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Und in welche Ecke werde ich gestellt mit der Meinung es ist nicht schwarz/weiss, gut/böse sondern grau und differenziert. Wenn ich versuche beide Seiten zu verstehen oder die aktuelle Doppelmoral kritisiere, bin ich dann schon ein XY-Versteher?

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Privilegierter
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Die Welt ist komplex. Eine differenzierte Betrachtung ist angebracht. Wichtig ist halt, dass dein eingebauter Spamfilter gut funktioniert und du nicht offensichtlichem Quatsch auf den Leim gehst und/oder ihm zu viel Energie widmest. (Definitionen von Quatsch findest du in der aktuellen Kommentarspalte zu hauf.)

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Wie würden Sie dann Fakten definieren? Gibt es zu jedem Fakt auch alternative Fakten? Sind Fakten schwarz oder weiss? oder gibt es graue Fakten?
Graubereiche und verschiedene Meinungen gibt es in diversen Bereichen sicher, aber wenn grundsätzlich alles diskutabel und meinungsabhängig wird, leben wir plötzlich in völlig alternativen Universen. Wir brauchen einen minimalen Konsens über unsere Realität und unsere Wertvorstellungen.

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Gibt es rein objektive Fakten oder sind diese je nach Standort, Betrachter, Zeitpunkt etc. nicht unterschiedlich? Und leider werden unsere Werte in der Realität unterschiedlich beurteilt (z.B. Kriegsverbrechen Russlands vs. USA).

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Wenn also in Strickers Logik über ein Ereignis in mehreren Medien berichtet wird, muss das bereits eine Gleichschaltung sein.
Ein Beispiel: eine Todesanzeige erscheint in Tagi und NZZ, dann ist die Person vermutlich nicht gestorben.

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Multifunktional
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😂

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Der verlinkte Ausschnitt aus dem "Gespräch" zwischen Stricker und Somm ist erschütternd. Ich habe mich gefragt, ob Somm vielleicht erst in diesem Moment begreift, wohin die auch von ihm und seiner Eitelkeit seit Jahren praktizierte Destruktion des öffentlichen Diskurses führt. Dass nun nämlich die Zauberlehrlinge die Dinge in die Hand genommen haben. Somm scheint wie vor den Kopf gestossen. Es ist in der Tat ein bodenloser Abgrund, der sich da vor einem auftut, der sonst gerne selber tiefe Gräben aushebt.

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over-newsed but underinformed?
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Sehr gute Analyse! Mir selbst haben sich bei diesem Austausch mehrmals die Eingeweide zusammen gezogen. Fast hätte mir Somm leid getan, aber nur fast. Jetzt hat er einmal selber erlebt, wie das ist, wenn der andere Gesprächspartner eine Barrage an Argumenten aufbaut, wo auch nicht ein Gegenargument 'd'r quer Wäg' in die Ritzen passt. Somm spielt mit dem Feuer und verbrennt sich prompt die Finger...

Strickers, vor Arroganz und Überheblichkeit triefendes, Gehabe ist einfach nur abstossend. Wie kann man so einen Menschen ernst nehmen - er entlarvt sich nicht nur durch seine Thesen, sondern auch durch gewisse Charaktermängel.

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Wieso hält Schawinski eigentlich zu Somm?

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Diesen Gedanken hatte ich auch: „So sieht also die Scheisse aus, wenn andere meinen Junk verdauen“. 😳

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Information wäre für mich wenn das Schweizer Fernsehen und die gedruckte Presse auch mal ernsthaft andersdenkende Wissenschafter anhören würde oder zu einem Streitgespräch einladen täte . Das ganze ist einfach absolut einseitig und ihr stellt euch auf die gleiche Stufe.

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Multifunktional
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· editiert

Das wäre etwa das gleiche, wie wenn in Zukunft Politiker die Wettervorhersage machen und Clowns in der Schule unsere Kinder unterrichten würden. Die „andersdenkenden Wissenschafter“ sind nämlich allesamt nicht vom Fach oder seit Jahren nicht mehr aktiv im Thema drin. Vielleicht sind sie zwar wirklich studiert, aber leider hat ein Physiker, so studiert er auch sein mag, absolut kein Fachwissen, wenn es z.B. um Klimawandel oder Gesundheitsfragen geht…

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(von der Redaktion verborgen)

Denke da sind wir durch politische Streitgespräche (wo man basierend auf dem persönliche Weltbild durchaus unterschiedliche Lösungswege vertreten und diskutieren kann) „vorbelastet“:

  • wissenschaftlicher Diskurs findet in Fachkreisen sehr wohl statt, basierend auf Fakten, Analysen, verifizierten und falsifizierten Hypothesen etc.

  • wenn ein Thema öffentlichkeitsrelevant wird, ist dieser Diskurs oft/meist schon so weit abgeschlossen, dass es auf einem allgemein verständlichen Level und Tagesschau- oder Club-relevant wenig wissenschaftliche Differenzen zu diskutieren gibt

  • Ergo bleiben für alternative Sichten oft nur die Extremen übrig, was dann eben zu False Balance etc führt

  • Ort für wissenschaftliche Auslegeordnungen wären eher Sendungen wie Einstein oder entsprechende Reportagen in Tages-/Wochenzeitungen. Sinnigerweise Formate welche gemäss den im Artikel porträtierten Medien überflüssig sind.

Oder verkürzt: Politik lebt von Meinungen, Wissenschaft von Fakten.

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Das Fazit erscheint mir als etwas voreilig: Politik lebt von Überzeugungen, Wissenschaft von Fakten. Zudem: Überzeugungen müssen(!) sich begründen lassen. Dazu dienen u.a. manchmal auch Fakten!

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Zum "gegeneinander antreten":
Es ist absolut verfälschend dargestellt, wenn 1 (oder auch 3) Verschwörungstheoretiker in einer öffentlichen Diskussion ebenfalls gegen 1en Wissenschaftler antreten, gibt es doch unverhältnismäßig mehr, die wissenschaftlich Gesichertchertes zu ermitteln hätten.

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Von 3 redet niemand… aber immer keinen Andersdenkenden zulassen ist auch einseitig
… es gibt keine Verschwörer das ist schlicht und einfach ein diffamierender Ausdruck

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deswegen habe ich ja vom Tagi zur Republik gewechselt, weil der Tagi keine Informationen sondern nur noch Panik verbreitete.
Zu diesem Thema wäre eine Analyse interessant, die zu ergründen versucht, warum aktuell soviel von Desinformation gesprochen wird.
Man sagt ja "wo Rauch ist, ist auch Feuer".

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Die Spaltung der Gesellschaft in verschiedene "Meinungs"-Fraktionen ist für mich eines der - wenn nicht DAS erschreckendste Phänomen unserer Zeit.

