79
/
0

Drogenabhängigkeit ist wohl das falsche Wort. Es geht mehr in Richtung Planwirtschaft, wie er in der ehemaligen Sowjetunion üblich war. Zentral wird vorgegeben, wie Landwirtschaft zu betreiben ist. Innovative Aktivitäten und die Suche nach einem neuen Weg in der Landwirtschaft werden so unterbunden.

8
/
4
Simon Reber
Software Entwickler, Familienvater
·

Das sehe ich gänzlich anders. Die Bauern hier haben jede Freiheit, ganz anders als die Kolchosen in der damaligen Sowjetunion. Bloss ist es halt etwas unbequemer, wenn man innovative Sachen macht...

7
/
0
Ökoklempner
·

Fantastisch. Republik at its best. Die Grafik zur Einleitung - ein tolles Wimmelbild Und im Text - Ross und Reiter, Prozesse und Wege transparent gemacht. Alles ohne erhobenen Zeigefinger; der Leser darf selbst weiter denken und eine Meinung finden.
Sogar den unsäglichen Ausdruck "Pflanzenschutzmittel" für die herbiziden und pestiziden Ackergifte hat der Autor höchst tolerant weiter verwendet. Das hat sicher Nerven gekostet. Chapeau, Republik!

73
/
3

Die beiden Initiativen werden vermutlich knapp scheitern. Einer der Hauptgründe dafür: Die Kampagnen der Initiativen haben sich immer mehr zu Kampagnen gegen die Bauern als Berufsstand und Kleinunternehmer selbst entwickelt. Die Bauern als gewissenlose Vergifter unserer Umwelt. Und das führt in der Schweiz sehr schnell zu emotional begründeten Solidaritätsbezeugungen zugunsten der Bauern. Dass hinter den Bauern die gesamte, enorm mächtige Agrarlobby steht, wird in der Kampagne zuwenig herausgestellt. Insofern ist dieser Artikel über die Fenaco-Krake lobenswert und schafft Transparenz. Effektiv ist es nicht der Bauer, der die Produkte designed, produziert, bewilligt, verteilt und berät, sondern die Syngentas und Monsantos, das BAWL, die Fenacos und ihre fein verästelten Unterorganisationen. Sie aufzudecken und namentlich zu benennen hätte die Kampagnen der Initiativen effektiver gemacht. Jetzt werden sie am Mitleid mit den Bauern scheitern.

63
/
3
Urs Fankhauser
Citoyen
·
· editiert

Das Mitleid mit den Bauern wird bestimmt eine gewisse Rolle spielen. Vielleicht können die Bauern besser jammern als andere Berufsgruppen... aber wichtiger sind zwei andere Aspekte:

  • Die Bauern haben sich in ihrer Mehrheit stets bedenkenlos und opportunistisch auf die Seite der Macht gestellt. Das war schon beim Generalstreik so, das war ganz aktuell beim zynischen Deal mit Economiesuisse wieder so (Unterstützung gegen die KVI im Tausch gegen Unterstützung gegen die Pestizidinitiativen). Auch der Deal mit der SVP läuft nach diesem Muster: die SVP erhält die Stimmen der Bauern (und ihres Umfelds), im Gegenzug organisiert die SVP üppige Subventionen.

  • Diese Machenschaften werden geschickt mit dicker Bauernromantik-Sauce überdeckt. Weidende Kühe (mit Hörnern und Glocken), Bauernhemden und glückliche Hühner perpetuieren in Werbespots und Hochglanzzeitschriften ("Landliebe" etc.) ein Bild der Landwirtschaft, welches mit der Realität wenig, aber mit den Sehnsüchten der Leute viel zu tun hat.
    Warum hat man in der Schweiz so wenig Mitleid mit dem Pflegepersonal oder mit Reinigungskräften? Weil das in ihrer Mehrheit Frauen sind? Weil es zu diesen Arbeitswelten keine rührseligen Identifikationsnarrative gibt?

63
/
5

Herzlichen Dank für diesen Beitrag, der so viel Transparenz schafft! Ja, viele dieser Städter und Akademikerinnen wollen den Pflanzenschutzmitteln an den Kragen. Ich vermute, dass viele von ihnen auch eher grössere Steuerzahler bzw. die Mit-Garantinnen der Direktzahlungen sind... und ausgerechnet sie sollen kein Anrecht auf Mitsprache in der Agrarpolitik haben? Höchste Zeit, dass wir Schweizer*innen den Bauern helfen, sich aus ihren Fenaco-Verträgen zu lösen! Vielleicht brauchts jetzt etwas Druck, die Initiativen sind eine Chance... Jeder Betrieb soll auf Kunstdünger und PSM verzichten, wenn er will und seine Produkte frei vermarkten können.

63
/
5

Gute Nachricht, Frau S.: Dieses Ziel wurde schon vor längerer Zeit erreicht. Lesen Sie den Text von Herrn Albrecht: Die Knebelverträge sind Vergangenheit.

0
/
12
Gemüsebau
·

Die Knebelverträge gibt es vermutlich offiziell nicht mehr, aber bei uns im Volg wurden die Produkte eines Obstbauern aus dem Sortiment genommen, weil sie den Dünger nicht über die Landi beziehen.

41
/
0
Gemüsebau
·

Ich ärgere mich schon seit langem über die Fenaco und all ihre Tochterfirmen. Volg gehört z.B. auch dazu. Und obwohl ich fast ausschliesslich beim Volg einkaufe, weil dieser gleich um die Ecke ist, ärgere ich mich über deren Geschäftspolitik. In der Werbung setzt der Volg auf Regionalität und auf der Webseite hat der Volg seine Werte folgendermassen definiert: "...Wir sind dort, wo die Menschen wohnen in ländlicher Umgebung. Wir fördern eine persönliche Atmosphäre, setzen auf Schweizer Produkte, darunter solche, die direkt aus dem Dorf oder Nachbardorf stammen..."
Wenn man sich aber achtet, dann hat der Volg so lange wie möglich ausländische Produkte, obwohl es von der Saison her schon Schweizer Produkte gäbe. Und sie sind die ersten, die die Schweizer Produkte wieder durch ausländische Produkte ersetzen, sobald die Grenze wieder aufgeht (dieses Zweiphasen-System ist relativ kompliziert und wer mehr darüber wissen will kann hier nachsehen https://www.gemuese.ch/Dossiers/Sch…ort-Export). Und dies aus dem einzigen Grund; die Wertschöpfung ist bei ausländischen Produkten einfach viel grösser als bei Schweizer Produkten.
Obwohl die Fenaco immer wieder beteuert, dass sie den Produzenten und Bauern gehört, haben die Genossenschafter keine Handhabe, dieses Geschäftsgebahren zu ändern. Der Teppichetage geht es einzig und allein um das Geld und die Wertschöpfung.

57
/
1

Kenne das Dilemma: Der nahe Volg führt kaum Bio-(Frisch)ware, dafür braucht es für den Einkauf kein Auto. Als Kundin unterstütze ich hiermit den Agromulti Fenaco, aber gleichzeitig unsere sehr engagierten, herzlichen Ladenangestellten aus dem Ort. Zudem ermöglicht dieser letzte Dorfladen mobilitätseingeschränkten Personen (meist ältere) sowie Familien und Kindern den täglichen Einkauf unkompliziert und selbstständig zu Fuss zu erledigen.
Und ja, obschon mit « aus der Region » geworben wird, stets ein grosses Sortiment an ausländischer, nicht saisonaler Frischware, welches bezüglich Qualität und Herstellung oft zu wünschen übrig lässt... viel Ambivalenz (und ein etwas fader Nachgeschmack)....

