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Im Erklärungstext hat sich ein Fehler eingeschlichen: Es braucht keine Magenspiegelung sondern wenn schon eine Bauchspiegelung (Laparaskopie) zur Diagnosestellung einer Endometriose.

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Wird angepasst, merci!

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Leserin
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"... and when this part is over, there comes the menopause!", Dolly Parton in ihrem schönen "PMS-Blues". Bei Wechseljahbeschwerden, die bis 80 dauern können!, wird empfohlen, nicht zu rauchen (mach ich doch gar nicht mehr), Sport zu treiben (viel mehr geht wirklich nicht, wenn Frau arbeitet), etc. pp. Das monatliche Konzert der Hormone ist aus dem Takt geraten. Darüber zu sprechen, macht mich zur alten Frau. Ich hatte als junge Frau mittlere PMS - Symptome; was mich nun beutelt, ist zeitweise ärger. Forschung dazu wäre fein. Ich nahm an einer sehr aufwändigen Studie zum Thema teil, welche mir zeigte, wie schwierig Forschung sein kann: Kaum war die Studie abgeschlossen, änderte sich bei mir die Symptomatik wieder stark. Hätten Männer wirklich auch vergleichbare Wechseljahbeschwerden, wären sie erforscht.

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Vielen Dank an die Republik und Ronja Beck für diesen gut recherchierten Beitrag. Als Psychiaterin mit einem frauenspezifischen Schwerpunkt kann ich nur bestätigen, dass das Syndrom bagatellisiert und von vielen betroffenen Frauen oft erst nach langer Leidenszeit als hormonell und im Zusammenhang mit ihrem Zyklus erkannt wird. Es existieren klinisch erprobte Behandlungsschemata, die ein Stufenprogramm enthalten von Lifestyleänderungen bis medikamentöser Therapie mit Serotonin-Wiederaufnahmehemmern, also Antidepressiva, die bei schweren prämenstruellen dysphorischen Syndromen (PMDS) mit guten Resultaten zur Anwendung kommen. Oft genügt es, die Antidepressiva in der kritischen Phase zu verabreichen, nämlich einige Tage nach Eisprung bis zum 1. Tag der Monatsblutung, mit dieser stoppen die Symptome meist abrupt.
Ich rate den Betroffenen, sich bei schwerem PMDS von einer psychiatrischen Fachperson beraten zu lassen, mir ist selbstverständlich bewusst, dass dies in der momentanen Versorgungssituation eine hohe Hürde darstellt.
Der Forderung nach mehr Forschung unterstütze ich vollumfänglich.

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Merci für Ihren Beitrag und Ihre Arbeit, Frau A.

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Danke für diesen wichtigen Beitrag! Ich selber leide nicht unter der „Höllenwoche“ - aber es ist erschreckend wie die Wissenschaft und Medizin mit den Beschwerden/Krankheiten von Frauen umgehen. Das muss sich ändern, ein wichtiger Schritt ist immer aufmerksam werden und darüber reden. Deshalb vielen Dank! Und an alle Betroffenen: lasst euch nicht klein reden

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Danke dass endlich auch darüber gesprochen wird. Das Schlimmste, was ich von einer Frauenärztin hörte war, dass rothaarige Frauen halt zu starken Blutungen neigen und generell Schmerzempfindlicher sind. Mitlerweile habe ich gelernt auf solche Zuschreibungen (die passieren leider öfter) zu reagieren und mich zu wehren. Ich bin nun in Abklärung bezüglich Endo und werde sicher eine Verödung anstreben. Aber ich musste sehr hartnäckig drarauf bestehen. Man hat mir gesagt, dass ich trotz angeschlossener Famillienplanung (Bin 40 und habe zwei Kinder) noch gut ein drittes Kind haben könnte….

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Echt jetzt?! In welchem Jahrtausend lebt diese Frauenärztin bitteschön?? Und dann noch bezüglich Kinder bekommen ungefragt (interpretiere ich jetzt mal) Ratschläge erteilen?! Ich bin empört! Und wünsche ihnen einen guten Umgang (für SIE) mit solchen bescheuerten Bemerkungen!

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Theologin
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Echt jetzt 😄kann ich bestätigen.

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acc@eml.cc
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Jesses, ich bin entsetzt... ich musste gleich ChatGPT fragen, woher das kommt bzw. kommen könnte, aber der Bot ist genauso ratlos wie ich:

"Es ist schwierig, ohne genauere Informationen zu sagen, warum eine Frauenärztin solche Informationen weitergeben würde. Es könnte aufgrund von Missverständnissen, persönlichen Anekdoten oder weit verbreiteten Mythen sein. Manchmal können medizinische Fachkräfte auch ungenaue Informationen weitergeben, weil sie veraltetes Wissen haben oder aufgrund von individuellen Erfahrungen Fehlschlüsse ziehen."

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Republik-Leser
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Herzlichen Dank für ihren Beitrag Frau Beck. Dass die Republik diesem Thema gegenüber so offen ist, schätze ich sehr.

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Ex-Endometriosepatientin
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· editiert

Vielen Dank für Themenwahl und den Artikel. Der Stand des Wissens ist wahnsinnig ernüchterd.
Nicht nur bei PMS. Dass da sogar die Existenz in Frage gestellt wird, ist mir neu und völlig verrückt bei dem viel zu unerforschtten Thema.

Das "zu wenig erforscht" gilt -wie im Artikel erwähnt - für viele Frauenbereiche. Selbst für die überaus häufige, klar organischen Krankheit Endometriose. Endometriose ist so häufig, dass die Prävalenz bei einer Frau mit Regelschmerzen bei geschätzen 40 - 60 % liegt. Aber anstatt dass man als Frau mit Schmerzen solche Hinweise bekommt, wird einem vom Umfeld und auch von der Fachwelt eingeredet, dass Schmerzen bei der Menstruation normal seien.
Sie sind es nicht.
Ich selber litt monatlich an höllischen Schmerzen, mit denen ich nicht mehr wusste, wie ich sitzen oder liegen soll, hielt das aber für normal und hab daher lange gar nichts unternommen und diese Tage irgendwie mit viel Ibuprofen überstanden. Es ging viel zu lange, bis ich nur mal auf die Idee kam, dass es sich lohnen könnte diese extremen Schmerzen ärztlich abklären zu lassen.

