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Ich habe eine Freundin, die sieht alles noch schwärzer als schwarz, alles ist negativ und wird immer schimmer. Ich muss mich jeweils überwinden, sie anzurufen, weil mich die diese Unterhaltungen so runterziehen. Ich habe mir deshalb angewöhnt, bevor ich anrufe, mir ein positives Ereignis zurecht zu legen, das ich ihr erzähle. Und ich stelle fest, seitdem enden unsere Gespräche zuversichtlicher! Soviel zur Wirkung von Aufstellern!

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Schöne Idee zum neuen Jahr, danke. Wie wärs mit dem guten Vorsatz, hie und da auch durchs Jahr eine erfreuliche Nachricht einzuflechten? Eins zu eins müsste es meinetwegen nicht sein, aber hie und da ein gezielt gesetzter Farbtupfer wäre schon fein.

Ebenfalls eine erfreuliche Nachricht finde ich das langsame, aber ziemliche stetige Wachstum der Abo-Zahlen, Spenden und Kompliz*innen hier.

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Trudy Dacorogna-Merki
Laufbahnberaterin
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Danke für diesen überaus wertvollen, positiven Jahreseinstieg und schön, dass die Republik den „konstruktiven Journalismus“ thematisiert. Tut gut!
Ein weiteres lesenswertes Buch der Neurowissenschaftlerin Maren Urner, warum uns die Informationsflut der modernen Medien überfordert und deren Auswege: „SCHLUSS MIT DEM TÄGLICHEN WELTUNTERGANG, Wie wir uns gegen die digitale Vermüllung unserer Gehirne wehren.“
Ein Jahr voller Gesundheit und positiver Momente wünsche ich allen!

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Danke für den Tipp, das kannte ich noch nicht.

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Mitdenker
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Ähnlich meinen Vorschreiberinnen möchte ich dazu anregen, den positiven Neujahrsansatz weiter zu pflegen. Dazu ein positv optimistischer Vorschlag: Ihr (Republik) erstellte die neue Rubrik "Gute Nachrichten" (oder sowas, vielleicht geht es auch origineller), die vornehmlich von den Leserinnen, resp. Verlegern unterhalten wird und ruhig auch ganz persönlich daherkommen darf. Darin dürfen nur Positivmeldungen.... und Positivkommentare ! stehen, alles andere wird gelöscht oder verschoben. Und einmal die Woche wird daraus die Positivmeldung der Woche gekürt... und auf die Frontpage gehievt.
Würde mich sehr positiv.... äh, ziemlich freuen.

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Lieber Herr S., gute Idee! Ich denke mal drüber nach. Hötten Sie sich das als eine Art regelmässige Kolumne (zB 1×/Woche) vorgestellt?

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Mitdenker
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Das freut mich, liebe Frau Kühni und in dem Fall möchte ich hier noch etwas ausholen, um zu erklären, wie ich dazu kam.

An Silvester schaute ich mit meiner Liebsten im Theater Basel Sibylle Bergs Stück Lysistrata. Ich schätze die Autorin sehr, erachte sie als wichtig und doch hat mir dieses Stück auch wieder mein gleichzeitiges Unbehagen mit ihr bestätigt. Alles, was ich bisher von Berg gelesen oder gesehen habe, ist überzeichnet, drastisch, anklagend und selbst der gelegentlich erkennbare Humor fährt irgendwie auf dieser Schiene. Das wirkt zumindest auf mich in seiner Wiederholung deprimierend und ermüdend.
Am Tag danach fand ich auf Facebook die Neujahrsgrüsse von Sibylle Berg, welche auch die beschriebene Stimmung wiedergeben; sie dankt allen, welche sich trotz allem weiterhin engagieren. Dagegen waren die Neujahrsgrüsse von Sofi Oksanen, einer auch sehr feministisch engagierten Autorin - sie berichtete von einem aufgefundenen pink Klavier - von einer humorvoll optimistischen Leichtigkeit, die einem Lust macht, das kommende Jahr mit Freude und Verve anzugehen... und damit mutmasslich eher etwas von dem umsetzen wird, was sich Berg erhofft.

Voilà mein persönliches Beispiel, das genau das unterstreicht, was die wissenschaftlichen Studien zeigen. Am selben Tag, also gestern, berichtete übrigens die NZZ angeblich über in den letzten Jahren stetig zunehmende Einbruchdiebstähle mit ebenfalls zunehmender Gewaltanwendung (ich habe den Artikel dazu nicht gelesen)... :-(
Meine Freude über euren "Gute Nachrichten"-Neujahrshauptartikel wurde allerdings dadurch getrübt, dass die Republik-Redaktion offensichtlich selbst nicht von dem überzeugt ist, was der Autor nachdrüklich aufgezeigt hat, wie sonst wäre diese Konsequenz erklärbar...:
"Schlechte Nachrichten sind dabei unvermeidliches Neben­produkt, egal wie differenziert man es angeht. Deshalb werden wir hier auch nicht regelmässig und explizit «Good News» zusammenstellen." ...??
Das ist für mich, mit Verlaub, eine unstimmige Ausrede.

