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THOMAS GALLMANN
Praxispädiater
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Wir sind nicht mehr weit von einander entfernt. Das Missverständnis wäre dann, dass ich darauf hingewiesen habe, dass eine Wissenschaftlerin, in einem spezifischen Bereich Spitze sein kann und gleichzeitig von anderem weniger versteht. "Ankreiden" wollte ich gar nichts. Darauf hin weisen schon, weil auch solche Aussagen grosse Wirkung entfalten. Die zweite Aussage, die Sie von mir zitieren, ist nicht auf Prof. Drosten gezielt, sondern wollte ein Hinweis darauf sein, dass solche Situationen nicht selten sind.

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B. J.
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Das Missverständnis wäre dann, dass ich darauf hingewiesen habe, dass eine Wissenschaftlerin, in einem spezifischen Bereich Spitze sein kann und gleichzeitig von anderem weniger versteht.

Danke für den Austausch, ist für mich so geklärt. Im zitierten Punkt sehe ich nicht einmal ein Missverständnis, sondern gehe mit Ihnen einig. Aus meiner Sicht hat Drosten mit der Formulierung: aus Elternperspektive.... einfach gerade noch deutlich genug gemacht, dass er da eben nicht als Wissenschaftler redet und auch keine Empfehlung abgibt, sondern quasi als Vater sagt: mein Kind würde ich impfen.
'Ankreiden' entsprach für mich in etwa Ihren 'Parolen'. Der schriftliche Austausch ist gerade bei so spezialisierten Themen nicht ohne Tücken, aber wenn sich etwas klärt, hat man auch immer etwas dazugelernt. Finde ich zumindest. Also merci, auch an Herrn N.

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THOMAS GALLMANN
Praxispädiater
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Danke gleichfalls.

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B. J.
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Danke für Ihre Antwort. Wenn ich jetzt hier noch etwas dazu sage, ist die Diskussion völlig auseinandergerissen.
@ Kann die Redaktion die beiden Beiträge am richtigen Ort anhängen, oder sollen wir besser löschen und selber am richtigen Ort nochmals posten? Ich finds so schon schwierig, zusammengehörenden Diskussionsträngen zu folgen.
Nachtrag für Herr Gallmann: klicken auf das Auge macht Ihren Kommentar für andere unsichtbar. Sie könnten ihn kopieren und dann am richtigen Ort nochmals posten. Ich würde hier dann ebenfalls löschen und dann bei Ihnen anhängen.

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THOMAS GALLMANN
Praxispädiater
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oh sorry, da bin ich offensichtlich ungeschickt, bzw. habe die Darstellung auf Safari noch nicht durchschaut. Mir erscheint die Anordnung immer wieder überraschend... Wenn es die Redaktion kann, danke.

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Heute brachte die FAZ zwei Artikel zum Thema - und zitierte in beiden die Republik. Eine Anerkennung.

Im Artikel "Die Rache der Ideologen an der Virologie"...
https://www.faz.net/aktuell/wissen/…77805.html
... wird auf die falsche Balance der Meinungen eingegangen. Und heisst es: "Zum Konsens der Experten gehört freilich auch, dass die beiden Ursprungsthesen keineswegs gleichwertig durch die bisherigen Evidenzen gestützt werden. Als viel wahrscheinlicher gilt nach wie vor die aus den Sars-1- und Mers-Epidemien plausibel abgeleitete Überlegung, dass das Coronavirus aus Fledermäusen stammt und durch den engen Kontakt mit einem der vielen möglichen Überträger, von Zibetkatzen, Nagern über Marderhunde bis zu Schuppentieren, aus einer Tierfarm auf den Wildtiermarkt in Wuhan gelangte. Der WHO-Bericht lieferte hundertfach Daten und begründete Hinweise dafür. "

Krasser noch der Artikel "Welche Rolle spielte der Handel mit Wildtieren in China?"
https://www.faz.net/aktuell/politik…ml?premium
Dort heisst es unter anderem: "Warum aber haben die Wissenschaftler ihre Ergebnisse erst jetzt veröffentlicht, mehr als anderthalb Jahre nach dem Ausbruch? Der Grund ist offenbar die Angst von Wissenschaftlern vor einer Politisierung der Erkenntnisse. Der Mitautor Chris Newman von der University of Oxford sagte der F.A.Z., das Manuskript sei schon im April 2020 beim Magazin Conservation Letters eingereicht worden, wo es bis Oktober 2020 zweimal einer Prüfung durch Peer-Reviewer unterzogen wurde. „Am Ende entschieden sie, dass sie es für unangebracht halten, sich in die Kontroverse über den Ursprung von Covid-19 einzuschalten.“ Mitautorin Christina Büsching findet das „ungeheuerlich“. "
Man glaubt es nicht: ein wissenschaftlicher Artikel betreffend Herkunft aus dem Wildtierhandel wird aus politischen Gründen rund anderthalb Jahre lang unterdrückt. (In Zeitungen haben die Zwischentitel eine andere Funktion als in einer wissenschaftlichen Arbeit oder einem Buch. Darum vom Zwischentitel nicht irreführen lassen und den ganzen Artikel lesen.)

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B. J.
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Der zweite Artikel ist Premium-Inhalt, aber die zitierte Arbeit ist öffentlich zugänglich: Animal sales from Wuhan wet markets immediately prior to the COVID-19 pandemic.
Das mit der unterschiedlichen Funktion von Zwischentiteln würde mich noch interessieren, da der FAZ-Artikel von Nicht-Abonent*innen eben nicht gelesen werden kann.

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Immer wieder stutze ich bei der Lektüre von Zeitungsartikeln, weil nach einem Zwischentitel nicht das kommt, was man erwarten würde. So auch im FAZ-Artikel.

Der Zwischentitel lautet: "Laborthese wird wieder Beachtung geschenkt"
Daran schliesst der folgende Text an, den ich bereits zitierte: "Warum aber haben die Wissenschaftler ihre Ergebnisse erst jetzt veröffentlicht...?"

Wer den Text davor übersprungen hat, könnte das Gegenteil dessen verstehen, was im Artikel steht. Vor dem Zwischentitel steht:
Teaser: "Eine Studie widerspricht dem Wuhan-Bericht der WHO über die Zustände auf dem Huanan-Markt. Warum aber haben die Wissenschaftler ihre Ergebnisse erst jetzt veröffentlicht? Wir haben sie gefragt."

Text: "Bisher gab es nur Anekdoten über die grausamen Zustände auf den Tiermärkten in Wuhan vor dem Ausbruch der Pandemie. Nun belegt eine Studie, dass illegaler Wildtierhandel dort allgegenwärtig war. International geschützte Arten wie Sibirische Wiesel seien offen angeboten worden, schreiben Wissenschaftler aus China, Kanada und Großbritannien in dem Papier, das in dieser Woche in der Zeitschrift Nature erschienen ist.//
Fast ein Drittel der untersuchten Säugetiere hätten Wunden von Schüssen oder Fallen erlitten, was darauf hinweist, dass sie gewildert wurden. Die hygienischen Bedingungen waren zudem so, dass sie einen Übersprung des SARS-CoV-2-Virus zumindest möglich erscheinen lassen. „Fast alle Tiere wurden lebend verkauft, in übereinandergestapelten Käfigen und in schlechtem Zustand“, heißt es in dem Papier. „Die meisten Geschäfte boten Schlachtdienste an, die vor Ort durchgeführt wurden.“//
Keine Pangoline und Fledermäuse//
Die Studie wirft nicht nur die Frage auf, ob illegaler Wildtierhandel beim Ausbruch der Corona-Pandemie eine Rolle gespielt hat. Sie widerspricht in einigen Punkten auch den Ergebnissen der Mission der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Wuhan. In deren Abschlussbericht heißt es unter Berufung auf chinesische Stellen: „Kein illegaler Handel mit Wildtieren wurde festgestellt.“ Weiter steht dort, es seien keine bestätigten Berichte gefunden worden, dass im Jahr 2019 lebende Säugetiere auf dem Markt verkauft wurden. Zudem fehlt in dem WHO-Bericht die Information der Nature-Studie, dass auch Marderhunde und Nerze in Wuhan gehandelt wurden. Von ihnen weiß man, dass sie als Reservoir für SARS-CoV-2 dienen können.//
Zu ihren Ergebnissen kamen die Wissenschaftler durch eine Routineuntersuchung. Einer der Autoren hat zwei Jahre lang monatlich jene 17 Marktstände untersucht, die in Wuhan mit Wildtieren handelten. Natürlich wusste der Wissenschaftler der China West Normal University in Nanchong damals noch nichts von SARS-CoV-2. Er war auf der Suche nach dem Ursprung eines SFTS-Virus, das von Zecken übertragen wird, und beendete seine Nachforschungen erst, als der Huanan-Markt wegen des Corona-Ausbruchs geschlossen und der Handel mit Wildtieren verboten wurde.//
Was er in den Marktständen vorfand, wird dennoch relevant sein für die Frage nach dem Ursprung des Coronavirus. Unter anderem heben die Forscher hervor, dass in Wuhan nach ihren Erkenntnissen keine Pangoline oder Fledermäuse verkauft wurden."

Dann kommt der besagte Zwischentitel.

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Anonym 9
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Liebe Verlegerinnen, liebe Republik-Redaktion. Ist zwar nicht vom offiziellen Wahrheitsministerium (correctiv & co.), mich würde trotzdem interessieren, was Sie zu diesem "Faktencheck" zu sagen haben. Bin gespannt.

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Christof Moser
Chefredaktion
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swprs ist eine anonyme und daher nicht belastbare Quelle. Und der sogenannte "Faktencheck" erstaunlich harmlos.

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Anonym 9
/| -_- |\
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Mal abgesehen davon, dass diese nicht belastbare Quelle Verlinkungen zu Original-Publikationen (nicht anonym) entählt bin ich beruhigt und verlasse mich weiterhin auf die belastbaren Quellen wie z.B. NYTimes, die ja dazumals nicht die Lüge von Saddam's angeblichen WMDs verbreitet haben. Oh wait ...