Laut meinen seitdem gelesenen Gynokologiebüchern gibts aber für Regelschmerzen, die man nicht von der ersten Mens an hatte (da scheint die Ursachenforschung nochmals schwieriger) praktisch immer Gründe für die Menstruationsschmerzen.

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Ronja Beck
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Liebe S. G., vielen Dank für Ihre wichtigen Schilderungen zu dieser schrecklichen Krankheit. Ich freue mich sehr, dass Sie eine "Ex-Endometriosepatientin" sind. Und es macht mich wütend, dass uns eingeredet wird, diese Schmerzen seien normal. Meine Ex-Gynäkologin hat übrigens auch eine Endometriose-Abklärung bei mir gemacht. Also, das hat sie zumindest behauptet. Dass es für einen zweifelsfreien Ausschluss der Krankheit eine Bauchspiegelung braucht, habe ich mir danach selber anlesen müssen. Freundinnen von mir ging es gleich. Das Unwissen ist immens.

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Ex-Endometriosepatientin
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Ach je. Zweifelsfrei auschliessen kann man Endometriose per Ultraschall ganz sicher nicht.
Wobei ich betonen möchte, dass man mit speziell hochauflösenden Ultraschall und geschultem Blick doch weit kommt. Wenn man im Ultraschall nichts erkennt, heisst es nicht, dass keine Endometriose vorhanden ist, aber andersrum gehts.
Spezialisten mit guten Geräten können in vielen Fällen Endometrioseherde ausfindig machen. Ich war in einer Spezialsprechstunde des Unispital Zürich im Circle, ab da war die Endometriose bestätigt inkl. betroffene Bereiche.
Da bei mir die Standardtherapie Homone (dass die nicht durch die Krankenkassen gezahlt werden ist noch so ein Ding) nicht wie gewünscht wirkten, hab ich vor einem Jahr alles operativ veröden/entfernen lassen, grad da Darm mitbetroffen war.
Nicht wegen der Endometriose, sondern weil ich auch ein Myom hatte, verlängerte und hefigere Blutungen, ständig Eisenmangel und Null Kinderwunsch, wollte ich die Option, bei der die Gebärmutter auch raus kam.

Das Ergebnis ist wunderbar, ich hab massiv viel mehr Lebensqualität und Energie und geniesse das in vollen Zügen.

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Was hat bei dir geholfen?

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aus eigener Erfahrung…
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Danke für diesen offenen Artikel. Und mein volles Mitgefühl, Frau Beck!

Ich habe nicht gross an PMS gelitten (meist ein paar Tage sehr nahe am Wasser, oder schlechte Laune), aber oft an sehr unberechenbaren Blutungen (Modell „abgestochene Sau“). Wenns im Büro passiert, kann frau das Abendprogramm gleich streichen (stattdessen heim, unter die Dusche, umziehen), denn in der Regel gibt das trotz Binden Flecken auf den Hosen, die frau dann irgendwie mit einem Schal um die Hüfte kaschieren muss. Später, so gegen 50, monatliche Migräne-Attacken. Frau fühlt sich total ausgeliefert, ein wahrlich unangenehmes Gefühl. Das sind Momente, wo ich mir gewünscht habe, den lieben Gott für Konstruktionsfehler belangen zu können.
Wichtig scheint mir, an solchen Tagen besonders freundlich mit uns selber zu sein (ich hab dann jeweils das Sportprogramm gestrichen und mir gesagt, dass das Pausenzeit sei), mit empathischen Frauen darüber zu reden, und gute Informationen zu teilen, wo vorhanden. Und eine fachlich gute, einfühlsame Gyni ist Gold wert (leider sind sie rar).

Hier zwei Links, in denen es nicht um PMS, sondern um Wechseljahrsbeschwerden geht:

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Mutter von zwei Teenagern
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Diese Schlachthaus-Szenarien von übermässigen Blutungen kenne ich auch nur zu gut. Dass ich beruflich viel reise, machte das Ganze nicht besser... Inzwischen ist das Problem bei mir durch eine Verödung Vergangenheit, aber was davor ein echter Gamechanger war, war eine gut sitzende Menstruationstasse, die massiv mehr Blut auffangen konnte als jeder noch so grosse Tampon inkl. Binden. Ausserdem war ich damit auch das Ekzem los, das ich von den Binden jeweils gekriegt habe. Ich ärgere mich nur ein wenig darüber, wie spät in meinem Leben ich mich erst getraut habe, das auszuprobieren. Vorher dachte ich, das wäre eklig. Seinen eigenen Körper eklig zu finden, ist allerdings keine gute Grundlage, um gut damit umzugehen. Der Umgang mit der Menstasse war für mich da sehr lehrreich.

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Darf ich fragen, wie Sie es geschafft haben, eine Ärztin zu finden, die eine Verödung vorgenommen hat? Trotz Schmerzen, Hypermenorrhoe, massivem Eisenmangel (dessen Behandlung auch Nebenwirkungen hat) und “fehlendem” Kinderwunsch finde ich keinen Arzt, der mir hier entgegenkommt. À la “Ich bin halt erst 34 und weiss noch gar nicht, dass ich später unbedingt Kinder haben will” …

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Bei Dr. Sheila de Liz fand ich nicht die Antworten, die mich zufriedenstellten zu all den Fragen, die ich habe zu den Wechseljahren. Sie empfielt verschiedene Hormone und dann wird alles gut. Wenn man keine Hormone (mehr) nehmen möchte, dann hat sie keine Alternativen. Ich wünschte mir eine viel umfassendere Forschung zu den Wechseljahren, auch der soziokulturelle Blickwinkel, nicht nur der medizinische.

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Vielen Dank für Ihre Schilderungen!

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Als Sekundarlehrer erlebe ich oft Jugendliche mit regelmässigen starken Menstruationsbeschwerden (klar abgrenzbar zu denen, welche öfters pro Monat und stets um Prüfungen und dem Sportunterricht herum "Symptome" aufweisen).
Und fast so oft erlebe ich dabei Betreuungspersonen, welche auch bei gründlicher Aufklärung (habe einen medizinischen Hintergrund) den Gang zur Gynäkologie scheuen. "Ist doch noch viel zu früh", heisst es jeweils und somit verlängert sich das Leid von jungen Menschen bis hin zu Jahren, bis auch nur die im Artikel erwähnten Möglichkeiten zur Linderung in Erwägung gezogen werden.

