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So ein charmanter Schelm dieser Constantin, der immer mehr Dreistigkeit als Kohle hatte und nur schon mit dem C im Namen zu Höherem berufen scheint. Herrlich. Und irgendwie gemein. Da rackern sich die Berufskollegen zumindest sichtbar tagtäglich ab für die Anerkennung eines Stück vertrockneten Brotes. Dann geruht Kollege Seibt, sich wieder mal aus der Versenkung zu bewegen und produziert mit vermeintlich leichter Feder krullschen Kaviar.

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Historiker
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Nun scheint es mir an der Zeit zu sein, die Harmonie der Begeisterten ein wenig zu stören. Constantin Seibt beginnt sich zu wiederholen. Statt einer unendlichen Verlängerung der Introspektion möchte ich von ihm gerne wieder einmal eine klassische Reportage lesen.

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Auch mich begeistern diese Beiträge nicht. Mehr und mehr artet es auch aus, uns neurotypischen Menschen zu den ach so normalen und langweiligen Menschen zu machen. Dabei kenne ich vieles des Beschriebenen doch genauso. Diese «schlimmsten Tragödien», dass man am besten Funktioniert in einem Vertrauensverhältnis, dass man zu Hochform aufläuft, wenn man liebt. Auch ich muss Listen und Agenden führen, sonst würde ich nur das tun, was ich gerne tue.
Kluge Strategien sind immer und für alle gut. Ohne diese würde auch ich meinen Job nicht so gerne machen, wie ich ihn mache.
Hellhörig werde ich zudem immer dann, wenn ein Schreiber zur direkten Ansprache wechselt. «Und es ist nur klug, wenn DU ein grosse Herz bewahrst». Das Stilmittel eines Predigers der zu seinen Jüngern spricht. Wenn diese Jünger dabei bestärkt werden, etwas Besonderes zu sein und die Umwelt zum langweiligen Verhinderer erklärt wird, trägt das kaum dazu bei, dass diese beiden «Welten» näher zueinander rücken.

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Geehrter Herr Eppenberger,
ich teile vieles, was Sie sagen.
Mein Problem bei dieser Serie ist, dass ich auf einem ziemlich schmalen Seil laufe. Einerseits sollte das Ganze aufrichtig sein, sonst wäre es die Mühe nicht wert. Andererseits frage ich mich fast bei jeder Zeile, ob das nicht Zeitverschwendung ist, wenn Leute mein Innenleben um die Augen gehauen bekommen. Statt dass ich ihnen die Handelsverträge beim Brexit um die Ohren haue.
Und dann kann ich auch nicht komplett aufrichtig sein, weil es ja Kollegen, Freundinnen, Familie gibt, die kein Interesse daran haben, dass ihr Innenleben jemand um die Augen gehauen wird.
Nicht zuletzt ist es auch ein schmaler Grad zwischen Geständnis und Belästigung, Stolz und Demut, Selbsterforschung und Selbstbehauptung. Daher auch der Wechsel der Ansprache: Mal bin ich sehr bei mir, mal seh ich mich ungerührt als Insekt, mal sitze ich mir gegenüber und mal mache ich Volkshochschule oder einfach nur Spass.
Dass ich dabei abstürze ist schwer vermeidlich.
Was das priesterliche Du betrifft, kann ich Sie beruhigen. Das funktioniert nicht. Bis heute haben sich vor meinem Büro präzis 0 Jünger versammelt.
Dass aber Ideen und Strategien nicht nur für Leute mit der gleichen Diagnose gelten, war ein wichtiger Grund, die Serie überhaupt zu machen: Denn der Unterschied zwischen normal und nicht ist nicht der zwischen zwei Spezies, sondern nur eine Frage der Dosis.
Ausserdem ist es ja beim Lesen bei jedem Text so wie in einem All-you-can-eat-Restaurant: Man steht am Buffet und nimmt sich heraus, was man braucht.
Was die gelegentlichen Bemerkung über neurotypische Langweiler betrifft, so sind das eben so Momente des Aufbegehrens, das manchmal vorkommen. Deshalb gehören sie auch in die Serie.
Aber ich bin absolut nicht der Meinung, dass sich Langweiler und interessante Leute nicht nach psychiatrischen Diagnosen sortieren. Und zweitens weiss ich nur zu gut, dass man mit ADHS Leute prächtig langweilen kann. Ich habe das schon weit getan, als mir lieb ist.
Talleyrand sagte einmal: "Verrat ist eine eine Frage des Datums." Ich fürchte: Langeweile auch.