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(durch User zurückgezogen)

Können sie ihre verklausulierte Satz betr. der unbeugsamen Gallier erläutern?
Wie kann es sein dass sie von diesen neuartigen Impfstoffen sprechen, als wären sie wie die gewöhnlichen Impfstoffe hergestellt worden. Und wie wenn sie die normalen Tests durchlaufen hätten. Ist es nicht so dass es sich genau genommen nicht um einen Impfstoff handelt sondern dass versucht wird die Zellen umprogrammiert werden damit sie sich gegen das Virus wehren können? Ist es nicht so dass für diese Impfstoffe ein verkürztes testverfahren mit Ausnahmegenehmigung verwendet wurde? Man kann nur hoffen, dass es keine bösen Überraschungen gibt.

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S. C. S.
Daten- und Naturwissenschaftler
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Wie kann es sein dass sie von diesen neuartigen Impfstoffen sprechen, als wären sie wie die gewöhnlichen Impfstoffe hergestellt worden.

Ist es nicht so dass für diese Impfstoffe ein verkürztes testverfahren mit Ausnahmegenehmigung verwendet wurde?

Weil sie im Wesentlichen wie gewöhnliche Impfstoffe hergestellt und regulär zugelassen worden sind. Der wesentliche Unterschied war die gestaffelte Durchführung der Zulassungsstudien. Normalerweise warten die Hersteller aus finanziellen Gründen mit einer Phase, bis die Resultate der vorherigen Phase ausgewertet wurden. Hier wurde das Risiko, die nächste Phase zu starten und dann abbrechen zu müssen, weil in der vorherigen entweder eine zu tiefe Wirksamkeit oder gravierende Nebenwirkungen gezeigt wurden, durch staatliche Investitionen gedeckt. In einigen Ländern gab es Notfallzulassungen, aber nicht in der Schweiz.

Ist es nicht so dass es sich genau genommen nicht um einen Impfstoff handelt [...]

Die Bezeichnung Impfstoff ist angebracht, da das Immunsystem dadurch mit einem Antigen konfrontiert wird, das im neuen Coronavirus vorkommt.

Ist es nicht so [...] dass versucht wird die Zellen umprogrammiert werden damit sie sich gegen das Virus wehren können?

Die Zellen werden nicht umprogrammiert (das würde eine bleibende Veränderung an der Zelle bedingen). Ribosomen (Organellen in der Zelle) lesen mRNA und stellen anhand dieses Bauplans oder Programms ein Protein her. Was danach geschieht, hängt davon ab, um welches Protein es sich handelt. Im Falle der Impfung handelt es sich um das Spike-Protein, das an der Oberfläche des neuen Coronavirus vorkommt und diesem erlaubt, in menschliche Zellen einzudringen, indem es an Rezeptoren, die sich aussen an menschlichen Zellen befinden, bindet. Da dieses nackte Protein in einer Zelle nichts macht, wird es nach einiger Zeit vom Immunsystem beseitigt, wie alles, was irgendwie unnötig in den Zellen herumschwirrt. Auch die mRNA zerfällt nach einiger Zeit und wird beseitigt. Die Ribosomen können nachdem sie diese Arbeit verrichtet haben oder zwischenzeitlich weiterhin andere von der Zelle benötigte Proteine anhand körpereigener mRNA herstellen. Die bleibende Veränderung geschieht nicht an der Zelle, sondern im Immunsystem, da dieses typischerweise Antikörper gegen das Spike-Protein bildet (allerdings wissen wir noch nicht, wie lange diese im Körper bleiben, aber zumindest ein paar Monate tun sie das typischerweise).

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Danke für Ihre sachlichen Antworten. Ich hoffe es ist und bleibt so eindeutig und klar wie sie es schreiben.

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A. Z.
System Engineer
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Sehr gutes Interview. Zudem habe ich noch ein paar Sachen dazugelernt. Genau so mag ich das von der Republik.

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Ich finde ihn spitze. Prof. Drosten erklärt einfach und verständlich, mit einer Nüchternheit die ich mag.

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THOMAS GALLMANN
Praxispädiater
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Herzlichen Dank für dieses interessante Interview. Sehr gute Fragen.

Trotzdem möchte ich zu den Aussagen von Prof. Drosten einen Kommentar geben.
Auch Drosten bewegt sich in seiner Blase. Es scheint ihm auch etwas in den Kopf gestiegen zu sein. Skepsis ist eigentlich in der Wissenschaft eine Grundbedingung und allwissend aufzutreten eher verdächtig.

Aufgefallen ist mir insbesondere, dass Dorsten im Bereich seiner grössten Kompetenz vorsichtig formuliert, z.B. «Diese Idee eines Forschungs­unfalls ist für mich ausgesprochen unwahrscheinlich».

Dort wo er weniger versteht, verkündet er Parolen, insbesondere was die Kinder betrifft. Aus zuverlässigen pädiatrisch-infektiologischen Quellen weiss ich
• Dass sich das Immunsystem von Kindern von den Erwachsenen wesentlich unterscheidet und dass deshalb Analogieschlüsse nicht immer zutreffen.
• Dass sich Kinder gleich oft infizieren wie Erwachsene, aber sehr selten erkranken und vor allem fast nie schwer. Einfach "eine Studie" zu zitieren über Long Covid bei Kindern ist nahe am Klatsch Niveau.
• Dass es keine Daten gibt, ob die Impfung gegen «das sogenannte Multi­system-Inflammations­syndrom» überhaupt schützt. Also ist Drostens Aussage hier überhaupt nicht wissenschaftlich abgestützt. Da das in der Schweiz PIMS (Pädiatrisches multisystemisches inflammatorisches Syndrom) genannte Syndrom noch sehr wenig verstanden ist, wäre auch die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, dass es nach Impfung sogar vermehrt auftreten könnte.

Vielleicht wären doch Wissenschaftler vorzuziehen, die sich nur zu den Fakten äussern, die sie wirklich überblicken. Diese sind – in der Natur der Sache, wie eben Forschung funktioniert – immer umschrieben und nicht allgemeingültig.

Damit relativiert sich auch seine Haltung zu den Menschen anderer Meinung. Respekt ist nie falsch, auch wenn man die andere Meinung nicht teilt bzw. nicht versteht. Am Schluss muss ja die Gesellschaft einen guten Weg finden und nicht die wissenschaftliche Blase.

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Danke für diese differenzierte Entgegnung. Sie ist für mich vorbildlich.

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B. J.
· editiert

Bei dem Abschnitt über Kinder habe ich auch einen Moment gestutzt, und ich gehe mit Ihnen einig, dass Drosten hier etwas grenzwertig argumentiert. Von Long Covid spricht er aber nicht, nur über Befunde einer Studie nach vier Wochen. Aus der Aussage

Aus Eltern­perspektive wäre mein Kind geimpft. Klarer Fall. Dieses Risiko möchte ich nicht.

Respektlosigkeit vor Menschen anderer Meinung abzuleiten, finde ich allerdings etwas gewagt. Drosten deklariert die Aussage klar als seine Ansicht und nicht als wissenschaftliche Aussage: aus Elternperspektive. Dass die Aussage in einem Kontext fällt, wo er als Wissenschaftler gefragt ist, finde ich persönlich auch etwas heikel, aber er stellt das eben auch klar: aus Elternperspektive. Wie er da die Risiken einschätzt, liegt genauso in seinem Ermessen wie in demjenigen aller anderen Eltern. Empfehlungen gibt er keine ab. Erst damit würden mMn tatsächlich Grenzen überschritten.

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L. N.
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Ja, wenn Sie als Expertin gefragt werden, können Sie immer eine differenzierte Aussage treffen, mit der am Ende niemandem geholfen ist.
Es gibt in meiner - beruflichen - Erfahrung wenig nervigeres und unhilfreicheres als Experten, die sich nicht festlegen können bei einer konkreten Fragestellung.

Insofern finde ich es genau richtig, wie er geantwortet hat: Es gibt die und die Studien dazu und die und die Risiken. Das kann man dann Einschätzen wie man will, ich persönlich würde für mein Kind SO entscheiden.

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THOMAS GALLMANN
Praxispädiater
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Danke für die Antwort. Zum Thema Respekt habe ich mich nicht klar genug ausgedrückt. Ich beziehe mich da auf die Aussagen zu "false balance" bzw. auf die implizite Annahme, dass es eine richtige (Meinung, Version, Balance oder what ever) gebe. Das verneint alle noch bestehende Unsicherheiten und die Tatsachen, dass in der menschlichen Gesellschaft viel irrationales (oft völlig akzeptiert) vorkommt und dass die Handlungen der Menschen immer komplexe Ursachen haben. In der Schweiz hatten wir ja ähnliche Polarisierungen zwischen Executive und einigen (besonders narzistischen?) Exponenten der Task Force. Die Task force leistete und leistet ja hochprofessionelle notwendige und gute Arbeit. Dass einzelne Mitglieder daraus aber direkte Handlungsempfehlungen ableiteten und öffentlich propagierten, entspricht meiner Meinung nach nicht wissenschaftlicher Tätigkeit. Und hatte eben auch diesen Stil, der andere Meinungen als minderwertig disqualifizierte. Diese Leute sind Spitze auf ihrem Gebiet. Aber eben auch hochspezialisiert. Das ist nicht die einzige Art, Probleme anzugehen.

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M. J.
Kritischer Beobachter und Fragesteller
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Vielen Dank der Republik für das interessante Interview. Alleine die Erläuterung der false balance Problematik durch Herrn Drosten macht es bereits lesenswert!

Was mich jetzt aber wirklich irritiert: Y. T. (Danke!) hat heute morgen dazu im Blog einen Link zu einem sehr ausführlichen und faktenreichen Aufsatz gepostet der zu einem anderen Schluss kommt:
https://github.com/phranck/Der-Ursprung-von-COVID (Originaltext in Englisch: https://thebulletin.org/2021/05/the…-at-wuhan/)

Ich bin nicht vom Fach und somit auch keine Referenz. Trotzdem habe ich den Eindruck dass der Autor, Nicolas Wade, ein Wissenschaftsjournalist der für Nature, Science und seit vielen Jahren auch für die NYT arbeitet, sehr wohl weiss von was er hier schreibt.