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Olive Haymoz
Ayurvedatherapeutin
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Vielen Dank Ronja Beck für diesen sehr wichtigen Artikel. In meiner Praxis begleite ich zahlreiche Menschen mit PMS; dass sie alle sich und ich mir das nur einbilde, naja, ehm, 🤡.
Was ich mir hierzu gerade für eine Frage stelle: Wie schaut es aktuell aus mit dem Sprechen von entsprechenden Forschungsgeldern? Hat eine politische Partei die Dringlichkeit von PMS, Endometriose, Klimakterium & co auf dem Schirm und entsprechend ins Parteiprogramm aufgenommen? Und setzt sich für das Sprechen ebensolcher Gelder ein?

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Ronja Beck
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Der Nationalrat hat vergangenen Herbst glücklicherweise eine Motion durchgewunken, die mehr Forschung zu Erkrankungen bei Frauen fordert. Hoffen wir, der Ständerat zieht nach.

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Der Artikel ist Super. Darf ich dennoch einige Worte an die allgemeine Argumentationskultur richten?

Mir fällt immer wieder auf, dass bei den Themen Feminismus und LGBTQIA+, Argumente mit wissenschaftlichen Bezug seltsam unterschiedlich akzeptiert und bewertet werden.

Ein Beispiel: Auf der einen Seite werden soziokulturelle Erkenntnisse stark gewichtet wenn es um die Erklärung von Rollenmodellen geht. Naturwissenschaftliche Erkenntnisse werden hingegen nicht akzeptiert, bzw. will man oft gar nicht hören.

Beim Thema PMS hingegen das Gegenteil: Die Biologie wird als Erklärungsmodell akzeptiert, soziokulturelle Thesen werden tief gehalten.

Mich stört diese flexible auf -und Abwertung zwischen den Disziplinen. Es hinterlässt bei mir den Eindruck, dass die Wahrhaftigkeit fehlt. Ich möchte keinesfalls vom Anliegen des Artikels ablenken, dennoch lasse ich mich im Sinne des Erkenntnisgewinnes gerne auf eine Diskussion ein.

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Ahja? Welche Naturwissenschaftlichen Erkenntnisse werden denn nicht akzeptiert?

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Multifunktional
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Ich vermute, sie nimmt Bezug auf Situationen, in denen Menschen in Shitstorms gerieten, weil sie von 2 biologischen Geschlechtern als wissenschaftlichem Konsens ausgehen, was wiederum nicht in das Weltbild queerer Aktivisten passt.

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Bei PMS ist ja das Problem, dass das Syndrom (mit unterschiedlichen Absichten) häufig bagatellisiert und als Hirngespinst, natürlich, übertrieben oder eben als gesellschaftliches Produkt erklärt wird und medizinische Abklärungen sowie Forschung damit in den Hintergrund geraten. Diesem historisch verankerten Bias gilt es, in Anbetracht der Forschungslücke, entgegenzuwirken, finde ich. Das heisst nicht, dass soziokulturelle Einflüsse keine Rolle spielen. Das tun sie wahrscheinlich bei so einigen Erkrankungen. Ich glaube, man muss sich, ob nun bei PMS oder Geschlechterfragen, immer den historischen und gegenwärtigen Biases, Klischees und Vorurteilen sehr fest bewusst sein.

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Natürlich verstehe ich diese Sicht. Ich finde nur, werden wissenschaftliche Erkenntnisse in die Diskussion eingebracht sollte auch der methodische Prozess der dahintersteht ernst genommen werden. Das bedeutet, man hinterfragt den Prozess nicht erkenntnistheoretisch und gewichtet die Evidenz vorurteilsfrei nach den wissenschaftlichen Standards.

Oder man interpretiert die Ergebnisse aufgrund von angenommenen Absichten der Studienautoren. Dann muss man aber auch die eigenen Schlussfolgerungen in den Kontext der eigenen Biases, Klischees und Vorurteilen setzen, was ein Ding der Unmöglichkeit ist.

Kurz gesagt: Entweder diskutiere ich mit dem Ziel des wissenschaftlichen Erkenntnisgewinnes, was ich persönlich als Wahrheitsfindung der vernünftigsten Art bewerte, oder mit dem Ziel die eigenen Biases, Klischees und Vorurteile als "wahr" zu belegen.

Edit: Typo

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Multifunktional
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Ich denke, die Hauptproblematik ist die Komplexität des Hormonhaushaltes mit all seinen Wirkungen und Nebenwirkungen. Sobald in diesen eingegriffen wird, sind Nebenwirkungen vorprogrammiert. Das beste Beispiel ist die Pille, welche wegen der vielen Risiken und Nebenwirkungen nicht mehr den besten Ruf hat. Aber das Gleiche gilt für die Antidepressiva, bei welchen die Forschung zwar sehr viel investiert, aber trotzdem nicht genau weiss, warum sie nun bei einigen Menschen funktionieren und bei andern nicht. Auch sie beeinflussen die Hormone und haben oft sehr starke Nebenwirkungen, welche zudem manchmal die Krankheit sogar verstärken, so dass man nicht mehr weiss, was nun Nebenwirkun und was Krankheit ist und ob die AD nun alles verschlimmern oder vielleicht doch irgendwann helfen. Ich spreche aus Erfahrung.
Mönchspfeffer hat mir bei meinem PMS gut geholfen, dafür war ich dauermüde. Seit ich vor ein paar Monaten damit aufhörte, bin ich zwar in der Nacht wieder durchgeschwitzt, dafür hab ich tagsüber mehr Energie.
Mein Fazit: PMS existiert definitiv und Forschung dazu ist auf jeden Fall zu begrüssen. Ich bin aber skeptisch, dass die Wunderpille existiert, eben wegen der komplexen Wirkung der Hormone auf Körper und Geist. Daran etwas zu verändern ist wie beim Zauberlehrling. Die Nebenwirkungen sind im Vorfeld nicht abzuschätzen, da so breit gefächert wie das PMS selber und bei jeder Person anders.
Es geht wohl nicht ohne Akzeptanz und Ehrfurcht davor, was der eigene Körper jeden Monat leistet und der damit einhergehenden Selbstfürsorge resp. Selbstliebe. Sich erlauben, in der „Höllenwoche“ die Abende in der Badewanne zuzubringen statt im Club und diese Zeit für sich nicht als Opfer anzusehen sondern als Auszeit für sich zu geniessen. Eine Grundlage der Achtsamkeit besagt, dass Akzeptanz der Situation, wie sie nunmal ist, das Leiden reduziert. Meine Erfahrung bestätigt dies.