29
/
0
Gemüsebau
·

Genau so ist es. Und ich habe schon oft mit der Filialleiterin gesprochen diesbezüglich und leider ist es so, dass ihr die Hände total gebunden sind. Die Fenaco bestimmt, was in den Laden kommt und was nicht.
Ich möchte hier aber gerne betonen, dass das Gebahren der Fenaco nicht den Landwirten angelastet werden kann. Die Fenaco handelt wie jedes grosse Wirtschaftsunternehmen: es geht nur ums Geld und um nichts anderes.

18
/
2
Head of Business Development
·

Ein für die Zukunft wichtiges Element fehlt in der Aufzählung. Selbstverständlich nutzt die moderne Bäuerin 365Farmnet der Firma Claas. In der „Schweizerischen Version“ von Barto AG (Fenaco ist einer der Hauptaktionäre). Dort fliessen dann alle relevanten Hof -Daten zusammen. Vom Herdenbuch über den Düngemittelbedarf bis zur Erntemenge pro Are, mit Schnittstellen zu allen relevanten Bundestools.

53
/
0
Philipp Albrecht
Redaktor Wirtschaft
·

Danke für Ihren Input. Ganz klar: Wenn in dieses bestehende System noch Big Data hinzukommt, ist einiges möglich. Ich beschäftigte mich während der Recherche auch kurz mit Barto, habe mich aber dagegen entschieden, das Thema im Text aufzunehmen, da es ein noch realtiv neues Produkt ist und es noch kaum Erfahrungen dazu gibt. Die meist zitierte Kritik an Barto basiert auf Befürchtungen. Das hätte meines Erachtens nicht in die Aufzählung gepasst, die auf Erfahrungswerten aufgebaut ist.

16
/
0
Bauernsohn
·
· editiert

Ich wuchs in einem Landwirtschaftsbetrieb auf. Bei uns gehörte sowohl der Futtermittel- wie auch der Spritzmittelberater sozusagen zur Familie. Es war ein blindes Vertrauen. Aussteigen sozusagen unmöglich. Wie in diesem eindrücklichen Film aus Island https://www.filmingo.ch/de/films/769-the-county geschildert wurde.
Manchmal erinnern mich diese Zustände an das was im Süden unseres südlichen Nachbarlandes als "Familie" bezeichnet wird.

52
/
3

Bei mir auf dem Betrieb gehören die beiden nicht zur Familie. Auch bekomme ich von denen keine Besuche. Ich könnte auch nicht sagen, dass man von irgend einer Seite her bedrängt wird.

1
/
0

Ein sehr instruktiver Artikel! Da werden Zusammenhänge und Abhängigkeiten aufgezeigt, die mir in diesem Ausmass bis jetzt nicht bewusst waren.
Wir leben in einer globalisierten Welt gegenseitiger Abhängigkeiten. Die Corona- und die Klimakrise zeigen das mit aller Deutlichkeit. Das lässt sich kaum rückgängig machen. Aber wir müssen viel mehr Transparenz und Möglichkeiten für Alternativen einfordern.
Ob das gelingt angesichts der Macht sog. „Genossenschaften“? Da habe ich meine grossen Zweifel, da sich die sog. „Genossenschaften“ längst zu Konzernen entwickelt haben, die nur noch vordergründig die Interessen ihrer Mitglieder vertreten, hintergründig aber eigentlich den Grosskonzernen zudienen und mit enormen Summen Abstimmungen beeinflussen.

46
/
1

Für solche Texte habe ich die Republik im Abo. Danke!

47
/
2

Eine so mächtige, gut geschmierte Fenaco gibt es zum Beispiel dank unseren Nationalräten ( Lobbyisten) welche wir als Volk gewählt hatten. Das Geschäftsmodell Fenaco ist mir schon lange bekannt ( bin Biolandwirt).
Alle die vielen Landiläden, Agrola, etc. zeigen ja schon lange, dass da irgendwie etwas nicht stimmt.

43
/
2

Wenn man die Nationalräte (Lobbyisten) namentlich nennen würde, käme man bis in den Bundesrat.

16
/
0

Jetzt wird auch klar, warum man im Volg fast nie ein Bioprodukt sieht. Kaufe dort schon lange nicht mehr ein.

44
/
3

Allerdings, das nervt mich auch.

31
/
2
Stefan Rey
· editiert

Besten Dank für den guten und anschaulichen Beitrag. Fenacoland... Ein Aspekt welcher mich interessieren würde und vielleicht noch beleuchtet werden könnte: Inwiefern weht bereits ein Hauch Fenacoland in den Ausbildungen an den (staatlichen) landwirtschaftlichen Schulen? Der Nachwuchs soll ja schliesslich nicht fehlen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Krake hier nicht wirkt.

40
/
1
· editiert

Sie wirkt sehr wohl, aber es bleibt fast unbemerkt. Andreas Buri vom Rebhof in Ossingen, seines Zeichens Vizepräsident des Zürcher Bauernverbands, hat an der Landwirtschaftsschule Strickhof jahrelang Pflanzenanbau unterrichtet. Er dozierte, ein Boden, der viel abwerfe, sei ein gesunder Boden. Buri verwechselt Quantität mit Qualität. Einen Biozid-belasteten Boden als gesund zu bezeichnen, zeugt von einer fatalen Fehleinschätzung. Solche Leute unterrichten angehende Bauern. Mich schaudert.

7
/
0
· editiert

Ich bin etwas irritiert von den seit einigen Wochen laufenden TV Spots zur guten Sendezeit. Im Sinne von alles Harmonisch, wir wollen dass es allen unseren Säuli gut geht, Tätschel.... weil sich die dargestellten Leute solche Spots gar nicht leisten könnten, und auch nichts davon hätten. Da wird versucht ein Image aufzubauen. Von wem ?

41
/
2
Mensch
·

Einfach grandios! Eindrücklicher Bildeinstieg ins Thema. Das FENACO- System in seiner Perfektion brillant aufgezeigt. Mit dieser Perfektion kann auch die BIO – Landwirtschaft aufgebaut werden. Wir Schweizerinnen helfen ‚Lea Egli‘ am 13.Juni auf den Weg der Umgestaltung ihres Bauernhofes. Die Machtverhältnisse beginnen sich zu verschieben. Das institutionelle Recht steht zum Lebendigen und wird sich mitentwickeln. Im tiefsten Inneren wissen wir, dass wir Menschen anpassungsfähig sind und genial erfinderisch. Dank an alle BIO-Bäuerinnen, die sich schon auf den Weg gemacht haben.
„Nur auf dem Wege der Wahrheit in der Öffentlichkeit kann der politische und wirtschaftliche Gang des Daseins für uns zum Guten führen. Maximale Öffentlichkeit ist für die Wahrheit notwendig.“ Karl Jaspers
Der Einsatz von Lebenszeit für die Lektüre dieses Beitrags lohnt sich. Danke Philipp Albrecht, Danke Daniel Stolle

40
/
4

Sehr interessanter Bericht. Coop und Migros machen es genau gleich. Genossenschaftlich ist das Zauberwort und schon ist alles bestens. Wobei es mir bisher unmöglich war herauszufinden, ob Steuern bezahlt werden und falls ja wieviel. Kein Wunder liest man nichts in unseren Medien, wenn über die Hälfte des Inserateaufkommens von unserem Duopol bestritten wird. Unsere Kartellgesetze sind zu zahm. Solches wäre in anderen Ländern nicht möglich. Googeln Sie mal Partnerschaften Fenaco.