Zurück zu meiner Irritation: Wieso erhält Y. T. so viele Downvotes für seinen Link ohne dass sich auch nur eine Person die Mühe gibt ihre Ablehnung zum Wade Aufsatz zu erläutern?
Darum und weil das Thema einfach zu wichtig ist: Ich möchte fachlich kompetente Leser die den Wade Aufsatz gelesen haben bitten, ihre Meinung darüber hier kundzutun.

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Danke für Ihren Beitrag. Bevor ich jetzt hier in eine Ecke gedrängt werde: Ich stehe politisch eher mitte-links und habe mit Verschwörungstheorien absolut nichts am Hut.

Meiner Meinung nach hat das Statement der Virologen zu Beginn der Pandemie die öffentliche Meinungsbildung nachhaltig geprägt. Es war eigentlich viel zu früh, um bereits zu wissen, dass das Virus einen natürlichen Ursprung hat. Dieses Vorgehen ist fern vom wissenschaftlichen Vorgehen. Es gibt Grund zur Annahme, dass die betroffenen Wissenschaftler von Herr Peter Daszak unter Druck gesetzt oder beeinflusst wurden. Schliesslich entkräftet der oben verlinkte Aufsatz die Argumentation, dass es zu aufwändig gewesen wäre, das Virus künstlich herzustellen.
Trotzdem: Vielleicht war es positiv, dass man sich vorerst nicht um den Ursprung, sondern um die Eindämmung des Virus konzentrierte. Mittlerweile sieht die Situation aber besser aus und die nächsten Fragen sollten lauten: Was lernen wir für die Zukunft?
Aber hier machen wir schon den nächsten Fehler. Nicht nur in diesem Forum wird die Laborthese sehr schnell in die Verschwörungsecke gestellt. Wir können das Risiko einer Pandemie nicht beseitigen, aber wir können es definitiv reduzieren, indem wir aus der Vergangenheit lernen. Es ist meiner Meinung nach absolut fahrlässig, wenn wir hier nicht alle Thesen berücksichtigen und uns stattdessen nur auf eine fokussieren.

Unabhängig davon, ob das Virus aus dem Labor entwichen ist oder ob es einen natürlich Ursprung hat, muss das Thema Gain-of-Function viel breiter diskutiert werden. Nebst der unethischen sowie ökologisch sinnlosen Massentierhaltung stellt das meiner Meinung nach das grösste Risiko für die nächste Pandemie dar.
Wenn die virologische Gemeinschaft hier keine Initiative zeigt, dann muss die Öffentlichkeit einbezogen werden. Sie ist es nämlich, die das Risiko ungefragt in Kauf nehmen MUSS.
Konkrekt sollte es um folgende Fragen gehen:

  • Überwiegt der Nutzen das Risiko bei der Gain-of-Function Technologie?

  • Wenn der hypothetische Nutzen wirklich so hoch ist, sollten wir die Sicherheitsbedingungen nicht stärker weltweit regulieren und sicherstellen, dass es auch eingehalten wird?

Dazu zitiere ich vom oben verlinkten Aufsatz:
‚Die Forscher waren nicht gegen die untersuchten Viren geimpft, und sie arbeiteten unter den minimalen Sicherheitsbedingungen eines BSL2-Labors.‘

Ich empfehle absolut jedem, der sich unvoreingenommen für den Ursprung des Virus interessiert und keine Lust auf die nächste Pandemie hat, den oben verlinkten Aufsatz zu lesen.

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M. J.
Kritischer Beobachter und Fragesteller
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Vielen Dank für Ihren Beitrag, ich sehe es genauso. Es wäre wirklich interessant zu erfahren wie Ch. Drosten den Wade Aufsatz beurteilt.

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J. W.
Muttersprache NL
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Sie haben absolut recht Frau/Herr Mensch, dass die Gain-of-Function Technologie sehr genau untersucht werden muss und die Sicherheitsbedingungen reguliert werden MÜSSEN.
Nach dem Lesen des von Herrn J. empfohlenen Artikels bin ich mehr denn je der Meinung, dass wir Menschen extrem anmassend sind in der Art und Weise wie wir über Genmanipulationen denken und wie wir damit umgehen. Danke für Ihren Kommentar.
PS Natürlich bin ich nicht fachlich kompetent, wünsche mir lediglich, dass dieser Link zur Kenntnis genommen wird.

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B. J.
· editiert

Ihr Kommentar wäre weit überzeugender, wenn Sie ihn unter Ihrem echten Namen bringen würden. Zum Inhalt:

Wenn die virologische Gemeinschaft hier keine Initiative zeigt, dann muss die Öffentlichkeit einbezogen werden.

Die Öffentlichkeit einbeziehen in ein hochspezifisches Wissenschaftsthema, dem Umbau von Viren?
Was geschieht, wenn man ungeordnet und offensiv mit Themen an die Öffentlichkeit drängt, die deren Mehrheit mangels Fachkenntnissen gar nicht beurteilen kann, haben wir ja bei der Bekämpfung der Pandemie schon gesehen: Kakophonie, alle schreien durcheinander, jede*r weiss es besser als die andere, und Verschwörungstheorien schiessen ins Kraut. Bringen tut das ausser einer Menge Verletzung im Zwischenmenschlichen kaum jemandem etwas. Ausser natürlich den Betreibern der diversen Plattformen. Wenn Einbezug der Öffentlichkeit, dann aus meiner Sicht eher in Form eines durchdachten und gut strukturierten wissenschaftsgeleiteten Informationsgefässes.
Dass Virolog*innen eher ihnen günstige Hypothesen favorisieren, genau wie Journalist*innen, Psycholog*innen oder Inhaber*innen von Grosslabors, das zu wissen und zu relativieren, gehört mMn zum gesunden Menschenverstand.
Das Geschrei, das jetzt um die Herkunft der Viren gemacht wird, hat aus meiner Sicht zu einem guten Teil damit zu tun, dass Trump die Laborhypothese vertreten hat. Und jetzt gehts eigentlich um die Frage, ob er vielleicht doch recht gehabt haben könnte. Wie wenn das irgendeine Rolle spielen würde. Dass gegebenenfalls auch ein blindes Huhn einmal ein Korn finden kann, ist ja nicht wirklich etwas Neues.
Den international tätigen Virolog*innen traue ich zu, dass sie in ihrem Einflussbereich für angemessene Sicherheitsbedingungen einstehen.
Denn das WIR irgendeinen Einfluss auf die Bedingungen hätten, unter denen kommerziell geführte virologische Labors in China arbeiten, das glauben Sie doch selber nicht.

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B. J.
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Ich bin weder Virologin noch Biologin und damit fachlich nicht kompetent, aber ich finde, eine anständige Frage verdiene eine anständige Antwort. Ich habe mir den Artikel also zu Gemüt geführt, auch weil es regnet und ich Zeit habe, und schildere gerne, was mir beim Lesen durch den Kopf ging.
Als erstes: ich habe ihn herauskopiert und die Wörter zählen lassen: es sind 10904 Wörter auf 21 Seiten, also wirklich ein seehr langer Text voller Fachchinesisch und entsprechend mühsam zu lesen. Ich vermute, das schon das allein für einige Abwärtspfeile reicht. Die normalsterbliche Voter*in hat es ja gerne bequem ^^
Als zweites: die Quintessenz fasst Drosten aus meiner Sicht im Interview mit einer Auslassung elegant und besser verständlich zusammen:

Und jetzt ist Sars zurückgekommen.
Wie ist es zurück­gekommen?
Es gibt verschiedene Hypothesen. Das ist ja in den Medien gerade wieder ein grosses Thema.
Da gibt es ja die These: Dieses Virus könnte aus einem Labor entwichen sein. Dafür spricht, dass Sars-2 für den Menschen besonders ansteckend ist. Bis jetzt kann man nicht erklären, wie es mittels natürlicher Selektion dazu kam. [...] Dann gibt es die These, dass das Virus auf chinesischen Pelz­farmen mutiert ist. Herr Drosten, woher kam dieses Virus?
Ich denke auch in die Richtung der Pelz­industrie. Diese Labor­hypothese, die gibt es natürlich. Wenn man diese rein technisch betrachtet, wenn man einfach das Genom anschaut, ist das im Rahmen des Möglichen.
[...]
Was ist für Sie das Plausibelste?
Karnivoren­zucht. Die Pelzindustrie.
Warum?
Ich habe dafür keinerlei Belege [...]

Der verlinkte Artikel favorisiert die Laborhypothese, kommt aber zum gleichen Schluss, dass belastbare Belege für das eine wie für das andere fehlen.
Am besten gefällt mir persönlich der Schlusssatz:

"Die Wahrheit ist die Tochter", sagte Francis Bacon, "nicht der Autorität, sondern der Zeit."

Geben wir die den Fachleuten, die nach Erklärungen suchen, und spielen wir ihre eventuell entgegengesetzten Hypothesen nicht gegeneinander aus. Das kostet eine Menge Zeit, bringt nicht viel und spielt für unseren praktischen Alltag keine Rolle ^^

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M. J.
Kritischer Beobachter und Fragesteller
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Danke Frau J. dass Sie sich aufgrund meines Postings die Mühe gemacht haben den in meinen Augen sehr wichtigen Wade Aufsatz zu lesen.
Wenn ich Sie richtig verstehe sind Sie der Meinung dass wir uns keine Sorgen machen sollten, die Fachleute würden es schon richten. Ich sehe es entschieden anders und teile die Meinung von anderen kritischen Lesern dass auch Drosden zu hinterfragen ist. Was aber nicht zwingend gleichzusetzen ist mit einer grundsätzlichen Ablehnung seiner Positionen und schon gar nicht der Verleugnung seiner Verdienste in der Pandemie.