Hilfreich für mich war die Darstellung von PLURV durch Christian Drosten (ja, ich weiss: ein Vertreter des Establishment):

PLURV:

  • Pseudoexperten
    Auch: Eine (seltene) Meinung gegen eine (fundierte) andere stellen - wie wenn sie gleichwertig wären

  • Logikfehler:
    • Attacken ad hominem: anstatt ein Thema zu diskutieren wird eine Person attackiert.
    • Präventionsparadox. Dass Massmahmen greifen, zeigt, "dass es gar nicht so schlimm ist"
    • Modellierungen: Szenarien als pure Vorhersage betrachten, die falsch waren, wenn sie nicht eintreffen.
    • Irreführende Analogie: ist wie bei der Grippe...
    • Mehrdeutige Begriffe: "mit dem Virus leben lernen", "Dauerwelle"
    • Blendgranate: "Man müsste halt einfach Altersheime abschirmen"

  • Unerfüllbare Erwartungen an die Wissenschaft
    "Kein Test ist perfekt", PCR nur 99.98
    Moving the goalpoasts... bei Präventionsparadox.
    "Das Virus gibt es gar nicht" Wie soll denn ein Virus aussehen, damit man es glaubt?

  • Rosinenpickerei: Informationen bewusst reduziert auswählen, wenige Studien zitieren.
    " Es gibt ja gar keine kranken Kinder "

  • Verschwörungsmythen: plump aber auch subtiler: Experten haben selber finanzielle Vorteile, sind nicht neutral. Oder: ein Experte wehrt sich ja gar nicht.! Der Vorwurf stimmt deshalb.

Aber leider:
Wer gegen diese Methoden anspricht, ist immer am Reagieren und diskursiv im Nachteil.

"Das ist der ganze Jammer: die Dummen sind so sicher und die Gescheiten so voller Zweifel."
(soll ein Zitat von Bertram Arthur William Russell sein).

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Montessori-Erzieherin
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Wie wahr, Frau H.! Danke für diese Ausführungen! Sie erleichtern das Verarbeiten dieses Zustandes, wo wir uns drin befinden.

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Träumer
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Stricker ist für mich der Inbegriff eines radikalisierten Menschen. Der Artikel sollte jedoch nicht suggerieren, dass der Mann nicht bereit ist, ein Gespräch einzugehen. Denn neben den aufgeführten Politikern hatte er auch ein Gespräch mit Marko Kovic. Dieses war weitaus entlarvender als die Tatsache, dass der Mann keine Zeitungen abonniert hat. Kovic, der sich mit Statistik und Zahlen ausgezeichnet auskennt, versucht Stricker die Grundlagen des kritischen Denkens und des wissenschaftlichen Arbeitens zu erklären - und scheitert komplett. Nicht weil seine Argumente schlecht, oder seine Erklärungen undeutlich sind. Sondern weil Stricker kein einziges Wort in seine Festung der Illusion eindringen lässt. Einmal sagt er sogar, ich zitiere aus der Erinnerung, dass er es nicht erklären könne, aber sein "hyperintelligenter" Kumpel hätte es ihm vorgerechnet.
Am Ende sieht er sich, wie auch im Gespräch mit Somm, als Sieger. Unbesiegbar - auch wenn der Inhalt seiner Aussagen sich darauf beschränkt, dass er ohne das Checken der Fakten einem Format mehr glaubt als dem anderen.

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Einmal sagt er sogar, ich zitiere aus der Erinnerung, dass er es nicht erklären könne, aber sein "hyperintelligenter" Kumpel hätte es ihm vorgerechnet.

Dieses Muster sieht man zuhauf bei Menschen, die in solchen Kreisen landen. Selbst wären sie oftmals auch intelligent genug, fühlen sich aber hilflos, verloren, oder irgendwelchen grösseren Machenschaften ausgeliefert. Sie verstehen die Dinge nicht genau, haben aber ein ungutes Gefühl und klammern sich, ironischerweise, einfach an andere Autoritäten, die ihnen die Welt erklären.

Die Essenz scheint oft zu sein "ich verstehe es nicht genau, ich muss es aber nicht genau verstehen, denn ich traue meinem unguten Gefühl & den Leuten die sich mit den Details besser auskennen als ich". Habe das bei einigen Leuten insb. aus der esoterischen Ecke auch ähnlich erlebt.

Die Krux ist, dass die Faktentreue Seite, sind wir ehrlich, selbst auch oft nicht in allen Details nachforschen könnte (sei es aus Wissens- oder Zeitmangel) — das Bedürfnis aber gar nicht so ausgeprägt hat weil etwas mehr vertrauen in Wahrheit, Expertise, und das funktionieren der sozialen Bestätigung ebendieser vorhanden ist.

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Wenn mir in etwa 95% der Klimaforscher weismachen wollen, dass der Mensch Einfluss auf die Klimaerwärmung hat und dies glaube, hat das weniger mit Vertrauen, sondern vielmehr mit Sinn für Logik und Statistik zu tun. Ich finde schon, dass eine fehlende Erkenntnis für das offensichtlich Wahrscheinlichere, tatsächlich Anzeichen mangelnder Intelligenz ist.

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Stricker ist einfach ein Schnurrisiech und Wichtigtuer, der ignoriert werden sollte.

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Scheint mir sehr interessanter Beitrag. Aber jede Faser meines Körpers sträubt sich dagegen, Lesezeit zu investieren, um mehr über diese Deppen Bescheid zu wissen......

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Was berechtigt sie, in einer Welt von Toleranz, andere als Deppen zu bezeichnen.

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Deren Verhalten. Toleranz und Verharmlosung sind nicht deckungsgleich.

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Sorry, aber was ist denn dieser Stricker anderes als ein Depp?

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Souri Thalong
Community-Support
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Sie mögen mir eine gewisse Voreingenommenheit zuschreiben, aber ich kann die Lektüre persönlich sehr empfehlen, T. M.. Der Text gibt uns einen spannenden – manchmal auch cringey – Einblick in die «alternativen Medien» und ist erst noch süffig geschrieben. (Oder Sie lassen sich den Artikel von der synthetischen Stimme vorlesen.)

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Ja, stimmt gewiss. Die elektronische Stimme hat's mir auch angetan, insbesondere ihre charmant-amüsanten Aussprachedefizite. Aber das rüttelt am Grundproblem nicht: Dieser sich kollektiv hochsummierende Hirnzeitklau durch die Hirnlosen macht mich völlig fertig......

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Privilegierter
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Mich triggert das Thema immer noch total, auf eine ganz ungesunde Weise. Weiss der Geier warum. Aber mich dem nicht aussetzen hilft auch nichts. Habe bemerkt, dass die Vogel-Strauss-Taktik noch die schlechtere Wahl ist. Warum ich so viele Vogel-Redewendungen verwende? Vielleicht habe ich halt langsam einen.

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Interessante Metaphorik! So sehr ich das Federkleid der Republik liebe, verehre, anhimmle, etc.... bemerke ich doch, dass ich in letzter Zeit zu grossformatigem Geflügel (literatur/sachbücher) neige: Wenn schon Elend, dann mit grossem Flügelschlag ;) ....Und dann aber trotzem die Wochenberichte der Republik, damit ich die Vogelperspektive auf die globale Beschi**enheit nicht verliere....
....friends of a feather....