34
/
0

Ich wundere mich ja schon, dass mir die Migros-Kassiererin nicht den Blutdruck und das Fieber misst bis gütigerweise eine weitere Kasse geöffnet wird. Wenn ich sehe wie die Migros sich in den Gesundheitsmarkt einkauft weil das mehr Rendite bringt... Medbase, Apothekenketten etc. . Alles abgenickt in Bern, da der heilige Gottlieb ja nur eine Genossenschaft gegründet hat.

8
/
2
Mathematiker
·
· editiert

Auf eine wichtige Stimme zu diesem Thema bin ich letztes Jahr auf Infosperber aufmerksam geworden: Jakob Weiss und sein Buch „Die Schweizer Landwirtschaft stirbt leise. Lasst die Bauern wieder Bauern sein.“ Zürich: Orell Füssli, 2017. ISBN 978-3-280-05651-6 (vermutlich leider schon vergriffen; https://www.infosperber.ch/wirtscha…ter-holen/). Eine Hauptaussage darin ist, dass der landwirtschaftliche „Selbstversorgungsgrad“ der Schweiz seit Jahren konstant 0% (null) ist wegen der totalen Abhängigkeit von den Erdölimporten. „Wir essen (eingekauftes, nichterneuerbares) Erdöl anstelle von (durch Fotosynthese gratis verarbeitetem) Sonnenlicht.“ Allein daran müssten wir erkennen, dass wir nicht nachhaltig wirtschaften und ein paar Dinge radikal umstellen müssten.

37
/
3

Interessanter Artikel. Er zeigt eine mir bis anhin unbekannte Seite dieses Systems auf. Ein Frage die sich mir jetzt stellt: Würde ein Verbot der erwähnten Pflanzenschutzmittel effektiv zur Loslösung der Bauern vom Fenaco Konzern führen oder würde sich die «Genossenschaft» einfach die neuen Strukturen unter den Nagel reissen? Sprich solche Bio-Projekte selbst lancieren und am Ende wäre das Macht-Gefälle wieder das gleiche. Falls die Initianten und Initiantinnen ersteres erwarten, wie kommt man zu dieser Schlussfolgerung?

13
/
2
Philipp Albrecht
Redaktor Wirtschaft
·

Das ist die grosse Frage. Wir können da nur spekulieren. Was ich von Biobauern gehört habe: Sie sind grundsätzlich skeptischer gegenüber einem Konzern eingestellt, der fast alle Kanäle kontrolliert. Zudem wurden Betrieben, die vor zwanzig Jahren auf Bio umstellten, damals von Fenaco-Töchtern kaum Ware abgenommen, wodurch die Betriebe alternative Abnehmer suchen mussten. Diese haben sich mit Jahren auf Bio spezialisiert. Das heisst: Im Biobereich stösst Fenaco auf mehr Konkurrenz. Ob der Konzern hier so einfach expandieren kann wie im konventionellen Bereich, ist zumindest fraglich.

33
/
1

Maximale Öffentlichkeit ist für die Wahrheit notwendig.

Na, das ist mal ein Satz von Karl Jaspers! Wäre schön, wenn der sich auf allen Ebenen durchsetzen könnte.

Interessanter Artikel mit erneut eindrücklicher Bebilderung. Dass die IP-Produktion unerwähnt blieb, halte ich auch für ein Manko, aber der Rest ist augenöffnend. Und erschreckend. Danke.

32
/
0
IP - Suisse - Bäuerin
·
· editiert

Die Fenaco ist seit Jahren ein Selbstläufer, den ich so auch nicht mehr will. Also hätte mich dieser Artikel sehr interessiert. Leider hat mich aber die Rahmenhandlung des Artikels so wütend gemacht, dass ich den Rest über Fenaco nur noch überflogen habe. Wenn ein Autor so voreingenommen und tendeziös über uns Bauernfamilien schreibt, wie kann ich mir dann sicher sein, das der Teil über Fenaco dann nicht auch im gleichen Stil verfasst wurde? Ich fasse zusammen:

  1. Es wird uns zugestanden, dass die Emanzipation in der Landwirtschaft angekommen ist. Leider ist das Köpfchen der lieben Lea, die in diesem Artikel Betriebsleiterin sein darf, aber noch zu klein und unselbstständig, um sich von Papis Gedankengut zu lösen. Deswegen bleibt sie beim Althergebrachten: Ihrem grossen Giftschrank.

  2. Immer wieder lässt sich Lea von Agrarkonzernen zur Giftspritzerei überreden. Sie ist unsicher, ob sie ihren Betrieb überhaupt selbstständig auf Bio umstellen kann, so ohne jede Erfahrung.......(?? Meines Wissens schaffen das jedes Jahr Bauernbetriebe, aber vielleicht liegt es daran, dass deren Betriebsleiter männlich sind??)

  3. Zum Glück ist da der schlaue und viel aufgeschlossenere (da Biobauer??), männliche (!!) Cousin Max, der alles richtig macht und seine etwas zurückgebliebene Cousine ab und zu auf ihre Fehler aufmerksam machen kann.

Schlimmer geht nicht - dachte ich. Da Sie, Herr Albrecht, in Ihrem Artikel behaupten, dass nur ein kleiner Teil der Schweizer Bauern Bio macht und die Mehrheit konventionell arbeitet, habe ich Sie darauf aufmerksam gemacht, dass Sie die IP - Suisse vergessen haben. Somit sind nur noch 50 % aller Betriebe konventionell. Ihre Antwort:

"Den Satz, den Sie meinen (.......) stellt eine Vereinfachung der recht komplexen Struktur der Schweizer Landwirtschaft dar. Das Käferlabel ist aus dieser Perspektive näher bei der konventionellen Produktion als beim Knospenlabel. Bei IP sind Pflanzenschutzmittel nicht verboten und IP-Suisse hat sich gegen die Pestizidinitiative ausgesprochen."

Ich fass es nicht!!! Haben Sie die Entwicklung in der Schweizer Landwirtschaft während der letzten 30 Jahre verschlafen? Auf unserem Ackerbaubetrieb sind beispielsweise Fungizide, Insektizide und Halmverkürzer verboten. Herbizide sind gegen Unkraut erlaubt, wenn das Striegeln nichts nützt. Im Notfall wollen wir damit Produktion und Qualität sichern können. Das Label IP-Suisse wurde von Bauern erschaffen und mit Verarbeitern, dem Detailhandel und vor allem nach den Wünschen der Konsumenten weiterentwickelt - alles freiwillig und ohne Zwang. Wir verhandeln direkt mit Coop oder Migros. Da ist keine Fenaco dazwischen. Das funktioniert hervorragend, die Nachfrage ist hoch und die Produktion konnte in den letzten Jahren vervielfacht werden. Entscheidend ist auch der Preis. Nur eine kleine Minderheit der Konsumenten kann oder will sich Bio leisten. Bio hat Absatzprobleme. Viel Biofleisch muss über den IP - Suisse - Kanal abgesetzt werden. Unsere Produkte sind im Laden nicht so teuer wie Bio, weil die Anforderungen nicht so hoch sind wie bei Bio. Der Gewinn für Biodiversität und Klima liegt darin, dass viele Konsumenten von konventionellen Produkten auf unsere Produkte umgestiegen sind. IP-Suisse möchte ihre Arbeit zusammen mit den Konsumenten fortsetzten und - freiwillig - weiterhin Pestizide reduzieren, auch mit neuen Methoden.