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J. W.
Muttersprache NL
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· editiert

Ich habe nicht viel Zeit war aber einig mit Frau J., dass eine anständige Frage, eine anständige Antwort verdient. Aus diesem Grund habe ich den Artikel lediglich überflogen.
Ohne als Laie beurteilen zu können, ob der Verfasser irrtümlich etwas übersieht, finde ich doch, dass seine Erläuterungen unbedingt zur Kenntnis genommen werden müssen.
Er hat meinen Verdacht bestätigt, dass Manipulationen an DNA unheimlich gefährlich sind und dass diese erst noch oft ohne den nötigen Sicherheitsmassnahmen durchgeführt werden. (Wenn es überhaupt möglich ist genügend zu sichern, was ich bezweifle.)
Fazit: Alle von uns sollten so viel wie möglich Bescheid wissen über GAIN-OF-FUNCTION RESEARCH. Und noch wichtiger:
Wir Menschen sind verheerend anmassend geworden.
Danke Frau J. für den Hinweis.

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Zur false balance: Drosten meint, dass verhältnismässig zu viele Personen aus der Wissenschaft breites Gehör finden, die sich nicht im wissenschaftlichen Mainstream bewegen. Mainstream heisst hier für mich: grosse Corona-Gefahr, Alarmismus, alles runterfahren; noch nicht öffnen, weil zu hohes Risiko; Impf-Turbo. Siehe Task Force Schweiz nach ersten Öffnungsschritten des Bundesrates. Aber auf welcher öffentlichen Plattform bewegten und bewegen sich denn diese wenigen Wissenschafter? Ich nehme da eine Mainstream-Meinung wahr. Mit kleinen Abweichungen. Vielleicht verpasse ich da etwas.

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A. Z.
System Engineer
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Da haben Sie etwas völlig falsch Verstanden.
Drosten sagt die Mehrheit der Wissenschaft war sich über ein Thema einig, muss dann aber in den Medien gegen die Minderheit argumentieren. Dadurch entsteht der Eindruck als gäbe es noch keinen Wissenschaftlichen Konsens.
So etwa auch schon geschehen beim Klimawandel.

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Nein, ich habe es nicht völlig falsch verstanden: In welchen Medien müssen sie gegen welche Minderheit argumentieren? Ich habe von diesen Minderheits-Stimmen nichts mitbekommen.

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Meine momentane Sorge für die Situation in der Schweiz ist genau die Folgende: "Die Kunst ist jetzt, die Massnahmen nicht zu schnell zurückzufahren, sonst schlägt es auch wieder exponentiell zurück."
Schliesslich werden Ende Juni die Mehrheit der Bevölkerung noch nicht die Möglichkeit gehabt haben sich voll impfen zu lassen.
Ich hoffe der Bundesrat macht das was er anschliessend äussert: "Sondern das mit einem gewissen Augen­mass zu tarieren. Das muss natürlich die Politik machen, welche ja nicht rein wissenschafts­basiert agiert, sondern in einem gewissen Ziel­kompromiss"

Ausserdem war es als Coronavirus Update Vielhörer durchaus interessant mal ein Interview mit ihm in schriftlicher Form zu Gemüte zu führen.

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Schön, dass wir den deutschen Alarmisten auch hier wieder etwas Gehör verschaffen - nicht dass wir noch vergessen, dass immer noch Pandemie ist!

Ich hoffe die Leserschaft macht sich drum nun nicht allzu grosse Sorgen um ihre Kinder - das "jetzt wo wir alle geimpft sind kommen die Kinder dran"-Thema scheint in der Deutschen Ecke ja gerade in zu sein.

Erstaunlicherweise "debunkt" die deutsche Bild: https://www.bild.de/ratgeber/2021/r….bild.html

„Wir betreuen kein einziges Kind mit Langzeitfolgen aus einer Covid-Erkrankung“, sagt Maske.

Und:

[...] Das sind weniger als 0,01 Prozent aller in Deutschland lebenden Kinder in dieser Altersgruppe.

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Schade eigentlich, dass Sie das durchaus diskussionswürdige Thema Covid-Impfung bei Kindern mit solch einem polemischen Satz einleiten.

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Ja wenn Sie's bei mir kleinem Kommentarschreiber schon schade finden, dann sollten Sie's bei weltbekannten "Experten" und "Entscheidungsträgern" wohl noch schader finden.

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A. G.
· editiert

Vielen Dank für diesen Artikel! Nur eine (naja, eigentlich 3) Frage: Warum habt ihr es als nötig befunden, gleich 3 Reporter*innen zu diesem Interview zu schicken? Kann man in so einer Konstellation gewinnbringend und effizient zusammenarbeiten - und wie funktioniert das? Merci & Herzliche Grüsse

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ohne einer antwort des «expeditions-teams» vorgreifen zu können oder zu wollen, alice, denke ich an zwei ausreichende gründe: es dient der gegenseitigen kontrolle des confirmation bias, und ist ein ausdruck des respekts vor dem interview-partner, der sich wohl – wenn man seine regen presse-aktivitäten im vergangenen jahr verfolgt hat – im mehr-augen-gespräch deutlich wohler fühlt als in einer eins-zu-eins verhör-situation.

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Ich finde die Frage von Frau G. interessant. Dass man mehr als einen Interviewer hat und vor allem das Gespräch mit mehreren Personen vorbereitet, vielleicht sogar in der ganzen Redaktion vorher bespricht oder die Fragen vorstellt, das kann ich mir vorstellen. Ich kann mir auch vorstellen, dass man zu dritt noch mehr rausholen kann als zu zweit.
Wir haben ja das Privileg, mit den Redaktorinnen in Kontakt treten zu können. Daher kann man ja nachfragen.

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Giusep Nay
ehem. Bundesgerichtspräsident
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Das ist nun wirklich ein hochinteressanter und sehr informativer Artikel, der für mich so umfassend ist, dass er auch überzeugt. Die Republik sollte wegen dessen Länge jedoch unbedingt in einer Zusammenfassung die für jeden verständliche Bergündungslinie für die auf die alle beschäftigende Frage "Höhle oder Labor" gegebene Antwort publizieren.
Ich sehe es ganz kurz so, wenn ich alles noch richtig in Erinnerung habe: Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Sars-1 von der Fledermaus über Marderhunde im Markt mit deren Pelzen in China auf den Menschen übersprang. Für Sars-2 ist der gleiche bzw. ein ähnlicher Weg über Tiere auf den Menschen sehr wahrscheinlich. Das wurde aber bisher nicht untersucht, so dass es noch nicht bewiesen ist, sollte jedoch gemacht werden.
Die These eines Laborunfalls oder einer bewussten geheimdienstlichen Manipulation ist aus praktischen pragmatischen Gründen ausgeschlossen, weil die Züchtung eines Virus wie das Sars-2 im Labor nach heutigem Stand der Wissenschaft gar nicht möglich ist und so dieser These der Boden von vorne herein der Boden entzogen ist. Das übersehen oder blenden die Medien aus, wenn sie beide Thesen als gleichwertig diskutieren.
Der Grund dafür liegt in einer false balance, die Drosten so beschreibt: "Okay, hier ist eine Mehrheitsmeinung, die wird von hundert Wissenschaftlern vertreten. Aber dann gibt es da noch diese zwei Wissenschaftler, die eine gegenteilige These vertreten. In der medialen Präsentation aber stellt man dann einen von diesen hundert gegen einen von diesen zweien. Und dann sieht das so aus, als wäre das 50:50, ein Meinungskonflikt. Und dann passiert das, was eigentlich das Problem daran ist, nämlich dass die Politik sagt: «Na ja, dann wird die Wahrheit in der Mitte liegen.» ... Dann kommt dieser Kompromiss in der Mitte zustande, der zu einer halbherzigen Lösung führt. Und die verzeiht dieses Virus echt nicht."

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Herr Nay, ich finde Ihre Zusammenfassung eigentlich eine gute Idee, aber im Resultat haarsträubend. Nach meinem Verständnis enstehen dadurch Aussagen und Verknüpfungen, die so nicht im Interview stehen.

In Ihrer Zusammenfassung lese ich, dass es zwei Thesen ("Höhle oder Labor") gibt. Eine ist so dargestellt, dass es nach heutigem Stand der Wissenschaft die Züchtung des Virus wie das Sars-2 im Labor gar nicht möglich sei. Das ist eine grobe Verfälschung des Zitats von Drosten (wurde unten schon von B. J. erläutert).

Danach wird die False Balance - für mich eine der spannendsten Aussagen des Interviews - auschliesslich auf den Umgang der Medien mit den von Ihnen erwähnten zwei Thesen reduziert.
Das ist für mich eine unzulässige Verkürzung und verfälscht die Aussage von Drosten. False Balance.

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Giusep Nay
ehem. Bundesgerichtspräsident
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Da ich zu all dem bereits Stellung genommen habe, erlaube ich mir, sie darauf zu verweisen.

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Marie-José Kolly
Journalistin mit 💕 für Daten
·
· editiert

Herr Nay: wenn Sie schon zusammenfassen möchten, dann bitte auch korrekt zitieren.

Erstens: Erwiesen ist weder ein natürlicher Ursprung noch ein Labor-Ursprung.

Zweitens: Herr Drosten sagt explizit, « im Rahmen des Möglichen [hervorhebung von mir] » seien beide Hypothesen, der natürliche Ursprung wie der Ursprung im Labor. Und legt dann dar, was er weshalb als wie wahrscheinlich erachtet.

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Giusep Nay
ehem. Bundesgerichtspräsident
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Da zitieren sie mich unkorrekt. Von erwiesen schreibe ich nur in Bezug auf Sars-1!