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Leserin
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Verführerischer Gedanke. Stigmata im Plural entstehen mangels Information. Was tun denn Ihre Körperfasern lieber, oder warum ist ihnen die Zeit zu schade?

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Fachperson
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Diese Menschen arbeiten auf die Zerstörung unserer Demokratie hin.

Das ist ihre Erzählung:

"Wir leben in einer Diktatur"
"Alle Medien lügen"
"Nur wir sagen die Wahrheit"
"Die Elite bringt uns mit geheimen Mitteln zum Schweigen"
"Die Anderen hassen uns"
"Wir sind das reine Volk"
"Die Anderen sind alles verdorbene, linke Zersetzer".

Diese Methode ist heute in vielen Ländern erfolgreich.

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Diese Menschen ? Die staatsgläubigen oder die Staatskritiker?

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Wer ist der Staat? Wir alle!

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Ich bin nur anderer Meinung und kein Verschwörer das ist offenbar schwierig zu verstehen in einer Welt die täglich nach Toleranz schreit. Und ich werde meine Meinung kundtun auch wenn ich nicht in euer Schema passe. PS: ich bin kein SVPler

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Privilegierter
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Sofern nicht strafrechtlich relevant darfst du selbstverständlich deine Meinung kundtun. Eine Meinung haben und V.-Erzählungen nacherzählen sind tatsächlich auch verschiedene Dinge. Aber hei, Gegenrede ist halt auch ok.

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Du darfst durchaus die Meinung haben, die Erde sei flach oder Corona nur eine Grippe. Nur ist diese Meinung halt wissenschaftlich nicht haltbar, dazu müsstest Du schon Fakten aufzeigen können.

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Das mit der flachen Erde ist ein schlechtes Beispiel ausser man will seinem Gegenüber mitteilen dass er ein unterentwickelter Idiot sein. Danke für die Beförderung.
Das mit der Wissenschaft ist so eine Sache… schon Robert Koch wollte die Welt von den Viren befreien… er war doch ein angesehner Wissenschafter…. Und ist kläglich gescheitert… und ja Corona ist eine teils schwere Grippe die so tödlich sein kann wie eine andere auch…. Ich (ein Stück ü70) habe sie locker überlebt trotz wissenschaftlich gegenteiliger Aussage . Die Unsterblichkeit gibt es genau so wenig wie die Virenfreie Scheibe auf der wir leben.

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Mehl
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· editiert

Für Personen unter 60 Jahren ist "Corona" eine Grippe, sogar noch weniger gefährlich als Influenza Sauce1, Sauce2. Dass dies von Anfang an von "unserer" Gerontokratie ignoriert wurde, verwundert nicht. Aber faktenresistente "Verschwörungsideologen" sind nur die anderen.

Edit: Saucenspezifikation: Sauce1 -> Medizinische Studie IFR sars-cov-2, statistische Analyse (Prof. Johannidis, meistzitierter Medizinstatistiker) ; Sauce2 -> Wikipedia Liste mit IFR Raten verschiedener Krankheiten (meist viral induziert)

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Realist
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Anderer Meinung zu sein ist kein Problem, schliesslich haben wir bei uns ja auch das hohe Gut der Meinungsfreiheit. Schwierig wird es dann, wenn Meinungen nicht von Fakten unterschieden werden (können) und ich denke dass genau damit viele ihre liebe Mühe haben. Womit ich natürlich nicht sagen will dass dies bei Ihnen auch zutrifft Herr M. :-)

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Realist
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· editiert

Nachdem ich in diesem Thread eben andere Posts von Ihnen las, würde ich meinen obigen letzten Satz wohl besser löschen...

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Ja, Sie sind kein Verschwörer, aber möglicherweise anfällig für sogenannte Verschwörungstheorien, also für Versuche, ein Ereignis, einen Zustand oder eine Entwicklung durch eine Verschwörung zu erklären.

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Hans Peter Feldmann
Theologe & Ketzer
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· editiert

Den Autoren gebührt Dank für die kompetente Erledigung einer ausserordentlich unappetitlichen Aufgabe: Transparenz zu schaffen über die personellen Zusammenhänge der ganzen antidemokratischen, staatsfeindlichen und faschismusaffinen Schwurblerszene in der Schweiz und über einen Teileinblick in deren Denkweise, Argumentationsredundanz, Propagandamethoden und genereller Dummheit. Was mich interessieren würde, wäre etwas statistische Massgabe und Einordnung bzw. Einschätzung über die Grösse der gläubigen Sektengefolgschaft der selbsternannten Verschwörungspropheten sowie deren vielfache Verlinkung zu den Rechtsrändern in SVP, Rechtsfreisinn und etablierten Medien.

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Die Grösse dürfte in etwa dem SVP- Wähler*innenanteil entsprechen. Das klingt jetzt vielleicht etwas plump, aber dürfte plusminus Graubereich hinkommen.

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Hans Peter Feldmann
Theologe & Ketzer
·
· editiert

Meine persönliche Einschätzung stimmt mit der Ihren überein, Herr S., allerdings nur was die Grösse der - durchaus wankelmütigen und wechselwählerischen - Sektensympathisanten betrifft. Gerne würde ich hingegen zB. vom Staatsschutz etwas über die geschätzte Grösse des stur demokratiefeindlichen und staatsgefährdenden harten Sektenkerns dieser Neu-Fröntler erfahren.

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Wenn Sie sich andere "alternative" Medien des selbsterklärten "Anti-Establishments" anschauen, dann merken Sie schnell, dass es am "Ende der Demokratie" auch ein "links-grünes" Spektrum gibt. Als "Politikverdrossene" sind das dann oft "Nicht-Wähler" oder "Protest-Wähler".

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(durch User zurückgezogen)
Oekonom und Wirtschaftshistoriker
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"Facts are facts and perception is reality". Diesen Satz las ich 1995 nach der Umweltkatastrophe "Brentspar" (Shell-Tanker lief auf Grund). Greenpeace - eine engagierte Umweltbewegung -
hatte bezüglich der Menge des auslaufenden Oels gewaltig übertrieben. Die eingangs erwähnte Aussage begleitet mich seitdem bei allem, was ich lese und beobachte.

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Gigahon
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· editiert

Zum Glück hat man der Greenpeace nicht geglaubt, ansonsten hätte man das Meer umsonst gereinigt.

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ausgiebiger Republik- und NZZ-Leser
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So wie Stricker beschrieben wird, erscheint er mir wie ein nützlicher Idiot für Kräfte, die mittels FUD (fear, uncertainty and doubt) alles daran setzen, unsere nie vollkommene Demokratie zu destabilisieren

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Yvonne Zeller
Studierende
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· editiert

Eigentlich machen mir diese radikalisierten Medienschaffenden oft Sorgen. Beim Lesen dieses Artikels hatte ich aber nichts als Mitleid mit diesen Männern (und auch mit den Leuten, die ihnen zuhören). Es ist eine traurige und bedrohliche Welt in der sie leben.

