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Beiträge zu «Die Synergie von künstlicher Intelligenz und neoliberaler Ideologie ist extrem bedrohlich»



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Danke Daniel Binswange für diesen Artikel!!! Was mich etwas erstaunt, ist die Tatsache, dass es seit langem ein alternativ Modell gegen diese Art von heutigem Kapitalismus gibt. Man lese die Theorien von Ernest Mandel. Was ist ihre Meinung zu Ernest Mandel? Hoffe von ihnen zu hören/lesen.

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Ein sehr informatives Interview, Herr Binswanger. Vielen Dank.
Mason sagt richtig: "Die Linke braucht eine neue Utopie". Diese Utopie ist da, weltweit. Friday for Future hat sie uns präsentiert. Diese potentielle Utopie müssen wir leben, jetzt.

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Besten Dank, Herr Binswanger, für das Interview. Hier sind die Fragen angesprochen, um die es geht. Es ist zum Heulen, dass die Liberalen und die Linken derart versagt haben, dass der despektierlich «Mob» genannt Teil der Bevölkerung den Rechten in die Arme läuft. Seit der Agendapolitik und erst recht seit Frau Merkel, wird in Deutschland keine Politik mehr gemacht. Blair, Schröder und ihr Gefolge haben der Linken in Europa endgültig Herz und Verstand geraubt. Macron hat in Frankreich die marode Sozialistische Partei und mit einiger Verzögerung die republikanische Rechte zertrümmert, aber sein «Projet» kommt bei der eignenen Bevölkerung ebensowenig an wie bei den übrigen euorpäischen Eliten. Man denke nur an Frau Merkels beharrliches Schweigen. Man hat den Eindruck, dass auf der demokratischen und linken Seite inzwischen ein derartiges Trümmerfeld, ein derartiges Chaos entstanden ist, dass etwas Neues daraus wachsen müsste.

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Das stimmt alles, kommt mir aber auch vor, wie professionelles Kassensturz-Genörgel.
Einmal wird über die zu hohen Preise lamentiert, ein andermal regt man sich über die schlechten Arbeitsbedingungen bei Billig-Anbietern auf.
Gute Qualität, sowohl materiell, ideell und gefühlt, kostet aber etwas!
Alle die Schnäppchenjäger und Pfennigfuchser wollen profitieren, auf Kosten der ProduzentInnen, denn "der Handel" ist noch immer auf seine Marge gekommen, dank seiner unausweichlichen Zwischenstellung beim Transport, vom Feld an die Tische sozusagen.
Die ProduzentInnen geben den Preisdruck "nach unten" weiter, also zu den Angestellten, die schliesslich unter Sklavereiartigen Bedingungen schuften müssen, und an die Natur, die mit Monokulturen, Maschinen und Gift (äh Verzeihung, PflanzenSCHUTZ mittel) zum parieren gebracht wird.
"Unntt wennn tie Natturrr zzu schwach issst, tann sssoll sssie verrrrreckckenenn!!!" (Adolf Hitler)
Die kleinen Pfennigfuchser "an der Basis" können sich noch verhältnismässig leicht herausreden aus ihrer Mitverantwortung für die (selbst-)zerstörerische Schmarotzerkette: "Wir haben ja sonst nichts!"
Die reichen Pfennigfuchser "da oben" haben es da schon viel schwerer, wenn sie begründen sollen, warum sie das Bio-Fair Trade Sortiment links liegen lassen, OBWOHL sie es sich leisten könnten.
Ungefähr so: "Unsere drei BMW's, die Villa, die parkähnliche Umgebungsgestaltung mit dem Swimmingpool, die Sommer-Residenz im Tessin, usw., all das KOSTET ein Heidengeld! Wer da nicht sparsam auf den Preis schaut, kann im Wettbewerb mit Statussymbolen nicht mithalten und wird deswegen in der feinen Gesellschaft schief angeschaut!"
Die Politik bekommt von all diesen -grossen und kleinen- "Geiz ist geil!"-Profiteuren die undankbare Aufgabe zugeschoben, für die Quadratur von Kreisen zu sorgen, also zum Beispiel für den vollen Marktzugang mit Sonderrechten, wie eingeschränkte Personenfreizügigkeit, Lohnschutz und Bankgeheimnis, oder Umweltschutz mit billigem Benzin, usw.
Die Politik in der Demokratie ist ein Spiegel der Gesellschaft mit ihren widersprüchlichen Interessen.
Kein Wunder ist sie kaum handlungsfähig und weitgehend in ihren endlosen Streitereien blockiert!
Und vielleicht ist das gar nicht mal so schlecht!
Wenn eine Gesellschaft mal völlig enthemmt und einheitlich drauflos marschierte, bedeutete das meistens, dass sie sich in eine Diktatur verwandelt hatte und in Kriege zog...