IP – Suisse sucht Lösungen für alle Probleme:

• für sauberes Trinkwasser
• für rückstandsfreie Lebensmittel
• für die Förderung der Biodiversität
• für eine Verhinderung des Klimawandels
• für die Sicherung der Ernährung

Wenn nämlich alle Bauern ab sofort nur noch so Landwirtschaft betreiben wie Ihr Max, bleiben am Ende auf dieser Welt auf vielen Tischen die Teller leer, Herr Albrecht! (Das Ungerechte dabei ist, dass sich die reichen Schweizer den Import teurer Biolebensmittel dann immer noch leisten können.) Damit es nicht so weit kommt und trotzdem die Umwelt geschützt wird, entwickelt sich IP - Suisse ständig weiter, zusammen mit allen Protagonisten. Die beiden Initiativen sind aber leider ein so starker staatlicher Eingriff, dass der Landwirtschaft jede Flexibilität genommen wird.

Also bitte, in Zukunft etwas differenziertere Artikel!

37
/
42

Ich denke auch, dass der Artikel je nach Ansicht und Hintergrund übers Ziel hinausschiesst, oder das einem so vorkommt.

Jedoch wirkt ihr Kommentar gegen Ende auch nicht differenziert oder ausgewogen. Dass man mit biologischem Anbau die Bevölkerung nicht ernähren kann zu beweisen. Bei viel Foodwaste wie bei der momentanen Produktion anfällt wären alle Parteien in der Pflicht dies anzugehen. Die Schuld allein auf den Konsumenten abzuschieben wäre jedoch auch falsch. Natürlich verkaufen sich perfekte Lebensmittel besser als die anderen. Deshalb werden aus Profitgründen nur Lebensmittel nach Norm verkauft. (und nicht weil sich jeder zweite Kunde an der Kasse über das krumme Rüebli beschwert)

Dann skalieren sie das Problem noch auf globale Ebene. Da gibt es jedoch ganz andere Gründe für Hunger. Meist sind es wirtschaftliche Gründe und nicht der Mangel an Lebensmitteln. Dazu kommt, dass wir in Europa mit unserer Subventions- und Exportstrategie bäuerliche Strukturen in Afrika zerstören. So fliesst das Geld zu uns als dass es in der dortigen wirtschaft zirkulieren könnte. Beispiele dafür wären Milchpulver und Zwiebeln

31
/
1
IP - Suisse - Bäuerin
·
· editiert

Vielen Dank für Ihre Einwände, die ich gerne hier aufgreife: Urs Niggli, der ehemalige Direktor des Instituts für biologischen Landbau, sieht eine Ernährung der ganzen Bevölkerung mit Bioprodukten nur dann, wenn konsequent auf Foodwaste verzichtet wird und der Fleischkonsum stark eingeschränkt wird. Aber auch dann hat er Zweifel und irgendwo habe ich gelesen, dass er sich neuerdings für Gentechnik interessiert. Nichts ist schwarz oder weiss. Hinzu kommt noch meine simple Rechnung: Ich habe meine Kinder in die Rudolf Steiner Schule geschickt, bin also durchaus offen für anderes Gedankengut. Aber hier muss ich sagen: So sympathisch mir in der Praxis vieles ist, was er eingeführt hat, so ist es doch 100 Jahre her seit er seine Vorträge über biologisch - dynamische Landwirtschaft gehalten hat. In dieser Zeit ist die Weltbevölkerung von 2 auf fast 8 Milliarden Menschen angewachsen, während momentan gleichzeitig jährlich 10 Mio ha Ackerland verlorengehen. Wenn Europa so rasant wie die Schweiz auf Spritzmittel verzichten müsste, dann würden über 1,4 Milliarden Menschen kein Brotgetreide mehr haben (Berechnung von Professor Joseph - Alexander Verreet von der Uni Kiel, Phytopathologe). Hinzu kommt der Klimawandel von dem laut den Berechnungen des Intergovernmental Panel of Climate Change besonders Afrika, Südamerika, Teile Asiens und Australiens betroffen sein werden. Sie meinen in einigen Weltgegenden werden die Ertragsleistungen um bis zu 45 % sinken. Es gibt also ein globales Problem, wobei Europa klimatechnisch in einer eher privilegierten Lage sein wird. Ein quantitatives Ernährungsproblem ist da. In welchem Ausmass - darüber dürfen sich die Experten streiten. Die Lösung ist also nicht ein Rückschritt zu früheren Zeiten, sondern eine Weiterentwicklung der Landwirtschaft wie es IP - Suisse eben anstrebt. Vielleicht wird die Technik einmal soweit sein, dass keine Herbizide mehr notwendig sind. Kleine Roboter werden Unkraut zupfen etc. Übrigens ist der Gebrauch von Spritzmitteln in den letzten 10 Jahren bereits um 50 % zurückgegangen. Leider hat kein Experte unseren Vätern und Grossvätern gesagt, dass die Abbauprodukte so lange im Trinkwasser bleiben. Deshalb sind leider noch Rückstände aus dieser Zeit im Trinkwasser. Wir sind aber auf dem Weg und dieser Schnellschuss mit den Initiativen zeigt uns diese Probleme auf, bringt aber nicht die Lösung. Wir bleiben dran. Unsere Landwirtschaft ist innovativ. Und Lea hat eine viel grösseres Wissen als im Text beschrieben.

15
/
6
IP - Suisse - Bäuerin
·
· editiert

Und noch ein Nachtrag, in dem ich euch die Wut der Bauern erklären möchte. Es ist ein dringendes Votum an alle, die der Landwirtschaft mit dieser Abstimmung einfach einen Denkzettel verpassen wollen: Ihr spielt mit sehr vielen Existenzen. Vor allem bei Annahme der Trinkwasserinitiativen werden vermutlich die Hälfte aller Bergbauernbetriebe aufgeben müssen, ebenso viele Betriebe in der Innerschweiz. Ihrem Gefühl nach und ihren Berechnungen nach bedeutet die Annahme der Initiativ für sie eine reale Gefahr. Die Ängste sind riesig. Viele Betriebe, die jetzt nicht Bio sind, werden hohe Investitionen tätigen müssen, um ihre Betriebe umstellen zu können. Und: Der Landwirt ist Unternehmer. Viele Betriebe werden rechnen und zum Schluss kommen, dass sie lieber auf ihre Direktzahlungen verzichten. Dann müssen sie keine Investitionen tätigen (zu denen sie das Geld nicht haben). Gleichzeitig müssen sie viele ökologische Leistungen nicht mehr erbringen und dann wird beispielsweise volles Rohr drauflosgespritzt! Es wird so also auch sehr viel kaputt gehen, was an ökologischen Massnahmen in den letzten Jahren aufgebaut wurde und was wesentlich besser ist als in der EU. Das sind die Folgen, die sehr viele Bauernfamilien fürchten. Deshalb diese hohe Mobilisation und diese Wut.