Und wenn die Geimpften nicht in 3-5 Jahren gestorben sind, dann halt in 10 Jahren gäll....

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Vielen Dank für diese erhellende Analyse - das Lachen blieb mir aber mehrmals im Hals stecken. Die Republik hat nun bereits mehrmals die Hintergründe der selbst ernannten Schwurbler-Gurus und ihre Verbindungen zum rechten Rand des politischen Spektrums ausgeleuchtet.
Mich beschäftigt die Frage, wie wir in den westlichen Gesellschaften einerseits Individualität und gesellschaftliche Diversität fördern und andererseits doch ein gemeinsames Fundament an Werten, konstruktiven Narrativen und positiven Zukunftsbildern aufbauen können. Wenn uns dies als Gesellschaft gelingt, würde den rechten Hass- und Verwirrungspredigern die Grundlage für ihre Erfolge entzogen.
Vielleicht kann sich die Republik einmal Gedanken zu dieser Frage machen?

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Weltoffener Mensch
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Einfach als Gesellschaft offener werden sehe ich da als eine Lösung. Aufeinander zugehen und sich für andere Menschen interessieren, ich glaube das fehlt in unserer Gesellschaft.

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Weltoffener Mensch
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Bin etwas überrascht über die Downvotes. Evtl. eine Begründung, wo ich falsch liege?

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Linke Hassprediger gibt es nicht?

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Kennen sie welche?

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(durch User zurückgezogen)

Diese Formate zu regulieren oder verbieten käme (in den Augen jener) einem Ritterschlag inklusive endgültiger Bestätigung gleich.

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Dahinter stehen meistens Männer, die aus ihrem Geld noch mehr machen möchten in dem sie die Gesetzgebung in unserem Atast in ihrem Sinne steuern. Und das Modell geht perfekt auf wie das Beispiel des Oligarchen Blocher zeigt. Die Kosten seiner Partei und seiner Medien sind Investitionen, die sich bestens für ihn und seine Spiessgesellen auszahlen. Alle andere Botschaften darum herum sind nur Marketing um Mehrheiten zu schaffen. Im Kern geht es nur um Macht und mehr Geld.

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Privilegierter
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Darf ich kurz nachfragen, was du mit "regulatorisch entgegentreten" meinst? Wenn "Gegenrede und debunking" dann +1 von mir, wenn "Verbot" dann eher -1 (weil siehe B. S.)

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· editiert

Christoph Pfluger wird zwar genannt, doch sein Magazin "Zeitpunkt" (Link: https://zeitpunkt.ch/) fehlt in der Analyse. Zu wenig relevant? Doch ist dann auch Stricker-TV relevant? Zeitpunkt ist eine Mischung aus Alt-68er- oder eher Alt-80er Politikverdrossenheit und Alternativem Leben, Systemkritik und Verschwörungserzählungen, Esoterik und Ökologie, Friedensbewegung und NATO-Kritik, Geld- und Globalisierungskritik. "Querdenkend" macht es das rechte und linke "Anti-Establishment" anschlussfähig. Pfluger bzw. Zeitpunkt und später Corona-Transition war denn auch zu Beginn vor allem massgeblich an der Organisation der Massnahmenkritikerdemos beteiligt. "Das Ende der Demokratie" wird leider auch im "links-grünen" Spektrum beschworen.

Bei FUD, das vor allem von der Tabakindustrie erfolgreich angewendet worden ist, würde ich "fear" mit Furcht und nicht mit Angst übersetzen und "uncertainty" mit Ungewissheit nicht mit Unsicherheit. Wenn nichts mehr gewiss ist, kann alles wahr sein.

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Guten Tag und merci für den Kommentar!

Christoph Pfluger haben wir natürlich ebenfalls ausführlich angeschaut. Mit seinen Publikationen "Zeitpunkt", "Transition-News" (ehemals "Corona-Transition") und "Transition-TV", ist seine Relevanz für das Thema auch ausser Frage.

Wir haben den Teil über ihn und seinen Hintergrund (der ja eben eher von links kommt und damit etwas ein Spezialfall ist) trotzdem aus der Serie gestrichen, da wir auf die Verbindungen zwischen etablierten und verschwörungsideologischen Medien und Medienmacher*innen fokussierten.

Da stand er etwas quer in der Landschaft. Aber vielleicht machen wir ja mal noch was Gesondertes dazu.

Beste Grüsse
Basil Schöni

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Gerne! Mir fällt das auch auf, die Verknüpfung mit dem esoterisch oder teilweise auch christlich angehauchten, von mir früher als tendeziell links eingestuften Öko-Milieu. So haben sich in meinem Umfeld plötzlich einige Yogalehrerinnen, Ostheopathinnen und auch eine Psychiaterin als Köppel-, Trump- und inzwischen Putin-Groupies geoutet und verbreiten diesen ganzen "massvollen und "aufrechten" Bullshit eifrig in ihren Netzwerken. Interessant ist dabei auch, wie sie Wörter wie "Frieden" und "Liebe" komplett umdeuten. Frieden heisst dann, dass man ihnen nicht widersprechen soll, und Liebe dass man auf Leute losgehen soll, die sie als Schlafschafe oder als Werkzeuge des Teufels sehen.

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Ein grosses Dankeschön für die gestern und heute erschienenen Artikel – und für’s Dranbleiben.
Ich wünsche mir weitere Recherchen welche hilfreich sein könnten, diese parallelgesellschaftliche Entwicklung - von links nach rechts, oder umgekehrt - auf L. Sicht besser einordnen zu können: Der von Christoph Pfluger und Prisca Würgler initierte Verein Graswurzle (https://graswurzle.ch) ist dabei, unter anderem seine eigenen alternativen Schulangebote schweizweit auf- beziehungsweise auszubauen. Die Tatsache, dass Prisca Würgler Verlagsgründerin der Zeitschrift (https://diefreien.ch) ist und mal Gast bei Stricker, finde ich in diesem Zusammenhang bemerkenswert und stimmt mich bedenklich.

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Roland Schaub
Kunst und Vermittlung
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Bevor ich den Beitrag lese nur dies: mein Kompliment an David Leutert für die umwerfenden, hintergründigen Illustrationen als Aufmacher und Anmacher zum Lesen.

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Bettina Hamilton-Irvine
Co-Leiterin Inland
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Danke, Herr Schaub, wir leiten das Kompliment gern weiter.