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Sabine Muth
Vielleserin
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Wenn man kein ADHS hat, ist der Wunsch absolut verständlich. Wir anderen sind Junkies. Endlich schreibt jemand so darüber, wie es sich anfühlt in allen Aspekten und in all seiner Unendlichkeit. Als würde er gebrauchte Alufolie wieder glatt machen für uns alle. Nach dem Lesen ist man wieder eins mit der Welt und sich selbst. Zumindest für eine Weile.

Gut wäre eine Fortsetzung der Serie UND eine klassische Reportage, gell?

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Wie viele hier sauge ich die Beiträge dieser Reihe geradezu auf - nicht weil ich selber ADHS habe, sondern weil ich vermute, dass mein Lebenspartner es hat. (Er glaubt es auch, seit er die Beiträge liest.) Ich bin also sozusagen die Umwelt, die das Problem ist/hat. Dank dieser Reihe habe ich mehr Verständnis entwickeln können für all die kuriosen bis ärgerlichen Verhaltensweisen, die das Alltagsleben mühsam machen können. Und auf der anderen Seite ist Verständnis für die Umwelt ebenfalls am Steigen:-).
Daher also: vielen Dank - und bitte mehr davon!

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Inhaltlich und sprachlich grossartig, menschlich berührend und sehr lehrreich! Ganz herzlichen Dank!

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Engagierte Leserin
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Lieber Constantin Seibt
Diese ADHS-Reihe muss unbedingt als Buch erscheinen - falls Sie dafür ein Crowdfunding starten: ich bin dabei! Herzlichen Dank für die vielen gedanklichen und sprachlichen Perlen.

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Wir werden sehen. Aber es gibt einen sehr schönen Satz des irischischen Dichters Brendan Behan: "Möge die gebende Hand niemals zittern."

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Leserin
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Lieber Seibt, Sie enttäuschen mich nicht. Lange Pause, fadenscheinige Begründung, Überlänge, fadenscheinige Begründung. Wie viele schöne Ausreden lieferten Sie mir in wie kurzer Zeit! Und dann den Spiegel. Und erst noch die Aussicht auf ein Selbstvertrauen, das mich noch dahin bringen wird, mein Leben verlängern zu lassen, auch für solche Denkanstösse zwischen Montag und Freitag. Ich frage mich, wie ich die gefühlten zweihundert Jahre ohne Republik dennoch so gut gelebt habe. Wahrscheinlich durch den Umgang mit Menschen mit Dopaminmangel oder Dopaminüberschuss, Danke allen und Ihnen!

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So gut!
Da hüpft das Herz einer Alten mit bedingslosem Grundeinkommen. Endlich jemand der mir in einer Sprache, wie ich sie liebe, überzeugende Strategien liefert, wie ich mich aus dem Umweltdruck, alles zu tun um nicht alt zu sein und dem Fürsorgedruck, weil ich ein Umweltproblem bin, in Lebenstagen einmiete, die es mir wert sind.
Ich bin zum Seibt-Fan geworden. Bringt ihnen wahrscheinlich nicht viel, aber immerhin: bitte weiterschreiben!

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Diese Serie hätte ich dringend schon vor meiner aufregenden und aufreibenden, grandios gescheiterten Beziehung mit einem Vollblut-ADHSler gebraucht.