6
/
14
Theologe & Religionspädagoge
·

Das verstehe ich nicht. Auf wen sind diese Bauern wütend? Auf den Bauernverband, der gerade erst eine Agrarreform versenkt hat wohl nicht? Auf Grossabnehmer, die gross sind im Drücken der Abnahmepreise? Auf die Vertreterinnen der Agrochemie, die nicht über alle Zweifel erhabene Produkte an den Mann und die Frau bringen, bis scharfe Gesetze dies unterbinden? Auf die Schweizer Konsumentinnen, die gerne für hiesige Produkte mit bio- oder mindestens IP-Label etwas mehr zahlen? Auf den grossen Rest, der sich gerne mit billigem Import zufrieden gibt oder selber gerne jenseits der Landesgrenzen einkauft? Auf Menschen, denen langsam dämmert, dass es in einer Welt ohne genügend Bodenlebewesen, Insekten, Vögel und Fische auch immer unfreundlicher wird für uns Menschen, und sich deswegen Sorgen machen, gerade auch, weil die obersten Bauernvertreter(*innen?) nicht gerade den Eindruck erwecken, sie würden sich um mehr sorgen als um ihre finanzielle Gewinne und um ihre Machtposition?
Ich kann auch wütend werden und beim Einkaufen auf den Preis statt auf „Herkunft Schweiz“ achten ...

24
/
1
Theologe & Religionspädagoge
·

Danke für diese wichtigen Informationen. Es gibt eben kaum je schwarz und weiss, sondern Grautöne in allen Schattierungen - und manchmal sogar mit einem Schuss Farbe.

7
/
0
Nachhaltig eingestellter Konsument
·

Fantastische Diskussion. Ich würde mir wünschen solche Debatten mit Fakten und Zahlen mehr in der breiten Masse zu sehen, anstatt nur diese belanglose Schaumschlägerei auf Plakaten und Werbungen von voreingenommenen Parteien.

Als Konsument ist es verdammt schwierig zu verstehen wie diese Initiativen wirken und als priviligierter Konsument, der sich Nachhaltihkeit leisten kann, bin ich per se mal einfach dafür. Ich werde weiterhin mitlesen und mir versuchen ein bestmögliches Bild für die Abstimmung zu machen.

Danke Ihnen!

19
/
0
Rudolf Weiler
Enthusiast und Feedbäcker
·

Unser Land wird von der Agrar-Lobby in Bern regiert. Wir subventionieren mit Steuergeldern Landwirte und Bäuerinnen, die ihre eigenen Böden gnadenlos vergiften, die Artenvielfalt im Lande zerstören und den Konsumenten Produkte anbieten, die bedenklich sind, da Pestizide, Fungizide und Herbizide darin bleiben. Wir Konsumierenden bezahlen die Landwirte noch dafür, dass sie uns langfristig vergiften. Produzenten bezeichnen dann ihre Ware noch oft als "Schweizer Qualitätsprodukte"--es ist eine Schande!

32
/
2

Ich glaube nicht, dass die beiden Vorlagen dieses Abhängigkeitskonstrukt gross zu beeinflussen vermögen. Ein Mehr an Abhängigkeit geht ja schon fast nicht mehr und der Schutz aus der Politik ist heftig. Irgendwie hinterlässt dieser gut recherchierte Bericht ziemlichen Frust...

30
/
1

Warum Frust?

0
/
0

Tja- nicht wegen des Artikels als solcher. den finde ich wie gesagt gut. Aber irgendwie bekommt man den Eindruck, dass es sehr schwer sein wird, dieses ungute System zu "knacken"- überall Abhängigkeiten eben.

0
/
0
Rentner
·

Ein wichtiger Beitrag, den vor der Abstimmung über die beiden Agrarinitiativen eine weit über die Republik-Gemeinde hinaus reichende Leserschaft zur Kenntnis nehmen müsste. Trotzdem: Ich habe überhaupt nichts gegen bäuerliche Selbsthilfe-Genossenschaften, auch wenn sie gross und mächtig werden - im Gegenteil! Aber wir gewinnen diese Abstimmungen nicht, indem wir die Fenaco und die mit ihr liierten Firmen schlecht machen, sondern nur, indem wir verstehen, dass der Weg, den die konventionelle Mehrheits-Landwirtschaft bis heute gegangen ist (trotz der paar Buntbrachen-, Heumatten- und Extensogetreide-Hektaren), nun eine radikale Kurskorrektur braucht, den auch die Fenaco mitmachen muss, vermutlich um den Preis einer Gesundschrumpfung inklusive Kooperations- oder Koexistenzbereitschaft mit biobäuerlichen Selbstvermarktungsprojekten.

30
/
1

In den Kommentaren hier wird mehrfach IPSuisse erwähnt. Neulich fuhr ich an einem Hof vorbei und die Schweine auf diesem Hof taten mir echt leid. Auf betoniertem Untergrund an der prallen Sonne und von "Auslauf" konnte man auch nicht gerade sprechen. An der Scheune prangte gross das IPSuisse Signet. Ich habe dann nachgeschaut und gelesen, dass IPSuisse für umweltschonende und tiergerechte Landwirtschaft stehe. Ich habe den Bauern angeschrieben und gefragt, wie er zu diesem Label gekommen sei. Statt einer Antwort bekam ich eine Mail vom Geschäftsführer von IPSuisse und er fragte nach meiner Telefonnummer, er wolle mich anrufen. Die Nummer habe ich ihm gegeben und warte seit 4 Wochen auf den Anruf.

31
/
2
IP - Suisse - Bäuerin
·
· editiert

Uiii, gar nicht gut! Ich werde das sofort weitermelden! Aber bitte bedenken Sie:

  1. Im Zweifelsfalle für den Angeklagten! Wir wissen nicht, was genau auf diesem speziellen Betrieb abläuft.

  2. Bei 18`000 IP - Suisse Bauernfamilien kann auch einmal ein schwarzes Schaf darunter sein. Es wäre dann so, wie wenn ein Schweizer im Ausland ein Verbrechen begehen würde und nachher alle Zeitungen schreiben würden:"Schweizer sind kriminell!"

8
/
18
  1. Im Zweifel für den Angeklagten, ja. Aber bitte nicht anstelle von Verhandlung und ohne Abklärung des Tatbestandes. Wo bleibt die Kontrolle?

  2. Die schwarzen Schafen wurden von den weissen längst über den Zaun gekickt, plakatierte die Nachfolgerin der Bauern-(Bürger- und Gewerbe-)partei ...-)
    Aber im Ernst: Wir haben nur eine Schweiz, nur eine Welt und schwarze Schafe mag es nicht mehr leiden. Nirgends. Auch keine integrierten.

21
/
1

Grosser Danke an die Republik für die längst fällige Analyse und fürs Schmunzeln über bewegte Traktoren, Lastkähne und verarbeitete Schweine.

27
/
3

Ich möchte noch als Further Reading zur Pestizid-Debatte das historisch wichtigste Buch zum Thema verlinken:

Der stumme Frühling von Rachel Carson (1962)
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Der…e_Frühling

Der Frühling ist titelgebend deshalb stumm, da die Pestizide direkt die Fortpflanzungsfähigkeit der Insekten angreifen und damit auch als Futter dasjenige der Singvögel.