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B. J.
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Mich freut das Interview. Dass der seelenlosen Ökonomisierung aller Lebensbereiche etwas entgegengesetzt werden muss, ist zwar nicht neu, aber der Gedanke, dass dieser Entwicklung auch etwas entgegengesetzt werden kann, macht Mut und ist es wert, festgehalten und betont zu werden.
Nicht einverstanden bin ich mit der Schlussfolgerung:

Ich glaube, dass es eine logische Herleitung für das Szenario gibt, dass die menschliche Spezies von materieller Not, von gesellschaftlicher Repression und von existenziellen Ängsten zunehmend befreit werden wird. Ich glaube an die «klare, lichte Zukunft». Wir sollten daran glauben. Aber natürlich gibt es keine Garantie, dass das nicht eine blosse Illusion ist.

Aus meiner Sicht braucht es gar keine Aufhebung materieller Not und existenzieller Ängste. Daran wachsen wir ja auch. Nur (global) gerechter verteilt wäre schön ^^

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Das System hat manchmal noch Macken. Dieser Kommentar war eine Verdoppelung des Vorigen🤔

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Die zukünftig zunehmende Fokussierung auf digitale Systeme - propagiert von diversen politischen und wirtschaftlichen Eliten - wird uns leidensunfähiger und defätistisch sprich handlungsunfähiger machen - - Ausnahme sind da Individuen, die sich ganz ihren Sinnen und Emotionen hingeben und vertrauen, ihrem inneren Kompass, und dafür bereit sein müssen einen Preis zu zahlen , leider? Zum Glück?
Die ist meine Sicht auf westliche Gesellschaften. Bezüglich globaler Perspektive bin ich recht zuversichtlich, dass sozial aversive Menschen nicht dominieren werden.

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R. T.
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Der Abschnitt zur künstlichen Intelligenz ist substanzlos, und teilweise falsch. Datensammeln ist keine künstliche Intelligenz. Irgendwelche Muster aus den Daten heraussuchen auch nicht. Schlussfolgerungen aus sozialen Netzwerken hat nichts mit künstlicher Intelligenz zu tun, ebenso wenig, wenn Autos aufgrund trainierter Muster selbst Fahren oder Fahrassistenz bieten.
Muster gibt es überall. Bei hinreichend langem Betrachten eines Kornfeldes im Wind kann man "erkennen" wie einem einzelne Gebiete zuwinken. Schön. Oder man kann Rauschen, eines Baches, eines Wasserfalles, eines leeren Magnetbandes zuhören. Und irgendwelche "Nachrichten" erkennen. Auch schön.
Künstliche Intelligenz wäre ein Muster selbstständig erkennen. Das Muster bewerten, mögliche Aktionen planen, und mögliche Resultate bewerten. Die Schwierigkeiten liegen neben dem "selbstständig" auch beim bewerten. Eine Bewertung, misst einer nebulösen Geschichte einen Wert zu. zB aus 12 sich bewegenden Hufen 3 Pferde zu erkennen. Eine Zahl ist allerdings noch nichts. Erst der Kontext lässt eine Aussage zu. Sind die Pferde neutral, Freund oder Feind. Und immer kann es Fehler geben.
Es ist nicht so, das Amazon, Facebook und Google Kontrollmaschinen aufgebaut hätten. In der Tat bieten diese Strukturen diese Möglichkeiten. Der jetzige Zweck .. personalisierte Werbung. Einkaufserlebnis. Der Konsument findet es kundenfreundlich, wird er doch nicht mehr mit kiloweise Katalogen zugeschwemmt. Der Konsument findet es kundenfreundlich wenn er nicht mehr in den Laden muss, sondern nur noch Alexa/Sisi/usw beauftragen muss. Ich habe keine Alexa/Sisi/usw sondern gehe gern in den Laden, schaue mir auch die lokalen -, rest- und kurzfristigen Angebote an, welche gar nicht im Onlineshop auftauchen.
Ich mache mir keine Sorgen, dass diese Alexa/Sisi/usw schnell verschwinden wenn sie den Nutzen nicht mehr erfüllen.
Die Kontrollmaschinen gab's schon seit viel laenger. Schon vor 40 Jahren waren zumindest Singpore und Hongkong mit Kameras übersät. Zweck von beiden Installationen .. genaue Abrechnung des Autofahrprivileges. Da wurde auf die Minute genau überwacht/kontrolliert/gemessen wie lange ein Buerger den öffentlichen Raum mit einem Auto beanspruchte. Allerdings sassen damals Leute hinter den Kameras. Die Überwachung ist dasselbe. Es gab keinen Widerspruch. Es war schliesslich ein Privileg.