Ich stelle mir das so vor, Frau Kühni, dass auf dem Feed eine permanente Rubrik "Gute Nachrichten" installiert würde, worauf Leserinnen und Leser über die Woche von ihren ermutigenden, positiven, schönen Erlebnissen berichten könnten. Und schön wäre, wie bereits angedacht, wenn jeweils an einem Wochentag eine dieser Positivgeschichten zur Titelgeschichte erkoren würde, das heisst, wenn in Zukunft tatsächlich ein Wochentag den Good News gewidmet wäre.

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Danke! Es ist wichtig, immer wieder mal unsere labile Psyche und ihre uralten Tricks zu justieren... den (historischen, vergleichenden) "Weltenblick" muss man/frau stetig üben, als Gegengewicht zu unseren ganz konkreten und halt immer leicht verzerrten Wahrnehmungen. Ambivalenz gilt es auszuhalten, es bleibt den Menschen nichts anderes übrig, da nicht möglich, die "absolute Wahrheit" zu erkennen - u.a. auch, weil es sie nicht gibt. Gerade der Journalismus muss sich das ständig hinter die Ohren schreiben! Werde wohl das Abo doch erneuern;-))

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Oh, vielen Dank, Frau P.! Das ist jetzt auch eine gute Nachricht.

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:-)) Ja, das ist auch so eine psychologische Dynamik, die wir nutzen können: gute Nachrichten vegrössern die Wahrscheinlichkeit von positiven Reaktionen (und Handlungen)

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Für mich ist das Glas immer halbvoll.
Aus diesem Grunde finde ich die positive Einstimmung der Republik auf das neue Jahr sehr erfreulich und guttuend.
Die Republik sollte für eine Negativnachricht (die nicht verschwiegen werden soll) wenn möglich immer eine Positivnachricht hinterher schieben. Beispiele gibt es ja wie wir sehen genug.
Und noch etwas: ich habe das Buch "Aufklärung jetzt" von Steven Pinker gelesen. Das passt wunderbar zu diesem Thema. Es wäre schön, wenn die Republik auch ein paar Zeilen über dieses Buch schreiben würde.
Ich freue mich weiterhin und hoffentlich noch eine lange Zeit darüber, dass die Republik mich durch meine Tage begleitet und mir viele Anregungen und Informationen liefert, die mich in meiner Meinungsbildung unterstützen.

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Großen Dank an die beiden Autor*innen für diesen Artikel. Ihr habt für mich gerade den Grund geliefert, weshalb eine solche Story (und ggf. ab 2020 auch eine regelmäßige Rubrik) nur in einem leserfinanzierten Medium möglich ist. Es erklärt für mich auch, weshalb immer mehr Leser den Medien den Rücken kehren und letztlich ein Anbieter gar das Wort „Media“ aus dem Namen gestrichen hat. Das einordnend Positive - ohne das Negative zu verdrängen - ist in der heutigen Medienbranche ein Differenzierungsmerkmal erster Güte. Ein engagiertes und starkes 2020 allerseits.

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Vielen Dank, Herr R. Ich glaube auch, dass viele Menschen von der Dauernegativität genug haben. Ich halte sie u.a. deswegen für schädlich, weil dann das, was wirklich schlecht läuft, ironischerweise auch untergeht. Und so hat man dauerhaft schlechte Stimmung, ganz genau wieso weiss aber auch keiner.

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Hobby Klima Arithmetiker
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Schade dass der Artikel hauptsächlich eine Auflistung ist und keine Einordnung vornimmt. In einigen Bereichen, so habe ich zumindest das Gefühl, geht es durchaus in die richtige Richtung: Gesundheit, Armut, Gleichstellung. Negativ sehe ich den Trend in Sachen Nachhaltigkeit (Biodiversität, Bodennutzung, Klimawandel). Da vin

In diesem Sinne will ich keine "Gute Nachrichten" hören, sondern objektive Nachrichten welche in den Kontext gesetzt werden.

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(durch User zurückgezogen)

Das passende Buch zum Artikel: Factfulness von Hans Rosling. Im Buch wird einem anschaulich gezeigt, wie verzerrt und veraltet unser Bild vom Zustand der Welt ist. Und welche Muster dahinter stecken.