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Sehr geehrter Herr Nay,
wenn Sie als ehemaliger Bundesgerichtspräsident sich zur Aussage versteigen, "die Züchtung eines Virus wie das Sars-2 im Labor sei nach heutigem Stand der Wissenschaft gar nicht möglich", dann ist das gelinde und höflich formuliert fahrlässig. Bevor Sie falsche Urteile fällen, sollten Sie sich zuerst bemühen - zB bei pubmed: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/?term=zheng-li+shi - die vielen Studien aus dem Labor in Wuhan zu studieren. Dabei könnten Sie Schwarz auf Weiss nachlesen, wie eben genau derartige SARS-CoV-2-Chimären bereits vor mehr als zehn Jahren 'zusammengebastelt' wurden, um damit 'gain of function' Studien zu betreiben.
Dieser wissenschaftliche Sachverhalt und für Sie als ehemaligen Bundesgerichtspräsidenten möchte ich gar von einem 'Tatbestand' sprechen, begünstigt durchaus die These eines Laborunfalles. Auch die Tatsache, dass die Datenbanken mit den unzähligen erfassten Fledermausviren von den Chinesen gesperrt wurde, lässt vermuten, dass da etwas nicht an die Öffentlichkeit gelangen darf.
Die Antithese zum Laborunfall liefern übrigens Robert Garry et al, welche mit Hilfe der Genanalyse nachweisen, dass die A- und B-Viruslinien zwei verschiedenen Tiermärkten zugeordnet werden können. Die wissenschaftliche Studie können Sie ebenfalls bei pubmed nachlesen: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32284615/
Meines Erachtens ist es für eine abschliessende Synthese zu früh und ehrlich gesagt befürchte ich, dass eine solche nie möglich sein wird ...
Mit freundlichen Grüssen in den Sonntag!

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Giusep Nay
ehem. Bundesgerichtspräsident
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Ich zitiere Drosten, weshalb sie diesem antworten müssten!

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... ein in vielerlei Hinsicht interessantes Interview.
Die Gegenargumente finden sich hier: https://github.com/phranck/Der-Ursprung-von-COVID

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Stimme Ihnen zu, Herr T.; ich bin auf diesem Gebiet absoluter Laie und deshalb froh um fundierte Meinungen und Gegenmeinungen. Wäre interessant zu vernehmen, wie sich Chr. Drosten dazu stellt (ihm dürften die geschilderten Sachverhalte vermutlich bekannt sein).

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(durch User zurückgezogen)

Danke für diesen im positiven Sinne ernüchternden Beitrag. Danke, dass die Republik mit dem vielen Unsinn über die Herkunft von Corona aufräumt. Schon langsam verzweifelt habe ich mehrfach mit denn nachfolgenden FAZ Podcasts hausiert, welche das Thema schon vor einem Jahr abhandelten, das zurzeit als Faulgas-Blase aus dem rechten Sumpf hochblubbert:

-- Zunächst ist da der Podcast, ob das Virus von Tieren komme. Kompetent und verständlich wird dargelegt, dass es praktisch sicher so ist. Genau wie Prof. Drosten argumentieren die Podcaster, dass eine Erbgutmanipulation sehr unwahrscheinlich sei, denn sonst hätte man es anders gemacht.
https://www.faz.net/podcasts/f-a-z-…92826.html

-- Heute fast noch interessanter ist der zweite Podcast zur Spekulation, ob es das Virus schon früher gegeben habe. Dazu erinnern wir uns, was Lügenbaron Trump alles über Covid-19 erzählte und dann, als das Virus immer schlimmer wütete, es als "Chinesisches Virus" aus einem chinesischen Labor abstempelte. Im FAZ Podcast von Mitte Juni 2020 wurde diese Spekulation abgehandelt. Man staunt: US-Geheimdienste wollen die chinesische Suchmaschine nach der Corona-Krankheit abgesucht haben. Corona-Symptome waren für die Geheimdienstler Durchfall und Husten. Und gestützt auf solch dubiose Daten dann publizierte dann ein eingebetteter Wissenschaftler einen Preprint zu einer Studie.
https://www.faz.net/podcasts/f-a-z-…19599.html

Wie wir wissen, haben sich die US-Republikaner Trump unterworfen. Da liegt es nahe, dass ihr Sprachrohr, das Wallstreet Journal, diese These neu aufbrachte (bei Google suchen nach: "wuhan laboratory virus site:wsj.com"), speziell der Artikel vom 26. Mai 2021. Ich spekuliere, dass Biden der Geschichte aus innenpolitischen Gründen nachgeht, um das eine oder andere seiner Anliegen so eher durchzukriegen. Viel Glück.

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Liebe Frau Kolly und Richter, Lieber Herr Ryser,
tolles Interview! Mit Herr Drosten gibt es ja viele Interviews und dieses fand ich, gerade auch weil es sehr kompakt war und trotzdem die aktuell wichtigen Themen sehr gut abgedeckt hat, wirklich besonders gut und informativ. Muss also wohl an den Journalistinnen gelegen haben :-) Hoffe dieses Interview findet viel Verbreitung.
Beste Grüsse!

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(durch User zurückgezogen)

weil aus den USA bereits nachfragen kamen, habe ich mir ohne absprache mit den autor:innen erlaubt, eine übersetzung ins englische zugänglich zu machen; hier.

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Lucia Herrmann
Community @ Republik
·

Lieber Herr Weigel, vielen Dank für Ihr Engagement. Es freut uns sehr, dass Sie sich dafür einsetzen, dass das Interview auch über die Sprachgrenzen hinweg Verbreitung findet. Trotzdem möchte ich Sie bitten, das von Ihnen erstellte Dokument mit der Übersetzung nicht ausserhalb der Republik zu teilen. Dort gilt unser Urheberrecht und insbesondere bei Interviews mit externen Partnern ist das heikel, bzw. könnte zu nicht intendierten Missverständnissen führen. Ich hoffe, Sie können das nachvollziehen. Herzliche Grüsse

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"...das von Ihnen erstellte Dokument mit der Übersetzung nicht ausserhalb der Republik zu teilen." das teilen ist bereits geschehen, lucia, aber ich werde den link dazu entfernen. mir ist die copyright-problematik bekannt, und ich hatte deshalb "meine" übersetzung, d.h. die mit DeepL translator erstellte, entsprechend gekennzeichnet.

mir ist auch bekannt, daß «Republik»-artikel, die von redaktor·innen auf twitter geteilt werden, bei englisch-sprachigen usern beim anklicken in google chrome geöffnet werden, mit der simultan angebotenen "hilfestellung" von google translate. das gibt dann zwar keine urheberrechts-probleme, nicht wahr, ist aber vielleicht nicht unbedingt im sinne der «Republik», google quasi als halbamtlichen dolmetscher gleich mit an bord zu haben. auch daher mein ausweichen auf DeepL in diesem fall (die empfänger haben es zu schätzen gewußt.)

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Danke für den erkenntnisreichen Text!

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Ein wahrhaft erfrischend-authentisches Interview: Klartext ohne sprachkosmetische Weichzeichner.
Weshalb es sich die WHO erlauben kann, bei den für eine Aufarbeitung eminent wichtigen Nachforschungen nach der Quelle des Virus auf die Mitwirkung einer Koryphäe wie Prof. Chr. Drosten zu verzichten, ist mir ein Rätsel. Vielleicht, weil man sich dort vor der unbequemen Wahrheit fürchtet?

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(durch User zurückgezogen)
U. T.
Produzentin, Lektorin, Texterin
·
· editiert

Danke für dieses aufschlussreiche, vielschichtige Interview. Das Tempus im Titel ist allerdings etwas irritierend – zumal es Abgeschlossenheit suggeriert. Das Ganze wirkt schon noch in die Gegenwart. Die Frage lautet wohl eher: Woher kommt dieses Virus?

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Und wenn man gleich viele Meldungen wie jene von Dorei und solche von Wissenschaftlern wie Herrn Drosten, die sich jahrelang mit dem Thema befasst haben (nicht einfach Wissenschaftler, die sich in einem anderen Gebiet gut auskennen) nebeneinander stellt resp. publiziert und viele Menschen diese relativ unkritisch lesen. ... und schon hat man ein weiteres Beispiel für 'false balance' als Resultat.
Natürlich ist es oft schwierig für Experten, ihr Wissen für andere verständlich weiter zu geben. Ein guter Wissenschaftler muss nicht auch ein guter Lehrer oder Kommunikator sein. Oft wird auch zu wenig auf Ängste und Unsicherheiten von Menschen in schwierigen Situationen eingegangen. Soviel ich gelesen habe gelingt beides Herrn Drosten und der Republik oft sehr gut.

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Tolles Foto

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Anonym 6
Skeptiker
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Was trägt der denn für einen Schutzanzug?
Und wir müssen uns mit einem Stück von Nichts gegen das tödliche Virus schützen???

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D. W.
· editiert

Unter dem Bild steht "2007 im Tropen­institut Hamburg".
Bei der Forschung, die dort betrieben wird, finde ich das persönlich aber ganz ok. Nicht?
Wir wollen ja nicht, dass (noch?) etwas aus einem Labor ausbüxt. Was dann wirklich tödlich ist.

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Anonym 6
Skeptiker
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Hatte ich nicht geachtet.
Mein Fehler.
Natürlich, Sie haben völlig Recht.
Ich habe auch nicht das ganze Interwieu gelesen, wurde sauer.
Danke für den Hinweis!

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Anonym 6
Skeptiker
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· editiert

Der selbsternannte König der Infektionen hat gesprochen....

Lügt wie gedruckt ohne dabei rot zu werden!
Der soll her kommen, vor laufender Kamera werde ich ein Arzt auf Zufallsdruck wählen, der ihm die erste Injektion verabreicht.
Wenn er das macht, werde ich mich auch impfen lassen und auch alle dazu ermutigen, beeinflussen oder sogar auffordern.

Wir haben nicht's mehr zu melden, egal was gestimmt wird. Die Regierung selbst steckt unter dem Pantoffel fest.
Sie unterliegt den internationalen Gesundheitsvorschriften, die sie unterzeichnet hat. Punkt.

Der allwissende Dresdner konnte endlich mit seiner Erfindung gross rauskommen.

Anfang letzten Jahres wurden 2 emergency Meetings von der WHO aufgerufen; auf Druck der Pharmaindustrie - versteht sich!
Die erste war Mitte Januar, leider nicht zur Zufriedenheit der Pharmaindustrie, denn die brauchte eine Deklaration um diesen public health emergency of international concern ins Rollen zu bringen aber ohne nicht's, gab es nicht's für einen internationalen Notstand auf der Welt zu verbreiten, ein Grippenvirus reichte nicht aus.