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in diesem Fall ohne Rolle
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Danke liebe H. W.! Die Thematiken der Komplexität und der Akzeptanz gingen mir bei der Lektüre auch durch den Kopf.

Plus x andere Dinge (unsystematische Reihenfolge):

  • den eigene Zyklus zu kennen braucht Zeit und bringt auch Vorteile

  • anfangen, mit grosser Selbstverständlich zu thematisieren, dass Zyklus Wohlbefinden, Arbeitsfähigkeit usw beeinflusst (ich gebe zu, da ist vielleicht meine ASS Diagnose von Vorteil, weil ich die Tabuisierung des Themas nicht nachvollziehen kann und recht "schmerzfrei" bin, was das darüber sprechen betrifft :-) )

  • grosser Frust darüber, dass das einzige Schmerzmittel, was hilft, gleichzeitig blutverdünnend ist (offensichtlich unklug, sowas dann zu nehmen)

  • die Überzeugung, dass Hebammen möglicherweise mehr Ahnung haben als Ärztinnen/Ärzte in dem Kontext

  • die Freude darüber, dass ich mittlerweile näher am Ende all dieser Sachen bin, als am Anfang

  • die Wut darüber, dass wir immer wieder kämpfen müssen, um ernst genommen zu werden

  • die Überzeugung, dass längst mehr Forschung laufen würde, hätten Männer monatlich wiederkehrend mit ähnlichen Schmerzen und Symptomen zu kämpfen

  • die schwarzhumorige Anfrage an die Evolution, ob sie das ganze beim Säugetier Mensch nicht irgendwie sinnvoller hätte einrichten können

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Vielen Dank für Ihren Beitrag, Frau W. Ich gebe Ihnen recht, aber ich verstehe auch die Kritik. Gerade bei PMS stösst man immer wieder auf Literatur, die einen zur Selbstliebe und Achtsamkeit rät. Das bekannteste Buch ist wohl "Period Power" von Maisie Hill, das einem beibringen soll, wie man das Beste aus seinem Menstruationszyklus herausholt. Auch wenn er beschwerdenreich ist.

Ich bin ehrlich: Mich irritiert solche Literatur extrem.

Ich verstehe, dass Hill Frauen eine Stütze geben will damit. Aber in Anbetracht der Forschungslücke macht mir das Bauchschmerzen. Wenn nichts hilft, bleibt einem irgendwann halt nur noch die Selbstliebe. Nur möchte ich die Situation nicht so akzeptieren, wie sie ist, solange wir noch so wenig wissen.

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Liebe Frau Beck,
Da bin ich mit Ihnen einig. Ich will PMS keinesfalls bagatellisieren, was ich in meinem Kommentar ja auch schrieb. Es gilt wohl auch zu differenzieren, von welchen PMS-Beschwerden man spricht. Ich beziehe mich vor allem auf die hormonell bedingten Stimmungsschwankungen. Da kenne ich mich persönlich gut aus und habe eben auch sehr viel Erfahrung mit den diversesten Therapien und den daraus resultierenden Nebenwirkungen. Ich ging unter diversen Antidepressiva vereinfacht gesagt „einmal in die Hölle und zurück“. Wobei der Weg hinab per Rutschbahn geschah und der Weg zurück mit Steigeisen eine vereiste Eiswand hinauf. Vielleicht wird irgendwann die Wunderpille entwickelt, die man einwefen kann und die die Hormon- und Gefühlswelt „in Ordnung“ bringt. Ich bin skeptisch. Nicht dass ich es mir nicht wünschen würde, meine Erfahrung zeigt einfach, dass das Schrauben an einem Hormonrädchen das gesamte Gleichgewicht komplett zerstören kann. Und auf der anderen Seite will „frau“ ja auch die Fruchtbarkeit behalten, weiblich sein, Libido erhalten, vielleicht irgendwann Kinder kriegen und möglichst natürlich verhüten. All diese Aspekte werden durch ein Schrauben an den Hormonen beeinflusst. Ist irgendwie die Quadratur des Kreises.
Bei PMS-Schmerzbeschwerden sieht es wieder anders aus. Da sind wohl weniger hormonelle Medikamente sondern spezifische Schmerzmittel oder Ursachenbekämpfung (Stichwort Endometriose) angesagt, was mir um einiges „einfacher“ als die Gefühlswelt zu sein scheint.

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Klar, braucht es auch Akzeptanz in dem Sinn, das Frau sich nicht trotz PMS alles abverlangt in Job, Haushalt und Familie. Aber wenn sie in den Club will statt in der Badewanne zu liegen, soll sie das verdammt nochmal auch können. Niemand sagt, dass es die One-for-all-Lösung gibt. Aber auch bei beispielsweise Migräne oder Neurodermitis gibt es die nicht und man muss probieren, was für die Einzelne funktioniert. Aber niemand käme auf die Idee, von Betroffenen Akzeptanz zu fordern. Ich finde das eine heikele Aussage. Es geht wieder in die Richtung, es liegt an uns Frauen, wir müssten nur unsere Haltung ändern.

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Multifunktional
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Es geht darum, zu akzeptieren, dass der Körper keine Maschine ist und dass jede Person lernen muss (dies schliesst auch Männer ein) die Grenzen seines Körpers zu erkennen und zu akzeptieren. Bis zu einem Burnout war auch meine Devise „was ich will, kann ich auch machen“, bis mein Körper irgendwann die Notbremse zog und nichts mehr ging. Das Thema der Akzeptanz betrifft nicht nur Frauen sondern genauso Männer. Migräne ist da ein sehr gutes Beispiel, bei welchem es auch nicht wirklich eine Wunderpille gibt und welche viel Leiden verursacht. Sind Sie Migränepatientin, bei der die herkömmlichen Mittel schlecht wirken können Sie entweder
a) in Selbstmitleid und mit Schmerzen zuhause hocken
b) mit Schmerzen zuhause hocken und akzeptieren, dass ihr Körper nunmal diese Auszeiten braucht.
Wählen Sie den Weg b (was keinesfalls einfach sondern eine Lebensaufgabe ist) werden Sie weniger leiden und lernen im Einklang mit ihrem (wie jedem) unperfekten Körper zu leben. Unperfektheit entspricht nicht dem Zeitgeist, ist aber die (schöne!) Realität.