Und ja, die Börse ist spannender wenn sie sich bewegt. Ohne Zusatzwissen, wie sie sich bewegen wird, verliert man aber. Was daher interessant wäre sind absehbare Zyklen. Am besten Zyklen, die man selbst auslöst. zB indem man ein Embargo spricht. zB indem man jemanden zum Feind erklärt. Erstaunlich ist wie wenig es dafür braucht. Das war allerdings schon lange so. Schon vor 20 Jahren musste Alan Greenspan, damals Präsident der amerikanischen Notenbank nur laut drüber nachdenken, was er denn machen könnte(!), und die Kurse bewegten sich.
Absehbare Zyklen mögen wie Chaos erscheinen sind es aber nicht. Chaos ist nicht vorhersehbar. Aber zum Angst schüren reicht es.

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Irgendwo haben Sie recht, Herr T. Autos vergiften seit 100 Jahren unsere Kinder und wir fürchten uns vor Handystrahlen und Datensammeln. Eigentlich absurd.
Auf der anderen Seite: hätte man vor 100 Jahren den Erfindern der Autos gesagt dass Autos mal mehr Leute getötet haben werden als der 2. Weltkrieg, hätte man das auch nicht geglaubt. Etwas Vorsicht mit neuen Technologien kann nicht schaden.

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R. T.
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Nun ja. Das eine ist ein Ereignis, das eigentlich niemand wollte. Zumindest im Nachhinein. Während das andere Nebenwirkungen einer andauernden Technologie sind, die eigentlich jeder bejaht. Unsere Welt hier wäre ohne den Auto-und LKW Verkehr nicht möglich. Vielleicht schaffen wir's naechstens vom Benzin loszukommen, aber die Verkehrsunfälle bleiben erst mal. SIE können, nicht Alle allerdings, am Ende der Strasse wohnen, wo der Verkehr auf Null abfällt. Quasi am Ende der Welt.
Die Mobilfunktechnologie hat uns vor 20 Jahren ueberrollt, und ist nicht mehr wegzudenken. Da hier die Bestrahlung vom eigenen Gerät am stärksten ist, hat der Benutzer die Wahl. Keins haben. Eins haben aber nur zum Anrufen einschalten. Eins eingeschaltet dabei haben, und angerufen werden können. Eins dauernd betreiben, mit sehen und hören. Man sollte sich bewusst sein, dass alle praktischen Dienste das Gerät im Sendebetrieb verwenden. Dass man von SMS, Watsup, Skype, Mail, usw. informiert wird, geht über eine Verbindungsaufnahme. Wer's nicht braucht, braucht's nicht.
Auch wenn es sich nach einer Generation herausstellt, dass 10 Jahre unserer Lebensdauer auf diese Technologie weggehen, interessiert das niemanden. Weil der Nutzen ja da ist. Genauso wenig wie es die Raucher stört, nicht nur das Leben zu verkürzen, sondern auch noch zu verschlechtern. Und der Nutzen ist Null. Schon vor 80 Jahren war klar, dass Rauchen schadet.
Zum Datensammeln. Amazon, Facebook und Google kann man vermeiden, oder substituieren. Was unvermeidbar ist, ist dass Swisscom, Salt, usw die Bewegungsprofile mitbekommen. Und wir glauben ihnen, dass sie die nach ein paar Stunden wieder löschen.

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Alles interessant. Weise. Intellektuell.

Jedoch: letztlich interessiert der Bürger, den Menschen, egal wo er lebt, bei politischen Wahlen: wer vertritt meine Interessen am besten? Wem traue ich zu, dass der Gewählte sich für (meine) guten Zukunftsperspektiven einsetzt? Alles entscheidende Fragen. Kommt halt dazu, dass zu wenige wählen gehen. Weil viele eben gar nicht mehr glauben, dass auf diese Frage eingegangen wird.