Hier kommt der die grosse Erfindung: Der Dresdnertest - PCR Test - forse positives (erzwungenes Positiv).
Die Resultate sind Fake!
Und nur damit sich die Menschen impfen mit einem NICHTgetesteten Impfstoff.
Die Menschen als Versuchsratten zu missbrauchen und sich daran bereichern.

Eine ehemalige Mitarbeiterin der WHO, Frau dr. Silvia Behrendt, hat vor laufender Kamera alles erzählt.

Der Teufel treibt sein Wesen, die Masse geht mit.
Das Gute wird trotzdem siegen. Amen🙏

Schönes Wochenende

Dorei

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Dorei, Sie hühnern hier ganz schön rum. 1. Weshalb sollte sich Drosten noch einmal impfen lassen, obwohl er schon doppelt geimpft ist? Nur weil Sie's ihm nicht glauben? Geht das hier nach dem Motto: "Tatsachen existieren nur, wenn ich sie glaube?" Womit sie ja keine Tatsachen mehr wären sondern Glaubensinhalte. Dafür ist aber eigentlich die Kirche zuständig. Niemand zwingt Sie, sich impfen zu lassen.

  1. Wer soll "der Dresdner" sein? Drosten? Ist kein Dresdner - weder dort geboren, noch dort aufgewachsen oder dort beruflich tätig. 3. Nur weil Sie behaupten der PCR-Test funktioniere nicht, ändert sich nichts an dessen Zuverlässigkeit. Sie wollen's nicht glauben? Das ist Ihre Sache - hat aber mit den Tatsachen nichts zu tun. 4. Die Impfstoffe sind getestet - sonst wären sie gar nicht zugelassen worden.

  2. Dr. Silvia Behrendt ist Juristin und war lediglich "expert legal adviser" der WHO während H1N1 (Grippe-Virus). Sie ist Unterstützerin der "Rechtsanwälte für Grundrechte", einer österreichischen Juristengruppierung, die zu den Covid-Massnahmen-Gegnern gehört.

  3. Ich freu mich immer über die Verschwörungstheorien, nach denen es der Pharma-Industrie und/oder der WHO gelungen ist, allen Regierungen dieser Welt von China bis zu den USA, GB, Italien etc (okay - mit Ausnahme Bolsonaros) einzureden es herrsche eine Pandemie, wo es doch gar keine gibt. Und dann hat man es auch noch geschafft, alle Spitäler in diese grosse Verschwörung einzubeziehen, damit sie alle Verstorbenen - von Herzinfarkt bis Blinddarmentzündung - als Covid19-Opfer ausgeben. Nicht zu vergessen, dass auch Genesene, die unter Langzeitfolgen leiden, zu den Verschwörern dieser angeblichen Fake-Pandemie gehören. Ehrlich: Das ist eine reife Leistung, so viele Institutionen und Menschen in eine Verschwörung einzubeziehen, ohne dass das auffliegt. Toll! (Ironie zu Ende)

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Zu Punkt 4. Mal angenommen ich würde wirklich Millionen von Politiker, Ärzte und Experten global alle bestechen und genug "Patienten" um die Spitäler mit "gefakten Symptomen" zu überrennen. Wie viel würde das wohl kosten? Lohnt es sich denn danach überhaupt noch Geld an einer Impfung zu verdienen? Wo doch Impfungen sich gar nicht so gut eignen wie Medizin für chronische Krankheiten um Geld zu machen. Ich glaub die Rechnung würde nicht aufgehen auch wenn sich wirklich alle bestechen lassen würden.

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Bis auf die Behauptung/ Andeutung, dass eine auf Emergency Use Authorization beruhende Impfung (sowohl mRNA wie AdenoV) bei Kindern ein ebenso gutes Risiko/Nutzen Verhältnis hat wie bei 50+ ein sehr faktenbasiertes Interview.

Sie schwafeln sehr wild umher. Gerne erkläre ich Ihnen (und B. Reitschuster) gerne den PCR Test, und seine Limitationen. Gerne auch in welchem mehrstufigen Verfahren Impfungen zuerst an wenigen Menschen (akute Sicherheit, nicht am Tier oder Labor eruierbar), dann vielen Menschen (Wirksamkeit, häufige Nebenwirkungen) getestet werden.

Seltene Nebenwirkungen (wie zB Thrombosen) sind dann tatsächlich erst oft im Real-World Einsatz erkennbar. Langzeitschäden der Impfung existieren zu einer Wahrscheinlichkeit > 0, aber Mittelfristschäden (neben Tod und Invalidität) einer Coviderkrankung sind dokumentiert und quantifiziert und >> 0 (wobei mir ein stattlicher Anteil an „Long Covid“ Patienten wohl eher psychosomatisch motiviert scheint).

Impfen ist solidarisch, lässt uns bald wieder ohne Binde vorm Gesicht Zug fahren, und beschert meinen Moderna Aktien rosa Aussichten ;-)

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Dorei! Damit Ihr Beitrag hier nicht so herrenlos rumsteht: Sie schreiben hier Unsinn auf Erfundenes auf Widerlegtes auf Absurdes. Und schrammen damit ganz schön hart an der Grenze zu dem, was einen echten, erkenntnisreichen Dialog verunmöglicht.

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Anonym 6
Skeptiker
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Nicht's ist von mir erfunden.
Der einzige Beitrag über das Bild und dem Anzug war voreilig und nicht richtig gesehen.
Ich wurde darauf hingewiesen.
Könnte es auch löschen aber ich stehe zu meinen Fehlern.

Und ich will / mag auch nicht mehr mich rechtfertigen zu müssen.
Ich dachte hier ist Platz für jede Meinung; hm - falsch gedacht aber gut zu wissen.

In Hoffnung,
schönes Wochenende

Dorei

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Wow! Interview im „Corona News“ Feed des SPIEGEL verlinkt!

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Das ist passiert, weil die Deutsche Presse-Agentur (DPA) eine Meldung verschickte.

Die Nachrichtenagentur beliefert zig hunderte Medien, viele Regionalredaktionen können sich keine Korrespondentinnen in Belarus oder Kolumbien leisten.

So taucht die Drosten-vermutet-Pelzindustrie-Meldung, jeweils nur leicht redigiert, auf hunderten Seiten auf, von bluewin News über Deutschlandfunk – und beim Spiegel.

Das ist schön für die Reichweite.

Das ist schlecht für Meinungsvielfalt.

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Dieser Beitrag hat mir gutgetan. Nicht, dass dies jetzt eine essentielle Erkenntnis sein sollte, aber ein Dankeschön an die Beteiligten.

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Marie-José Kolly
Journalistin mit 💕 für Daten
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Das ist sehr schön zu lesen — und durchaus eine Erkenntnis :).

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Die Erkenntnisse aus dem Interview sind beruhigend und aber auch nachdenklich stimmend.
Woher das Virus kommt - es wäre doch gut zu wissen. Bleibt aber vorerst ungelöst.
Der Ausblick dagegen beruhigend. Das Schlimmste liegt hinter uns. Jetzt wird es aber auch erforderlich den Impfplan global zu denken. Weniger national-zentrisch, sondern global gedacht. Vielleicht sollten wir uns als globale Herde begreifen, dann macht der Begriff "Herdenimmunität" auch fast wieder Sinn.

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Anonym 6
Skeptiker
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Sinn macht es erst, wenn das Impfexperiment am Mensch Resultate zeigt.

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D. W.
· editiert

Tut es!

Um mal etwas die Verschwörungstheorien zu bemühen: Ist doch unglaublich, dass die (((Globalisten))) ihr eigenes Volk diesem unglaublichen Experiment-Risiko als allererstes aussetzen und sich mit priorisierten Deals sogar vordrängeln, nicht? Gibt einem zu denken..

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"Nehmen Sie Felltiere. Marder­hunden und Schleich­katzen wird lebendig das Fell über die Ohren gezogen. Die stossen Todes­schreie aus und brüllen, und dabei kommen Aerosole zustande. Dabei kann sich dann der Mensch mit dem Virus anstecken".

Diese Felltiere können sich gegen ihr Schicksal nicht zur Wehr setzen. Gewisse Menschen (Pelztierzüchter) missbrauchen diese Lebensformen auf krasse Weise. Wen wunderts, dass sich daraus ein Virus entwickelt, welches auf "den Aggressor Mensch" zurück schlägt. Es scheint eine übergeordnete Intelligenz zu geben, die einen "ausgleichenden Charakter" besitzt. Folglich wäre dann Covid eine selbstverursachte kollektive Bestrafung für die Spezies Mensch.
Und was lernen wir daraus ? Impfen? Impfen kann eine Lösung sein, sie wird aber nur dann erfolgreich sein, wenn wir als Menschheit lernen und bereit sind mit den Tieren einen angemessenen und nicht missbrauchenden Umgang zu pflegen. Ansonsten wird sich schlicht früher oder später, eine andere Version des Virus oder Krankheit neu heraus bilden. Die Welt ist ein Spiegel unserer selbst.

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Bin fast ihrere Meinung: Aber die "Natur", hier wohl eher die Evolution, will nichts. Sie will nicht strafen und hat auch keine Moral. Leben entwickelt sich so, wie es möglich ist, auch bei Viren.

Dass die bestialische Art, Tiere zu töten, die nur für Luxusbedürfnisse gezüchtet werden und ein qualvolles Leben hinter sich haben..., dass diese bestialische Art auf die Menschen zurückschlägt, ist in diesem Sinne eine dumme Tat, die zeigt, wie unglaublich unwissend und in diesem Unwissen unsäglich arrogant der Mensch mit seiner Umwelt umspringt. Es braucht nicht nur mehr Moral, sondern - viel schwieriger - mehr Bescheidenheit und Vorsicht. In diesem Sinne bin ich näher bei Herrn Simon Reber.