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in diesem Fall ohne Rolle
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Soweit ich Frau W. aus ihren Kommentaren in der Republik kenne, fordert sie nicht Akzeptanz von jemandem (Forderung von Aussen), sondern weist darauf hin, dass Akzeptanz (als Entscheid den jede:r je selbst für sich treffen kann; Entscheid im Inneren) ein unterstützender Aspekt sein kann.

Ergänzend: Es ist wie so oft, dass die "Wahrheit" irgendwo in der Mitte zwischen "was sollte von Aussen ermöglicht/angenommen/umgesetzt werden" und "was kann/mag/will ich als Betroffene selber für mich machen" liegt.

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blauäugige Bürgerin
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Pardon: doch, natürlich. Akzeptanz ist das Gescheiteste, was man mit einer Migräne machen kann. Nicht im Sinn von: ist so, nix zu machen. Sondern z.B. im Sinn von: "Du musst dein Leben ändern." Meine eigene Migräne betrachte ich inzwischen als gute Freundin, die bremst, wenn es zuviel ist. Ich bin immer wieder irritiert darüber, wie sehr uns die Massstäbe verloren gegangen sind dafür, dass es kein Recht auf Gesundheit gemäss WHO -Definition gibt: ein Zustand völligen körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens. Der berühmteste Kommentar zu dieser Definition ist, sowas sei allenfalls im Orgasmus erreichbar.

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Danke für den Beitrag zu dem so wichtigen Thema! Mir wurde soeben von einem Gynäkologen geraten die Kupferspirale nach den vorgesehen 5 Jahren einfach "drinzulassen". Ich könnte dann halt gegebenenfalls schwanger werden (was ich explizit nicht will in den nächsten 2 Jahren) weil die Wirkung nicht mehr gewährleistet ist. Als ich gefragt habe ob das denn nicht gefährlich wäre für das Kind war die Antwort: "Nein die Spirale kommt dann bei der Geburt mit dem Kind raus. Das ist kein Problem." Irgendwie höre ich von allen Seiten die gleichen Erlebnisse: "Die Schmerzen sind normal." "Das ist nur ein kleiner Eingriff, das ist nichts." "Ja die Spirale kann auch brechen aber das ist nicht so Tragisch. Muss man dann halt rausholen."

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· editiert

Ich verstehe nicht ganz. Worauf bezieht sich "Die schmerzen sind normal"? Falls es um die Spirale rausnehmen geht: Ich empfand es als extrem schmerzhaft und empfinde es als einen schlechten Witz, dass dies ohne Betäubung gemacht wird. Auch, dass mich niemand darauf vorbereitet hatte. "Sie werden nur ein Ziehen spüren." Und wenn du findest: Kann ich bitte was schmerzlinderndes haben, dann wird dir klar gemacht, dass das alle Frauen ohne machen. Dabei stimmt das alles nicht. Sie können auch lokal betäuben.

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Genau das meinte ich. Bei mir war die Gebärmutter ungünstig gelegen zum Einsetzen der Spirale und sie mussten die Gebärmutter mit einer Zange "nach vorne ziehen". Das alles soll man mit einem einfachen rezeptfreien Schmerzmittel durchmachen welches man optional selbst organisieren kann.

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Danke für den Artikel.
Wichtig finde ich, dass er verschiedene Bedenken anspricht, die davon abhalten können, über PMS und generell über Menstruation nur schon zu sprechen, erst recht sich zu informieren, wie die Situation verbessert werden könnte.
Ich (44) ärgere mich jeweils über mich selbst, aber: ich schäme mich immer noch leicht, wenn ich die Menstruationsprodukte an der Kasse des Quartierladens hinstelle.

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Ronja Beck
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Ich glaube, diese Scham kennen wir alle. Ich bekämpfe sie jeweils mit einer ordentlichen Portion Hass auf das Patriarchat, kann ich wärmstens empfehlen.

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Multifunktional
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Diese Scham habe ich mir abgewöhnt - aber nicht indem ich anfing andere zu hassen, sondern in dem ich anfing mich selber zu lieben, unabhängig vom Blick „der andern“ - wobei wir wieder bei der Akzeptanz von sich und seinem Körper wären. ;-)

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Warum die Ärztin nicht helfen kann? Eigentlich steht die Antwort ja schon im Artikel: es gibt zu wenig Forschung zum Thema. Es ist mir unverständlich, warum die Pharmaindustrie auf derart viele potenzielle Kundinnen verzichtet.

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Mutter von zwei Teenagern
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· editiert

Eine andere Ärztin suchen! Und nicht bei jemandem bleiben, die einen nicht ernst nimmt, nur Placebos verschreibt und einem zum Schluss noch sagt, man sei quasi selber schuld an den Schmerzen. Es wäre natürlich gut, wenn endlich mehr dazu geforscht würde. Für Betroffene wäre es aber auch interessant zu lesen, was denn heute bereits alles gemacht werden kann, statt nur Kräutertee trinken und abwarten. Ich habe gehört, dass manche gute Erfahrungen damit machen, die Pille einfach ununterbrochen zu nehmen.
Bei mir war schlussendlich die operative Verödung der Gebärmutterschleimhaut die Lösung. Das ist eine ambulante, kleine Operation, die keinerlei Schmerzen gemacht hat und die Blutung inklusive die Schmerzen fast ganz zum Verschwinden gebracht hat. Der hormonelle Zyklus bleibt hingegen erhalten. Das geht natürlich nur für jene Frauen, die keine Kinder mehr bekommen wollen. Ich persönlich finde, ich hätte das auch schon früher machen lassen können, aber ich hatte irgendwie das Gefühl, das sei "unnatürlich". Als die Menstruation immer heftiger wurde (scheint gegen die Wechseljahre hin normal zu sein, sagt einem auch keiner...), habe ich dann zum Glück diese diffusen Bedenken, ich sei dann womoglich keine "richtige Frau" mehr, über Bord geworfen. Und noch ein Hinweis: Hinter krassen Mensschmerzen kann auch Endometriose stecken, noch so ein unterforschtes Gebiet.