Und hier versagt die Linke z.T. total. Weit weg von den wirklichen Problemen der Menschen: gerechte Steuersysteme, bezahlbares Wohnen, bezahlbare Gesundheitsversorgung, kein Rennen im Hamsterrard, bezahlbare Bildung, gesunde Umwelt. Die Linke redet zwar davon, setzt sich für flankierende Massnahmen ein. Die jedoch vermögen dem Hamsterrad der Globalisierung, der totalen Oekonomisierung der Gesellschaft, auch wesentlich getrieben von der nicht gesteuerten Personenfreizügigkeit (für die die Linke weiterhin steht), nicht wirklich entgegenzuwirken. Sicher kein Zufall, dass vor allem wohlhabende Intellektuelle links wählen.

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Flankierende Massnahmen, ups: für mich klingt das immer wie: einem Engel Flügel anbringen.

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Herr C., Sie glauben aber nicht im Ernst, dass sich die Rechte besser um die "wirklichen Problemen der Menschen": gerechte Steuersysteme, bezahlbares Wohnen, bezahlbare Gesundheitsversorgung, kein Rennen im Hamsterrard, bezahlbare Bildung, gesunde Umwelt, kümmert?
Die sieht es nicht mal als ihre Aufgabe sich darum zu kümmern.
Was die Rechte aber gut macht ist die Schuld an allem Schlechten den Fremden anzuhängen, und damit eine Urangst der Leute anzusprechen bzw. auszunützen.

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Werte Frau Kehrli. Einverstanden. Selbstverständlich ist es gelinde gesagt dumm, jegliche Probleme Fremden anzulasten. Jedoch führt ungesteuerte Einwanderung, so wie es die Linke will, eben zu mehr Bauten, mehr Verkehr. Und: der wirtschaftliche Kuchen wird zwar grösser (aufgebläht), aber weil immer mehr teilnehmen, stagniert das Stück des Einzelnen im Schnitt (das Einkommen pro Kopf), derweil die Bevölkerung alle Nachteile trifft: mehr Verkehr, mehr Überbauungen für Wohnungen, Schulen, Infrastruktur, etc. Mehr Umweltbelastung insgesamt. Es ist nun mal so, dass jeder in der Schweiz rund 400 m2 Siedlungsfläche (nix mit Natur) "verbraucht". Die einen mehr, die anderen weniger. Egal wie grün jemand lebt. Auch er/sie braucht Spitäler, Strassen, Schienen, Schulen, Wohn- undArbeitsraum, etc. Die Erwerbslosigkeit (nicht Arbeitslosigkeit) hat inzwischen 4,9 % erreicht. Mehr als z.T. das umliegende Ausland.

Das registriert die Bevölkerung. Derweil die Linke dazu schweigt, tabuisiert, schönredet.

Hier versagt eben die Linke total. Und die Rechte "gewinnt", nicht weil sie so gut ist, sodern weil die Linke unglaubwürdig ist.

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Viele unserer Probleme könnten damit gelöst werden, das man mehr Markt einführt, nicht weniger. Zum Beispiel könnte die Klimaerwärmung am effektivsten mit einer höheren CO2 Steuer bekämpft werden. Die Verkehrsprobleme müssten mit marktwirtschaftlicher Kostenwahrheit bekämpft werden. Migrationsprobleme könnte auch mit mehr Kostenwahrheit bekämpft werden.
Es ist gerade eine Eigenheit der Neo-Liberalen dass sie nicht mehr freien Markt wollen, sondern mehr geschützten Markt, mehr Marktmacht.

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Die CO2-Steuer ist kein echt marktwirtschaftliches Instrument, marktwirtschaftlich sind CO2-Zertifikate, mit denen die Emissionsmenge relativ genau gesteuert werden kann. Der Unterschied ist, dass sich bei den Zertifkaten der Preis am Markt einpendelt, bei der Steuer muss der "richtige" Preis planwirtschaftlich bestimmt werden. Alle weiteren Probleme, namentlich auch die weltweite Einführung solcher Instrumente, die Frage der Berechnung der CO2-Emissionen (zum Beispiel bei nachwachsenden Energiequellen) , die Kontrolle, und selbstverständlich die Rückerstattung allfälliger Steuereinnahmen, bzw. die Verteilung der Zertifikate und deren Handel etc. müssten im Detail diskutiert werden. Ob die Neoliberalen wirklich generell gegen die Internalisierung von externen Umweltbelastungskosten sind, ist nicht so sicher. Es kommt wohl darauf an, wen man als neoliberal bezeichnet. Milton Friedman zum Beispiel, den wenige Menschen als Linken bezeichnen würden, war sehr für die Internalisierung externer Kosten. Und sowviel ich weiss, propagiert Professor Eichenberger, auch nicht gerade als Linker bekannt, eine ökonomische Lösung des Migrationsproblems.