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Ich verstehe die "übergeordnete Intelligenz" nicht als ein Kirchen, - oder Religionskonzept und mir geht es auch weniger um Moral, sondern mehr um Erkenntnis und Wertschätzung der Schöpfung gegenüber. Wenn ich beobachte in welcher Perfektion Atome oder Universen harmonieren oder Leben entsteht, da komme ich ins Staunen. Da ist eine Intelligenz mit im Spiel, die ich nicht abschliessend verstehe. Es gibt ja auch eine Kraft, welche die Evolution antreibt etc, etc. Deswegen spreche ich von einer übergeordneten Intelligenz und klassische Wissenschaftler eher von Zufall. Schlussendlich ist es eine Frage der Anschauung, der Perspektive oder gar ein Wortspiel.

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Sehr geehrter Herr K.

Sie verleihen meinem tiefsten Bedürfnis Form und Inhalt, einer Empfindung, welche mich lähmt, keine Worte mehr finden lässt, vor Ekel erstarren lässt, angesichts des bestialischen (müssten wir schreiben 'menschlichen'?!) Umgangs einer an Adipositas erstickenden Fressgesellschaft mit der Tierwelt.
Mit Gruss für Sie und Gleichgesinnte

WMB

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Simon Reber
Software Entwickler, Familienvater
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Vergessen Sie die 'übergeordnete Intelligenz' rasch wieder. Das führt in religiöse Gefilde, die erfahrungsgemäss wenig hilfreich sind.
Das fahrlässige Verhalten der reinen Profitorientierung erhöht einfach die Wahrscheinlichkeit für 'Betriebsunfälle', wie die Pandemie, immer wiederkehrende Öl- und Nuklearkatastrophen sowie der dräuende Klimakollaps deutlich aufzeigen.
Wir sollten die Zeichen der Zeit deuten und ein etwas umfassenderes Verständnis von Wirtschaftskreisläufen entwickeln, als nur gerade der unmittelbare monetäre Gewinn

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Aus meiner Sicht gibt es zweifelsfrei eine "übergeordnete Intelligenz". Wenig einfallsreiche Wissenschaftler nennen sie Zufall. Also ich sehe Sie nicht, als eine Anhäufung von Zufällen im herkömmlichen Sinne, auch wenn man Ihr Sein oder Ihre Entstehung wissenschaftlich so beschreiben könnte.

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Ein gelungenes Interview! Vielen Dank. Das Thema "false balance" in den Medien liegt ja eigentlich auf der Hand, aber mir hat es jetzt erst ein Virologe klargemacht... mercí

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Diese false-balence Theorie finde ich einigermassen nachvollziehbar, trotzdem wäre ich um ein paar Beispiele dankbar, um diese Theorie zu bekräftigen. Gerade in Deuschen Diskussionssendungen wurde meiner Meinung nach sehr wenig Meinungsvielfalt zugelassen.

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Dasselbe Phänomen haben wir auch bei anderen Themen, siehe gewisse Arena-Sendungen, die 'ausgewogen' sein sollen, wenn abstrusen Behauptungen genau so viel Zeit zugestanden wird wie einigermassen überlegten Statements. Wobei in solchen Medienformaten ja sowieso kein wirkliches Gespräch mehr erwartet werden kann.

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Ich finde es ist dem Zuschauer solch einer Arena zumutbar, abstruse Behauptungen zu entlarven, zumal die Gegenseite in der gleichen Sendung auch zu Wort kommt. Auf alle Fälle finde ich es einfacher, mir eine Meinung zu einem Thema zu bilden, wenn ich die Argumente von beiden seiten zu hören kriege.

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Warum gab es keine kritischen Fragen zu seiner Rolle in der Geschichte? Rund um PCR, Massnahmen, seine Verbindung zur Pharma? Vieles ist umstritten und kontrovers.

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Weil die Republik keine False-Balance erzeugen will, vielleicht?

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Was hat es mit false balance zu tun wenn man kritisch hinterfragt, nicht wissenschaftliche Wahrheiten in Frage stellt sondern z. B. problematische Verstrickungen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft untersucht. Oder fragwürdige Maßnahmen kritisiert. Könnte das Argument false balance gelegen sein um nichts hinterfragen zu müssen

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Ohne Drosten wären wir in der Schweiz aufgeschmissen. Immerhin eine Person, die sich auskennt.

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nein, nicht aufgeschmissen. in genf arbeitet die virologin isabella eckerle (@EckerleIsabella), die sich nicht minder auskennt.

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Simon Reber
Software Entwickler, Familienvater
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Nach dem Lesen dieses sehr informativen Interviews kann man eigentlich nur einen Schluss ziehen.
Die industrielle Massentierhaltung ist ein gigantisches Risiko und muss weltweit viel strenger reglementiert werden, gerade bezüglich der Platzverhältnisse und der bestialischen Tötungsmethoden.
Die Reiseindustrie ist ein sehr grosses Pandemierisiko. Dabei ist es egal, ob das Reisen aus geschäftlichen oder touristischen Gründen erfolgt. Eine erhebliche Verteuerung ist sowohl aus epidemiologischer als auch klimatechnischer Sicht unerlässlich, auch wenn das erweiterte Privilegien für Vermögende bedeutet. Diese wieder zu reduzieren muss mit anderen Massnahmen umgesetzt werden.

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N. O. H.
· editiert

Zum Thema Massentierhaltung und Pandemien kann ich den Republik-Artikel Covid 19 ist erst der Anfang empfehlen.
P.S. Übrigens ebenfalls ein Interview von Frau Kolly, Herrn Ryser und Frau Richter. Das Thema scheint sie wohl zu interessieren. ;-) Eigentlich erstaunlich, dass dieses Interview unter dem aktuellen Artikel nicht verlinkt wurde.

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Ich möchte hier ein wenig relativieren, Herr Reber. Die grossen Pandemien der Vergangenheit kamen ohne intensive Nutztierhaltung:
Die spanische Grippe nach dem zweiten Weltkrieg wird auf eine Uebertragung aus bäuerlichen Kleinbeständen von Schweinen im US-Bundesstaat Kansas, oder von Wildvögeln, zurückgeführt. Und die Pest kam via Ratten und Läuse. Also: Pandemien kommen auch ohne intensive Nutztierhaltung. Auch ein Verbot der Nutztierhaltung generell würde uns nicht vor Pandemien schützen. Sondern bloss eine von mehreren Einfallspforten schliessen.

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Sie müssen da auch die Häufigkeit beachten. Für die Pest und spanischer Grippe müssen wir Jahrzehnte oder Jahrhunderte zurückblicken, Sars-1, Mers, Sars-2 etc. sind zwar nicht alle so schlimm wie diese Pandemien damals, aber es wird im Interview selbst auch gesagt, dass unser Kontakt mit Tieren (Nutz-, als auch Wildtiere) zugenommen hat und so auch ein Pandemierisiko höher wird.

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Simon Reber
Software Entwickler, Familienvater
·

Natürlich gibt es keine 100%ige Sicherheit, das habe ich auch nicht behauptet. Aber diese Art zu wirtschaften beinhaltet grosse Risiken, für den Gewinn einiger Weniger. Die Löhne und Arbeitsbedingungen sind schlecht, die Tiere leiden unnötig, und die resultierenden Produkte sind minderwertig. Ausser den Aktionären und den gewissenlosen Konsumenten verlieren eigentlich alle dabei.
Ich nehme an, China weigert sich die Sache zu klären, um allfällige Schadenersatzforderungen schon im Keim zu ersticken.
Man stelle sich vor, die Schäden der weltweiten Pandemie würden in die Pelze eingepreist. Kein Mensch der Welt könnte sich so einen Pelz noch leisten, die Pelzindustrie wäre am Ende. Aber so müsste es laufen, wenn wir von freiem Markt reden.
Und das Reisen rund um die Welt hat sowohl die spanische Grippe, wie auch die Pest verbreitet. Heute hätten wir die Mittel die meisten bekannten, übertragbaren Krankheiten zu erkennen und die betroffenen in Quarantäne zu nehmen. Das geht nur nicht, weil Reisen ein billiges Massengeschäft geworden ist. Würden wir uns auf das nötige beschränken wären die Kapazitäten durchaus vorhanden. Auch hier müssten die Kosten der Pandemie eingepreist werden. Ein Flug würde dann so viel kosten, dass es wohl nur bei sehr speziellen Anlässen noch Sinn ergeben würde zu fliegen. Wie bei einem Flug zur IIS würde ein gründlicher medizinischer Test vorher kaum mehr ins Gewicht fallen.

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J. W.
Muttersprache NL
·

Den Sachverhalt der false balance habe ich mich nie überlegt, obwohl er eigentlich so logisch ist. Ein sehr aufschlussreiches Interview, das angstvermindernd wirkt. Das könnte -zumindest im eigenen Kreis- zu friedlichere Kommunikation führen. Vielen Dank Republik!

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Es sind halt nur Meinungskonflikte spannend zu lesen und so gaukeln uns die Medien ein spannendes Rennen zwischen zwei ebenbürdigen Kontrahenten vor. Das ist bei jeder Präsidentschaftswahl so, bei allen Abstimmungen... etc.

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Herr Drosten schätzt die Gefahr, die von neuen Mutationen ausgehen kann, offensichtlich weniger hoch ein, als dass manchmal in „den“ Medien passiert bzw. auf mich den Anschein hat. Wenn ich ihn richtig interpretiere, dann hält er schwere Erkrankungen bei Geimpften oder Genesenen für sehr unwahrscheinlich. So hatte ich ihn auch schon mal im Podcast verstanden. Dass allerdings im Herbst nochmal stärkere Massnahmen notwendig oder gefordert werden, halte ich persönlich im Moment noch nicht für ausgeschlossen.

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Danke, Nils, das halte ich auch für möglich (aber Herr Drosten hat das ja auch nicht explizit ausgeschlossen, oder?). Herzlichen Gruss!