  • kleiner Grammatikhinweis: Es müsste heissen "wem dankbar sein", also "dem verbesserten Lebensstandard".

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Leserin um die 33 Jahre
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Stark!
Vielen Dank für diesen wichtigen und sachorientierten Artikel.

Anderen die eigene Lebensrealität absprechen ist etwas, was ich selber auch immer wieder als Mittel erlebe, das genutzt wird um Menschen klein zu halten.
Doch eine Realität, die ich nie erlebe (z. B. weil ich einen biologisch männlichen Körper habe oder als Frau kein/kaum PMS habe), die kann ich meines Erachtens auch niemandem absprechen. Sei es eben Long covid oder PMS.

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Vielen Dank für den Beitrag! Es tut mir so leid, müssen Sie und so viele andere Frauen das erleben. Danke für Ihre Offenheit.

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Zur fehlenden Forschung. Allenfalls eine banale Feststellung. Forschung macht sich nicht einfach so und von selbst. Erstens muss das Thema jemanden interessieren. Nicht irgendwelche nebulösen Gebilde, sondern eine Person die's auch kann, zb eine junge Aerztin. Die muss dann Jemanden finden, der so ein Projekt aufsetzen, betreuen und die Finanzierung sichern kann. Zb eine Medizin Professorin. Dann folgt Daten sammeln, auswerten, eine Theorie erarbeiten, verifizieren, eine Loesung erarbeiten, ... und die Zeit laeuft.. weshalb geschieht das so nicht ? Weil medizinische Forschung sehr unpopulaer ist, existiert so eigentlich nicht in einem wissenschaftlichen Kontext. Waehrend Absolventen in anderen Fachgebiete 3-5 Jahre für einen phd (Dr Titel) an einer Uni oder ETH abspulen muessen, geht der Dr Titel in der Medizin in einem Monat, studienbegleitend am Ende des Studiums. Ein paar Seiten Beschrieb von irgendwas. Fertig. Was in der Medizin anspruchsvoll ist, ist der FMH Titel. Das ist aber keine Forschung, geht eher Richtung Handwerk. Allenfalls kann uns ein Mediziner genauer informieren. Mefizinische Forschung geschieht eher in einem Pharma Kontext, bezahlt von der Pharmaindustrie. Mit einer Pharmaloesung. Was also nicht zu Pillenumsaetzen führt ist nicht interessant. Malaria fiel auch wieder aus dem Fokus. Weil die prospektiven Kunden das Geld nicht haben. Dann übernimmt mit etwas Glück die Gates Stiftung, oder ählich.

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Mutter von zwei Teenagern
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· editiert

Die medizinische Forschung wird nicht von Ärzten gemacht, sondern eben von Forschern. Die Arbeit, die Medizinstudierende für ihren Dr. med abliefern müssen, ist nicht vergleichbar mit einer Doktorarbeit in einem naturwissenschaftlichen Fach (viel kürzer). Ärzte sind eben keine Forscher, sondern praktizieren im Grunde ein Handwerk. Die Funktionsweise des menschlichen Körpers und die Entwicklung von Medikamenten hingegen macht die medizinische Forschung. Und offenbar ist es da ziemlich schwierig, Finanzierung für die Erforschung von frauenspezifischen Themen zu bekommen, rund um Vagina, Gebärmutter, Menstruation und Endometriose, obwohl ja viele potenzielle Kundinnen für Medikamente und Behandlungsmethoden da wären. Aber das Forschungsgebiet hat offenbar zu wenig Prestige. Nachzulesen im sehr empfehlenswerten Buch "Vagina Obscura" der amerikanischen Wissenschaftsjournalistin Rachel E. Gross (auf Englisch).

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Medizinische Forschung ohne medinische Ausbildung ist eher schwierig, resp sinnlos. Wer soll die denn sonst machen, wenn nicht Absolventen eines Medizinstudiums ? Ohne Qualifikation gibt es natuerlich nirgendwo Geld. Ein Minimum an Aussicht auf Erfolg sollte schon da sein.
Naturwissenschaftliche Forscher muessen auch irgendwie Geld organisieren, das fliegt nicht einfach so zu. Da muessen auch Antraege eingereicht werden, werden oft abgelehnt, neu erarbeitet, formuliert

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Wechseln Sie die Gynäkologin (oder reden Sie Tacheles mit ihr).
Die Beste Äusserung hat sie sich ja für den Schluss aufgespart. Fehlt noch und auch sehr beliebt: Entspannen Sie, jetzt sofort!
Dass mit PMS kein Geld gemacht werden kann, stimmt übrigens nicht. Mein Umfeld kauft gerne TENS-Geräte, damit kann der Schmerz zumindest in den weniger starken Phasen ohne Medikamente in Schach gehalten werden. Elektroden je nach Schmerzlokalisation unten am Bauch oder im Kreuz anbringen. Letzteres wird zwar nicht von allen Herstellern vorgesehen, ist aber ggf. wirkungsvoller.

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Leserin um die 33 Jahre
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· editiert

Danke für den sicherlich gut gemeinten Rat dazu, die Gynäkologin zu wechseln.
Ihr Rat ist jedoch ebenso ein Ratschlag wie es ein Ratschlag der Gynäkologin ist, sich zu entspannen.

Aus meiner persönlichen Sicht - und ich denke, ich spreche für viele - ist Rat in diesem Moment aber nicht das, was wir brauchen.
Sondern einfach aufmerksam zuzuhören/zu lesen und zu anerkennen, dass wir uns von der Gynäkologin schlecht behandelt und nicht ernst genommen fühlen.

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Mutter von zwei Teenagern
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Im Gegensatz zu den nutzlosen und verharmlosenden Ratschlägen der im Artikel erwähnten Ärztin ist dies hier aber ein guter Ratschlag! Wenn jemand Hilfe braucht, sollte sie sie auch bekommen. Und wenn sie dabei an Leute gerät, die einen (so wie beschrieben wurde) nicht ernst nehmen, ist es gut, die Betroffene zu ermutigen, da wegzugehen und bessere Hilfe zu suchen.