Am meisten geblieben ist mir, wie schlecht ich im Fragebogen zum Buch abgeschnitten habe. Selber beantworten kann man die zwölf Fragen in dieser Online-Version. Die erste Frage:

In all low-income countries across the world today, how many girls finish primary school? (A) 20% (B) 40% (C) 60%

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Achtung, das Buch von Rosling ist mit Vorsicht zu geniessen. Seine Daten stammen vom IWF und von der Weltbank. Das sind kapitalismusfreundliche Institutionen und somit kaum objektiv. Wie Churchill schon sagte, dass man nur den Statistiken trauen sollte, die man selber gefälscht hat!

Ausserdem verwendet Rosling in seiner Hauptgrafik der Einkommensverteilung willkürlich eine logarithmische Skala. In dieser scheint es nur wenige Reiche und wenige Arme zu geben, die Unterschiede sehen klein aus. Würde er jedoch eine lineare Skala verwenden, so sähe man, dass 90% der Menschen ein ähnlich kleines Einkommen besitzen, während 10% der Menschen extrem reich sind.

Zusätzlich verwendet Rosling für die Darstellung des Einkommens pro Land den Durchschnitt statt den Median. Ein einziger Milliardär in einem Entwicklungsland steigert so das Durchschnittseinkommen drastisch. Dies verfälscht die Aussagen des Buchs ebenfalls.

Zur Entlarvung solcher missbräuchlicher Verwendung von Statistiken empfehle ich das Buch von Sanne Blauw: "Der größte Bestseller aller Zeiten (mit diesem Titel): Wie Zahlen uns in die Irre führen"

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Danke für diesen Beitrag! Wenn man genauer hinschaut und sich nicht nur von einzelnen schlimmen Ereignissen oder pessimistischen Artikeln beeinflussen lässt, kann man in vielen Bereichen die negativen Überzeugungen nicht mehr aufrechterhalten. Natürlich gibt es immer noch viel zu verbessern. Dies gelingt mit einer positiven Grundeinstellung sehr viel besser als mit einer negativen. - Ich wünsche mir mehr gute Nachrichten in den Medien! Dann bleibe ich auch weiterhin eine interessierte Medien-Leserin.

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Danke dafür!

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🎶😀👍 mein Vorsatz für dieses Jahr: mehr Energie für Positives verwenden und noch mehr darauf achten, dass ich meine Mitmenschen lobe und mich nicht immer nur äußere wenn‘s etwas zu kritisieren gibt! Übrigens: die Idee mit einer „Good News Kolumne“ finde ich gar nicht schlecht!

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Verena Goanna •in :)) Rothen
fotografie, texte, bio blumen & gemüse
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Danke für die Aufstellerinnen-Zusammenstellung!
Viele der positiven Nachrichten der Link-Zusammenstellung unten hatten mich übers Jahr bei der Lektüre in verschiedenen Zeitungen oder Plattformen schon gefreut - und hier nun nochmals.
Wäre schön, mehr davon übers Jahr eingestreut zu bekommen - aber bitte von Journiseite, und also auch fundiert.
Damit komme ich, Lektorinnen und Korrektorinnen haben das so an sich, zu dem, was ich nicht begriffen habe oder was meiner Ansicht nach falsch aufgeschrieben war:

  • Anders als in den anderen Grüntönen-Weltgegenden scheint in Subsahara-Afrika gemäss der von euch eingefügten Grafik die Armut sogar noch gestiegen zu sein. Was mich nun erstaunt hat; dachte, dass gerade auch dort die Lebenssituation verbreitet einiges „besser“ geworden war? Was stimmt nun? Jedenfalls stimmt euer Kommentar nicht mit der Grafik überein.

  • Und die Grafik zu den Fotovoltaik-Prognosen erschliesst sich für mich in keiner Art und Weise. Die Jahresskala dafür a) zu pauschal, also nicht abgestuft lesbar - aber die gestuften Linien insgesamt sind ebenso unerklärt im Text. Im Originaltext vielleicht beschrieben, aber dafür fehlt mir die Zeit. Die Grundmessage bezüglich des viel schnelleren Sonnenenergie-Fortschritts natürlich trotzdem toll. Eine der good news, die mir vorher noch nicht bewusst war.