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An Intelligenz scheint es vielen Schwurblern, Lautsprechern der Verschwörungsverschworenen, rechten Politikern, Verlegern und Milliardären nicht zu mangeln. Denken können sie, argumentieren auch und auch reden und auftreten. Die Hardware funktioniert, aber es hängt am Programm, das vorne geladen wird, was denn der Output ist. Es ist die Mechanik der jeweilig geprägten Psyche, welche die zum Teil stimmigen Argumente mischt, die Realitäten verdreht je nach Bedürfnis wirtschaftlich und auch emotional. Sie bauen ihre Sicht auf die Welt und konstruieren Gebäude mit gemeinten Ziegeln. Darin wohnen sie und ähnlich Gestrickte mieten sich da ein. Damit lässt sich komfortabel Gewinne machen.

Gut, dass der Artikel spannend aufreiht, welche Blätter und Akteure Schweizer Nebel werfen um ihn dann zu spalten.

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over-newsed but underinformed?
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Ja, manchmal fühlt man sich hilflos gegenüber den Verbreitern von sog. 'alternative facts', deren Offenlegung man beispielsweise übrigens momentan bei den Hearings des 'special commitee's zur Untersuchung der Vorgänge um den 6. Januar 2021 (Sturm des Capitols) in ernüchternden Weise beiwohnen kann (absolut empfehlenswert, als Live Stream auf YouTube z.B.) . Man sieht dort, wie erschreckend und explosionsartig sich solche 'alternate facts' - welche jeglichen Fakten nicht standhalten - dann in einer Gesellschaft verbreiten können.

Hüben wie drüben spielen m.E. dabei leider die sog. 'sozialen' Medien eine ziemlich problematische Rolle, indem sie ideal für die Schaffung von Echo-Räumen geeignet sind. Dort gibt es i.d.R. keine 'Durchmischung' und damit keinen Wettbewerb der Meinungen mehr , sondern nur noch Gleichgesinnte, welche sich in ihren Meinungen verstärken, ohne zumindest ab und zu diese Meinungen einer, wie auch immer gearteten, 'externen Prüfung' zu unterziehen.

Die bereits vorher gestellte Frage, was doch eigentlich intelligente Menschen dazu bringt, sich quasi als 'Geisterfahrer' zu betätigen, scheint mir wirklich relevant!

Fest steht für mich, dass es keine Frage der Intelligenz zu sein scheint, sondern dass da komplizierte psychische Faktoren hinein spielen. So können dann anfangs durchaus berechtigte Fragen gestellt werden, nur um deren Beantwortung an Orten zu suchen, wo Gemeinschaft und Zugehörigkeit geboten und gefunden werden, gefolgt von einer sukzessiven Gleichschaltung der Meinungen - ein Vorgang, welcher solche Kreise dann ja auch gerne den sog. 'Mainstream Medien' vorwerfen.

Was ja frustriert ist, dass eine wirklich offene Diskussion mit solchen Menschen nicht (mehr) möglich zu sein scheint. Selbst klare Fakten werden umgehend um-interpretiert.
Bis jetzt habe ich noch kein Rezept gefunden, wie solchen Menschen aufrichtig und wohlwollend zu begegnen wäre, ohne sich von ihnen auf ein unfruchtbares Hickhack einzulassen. Vermutlich sind da ähnliche 'Mechanismen' am Werk, wie bei Religionskriegen..?..

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· editiert

Als ich Timothy Snyder «Wege in die Unfreiheit» 2018 gelesen habe, hat mich vor allem erschreckt, wie gezielt die Methoden der Desinformation, der Verschwörungstheorien, der Umkehr aller Fakten in ihr Gegenteil etc. als Instrument genutzt werden, um die Welt innerhalb und ausserhalb Russlands zu verunsichern: innerhalb um einen gemeinsamen Feind auferstehen zu lassen und die Russen als dessen Opfer hinzustellen und ausserhalb Russlands um die westliche Welt zu destabilisieren und gegeneinander aufzuhetzen. Parteienfinanzierungen und Aufkauf von Medien durch diese Parteien sind die Transportvehikel, Eurasien das Ziel.

…und es scheint leider zu funktionieren, wenn sich der Westen nicht besser und stärker auf eigene, früher einmal schwer erkämpfte Werte besinnt und sich der Desinformationspolitik und dem intransparenten Aufkauf freier Medien nicht vehementer entgegen stellt.

Putin stützt sich dabei u.a. stark auf den Philosophen Iljin, dessen Werk er seinen Oligarchen verschenkt und als obligatorisch erklärt hat. Andere heutige Berater von Putin wie Dugin oder Glasjew, vervollständigen diese Gedankengebäude und bringen sie äusserst erfolgreich in Anwendung. Dabei wird impliziert, Putin sei im Sinne von Iljin der Erlöser. Hier nur einige kurze Zitate aus Snyder 2018, die sich explizit auf die Faktizität beziehen.

Zitate Iljin (1917) in Snyder 2018:

  • Der Erlöser schafft Faktizität ab, manipuliert Leidenschaften und erzeugt Mythen,
    indem er einen Angriff auf den identifizierten Feind anordnet.

  • Der Erlöser tritt aus der Fiktion hervor, schenkt den Fakten der Welt keine Beachtung
    und umgibt sich mit einem Mythos.

  • Durch das Charisma des Führers ist die Nation der Geschichtlichkeit enthoben.

Zitat Pawlowski ein führender Polittechnologe im heutigen Russland, in Snyder 2018:

  • man kann einfach alles sagen. Realitäten schaffen.

Zitat Dmitri Kiselew, Koordinator der russischen Staatsbehörde für internationale Nachrichten, in Snyder 2018:

  • Der Haupttyp des Krieges ist heute der Informationskrieg

Thinktank Isborsk-Klub (u.a. Dugin (auch der neue Rasputin genannt), Glasjew, beides Berater Putins), in Snyder 2018:
Sein Manifest begann mit der bereits von Iljin aufgestellten Behauptung Faktizität sei eine gegen Russland gerichtete Waffe des Westens… (08.09.2012)
Die intellektuelle Aufgabe des Isborsk-Klubs war es, Narrative zu ersinnen, die all diese Fakten in den Schacht des Vergessens versinken liessen…

Dieses Buch ist sehr aufschlussreich und jedem zu empfehlen. ... es wurde vor der Pandemie und vor dem Ukrainekrieg geschrieben…

edit: destabilisieren, dem intransparenten Aufkauf

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Tobias Oetiker
Full Stack Engineer
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· editiert

Eine Frage die mich im Zusammenhang mit den Verschwörungsgeschichten immer wieder beschäftigt: Was sind die Voraussetzungen dafür, dass ein Mensch in diesen Strudel gerät. Hat es etwas mit dem persönlichen Weltbild zu tun?

In Diskussionen zum Thema alternative Medizin zum Beispiel begegne ich immer wieder der Aussage: Nur weil "die Wissenschaft" das noch nicht erforscht hat, heisst das doch nicht, dass das nicht sein kann.

Das ist natürlich korrekt, aber der springende Punkt ist ein anderer. Die Erkenntnisse darüber wie unsere Welt funktioniert sind zusammenhängend. Wenn ich an einer Stelle etwas ändere, dann entsteht dadurch ein Rattenschwanz an Dingen, die nicht mehr «funktionieren».