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Mit Letzterem kann ich nichts anfangen. Aber als Alternative zum Wechsel habe ich ja noch Klartext reden aufgeführt. Das kann auch heissen, die Medikation zu prüfen, ggf. einzunehmen und mit klarer Ansagw bzgl. welche Symptome sich wie verändert haben zurück in die Praxis zu gehen und ggf. darauf zu pochen, dass das Problem weiter angegangen wird. Der Prozess ist anstrengend und zeitweise frustrierend, aber damit hat die Gynäkologin zumindest eine Chance, eine passende Behandlung zu finden.

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Ich hatte selber auch jeden Monat höllische Schmerzen, die ich nur mit immer stärkeren Schmerzmedikamenten zusätzlich zur Pille überleben konnte. Zum Glück hat sich bei mir die Geburt der Kinder positiv ausgewirkt, seit dieser sind die Schmerzen praktisch verschwunden. Schade, dass aber bis jetzt nicht wirklich gute Behandlungsmethoden bekannt sind.

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Vielen Dank für‘s thematisieren und diesen Artikel, Ronja Beck. Ich bin auch stark betroffen - vor allem von den Schmerzen. Da hilft nur sehr viel Irfen. PMS „nur“ was meine Laune angeht. Meine Frauenärztin hat nach dem Ultraschall „aufgegeben“, da ich mich weigere die Pille zu nehmen, statt absolut gar keine Libido zu haben. Darüber wird leider auch viel zu wenig gesprochen. Die Nebenwirkungen von der Pille - trotz diesen wird sie einem teilweise fast aufgezwungen.
Eine Bauchspiegelung zu machen hingegen, dafür sei ja zu unsicher ob ich Endometriose habe.

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Danke für den Artikel. Meine Frauenärztin wollte nicht mal die Hormone checken, und hat mir am Schluss geraten, es mit traditioneller chinesier Medizin zu probieren. Und auch wenn alle meinen "Geh zu einer anderen Ärztin". Sie ist meine bisher Beste.

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Frau Mutter Psychologin
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TCM war bis jetzt die Methode die mir am meisten geholfen hat.

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Freut mich, dass es dir hilft. Aber entschuldige bitte, vielleicht sollte etwas zuerst richtig abgeklärt werden bevor wir dazu welcheln? Zudem: Ich persönlich halte nix von TCM. Hier meine Gründe:

  1. Weil ich mit TCM fast zugelassen hätte, dass die Lunge meines Kindes irreversibel geschädigt wäre. Ich bin der Kinderärztin unendlich dankbar dafür, dass sie mich doch noch zur Vernunft gebracht hat. Cortisol sei Dank.

  2. TCM halte ich für Propaganda. Hier nur ein Beispiel: https://www.tagesanzeiger.ch/die-tr…6135447696

  3. Wie soll mir so etwas helfen, wenn nicht mal der Placebo-Effekt spielen kann?

Das wusste sie alles.

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Ja, das kann ich wärmsten empfehlen:)
Als Mann mache ich die Erfahrung natürlich nicht. Aber als Therapeut mache ich die Erfahrung, dass die chinesische Medizin sehr hilfreich ist und meist zum Erfolg führt.

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Brigitte Graf
Ärztin&DJ
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Nach dem Artikel über die weibliche Wut habe ich nun auch noch diesen Bericht über das PMS gelesen. Bloody Monday! Es ist so frustrierend, als Medizinerin in diesem patriarchalen System gefangen zu sein und sich Wissen zu Gendermedizin selbst zusammen suchen zu müssen, da es nicht per se gelehrt wird. Der Standardpatient ist ein Mann. Frauen haben andere Symptome bei einem Herzinfarkt, Frauen brauchen andere Dosierungen bei Medikamenten. Zu PMS, Endometriose und Menopause wird kaum geforscht. Nicht mal die Ausdehnung und Form der Klitoris wird in Anatomiebüchern getreu wiedergegeben. Urologen sind dafür die Spitzenverdiener unter den Ärzt:innen.

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Körpertherapeutin, Autorin
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Wir wissen aus der Forschung, wie eng Körper, Psyche und soziales Umfeld interagieren (z.B. Maja Storch, Antonio Damasio, Joachim Bauer und Stephen Porges haben dazu viel beigetragen). Kein Wunder, dass unsere Uteri nicht in Wohlgefühl und Würde, vielleicht gar Freude bluten, angesichts des Umfeldes, in dem sie sich entwickelt haben. Auch halten wir unsere Becken beim Gehen oft streng bewegungslos, was die Bänder und Haltemuskulatur verkürzt und (nebst anderen organischen Ursachen) weiche Kontraktionen verunmöglichen kann. Kein Wunder, es ist ja bereits ohne lockeren Beckenschwung anstrengend genug für junge Frauen unbehelligt durch den Alltag zu kommen...
Die unberechenbare Vielfalt an Symptomen kann laut Porges (https://onlinelibrary.wiley.com/doi…jmft.12585) auf auf eine chronische Erregung des Nervensystems zurück zu führen sein, die reale, aber organisch nicht nachweisbare Schmerzen erzeugt, inkl. des durcheinander geratenen Hormonhaushalts.
Es müsste folglich individuell abgeklärt werden, ob die Ursache der Schmerzen organischer (z.B. Endometriose), neuronaler und/oder muskulärer Natur sind. Und jede Ursache müsste als gleichwertig gedeutet, keine (z.B. eine psychosomatische) stigmatisiert oder herabwürdigend behandelt werden.
Es würde weitere integrative Forschung medizinischer, aber auch neurobiologischer und neuropsychologischer Art brauchen, um auf dem Gebiet anwendbares Wissen und damit Linderung für betroffene Frauen zu gewinnen. Solche Forschung kann nur auf der Basis grundlegender Würdigung der Frau und ihrem genialen Körper entstehen.
Danke Frau Beck. Ihnen und allen betroffenen Frauen das Beste bei der Lösungsfindung.
Ps: Dr. Christa Keding (Medizinerin, Psychologin, Autorin) verfolgt einen inspirierenden körperbezogenen Ansatz und ist damit erfolgreich bei der Ursachenerkennung von Erkrankungen.