Der Zusammenhang ist noch nicht eindeutig bewiesen, aber aus irgend einem Grund sinken in den letzten 20 Jahren zum ersten Mal die nationalen IQ-Werte und seit geraumer Zeit die Spermienqualität in der westlichen Welt.

25
/
1

Vielleicht ist der Zusammenhang noch nicht eindeutig bewiesen, es gibt jedoch einige neuere wissenschaftliche Artikel zum Thema Hormon- und Stoffwechselerkrankungen / endokrine Disruptoren im Zusammenhang mit chemischen Pflanzenschutzmitteln.

Zum Beispiel auf der Seite von hej -support (health, enviroment and justice), empfehlenswert ist auch die Seite von endocrine.org (größte Mitgliederorganisation für Experten der Endokrinologie).

10
/
1

Super Artikel, vielen Dank!

24
/
2

Es gibt Alternativen, die weniger Abhängigkeit bedeuten. Ein Vorgehen eines Pioniers, das hoffentlich Schule macht:
https://www.visionlandwirtschaft.ch…er_mai_20/

21
/
0
Meeresbiologe, Fotograf
·

Danke für diesen wertvollen Hinweis Herr H.

4
/
0
· editiert

Danke für den interessanten Link!

Ich möchte an dieser Stelle noch auf die hervorragende Deep-Technology-Podcast-Folge mit Martin Jucker, Bauer auf der Juckerfarm, verweisen. Visionärer Klartext, teils jenseits von Bio vs. konventionell. Lässt sich bspw. bei YouTube oder Spotify anhören.

3
/
0
Mathematiker
·

Danke für diesen interessanten Link.

2
/
0

Schön zu lesen, dass die Agrarwirtschaft in der Schweiz dank genossenschaftlich organisierter Unternehmen wie beispielsweise der Fenaco derart solide, innovativ und flexibel aufgestellt ist, dass sie wahrscheinlich auch die Annahme der beiden Initiativen überleben wird. Was dieser Skandalisierungs- und Verschwörungsduktus hier soll, erschliesst sich mir leider nicht.

5
/
42

Auch die Fifa hat dank genossenschaftlicher Organisation sämtliche Skandale schadlos überlebt, auch wenn halt einige Köpfe rollen mussten (Ironie aus).

23
/
3

Ich muss Herrn S. unterstützen. Immerhin ist die Fenaco eine schweizerische Genossenschaft und kein zB Amerikanischer oder Chinesischer Konzern, welcher den Gewinn abzügelt.

3
/
23

Die Fenaco-Futtermittelimporte kommen ja auch nicht aus dem Ausland.

15
/
2

Die Fenaco mag Fortschritte in eine nachhaltige und CO2-neutrale Landwirtschaft verhindern, doch die Bio-Organisationen tun das gleichermassen (man höre FiBl Direktor Urs Niggli gestern zu pflanzlichen Fleischalternativen im SRF oder das Nein der Bio Lobby zur Trinkwasser Initative).

Die romantische Vorstellung der Städter auf die Schweizer Landwirtschaft, wo ein Bauer im Schweisse seines Angesichts den Acker bestellt und im Einklang der Natur (Mondzyklus inklusive), die "natürlichen" Bio-Lebensmittel produziert.
Das ist es natürlich "Bequemlichkeit", wenn zur Unterstützung eine hocheffiziente "Selbsthilfe­organisation" beigezogen wird, die sogar ihren Gewinn wieder an die Landwirtinnen zurück fliessen lässt.

Und woher wohl die "unabhängige" Baumschule ihre Apfelbäume bezieht? Resistente Äpfelsorten fallen auch dort nicht vom Himmel..

7
/
18
· editiert

Urs Niggli ist ehemaliger Direktor vom FiBl und spricht sich in der kurzen Sequenz zwischen Min. 3:08 und 3:55 dagegen aus, Hülsenfrüchte zu künstlichem Hackfleisch zu verarbeiten. Er plädiert dafür, einheimische Proteinlieferanten wie Bohnen, Erbsen, Lupinensamen etc. direkt zu essen und das knappe Ackerland der Schweiz überhaupt nicht zur Fleischproduktion zu nutzen, sondern dieses wenn nötig gänzlich im Labor herzustellen. Das muss man nicht gut finden. Es mit der Marktbeherrschung durch Fenaco gleichzusetzen, entbehrt jeder Grundlage.
Da man sich anonym als Experte für alles mögliche ausgeben kann, würde mich interessieren, wie Sie zu Ihren Aussagen kommen, die ich unnötig abwertend und gehässig finde.

20
/
2
· editiert

das knappe Ackerland der Schweiz überhaupt nicht zur Fleischproduktion zu nutzen

gut, da gebe ich ihnen recht, es dürfte tatsächlich schwierig sein alles in der Schweiz zu produzieren. Fand aber doch die generelle Absage an pflanzlichen Fleischalternativen etwas übertrieben, vor allem, da diese schon auf dem Markt sind im Gegensatz zum Laborfleisch.

Edit: Also kann man eigentlich schon sagen, dass hier von Seiten der Bio-Branchen versucht wird "saubere" Fleischalternativen auszubremsen.

2
/
1
Marius Schären
Texter, Bilder
·

Wenn für Sie die Organisation «Bio Suisse» gleichbedeutend ist mit «der Bio Lobby»: dann halt (von wegen Nein zur Trinkwasser-Initiative). Aber selbst dann mutet es etwas gar unbedacht an zu behaupten, Bio-Organisationen würden generell gleichermassen wie Fenaco Fortschritte für eine nachhaltige, CO2-neutrale Landwirtschaft verhindern. Welche fundierten Belege haben Sie dafür?

15
/
3

Ein Nein zur Trinkwasser Initiative bedeutet ein Nein zur Reduktion der Tierproduktion und ein Ja zu ausländischen Futtermittelimporten, hauptsächlich Soja aus Brasilien.
Da ist eigentlich alles gesagt. Gut wenn Ihnen das nicht genügt: Bio hat ja per Definition überhaupt nichts mit Nachhaltigkeit zu tun, es ist ein rein ideologischer Verzicht auf "künstliche" Hilfsstoffe.

Effiziente Sorten hergestellt mit modernen Züchtungsmethoden (Gen-schere) werden aus Prinzip abgelehnt. Fortschrittliche Anbaumethoden wie z.B. die bodenschonende Direktsaat sind kaum möglich, da wegen den Unkräutern gepflügt werden muss. Wobei es hier zugegeben Ansätze gibt, ebenso im Ersatz von Hofdünger (Gülle) mit massenhaft Grün-Kompost (doch das dürfte kaum effizienter als Mineraldünger sein).

Eine globale, nüchterne Analyse dazu:

In terms of environmental and climate change effects, organic farming is less polluting than conventional farming when measured per unit of land but not when measured per unit of output.

6
/
6

Lieber Anonym 1, und wereliwer beschwört „die romantische Vorstellung der Städter auf die Schweizer Landwirtschaft, wo ein Bauer im Schweisse seines Angesichts den Acker bestellt“? So mit Werbung von Kühe mit Hörner, die es fast nicht mehr gibt? Oder das feiern von Brauchtum, das mit der heutigen Landwirtschaft gar nichts mehr zu tun hat?