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Weiss der Teufel, ob das geholfen hätte. Aber Hochachtung! Es braucht Herz und Kampfgeist, grandios zu scheitern, statt mit einem Winseln.

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Langfristig geholfen hätten es nicht (ich weiss das, mein Mädchenname lautet Deufel), aber es hätte das Licht der Erkenntnis auf die eine oder andere Situation geworfen.

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Sabine Muth
Vielleserin
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"Sobald du mit der Welt zerfällst, zerfällst du mit dir selbst."

Darum ist Alleinesein so köstlich. Da ist man ganz.

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Moderator & Journalist
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Mehr, bitte.

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"Nicht wenige glichen den Austern, die aus einer Störung Perlen produzierten." Stimmt auch für diesen Beitrag. Danke für die Perle.

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So intelligent wie unterhaltsam. Danke!

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Nic Baschung
Texter Leser
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Das habe ich soeben an meine Textkollegin geschrieben: „Es gibt für mich einen genialen Journalisten in der Schweiz. Er hat seine eigene Republik gegründet und schreibt Seibt. (In der 7. Folge so spannend über sein ADHS, dass man es selbst mal ausprobieren möchte)
Eine Art Genie-Biografie“

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Vielleicht wäre es kurz mal ganz lustig, langfristig kann ich es nicht weiterempfehlen. Man fühlt sich beim Lesen solcher Artikel nämlich ständig ertappt!

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Leserin
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⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ (falls das das Maximum ist)

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HR Specialist
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Habe mich beinahe bei jeder Zeile wiedererkannt.

Grossartig geschrieben!

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Samuel Hauser
Webdesigner
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So oft laut rausgelacht, habe ich beim Lesen eines Textes schon lange nicht mehr. Danke! Echt gross ❤️

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Ging mir auch so!

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So, auch dieses Jahr die Kosten für die Republik amortisiert! Ein tröstlicher Artikel für alle, die nicht a priori schon alles wissen.

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merci viumou für eine weitere super-folge der adhs-kolummne - als adhs-betroffene eine wohltat und ein aufgehobensein beim lesen

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Philippe Kramer
Vizepräsident Project R Genossenschaft
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Grossartig!

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Danke, Constantin Seibt. Hatte Sie auch vermisst. Warte mit Freude auf die nächste Folge, wenn's sein muss auch mit Geduld.

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Die Bilder in meinem Kopf... so bunt, so abenteuerlich, so herausfordernd, so ausgiebig, dass sie für ein ganzes Leben reichen! Wie würden Deine Zeilen in Bildern aussehen? Nicht nur so, wie jene Karikatur von George Bernard Shaw sondern vielleicht so wie das grosse Wimmelbuch oder wo ist Walter oder eben Constantin?

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Sabine Muth
Vielleserin
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Von dieser Karikatur muss ich ein Poster haben!

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Danke für das Denkmal zu Lebzeiten! Jetzt kann ich mich in Garten stellen, einen würdigen Ausdruck annehmen und auf die Tauben warten.

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Leserin
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Neinnein, tun Sie das bitte nicht. Ein bisschen Potenzial haben Sie sicher noch.

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Informatiker
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Mein Partner ist ein wirklich sehr intelligenter, manchmal auch genialer ADSler, sehr charmant, grosszügig, loyal und verbindlich. Trotzdem gerate ich manchmal im Zusammenleben mit ihm an meine Grenzen. Sie beschreiben in ihrer Kolumne sehr eindrücklich, wie die verschiedenen Konflikte sich zeigen. Auf einen Punkt möchte ich speziell hinweisen. Mein lieber Partner veranstaltet regelmässig Täuschungsmanöver, Ablenkungen, Verschiebungen und Angriffe wenn es darum geht, eine weitere vermeintliche Schlappe - oder wie sie sagen ein Fuck-off - anzuerkennen. Als Gegenüber habe ich eigentlich eine sehr hohe Toleranz für diese Momente, allerdings setzen mir diese Vernebelungstaktiken enorm zu und führen uns regelmässig in fast unlösbare Verstrickungen mit heftigen Konflikten. Das eigentliche Problem für mich ist nicht das Fuck-off sondern die verzweifelte Bemühung dieses nicht zu akzeptieren und sich den dahinter brüchigen Selbstwert zu sichern, indem man sein eigenes "Versagen" aufs Gegenüber verschiebt. Dieser Kreis dreht sich immer weiter und ein Ausstieg daraus ist nur schwer möglich. Diese Ohnmacht und dieser Stillstand setzt mir als Partnerin am meisten zu.