  • Auch C. Seibts Idee aus einer früheren Diskussion mal im Zusammenhang mit der wunderbar gemachten, damals aber noch nicht vorliegenden, Stromausfall-Ausgabe der Republik (Kompliment: ist der komplette Knüller!!), ging ja in eine ähnliche Richtung: An Entwicklungen dranbleiben und auch dann berichten, wenn solche ein positives Ende gefunden haben. (Meine Assoziation dazu: gerade auch Friedensprozesse; nicht nur all die Kriege, Verletzten, Toten - sondern auch Versöhnung-Vertöchterung und Rückbesiedelungen irgendwann danach. Dieses irgendwann danach gibt es ja an sich genau so oft wie die Kriege - und über mindestens so lange Zeit wohl auch. Über die Festtage gerade entsprechende Schlagzeilen über Entwicklungen im Sudan).

—> Anyway.
Zum Jahresstart jedenfalls herzlichen Dank für diese tolle Idee - und ganz generell dafür, dass es euch gibt!! Das allein ist schon täglicher Hoffnungsfunke! -

Und wie schon mal geschrieben: Übersteht BITTEBITTEBITTE diesen verd- Monat März und drüber hinaus. Im Frühjahr aufgeben und zwei Jahre tollste Aufbauarbeit in den Sand setzen ... Ne, unmöglich. Die Zahlen stimmen ja auch schon etwas positiver wieder.

Trotzdem: Wie viele Verlegerinnen insgesamt würdet ihr brauchen, damit auch irgendwas zwischen 1,2 oder 1,7 Mio. Zusatzkapital ausreichen würden??

Und könnt ihr nicht bitte auch den kleinen PDF-Button einfach doch in euren oberen Fixbalken noch einfügen lassen? Alles andere ist da - nur der PDF-Link, der mir mindestens so nötig schiene, fehlt! Olivia: Könntest du das nicht mal an Adrienne noch weiterleiten. Ein Programmieraufwand von etwa fünf Minuten - aber eure IT sieht mal wieder die Notwendigkeit nicht. Und gibt dann auch mal wieder einfach weiter keine Antwort mehr. Nicht so toll für die Kundinnenbindung; finde ich. Da würde mich ein positives Ende auch grad ganz enorm noch freuen ;)

Alles in allem:

HAPPY NEW YEAR an alle, euch ins Rothaus, und in die Community auch - ALL THE BEST!!

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Auch mir ist beim Lesen dieser Zeilen zuerst Steven Pinker in den Sinn gekommen. Der müsste eigentlich erwähnt sein, wenn es um die positive Sicht auf allgemeine Welt-Dinge und Welt-Entwicklungen geht. Denke ich. Doch der positive Ansatz ist: Es geht offenbar auch ohne Pinker.

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Ob die 95% Stromversorgung in Nepal wirklich eine gute Nachricht sind, ist nicht so klar, ich kenne die Situation dort zu wenig.

Dies ist keinesfalls ein generelles Votum gegen Ausbau von Infrastruktur, aber je nach Kontext kann sich das Leben der betroffenen Bevölkerung verschlechtern.

Im verlinkten Artikel ist von "clean cooking" die Rede - für die Lungen (kochen mit Strom statt mit Holz) ist das sicher ein Vorteil. Andererseits können durch Elektrizität auch Unfälle geschehen, mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit wird auch nicht alles ganz sauber installiert und mit FI-Schaltern gesichert.

Ein grösserer Minuspunkt könnte jedoch - analog zu einem mir bekannten Beispiel in Südamerika - folgendes sein: Stromversorgung geht häufig einher mit einem Ausbau von anderer Infrastruktur wie z.B. Strassen. Durch bessere Strassen können Militär, Polizei aber auch paramilitärische oder andere kriminelle Gruppierungen besser/schneller auf die neu erschlossenen Gebiete zugreifen. Die Bevölkerung ist deswegen nicht immer froh über mehr Infrastruktur, weil sich die Bedrohungen von verschiedenen Seiten vermehren können.

Die bessere Stromversorgung könnte also einfach das sein, was man gerne nach aussen zeigt - und die Kehrseite (ob "praktischer" Nebeneffekt oder eigentliches Ziel) wird verschwiegen.

(Es gäbe natürlich weitere potenziell heikle Punkte wie landschaftliche Auswirkungen die ich hier absichtlich weglasse.)

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Urs Schär
Member of Society
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Warum überhaupt positiv oder negativ deklarierte Informationen? Führen die nicht zur heute populären Polarisierung unserer Haltungen? Bewegen wir uns da nicht ausschliesslich innerhalb unserer moralischen Bandbreite? Wie können wir politisch, gesellschaftlich, kulturell, ökonomisch und ökologisch die Zusammenhänge unserer Welt aus verschiedene Blickwinkeln verstehen? Wie schafft es das Gehirn das bestehende diesbezügliche Netzwerk dauern zu erweitern und zu pflegen? Einerseits braucht es dazu einen Zugang zu breit, tief und neutral recherchierten Beiträgen. Und andererseits braucht es einen persönlichen Anspruch, sich mit diesen Informationen ohne Voreingenommenheit auseinander zu setzen. Muss ich das am Schluss unbedingt in die positive oder negative Schublade ablegen? Weg von der Moral hin zur Ethik!