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Verstehe ich richtig? Noch mehr Steuern und Lenkungsabgaben für freien Markt?

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Nein, das verstehen Sie 100% falsch. Es geht im Gegenteil darum gewisse Dinge die jetzt mit Steuergeldern finanziert werden, neu den Verursachern aufzubürden. Das Ziel ist natürlich die Steuern zu verringern oder gleich ganz abzuschaffen.

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höhere Steuern, Kostenwahrheit ..... Tatsache ist, dass es immer mehr Menschen gibt, die sich mit immer weniger zufrieden geben müssen und eine Elite, die sich sowieso alles leisten kann. "„Wenn sie kein Brot haben, dann sollen sie doch Kuchen essen!“

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Wobei, Hand auf's Herz, "immer weniger" bedeutet: teure Handys mit noch teureren Abos, Autos, oder sogar SUVs, Ferien am Meer, und andere Dinge die man sich früher nie hätte leisten können. Ich denke darum nicht, dass man sich "immer weniger" leisten kann. Die Ansprüche sind nur sehr hoch gestiegen, und das wegen der fehlenden Kostenwahrheit, bzw. weil alles subventioniert wird.

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Verständnisfrage: Gibt es heute überhaupt noch einen Unterschied zwischen Plutokraten traditionellen Business­eliten? Und wenn ja, welchen?

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Aber ja
Die Businesseliten dienen den Plutokraten zu

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Danke für die Antwort. Für mich vermischt sich vieles heutzutage.

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Spannendes Interview! Chaos nützt letztlich denen, die am besten organisiert sind. Z.B. in Ägypten war das nach der Revolution die Muslimbruderschaft und die Armee. Letztere hat dann erstere massakriert um sich die Alleinherrschaft zu sichern. Beim Fall der Sowjetunion war der Westen am besten organisiert und konnte den neuen Ländern weitgehend seinen Stempel aufdrücken. Im jetzigen Chaos das Trump International veranstaltet, ist der bestorganisierte Akteur China und insbesondere die KPCh, mit über 80 Millionen weitestgehend gut organisierten und ideologisch verbündeten Mitgliedern. Darum macht Trumps Elite auch so viel Aufwand China zu destabilisieren mit Demokratieprotesten, Islamisten, ökonomischen Sanktionen, militärischen Provokationen und Angriffen auf einzelne Firmen. Denn sie wollen ja dass ihre eigene US Wirtschaftselite vom Chaos profitieren kann. Nur eben hat diese mit innerem Widerstand zu kämpfen und hat zudem keine attraktive Vision für den Rest der Welt zu bieten, wohingegen China mit Neuer Seidenstrasse und AIIB ganz Zentralasien und Afrika Prosperität und Frieden verspricht (ob es so kommt sei dahingestellt, aber zumindest ist die Vision attraktiv). Europa ist leider ausserhalb Europas fast nicht wahrnehmbar, schon gar nicht mit einer positiven Vision für die Welt. Das finde ich schade, aber im gegenwärtigen internen Chaos Europas habe ich wenig Hoffnung dass da bald etwas kommt. Zuerst bräuchte es schon nur eine neue Vision für Europa selber.