7
/
1
Meeresbiologe, Fotograf
·

Irgendwie erinnert mich dieses Konstrukt an die sozialistische Landwirtschaft. Mir ist klar, dass es viel Idealismus und Berufsstolz braucht, um aus diesem komfortablen Abhängigkeitssystem auszusteigen. «Die glücklichen Sklaven sind die erbittertsten Feinde der Freiheit.» wie es Freifrau Marie von Ebner-Eschenbach sagte.

Der Hinweis von Bruno Holiger ganz unten auf dieser Seite ist sehr lesenswert! Licht am Ende des Tunnels. Regenerative Landwirtschaft – eine neue Bewegung am Landwirtschaftshimmel

22
/
4
Urs Fürer
Grafiker, Biker, Elektromobilist, …
·

Ja, Fenaco ist leider eine gut geölte Maschine, die Dank überproportionaler Bauernvertretung im National- und Ständerat rücksichtslos ihre Interessen durchsetzt gegen die Interessen der breiten Bevölkerung. Letztmals vor kurzer Zeit mit dem Blockieren der Agrarreform 22. Ich habe meinen Frust auf Twitter abgeladen: https://twitter.com/UFrer/status/13…17889?s=20

8
/
1
Mathematiker
·

... und nicht zu vergessen: zwei ehemalige Fenaco-Verwaltungsräte im Bundesrat! Wenn jeder noch eine Kollegin bezirzt, ist auch die Bundesrats-Mehrheit schon beieinander!

16
/
1
Marius Schären
Texter, Bilder
·
· editiert

Bei diesem Kraken-Konstrukt meldet sich bei mir leise verzweifelt die Frage: Wäre nicht gar das kleinere Übel, das Ganze läge in staatlicher Hand? Immerhin hätten dann wenigstens alle Stimmberechtigten wenigstens theoretisch mitzureden – und nicht nur die direkt wirtschaftlich von der Organisation abhängigen Betriebe der «Genossenschaft» ...
Natürlich vollkommen hypothetisch und unrealistisch, schon klar.
Und nein, ich plange nicht nach althergebrachter Planwirtschaft. ;-)

16
/
1

Ein toller Beitrag. Danke. Eine kleine Berichtigung: was als Pestizide bezeichnet wird, sind Insektizide. Pestizid ist der Überbegriff für Herbizide, Fungizide und Insektizide.

15
/
1

Schema F wie Filz

15
/
1
Mathematiker
·

Danke für diesen aufschlussreichen Artikel. – Kleine Ungenauigkeit: zahlen die Bauern in der Schweiz 50% mehr für den Dünger als die Bauern in Deutschland, oder in Deutschland 50% weniger als in der Schweiz?! Bitte präzisieren.

12
/
0
Philipp Albrecht
Redaktor Wirtschaft
·

Das erste trifft zu: In der Schweiz bezahlt man 50% mehr als in Deutschland.

6
/
0
Mathematiker
·

Dann ist im Artikel der Satz „Ist es wirklich so schlimm, wenn die Bäuerin auf der anderen Seite des Bodensees 50 Prozent weniger für den gleichen Dünger zahlt, nur weil dort der Wettbewerb besser spielt?“ streng genommen falsch; vielleicht möchten Sie den korrigieren.

14
/
1

Sie schreiben:

Denn ein Teil der Erfolgs­beteiligung fliesst nur in die Kassen jener Höfe zurück, die bei der Landi für mindestens 5000 Franken pro Jahr Futtermittel, Saatgut oder Dünger bezogen haben.

Sind es nicht 50’000 Franken? Im verlinkten Artikel der Luzerner Zeitung steht jedenfalls dieser Satz:

Maximal beträgt die Rückvergütung 1000 Franken, dafür sind allerdings Warenbezüge für 50000 Franken nötig.

Ansonsten: Interessanter Artikel, danke für die Zusammenstellung.

8
/
1
Philipp Albrecht
Redaktor Wirtschaft
·

Vielen Dank fürs Kompliment. Ich beziehe mich im Text auf die bestehenden Genossenschafter:innen. Sie müssen für 5000 Franken Waren bezogen haben, um von der Erfolgsbeteiligung profitieren zu können. Die 50'000-Franken-Grenze gilt für Betriebe, die noch nicht Genossenschafter sind und sich neu anmelden wollen, um profitieren zu können. (So steht es im Artikel der «Luzerner Zeitung»: Laut Fenaco haben Nicht-Mitglieder bis im Juli Zeit, sich als Genossenschafter zu registrieren umso ebenfalls in den Genuss der Ausschüttung zu kommen. Maximal beträgt die Rückvergütung 1000 Franken, dafür sind allerdings Warenbezüge für 50000 Franken nötig.)

12
/
0

Gut wäre noch ein Artikel mit Georg Huber vom IP Suisse Hof. Und das möglichst innerhalb von 3..4 Wochen :-)

6
/
2

Super Artikel! danke! Er ist auch so klar und übersichtlich geschrieben, dass ich ihn an verschiedene FreundInnen weitergeleitet habe. Darunter einfache Menschen in den "Emmentaler-Höger"... Bin gespannt auf deren Antwort...

8
/
4

Sehr Spannender Artikel danke Dafür !
als mensch bin ich verantwortlich für mein tun und handeln,bei diesem thema fällt es mir sehr schwer neutral zu bleiben.wir sitzen alle im gleichen boot,essen die gleichen Lebensmittel und trinken vom gleichen wasser, da herscht noch einigkeit,
was mich aber wirklich beunruhigt ist die tatsache das Pestizide in unseren Seen messbar sind (K-tip).
ich betrachte die thematik mit parallelen zur klima veränderung , diese ist nicht sofort zu spühren das geht über jahrzente schleichen sich veränderung ein, die wir im moment nicht erkennen und wahrnehmen, und doch verändert sich das klima.
so ist es auch mit den Pestiziden die seit langer zeit jedes jahr im einsatz sind ,das lautlose verschwinden von insekten Amphibien Fische und Vögel kommt nicht von ungefair.
ich finde den text zum abstimmungs plakat gegen die Agrar reform abscheulich, 2mal nein zu den extremen agrar initiativen.
ich frage mich was hat dieses extrem im text verloren?, und wer genau ist jetzt extrem ?
ich der mir sorgen mache um die fantastische und für uns menschen lebens erhaltende schwindende insekten und tierwelt oder ist es ein konzern der sich an der umwelt zerstörung im namen der wachsenden weltbevölkerung eine goldige nase verdient? und ja, nicht auszublenden all die Lebensmittel die vernichtet werden täglich monatlich jahrlich in der schweiz und weltweit.
das ist nur noch dekadent.
( es sterben -täglich 24000 menschen davon sind 75% kinder unter 5 jahren - an hunger , über 800 Millionen leiden noch immer chronisch hunger) .
der mensch ,mit seinen starren,bequemen ideen deren umsetzung und folgen ,erlebten wir gestern ,jetzt wie auch morgen in der zukunft, die vergangenheit lassen wir mal ruhen es wird nicht besser auch wenn wir aus ihr gelernt haben müssten.

ps: vllt hat jemand von ihnen mal beobachten können wie eine libelle die 4jahre im bach gelebt hat , bei sonnen aufgang aus dem wasser kletterte sich aus ihrer exuvie befreit (houdini kann da nicht mithalten) und am späten nachmittag als geflügelter jäger sich in die lüfte erhebt.

oder eine Erd hummel bei der bestäubung eines wiesen salbei beobachtet?

sie werden definitiv um eine fantasie reicher sein und dem leben der insekten ehrfürchtiger begegnen können.