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Nein, explizit hat er das nicht ausgeschlossen. Da gebe ich dir recht, Florian. Allerdings antwortet er auf die Frage

Ist die Pandemie bei uns, mit unseren Impfraten, vorbei?

zunächst mit

Was wir hier als Pandemie diskutieren, ist ja: Eine Infektions­krankheit breitet sich so aus, dass man einschreiten muss, und sei es mit Lockdown-Massnahmen, weil man nichts anderes hat.

Er führt dann noch einschränkend aus, dass man die Massnahmen austarieren müsse und nicht zu schnell lockern dürfe.

Wenn man jedoch davon ausgeht, dass irgendwann im Herbst tatsächlich alle Impfwilligen eine zweifache Impfung hatten, stellt sich mir die Frage, ob dann allgemeine Massnahmen noch gerechtfertigt wären. Ausser solche Dinge wie Maskentragen im öffentlichen Raum und weiterhin kein Händeschütteln in der Arztpraxis, würde ich pauschal sagen: eher nein.

Die entscheidende Frage aus meiner Sicht wäre, ob es eine Virus-Variante geben wird, bei der man unter den Geimpften und Genesenen mit einem ähnlich hohen Anteil an schweren Verläufen zu rechnen hat wie bei Erstinfektionen. Das hält Drosten ja für recht unwahrscheinlich:

Also eine Mutante, die auf einmal wieder eine schwere Krankheit macht bei der Mehrheit der Geimpften, das kann ich mir nicht vorstellen.

(Wobei das Virus ja noch nie so aggressiv war, dass es bei >50% eine schwere Krankheit ausgelöst hat. Aber ich nehme an, dass er eine vergleichbare Aggressivität wie bei Erstinfektionen meint.)

Zusammenfassend entnehme ich also seinen Aussagen: wenn alle Impfwilligen geimpft sind, ist die Pandemie mit allgemeinen einschränkenden Massnahmen vorbei. Und da bin ich mir nach den Erfahrungen der letzten knapp anderthalb Jahre einfach nicht sicher. Auch wenn ich seine Schlussfolgerungen grundsätzlich nachvollziehen kann. Die Pandemie ist immer für eine Überraschung gut.

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Hoch informatives Interview, fokussiert, pointiert und erfrischend klar geschrieben. Journalismus vom besten mit einem hoch kompetenten Interviewpartner. REPUBLIK eben. Grosses Dankeschön.

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...hoch infektiöses interview.

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Zwei Aussagen haben mich aufhorchen lassen: erstens bin ich optimistischer bezüglich der Wirksamkeit der Impfung gegen Mutationen, zweitens, bin ich verunsichert bezüglich der Herdenimmunität. Es ist ja klar, dass alle Ungeimpften ein erhöhtes Risiko haben, irgendwann zu erkranken, aber werden tatsächlich auch ALLE früher oder später infiziert werden? Wieso ist Herdenimmunität in aller Munde? Bei Masern funktioniert doch die Herdenimmunität!

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Herr B., auch mich erstaunt diese Aussage à la "Christian Drosten erfindet die Biologie neu". Herdenimmunität bedeutet, dass ein Erreger ausstirbt dadurch, dass jeder Erkrankte im Zeitraum seiner Infektiosität weniger als eine Ansteckung generiert. Im Fall der Herdenimmunität, weil so viele immun geworden sind, dass die verbleibenden Nichtimmune zuwenige geworden sind und es im Durchschnitt nicht mehr für 1.0 Ansteckungen reicht. (Auch social distancing etc. spielen eine Rolle). Wie viele immune es dafür braucht, das hängt natürlich u.a. von der Infektiosität des Virus ab. Nun ist es schon denkbar, dass ein Virus dermassen infektiös ist, dass es den Hinterletzten findet. Corona ist aber nicht sooo extrem infektiös, sonst wären wir alle spätestens im April 2020 erkrankt.
Was nun aber wahr ist, dass die Impfung viel schlechter gegen die Infektiosität schützt als wir gedacht haben und wir deshalb die Geimpften wohl nicht voll zu den Immunen zählen dürfen. Dagegen scheint die durchgemachte Erkrankung zuverlässig vor erneuter Corona-Positivität zu schützen. Also: Die Herdenimmunität ist nicht tot. Egal was Drosten schwadroniert.

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D. W.
· editiert

Was nun aber wahr ist, dass die Impfung viel schlechter gegen die Infektiosität schützt als wir gedacht haben und wir deshalb die Geimpften wohl nicht voll zu den Immunen zählen dürfen. Dagegen scheint die durchgemachte Erkrankung zuverlässig vor erneuter Corona-Positivität zu schützen.

Muss ja echt abgefahren sein, was Sie rauchen.

Schon früh in der Pandemie hat man festgestellt, dass die Stärke der Erstexposition (Viral Load) mit dem Krankheitsverlauf einherging. Darum verstarben auch gerade zu Beginn viel Gesundheitspersonal, die ausgesetzt waren. Durch Reduktion in Symptomatik allein wird u.a. weniger gehustet, was a priori logischerweise bereits zu verringertem Load und damit auch verringerter Infektiosität führt.

Rückgang asymptomatischer Infektion und damit Schutzwirkung:

Viral Load:

Wunderschöne Tabelle 1 auf S. 791 auch hier:

Und schliesslich auch das Fazit, was aus den verringerten Symptomen und Viral Load folgt - die 50% sind hier nicht sehr eindrücklich, einverstanden. Reicht aber, um es zu drücken. Könnte gemäss Editorial aber auch höher sein.

Soviel zum zuverlässigen Schutz durch die Erkrankung, deutlich weniger hoch als bei der Impfung:

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Wichtig ist der Zeithorizont. Wenn 80% immun sind, wird es sich viel weniger schnell verbreiten. Für die Ungeimpften sinkt dann das Risiko erheblich, sich anzustecken. Es ist aber auch nicht Null, denn dazu müssten wir das Virus ausrotten. Was nicht gelingt, solange es Ungeimpfte gibt. Die Ungeimpften können sich also auch in 1, 2, 3 oder mehr Jahren noch infizieren.

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Ausrotten geht sowieso nicht, solange Sars-Cov-2 in Wildtieren endemisch ist; da kommt es immer wieder (über Nutztiere als Zwischenwirte) auf den Menschen. Sagt Drosten deutlich (und nicht zum ersten Mal).

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T. S.
"Physiker"
·

Ein tolles Interview und nirgends mehr als 3 Downvotes bei diesem mehrfach kontroversen Thema hier! Irgend etwas stimmt nicht...

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Ich denke das liegt daran, dass die Diskussion um den Ursprung ziemlich mühsam ist. Ich persönlich frage mich vor allem, weswegen China ein Jahr lang keine Einreise ermöglicht hat um nach dem Ursprung zu suchen und auch, wieso die Patientendaten vor Oktober/November der WHO nicht zur Verfügung gestellt wurden. Auch bezweifle ich, dass es eine unabhängige Untersuchung zum Ursprung geben konnte, weil die Untersuchungskommision soweit ich weiss zur Hälfte von chinesischen Wissenschaftlern vertreten ist.
Was jetzt dort wirklich geschehen ist, kann niemand mit Sicherheit sagen, aber mein Vertrauen in die WHO ist definitiv gesunken.

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Ich erinnere mich an einen Artikel von Prof. Vogel vom Frühjahr 2020, der sehr wohl Zugang hatte und diese Verschwörungstheorien resolut ablehnte.

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Ich frage mich schon länger wie man diese ‚false balance‘ richtigstellen kann? Könnte man da nicht seriöse Umfragen machen mit Wissenschaftlern in jenem Fachgebiet und diese veröffentlichen? Für den Normalbürger wäre es manchmal noch wichtig zu wissen wie hoch der Anteil Wissenschaftler ist, welche diese Meinung vertreten. Wenn ich mir zum Beispiel anschaue was der Herr Bhakdi von sich gibt, dann leuchtet es mir ein, dass er mit seiner Meinung ziemlich in der Minderheit ist. Es gibt aber Leute die ihm vertrauen und sich einbilden, dass viele Wissenschaftler gegen das Impfen sind.
Ich habe in den letzten Monaten mit zwei Personen gesprochen, die zu den Risikopersonen zählen. Beide trauen sich nicht zur Impfung, haben aber auch Angst vor einer Ansteckung. Die Gründe sind, dass diese Personen nicht in der Lage sind, sich sachlich zu informieren und generell intuitiv entscheiden. Für mich ist es traurig, wie ältere Menschen den Falschbehauptungen im Internet hilflos ausgesetzt sind.

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D. W.
· editiert

seriöse Umfragen machen mit Wissenschaftlern in jenem Fachgebiet

Das ist ja genau das Problem: Solange (und das wird immer der Fall sein!) es dissonante Stimmen gibt, die "etwas anderes als der Mainstream" sagen, wird es immer Personen geben, die diese Stimmen wahrnehmen und als richtiger ansehen. Die Seriosität liegt im Auge des Betrachtenden. Da kann Sympathie ein wichtigeres Kriterium sein als Expertise.
Es muss ja auch nicht sein, dass die 99% immer Recht haben - man erinnere sich an Blei im Benzin, Händehygiene für Ärzte oder Zigaretten für die Gesundheit. Hier hat das Umdenken stattgefunden, weil die Mehrheit überzeugt werden konnte.
Dieser Artikel beschreibt das Phänomen sehr gut.
Was vielmehr fehlt, ist die "Heuristik", Aussagen rasch und präzise in "kann sein" oder "klingt falsch" einteilen zu können. Und halt für den Alltag dann mit der Restunsicherheit umzugehen.

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Ich rate, sich nicht nur zur Glaubhaftigkeit Gedanken zu machen, sondern auch zur Glaubwürdigkeit. Ein von der Tabakindustrie bezahlter Wissenschafter, der herausfindet, dass Rauchen nicht schlimm sei, mag - wenn man nichts weiss - glaubhaft sein, ist aber wegen seiner Interessenbindung nicht glaubwürdig. (Wenn er allerdings herausfinden sollte, dass Rauchen schadet, wäre er glaubwürdig, weil das gegen seine Interessenbindung liefe.)

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