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Dieses schönfärberische Bild von China, noch währenddem in Hongkong Hunderttausende mutig und beherzt auf die Strasse gehen und gegen die aufgezwungene Marionetten-Regierung und deren Auslieferungsgesetz zu demonstrieren, zusammengeschlagen von einer brutalen Polizei in Zusammenarbeit mit Schlägerbanden der Chinesischen Mafia, kann ich nicht so stehen lassen!
Dieses China ist Teil der weltweiten Inquisition und des weltweiten Faschismus!
Dass die Kommunisten immer schon Uniform-Fetschisten und Technokraten mit einem seelenlosen, mechanistischen Weltbild waren, macht sie zwar sehr kompatibel mit "unseren" Uniform-Fetischisten und seelenlosen Technokraten, aber EBEN GERADE NICHT zu einer wünschbaren Alternative zum neoliberalen Faschismus!
Das Theater eines Kampfes unterschiedlicher Kulturen, also einer zügellos-individualistisch-westlichen Kultur gegen eine diszipliniert-kollektiv-östlichen Kultur gehört sogar zum Konzept der "Internationale der Nationalisten"essenziell mit dazu!
Die Menschen sollen sich einbilden, dass sie grundsätzlich verschieden seien!
So bleiben sie zueinander auf Distanz, lernen sich nicht richtig kennen, bleiben ängstlich und misstrauisch und lassen sich gegeneinander hetzen.
Ich glaube aber nicht daran, dass Chinesinnen grundsätzlich anders sind, als wir.
Sie leben nur unter anderen Bedingungen, nämlich unter den Bedingungen einer bereits jetzt faschistischen Diktatur. Sie müssen "zwei Gesichter" entwickeln: Eins für das Leben in der Öffentlichkeit und Eins für die engsten Vertrauten. Das eine Gesicht ist künstlich und falsch. Es ist das Gesicht für die Überwachungskameras der Partei.
Das andere Gesicht ist echt und ehrlich. Dieses Gesicht ist für die wirklichen FreundInnen. Das ist das Gesicht, das ich sehen will, das menschliche Gesicht!
Ist es "bei uns" so anders?
Im Berufsleben sind wir angehalten, uns "professionell" zu verhalten.
Ein Stück weit ist das bereits das künstliche Vorzeige-Gesicht von Chinesinnen, wenn sie unentwegt lächeln und sich sehr zufrieden zeigen über ihr wunderschönes Leben in der Volksrepublik China.
Solche öffentlichen Umfragen über die Zufriedenheit kannst Du rauchen!
Sie sind ungefähr gleich einzuschätzen, wie die hohen Zustimmungsraten für Putin in Russland, nämlich als künstlich, falsch und gelogen...
Nein. China ist keine anzustrebende Alternative zur westlichen Demokratie mit ökologisch-sozialer Marktwirtschaft (in unseren Idealvorstellungen).
Aber China ist wohl auch nicht so anders!
Im Kopieren sind sie aber immer noch Meister!
Und das gilt wohl auch für den westlichen Imperialismus...

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Danke für diese ausführliche Antwort. Sie scheinen sehr zuversichtlich China bestens zu verstehen und auch was “die Chinesen“ denken. Ich reise seit 13 Jahren regelmässig nach China, wohne seit 6 Jahren fix in China und seit 4-5 würde ich sagen dass ich Sprache und Schrift auf fliessendem Niveau beherrsche.
Wie Sie richtig schreiben, gibt es auch bei uns die Mischung aus politisch korrekter Meinung in der Öffentlichkeit und privater Meinung. Ich erlebe Chinesen aber keineswegs so, dass sie ihre Regierung ablehnten wenn sie nur ehrlich sein könnten. Ja sie haben viel zu kritisieren an ihrer Regierung, so wie bei uns auch. Sind aber 5% wirklich systemfeindliche Demokratieaktivisten (späte 90er Jahre, heute sind es wohl deutlich weniger) wichtiger oder relevanter als 10% Systemgegner bei uns?
Ich erlebe Chinesen nicht als unfreier als Europäer. Die grösste Einschränkung der Freiheit ist ökonomisch. Ich sprach mit vielen Lastwagenfahrern in letzter Zeit. Die wollen mehr Geld für weniger Arbeit. Dafür braucht man keine Wahlen, das ist der Regierung auch so klar. Es gibt nur so viele Probleme gleichzeitig, dass schnelle, einfache Lösungen nicht realistisch sind. Wahlen würden vielmehr die Gefahr populistischer Utopien noch steigern.
Ich will China nicht verherrlichen, es ist das Land das in den letzten 40 Jahren mit Abstand am meisten für die Armen dieser Erde gemacht hat. Deshalb stehe ich zu China. Aber manche Fehler z.B. beim Umweltschutz wären dafür nicht nötig gewesen.
Zu Hongkong habe ich eine ganz andere Meinung: bis jetzt haben gegen 30 Gilets Jaunes Protestierer Augen ausgeschossen und sind halb oder ganz erblindet wegen Gummischrot. Das ist Polizeigewalt. Was ich an Tränengas und Schlagstöcken sah in Bildern von Hongkong, geht nicht darüber hinaus, was ich selber an Anti-WEF Demos um 2000 erlebt habe. Auch Occupy Wall Street wurde so geräumt. Bei Protesten in Genua wurde damals massiv mehr Gewalt eingesetzt. Ebenso bei der Niederschlagung des Referendums über Kataloniens Unabhängigkeit. Besonders ärgert mich in Hongkong, dass dort eine naive Jugend dagegen Kämpft, dass korrupte und kriminelle Festlandchinesen ihre gerechte Strafe erhalten und das gestohlene Volksvermögen zurückgeben müssen. Man stelle sich vor, San Francisco würde keine Kriminellen an die nationalen Gerichte überführen. Klar ist die Situation anders, Chinesische Gerichte haben extrem hohe Verurteilungsraten (wie auch die japanischen) und sind nicht unabhängig von der Politik. Aber deswegen hoch kriminelle Elemente schützen ist auch nicht richtig.
Vorwiegend sehe ich in Hongkong das Problem, dass die Elite die schon unter GB an der Macht war, sich nie um die einfachen Bürger kümmerte. Seit 30 Jahren gibt es für die Normalbürger kaum mehr Fortschritt während Shenzhen auf dem Festland von Fischerdorf zu moderner Metropole wuchs. Die Löhne sind jetzt schon fast gleich hoch, aber die Kosten viel tiefer. Da muss eine Regierung her, die FÜR das Volk arbeitet. Aber es der KPCh ja verboten, direkt die Politik Hongkongs zu machen. Die ganzen Konzepte welche China so positiv voran brachten, müssten die Hongkonger also selber anwenden.
Zu letzt noch dies: ich fordere nicht dass wir das chinesische System übernehmen. Nur das wir respektieren dass unsere christlichen Missionare nicht die Seelen der zerstörten Kulturen erlöst haben. Aus der Erkenntnis sollten wir aufhören zu missionieren. Machen wir unser System gut für uns und die Länder um uns herum. Das wäre bereits ein Erfolg. Derzeit haben wir Streit und Chaos intern in Europa, und Krieg rund herum. Aus der Lage ist es schwierig unser System global als überlegen zu bezeichnen.