5
/
2
Michael Hischier
Digital Analytics Manager
·

Neben der Fenaco sollte man auch einen Blick auf das Verhalten der Duopolisten Migros und Coop werfen, welche ihre Marktstellung gezielt ausnutzen um die Preise für die Produzenten zu senken.

2
/
0
Bio-Konsumentin der 1. Stunde
·

... ich suche nach den Argumenten der vielen Biobäuerinnen, welche die beiden Initiativen ablehnen. Seit ich an prominent an Ställen aufgehängten Plakaten vorbeispazieren muss (denen meiner täglichen Lieferanten von für Käse und Milchprodukte) möchte ich rufen "WARUM???"
Ich fühle mich richtig enttäuscht, verarscht, ich verstehe es nicht.

3
/
3
Betreibt biologische Kinderhaltung
·

Unser Biobauer des Vertrauens (er wird ein Ja in die Urne legen) hat uns erklärt, warum aus seiner Sicht ein tiefer Riss durch Bio-Suisse geht bei dieser Abstimmung: es ist die Selbstversorgungsklausel (jeder Hof darf nur so viele Tiere halten wie der Hof bzw. das Land ernähren kann) der Trinkwasser-Initiative, welche auch manch ein Biobauer nicht erfüllt. Und es die Angst, dass hald einfach mehr Nahrung aus dem Ausland importiert wird, welche ja weiterhin konventionell angebaut und importiert werden darf, während im Inland die Konkurrenz um den limitierten Bio-Markt wächst. Da wäre die Pestizid-Initiative zwar konsequent, aber die wiederum ist einigen Bauern zu bevormundend bzw. zu extrem.

2
/
0

wenn beide initiativen angenommen werden, so ist auch der nachteil der twi vom tisch: importe werden auch pestizid-frei und unsere biobauern müssen sich darum keine sorgen mehr machen. oder habe ich etwas nicht verstanden?

2
/
1

Nachfragen?

2
/
1
IP - Suisse - Bäuerin
·

Liebe Frau G. Ich gebe zu, ich war auch etwas emotional aufgeladen wegen der beiden Initiativen. Vor allem weil es mich bestürzt, wie wenig der Konsument aus dem städtischen Raum in der Regel von Landwirtschaftspolitik und den vielfältigen Bemühungen der Bauern weiss. Ich bin aber überzeugt, dass Information hier einiges zum gegenseitigen Verständnis beiträgt. Am Ende lieben doch auch wir Bäuerinnen und Bauern die Natur und möchten weder diese, noch das Trinkwasser schädigen. Hier ist längerer Beitrag von mir zu diversen Fragen: https://www.republik.ch/dialog?t=ar…264a7bd117. Im Übrigen gibt es ja auch sonst viele Diskussionsbeiträge von mir, die Sie nachlesen können.

1
/
0
(durch User zurückgezogen)
· editiert

Allenfalls auch eine Reportage wert, die Abhängigkeit am anderen Ende. Irgendwie müssen die geernteten, resp erzeugten Produkte auch weg. Oft gesehen, nicht repräsentativ, haben viele Biobauern ein Standbein in der Direktvermarktung. Bevorzugt sind die Höfe mit einem Standort nahe der Agglomeration, mit direktem Anstoss zu einer wichtigen Strasse. Die haben dann oft ein Schild an der Strasse. Welcher Anteil damit raus geht ist wahrscheinlich standort- spezifisch, variabel. Rein im Landwirtschaftsgebiet wird der Bauer eher an Verteiler liefern. zB an kleine Läden, welche mehr Aufwand bedeuten, oder an Grossverteiler. Migros und Coop bieten Rundum-sorglos-packete. Möglicherweise sind die sogar Pflicht. Der Grossverteiler nimmt das ganze Feld, von Irgendwas, auf einen vorbestimmten Zeitpunkt. Es macht ja keinen Sinn die Fruechte all in derselben Woche zu bekommen., wohin soll der Grossverteiler damit. Also zB Ruebli, auf Woche 32-34, zB jeden Tag eine vereinbarte Menge. Um das sicherzustellen kommt der Berater zu den noetigen Zeitpunkten vorbei und macht die anstehende Planung, jetzt Dünger, wie viel pro Hektare, jetzt Unkrautvertilger, soviel pro Hektare. Wenn die Planung nicht so hinhaut, weil das Wetter nicht passt, also zu viele Bauern dasselbe auf's Mal liefern müssen, macht der Grossverteiler eine Aktion, und gibt zB die Kartoffeln mit 30% Abschlag., welche natürlich der Bauer bezahlt. Also entweder auf den abgemachten Zeitpunkt liefern, oder es gibt Abzüge. Wenn der Erntezeitpunkt für eine Wasserfrucht naht, das Wetter aber zu trocken ist, muss der Bauer wässern, wenn er kann. Falls es zu regnerisch ist, hat es möglicherweise zu viele Schädlinge, also allenfalls mit Gift nachhelfen. Die Preise, welche die Grossverteiler zahlen sind wahrscheinlich am unteren Ende. Die Margen riesig. zB Käse. Der läuft beim Milchbauern für vielleicht 22Fr/kg, letztjähriger. Beim Migros in der Aktion läuft ein Emmentaler zB für 15Fr/kg in 300g Blocken. In der Käseauslage mit den kleinen Klötzchen zu 70g liegt der Preis dann bei vielleicht 30-35 Fr/kg. Ich denke, dass der Milchbauer vielleicht 10Fr/kg bekommt. Der Milchpreis liegt bei vielleicht 60Rp/Liter, und aus 10 Litern gibt's ein Kilo Käse. Dafür braucht es aber Infrastruktur, Ausbildung. Früher (vor 30 Jahren) ging ein Kupferkessel mit einem Feuer drunter. Heutzutage muss alles aus Chrom stahl sein, keramikgefliesst, desinfiziert. Viele haben mit Kaesen aufgehört, weil sie die Investition nicht stemmen konnten, oder wollten. Und sind auch gleich aus der Milchwirtschaft ausgestiegen.
Edit. Am anderen Ende der Selbstvermarktung gibt es die super-bio Bauern, Demeter und dergleichen mit festem Stammpublikum. Da kommen Kunden mit dem Auto von weit her um einen kleinen Sack Ruebli zu einem astronomischen Preis zu kaufen. Kunden sind zB Allergiker mit ordentlichem Budget. Diese Bauern machen einen zufriedeneren Eindruck.

6
/
6
Gemüsebau
·

Ich frage mich, ob Sie vom Fach sind oder nur mutmassen? Ich tippe eher auf letzteres. Mutmassungen finde ich immer sehr heikel, denn sie enthalten immer ein Funken Wahrheit aber auch viel Falsches. Daher würde ich Ihr Anliegen, eine Reportage über dieses Thema, sehr unterstützen.

15
/
1

Ich bin leider nicht vom Fach, habe nur vieles gehört. Gewisse Aussagen sind auch schon etwas älter. Ich kannte Milchbauern mit Käseproduktion. Die haben aber damit aufgehört, sind auf Mutterkuhhaltung übergegangen und haben den Hof an die nächste Generation übergeben.

4
/
4
(durch User zurückgezogen)
seit 2018

Republik AG
Sihlhallenstrasse 1
8004 Zürich
Schweiz

kontakt@republik.ch
Medieninformationen

Der Republik Code ist Open Source