Wenn ich sage, Telekinese ist möglich. Dann muss ich erklären, wie es sein kann, dass ganz viele Physikexperimente die mit höchster Zuverlässigkeit immer wieder durchgeführt werden immer zu den gleichen Resultaten führen, ohne im Geringsten von telekinetischen Effekten beeinflusst zu sein. Wenn jemand demonstrieren würde, dass Telekinese funktioniert, dann wäre das dann etwas anderes. Aber lediglich zu postulieren, es geht, und die Bürde des Beweises auf andere Abzuschieben, ist ein fauler Trick.

Hörempfehlung: the Big Questions of Philosophy.

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Fachperson
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Was sind die Voraussetzungen dafür, dass ein Mensch in diesen Strudel gerät?

Besonders anfällig für Verschwörungstheorien sind Menschen, die

  1. sich machtlos fühlen (weil sie sich so als erleuchtete Revolutionäre fühlen können),

  2. Unsicherheit schlecht aushalten können (weil sie sich so die Welt erklären können),

  3. sich verloren und einsam fühlen (weil Verschwörungstheorien ein tolles Gemeinschaftsgefühl bieten: wir gegen sie).

Dazu steht mehr in diesem Leitfaden auf Deutsch.
Er stammt von der internationalen Forschungsstudie "Comparative Analysis of Conspiracy Theories" (auf der selben Website).

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Warum sind diese Menschen in einem Strudel? Nein sie sind es nicht, sie werden dazu abgestempelt von irgend welchen intoleranten Mitbürgern welche meine nur sie allein hätten die Wahrheit gepachtet weil es die Wissenschaft so publiziert hat

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over-newsed but underinformed?
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Wenn Sie gestatten, Herr M...
Fakten sind mMn Informationen, welche durch den Beizug mehrerer/anderer Quellen bestätigt sind. Ist das (durch das Nachdenken vieler Menschen) geschehen, dann können wir davon ausgehen, dass sich ein gewisser Konsens bezüglich deren Interpretation einstellt, nicht wahr?

Jetzt stellt sich die Frage, warum eine grosse Menge der Menschen sich an so erworbenem Fakten-Wissen orientieren und eine andere Menge an Menschen sich an - eben - alternativen Fakten orientieren wollen (genauer muss man eigentlich von 'alternativer Interpretation' der vorhandenen Fakten reden).

Und genau da liegt meiner Meinung nach die Krux: Welche innere Funktion (mangels eines besseren Begriffes) lässt mich eine andere Interpretation für wahr halten, obwohl eine grosse Menge an Menschen einen Konsens über eine breit abgestützte Interpretation eines bestimmten Faktes erreicht haben?

Oder etwas salopp gefragt: Können sich so viele Menschen in einer bestimmten Sache irren? Oder bedeutet das Übereinstimmen vieler Medien bezüglich eines bestimmten Faktes, dass diese 'gesteuert' oder 'manipuliert' sind, sei es weil sie der Macht, dem Geld oder sonst was folgen? Abraham Lincoln soll einmal gesagt haben "man kann einige Leute die ganze Zeit täuschen und alle Leute eine bestimmte Zeit lang, aber nicht alle Leute die ganze Zeit. "

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· editiert

Ich hatte die Stricker, Rimoldi, Ganser und Co schon fast wieder vergessen. Für die Erinnerung danke ich nicht. Eine Ironie die mir immer wieder auffällt:

Die einfachen Leute sind in dieser Erzählung Opfer dieses «Mainstreams». Dieser ist mächtig, und die kleinen Leute sind ohnmächtig.

Wenn man hier „Mainstream“ durch „Neoliberalismus“ ersetzten würde, dann könnte man eigentlich merken, dass es um genau die gleiche Ohnmacht geht, welche auch in den hiesigen Kommentaren oft kundgetan wird. Die Erzählung ist einfach eine andere.

Meines Erachtens bringt es überhaupt nichts, gegen Fake News zu kämpfen in dem man immer wieder versucht sie blosszustellen. Man kann sich nicht mal sicher sein, ob die Urheber selbst daran glauben, oder ob sie nur ein Mittel zum Zweck sind. Um gegen Fake News zu kämpfen, gibt es nur ein Mittel: mehr Bildung! Zum Krieg in der Ukraine gelingt das der Republik recht gut. Betreffend Corona finde ich es nach wie vor ungenügend: die Leser haben höchstens Statistiken serviert bekommen, aber von der Wissenschaft auf die sie sich als Mainstreamer immer wieder berufen, haben sie glaub wenig dazugelernt. Da genügt ein Interview mit einem Drosten eben nicht, sondern man muss Drostens Wissen genügend verstehen können, um sich darauf berufen zu können, ohne ihn zitieren zu müssen. Das ist zwar nicht ganz realistisch, aber wenn man es zumindest versucht, steigt seine Glaubwürdigkeit automatisch.

Ich fände es ganz toll mehr Fakten in Form von Wissen zu bekommen, anstatt in Form einer Argumentation die aufzeigt, dass einer aus dem Spektrum Köppel es mit der Wahrheit nicht ernst nimmt. Letzteres ist nun wirklich kein Scoop mehr.

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(durch User zurückgezogen)
Medienkonsument/MeinungsvielfaltFreund
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Ich finde es problematisch, offensichtlicher Unfug wie StrickerTV, mit andersdenkendem journalistischen Schaffen, wie bei der Weltwoche gleichzusetzen. Das habt ihr intelektuell eigentlich nicht nötig..

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Wo ist denn der grosse Unterschied?

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Medienkonsument/MeinungsvielfaltFreund
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· editiert

Naja.. zumindest in weiten Teilen ist die Weltwoche eigentlich einfach eine Wochenzeitung aus einem Alpenland mit einer politischen Färbung nach rechts. Was ist falsch daran? Oder wollen Sie behaupten, dass die Republik vor einer politischen Grundfarbe gefeit ist..?
Was ich an der WeWo schätze, ist das „Rede und Gegenrede“ Prinzip. So sehe ich, beispielsweise immer wieder spannede Positionen, die offensichtlich NICHT der Couleur des Zeitungsmachers und Nationalrats entsprechen. Dennoch finden sie direkt in seinem Magazin statt. Eine Meinungsvielfalt, die ich anderorts etwas vermisse. Generell finde ich den Diskurs mit anderen Meinungen immer konstruktiver, als die vorurteilige Verunglimpfung oder das nicht stattfinden lassen einer solchen. Sofern die Gegenseite dazu bereit ist..;) einen schönen Abend.

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Multifunktional
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Ich denke, Ihr Kommentar hat sich mit dem zweiten Teil der Serie nun erledigt.