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Pt
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Ob hier der richtige Ort ist, seine Paarprobleme anzubringen? Ich nehme an, dass Ihr Partner in Therapie ist. Vielleicht wären dort auch gemeinsame Gespräche für solche Beziehungsthematiken möglich? Kann manchmal Druck wegnehmen. Beiden. Muss nicht. Und die Veränderungsarbeit ist trotzdem vom Betroffenen zu leisten. Denn sie ist das, was übrigbleibt, wenn eine etwaige Medikation gebracht hat, was sie bringen kann: Unterstützung bei Konzentration, Fokussierung, Selbststrukturierung. Da fängt die Knochenarbeit aber erst an: sich so annehmen, wie man ist und all die Selbstwertschutzstrategien, die, wie Sie beschreiben, eben oft auf Kosten anderer gehen, selber besser und mit der Zeit vor allem schneller erkennen, hinterfragen und wo nötig in Millimeterschrittchen und über viele Rückfälle in die eingefahrenen Muster hinweg langsam verändern.

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Ich wäre sehr vorsichtig, anderen oder sich selbst eine Diagnose unterzuschieben. Das endet zwangsläufig verletzend und unnötig aufreibend.

Auch wenn es verlockend ist, liefert es keine Antworten - ganz im Gegenteil zu einer professionellen Abklärung.

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Ich habe mich so gefreut, dass die Kolumne weitergeht! Herr Seibt nur schon wegen Ihrer Kolumne hat sich mein Republik Abo gelohnt, so treffsicher und wortgewandt wie Sie schreiben es ist eine wahre Freude!

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.... Der schmale Grat..... Gestaltsicher getanzt mit Worten und Echtheit.
Echt- gut.

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Verena Goanna •in :)) Rothen
fotografie, texte, webpubl&lektorin
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· editiert

oWas das Waschmaschinenmotiv angeht: Das ist doch das perfekte Motiv, Maschinen zu betätigen statt Heldinnen und Heiden zu töten.
Anyway.
Apropos Wiederholungen: Seibt hat ja auch mal gesagt bzw geschrieben natürlich - oder las ich das woanders - dass die meisten Leser•innen Wiederholungen im Gegensatz zu anderen Untaten gar nie bemerken würdenbemerken würden. In jener Zeit wiederholte•n Bund, wahrscheinlich somit auch TA, die gleichen Artikel zeitlich so kurz nacheinander, dass einer davon es sogar in - sagen wir mal Auslandsteil, zum Beispiel - und Feuilleton - dort erinnere ich mich sicher - derselben Ausgabe gleichzeitig geschafft hatte. - Ich war so irritiert über diese Wiederholungen, dass ich wie ne Mücke am Sonnenglas schlicht hängenblieb und immer wieder hin und her switchte zwischen den beiden verschoben identischen Seiten. Heute würden meine Hunde mich da rausholen.
Gut können sie mir kein allzu genaues Umweltzeugnis ausstellen. Dafür sind sie beide enorme Schätze. Und so, yes, can I tell blue skies from pain.
Macht doch einfach Spass auch mal über sich selbst zu schreiben. Finde das sehr begreiflich! 🦈 🤔
Hab jetzt übrigens ne noch coolere Mütze.

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