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Olivia Kühni
Leserin, Ex-Republik
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Vielen Dank für diesen tollen und überfälligen Text.

Mir hilft seit Jahren Progesteron - ich wünschte, ich wäre schon 15 Jahre früher ernst genommen und adäquat behandelt statt psychologisiert und verniedlicht worden.

Nun, mit über 40, geht es übrigens mit dem nächsten Hormonritt weiter. Dieser Frauenkörper ist eine einzige Zumutung.

Ich liebe ihn trotzdem!

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Rechtsstudent
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Sehr spannend. Wenn ich meinen Beitrag mit einer kleinen Anekdote leisten kann: Gewisse Anwälte haben, um ihre Klientin zu verteidigen, versucht, die verminderte Urteilsfähigkeit der Angeklagten während dem PMS vor Gericht geltend zu machen. Dies kam bei den feministischen Kreisen (wie im Artikel auch erwähnt) gar nicht gut an - und hatte vor Gericht sehr wenig Erfolg.

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Nicht nur Frauen menstruieren..

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To mens or not to mens.
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Stimmt. Der (erwarteten) Downvotes und bisherigen Debatte hier zum Trotz.

Und nicht alle Frauen menstruieren, es dürfte rund die Hälfte sein. Wirklich!

Genauer:

  • Es gibt Frauen, die menstruieren, rund die Hälfte.

  • Es gibt Frauen, die nicht menstruieren, rund die Hälfte.

  • Es gibt Männer, die menstruieren, ein kleiner Teil.

  • Es gibt Männer, die nicht menstruieren, ein grosser Teil.

  • Es gibt andere Menschen, die menstruieren.

  • Es gibt andere Menschen, die nicht menstruieren.

Und ganz einfach:

  • Alle Menschen, die menstruieren, menstruieren und alle Menschen, die nicht menstruieren, menstruieren nicht.

PS: Der im Dialog hier aufgeführte Biologismus, der nicht tiefer gründet, als "Same gleich Mann und Eizelle gleich Frau" ist sowas von gähn, wenn er nicht so tragisch oberflächlich wäre.

Im erwähnten Artikel von Nature wäre genau das zu lesen, dass diese Zuteilung von Geschlecht (sex - Eizelle/Same; Fortpflanzung) nicht passend ist und viele Schwierigkeiten und Widersprüche mit sich führt. Weit tiefer gehend als der oben angetönte.

Sprache bietet uns so viele Möglichkeiten. Nutzen wir sie!

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Multifunktional
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„… zwei mal drei macht vier, widewidewitt und drei macht neune, ich mach mir die welt, widewide wie sie mir gefällt…“ 🎶

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Aber wie ist es denn jetzt, leisten diese Frauen dann auch weniger im Beruf, da sie ausfallen oder sich unter Schmerzen durchseuchen? Dürfen wir Gleichberechtigung im Job also erst einfordern, wenn es Medikamente gibt, die Frauen jeden Monat nehmen (wollen)? Ich bin glücklicherweise seit mehr als 30 Jahren schmerzfrei problemlos am Bluten, wahrscheinlich hatte ich Glück in der Genlotterie. Aber gerade darum möchte ich wissen, wie Ronja Beck das obige sieht.

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Theresa Leisgang
Selbstständige im patriarchalen System
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Das ist einer dieser Artikel, für die ich die Republik als Magazin so schätze:
alle Informationen zu einem viel zu wenig diskutierten Thema als grandiose Geschichte aufgearbeitet. Ich werde den Link in meine Email Abwesenheitsnotiz einfügen, wenn ich einmal im Monat nicht arbeiten kann. Nicht, weil ich an diesem PMS-Tag "krank" bin. Sondern weil ich Ruhe brauche, bevor ich wieder aufblühen kann.

Wie ein Baum im Winter. Der ist auch nicht krank. Er tankt nur Kraft für den Frühling.

Danke, Ronja!

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Mann
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Ich habe eine Kollegin, die stark unter PMDD leidet (depressive Episoden, Reizbarkeit). Seit einigen Monaten setzt sie recht erfolgreich 5HTP ein, um ihre depressiven Stimmungsschwankungen unter Kontrolle zu kriegen.

Anfänglich hat sie 5HTP jeden Tag genommen, aktuell nimmt sie es nur dann ein, wenn depressive Phasen starten.

Es gibt einiges an Research zu 5-Hydroxytriptophan, aber verkauft wird es nur in Vitamin-Shops und einigen wenigen Apotheken, obwohl die medizinische Wirksamkeit nicht bestritten ist. Wäre wohl eine eigene Story wert …

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Einfach Danke für den Artikel.

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Vielen Dank für Ihren wertvollen Beitrag. Ich habe Jahrzehnte gegen Windmühlen angekämpft und bin deshalb so froh, dass das Thema nun langsam, aber sicher die dringend notwendige Aufmerksamkeit erhält.
Ich persönlich habe sogar zwei Höllenwochen durchlebt. Nach dem Eisprung ging es los und vor der Mens war ich beinahe suizidal. Zwei Tage später war der Irrsinn vorbei. Als ich um die Jahrtausendwende meine Mutter fragte, was das wohl sei, meinte sie, das sei mein Charakter: himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt! Auf Nachfrage hat sie mir dann noch erklärt, dass ich seit meinen Teenagerjahren so gewesen sei.
Internet und zahlreichen schreibenden Leidensgenossinnen sei Dank, habe ich Jahre später gelernt, dass ich PMDS hatte. Antidepressiva und bioidentische Hormone halfen mir, wenigstens meinen Alltag zu meistern. Nun bin ich seit drei Jahren in der Menopause und bin so stabil und aktiv wie seit meiner Kindheit nicht mehr. Antidepressiva und Hormone nehme ich immer noch, ganz ohne geht es nicht. Da hat das Hirn wohl zu lange Zeit gelitten. Aber die monatlich getakteten Symptome sind verschwunden.
Ich zähle auf die Forschung, insbesondere die Hirnforschung. Der Markt ist riesig, die Erleichterung für alle Betroffenen und ihre Partner und Kinder und Kolleginnen und Freunde wäre schlicht enorm.

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