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Woher kommt eigentlich die Behauptung im Prolog, dass viele Leute sich als Opfer sehen? Sich in einer chaotischen Welt eine Ordnung zurechtlegen versuchen passt mir nicht so recht zum Opfer-Prototypen. Man verschafft sich ja vermeintlich Hilfe statt nur ausgeliefert zu sein.

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Bettina Hamilton-Irvine
Co-Leiterin Inland
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Lieber Herr S., dass sich Menschen eine Ordnung zurechtlegen muss noch nicht automatisch heissen, dass sie sich auch als Opfer sehen, da haben Sie recht. Doch tatsächlich scheint mir die Opfererzählung sehr weit verbreitet in diesen Kreisen, auch wenn das Wort "Opfer" selber wohl kaum in den Mund genommen wird. Aber man sieht sich unterdrückt von einem angeblichen Mainstream, der einem diktiert, was man zu denken und sagen habe, man sieht sich unterdrückt von einer angeblich übermächtigen Linken, von einer Regierung, die einem unnötig einschränkt und Vorschriften macht, von einer Wissenschaft, die einem ein "Narrativ" aufzwingt, von der "Cancel-Culture", die keine andere Meinungen zulasse, vom "Gender-Wahnsinn", von der "Woke-Kultur", Political Correctness, Identitätspolitik.

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Privilegierter
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Bittebitte macht in 1-2 Wochen ein "Medien"echo spezial zu diesem Artikel.

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Gigahon
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· editiert

Der «Blick» und die NZZ würden sich inhaltlich nicht mehr unterscheiden, sagt er.

Damit hat er ja grundsätzlich schon recht. Die NZZ Kolumnen sind mittlerweile absolute Niederträchtigkeit. Ich könnte die Kommentare über "Genderwahnsinn" und "Woke-Ideologie" bei meinem besten Willen nicht von Kommentaren im Blick unterscheiden. Man kann eine solche dämliche, reaktionäre Ideologie zwar mit schönen Worten schmücken, das ändert jedoch nichts daran, dass der Konservatismus grundlegend intellektuell bankrott ist.

Dies gesagt, jucken mich immer wieder die Reaktionen von selbst-ernannten Linken zu solchen Artikeln. Die Aufgabe der Politik ist es, zu überzeugen. Herr Stricker macht das sehr gut. Niemand zwingt die Linke, selber nicht auf populistische Themen zurückzugreifen. Mich treibt es immer noch in den Wahnsinn, wie die Linke es verpasst hat, den Mord von Jeffrey Epstein zu politisieren. Stattdessen überlassen wir Themen des neoliberalen Zerfalls Schwindlern wie Herrn Stricker, die selber aus elitären Kreisen stammen. Wir müssen bessere Geschichten erzählen, statt Sprachverbote fordern.

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Kann dem nur zustimmen, v.a. "... überlassen wir Themen des neoliberalen Zerfalls Schwindlern wie Herr Stricker...". Da es ja hier auch um "Verschwörungsideologien" geht: Laut "Qualitätsmedien" (aka. Mainstream) beging der Herr Epstein Selbstmord, was auf Grund der Umstände und wo sich der "Suizid" abgespielt hat eine ziemlich lächerliche Geschichte ist. Und das ist genau einer der Gründe, warum viele Leute die Schnauze voll haben von "faktenbasierten, objektiven und unabhängigen Qualitätsmedien".

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Aber warum in aller Welt ist es denn besser, zu fabulieren, wie es vielleicht anders abgelaufen ist? Wer keine Fakten in der Hand hat, muss das transparent machen - und nicht vorgeben, man wisse, dass irgendein Machtkartell zugeschlagen/manipuliert/gemordet habe.
In diesem Artikel steht kein Wort darüber, ob und wie Stricker je recherchiert. Das spricht, nebst allen anderen Fakten, Bände über den Wert seiner Inhalte!

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Am Ende haben die Verschwörungstheoretiker recht bei den Themen Medien und Elite. Nur nicht so, wie sie es darstellen.

Als erstes muss man das Missverständnis von der Bedeutung des politischen Links und Rechts aus dem Weg räumen:

Links bedeutet republikanisch zu sein. Es fusst auf Ideen wie das Land zu besitzen, das man bearbeitet. Später kamen mit der Industrialisierung die Arbeiterrechte und später die Errungenschaften Fünftage-Achtstundenwoche und AHV. Eine Genossenschaft, deren Konsumenten Mitbesitzer sind, ist die linke Idee.

Rechts bedeutet monarchistisch zu sein. Einer kleinen Gruppe grosse Vorteile zuzusprechen, auch biologisch begründet oder gottgegeben. Obrigkeitshörig zu sein.

Das Missverständnis ist, dass Links nicht weich und Rechts nicht hart bedeutet.

Wo die Verschwörungstheoretiker recht haben, ist die Kontrolle der Medienlandschaft. Man muss nur einen halben Schritt weitermachen, es ist auch im Artikel beschrieben. Die Medien werden von einzelnen wenigen Schwerreichen kontrolliert.

Es wird Unfairness gespürt, da die Eliten so viel Geld konzentrieren. Das hat sich auch wirtschaftlich so entwickelt, dass einige Konzerne eng miteinander verbandelt sind und riesige Teile des Kapitals besetzen. Nur wissen die Verschwörungstheoretiker nicht, gegen wen sie sich aufbegehren sollen und tun das fälschlicherweise gegen einen erfundenen Gegner, eventuell sogar kabbalistisch durch genau die obengenannte Elite angefacht.

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Auf diesen Beitrag habe ich L. gewartet. Vielen Dank dafür.
Und danke, dass ihr so verblendet und instrumentalisiert seid. Lasst euch weiterhin kaufen und lügt, bis sich die Zeilen biegen!
Verschwörerische Grüsse!
(Ich schreibe jetzt sicherheitshalber noch ,,Ironie off!“)

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Privilegierter
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Danke für die ergänzte Klammerbemerkung. Ironie, Sarkasmus und Galgenhumor in Kurzantworten sind nicht immer offensichtlich.

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Immer wieder narzisstisch Gekränkte, die eskalieren. Nix geworden, Stelle nicht bekommen etc. dann muss Mann sich radikalisieren.

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Nur weil sich ein Grundkonsens über gewisse Angelegenheiten herauskristallisiert hat, muss man noch L. nicht von einer «Gleichschaltung» ausgehen. Solange keine neuen Elemente in die Debatte eingebracht werden, ist es legitim auf eine Meinung nicht tiefer einzugehen. Freedom of speech is not freedom of reach.

Roger de Weck hat das in Die Kraft der Demokratie nuanciert formuliert:

Meinungsfreiheit bedeutet nicht, dass es keine Deutungshoheit geben darf, sondern sie ermöglicht wechselnde Deutungshoheiten unterschiedlicher Intesität und Dauer. Die Meinungsfreiheit schützt natürlich auch faktenarem bis faktenfreie Meinungen, verleiht ihnen aber in der Regel wenig Überzeugungskraft - es sei denn, ein Donald Trump wiederholt unablässig frei Erfundenes, bis seine Anhänger schließlich seine Propaganda und seine Verschwörungstheorien internalisiert haben. Stehen die Fakten außer Zweifel, sät Trump erst recht den Zweifel.