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Für die linke Renaissance eines ökologisch-sozialen, rot-grünen "Ökosozialismus" gibt es sehr viele Erfahrungen und Anknüpfungspunkte.
Alles, was wir noch machen müssen, ist, diese Erfahrungen und Anknüpfungspunkte miteinander zu verknüpfen.
Und dann entsteht auch eine global vernetzte "Gegenmacht des Lebens", die der "Internationale der Nationalisten", die eine Art "Drittweltisierung" mit Chaos und Feudal-Kapitalismus vorantreiben, etwas entgegenzusetzen.
Hier wiederholt sich einmal mehr die Dialektik zwischen Reformation und Inquisition.
Währenddem die Einen, die Rechtsnationalen, die Probleme dadurch lösen wollen, dass sie diese einfach abknallen und vergiften, wollen die Andern, die "Links-WeltbürgerInnen", die Probleme über den Umweg des Verstehens angehen und in den Griff kriegen.
WARUM migrieren so viele Menschen vom Süden in den Norden?
WARUM bringen invasive Tiere und Pflanzen das Ökosystem durcheinander?
WARUM haben gerade die ärmsten Menschen am meisten Kinder und die Mittelstandsfamilien am wenigsten Kinder?
Und so weiter.
Der Autoritäre antwortet auf diese ihn nervende Fragerei gerne: DARUM!!!
Aber diese Lösung mit "Ende der Diskussion!" bringt wieder mal nur eine scheinbare Stabilität.
Gewalt als "überzeugendes" Argument schafft Ruhe, aber keinen Frieden, weder innerhalb, noch ausserhalb...

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H. B.
· editiert

Reformation vs. Inquisition, schön gesagt!
Beim “Umweg des Verstehens“ denke ich gleich wieder an China, wo gerade auch westliche Linke partout nicht verstehen wollen, warum so viele Chinesen so zufrieden sind mit ihrem System das nicht unseren Werten entspricht. Verstehen sollte nicht “für sich selber übernehmen“ heissen, aber anerkennen was andere für sich für richtig halten.

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Zum „Verstehen“ von China rate ich die Lektüre von https://m.exlibris.ch/de/buecher-bu…gIxSvD_BwE

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Dieses spannende Interview zeigt eine düstere und erschreckend klare Analyse der gegenwärtigen gesellschaftspolitischen Situation. Entscheidende Aspekte werden deutlich dargestellt. Dem gibt es nicht viel beizufügen. Was die Prognosen von Paul Mason angeht, so bin ich eher skeptisch. Hier scheint doch der Marxist durchzuschlagen, der immer noch an dialektische Gesetzmässigkeiten der Geschichte glaubt. Ich bin der Meinung, dass Geschichte grundsätzlich unvorhersehbar ist, dass nicht das Schicksal oder höhere Mächte oder logische Gesetze den weiteren Gang bestimmen, sondern dass es einzig und allein in der Verantwortung von uns Menschen liegt, in welcher Gesellschaft und in welcher Welt wir leben wollen.