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Es geht weniger darum, wie Informationen deklariert werden, als was sie in uns auslösen. Die emotionale Wirkung gibt den Ausschlag, wie wir eine Information einordnen. Die gleiche Information kann beim einen 'positive' Gefühle auslösen, Freude oder Neugier, bei der andern gemischte und beim dritten 'negative' wie Furcht, Trauer oder Wut.
Die Information selber ist eine wertfreie Anordnung von Zeichen. Es ist ein Irrtum, zu glauben, wir könnten kognitiv irgendetwas von unserer Aussen- oder Innenwelt wahrnehmen, ohne dass nicht gleichzeitig immer auch eine emotionale Bewertung 'mitläuft', nur ist die häufig nicht im Fokus der Aufmerksamkeit.

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Caspar Humm
Rechtsanwalt. Vater. Bürger. etc.
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Zweifel: Sind erholte Raubtierbestände (Tiger, Buckelwale) wirklich 'good news'? Für wen? Sicher nicht für deren Beutetiere, vermutlich auch nicht für die diesen Spezies angehörigen Individuen selbst (Stichwort: Wild Animal Suffering, r-Selektion). Ähnliches gilt für mehr Menschen, die der Armut entronnen sind, mit Blick auf deren mutmasslich gesteigerten Konsum von tierischen Lebensmitteln, für deren Produktion andere Individuen grausam leiden werden. Was gilt uns als 'gut' - und aus welchen Gründen? Welchen Masstab legt die Republik für 'das Gute' an?

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Wie meinen Sie das, Herr Humm, dass das eine zweifelhafte Nachricht sei, wenn sich die Bestände von Buckelwal und Tiger erholen, zwei extrem bedrohte Tierarten? Beide pflanzen sich nicht per r-Selektion fort. Dass kleinere Tiere leiden, wenn sie Beute werden, ist sicher so, aber das geht ja hinunter bis zum Regenwurm, der vom Vogel aus der Erde gezogen und gefressen wird. Würden Sie es denn für naturgemässer halten, wenn Grosstiere durch menschliche Raubzüge und/oder Platzansprüche aussterben? Oder nur Fleischfresser? Mich würde interessieren, welchen Massstab Sie für 'das Gute' anlegen?

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Caspar Humm
Rechtsanwalt. Vater. Bürger. etc.
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Ich finde die Frage einfach interessant.
Zunächst: R-Selektion und K-Selektion sind nicht absolute, binäre Eigenschaften, sondern ein Spektrum. Wo genau Buckelwale und Tiger auf dem Spektrum liegen, weiss ich im Detail in der Tat nicht. Aber: Je näher sie an der K-Selektion sind (d.h. Weniger Individuen verhungern, verunfallen oder sterben an Krankheit oder Parasiten als Jungtier vor Geschlechtsreife), umso schlimmer eine grössere Population für die Beutetiere (weil: Langes Leben = mehr Futterbedarf). Je näher an der R-Selektion, um so schlimmer eine grössere Population für die Angehörigen dieser Spezies selbst.
Weiter: Erhalt aktuell bedrohter Arten ist meiner Meinung nach ein rein menschliches und rein ästethisches Anliegen. Interessant, dass wir das per se als 'gut' wahrnehmen. Aber: Warum eigentlich?
Drittens: Ja, das geht herunter bis zu Wirbellosen etc. Da die Zahlen hier gigantisch sind, ist deren (potentielles) Leid besonders relevant.
Mein eigentlicher Punkt ist aber: Wenn wir über 'gute' und 'schlechte' Neuigkeiten sprechen, müssen wir uns dann nicht Rechenschaft darüber ablegen: Gut für wen? Gut nach welchem Massstab für die 'Güte einer Sache'? Für mich ist es ein mehr oder weniger klassisch utilitaristischer Massstab: Weniger Leid ist besser, mehr Leid ist schlechter. Andere haben vieleicht eine andere Sicht ('gibt mir ein gutes Gefühl, also gut' oder 'bibelnah, also gut' oder 'nützt mir finanziell, also gut'). Irgendein Masstab liegt auch dem Artikel zu Grunde. Ich weiss nur nicht, welcher. Und das bringt mich ins Grübeln: Was für Nachrichten finden 'wir' gut - und weshalb?

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