Zweifel an sich ist halt auch nicht per se über jeden Verdacht erhaben. Merci für den interessanten Einblick in das Leben eines Menschen, der Misstrauen zu seinem Lebensinhalt gemacht hat.

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"... Grundkonsens ..."

Buchempfehlung: "Manufacturing Consent: The Political Economy of the Mass Media" (Chomsky, 1988)

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"...Mass..."

Veranstaltungsempfehlung: Oktoberfest (München, 1810 - 2022)

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Der Politik und den Medien wird häufig linke , intellektuelle Besserwisserei und Überheblichkeit vorgeworfen. Und das nicht nur von „Covidioten“ und „Stricker-Fans“. Das sollten wir uns vielleicht ein ganz klein wenig zu Herzen nehmen und einen anderen Weg zum Dialog finden.

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Die Konstruktion von Opfergemeinschaften beschränkt sich nicht auf die genannten Akteure. Sie ist überall anzutreffen und eine Begleiterscheinung der Mediatisierung westlicher Gesellschaften, welche uns alle permanent in Zeug:innen verwandelt und dadurch mehr oder weniger unterschwellig moralische Stellungnahme verlangt.

John Durham Peters etwa hat geschrieben: "Ultimately, the boundary between fact and fiction is an ethical one before it is an epistemological one: it consists in having respect for the pain of victims, in being tied by simultaneity, however loosely, to someone else's story of how they hurt."

Opferdiskurse sind viel allgemeiner eine Konsequenz der fragmentierten Mediennutzung. Deshalb ist auch die Erwähnung der NZZ-Paywall wichtig. Der Artikel weist zudem richtig darauf hin, dass es einen Unterschied macht, ob die behauptete Opferrolle einer Realität entspricht oder als rhetorischer Trick genutzt wird, um eine Unterstützungscommunity aufzubauen.

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Ich hoffe, wir erfahren noch mehr über Ex-Operation-Libero-Präsidentin Laura Zimmermann und ihre Rolle in diesen Kreisen. Und Lukas Hässig / Inside Paradeplatz und René Zeyer / Zackbum werden sicherlich auch noch kommen müssen. Vielleicht auch noch mehr zu Ronnie Grob / Schweizer Monat, zum Beispiel seine Rolle für Mass-Voll.

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Ostschweizer / per Du
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Dazu passend der Song Waltzing off the Face of the Earth von Enter Shikari

Our future's been denied
And there's nowhere to hide
Now that nothing is true
And everything is possible

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(durch User zurückgezogen)
Kurt Steuble
thinkabout.ch
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Komisch - ich kann im Schweizer Monat beim besten Willen kein Verschwörungstheoretiker-Blatt erkennen, dabei habe ich die Zeitschrift seit Jahren abonniert. Im Gegensatz zu Stricker habe ich also nicht nur ein Republik-Abo sondern auch viele andere, weil ich mir in meiner Not, "richtig" im Sinne von lauter und wahrheitssuchend informiert werden zu wollen, einfach nur Breite vornehmen kann. Mit dem Ergebnis, dass ich oft feststelle, dass Medienschaffende selbst zu Debattierern werden, die sich einer Streitmacht angeschlossen haben.
Ich möchte dazu einfach zu bedenken geben, dass es sehr wohl L. Phasen in der Pandemie gab, in welchen zweifelnden Zeitgenossen zu Covididioten wurden, lästige Querschläger, welche nur den Gang zurück zum geordnetem Konsum verzögerten. Extrem wurde das mit dem Beginn der Impfkampagnen. Das hat nicht nur mit diversen Journalisten was gemacht, und nicht nur Gutes.

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als Verstehen wollende Leserin
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Ich finde Herrn Stricker in seinen Argumenten und seinem Habitus insgesamt sehr irritierend. Er hat ein äusserst merkwürdiges Talent.
Im Videoausschnitt erlebte ich ihn sprachlich teilweise sogar stark oder virtuos. Ich denke da an sein Reden, während er wartet, als Somm sich „auf die Toilette flüchtet“ und sich offensichtlich sorgt, dieser könnte Stricker brüskieren und einfach einen Abgang machen. Es ist spürbar, dass ihm die Vorstellung Angst macht. Er rettet sich also irgendwie durch die erzwungene Pause…
Die Rhetorik dabei vereint geschickt verschiedene Elemente:
Zunächst fährt er zweispurig: parallel Gestichel gegen und Bewunderung für Somm, dann unverhohlene Clickbait-Gier (wenn der Gast aus dem Interview laufe, generiere das Aufmeksamkeit - er ruft „Teilen, Teilen!“), als er dann hört, dass Somm inzwischen beim Händewaschen angelangt ist und vermutlich zurückkommen wird, formuliert er seine Verunsicherung über Somms drohenden Gesprächsabbruch recht offen und geht schliesslich zu präzise formulierter Selbstreflexion über. Sie bezieht sich aber nur auf seine Gesprächsführung, nicht auf die inhaltliche Diskussion mit Somm und bleibt zudem schnell stecken, denn am Schluss gibt er sich sogleich selbst die Absolution für seine Gesprächsführung.
Und jetzt wird es etwas spekulativ: Stricker sitzt da irgendwo in St. Gallen im Industriequartier und macht da seine Sendung, es scheint eine eher kleine Welt, seine Liebe gilt dem ‚Rugeli’. Da ist aber auch der Rausch: was er da in nur zwei Jahren aus der Peripherie plötzlich zu bewegen scheint, wer da alles in sein Studio kommt usw. (sogar Marco Ković kommt zu ihm - und ja, scheitert offenbar an Stricker). Er wirkt als könne er das selbst kaum glauben, aber der Erfolg gibt ihm gleichzeitig recht. Stricker macht richtig viel Geld, will aber nicht, dass das offensichtlich wird.
Das mit der kognitiven Dissonanz hat er sehr gut verstanden. Er wirkt, als habe er diese nämlich auch bezüglich sich selbst und seines Video-Produkts.
Ich denke, er rätselt manchmal, warum ausgerechnet er einigermassen Erfolg hat, dass seine Vereinfachungen funktionieren, dass er es sich leisten kann, nichts lesen zu müssen, sondern einfach aus Videos, Talksendungen und vermutlich Telegram-Kanälen schöpfen und damit Menschen erreichen kann, die ihn dafür bezahlen.
Er hat, so vermute ich, sich momentweise selbst in Verdacht, ein Hochstapler zu sein, aber da ordentlich Geld fliesst, klappt es dann überwiegend gut mit der Selbstvergewisserung.
Mir wäre nicht wohl in seiner Haut. Er wirkt angespannt und ja, verunsichert - gut versteckt hinter seinem Sprach- und Debattiertalent.

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