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Mason ist eben auch auf einem Auge blind.
Republik-Leser können zur Abwechslung mal hier lesen: www.solidaritaet.com

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Echt jetzt? Der Club of Rome war eine Erfindung der Oligarchie?
Die Rezepte welche dort aufgekocht werden sind die gleichen welche den Kolonialismus befeuerten. Grenzenloses Wachstum, alles gehört uns, wir sind die überlegenste Kultur des Universums...
Der Klimawandel und Umweltschutz sind eine linke Erfindung um die Menschen zu knechten?
Das ist eine Seite übler Verschwörungs-Theoretiker, finanziert wahrscheinlich aus der rechtsnationalen Chaos-Ecke.

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Club of Rome schlägt eine Reduktion der Erdenbürger (Untertanen des Club) auf 0.5 Mia. vor und will das möglichst selber kontrollieren. Die Dekarbonisierung ist ein sehr wirksames Instrument dafür.

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Die Demokratie ist von vielen Seiten bedroht. Klar, wenn die SVP droht, einen Bundesrichter abzuwählen, weil er ein "falsches" Urteil mitträgt, ist das ein Angriff auf die Gewaltenteilung und damit die Demokratie. Das ist für die Leser der Republik leicht zu erkennen, da sie die SVP nicht gern haben. Doch gilt es Demokratie und Grundrechte auch dann zu verteidigen, wenn jemand unliebsames diese nutzt.

Wenn die Zürcher Stadtregierung eine Demonstration von Abtreibungsgegnern aus ideologischen Gründen nicht bewilligt, untergräbt das die Versammlungs- und Demonstrationsfreiheit. Wer einen demokratisch gewählten Präsidenten mittels eines Gerichtsentscheides loswerden möchte, untergräbt die Demokratie. Wenn Aktivisten einen Vortrag von General Patraeus an der ETH verhindern, untergraben sie damit die Redefreiheit. Wenn der Spiegel systematisch bei allen Artikeln über Flüchtlinge die Kommentarfunktion sperrt, untergräbt er damit die demokratische Entscheidungsfindung. Wenn Philipp-Morris in Moldawien bei einem Gesetz, das den Konzern direkt betrifft, nicht mitreden darf, untergräbt das die demokratische Entscheidungsfindung in diesem Land (dies konnte - wie die Republik diese Woche berichtete, unter anderem dank Schweizer Intervention abgewendet werden).

Nur wer auch für die demokratischen Grundrechte seiner Gegner einsteht, ist ein echter Demokrat.

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B. J.
· editiert

Seltsames Demokratieverständnis, Herr M.: es gibt keine Verpflichtung für ein Presseerzeugnis, eine Kommentierfunktion offen zu halten, genauso wie eine Redaktion frei ist in der Auswahl der LeserInnenbriefe, die sie veröffentlicht. Es scheint mir vielmehr gerechter, (und ab einer gewissen Hass-Flut wohl gar nicht mehr anders praktikabel), die Kommentarfunktion bei gewissen Artikeln ganz zu schliessen, anstatt gegen eine Woge von Hass-Schreibe anzukämpfen. Da wäre es ehrlicher, sich Gedanken zu machen, weshalb und wodurch die Möglichkeit aller, ihre Meinung frei zu äussern, eingeschränkt wird. Nicht zuletzt vielleicht von denjenigen, die sich anmassen, zwischen echten und unechten Demokraten zu unterscheiden?
Was den Artikel über Philipp Morris in Moldawien betrifft: eine Verdrehung wird nicht richtiger, indem man sie endlos wiederholt.

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Wie immer, haben Sie Recht Frau J. Aber ein bisschen Recht hat auch Herr M. mit Bezug auf das (aufgehobene) Verbot einer Demonstration der Abtreibungsgegner. Das ist das, was ich auch immer sage, man schliesst Meinungen, die einem widerstreben, von der Meinungsäusserungsfreiheit aus. Ginge es nur um das Sicherheitsproblem, dürfte der 1. Mai-Umzug auch nicht bewilligt werden. Auch bei Petraeus bin ich M. Meinung, man hat seinen Vortrag zu schnell abgesagt. Bei den Inpeachmentversuchen gegen Trump bin ich hingegen nicht M. Meinung. Offensichtlich gehört es seit einiger Zeit zur US-Polittradition, den Präsidenten der Gegenseite mittels Impeachment aus dem Amt befördern zu wollen, Da praktisch nie eine Seite eine 2/3-Mehrheit im Senat hat, gefährden diese Versuche die Demokratie nicht und gehören irgendwie zum Checks and Balances-System dazu.

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Auch die Güterabwägung gehört zur Demokratie.

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